Samstag, 2. Juni 2012

Viecher Teil II




Viecher sind schon faszinierend.
 Natürlich gehöre ich auch zu denen, die gerne die inzwischen in grandioser Qualität produzierten Tier-Dokus im TV ansehen.
Ich gebe sogar zu, daß ich ab und an eine der täglichen Zoo-Doku-Soaps sehe. 
Obwohl ich es grundsätzlich für ethisch nicht vertretbar halte Kreaturen in Käfige zu sperren und anzuglotzen, habe ich meine einst rigide Anti-Tierpark-Haltung etwas gelockert.
Denn die Zoo-Betreiber haben viel über „artgerechte Haltung“ gelernt und so sind im Allgemeinen die Gehege sehr viel größer und dafür die Quantität der Tiere kleiner geworden.
Es wird außerdem erheblicher Aufwand getrieben die Viecher zu beschäftigen und gesund zu erhalten.
Der andere Grund, der doch für Zoos spricht, ist die traurige Sache, daß diverse Arten in der freien Natur schon ausgestorben sind und somit die extrem seltenen Gorillas, Tiger, Nashörner und Co gar keine Alternative haben.
Wenn es von einem Vogel wie beispielsweise dem in Brasilien endemischen Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) kein einziges Exemplar mehr in Freiheit gibt und weltweit in Zoos gerade mal noch 69 Vögel leben, ist es schon löblich, daß die Al Wabra Wildlife Preservation in Katar und der Loro-Parque auf Teneriffa mit erheblichen Aufwand Spixi züchten. 
Das Bestreben dabei ist natürlich genügend Exemplare zu bekommen, so daß sie eines Tages wieder ausgewildert werden könnten.

Die Idee Viecher zu schützen finde ich sehr richtig. Daher bin ich Vegetarier, Mitglied bei Greenpeace, unterstütze Tierversuchsgegner, etc.


Dafür gibt es auch mehrere Gründe. 
Die beiden offensichtlichen sind die Belästigung durch idiotische Hundebesitzer, die alle Straßen mit Tonnen von Hundescheiße eindecken und ihre unerzogenen Viecher jedes Jahr Menschen töten lassen. (50.000 Beißattacken auf Menschen pro Jahr in Deutschland).
 Zum anderen ist die meistens eben nicht artgerechte Haltung in kleinen Stadtwohnungen eine einzige Perversion.
 Ich will nicht, daß ein Vogel sein Leben in einem 20cm X 20cm-Käfig verbringen muß, oder daß ein Hund 23 ½ Stunden pro Tag im zehnten Stock eines Hochhauses still sitzen muß und wenn er Glück hat einmal pro Tag draußen vor der Tür auf den Beton kacken darf.

Am meisten nervt mich an Haustieren aber der Anthropomorphismus, der unweigerlich auftritt, wenn man beispielsweise mit Hundebesitzern diskutiert.

(Wiki: Anthropomorphismus = griech. ἄνϑρωπος / anthropos: „Mensch“ und μορφή / morphē: „Form, Gestalt“) bezeichnet das Zusprechen menschlicher Eigenschaften auf Tiere, Götter, Naturgewalten)

Ihre Hunde werden völlig vermenschlicht und genau diese vermeidlich menschlichen Eigenschaften, die im Haustier entdeckt werden, gelten als Beleg für den moralischen Wert. 

„Er ist doch wie ein Mensch“ „Guck doch, Bello guckt genauso wie Papa!“ „Er ist wie mein Kind“. 

Das nenne ich anmaßend und pervers, wenn man eine andere Kreatur dadurch zu adeln meint, indem man sie auf das vermeidlich höhere moralische Niveau des Menschen promoviert.

Abgesehen davon, daß ich sicherlich nicht gerade den Menschen als Krone der Schöpfung und übermoralisches Wesen ansehe, demaskiert es die angeblichen Tierfreunde als Tierfeinde, wenn sie ihre Viecher eben nicht als das akzeptieren was sie sind, sondern sie human sozialisieren.

Besonders abartig ist natürlich so etwas wie REITEN, bei dem man ein Tier direkt zum eigenen Vergnügen missbraucht. 
Können sich die ganzen Teenagerinnen, die alle unbedingt dauernd reiten wollen, nicht lieber einen ordentlichen Vibrator kaufen und dafür die Pferde in Frieden lassen?

A propos „innige Beziehung“ zu Tieren: 
In Stelle bei Hamburg sollte nächste Woche die achte „Zeta-Pride“ stattfinden.

Hat man erst mal den Anthropomorphismus mitgenommen, ist der Schritt zur Zoophilie nur noch ein ganz Kleiner.

Das Landheim Stelle liegt malerisch in einem abgeschiedenen Waldstück, mitten drin ein Tagungs- und ein Schlafhaus mit 41 Betten. Die Immobilie gehört der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, Besucher mit christlichem Hintergrund sind deshalb gern gesehen, so etwa Posaunenchöre, Jugend- und Kindergruppen. Zu den Stammgästen zählten bisher aber auch jene vermeintlichen "Hundeliebhaber", die seit fünf Jahren aus ganz Deutschland in den Landkreis Harburg reisen, um miteinander ungestört einige Tage in der Idylle zu verbringen.

Die innige Liebe zum Tier ist zwar oft platonisch aber meistens auch sehr haptisch und daß es dann ab und zu auch auf die nächste Ebene überspringt, wundert mich nicht.

Ich habe heute erst beim Recherchieren entdeckt wie verpönt Zoophilie ist. 
Ähnlich wie Inzest. Das war mir vorher gar nicht klar, weil das zufällig ein Thema ist, welches mir extrem fern ist.

Das erinnert mich an Dr. Alfred Charles Kinseys „Sex-Reports“: Sexual Behavior in the Human Male (1948; deutsch: Das sexuelle Verhalten des Mannes, 1955)
 Vor ca dreihundert Jahren habe ich das mal gelesen und erinnere mich noch, daß ich natürlich NICHT überrascht war von den hohen Zahlen der Masturbanten und Männern mit bisexuellen Neigungen (was man 1948 gar nicht gern hörte!), sondern stolperte auch über die 5%-10% (Zahlen aus dem Kopf zitiert), welche in ihrer Jugend mit Tieren schliefen.

Später habe ich dann verifizieren können, daß es sich offenbar um ein ländliches Phänomen im prüden Amerika handelte.
Wenn Jugendliche derart rigide und sexualfeindlich überwacht aufwachsen, treffen sie sich eben abends mal an den Weidezäunen und poppen eine Kuh.

Für mich ist die nächste Frage, wie das wohl die Kuh findet.

 Aber darauf gab mir die Fernsehserie „Der Doktor und das liebe Vieh“ (engl. „All Creatures Great and Small“ 1977-1990) Aufschluß. 
Denn dort steckten James Herriot und Siegfried Farnon pausenlos ihre ganzen Arme bis zur Schulter hinten in Kühe und Pferde, ohne daß die sich sichtbar davon belästig fühlten.

Ohne jetzt eine Penisgrößen-Debatte anzuzetteln; aber wer einen vollständigen menschlichen Arm ungerührt wiederkäuend wegsteckt, wird ja wohl kaum von einem penetrierenden Penis besonders belästigt werden.
Also alles halb so schlimm? Ich lasse mal das Fragezeichen stehen.

Offensichtlich wird das Problem aber größer, je kleiner das Tier ist. 
Oder umgekehrt formuliert: Am besten wäre es, wenn Zoophile Elefanten und Wale bestiegen.

Die Damen und Herren, die sich seit Jahren in der kirchlichen Einrichtung in Stelle treffen, haben vermutlich keine Wale dabei. 
Ich weiß also nicht was die tun. 
Das Hamburger Abendblatt wandte sich aber an den zuständigen Oberpfaff Röder, der daraufhin
 dermaßen wild assoziierte, daß er auf der Stelle den Zeta-pride rauswarf.

"Wir hatten keine Ahnung, dass dort möglicherweise solche Praktiken stattfinden und es zu ethisch und moralisch verwerflichen Handlungen kommt", sagt Michel-Hauptpastor Alexander Röder.
Das Heim wird seit 35 Jahren von Uwe Harder-Gomolzig verwaltet. Einzelne Mitglieder der Gruppe sind dem 59-Jährigen seit 2007 persönlich bekannt. "Die kamen immer im Frühsommer an, mit vielen Huskys und haben Hundeschlitten-Rennen veranstaltet. Sie waren sehr nett", sagt er. Teilweise hätten sie auch Hunde aus Tierheimen mitgebracht, die sie aufgepäppelt haben. Wie habe er ahnen können, dass es sich "um so eine Gruppe" handelt", fragt Harder-Gomolzig. Das alles habe ihn "kalt erwischt".
Veranstalter der Conventions ist ein Mann mit dem Pseudonym Fjordwolf. 2005 hat der Mann, der in der Nähe von Hamburg lebt, die Organisation des Vorläufers Zetacon übernommen und unter dem Namen Zeta-Pride weitergeführt. "Es ist ein sozialer Austausch unter Gleichgesinnten, die sich aus dem Internet kennen", sagt er. "Wir treffen uns zum Spielen, Unterhalten, Feiern und Grillen."

Spielen, Unterhalten, Feiern und Grillen? 
Klingt ja übel.
Es ist übrigens schwer genaueres zu recherchieren, da die entsprechenden Webseiten meistens abgeschaltet sind. Offenbar ist das etwas ganz Verbotenes.

Für die Nichthamburger ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, daß der Michel-Hauptpastor die prominenteste geistliche Person der Stadt ist. 
Ich bin sicher, daß sein Name sehr viel bekannter, als der der Bischöfe ist.
Skandale sind also unerwünscht.

Offensichtlich schreckten den 51-Jährigen, der am bekannten Elite-Gymnasium Oberalster Abitur machte (wie auch Altbürgermeister Henning Voscherau oder der Bremer Senator und Werder-Manager Willi Lemke) die Bilder in der Hamburger Morgenpost, auf denen „Furries“ zu sehen waren. 

Also Menschen, die gerne „Fursuits“ (anthropomorphe Tierkostüme) tragen.
 Auch genannt „Alf“s: (alt.lifestyle.furry)

Was soll so etwas?

1.1) What is a furry?

        Furry is a word which has probably been asked to do a little
too much work. It has numerous meanings, and it's not particularly
easy to find two people who agree on the precise definition for any of
them. The original two definitions we supplied in the first version of
the FAQ are:

1. an anthropomorphic animal character. i.e. an animal with human
   characteristics.

2. a human who relates strongly, in whatever way, to the idea of the
    characters outlined in the previous definition. This may involve
    anything from a person who simply enjoys viewing furry fanzines or
    films, to someone who actually desires to be a 'real' furry, or
    believe that they are literally a non-human trapped within a human
    form.

        But not all ALF regulars are interested in anthropomorphics.
Some are largely unaware of the 'furry fandom,' or are simply
uninterested in it for a variety of reasons. Most of us who created
ALF were 'fans' of one kind or another, and this coloured our view-
point perhaps more than we realised.
        So, after much discussion, we'd like to add a third
definition, one that tries to include everyone who has made ALF a
home.

3. a person with an important emotional/spiritual connection with an 
    animal or animals, real, fictional or symbolic.

Es gibt eben nichts, was es nicht gibt.

Und im Internet findet man Anleitung wie man den „Furry-Lifestyle“ lebt.

Oberpastor Röder schaudert es aber ganz gewaltig.
 Er spricht von „ethisch und moralisch verwerflichen Handlungen.“ 


Ich gebe zu, daß es nicht gerade üblich ist als Furry rumzulaufen.
Was da sexuell vorgeht, ist mir unbekannt.

Noch lächerlicher sieht die Kostümierung dieser Männer aus:

 



Und was in Christlichen Kirchen an sexuellem Missbrauch geschieht, ist hinreichend bekannt.

Freitag, 1. Juni 2012

Impudenz des Monats Mai 2012.



Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Heute wird mal wieder eine Einzelperson geehrt, obwohl auch Piraten und Linke gut im Rennen lagen.

Gewonnen hat aber Dr. Manfred Lütz, der Kölner Fach-Theologe für Wahnsinn und Umnachtung.
Er ist die Impudenz des Monats Mai!
Lütz ist für Talkshows sowas wie Nina Hagen auf katholisch. „Bereichert“ er eine Runde, kann man sich genüsslich zurück lehnen und herzlich lachen.
Ein oberflächliches Amüsement. 
Die Vorstellung, daß dieser Mann auch noch als Psychiater arbeitet, läßt einem das Blut in den Adern gefrieren.
Ob es im Alexianer-Krankenhaus in Köln, welches er leitet, einst eine Kuckucksnest-Rochade gab? Daß also Patienten und Ärzte vertauscht wurden, ohne daß es auffiel?

Da er auch Mitglied des Päpstlichen Rates für die Laien, Mitglied im Direktorium der Päpstlichen Akademie für das Leben und Berater der Vatikanischen Kleruskongregation ist, spricht viel dafür, daß der mit einer Hochadeligen verheiratete Ratzingerianer schon lange nicht mehr alle Murmeln beisammen hat.

Die Einschläge der geistigen Umnachtung passieren inzwischen in immer höherer Frequenz.
Einige Lütz-Erkenntnisse:

Vor zwei Jahren schaltete er sich mit einem Meinungsartikel im FAZ-Feuilleton in die Debatte um die sexuellen Missbräuche durch katholische Priester ein. 
Klar war für ihn:
Die öffentliche Aufregung darüber sprenge jedes Maß!

Nun hat die Deutsche Bischofskonferenz im Jahre 2002 Leitlinien erlassen, nach denen alle Diözesen ein klares Prozedere eingeführt haben. [….] Mit Erfolg. Auch die engagierte Offenheit der Presse gegenüber, die jetzt der Leiter des Berliner Canisiuskollegs an den Tag legte, entsprach dieser Linie.  Reduziert man das derzeitige aufgeregte Rascheln im deutschen Blätterwald auf seinen Kern, so zeigen die jetzt bekanntgewordenen Altfälle aus den siebziger und achtziger Jahren nur erneut, wie wichtig die vor einigen Jahren getroffenen Maßnahmen sind. Wirkliche Neuigkeiten sind das nicht. Es hat sozialpsychologische Gründe, wenn dennoch die öffentliche Aufregung alle Grenzen sprengt. In unserer „vaterlosen Gesellschaft“ [….]  wächst der katholischen Kirche eine wenig attraktive Rolle zu. [….]
Vor allem die obrigkeitsfrommen Deutschen, denen ihre Kaiser und Führer ein für alle Mal abhandengekommen sind, umschleichen diese Leerstelle und haben in der katholischen Kirche ein Ersatzobjekt des Protestierens gefunden. Dass an der Spitze dieser Kirche auch noch Männer stehen und ganz an der Spitze ein Heiliger Vater, erleichtert die Projizierung aller nichtgelebten Vaterkisten, aller nachgeholten Pubertät, allen nicht addressierbaren Protestes auf eine Institution, die sich zu Normen bekennt und ihre historische Identität nicht leugnet.
Sex ist das Lieblingsthema der Pubertät, und pubertär wirken tatsächlich nicht selten die Debattenbeiträge von sonst ganz erwachsenen Zeitgenossen, wenn es gegen die Kirche geht. Da ist manch einem selbst die alte Machothese „Sex muss sein“ nicht zu schade, um den Zölibat anzugreifen. [….]
Die linke Szene hätschelte die Pädophilen. Bevor sich Jan Carl Raspe in die RAF verabschiedete, pries er 1969 im „Kursbuch“ die Kommune 2, in der Erwachsene Kinder gegen deren Widerstand zu Koitierversuchen brachten. Bei den Grünen gab es 1985 einen Antrag auf Entkriminalisierung von Sex mit Kindern, und noch 1989 erschien im renommierten Deutschen Ärzteverlag ein Buch, das offen für die Erlaubnis von pädosexuellen Kontakten warb. In diesen Zeiten wurde insbesondere die katholische Sexualmoral als repressives Hemmnis für die „Emanzipation der kindlichen Sexualität“ bekämpft.
[….] In der derzeitigen Debatte wird gewöhnlich der gesellschaftliche Kontext ausgeblendet und die katholische Kirche isoliert als Sündenbock für all die abseitigen und skandalösen Träume vom Kindersex gebrandmarkt, die in alternativen Kreisen vor vierzig Jahren geträumt wurden. Kirchenkritiker und auch manche Kirchenvertreter ergreifen die willkommene Gelegenheit, ihre üblichen Platten aufzulegen: Die kirchlichen Strukturen, die Sexualmoral, der Zölibat seien schuld. Doch das ist nichts anderes als unverhohlener Missbrauch mit dem Missbrauch, vor allem aber gefährliche Desinformation, die Täter schützt.
 (Manfred Lütz 11.02.10)

(Wußte ich's doch: Wenn ein Priester einen Messdiener penetriert, sind daran nur die ausgeflippten 68'erSchuld.)

Trotz seiner unermüdlichen Tatshowtätigkeit mußte der 58-Jährige entsetzt feststellen, daß es immer noch einige Herz-versteinerte Widerborstige gibt, die leugnen, daß es Gott gibt. 
Dabei lägen die Beweise doch klar auf der Hand.

Nach 2000 Jahren Unklarheit schwingt sich Dr. Lütz mit seinem bahnbrechenden Buch
 „Gott: Eine kleine Geschichte des Größten“ 
zum ultimativen Evangelisten auf. Er wird allen ketzerischen Zweiflern die Existenz Gottes beweisen, auf daß wir alle Christen werden. 
Explizit an die Ungläubigen richtet er seine finale Bekehrungsschrift. 
Und das geht so:

Gott existiert! Das ist für Manfred Lütz kein persönlicher Glaube, sondern Wahrheit. […] Mit seinem Versuch, Atheisten zu Gott zu führen, tut er nach seiner Vorstellung ein gutes Werk. Denn "wer denkt, Atheismus sei eine lustige Sache, der hat sich geirrt", meint Lütz. So stellt er eine zunehmende Angst in unserer Gesellschaft fest, die auf die Enge unseres Lebens zurückzuführen sei.
[…] Mit Gottesbeweisen aus unterschiedlichsten Zeiten und Bereichen will der Psychiater und Theologe die Existenz Gottes belegen. […] So würde auch aus naturwissenschaftlicher Perspektive nicht alles auf der Welt notwendig passieren. Wäre also ein Eingreifen Gottes möglich. Quantensprünge zum Beispiel seien Phänomene, die keiner Gesetzmäßigkeit folgten. […]  "Warum rauben Sie keine Bank aus, wenn Sie sicher sein können, dass man Sie nicht erwischt?", fragt er. Der Gläubige könne die Bank nicht ausrauben, da seine Religion ihm Werte vorgebe und er Rechenschaft vor einem höheren Wesen abzulegen hätte.
Für den Atheisten sei es dagegen unvernünftig, eine Bank nicht auszurauben.

Logisch. 
Als Atheist hat man keine Moral und muß sich nicht vor dem Jüngsten Gericht fürchten. 
Daher ist es für uns nur logisch kriminell zu sein. Nur Polizei und Justiz, also die Angst erwischt zu werden, halten uns davon ab Tag und Nacht zu rauben, morden und vergewaltigen.

Unter Christen hingegen ist Kriminalität unbekannt. 
Ihre natürliche Gottesfurcht bewahrt sie vor amoralischen Verhaltensweisen.

Diese Woche nun erklärt uns der Psychiater und Theologe des Vatikans wie schädlich es ist gesund sein zu wollen.
 Da Atheismus eine trostlose Angelegenheit sei, versuchten die Ungläubigen Ersatz zu schaffen und ihr irdisches Dasein möglichst in die Länge zu ziehen.

Lütz: Viele Leute glauben nicht mehr an den lieben Gott, sondern an die Gesundheit. Früher hat man gefastet, um in den Himmel zu kommen. Heute fastet man, um möglichst spät und möglichst gesund in den Himmel zu kommen. Die uralte Sehnsucht des Menschen nach ewigem Leben, nach ewiger Glückseligkeit ist unverändert. Aber da man sich zumindest in Mitteleuropa angewöhnt hat, auf den eigenen spirituellen Wurzeln, also auf Christentum und Kirchen, herumzutrampeln und sich mit Buddhismus aus der Dose begnügt, geht die Sehnsucht ins Leere. [….]
Die Bewältigung dieser Todeserfahrung war bisher Aufgabe der Religion. In einer so religionsmüden Situation, wie wir sie im Moment in Mitteleuropa haben, fehlt vielen der Trost des Christentums. Deshalb äfft man Religion nach. Wie beim Ablasshandel hofft man auf den Segen des neuen Doktors und tut gute Werke für die Gesundheit. [….]  Die Menschen leben ja heute kürzer als im Mittelalter. Der mittelalterliche Mensch lebte sein diesseitiges Leben plus das ewige Leben. Psychologisch war der Tod für ihn nur ein Durchgangspunkt zum ewigen Leben. Doch heute ist für viele Menschen das Leben zusammengeschnürt auf diese kurze irdische Lebenszeit. Im Wartesaal des Lebens ist der Tod ausgebrochen, der endgültige Tod ohne Wenn und Aber. Und das führt zu dieser gesundheitsfrommen Hektik.
(Die Presse 27.05.12)

Unglücklicherweise wählte die Impudenz des Monats Mai für sich nicht den Zölibat, sondern bummerte mehrfach sein Eheweib Isabelle Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg an, so daß seine bedenklichen Gene in die nächste Generation gestreut wurden.

Seine allerneueste Erkenntnis verriet das Hirn unter den Theologen der Katholischen Nachrichtenagentur:

Joseph Ratzinger zeichne sich durch besondere Liberalität aus!

Lütz: „Über das Katholische befindet letztlich nur der Papst. Und der verhält sich bekanntlich wenig exkommunikatorisch. Für mich ist das durchaus eine Form von Liberalität.“
(KNA 27.Mai 2012)

Es ist beruhigend zu wissen, daß der Vatikan so gute Berater wie Manfred Lütz hat!

Donnerstag, 31. Mai 2012

Einfluss



Manche Weisheiten verlieren mit der Zeit ihre Berechtigung.
„Amerika, du hast es besser“ gilt jedenfalls nicht mehr für Parlamentarier.
Um seinen Sitz im Kongress zu behalten, braucht ein Politiker mindestens eine Million Dollar. 
Das bedeutet für ihn jeden Tag Fundraising zu betreiben. Viele Stunden täglich müssen Spender angebettelt werden, um die Wahlkampfkasse zu füllen. Viel Zeit für die eigentliche politische Arbeit - beispielsweise für Gesetzestexte - bleibt da nicht. Stattdessen wird eine Geldsammlung nach der nächsten organisiert.

Mindestens zwanzig dieser Veranstaltungen finden täglich in Amerikas Hauptstadt und im Rest des Landes statt, schätzen die Experten der Sunlight Foundation, die auf www.politicalpartytime.org Einladungen zu diesen Events ins Netz stellen. Es ist also kein Geheimnis, dass es zwischen 1000 und 2000 Dollar kostet, um mit dem Demokraten Mark Critz ein Baseball-Spiel zu sehen (hier die Einladung) oder mit Senator John Thune ein Konzert von Van Halen zu besuchen (Einladung hier).    Der Druck, der auf den Abgeordneten lastet, ist enorm: Das Repräsentantenhaus wird alle zwei Jahre gewählt, und wer seinen Sitz verteidigen will, benötigt mindestens eine Million Dollar. […] "Heute verbringt ein Abgeordneter mehr als die Hälfte seiner Zeit mit Fundraising", sagt Craig Holman von der Nichtregierungsorganisation Public Citizen im Gespräch mit Süddeutsche.de. […]
Allein im Jahr 2010 wurden in den USA 3,5 Milliarden Dollar für Lobbying ausgeben. Die Summen, die von außen in den Wahlkampf gepumpt wurden, stiegen um 427 Prozent, hat das Center for Responsive Politics dokumentiert, eine in Washington ansässige, gemeinnützige Organisation.

In Deutschland haben es die Abgeordneten etwas besser, da es hier kein Mehrheitswahlrecht gibt und dementsprechend die Parteien und ihre Wahllisten darüber entscheiden, wer ins Parlament gelangt.
Für seinen Bundestags- oder Landtagssitz muß man also lediglich Partei-intern mauscheln und das geht fast ohne Geld.
„Gespendet“ wird in Deutschland stattdessen für die Parteien insgesamt. Das ist also für den einzelnen Abgeordneten wesentlich weniger aufwändig.

Für die Firmen und Lobbyisten, die ihre Interessen durchsetzen wollen ist es allerdings egal, ob es ein Parteiensystem wie in Deutschland, oder eine Individual-System wie in Amerika gibt: 
Sie geben Geld aus, um sich die Abgeordneten zu kaufen.
Mehr oder weniger subtil.

Besonders umschwärmt sind die Gesundheitspolitiker, die von den milliardenschweren Lobbyisten mit einem Ampelsystem klassifiziert werden: 

Grün = ist bestechlich
Gelb = kann möglicherweise gewonnen werden
Rot = Stimme ist nicht käuflich.

In die Kategorie „rot“ rutschte sich der bekannteste SPD-Mann auf diesem Gebiet, Prof. Karl Lauterbach selbst, indem er konsequent jede Einflussnahme, jedes Geschenk, jede Urlaubseinladung etc an Politmagazine wie „Panorama“ oder „Monitor“ weiterleitete.
Nichts fürchten Pharmaindustrie, Krankenhausbetreiber, Apothekenverbände und Ärztefunktionäre mehr als Transparenz. So hörten die schönen, teuren Geschenke an Lauterbach ziemlich schnell auf.

Ob Lauterbach damit zu einer Majorität der Abgeordneten oder einer Minorität gehört, weiß ich nicht, da es niemand an die große Glocke hängt, wenn er „Vergünstigungen“ von Lobbyisten annimmt.

Wenn man aber hört, daß allein im Verteidigungsausschuss ein Viertel der Mitglieder Rüstungslobbyisten sind, kann man annehmen, daß nicht sehr wenig Volksvertreter eigentlich etwas anderes vertreten.

Das Schöne ist, daß Deutschland sich bis heute weigert Abgeordnetenbestechung unter Strafe zu stellen. Da kann die Korruption so richtig schön gedeihen.

Am Mittwoch ging es in Berlin bei einer Veranstaltung des Wissenschaftsforums des Bundestags um 'Das Problem von strafrechtlicher Immunität und Korruption von Amtsträgern im europäischen Vergleich'. Korruption, so die Grundeinstellung vieler Zuhörer, ist in Osteuropa zu Hause, allenfalls noch in Griechenland. Falsch, sagte der Referent Tilman Hoppe, promovierter Jurist, Mitarbeiter der Bundestagsverwaltung und derzeit für die Leitung eines Anti-Korruptionsprojekts an den Europarat ausgeliehen. Die Wahrnehmung der Deutschen sei, dass Korruption hierzulande nur in geringem Maße vorzufinden sei. 'Tatsächlich ist sie stärker als in Kroatien oder Georgien', versicherte Hoppe.    Und mittendrin steckt der Deutsche Bundestag. In Umfragen habe sich gezeigt, dass die Menschen im Lande die Institution Bundestag für weitaus korrupter hielten als Polizei und Justiz, referierte Hoppe. Zu diesem Image trage auch die Immunität der Parlamentarier vor strafrechtlicher Verfolgung bei. 'Weitreichende Immunitäten nähren den Verdacht auf Korruption', sagte Hoppe.
[…] Bislang, so Hoppe, steht Deutschland im internationalen Vergleich schlecht da, was Korruptionsbekämpfung angeht. Nach geltendem Recht ist in Deutschland nur der 'Stimmenkauf' strafbar, wenn sich also Parlamentarier ihr Votum im Plenum oder in einem Ausschuss bezahlen lassen. Bekannt gewordene Parteispendenskandale endeten bisher allenfalls in Verurteilungen wegen Steuerhinterziehung.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Amoral


Weiß einer eine gute Bank?
Also ich nicht.
Ich habe derzeit Girokonten bei zwei Banken und mit beiden habe ich so schlechte Erfahrungen gemacht, daß ich eigentlich wechseln möchte. Wenn ich nur wüßte wohin.
Sympathisch ist mir kein Institut.

"Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? 
Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? 
Was ist die Ermordung eines Mannes gegen die Anstellung eines Mannes?" 
- Die Dreigroschenoper

Ich will ja keine Namen nennen, aber besonders nervig ist die Deutsche Bank, die scheinbar inzwischen auch gemerkt hat, daß die kleinen Privatkunden alle davon rennen und sich nachdem sie die Hälfte der Filialen geschlossen und das Personal und den Service zusammengestrichen hat, nun fragt woran das wohl liegen könnte.

Um diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, mußte ich nun schon mehrfach vor Benutzung des Banking-Terminals (an dem ich die Arbeit SELBST mache, für die ich die Bank bezahle) eine Befragung zur Kundenzufriedenheit mitmachen.
Perfide Masche. 
Denn wenn man ehrlich ist, also bestätigt, daß man höchst unzufrieden ist, folgt die Strafe auf dem Fuße - nämlich eine Einladung zum Kundengespräch, oder zumindest ein Anruf vom Kundenberater.
Was ist das denn für eine in Schilda geborene Idee?

Weil die sich nicht vorstellen können, wie ein Bankkunde zufrieden sein kann, soll ich extra dahin fahren und deren Job erledigen?
Allerdings ist mein Rückgrat bedauerlicherweise noch zu sehr ausgeprägt, um immer „Ja, ich bin voll und ganz zufrieden“ anzuklicken - damit ich meine Ruhe habe.

Es wäre jetzt unspannend mich in Details über Gebühren, Öffnungszeiten, Überziehungszinsen, etc auszulassen. 
Diese Antworten fand auch der mich anrufende Bankmensch nicht interessant.
Beim nächsten „wie kommt es denn bloß, daß sie nicht voll und ganz zufrieden mit uns sind?“-Anruf, sagte ich nur „Ackermann und Jain!“ und verwies auf die SPIEGEL-Titelgeschichte über die beiden, die just an dem Tag erschienen war.

Da war er baff.
Daß es einen Bankkunden interessieren könnte, wie die Führung des Instituts politisch tickt, war ihm ganz neu. "Sie sind der erste, der das erwähnt!"

Vielleicht bin ich auch einfach nur verrückt. 
Aber ich kaufe auch meine Autos nach politischen Gesichtspunkten. 
Wenn man schon mal so viel Geld ausgeben muß, sollte man auch seine Marktmacht zeigen und nicht gerade den Konzern (wie zum Beispiel einen gewissen Bayerischen) unterstützen, der jedes Jahr Millionen an die CDU spendet.

Und auch wenn es nur um Cents geht: Es stört mich gewaltig zu wissen, daß jede Überweisungsgebühr, die ich zu zahlen habe, letztendlich unter anderem in Herrn Ackermanns Privatschatulle landet und er dann mit Frau Merkel Geburtstagssausen im Kanzleramt veranstaltet.

Ich will auch keine Bank oder keinen Autokonzern unterstützen, der mit Waffendeals und Rüstungsexporten zu tun hat oder die Kirche unterstützt.

Bis heute habe ich nicht ein einziges mal etwas auf Ebay ge- oder verkauft, weil ich weiß, daß die langjährige und ultrareiche Chefin Meg Whitman, selbst GOP-Mitglied, Millionen aus den Erlösen an die US-Republikaner hinüber schaufelt.

Und Ackermann ist eher noch schlimmer.

Er habe den Ruf der Bank 'mit der Finanzierung von ökologisch und sozial unverantwortlichen Geschäften massiv beschädigt', kritisierte am Dienstag das Bündnis 'Andere Banken braucht das Land'. Es wird getragen von fünf Organisationen. Ihre Kritik richtet sich gegen die Finanzierung von Atom- und Rüstungsgeschäften sowie die Förderung der Spekulation mit Nahrungsmitteln.
(SZ 30.05.12)

In der SZ ist diese „Ackermann-Bilanz“ immerhin eine kleine Meldung auf s. 26.
Die meisten anderen Blätter erwähnen es gar nicht.

Für Informationen muß man in Blogs oder direkt zu den NGO-Webseiten gehen.

Allein zu den fünf weltweit größten Waffenherstellern und Exporteuren unterhält die Deutsche Bank Geschäftsbeziehungen in einer Größenordnung von über 3 Mrd. Euro. Die Geschäftsbeziehungen zu Streumunitionsherstellern summieren sich derzeit – und trotz mehrfacher Ausstiegsbeteuerungen seitens der Bank – auf 500 Mio. Euro. „Waffenhandel führt häufig zu Verstößen gegen Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht und fördert Korruption“, warnt Küchenmeister und verweist darauf, dass die Deutsche Bank der wichtigste Geschäftspartner der Herstellerfirmen des Kampfpanzers Leopard 2 ist, der an Saudi-Arabien geliefert werden soll. Die Financial Times Deutschland bezeichnete den Nachhaltigkeitsbericht des deutschen Bankenprimus als „unsägliche Augenwischerei“.

Beim Beackern der Finanzmärkte hat er jedoch viel verbrannte Erde hinterlassen. Der Ruf der Bank ist schwer beschädigt: Immobilienskandale in den USA; wachsende Präsenz in Steueroasen, in denen Milliarden Steuergelder verschwinden; spekulative Zinswetten, die Kommunen und Mittelständler in den finanziellen Ruin treiben; Agrarfonds, die auf steigende Nahrungsmittelpreise setzen und den Hunger von Millionen Menschen duldend in Kauf nehmen; Unternehmensfinanzierungen und Beteiligungen an Atom-, Kohle- und Rüstungsunternehmen, die die Umwelt und die Gesundheit von hunderttausenden Menschen aufs Spiel setzen.

[…]   Etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern. In einigen Ländern müssen Menschen bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben – wird Essen teurer, entsteht Hunger. Finanzmarktspekulationen mit Nahrungsmitteln sind daher unverantwortlich: Durch Wetten auf Agrar-Rohstoffe wie Mais oder Weizen treiben Investmentbanken die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe. Ein Problem, das uns alle angeht: Für die Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino wird auch Geld eingesetzt, das Verbraucher in Publikumsfonds, Lebensversicherungen oder Stiftungen investieren.
Die Zusammenhänge hat foodwatch in dem Report „Die Hungermacher – Wie Deutsche Bank, Goldman Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Nahrung spekulieren“ aufgezeigt.

[…]  Nach aktuellen Recherchen gehören die weltweit führenden Waffenhersteller allesamt zum Kundenkreis der Deutschen Bank. Die Top 5 – die vier US-amerikanischen Firmen Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, General Dynamics und das britische Unternehmen BAE Systems – stellen dabei nicht nur konventionelle Waffen aller Art her, sondern sind u.a. auch alle an der Produktion bzw. der Weiterentwicklung von Massenvernichtungswaffen wie Atomwaffen beteiligt. Darüber hinaus beliefern sie teils in großem Umfang die Streitkräfte in den Konfliktregionen dieser Welt, wie z.B. in Afghanistan, Indien, sowie die Golfstaaten Irak, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

[….]   Auf Druck von Nichtregierungsorganisationen haben zahlreiche Banken Streumunitionshersteller auf den Index gesetzt.
Nicht so die Deutsche Bank: Trotz zunehmender Kritik hielt sie jahrelang unbeirrt an ihren Streumunitionskunden fest. Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank im Mai letzten Jahres schien dann eine Wende in Sicht. Branislav Kapetanovic, selbst ein Opfer von Streumunition, rief die Bank dazu auf, sich aus diesem todbringenden Geschäft zurückzuziehen. Deutsche-Bank-Chef Ackermann zeigte sich  betroffen: „Streumunition finde ich persönlich auch nicht gut.“ Er versprach das Engagement der Deutschen Bank in diesem Bereich zu überprüfen. Im November lancierte die Deutsche Bank dann das lang erwartete Statement und verkündete, sie werde die Geschäftsbeziehungen zu Streumunitionsherstellern einstellen. Am Rande seiner letzten Bilanzpressekonferenz Anfang Februar 2012 bestätigte Ackermann höchstpersönlich nochmals, dass „...die Deutsche Bank aus dem Geschäft mit Streumunition ausgestiegen ist ...“
Doch – zu früh gefreut, denn die Realität sieht leider anders aus:
In den vergangenen zwei Jahren versorgte die Deutsche Bank Hersteller von Streumunition mit Krediten  und Anleihen in einer Größenordnung von fast einer Mrd. Euro. Die gegenwärtigen Beteiligungen der Deutschen Bank an den Herstellern belaufen sich auf über 400 Mio. Euro.
Und selbst nach der über die Presse lancierten Ausstiegserklärung im November 2011 schloss die Deutsche Bank neue Anleihe- und Kreditgeschäfte mit unterschiedlichen Herstellern von Streumunition in Höhe von mindestens 126 Mio. Euro ab. Zudem erwarb sie fast 7,5 Mio. zusätzliche Aktien dieser Unternehmen. Nur einen Tag (3. Februar 2012) nach Ackermanns Ausstiegserklärung auf der Bilanzpressekonferenz vergab die Deutsche Bank dann auch noch einen Kredit in Höhe von 47,5 Mio. Euro an den US-Streumunitionshersteller L-3 Communications.


Eins immerhin verwundert nicht.
Man ahnt wieso sich Herr Ackermann und die Kanzlerin (unter der deutsche Rüstungsexporte geradezu „explodierten“) so gut verstehen.

Es wächst zusammen, was zusammen gehört.

Wenn es um Töten und Morden und Verstümmeln und Unterdrücken geht, sind Guido und Angie, für die das Christentum Maßstab ihres Handelns ist, immer gern behilflich.

 Bei Dutzenden Reisen seit 2009 haben sich Kanzlerin Angela Merkel und andere Kabinettsmitglieder von hochrangigen Vertretern der Rüstungsindustrie begleiten lassen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.
 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Mitglieder ihres Kabinetts lassen sich bei Auslandsreisen regelmäßig von Rüstungslobbyisten begleiten. Wie aus einer dem Tagesspiegel vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, gehörten seit der Wahl 2009 bei zehn Reisen Vertreter von Unternehmen zur Merkel-Delegation, die Produkte im Sinne des Kriegswaffenkontrollgesetzes herstellen. Ziele waren beispielsweise die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, Indien, Angola, Kenia und Nigeria.
[…]   Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nahm seit 2009 bei Reisen in 16 Länder Rüstungslobbyisten mit, etwa in den Jemen, nach Saudi-Arabien und nach Indien. Bei Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gehörten sie auf den Touren nach Brasilien, in die Türkei und nach Indien zur Delegation, bei dessen Nachfolger Philipp Rösler (FDP) im Oktober 2011 nach Libyen. Aufgelistet wurden von der Regierung nur Firmenvertreter, die an der jeweiligen Reise „ein erkennbares sicherheitspolitisches Interesse“ hatten. […]
Der Linken-Bundestagsabgeordnete Jan van Aken zeigte sich „total überrascht“ darüber, „wie viele da mitfahren“. Nach seiner Auffassung kann der Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern zwischenstaatliche Konflikte auslösen oder verschärfen, sich verheerend auf die Menschenrechtslage im Empfängerland auswirken.

 Übrigens ist der Verteidigungsausschuss des Bundestages regelrecht von Rüstungslobbyisten durchseucht.

„Dass Abgeordnete ihre Lobbytätigkeiten nicht für offenlegungspflichtig halten, illustriert die bedenklich enge Verzahnung von Parlament und Lobbygruppen“, kommentiert Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die Erklärungen von fünf Mitgliedern des Verteidigungsausschusses zu ihren bisher nicht veröffentlichten Verbindungen zur Rüstungslobby. Schäfer erklärt weiter:
„Ausgewiesene Vertreter der Rüstungslobby stellen offenbar mittlerweile fast ein Viertel der ordentlichen Mitglieder des Verteidigungsausschusses. Mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Kossendey sind sie gar in die Leitungsebene des Verteidigungsministeriums vorgestoßen. Das ist eine erschreckende Quote.
Das Verschweigen solcher Verbindungen mit der Rüstungslobby ist keine lässliche Sünde: Angesichts der schwindelerregenden Summen, die für neue Rüstungsprojekte bereitgestellt werden und der großzügigen Vertragsauslegungen bei Lieferverzug und Nachbesserungen haben die Wähler ein Recht darauf, zu erfahren, wer als Vertreter der Steuerzahler und wer als Sachwalter der Rüstungsindustrie abstimmt. Die Fraktion DIE LINKE fordert daher den Bundestagspräsidenten dringend auf, die geltenden Transparenzregeln scharf durchzusetzen und Sanktionsmöglichkeiten zu prüfen, statt Nachmeldungen stillschweigend zu Protokoll zu nehmen.“
(PM Paul Schäfer 07.08.2009)

Ich empfehle die Bundestagsrede des ehemaligen Greenpeace-Aktivisten und Biowaffeninspekteurs für die Vereinten Nationen Jan von Aken.

Dienstag, 29. Mai 2012

Erspar‘ mir dein Mitgefühl




Das war schon komisch, als dem damaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die Hutschnur hochging und er das Diktum ausgab, keiner der mit Steuermitteln vor dem Konkurs geretteten Banker dürfte mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen. 
„Und keine Boni!“ schob er grollend nach.

Ich bin übrigens überzeugt davon, daß Steinbrück dieses Ansinnen sehr ernst meinte.
 Durchhalten ließ es sich dennoch nicht. Die CDU-Ministerpräsidenten von Beust und Oettinger scherten schnell aus und schissen ihre debakulierenden Landesbanker wieder mit siebenstelligen Summen zu.
Darauf angesprochen verkündeten sie nonchalant, für läppische € 500.000 bekäme man eben niemanden.

Das Doppelte des Verdienstes des Bundesfinanzministers ist für einen Banker der Landesebene noch so wenig, daß er den Job gar nicht erst antreten würde. Interessant.

Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff "Notleidende Banken", das Unwort des Jahres 2008.

Der Begriff stelle "das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf", begründete Schlosser die Wahl seines Gremiums. Die Banken samt ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise herbeigeführt worden sei, würden mit dem Ausdruck "notleidende Banken" zu Opfern stilisiert, erläuterte Schlosser. Tatsächlich sei aber der Steuerzahler das Opfer, der die Milliardenkredite mittragen müsse. Gleichzeitig gerieten ganze Volkswirtschaften in arge Bedrängnis.
(Spon 20.01.2009)

Interessanterweise ließ sich nicht rekapitulieren, wer das Unwort erfunden hatte. 
Es war wie so oft bei der Herden-Journalie: Völlig unreflektiert plapperten alle allen nach. 
Jeder schrieb den Schwachsinn ab und bewies damit die Unfähigkeit zu kritischem Denken. 
Bei dem noch übleren Unwort „Dönermorde“ war es dann wieder genauso.

Opfer und Täter werden gerne mal verwechselt. 

Damit sind wir auch schon bei der katholischen Kirche, die sich bis heute voller Verständnis und Milde den Männern in ihren Reihen zuwendet, die kleine Jungs vergewaltigt haben, während sie von ihren Opfern lieber nicht so gerne hören.

Maximal € 5000 Euro Schmerzensgeld - einmalig - erhält ein Opfer eines Pädopastors - auch wenn es hundertfach vergewaltigt wurde.
Für die Täter, die Vergewaltiger wird diese Summe eher monatlich ausgegeben - Pension, Therapie…

Auch die Kirche insgesamt versteht es sich als Opfer darzustellen. 

Die deutschen Großkirchen mit ihren 50 Millionen Mitgliedern und staatlichen Zuwendungen in Milliardenhöhe beklagen sich lautstark über die etwa 10.000 organsierten Atheisten in Deutschland. 

Geradezu perfide ist die Abteilung „Kirche in Not“, mit dem sich die über zwei Milliarden organisierten Christen, die in ihrer Geschichte etwa 16.000 Kriege und Dutzende Genozide angezettelt haben, als unterdrückte Unschuld darstellen.

 KIRCHE IN NOT ist ein pastorales Hilfswerk päpstlichen Rechts. Wir helfen verfolgten, bedrängten und notleidenden Christen weltweit ... damit der Glaube lebt!

Unter dem historischen Stichwort „Christenverfolgung“ beklagen organisierte Religiöse wehleidig, wie wenig sie in einigen Gegenden der Welt gelitten sind.

Christen - die am meisten verfolgte religiöse Gruppe
“Deshalb ist es unsere Verpflichtung, für unsere verfolgten Brüder und Schwestern einzustehen, im Gebet, mit Finanzen und auch politisch. Wir können dankbar sein, dass wir unseren Glauben hier so frei leben dürfen.” Volker Kauder im August 2011

Wie mag das angehen, daß die Christen in Syrien als eifrigste Unterstützer des Kuschel-Diktators Assad irgendwie nicht richtig beliebt sind?

Aus dem Vatikan kommt nur Butterweiches zu dem Schlächter in Damaskus. 
Da muß jeder gewöhnliche Priester, der es wagt mit einem protestantischen Kollegen ein Abendmahl zu feiern, mit härteren Worten aus Rom rechnen.

Der Päpstliche Nuntius in Ägypten und bei der Arabischen Liga hat in Istanbul an den Beratungen der sogenannten „Freunde Syriens“ teilgenommen. Dabei forderte Erzbischof Michael Fitzgerald, einen Ausweg aus der „Logik der Gewalt“ zu suchen. Wörtlich meinte er in seinem Statement: „Es ist nicht zu spät, um mit der Gewalt zu brechen!“  […] Der Nuntius machte deutlich, dass der Heilige Stuhl vor allem auf Diplomatie setzt: Die Syrien-Mission von Kofi Annan sei „ein Hoffnungsstrahl“, sie könne „auf Syriens langer Geschichte friedlicher Koexistenz zwischen Religionen und Völkern aufbauen“, und auch die Syrer selbst dürften dieses Erbe jetzt nicht aus dem Blick verlieren, wenn sie versuchten, „legitime Bedürfnisse zu befriedigen“.

Den Christen geht nämlich der Arsch auf Grundeis. Denn Assad ist ihr Beschützer.
Für Katholiken in Syrien gilt Codex Iuris Canonici, also der Codex des kanonischen Rechtes (= Gesetzbuch der katholischen Kirche).
Wo man schön katholisch bleiben kann, will sich die Organisation des Joseph Ratzinger nicht an einem kleinen Bürgerkrieg stören, nur weil Hunderttausende fliehen, Myriaden verletzt und Tausende abgeschlachtet werden.

Beachtlich ist auch die ecclesiogene Fähigkeit ausgeprägt sich als bettelarm darzustellen.

Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein
Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Matthäus 19,24

Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe,
denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.
Markus 10,25

Es ist leichter, daß ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr,
denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.
Lukas 18,25

Abgesehen davon, daß das ein Übersetzungsfehler ist* - ist es offensichtlich, daß der Chef der größten Protz- und Prunkentfaltungskirche der Geschichte der Erde mit seinen milliardenschweren Vatikanbankvermögen und Kunstschätzen, sich nicht so ganz nach den Sprüchen dieser Art richtet.

Das Lob der Armut ist in Sonntagspredigten immer willkommen. 

Mit Armen mag sich der Papst aber nicht persönlich treffen.
Zu sprechen ist er eher für diejenigen, die vorher € 10.000 oder besser € 100.000 als „Spende“ überweisen.

Gold und Silber lieb ich sehr, singt der Papst abends frohlockend in seinen Gemächern, während seine Diener die mit echtem Gold durchwirkten handgestickten Prunkgewänder wegräumen, die er jeweils nur einmal trägt.

Das kostet schon einiges.

 Und das sind wichtige Ausgaben, jedenfalls wichtiger als Nahrungsmittelspenden, um die 30.000 jeden Tag elendig verhungernden  Kinder vor diesem Tod zu bewahren.
Geld abgeben kann Ratzis Organisation aber nicht, da sie nur darauf konditioniert ist reicher zu werden und die Schätze zu behalten.
Zurück gegeben wird grundsätzlich nichts.
Durch Sklaverei, Betrug, Reliquien- und Ablasshandel, Simonie, Prostitution, Subventionen, Ämterkauf, Leibeigenschaft, Titel- und Segen-Verkauf, Urkundenfälschung, Erbschleicherei und den Zehnten ist so einiges auf der Haben-Seite des Vatikans gelandet.
Beispiel Deutschland:

Die Kirchensteuer ist die Haupteinnahmequelle der katholischen Kirche in Deutschland. Aber sie stellt nur knapp 50 Prozent der Einnahmen der 27 Bistümer. Die Gesamteinnahmen sind sehr viel höher.
Fast unbekannt ist, dass die Kirche jede Menge Anteile an Versicherungen und Wohnungsbaugesellschaften hält. Die Aachener Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft etwa, die hauptsächlich den Bischöfen aus Köln, Münster, Paderborn und Aachen gehört, besitzt 23 000 Wohnungen. Der Vermögenswert beläuft sich nach Schätzungen auf knapp drei Milliarden Euro.
Ein zweites Beispiel: Die ehemalige Volkshilfe Lebensversicherung der Caritas. Seit sie mit der Aachener und Münchener Lebensversicherung verschmolzen ist, weiß kaum jemand, dass schätzungsweise zwei Drittel der Kapitalanlagen von AM kirchlichen Rechtsträgern zuzuordnen sind. Auch hier geht es um Milliarden Euro.
Weniger bekannt ist auch, dass die katholische Kirche nach Staat und Adel der größte Grundbesitzer in Deutschland ist; das steht schließlich nicht auf jedem Grundstück oder Waldstück drauf.
Bekannt dagegen sind zum Beispiel ihre Beteiligungen an kirchlichen Banken: Die Kölner Pax-Bank etwa hat es als Tresor des angeblich reichsten Bistums der Welt zu einiger Bekanntheit gebracht, auch die LIGA Spar- und Kreditgenossenschaft ist katholisch.

Der Vatikan ist von allen Kirchengliedern das Reichste.

 Der Vatikan hortet den zweitgrößten Goldschatz auf Erden
    In der italienischen Zeitschrift Oggi wurde der Goldschatz des Vatikans aufgrund »außerordentlicher Informationen« hinter demjenigen der USA als der zweitgrößte der Welt beziffert: 7000 Milliarden Lire = 3.500.000.000 Euro. Im Vergleich dagegen beträgt der Wert des Goldschatzes des Staates Italien »nur« 400 Milliarden Lire. Dies war 1952. 1)  Wie groß mag der Goldschatz des Vatikans heute sein? Rechnen wir die Wert-Steigerung dazu, so wäre der Wert des Goldes heute 63 % höher. Bei Verkauf könnte der Goldschatz des Vatikans, je nach Zeitpunkt eines eventuellen Abstoßes, bis 650 % Gewinn gebracht haben. Da fragt man sich:

Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Gold-Besitz gekommen?

Aktien
Der Vatikan pokert mit enormen Finanzreserven an der Wallstreet

    »Die auswärtigen Finanzreserven des Vatikans sind vornehmlich an der Wallstreet konzentriert. Insgesamt dürfte sich der Gesamtbesitz der Kirchenzentrale an Aktien und anderen Kapitalbeteiligungen bereits im Jahr 1958 auf etwa 50 Milliarden DM belaufen haben.« 4) S. 153
    Diese Zahl dürfte inzwischen vermutlich auf weit über Hundert Milliarden Euro angewachsen sein.

Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Aktien-Besitz gekommen?

Konzerne
Der Vatikan ist »größter religiöser Wirtschaftskonzern«

    »Der Vatikan ist heute der größte religiöse Wirtschaftskonzern der Welt und fest engagiert in zahllosen Unternehmen in den Bereichen Immobilien, Plastik, Elektronik, Stahl, Zement, Textilien, Chemie, Nahrungsmittel und Bauwirtschaft.« 3) S. 244
    Die dem Vatikan gehörende Firma Italgas hat Tochter-Gesellschaften in 36 italienischen Städten. Der Vatikan mischt mit bei Teer, Eisen, Destillaten, Trinkwasser, Gasherden, Industrieöfen usw. Von den etwa 180 italienischen Kreditinstituten verfügt mindestens ein Drittel über vatikanisches Geld. 3) S. 244
    Der Vatikan besitzt viele einflussreichste römische Banken und ist in Europa, in Nord- und in Südamerika an einer überwältigenden Fülle mächtiger Industrieunternehmen beteiligt, einige gehören sogar weitgehend dem Vatikan, wie z.B. Alitalia oder Fiat. 2) S. 53

Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Besitz gekommen?

Ländereien
Die Kirche - der größte Grundbesitzer der westlichen Welt

Einige Beispiele:

    Deutschland: Mit 8,25 Milliarden qm größter privater Grundbesitzer 34) S.208 (entspricht gut der Hälfte des Bundeslandes Schleswig-Holstein 34) S.208 oder der Größe von Bremen, Hamburg, Berlin und München zusammen)
    Italien: über 500.000 ha Ackerland
    Spanien: ca. 20 % aller Felder
    Portugal: ca. 20 % aller Felder
    Argentinien: ca. 20 % aller Felder
    England: ca. 100.000 ha
    USA: über 1.100.000 ha Ackerland;

Weiden und Wälder sind nicht mitgerechnet. 26) S. 429

Wie ist die Kirche zu diesem immensen Land-Besitz gekommen?

Städte / Immobilien
Der Vatikan ist »größter Immobilienbesitzer«

    Man kann in Bezug auf die immensen Besitztümer des Vatikans nicht mehr nur von Immobilien sprechen, sondern eher von Städten oder Stadtteilen.
    Rom z. B. ist bereits zu 1/4 in den Händen des Vatikans, recherchierte Paolo Ojetti in der Zeitschrift L’ Europeo am 7.1.1977. Sein Artikel war wie ein Telefonbuch zu lesen. Seitenweise listete er Tausende von Palästen auf, die z. T. den 325 katholischen Nonnen- und 87 Mönchsorden gehören. 5)
    Der Journalist Ojetti recherchierte auch in der italienischen Stadt Verona. Er druckte einen Stadtplan ab, auf dem ungefähr die Hälfte der Häuser schwarz markiert waren = Eigentum der katholischen Kirche. Er wies darauf hin, dass die Besitzverhältnisse in anderen Städten ähnlich sein dürften.

Nicht nur in Italien ist die Katholische Kirche der größte Grundbesitzer. Auch in Spanien.

Sie gibt diese erschlichenen Ländereien aber nicht nur nicht zurück, sondern hat sich durch ihren immensen politischen Einfluß auch fast überall von der Grundsteuerpflicht befreien können.

Während also Griechenland, Portugal, Spanien und Italien über explodierende Schulden stöhnen und sich täglich neue Milliarden leihen müssen, stehen die Kirchen als steinreiche Staatsschmarotzer am Rand und zahlen keine Steuern.

Ungemach droht nun aus Spanien.
 Dort wollen  die Sozialisten die Kirchen auch an den immensen Kosten der Finanzkrise beteiligen, indem die Grundsteuerbefreiung aufgehoben wird.
Zum Glück für die Kirche legte die ehemalige Regierungspartei diesen Vorschlag auf den Tisch, nachdem sie in der Opposition gelandet war und so ein Vorhaben nicht mehr durchsetzen konnte.
Ganz unerheblich wäre so eine Neuregelung nicht - die Katholische Kirche Spaniens besitzt rund 100.000 Gebäude.

Die spanischen Sozialisten (PSOE) wollen die katholische Kirche stärker in den Kampf gegen die Finanzkrise einbinden. Die Partei kündigte eine landesweite Initiative an mit dem Ziel, bei der Kirche Grundsteuern für deren Grundeigentum und Immobilien zu erheben.  Nach einem Konkordat zwischen Spanien und dem Vatikan aus dem Jahr 1979 ist die katholische Kirche von der Zahlung dieser Steuer befreit. Die PSOE will in allen Stadt- und Gemeinderäten des Landes Anträge stellen, die Steuer künftig auch bei kirchlichen Stellen einzutreiben.   Die Freistellung soll danach nur noch für die Gotteshäuser gelten, nicht aber für Wohnungen, Garagen oder Grundstücke, die sich im Besitz der Kirche befinden.(dpa 27.05.12)

Aber Ratzi wird sich diesmal gar nicht erst selbst einmischen müssen. Die Konservativen blocken diese Ideen bereits ab.

So lehnte die im spanischen Parlament mit einer absoluten Mehrheit herrschende konservative Volkspartei bereits auch am vergangenen Mittwoch eine von der spanischen Linkspartei Izquierda Unida (IU) und der PSOE geforderte Erhebung der Immobiliengrundsteuer für die katholische Kirche ab.


*Als irische Mönche die Bibel abschrieben, kannten sie nicht die Seefahrerterminologie und hielten daher „KAMILOS“ (Schiffstau) für einen Schreibfehler und machten daraus „Kamelos“ (Kamel).
Von Kamelen hat also Jesus nicht gesprochen, sondern von Schiffstauen.
Aber was macht das schon aus für die Oberkleriker des Vatikans – mit ihrer Raffgier werden sie ja wohl ohnehin nie in den Himmel kommen.

Es gibt aber noch genügend andere Bibelstellen dieses Inhalts:
"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon", sagte einst Jesus Christus laut dem Lukas-Evangelium, Kapitel 16, Vers 13 zu seinen Jüngern.