Donnerstag, 12. März 2020

Härtere Gangart


Es ist noch nicht so lange her, daß maßgebliche Unionspolitiker – Merkel, de Maizière, Seehofer – begeistert Hans-Georg Maaßen als Verfassungsschutzpräsidenten lobten; ihn gar um zwei Stufen zum Staatssekretär befördern wollten.
Dabei war schon Ende 2002 im Zuge der Murat Kurnaz-Affäre klar, daß der Mann für höhere Aufgaben ungeeignet ist.
Maaßen ließ nie nach, produzierte Dutzende Skandale, die immer mit seinen weit rechts außen angesiedelten Ansichten zu tun hatten.
Der zwischen Werte-Union und AfD im Braunen mäandernde Mann arbeitet inzwischen für die mehr als dubiose System 360 Deutschland GmbH und erfreut sich immer noch an seiner CDU-Mitgliedschaft.
AKK und Ziemiak reagierten nicht einmal, als der Ex-Verfassungsschutzpräsident letzte Woche der Thüringer CDU empfahl den rechtsextremen Faschisten Höcke zum Ministerpräsidenten zu wählen.
Wie ist das möglich; bzw, wie war das möglich?
Es gab einen dahingehenden Konsens die Gefahren für den Staat nur links zu sehen.
Der Rechtsterrorismus ist zwar seit Jahrzehnten sehr viel tödlicher und häufiger als der RAF-Terror aus dem Jahr 1977, aber er richtet sich stets gegen Minderheiten und Schwache.
Opfer sind Ausländer, Schwule, Migranten, Obdachlose – also Menschen, mit denen sich die meisten CDU-Politiker ohnehin nicht identifizieren.

AfD-Wähler galten den meisten CDU/CSU-Größen seit Bernd Lucke stets nur als „verirrte Schäfchen“. Heimatlose Konservative, besorge Bürger, Asylkritiker, von Merkel Enttäuschte, aber eben auch gute Patrioten, deren Sorgen man ernst nehmen müsse.
Und so rollten Will, Maischberger, Illner, Jauch und Plasberg die roten Teppiche aus, damit sich die Hetzer in epischer Breite präsentieren konnten, während maßgebliche Teile der CDU, insbesondere aber die Ministerpräsidenten Bayerns und Sachsens versuchten die AfD rechts zu überholen.
Fünf Jahre des dreisten Anbiederns an die verschwörungstheoretischen Rechtsaußen der AfD zeigten klare Ergebnisse:
Rekordverluste für die Union und kontinuierliche Stärkung der Faschisten.
Das waren die zu erwartenden Ergebnisse. Natürlich stärkten Kretschmer, Seehofer, Söder, de Maizière und Bosbach die AfD, machten die Braunen vom einstigen Rand zur 25%-Macht.
Dabei war der Befund lange klar: Bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2015 und der Bundestagswahl 2017 konnte man deutlich sehen, daß die AfD in Hamburg am schwächsten war, weil man ihr dort massiv entgegentrat und sich offensiv für eine Flüchtlingsfreundliche Politik starkmachte.
Da Gegenteil in Sachsen und Bayern, wo Union und AfD kaum zu unterscheiden waren: Rekordverluste für die CSU und in Sachsen wurde die AfD 2017 gar stärkste Partei.
Es bedurfte offenbar erst der Morde von Hanau, um auch Unionspolitikern klar zu machen, daß man faschistischen Verfassungsfeinden nicht nach dem Mund redet.
Einigen CDUlern wurde das klar; andere driften weiter nach Rechtsaußen.
Das erste klare Signal setzte wiederum Hamburg.
Während die AfD in den ostdeutschen Ländern, in denen Teile der CDU so furchtbar gern mit ihnen koalieren möchten, deutlich über 20% kommen, wären die Braunen bei der Bürgerschaftswahl vom 23.02. um ein Haar an der 5%-Hürde gescheitert.

Einige demokratische Player werden aber sensibler.
Xavier Naidoo, der eine lange Historie rassistischer, verschwörungstheoretischer und völkischer Äußerungen aufweist, darf diese stramm religiotisch-rechtslastige Meinung selbstverständlich weiter äußern, aber der private Arbeitgeber RTL sieht inzwischen wenigstens davon ab, so einem Hetzer noch eine Plattform zu geben.

Maaßens Nachfolger Thomas Haldenwang beendet den Samthandschuh-Kurs gegenüber den Faschisten um Höcke und Kalbitz.

[……] An diesem Donnerstag trat Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang vor die Öffentlichkeit und erklärte das völkisch-nationalistische "Flügel"-Netzwerk der AfD zum Beobachtungsfall. Der "Flügel" sei eine "erwiesen extremistische Bestrebung", dessen Anführer Björn Höcke und Andreas Kalbitz - die AfD-Chefs aus Thüringen und Brandenburg - seien "Rechtsextremisten", so Haldenwang. Nach Schätzungen des Verfassungsschutzes hat der "Flügel" rund 7000 Anhänger. […..]

Endlich.
Und richtig.

[…..] Es war eine überfällige Entscheidung, die das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) getroffen hat. Der sogenannte Flügel der AfD ist nun ein offizielles Beobachtungsobjekt, er gilt als "rechtsextremistische Bestrebung". V-Leute und Telefonüberwachungen sind erlaubt, um die Absichten der nationalistisch-völkischen Truppe um Björn Höcke aufzuklären.
Weit wichtiger noch ist die Botschaft, die der Staat damit an die Partei und ihre Wähler sendet: Mindestens die von Mitgliedern des Flügels - er hat geschätzt 7000 Mitglieder - propagierten Alternativen für Deutschland vertragen sich nicht mit dem Grundgesetz. Man darf eine andere Politik wollen, aber keinen anderen Staat, man darf Menschenrechte und Verfassungsgrundsätze nicht missachten. Weite Teile der AfD kennen diesen Unterschied in ihrem Furor nicht. Oder wollen ihn auch gar nicht kennen. […..] Höcke, den die Partei selbst einmal ausschließen wollte, steht nun in ihrem Zentrum. Der Flügel sei "eine ganz wichtige Strömung innerhalb der Partei", lobt die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Alice Weidel. […..]

Mittwoch, 11. März 2020

Könnte schiefgehen.


Die Konnotationen zu Trump sind mannigfaltig: Das ständige, manische Lügen, der Egoismus, die Borniertheit, das Fehlen jeglichen Schamgefühls, die Ehrlosigkeit, die absolute Empathielosigkeit, die aberwitzige Aufmerksamkeits- und Betätigungssucht, die Empfänglichkeit für Schmeicheleien, die fehlende Selbstbeherrschung, das Getriebensein von Hass und Neid, die Bildungslosigkeit und Dummheit.

Sein Verhalten als Präsident ist entsprechend erratisch: Einerseits ist er stinkend faul, macht gar nicht erst den Versuch sich in Probleme einzulesen, sondern geht entweder golfen oder frönt seiner Leidenschaft irgendetwas zu zerstören, das mit dem Namen „Obama“ verbunden wird.
Die Nichteinhaltung seiner vollmundigen Wahlkampfversprechen kümmert ihn gar nicht und alle seine Personalentscheidungen sind hochgradig absurd.

All das bisher Beschriebene hängt stark mit Trumps destruktiver Persönlichkeit zusammen.

Aber wie sieht es eigentlich rein politisch aus?
So viel ich auch nachdenke; mir fällt nichts ein, das IQ45 richtig gemacht hat.
Klimapolitik, Umweltpolitik, Finanzpolitik, Außenpolitik, Militärpolitik, Sozialpolitik, Integrationspolitik, Gesundheitspolitik, Wirtschaftspolitik, Bildungspolitik: Es gab nur Verschlechterungen. Dementsprechend ist das internationale Ansehen der USA dramatisch gesunken.

Das bedeutet aber nicht, daß nicht einige Maßnahmen für ihn funktionieren und kurzfristig Erfolge simulieren.
Klar, wenn man alle Arbeitsschutzregeln, jede Umweltauflage abschafft, in Naturschutzgebieten fracken lässt, Wälder abholzt und gleichzeitig die Unternehmenssteuern abschafft, machen die großen Konzerne zunächst einmal enorme Gewinne und die Börsen sind hocherfreut.
Was übermorgen sein wird, wenn alles abgeholzt, der Planet aufgeheizt, der US-Etat vom Defizit erdrückt wird und die Bürger rebellieren, weil sie keine Krankenversicherung mehr haben und mit ihrem kargen Lohn weder College noch Mieten oder Hypotheken zahlen können, steht auf einem anderen Blatt.
Was wird langfristig passieren, wenn durch die de Vos-Trump-Politik eine ganze Generation verblödet ist und Millionen aufgrund fehlender ärztlicher Versorgung von billigen Opioiden dahingerafft werden?

Das kann Trump egal sein, weil er a) alt ist und b) wie alle anderen Superreichen von dieser Entwicklung verschont bleiben wird.

In den ersten drei Jahren seiner Präsidentschaft gelang es dem großen Schummler allerdings großen Teilen seines Volkes zwei große Lügen einzutrichtern:

1.) Der einzige Parameter für die amerikanische Ökonomie sind die Dow-Jones-Stände.
2.) Trump persönlich ist derjenige, der für die hohen Kursgewinne verantwortlich ist.

Beides ist natürlich Blödsinn.
Die Majorität der Amerikaner, die keine Börsenspekulanten sind, sondern buchstäblich von Wochenlohn zu Wochenlohn leben, haben nicht nur nichts von Börsenrekorden, sondern sie leiden auch unter den durch Steuererlässe für die Börsengewinner erzwungenen sozialen Einschnitte.
Außerdem beeinflussen Trumps Äußerungen selbstverständlich die Wall Street, aber Aktienspekulationen sind keine exakte Wissenschaft. Dort ist viel Psychologie im Spiel und außerdem können Kriege, Naturkatastrophen, politische Krisen, Terroranschläge oder eben auch Epidemien  alle Bemühungen der Regierungen schnell zunichtemachen.

Trumps Anti-Corona-Maßnahmen nützen nichts; auch die New Yorker Börse schmierte nun ab.
Nun sitzt der Orange-Gesichtige in der selbst konstruierten Falle: Sein Markenzeichen, die steigenden Aktienkurse, ist dahin.

[…..] Das Coronavirus bringt Trumps Welt ins Wanken
[…..] Seit mehr als drei Jahren benutzt er den Börsenboom als eine Art Gütesiegel, das nach seinem Dafürhalten nicht nur die Richtigkeit seiner Politik bestätigt, sondern aus dem er auch den Anspruch ableitet, bei der Wahl im November im Amt bestätigt zu werden. Ein Ende der Rekordjagd oder gar eine längere Talfahrt der Kurse würde diese zentrale Wahlkampfbotschaft im Kern beschädigen. […..]  Dass Herdentrieb, Überschwang und pure Ahnungslosigkeit die Finanzmärkte häufig von der Realität entkoppeln und dass Faktoren eine Rolle spielen, auf die ein Präsident schlicht keinen Einfluss hat. So sind die Aktienkurse derzeit auch deshalb so hoch, weil es den Anlegern angesichts historisch niedriger Zinsen schlicht an vernünftigen Alternativen mangelt.
Angesichts solcher Unwägbarkeiten haben es sich weitsichtigere Politiker immer wieder verkniffen, mit Kursgewinnen zu prahlen. Trumps viel geschmähter Vorgänger Barack Obama etwa äußerte sich nur sehr selten zur Lage am Aktienmarkt, obwohl er durchaus Grund dazu gehabt hätte: So legte der S&P-500-Index in seinen ersten drei Amtsjahren um fast 70 Prozent zu, Trump kam im gleichen Zeitraum auf knapp 50 Prozent.
Diese Woche schrumpfte das Plus auf nur noch gut 20 Prozent. […..] Trump […..] soll […..] in einem Gespräch mit Beratern den Verdacht geäußert haben, die Medien wollten mit übertriebenen Corona-Berichten die Aktienmärkte zu seinen Ungunsten manipulieren. Doch damit nicht genug: Der Präsident befürchtet dem Artikel zufolge zudem, einer oder mehrere der Journalisten, die auf seinen Reisen durchs Land regelmäßig in der Air Force One mitfliegen, könnten sich absichtlich mit dem Coronavirus infizieren - um ihn, Trump, anzustecken. […..]

Nun sind selbst glühende Trumpisten unglücklich über die hilflos grotesken Auftritte ihres Idols.


Das beruhigt keinen Börsianer.
Diesmal fallen ihm sogar seine Lügen auf die Füße, weil die Folgen seine wichtigsten Unterstützer treffen.
Der SARS-CoV-2 lässt sich nicht von Trump-Tweets einschüchtern.

[…..] Die Coronakrise trifft nun auch die USA mit großer Wucht. Nur der Präsident spielt die Lage weiter herunter - mit Lügen, Ignoranz und Wunschdenken. […..]
 Die Wall Street, im Ölpreis- und Virusschock gefangen, erlebte den schlimmsten Horrortag seit der Finanzkrise. "Amerika wird zur Geisel des Coronavirus", titelte das Online-Magazin "Politico".
Nur US-Präsident Donald Trump spielt die Situation herunter. "Ich habe nicht die geringste Sorge", sagte er noch am Sonntag.
Als die Krise eskalierte, entspannte Trump in seinem Privatklub Mar-a-Lago in Florida, golfte, bewirtete seinen brasilianischen Amtskollegen Jair Bolsonaro und schüttelte bei einem Wahlkampf-Event viele Hände. "So viel Fake News!", twitterte er am Montagmorgen vor seiner Rückkehr nach Washington. […..]
So behauptete Trump,
    dass die Verbreitung des Virus "unter Kontrolle" sei,
    dass die Zahlen schon wieder "sehr substanziell sinken",
    dass die Krise spätestens im April vorbei sein werde, "wenn es etwas wärmer wird",
    dass Infizierte weiter zur Arbeit gehen könnten,
    dass sein Vorgänger Barack Obama für die verschleppte Auslieferung von Testkits verantwortlich sei,
    dass jeder, "der einen Test braucht", ihn auch bekommen könne.
Alle diese Aussagen sind nachweislich falsch. […..]

Dienstag, 10. März 2020

Kernkompetenz


Es wird immer wieder hämisch kommentiert, wenn ein völlig fachfremder Politiker plötzlich ein riesiges Ministerium führen soll.
In einigen Fällen geht das auf groteske Weise schief.
Die extremsten Beispiele sind der juristische Laie Horst Seehofer, der plötzlich Verfassungsminister war, die Bankkauffrau Anja Karliczek, die auf einmal Forschungsministerin sein wollte, der Bundeswehr Feldjäger Dirk Niebel, der 2009 im Bundestagswahlkampf forderte das Entwicklungshilfeministerium abzuschaffen und anschließend selbst Entwicklungshilfeminister wurde oder auch der Jurist Herrmann Gröhe, der sich wundersamer Weise plötzlich als Gesundheitsminister wiederfand.
Das sind alles Ministerien, die einen Faible für die Materie erfordern und mit so komplizierten Sachverhalten zu tun haben, daß man sich nicht in ein paar Wochen „einlesen“ kann.
Noch schlimmer ist es, wenn ein Niemand wie Guido Westerwelle, der überhaupt noch nie einen Beruf (außer Politiker) ausübte und nicht die allergeringste Regierungserfahrung hat ausgerechnet Außenminister wird und zudem auch noch irrigerweise annimmt, das wäre relativ anspruchslos, da könne „man sich ein paar schöne Jahre machen“.
Ursula von der Leyen scheiterte als Verteidigungsministerin, weil sie eine verantwortungslose Politikerin ist, die immer nur darauf achtet selbst gut dazustehen und dafür auch lügt wie gedruckt.
Es wird kolportiert, sie habe sich in den ersten Monaten Tag und Nacht im Ministerium aufgehalten, fleißig alles gelernt und wollte eine gute Ministerin werden.
Regierungserfahrung hatte sie und mit viel Fleiß kann es auch in einem anderen Fachgebiet etwas werden. Immerhin ist sie nicht völlig auf den Kopf gefallen wie Andi Scheuer oder Alexander Dobrindt.
Solche Typen müssen als Minister versagen, weil sie unabhängig von Willen und Erfahrung intellektuell zu minderbemittelt dafür sind.

Ein Vollblutpolitiker mit Verwaltungserfahrung und eigenem Stab könnte mutmaßlich viele verschiedene Ministerien gut führen.
Voraussetzung dafür ist allerdings ein funktionierender Beamtenapparat. Es muss sachkundige Ministeriale geben. Im Außenamt ist das noch der Fall; dort gibt es hunderte erfahrene Diplomaten, die einspringen können, wenn ein sichtlich desinteressierter Westerwelle durch Afrika irrt oder im Anflug auf Peking befiehlt „erklären sie mir in fünf Minuten alles, das ich über China wissen muss!“.

Extrem kontraproduktiv ist der Lobbyeinfluss auf konservative Minister, die inzwischen viele hundert Millionen Steuerzahler-Euro für externe Berater ausgeben, die als Laien den Fachleuten im Ministerium sagen wie sie ihren Job machen müssen.

 
Das Leyensche Heer der McKinsey-Berater um Staatssekretärin Suder ist inzwischen legendär und Gegenstand von Untersuchungsausschüssen.
Nun ist das Chaos auf der Hardthöhe perfekt. Die Bundeswehr ist noch nicht mal in der Lage Material zu beschaffen, wenn sie mit Geld überschüttet wird.
Um so etwas Simples wie neue Stiefel zu besorgen brauchen Leyens, bzw AKKs Leute schon mal sechs Jahre. Mindestens. Verzögerungen wahrscheinlich.

[….] Die Beschaffung neuer Stiefel für die Bundeswehr verzögert sich. "Die vollständige Umsetzung des neuen Kampfschuhsystems Streitkräfte wird nach derzeitiger Planung bis zum Ende des zweiten Quartals 2022 abgeschlossen sein", schrieb das Verteidigungsministerium an die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann, wie der Tagesspiegel berichtet. Eigentlich sei geplant gewesen, dass alle Angehörigen der Streitkräfte bis Ende 2020 neue Schuhe bekommen. […..]

Mutmaßlich sind Bundeswehrsoldaten in früheren Jahrzehnten nicht barfuß umhermarschiert. Offenbar gab es einst das Knowhow geradeaus schießende Gewehre oder auch Schuhwerk zu kaufen.  Die überbordende interne Armee aus Wirtschaftsberatern, die pro Tag mit 1.000 Euro vom Steuerzahler entlohnt werden, scheint aber das gesamte Ministerium zu unselbstständigen Babys gemacht zu haben.

[….] Bundeswehr muss auf neue Stiefel warten
"Man stelle sich vor, Feuerwehrleute würden Brände in Pantoffeln löschen." Seit 2016 sollten Soldaten nach und nach neue Kampfschuhe bekommen. Doch bis alle ausgestattet sind, wird wohl das Jahr 2022 zu Ende gegangen sein. […..]

Während aber das Beschaffungsamt mit Transparenz-Regeln kämpft und Ausschreibungen durchführen muss, wurde aber auch in den Kasernen vergessen was man als Soldat so tut. Im Zweifelsfall also mit einer Waffe patrouillieren.
Selbst das können sie aber offensichtlich nicht mehr selbst, sondern heuern externe Sicherheitsdienste an, um die Kasernen zu bewachen.

[…..] Die Bundeswehr schützt sich in den Kasernen nicht mehr selbst, sondern lässt sich schützen – von privaten Sicherheitsdiensten. Wache schieben, Kontrollen durchführen, Patrouille laufen: Solche Aufgaben gehören inzwischen für die Bundeswehr fast ausschließlich der Vergangenheit an.
Doch der Preis für diesen Trend zum Fremdschutz ist massiv gestiegen: Die Kosten für private Sicherheitsdienste an allen deutschen Kasernen haben sich in den vergangenen fünf Jahren auf jährlich weit über 400 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Das geht aus den Antworten des Verteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem Tagesspiegel vorliegen.
Demnach sind die Ausgaben für die Sicherung sogenannter Liegenschaften durch gewerbliche Wachunternehmen von 236,6 Millionen im Jahr 2014 auf 431,6 Millionen Euro im Jahr 2019 gestiegen. Und das, obwohl die Zahl der bewachten Liegenschaften sogar etwas gesunken ist. [….]

Bundeswehrsoldaten müssen in Deutschland beschützt werden, weil sie ihre Kasernen nicht mehr selbst bewachen können.
Das kann man sich nicht ausdenken; Realsatire à la McKinsey-Leyen.
Vielleicht schickt die Polizei bald die Pfadfinder, wenn man nach einem Einbruch 110 wählt, weil sie sich selbst zu sehr fürchtet?

Montag, 9. März 2020

Religiöser Irrsinn


Da Corona nun zum Weltthema wird, das die Börsen schwer belastet und sehr viel Panik verursacht, weil die Wissenschaftler noch nicht so weit sind Therapien und Impfungen zu stellen, schlägt nun die Stunde der Groß-Religioten in aller Welt.
Sie stoßen in dieses Kausal-Vakuum und bieten ihren Schäfchen Erklärungen, Schuldige und Auswege.
Das ist ein zu erwartendes natürliches Phänomen, denn Religionen gedeihen immer dann am besten wenn Angst und Dummheit zusammenkommen.
Auf der Grundlage von finanzieller Existenzpanik und medizinischer Versicherung lassen sich gar vorzügliche metaphysische Süppchen kochen.
Kein Religiot lässt sich die Gelegenheit entgehen.
Ist es doch ihr ureigenes Geschäft Minderheiten zu dämonisieren, Opfergaben zu verlangen und mit Ablässen zu handeln.
Nicht sehr kreativ sind einige Hindus, die naheliegend wie Faust auf Auge den Verzehr von Kuhscheiße und Kuhpisse empfehlen.

[….] "While the Chinese scientists suspect that coronavirus infection has emerged from bats, Hindu Mahasabha leader Swami Chakrapanu Maharaj has claimed that the deadly coronavirus can be cured with cow dung and urine. He said, "Consuming cow urine and cow dung will stop the effect of infectious coronavirus".  […..]

Kuh-Urin wird auch in Nordafrika und dem RTL-Dschungelcamp getrunken. Dem Covid-19 dürfte das herzliche egal sein; schadet aber dem Harnsäufer auch nicht sehr.

Mutiger sind da schon die schiitischen Fanatiker im Iran, die ausgerechnet bei einem durch Tröpfcheninfektion verbreiteten Erreger das gemeinsame Ablecken heiliger Schreine praktizieren.

[….] Iran has been accused of failing to clamp down on coronavirus contamination after alarming videos of worshippers licking a shrine emerged online.
Clips shared on social media show people licking the doors and burial mound inside the Fatima Masumeh shrine in Qom, defying token advice by the health ministry.
Worshippers in the videos brazenly state they 'don't care what happens', even if they catch or spread the infection which has killed at least 54 in the country.
Iran's hardline clerical establishment has refused to shut down Qom despite the holy city suffering the brunt of the outbreak and pilgrims spreading the virus across the Middle East. […..]


Wie immer nimmt es aber kein gutes Ende, wenn man sich nach den Anweisungen religiöser Führer richtet.

[…..]  Iran: Hardliner und Kleriker sterben an COVID-19
[…..]  Das Coronavirus hat im Iran bisher 145 Todesopfer unter 5823 Infizierten gefordert, wie der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Dr. Kianush Jahanpur, am 7. März mitteilte. […..]  Nach Angaben der iranischen Opposition People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) sollen dagegen über 1.800 Menschen in 105 Städten des Iran bereits an dem Coronavirus gestorben sein. […..]   Unverhältnismäßig viele Funktionäre sind mittlerweile infiziert oder finden sich unter den Todesopfern. Am Freitag starb Fatemeh Rahbar, eine islamistische Hardlinerin […..], durch das Coronavirus.
Am Donnerstag erlag Hussein Scheicholeslam den Folgen seiner Coronavirus-Infektion, ein ehemalige Berater von Außenminister Zarif. […..]  Mohammad Abolghasemi, der auch "der Schlächter von Teheran" genannt wird, soll am Dienstag gestorben sein. […..]  Haj Ramezan Pour-Qasem, Leiter der Geheimdienstabteilung der Revolutionsgarde, soll ebenfalls gestorben sein.
Ebenfalls in dieser Woche starben die Kleriker Mullah Seyed Hadi Khosroshahi und Akbar Dehghan. Dehghan zählte zu den entschiedenen religiösen Gegnern der Einführung von Quarantänen, als das Virus zum ersten Mal ausbrach. Sie sagten, dass die Schreine in Ghom und Mashhad die Gläubigen heilen würden.
Der erste hochrangige Beamte, der an der COVID-19 starb, war Mohammad Mirmohammadi, ein enger Berater von Irans Oberstem Führer Ali Khamenei. Insgesamt sollen über 20 Parlamentsabgordnete infiziert sein, unter anderem Vizepräsident Masumeh Ebtekar. […..] 

Es ist doch zu schön zu sehen, dass sich alle Abrahamitischen Religionen doch in einigen Aspekten einig sind: Frauen sind minderwertig und Schwule überhaupt an allem SCHULD!
Insbesondere löst die Homoehe bekanntlich Naturkatastrophen aus. Erbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche könnte Gott komplett einstellen, wenn er nicht immer wieder durch Männerliebe dazu gezwungen wäre!
Da immer mehr Staaten sich liebende Männer nicht töten, so wie es in der Bibel verlangt wird, bleibt Gott kaum etwas anderes übrig als jetzt Seuchen zu schicken, Strafe muss schließlich sein.

 […..]  Der evangelikale Pastor Steven Andrew von der USA Christian Church hat den März in einer Pressemitteilung sogar zum "Monat der Buße für LGBT-Sünden" erklärt, um die Vereinigten Staaten "vor Krankheiten wie dem Coronavirus zu schützen". "Gottes Liebe zeigt, dass es höchste Zeit ist, Buße zu tun", meinte Andrew. Denn die Bibel lehre, "dass Homosexuelle ihre Seelen verlieren und dass Gott LGBT-Gesellschaften zerstört".
Die Sicherheit der Menschen sei in Gefahr, da Gottes Gesetze auf nationalem Level missachtet würden, so der Hass-Prediger aus Kalifornien weiter. "Gott schützt die USA von Gefahren, wenn das Land Buße tut für LGBT, falsche Götter, Abtreibung und andere Sünden." […..] 
Parallel meldete sich im 12.000 Kilometer entfernten Israel ein jüdischer Geistlicher mit demselben Unsinn zu Wort. "Wenn jemand gegen die Natur handelt, rächt sich derjenige, der die Natur geschaffen hat", machte der ultraorthodoxe Rabbi Meir Mazuz LGBT-Menschen und Pride-Paraden für den Ausbruch von Covid-19 verantwortlich. […..] 

Wie die klassischen großen Religionen versuchen sich aber auch modernere Top-Religioten aus dem esoterischen Verschwörungstheorie-Kosmos an Covid19 und fahren den ganzen Wahnsinn auf, zu dem menschliche Hirne fähig sind.

Zu blöd, aber auch intensiver Kokain-Konsum oder das Trinken von Wäschebleiche sind kein Anti-Covid-19-Wundermittel.

[…..] Coronavirus cannot be cured by drinking bleach or snorting cocaine, despite social media rumors. […..] Prominent QAnon YouTuber Jordan Sather, for example, tweeted to his more than 121,000 followers that a "miracle mineral solution," which effectively involves drinking bleach, can wipe out COVID-19, the disease caused by the coronavirus.  
"Not only is chlorine dioxide (aka 'MMS') an effective cancer cell killer, it can wipe out coronavirus too," he wrote. "Big Pharma wants you ignorant." [….]  Bizzle Osikoya, for example — a Nigerian music and entertainment developer with more than 190,000 followers — tweeted a doctored image, which purports to be a screenshot [COCAINE KILLS CORONOAVIRUS] of a breaking news segment on TV. It has gotten nearly 6,000 likes and almost 3,000 retweets, and has remained on the platform for more than a month without any sort of warning the content's falsehood. […..]

Das Internet entwickelt sich zum Fluch, wenn angesichts einer ernsten Krise Religioten und Verschwörer ihren Unsinn millionenfach verbreiten bevor seriöse Quellen gehört werden.



[…..]  Noch schneller als das Coronavirus selbst haben sich in den vergangenen Wochen Mythen verbreitet - und zwar weltweit. Islamische Geistliche aus Tunesien und Ägypten behaupteten beispielsweise, China werde durch die Epidemie bestraft für den Umgang mit den Uiguren.
[…..]  Im Irak verbreitete ein politischer Kommentator die These, bei der Epidemie handele es sich um ein amerikanisch-jüdisches Komplott. Ziel sei es, die Weltbevölkerung zu dezimieren. […..]  In Russland und dem Iran wurden wiederum Gerüchte verbreitet, bei der Epidemie handele es sich um einen US-Angriff mit biologischen Waffen. In den USA hingegen behaupten rechte Verschwörungstheoretiker sowie Impfgegner, Microsoft-Gründer Bill Gates und die Demokraten hätten mit dem Ausbruch zu tun.
[…..]  Neben Lügen und Gerüchten über die Ursachen von COVID19 kursieren auch falsche Versprechen zur Heilung: US-Präsident Donald Trump sagte, es werde bald eine Impfung zur Verfügung stehen, obwohl dies überhaupt noch nicht absehbar ist, wie WHO und andere Experten einhellig betonen.  […..]