Freitag, 23. August 2019

Christen und Juden in den USA.


Die evangelikalen Christen Nordamerikas sind radikal „Israel-freundlich“.
Unter Israel verstehen sie das Heilige Land, in dem Jesus und seine Familie umherlatschten und wenn die eines baldigen Tages wiederkommen, dann entweder in „God’s Own County“, also Alabama, Tennessee oder Kansas, oder eben in Israel.
Unter Israel verstehen sie radikal rechte Politiker wie Bibi Netanjahu, der möglichst rabiat gegen Muslime aller Art vorgeht, den gemeinsamen Erzfeind Iran mit 200 Atombomben in Schach hält und der alles dafür tut die jüdischen Siedler auf palästinensischen und jordanischen Landstrichen zu unterstützen.
Jesus soll ja nicht allzu viel Arbeit haben, wenn der adventus Domini (Ankunft des Herrn) ansteht. Bisher gab es ja leider 2000 Jahre Parusieverzögerung (Ausbleiben der Wiederkunft Christi), aber kann man es Jesus verdenken, daß er die Parusie prokrastiniert, wenn in seinem Land alles voller Ungläubiger ist, die er umständlich massakrieren muss?

In diese endzeitlichen Wahnwelten Kushners, Trumps und all der Teebeutler passen selbstverständlich keine liberalen und säkularen Israelis.
Da gibt es keine Rabins und Peres‘, keine Meretz-Partei, keine schwulen Friedensbewegten wie Aviv Geffen, keine große Friedensbewegung Bewegung Schalom Achschav (Frieden Jetzt), keinen israelischen Publizisten Uri Avneri.
Diese verwirrten Linken glauben an die Zukunft, wollen sie auch noch friedlich gestalten.

Evangelikale wissen genau wie ultraorthodoxe Juden, daß die Zukunft schon vorbei ist und der Herr bald ankommen wird.
Endzeitgläubige Amerikaner gehen daher Hand in Hand mit den Schas- und Likud-Israelis. Man hat erst mal ein gemeinsames Interesse und spricht nicht ganz so offen darüber, daß der gute Jesus ganz zum Schluß natürlich auch noch alle nicht zum Christentum konvertierten Juden abmurxen wird.

Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.
(Joh 8,44)

Beschweren können sie sich aber nicht; schließlich wurde all das von höchster Stelle in der Bibel angekündigt. Jesus konnte die Juden nicht ausstehen und so war der Antisemitismus der christlichen Päpste genauso folgerichtig wie der Judenhass der frommen Christen Martin Luther und Adolf Hitler.

14 Denn, Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden7 Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt wie auch sie von den Juden,
15 die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind,
16 indem sie - um ihr Sündenmaß stets voll zu machen - uns wehren, zu den Nationen zu reden, damit die gerettet werden; aber der Zorn ist endgültig über sie gekommen.
(1 Thess 2)

All die frommen GOP-Senatoren, FOX-Hosts und Präsidentschaftskandidaten wie Blitzbirne Palin geben sich in Jerusalem die Klinke in die Hand, halten den Likud für den GOP-Ableger im Heiligen Land.
Man versteht sich, man hilft sich, man macht gegenseitig für einander Wahlkampf.
Da schadet es nur allzu deutlich zu sagen, was Israelis erwartet, wenn der Republikanische Waffen-Jesus bei ihnen aufschlägt.

[…..] Der Beginn der Endzeit wird nämlich mit Pfingsten datiert, das heißt mit der Geburtsstunde der christlichen Gemeinde (Apostelgeschichte 2,14-41). Die Endzeit soll schließlich im Gericht über die lebenden Völker (Matthäus 25,31–46) enden. […..] Interessant ist, dass [Jesus] von den „Wehen“ der Endzeit spricht (Mt 24,8). Dann wäre die Endzeit einer Schwangerschaft vergleichbar: lange Zeit wächst das Böse in der Welt heran und wird größer, vor der Geburt setzen dann die Wehen ein.
Als „den Anfang der Wehen“ benennt Jesus folgendes: „Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere, und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen. Dies alles ist der Anfang der Wehen.“ (Matthäus 24,7-8). […..] Am Ende der großen Trübsal kehrt Jesus wieder und wird den Antichristen und sein Heer vernichten (Matthäus 24,29-31; Offenbarung 19,11-21). Nach dem Modell der Heilszeitalter wird Jesus nach seiner Wiederkehr das Tausendjährige Reich errichten, in dem er über die Welt herrscht. In dieser Zeit ist Satan gebunden (Offenbarung 20,1-3). […..]

In der Endzeit zu leben ist für die meisten Evangelikalen Christen offensichtlich und da passt es nur zu gut ins Bild, die Reinkarnation des König Kyrus als 45. US-Präsidenten amtieren zu sehen.



Völlig unverständlich ist es für Trump und seine Epigonen wenn Juden nicht vor Dankbarkeit jubilierend ihr Kreuz bei den Republikanern machen.
Jüdische Amerikaner, die demokratisch wählen?
Trump ist empört über so viel Undankbarkeit.

[….] President Donald Trump on Tuesday criticized Jewish Americans who vote for Democrats, saying "it shows either a total lack of knowledge or great disloyalty."
Trump was speaking to the press in the Oval Office about two Democratic congresswomen barred from entering Israel over their involvement in the movement to end international support for the country because of its policies toward Palestinians.
"Five years ago, the concept of even talking about this -- even three years ago -- of cutting off aid to Israel because of two people that hate Israel and hate Jewish people -- I can't believe we're even having this conversation," Trump added. "Where has the Democratic Party gone? Where have they gone where they're defending these two people over the State of Israel?"
He added, "I think any Jewish people that vote for a Democrat -- it shows either a total lack of knowledge or great disloyalty."
The remark led critics to argue the President was dabbling in the anti-Semitic trope of "dual loyalty," which questions the loyalty of Jewish citizens. [….]


IQ45 kann sich diese massive antisemitische Attacke leisten. Denn es leben nur gut fünf Millionen jüdische Amerikaner in den USA und von denen wählen ohnehin drei Viertel die Demokraten.


Das dürfte weniger mit ethnischen Spezifika oder grundsätzlicher Loyalität zu Israel zu tun haben, als mit der Tatsache, daß jüdische Amerikaner überdurchschnittlich gebildet sind. Das Hauptmerkmal für Trump-Voter ist aber ihre Dummheit.

Dem weißen Rassisten Trump sind Juden egal; er zielt mit seinen Attacken auf die erheblich größere Wählergruppe der evangelikalen Christen, die immer noch die stärksten Trump-Unterstützer sind.

Wenn liberale Juden wie Michael Rapaport sich über ihren Lieblingspräsidenten echauffieren, bestärkt das nur ihren Trump-Wahn.


Im Oval Office gibt es dagegen immer dieselbe Strategie: Doubling Down!

Wird Trump für seinen Rassismus attackiert, sagt er etwas noch viel Rassistischeres. Die homegeschoolten weißen Religioten erfreuen sich, weil sich ihr Clown in Chief nicht einschüchtern lässt.


Wird Trump für seinen Antisemitismus kritisiert, spult er das gleiche Muster ab: Noch mehr Judenhetze!
Dafür eignen sich insbesondere auch seine „spiritual adviser“, also jene völlig verblödeten rechtsextremen Pfaffen, die in Trump „the chosen one“ sehen.

[….]  Trump’s Pastor Robert Jeffress: God Will Curse Jews Who Vote For Democrats
Anti-Semitism for Jesus and the GOP: Robert Jeffress, Texas megachurch pastor and one of Trump’s closest spiritual advisors, warns Jews that they and their children will be cursed by God if they vote for Democrats.
Jeffress made his over-the-top anti-Semitic remarks while making an appearance on Todd Starnes’ Fox News radio show. […..]

Den beiden jüdischen Top-Trump-Beratern Ivanka und Jared gefällt das.


Donnerstag, 22. August 2019

Lernkurve Null


George Pell ist schon lange ein sehr mächtiger Mann.
Das sollte er auch sein; schließlich war er lange Australiens hochrangigster Katholik, stieg dann 2014 zum „Finanzminister“ des Vatikans auf und stand damit formal an dritter Stelle der Hierarchie der 1,3 Milliarden Katholiken.

Ein paar Messdienern mal seinen Penis in den Mund zu schieben, konnte er sich da wohl erlauben – so glaubte er.
 Gleich mehrere erzkonservative Ex-Premierminister standen in seiner Gerichtsverhandlung als Leumundszeigen da und der mächtige Papst beließ ihm demonstrativ sein rotes Kardinalshütchen – als Ausweis seiner allerhöchsten Würde derjenigen, die den Stellvertreter Gottes auswählen und durch die der Heilige Geist spricht.
So einer kann ja schlecht in den Knast kommen, befand Pell selbst, zumal er ja gar keine Kinder missbraucht hatte und unschuldig ist.
Außerdem hat er die Kinder, die er gar nicht missbraucht hat, laut seines Anwaltes nur sechs Minuten missbraucht.

(….) Nein, nein, nein, George Pell AC, 77, Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche, ehemaliger Erzbischof von Melbourne, ehemaliger Erzbischof von Sydney, ehemaliges Mitglied des Päpstlichen Kardinalsrats, Kardinalpriester der Titelkirche Santa Maria Domenica Mazzarello, langjähriger Großprior der Ordensprovinz Australien-New South Wales des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Generalkaplan im Großpriorat Australiens, Träger des Lazarusordens und des kirchlichen Großkreuzes des Verdienstordens des Heiligen Lazarus, der hochrangigste australische Katholik aller Zeiten, ist unschuldig, hat keine Kinder vergewaltigt und ist nur Opfer einer linken Hetzjagd!
So tönen heute seine Fans – darunter der allmächtige Rupert Murdoch, Executive Chairman der News Corp (Fox News) und gleich mehrere australische ehemalige Premierminister.
Gottes Top-Mann beharrt vehement auf seiner völligen Unschuld und von „sexuellem Missbrauch“ oder „Vergewaltigung“ kann gar nicht die Rede sein, weil es nämlich nur „plain and vanilla penetration sex“ mit einem 12-Jährigen und einem 13-Jährigen war. Nur sechs Minuten lang erzwang Pell den Analverkehr, wie sein Verteidiger Robert Richter beschwichtigend erklärte.


Das wäre nun wirklich nur Blümchensex.
Wo ist also das Problem?
Und dafür sechs Jahre Haft? Für sechs Minuten? Ist ja unverschämt, tobt die gesamte austro-amerikanische konservative Medien- und Politlandschaft.

[….]  Der frühere Finanzchef des Vatikans, Kardinal George Pell, ist wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Richter Peter Kidd verkündete in Melbourne das Strafmaß gegen den 77-jährigen Australier. Der Kardinal muss mindestens drei Jahre und acht Monate der Strafe absitzen, bevor er einen Antrag auf Bewährung stellen darf.
Der Fall Pell bewegt die Australier sehr: Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen hatte es hier zehntausendfach gegeben. Eine königliche Kommission hatte sich in den vergangenen Jahren an eine Aufarbeitung gemacht, aber niemand hatte so polarisiert wie Pell. [….]

Inzwischen schmetterten zwei von drei Berufungsrichtern Pells Revisionsgesuch ab.

[…..] Einer Höchststrafe von 50 Jahren war der ehemalige Finanzchef des Vatikans, der australische Kardinal George Pell, im März noch entgangen. Stattdessen bekam er sechs Jahre. Doch auf eine vorzeitige Haftentlassung kann er vorerst nicht hoffen. Pell muss wegen Missbrauchs von zwei minderjährigen Chorknaben im Gefängnis bleiben.
Der Oberste Gerichtshof in Melbourne bestätigte am Mittwoch eine Verurteilung aus erster Instanz. Auf Grundlage dieser Entscheidung kann der 78-Jährige frühestens im Jahr 2022 aus der Haft entlassen werden.
Pell war Finanzchef des Vatikans. Im März war er als ranghöchster Geistlicher in der Geschichte der katholischen Kirche wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Gegen die Entscheidung hatte er Berufung eingelegt. Er weist alle Vorwürfe zurück. […..]

Für das bißchen Kinderficken soll er im Knast schmoren?
Der Kardinal ist immer noch genauso fassungslos wie sein Star-Anwalt.

[….][….] The Melbourne-based lawyer representing disgraced former cardinal George Pell today stood inside a packed Victorian County Court metres from his ageing client and dug his heels in.
Dressed in a black robe with matching black glasses, he called Pell’s 13-year-old victims “naughty boys” for drinking church wine before they were attacked.
He argued that Pell’s crimes — which include sexual penetration of a child under 16 — were “plain” and “vanilla”.
He suggested the Vatican’s third most senior catholic should get a slap on the wrist because his sex crimes against two boys lasted “less than six minutes”, there was “no ejaculation” and “no use of any implement”. [….]

“Plain vanilla penetration”, zu deutsch – bloß ein bißchen Blümchen-Analsex mit zwei Kindern.

Ach sooooo, wenn es weiter nichts ist, kann man dem Kardinal ja nun echt keine Vorwürfe machen.
Bergoglio fühlte sich auch nicht veranlasst das irgendwie zu kommentieren, sein Missfallen auszudrücken, ein Wort des Mitgefühls an die Opfer zu richten, von denen eins sich aus Gram umbrachte.
Nein, es sieht auch bisher offenbar keinen Anlass George Kardinal Pell seine Titel zu entziehen oder ihn gar in den Laienstand zu versetzen.
War doch wirklich nicht schlimm:


noch nicht mal abgespritzt hätte der Kirchenfürst.
Es ist ja nicht so, daß Kardinal Pell ein echtes Verbrechen begangen hätte wie zB sich scheiden zu lassen oder als lesbische Frau in einem Krankenhaus zu arbeiten. […..]

Wir können einiges aus dem Fall Pell lernen.
Nach wie vor tönt dröhnendes Schweigen aus dem Vatikan.
Der Stellvertreter Christi aus Erden, der Pell 2014 trotz der weltweit bekannten (und auch auf diesem Blog lange vor 2014 diskutierten) Vorwürfe in ein der drei absoluten Top-Positionen erhob, stellte sich nicht nur damals demonstrativ auf die Seite der Kinderficker und gegen die Opfer, sondern er tut das auch offensichtlich nach dem Urteil immer noch, indem er gar nicht dran denkt die Kardinalswürde Pells zu kassieren.
Das sind deutliche Hinweise aus Rom nach Australien: Wir mögen Pell und stehen zu ihm!
Das zeigt einmal mehr wie katastrophal falsch, fahrlässig, perfide und moralisch verwerflich die deutsche Bundesregierung handelt, die nach wie vor der Täterorganisation RKK selbst die Aufklärung ihrer Myriaden-fache Kindersexverbrechen überlässt.
Natürlich blockieren die untervögelten Geronten in Nachthemden. Wie könnte das deutlicher sein, als in der Person des Missbrauchsbeauftragten der deutschen Bischöfe – des Trierer Bischofs Ackermann, der in seinem eigenen Bistum weiterhin die Opfer seiner Pädo-Priester auslacht?

[….]  Der Sonderstatus der Kirche muss ein Ende haben
Der Schuldspruch gegen den australischen Kurienkardinal George Pell zeigt: Es braucht den Rechtsstaat, um aufzuräumen mit klerikalem Filz und Selbstgerechtigkeit in der katholischen Kirche. [….]

Weltweit haben Staaten gezeigt, daß die weltliche Justiz, am besten in Form von Regierungskommissionen gefragt ist, wenn es gilt die massenhaften Sexverbrechen der Kirche aufzuklären. Es gab solche Untersuchungen in Irland, Holland, den USA und Australien.
Deutschland tut nichts. Merkel und ihren ultrakatholischen Freundinnen AKK, Schavan, Thierse, Kretschmann und Nahles, scheint der Schutz der sadistischen Straftäter in Soutane immer noch wichtiger zu sein als Gerechtigkeit und Opferschutz.

[…..] Kardinalverbrechen
Australien zeigt: Bei Missbrauch muss der Staat einschreiten. […..] Vor allem aber beweist das Urteil: Die so lange vertuschten Verbrechen lassen sich nur dann erfolgreich aufklären, wenn staatliche Ermittler sich darum bemühen. Dass die katholische Kirche allerorts eigene Aufklärungskommissionen einsetzt, ist zwar schön, gut und nötig. Aber es reicht halt nicht. Australien zeigt der Welt: Hier muss der Staat ran. […..]

Mittwoch, 21. August 2019

US-Christen als idealtypische Rassisten.


Konservative US-Amerikaner begreifen sich heute noch als eine Nation der Pilgerväter, halten zu Thanksgiving – dem in Gods Own Country so ungeheuer wichtigen Feiertag - die Tradition der frommen pilgrim hoch.
Fromme und mutige Männer, die sich nach der Bibel richteten und den Fesseln dekadenter europäischer Monarchien entflohen.
Noch heute sind so vielen schießwütigen Amis deswegen ihre Waffen so heilig. Einst waren sie nicht nur Symbol der Eroberung des Westens sondern auch sichtbares Zeichen ihrer Wehrhaftigkeit gegenüber absoluter Fürsten.
Diese frommen Männer zogen in ihren Planwagen los und taten wörtlich das was in der Bibel stand:
Frauen wie Dreck behandeln (das Weib schweige in der Gemeinde,
1.Korinther 14:34), alle vorherigen Bewohner Nordamerikas massakrieren (macht euch die Erde untertan 1. Mose 1,28), drastische Lynchjustiz (Auge um Auge Exodus 21,23–25), Schwule sofort töten (Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel 3.Mose 18,22) und brutale Sklaverei (ein böser Sklave gehört in den Block und verdient Schläge! Sir 33,27).

Jesus preist die Sklaverei, fordert von den Sklaven sich unterzuordnen und die RKK lässt bis heute Frauen wegen ihrer Minderwertigkeit nicht das geringste geistliche Amt übernehmen. (….)

Die ersten US-Amerikaner hatten mangels anderer staatlicher Strukturen nur die Bibel als Richtschnur und dementsprechend asozial, bestialisch, diskriminierend, rassistisch, misogyn, homophob und im drastischen Gegensatz zu jeder Menschenwürde gestaltete sich die frühe US-Gesellschaft.
Was sollte man auch sonst von einer primitiven Hirtenkultur, 1800 Jahre vor der Aufklärung erwarten?

Die Herrschaft im Haus
Sir 33,25      Futter, Stock und Last für den Esel, / Brot, Schläge und Arbeit für den Sklaven!    
Sir 33,26      Gib deinem Sklaven Arbeit, sonst sucht er das Nichtstun. / Trägt er den Kopf hoch, wird er dir untreu.    
Sir 33,27      Joch und Strick beugen den Nacken, / dem schlechten Sklaven gehören Block und Folter.          
Sir 33,28      Gib deinem Sklaven Arbeit, damit er sich nicht auflehnt; /
Sir 33,29      denn einem Müßigen fällt viel Schlechtigkeit ein.     
Sir 33,30      Befiehl ihn zur Arbeit, wie es ihm gebührt; / gehorcht er nicht, leg ihn in schwere Ketten!
(Das Buch Jesus Sierach)

Unglücklicherweise denken große Teile der US-amerikanischen Gesellschaft auch noch knapp 400 Jahre nachdem die ersten Pilgrim Fathers auf der Mayflower über den Atlantik schipperten man solle sich nach dieser Bibel richten.

(…..) In der Bibel preist Jesus auch die Sklaverei.
Linkshänder wurden verbrannt, weil sie die Teufelshand benutzten. Wollte die Kirche so.
Ungläubige, Juden, Muslime wurden von der Kirche massakriert.
Gemischtrassige und gemischt konfessionelle Ehen verboten.
Die Kirche pries Kinderarbeit und predigte fast 2000 Jahre ihrer Geschichte, daß man Kinder regelmäßig verprügeln muß.
Die Kirche jagte Jugendlichen Angst ein, wenn es um Masturbation ging.
Kirchen verboten das Bankenwesen und Zinsen.  

Die Kirche hat Menschen gefoltert und ermordet, weil sie sich für den Heliozentrismus stark machten.
Kirchen haben arabische Zahlen wegen der "teuflischen Null" untersagt.

Sich im 21. Jahrhundert auf Bibel, Gott und Kirche und Heiliges zu beziehen, ist ganz ganz ganz ganz ganz ganz ganz schlecht.

Der Typ entstammt einer altertümlichen primitiven Hirtenkultur, die keine Menschenrechte kannte und fleißig vor sich hin mordete.
Bischöfe und niedere Religioten, die sich heute noch auf die Bibel beziehen, sollte man nicht ernst nehmen. (….)

Wer sich im Jahr 2019 ernsthaft als Evangelikaler versteht, also immer noch die Bibel wörtlich auslegt, wählt wenig überraschenderweise Trump.
Seine Hetze gegen Dunkelhäutige, seine tiefe Frauenverachtung und die Gewalttätigkeit seiner Impulse machen ihn zum idealen Frühchristen.

Besonders traurig ist es zu sehen wie gut die Jahrhunderte lange Gehirnwäsche funktioniert. So sind überdurchschnittliche viele Nachfahren der schwarzen Sklaven besonders fromm.
Einer der weltweit meist bewunderten Kämpfer für die Rechte unterdrückter Schwarzer, Friedensnobelpreisträger Martin Luther King Jr. (* 15. Januar 1929 † 4. April 1968), der bekannteste Sprecher des Civil Rights Movement war ein Baptistenpastor.

Die psychologischen und soziologischen Faktoren, die so lange Unterdrückte und künstlich ungebildet Gehaltene christlich fromm machen, sind offensichtlich.

Aber intellektuell ist es eine Schande mit der Bibel in der Hand, dem Werkzeug der Sklaverei für Bürgerrechte zu argumentieren.
Weltweit waren es immer christliche Kirchen, die sich hartnäckiger als alle anderen gegen Fortschritte bei den Bürgerrechten wehrten und die alten Unterdrückungssystem aufrechterhalten wollten.

[….] Die Kirche in den USA war in den Sklavenhandel verwickelt. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder neue Details darüber bekannt - etwa der Fall der von den Jesuiten betriebenen Georgetown-University, die verschleppte Menschen verkaufte. [….] Damals wie heute bevorzugen nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten den Gottesdienstbesuch in einer Gemeinde mit Menschen eines ähnlichen sozialen und ökonomischen Status. Noch immer ist die Gemeindezugehörigkeit auch massiv von der Hautfarbe bestimmt. [….]
 Priester, Bischöfe und Ordensgemeinschaften [haben]  in früheren Jahrhunderten nicht nur Sklaven besessen [….], sondern [waren]  auch aktiv in den Sklavenhandel verwickelt.
Nachdem vor 400 Jahren die ersten afrikanischen Sklaven in Nordamerika eingetroffen waren, wurden sie auch von Katholiken erstanden und ausgebeutet. Manche jungen Frauen bekamen von den Eltern Sklaven geschenkt, die sie dann als ihre „Mitgift“ mit ins Kloster nahmen. Auch Louis William DuBourg (1766-1833), Bischof in dem Gebiet von Louisiana, besaß einige und versorgte auch die Vinzentiner in Missouri mit Sklaven.
Auch Universitäten besaßen Sklaven[….] 1862 wurde in jenen Südstaaten, die sich im Krieg befanden, die Abschaffung der Sklaverei verkündet. Nach dem folgenden Bürgerkrieg (1861-1865) waren die Sklaven freie Menschen. Dennoch wurden sie auch kirchlicherseits lange nicht als gleichberechtigt anerkannt. [….]

Dienstag, 20. August 2019

Linke Nörgler


In den Anfangsjahren des Privatfernsehens, waren wir von der bunt-poppigen Vielfalt natürlich überwältigt.
Schließlich hatte es Jahrzehnte nur „Erstes, Zweites und Drittes“ gegeben, deren Programmschemata man genau kannte.

Über eine längere Zeit gab es den stramm konservativen Kirch-Springer Kohl-Block, der mit Sat1, Pro7 und Kabel1 auf reine Unterhaltung setzte, kaum in Informationssendungen investierte, weitgehend auch auf Nachrichten verzichtete, jedoch bei den sporadischen Magazin-Sendungen gar nicht erst versuchte neutral zu wirken, sondern sich mit Sendungen wie Mertes‘ „Zur Sache, Kanzler“ als CDU-Werbung verstand.
Kohl und Kirch waren privat und geschäftlich eng miteinander verquickt.

Dem gegenüber standen „die Bertelsmänner“, zu denen RTL, RTL2 und VOX zählten. Der alteingesessene mittelständische Gütersloher Verlag Bertelsmann mit seinem modernen, aufgeschlossenen Patriarchen Reinhard Mohn hatte in RTL, Gruner und Jahr, sowie den SPIEGEL investiert und sich damit auf der eher liberalen Schiene positioniert. Bertelsmann kannte man bis daher eher vom „Bertelsmann Buchclub“ und wußte, daß dort in der niedersächsischen Provinz eine Druckerei betrieben wurde. Mohn hatte aber den richtigen Riecher und stieg so zum international tätigen Milliardär auf.
Damals war es noch anrüchig, wenn seriöse Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Sender zu den Privaten wechselten.
Sat1-Zampano Fred Kogel hatte großen Einfluss auf die Show-Szene, aber Günther Jauch ging doch spektakulär zu RTL und begründete es ausdrücklich damit, daß er nicht verantworten könne für die Kirchgruppe zu arbeiten, aber „mit den Bertelsmännern kann ich leben".
Der alte Reinhard Mohn engagierte sich gesellschaftlich, sorgte sich um die Zukunft, gründete eine Stiftung und rüttelte immer mehr mit modernen Ansichten seiner Studien auf.
Als der Philanthrop 2009 im Alter von 88 Jahren starb, gab es zunächst etwas unübersichtliche Verhältnisse, da er sechs Kinder aus verschiedenen Ehen hatte und das Vermögen in Stiftungen steckte.
Letztendlich bekam aber seine zweite und 20 Jahre jüngere Frau Elizabeth „Liz“ die totale finanzielle Kontrolle über alles.

Sie ist Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und des Lenkungsausschusses der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, übt dort das Amt der Familiensprecherin aus und ist Mitglied der Aufsichtsratsgremien von Bertelsmann. Mohn ist daneben stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung.

Witwe Liz tickt ganz anders als ihr liberaler Mann. Sie ist eine enge Freundin Merkels und Unterstützerin der CDU.
Bis auf den SPIEGEL mit seiner hochkomplizierten Eigentümerstruktur – über die Hälfte des Spiegel-Verlages gehört den Mitarbeitern – gingen alle Medien des Bertelsmann-Konzerns auf deutlich konservativeren Kurs.

Mit ihren Freundinnen Liz und Friede (Springer) hat Merkel nun anders als ihr CDU-Vorgänger-Kanzler Kohl nicht nur die Hälfte der privaten Boulevardmedien auf ihrer Seite, sondern fast alle.
Die berühmten Bertelsmann-Studien der reichen Stiftung gibt es immer noch. Sie erregen nach wie vor sehr viel Aufmerksamkeit.
Aber wenn die „Bertelsmänner“ wie zuletzt spektakulär fordern die Hälfte der deutschen Krankenhäuser zu schließen, begeistert das nicht nur den zuständigen Gesundheitsminister Spahn, sondern weckt anders als zu Reinhards Zeiten erhebliche Zweifel an der Objektivität.

[…..] Soll die Hälfte der Kliniken geschlossen werden, um so angeblich die Gesundheitsversorgung zu verbessern? Diese Forderung ist plump und falsch: Sie macht Angst
[…..]  Ökonomisierung der Medizin ist ungut. Die Medizin ist keine Wirtschaftsbranche wie jede andere. Für Kranke sind Faktoren wichtig, die in betriebswirtschaftlichen Programmen keine oder kaum eine Rolle spielen: Zeit, Geborgenheit, und (auch wenn es altmodisch klingt) Barmherzigkeit. […..]  Was zählt eigentlich mehr, wenn Krankenhäuser an der Börse notiert sind: die Bedürfnisse des Shareholders oder die des Patienten? […..] Der Münchner Pflegekritiker Claus Fussek sagt daher, Pflege und Krankheit sind eigentlich "nicht börsen- und renditefähig".
[…..]  Die Art und Weise, wie jüngst die Bertelsmann-Stiftung ihre Studie über eine Radikalreform des Krankenhauswesens in die Gesellschaft knallte, war ein ungutes Exempel. Sie war vertrauenszerstörend und angstmachend. Sie war ohne Sensibilität, ohne Empathie und ohne regionale Differenzierung. Die Studie forderte, weit mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser zuzusperren und stattdessen auf Großkliniken zu setzen - ganz im Interesse von Giganten wie der Rhön-Klinikum AG, in deren Aufsichtsrat Liz Mohn sitzt, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung. […..]

Bertelsmann ist wahrlich keine links-liberale Stimme mehr und erfreut heute eher die stramm Neoliberalen.
So darf man auch die neueste Bertelsmann-Studie verstehen: Als Hofknicks und Warnung an die Konservativen!
Hilfe, die SPD-Minister dominieren die Groko und die die Gesetzgebung.
Für Leser meines Blog kann das keine Überraschung sein. Tagein tagaus bete ich das Mantra von den nicht nur unfähigen, sondern auch faulen Unionsministern, die außer Besitzstandswahrung und Lobbyisten-Unterwürfigkeit  gar keine eigene Agenda mehr haben.
Konservative würden nun den Namen „Spahn“ einwerfen, der sei doch so umtriebig.
Ja, in der Tat, der kündigt viel an und macht großen Wirbel.
Allerdings geht es ihm nur um Eigen-PR; wie die Gesetze umgesetzt werden ist im völlig egal. Alles, das Spahn tut, verpufft.

[….]  Nach eineinhalb Jahren im Gesundheitsministerium hat sich Spahn ein Image als Macher erarbeitet, als einer, der nicht lange fackelt und auch die schwierigen Themen anpackt. [….]  Spahn will zeigen: Er sieht die Probleme und reagiert.
Nur ob seine Vorschläge wirklich etwas verbessern, wird sich erst zeigen müssen.
Am Jahresanfang versprach Spahn 13 000 neue Stellen in der Pflege. Bis jetzt sind es erst 300.
Interessant ist, dass Spahn inhaltliche Rückschläge in der öffentlichen Debatte kaum belasten. Während sich andere Politiker im Kampf um einzelne Vorschläge verhaken, perlen Niederlagen an Spahn ab. [….]  "Ein Gesetz zu machen, ist das eine", sagt Schmidt, "die Frage, wie es umgesetzt wird, das andere." [….]  Dem ehrgeizigen Spahn dürfte das nicht so wichtig sein.   Denn dann ist er vielleicht schon weitergezogen. […..]

Die Bertelsmänner haben sich diese Effektlosigkeit der Unions-Minister genauer angesehen und die Arbeit des Groko-Kabinetts überprüft.
Das Ergebnis ist ein Desaster für die Parteichefs Söder und Kramp-Karrenbauer.

Die SPD-Seite der Groko arbeitet höchst effektiv und seriös.

[….]  Hält die Große Koalition, was sie verspricht? Weitgehend ja - zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. [….]  Demnach hat die Regierung aus Union und SPD in ihren ersten 15 Monaten zahlreiche Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. 47 Prozent der Versprechen seien vollständig oder teilweise erfüllt, 14 Prozent "substanziell in Angriff genommen" worden. Das sei deutlich mehr als die - ebenfalls schwarz-rote - Vorgängerregierung zur Halbzeit geschafft hatte.
Die Autoren der Studie untersuchten 296 "echte Versprechen": Vorhaben, bei denen sich klar überprüfen lässt, ob sie umgesetzt wurden. Ihr Fazit: Die Bilanz der jetzigen Koalition sei "rekordverdächtig". Sollte die Regierung in ihrem jetzigen Tempo weiterarbeiten, könnte sie bis zum Ende der Legislaturperiode fast alle Versprechen eingelöst haben.


[….]  Von den 296 Wahlversprechen stammen der Studie zufolge 73 (etwa ein Viertel) aus dem Wahlprogramm der SPD und 32 (elf Prozent) aus denen von CDU und CSU. 46 Vorhaben (16 Prozent) finden sich in den Programmen beider Koalitionspartner wieder. [….]  Zwischen Union und SPD ist die Umsetzungsbilanz ausgeglichen: Die SPD setzte der Studie zufolge 33 der 73 Vorhaben um, die allein aus ihrem Wahlprogramm stammen (45 Prozent). Von den 32 unionsgeprägten Versprechen waren am 30. Juni, dem Stichtag der Untersuchung, 14 umgesetzt worden (44 Prozent). [….] 

Während für die CDUCSU die blamable Erkenntnis bleibt, daß ihre Minister sehr viel schlechter als die Sozen arbeiten, müssen sich Totalversager wie Andrea Nahles fragen lassen, wie zum Teufel sie es geschafft haben eine so erfolgreiche Realpolitik als völliges Desaster zu erkaufen.
Viele SPD-Mitglieder wollen „nur noch raus aus der Groko“, weil sie fest davon überzeugt sind, diese erreiche gar nichts oder setze nur neoliberale Dinge um – obwohl das diametrale Gegenteil der Fall ist.
                                                                      
Das ist ein ganz neuer Spin des Versagens der politischen Linken von 2019:
Wählerabschreckung durch Erfolg!
Enttäuschung auslösen durch Ehrlichkeit!
Die eigene Parteibasis frustrieren durch Effektivität.
Sozial Schwache vergrätzen durch Politik für sozial Schwache.

Die Groko arbeitet nicht nur gut, sondern so viel besser als ihr Ruf, daß es schon an ein Wunder grenzt demoskopisch so katastrophal dazustehen.

[…..] Die GroKo glänzt unbemerkt.
"Besser als ihr Ruf" betitelt die Bertelsmann Stiftung ihre ausführliche Auswertung der Arbeit der Großen Koalition und trifft damit den Kern der vorgestellten Forschungsergebnisse: Viele Menschen sind demnach überzeugt, dass Koalitionsversprechen oft nicht umgesetzt würden. [….]

Da setzt die Groko überwiegend und kontinuierlich ureigene SPD-Forderungen um und in den Sozi-Basisgruppen auf Facebook ziehen Jusos und Parteilinke über Scholz als „Schäuble 2.0“ her, ätzen er solle endlich in die CDU übertreten.
Die SPD müsse die Groko sofort verlassen, weil nur Unionspolitik gemacht werde.
Nichts könnte ferner der Wahrheit sein. Aber die Linken scheinen sich in einer Trump-artigen Fakenews-Blase eingenistet zu haben, in der sie nichts anderes tun, als die eigene Partei zu schädigen, indem sie über die eigenen Minister herziehen und ihnen vorwerfen die Partei zu schädigen.
Die SPD setzt zum Entsetzen der Rechten konsequent ihre Forderungen durch und anschließend sind die Linken noch entsetzter als die Rechten, weil sie fest davon überzeugt sind ihre Partei setze in der Groko nichts durch.
Kann man sich nicht ausdenken.