Dienstag, 21. Oktober 2014

Familie



Konservative amerikanische Lobbyorganisationen sind professionell.
Als besonders effektiv erachte ich ihre Begriffswahl.
„Pro Life“ oder „Family Values“. Das ist genial. Damit wird ein allgemein als positiv erachteter Terminus okkupiert und diejenigen, die sich politisch anders aufstellen, werden gleich in eine negativ konnotierte Ecke gestellt.
Es wird eine Scheindebatte aufgezwängt. Als ob irgendjemand GEGEN das Leben oder GEGEN die Familie wäre.

In Deutschland benutzen die radikalen Abtreibungsgegner zwar formal den gleichen Begriff, nämlich „Lebensschützer“, aber das funktioniert nicht ganz so gut, weil „Schützer“ ungebräuchlicher als das simple „pro“ ist und weil die gesellschaftspolitischen Gewichte hier anders verteilt sind.
Die Typen, die beim jährlichen Berliner „Marsch für das Leben“ ihre Holzkreuzchen spazieren führen, werden von einer überwältigenden Mehrheit der Bürger nicht ernst genommen.


Erfolgreicher sind die Homohasser, die genau wie in Amerika den Begriff „Familie“ okkupieren. Damit unterstellen sie allen Vertretern einer liberaleren Linie einen Antagonismus zur Familie. Gebetsmühlenhaft wird auf das Grundgesetz, welches die Familie schützt, verwiesen, so daß LGBT-Rechtler auch noch in die Ecke der Verfassungsfeinde gerückt werden.

Artikel 6 GG

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

Sachlich ist es natürlich völlig falsch, daß eine gleichgeschlechtliche Ehe einer gegengeschlechtlichen Ehe irgendetwas wegnähme.
Art. 6 wird davon überhaupt nicht berührt.
Dennoch verwenden Rechte von Ratzi bis Lucke immer wieder dieses grotesk falsche Bild.

 […] Papst Benedikt XVI. hat erneut eine Verwässerung des klassischen Familienbildes kritisiert - und damit indirekt gleichgeschlechtliche Beziehungen. Ohne die Homo-Ehe ausdrücklich zu erwähnen, warnte der Pontifex bei einem Weihnachtsempfang für die Kurie im Vatikan vor einem "Angriff auf die wahre Gestalt der Familie aus Vater, Mutter, Kind".
In den vergangenen Monaten waren international immer wieder Debatten über gleichgeschlechtliche Partnerschaften und das Adoptionsrecht homosexueller Paare aufgeflammt. Benedikt sprach von einer "Krise der Familie". In einigen Ländern, so die Nachrichtenagentur Reuters, gehe die katholische Kirche auf lokaler Ebene deshalb Allianzen mit Juden, Muslimen und Vertretern anderer Religionen ein, um gegen eine Legalisierung der Homo-Ehe vorzugehen.
Der Papst beklagte die "tiefe Unwahrheit" moderner Theorien über die sexuelle Identität, wonach das Geschlecht eine persönliche Entscheidung sei. Als Grundlage zitierte er dafür die Worte der französischen Schriftstellerin, Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir: "Man wird nicht als Frau geboren, sondern man wird dazu." […]


[…] Diskriminierung muss nicht als grobe Beschimpfung daherkommen. Oft verbirgt sie sich in subtilen Sticheleien, oder im überschwänglichen Lob einer Lebensform, wenn in Wahrheit die andere herabgewürdigt werden soll. Ein anschauliches Beispiel bot der Parteitag der Alternative für Deutschland im hessischen Gießen. Parteichef Bernd Lucke sprach vor dem zerstrittenen Landesverband über Ex-Fußballer Thomas Hitzlsperger, der sich kurz zuvor zu seiner Homosexualität bekannt hatte.
Solche Beichten erforderten heutzutage doch keinen großen Mut mehr, dozierte VWL-Professor Lucke. Mutig wäre es gewesen, wenn der Sportler die "Verfallserscheinungen" von Ehe und Familie gegeißelt hätte, wenn er sich dazu bekannt hätte, dass diese Lebensformen "für unsere Gesellschaft konstitutiv sind".
Luckes Botschaft war klar: Unter Ausgrenzung leiden in Deutschland nicht etwa homosexuelle Paare, bedroht sind klassische Beziehungen - Vater, Mutter, Kind. Das Statement des AfD-Vorsitzenden hat Kalkül: Seit ihrer Gründung sendet die AfD mehr oder weniger subtile Lockrufe an erzkonservative, bibeltreue und homophobe Wähler aus. […] Beatrix von Storch, designierte Europawahl-Kandidatin des Berliner Landesverbands, [wettert] offen gegen die Macht der "Schwulen-Lobby". Die AfD Bayern klagt auf Facebook, dass im Fernsehen Homosexualität "beworben" werde. Und die AfD Baden-Württemberg hat sich der Petition angeschlossen gegen den Plan der grün-roten Landesregierung, das Thema Homosexualität im Unterricht zu besprechen: Die Regierung plane eine "pädagogische, moralische und ideologische Umerziehungskampagne" schimpft Landessprecher Bernd Kölmel. Die Wortwahl ist noch gemessen, verglichen mit den Schmähungen, die sich AfD-Aktivisten auf lokaler Ebene und im Internet leisten. Dort werden Schwule von AfDlern auch mal als "Pädophile" und "Perverse" geschmäht. […]

Zu welcher schrillen Hysterie die selbsternannten Verteidiger der “Familienwerte”, erkennt man daran, daß ihnen hauptsächlich in satirischer Form geantwortet wird.

Seit der Legalisierung der Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern in Frankreich scheinen sich die schlimmsten Befürchtungen der Gegner zu bewahrheiten: Statistiken zufolge dürften bereits knapp 2 Millionen Familien seit Inkrafttreten des Gesetzes zerstört worden sein.
Cécile B. musste die Zerstörung ihrer vierköpfigen Nachbarsfamilie miterleben: „Es war grauenhaft. Keine zwei Stunden, nachdem das Gesetz im Parlament beschlossen war, hörte ich plötzlich einen schmerzerfüllten Schrei.“ Sie rannte hinüber in die Wohnung ihrer Nachbarn, doch es war bereits zu spät: „Sie lösten sich einfach in einem grellen Lichtblitz auf. Alle vier! Alles, was übrig blieb, war ein Haufen Asche.“
Doch diese Familie war bei weitem nicht die einzige, die der Homo-Ehe zum Opfer fiel. In ganz Frankreich kam es zu spontanen Familienzerstörungen. […]

Je mehr ich christliche Fundamentalisten und gemäßigte Religioten um den Begriff „Familie“ herumeiern sehe, desto intensiver frage ich mich, was das eigentlich sein soll; die Familie?

Um nicht die vielen alleinerziehenden Mütter auch verbal auszugrenzen (finanziell sind sie es ohnehin, weil ihnen keine Steuergelder via „Ehegattensplitting“ zu fließen), sprechen Linke den Satz „Familie ist da wo Kinder sind.“

Aber auch das erscheint mir viel zu kurz gegriffen.
Denn jeder ist das Kind von irgendjemand.
Verliert man diese erste automatische Familienanbindung, weil beispielsweise beide Eltern bei einem Autounfall sterben, rutscht das Kind üblicherweise zu einem Verwandten weiter – älterer Bruder, Tante oder Opa – und bildet eine neue engere Familie.
Und selbst im schlimmsten Fall, wenn das Kind zur Adoption „freigegeben“ wird, bilden sich automatisch neue Familienbande zu den Co-Waisen oder den Adoptiveltern. Später sucht es sich Partner, bekommt vielleicht selbst Kinder.
Familien können auch nachwachsen und nur extrem wenige Menschen sind tatsächlich ganz ohne irgendeine familiäre Bindung.

Auch der kinderlose, hedonistische, sexuell breit agierende Klischee-Schwule, den ein schaudernder Ratzinger möglicherweise vor Augen hat, wird üblicherweise Eltern, Geschwister, Neffen, Cousins, Tanten und Opas haben.
Auch das ist selbstverständlich Familie.

Wissenschaftler finden übrigens eine höhere Wahrscheinlichkeit schwul zu sein, je mehr ältere Brüder man hat. Die genauen genetischen Ursachen sind nicht vollkommen geklärt, aber so macht Homosexualität auch evolutionär einen Sinn.
Wenn ein Elternpaar viele Kinder hat, muß der ererbte Acker möglicherweise in so kleine Teile aufgespalten werden, daß die Enkel kaum noch davon leben können. Sind schwule Onkel dabei entspannt sich die Lage, weil sie nicht durch eigene Kinder den Kampf um Ressourcen verschärfen und nach ihrem Tod ihren Erbteil wieder an ihre Neffen weitergeben. Das Prinzip funktioniert auch, wenn der jüngste Sohn Pastor wird – wobei schwul und Pastor sich offensichtlich nicht gerade einander ausschließt.

Auf die heutige Zeit übertragen bedeutet ein schwuler Onkel oder eine lesbische Tante ebenfalls einen großen Vorteil. Homosexuelle sind als „Dinks“ in der Regel wohlhabender und gebildeter. So können sie ihren Neffen und Nichten helfen – sowohl durch Zuneigung, als auch finanziell. Ein Kind mit Homo-Onkel/Tanten hat quasi Co-Eltern, die einen Vorteil gegenüber Kindern mit bloß normalen Eltern darstellen.
Dafür gibt es im Tierreich viele Beispiele. Eine Blässhenne hält sich für ihre großes Gelege gern ein paar weitere nicht sexuell aktive Blässhähne, die dann eifrig dabei helfen Futter für die Küken zu suchen. So überleben mehr Blässhühner.

Homosexualität fördert also Familien.

Der neue Papst ist aber ähnlich ewig gestrig wie der Alte und behauptet freundlich lächelnd das Gegenteil der Wahrheit.

Papst Franziskus hat sich wenig erfreut gezeigt über einen Vorstoß des römischen Bürgermeisters Ignazio Marino zugunsten der Homo-Ehe. Vor der in Rom tagenden weltweiten Bischofssynode zum Thema Familie hat sich der Papst am Samstagvormittag in einem kurzen Redebeitrag kritisch darüber geäußert, dass Marino am selben Tag mehrere schwule und lesbische Paare, die in anderen Ländern eine Ehe eingegangen sind, im römischen Rathaus amtlich registrieren wollte. […]  Mit welchen Worten der Papst das Vorpreschen des zur linken Partei der Demokraten gehörenden Bürgermeisters kommentierte, teilte der Vatikan zunächst nicht mit. Teilnehmer der Synode berichteten, Franziskus, der zugleich auch Bischof von Rom ist, habe seine Kritik unzweideutig zum Ausdruck gebracht.  Zuvor hatte bereits die italienische Bischofskonferenz CEI den Akt verurteilt. «Dass diese willkürliche Anmaßung gerade in diesen Tagen in Rom inszeniert wird, ist unannehmbar», heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der CEI. […]

Kollege Schönborn, Bischof von Wien, denkt genauso, versucht sich aber dialektisch zu winden.

Zurück von der außerordentlichen Familiensynode in Rom hat Kardinal Christoph Schönborn den Medien am Montag einen thematischen Tunnelblick vorgeworfen. In einer Pressekonferenz in Wien kritisierte er den Fokus auf Wiederverheiratete und gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Im Mittelpunkt sollte aus seiner Sicht aber der Rückgang des institutionellen Heiratens an sich stehen.
"Das große Thema dieser Synode war nicht die Homoehe, pardon", sagte der Wiener Erzbischof. "Das große Thema ist, dass überhaupt nicht geheiratet wird, und zwar weltweit." Stattdessen täten sich die Menschen zusammen und blieben beieinander […]

Hier gelangt ein Kirchenfürst endgültig ins schlimme Schwafelwasser.
Nein, man habe nichts gegen Schwule und wolle auch gar nichts dazu sagen, aber es ist schon irgendwie von Übel, wenn Menschen ohne kirchlichen Trauschein zusammen leben.
Geht es noch?

Der im Vergleich zu Schönborn noch liberale evangelische Chefbischof Schneider kann auch nicht sagen, was Familie ist und weswegen einige keine Familie sein sollen, obwohl sie es doch offensichtlich sind.
Wie seine Vorgängerin Käßmann tut Schneider etwas eigenartiges, wenn er nichts inhaltlich zum Thema beizutragen hat: Er gibt Interviews und breitet sich mit vielen nichtssagenden Waberworten à la Merkel aus.
So erschien der SPIEGEL gestern mit einem Interview des Chefs von 23 Millionen deutschen Christen und druckte drei Seiten lang Belanglosigkeiten ab.

SPIEGEL: Kaum etwas hat die Evangelische Kirche in Deutschland so umgetrieben wie die familienpolitische Orientierungshilfe, die in ihrer Amtszeit veröffentlicht worden ist. Viele ihrer Kirchenmitglieder haben das Papier so verstanden, als gebe die EKD die Institution der Ehe auf. Wie konnte es so weit kommen?

 Schneider: Natürlich wollten wir nie die Ehe aufgeben, das ist Unsinn. Richtig ist auch: Das Papier hat eine sozialpolitische Ausrichtung. Aber manche Kritik an dem Papier ist berechtigt. Die theologische Grundlegung ist zu kurz geraten – insbesondere mit Blick auf die Institution der Ehe.

SPIEGEL: Vielleicht lag ein Fehler auch darin, in die Kommission, die das Familienbild der EKD prägen soll, eine Soziologin zu berufen, die die Ehe schon als „Erblast im Geschlechterverhältnis“ bezeichnet hat. Besondere Euphorie für die klassische Familie ist da kaum zu erwarten.

Schneider: Es ist gut evangelisch, dass solche Kommissionen mit Menschen besetzt werden, die verschiedene Meinungen innerhalb unserer Kirche abbilden. Die in der Debatte um das Familienpapier angestoßenen Grundsatzfragen arbeiten wir derzeit mit der Kammer für Theologie auf.

SPIEGEL: Noch vor Kurzem hieß es, die EKD wolle auch ein Papier zur Sexualethik vorlegen. Was ist daraus geworden?

Schneider: Es gibt Vorarbeiten, aber noch kein fertiges Papier. Wir haben uns darauf verständigt, dass wir zunächst die Grundsatzarbeit zum Thema Familie abschließen, bevor wir uns mit Fragen der Sexualethik auseinandersetzen.

SPIEGEL: Hängen die Themen nicht miteinander zusammen?

 Schneider: Ja, aber das ist ein sehr komplexes Thema. Sexualität außerhalb der Ehe ist für manche eine heikle Frage. Und wir wollen auch Antworten finden etwa für Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen, für Transgender und Transsexuelle.
(DER SPIEGEL 20.10.14, s.38)


Im Ernst?
Wem ist damit geholfen?
Sex ist ein „kompliziertes Thema“ und eine „heikle Frage“?
Na gut, ich denke auch, daß Sex kompliziert sein KANN (außer für mich natürlich, da ich im strengen Zölibat lebe), aber ein Aspekt ist ganz einfach: Nämlich was dazu irgendwelche Geronten im Kleid denken.
Wen interessiert es ob die Kammer der Theologie dazu irgendwann ein neues Diskussionspapier entwirft?
Schämt sich Schneider gar nicht dafür mit solchen Nicht-Aussagen an die Öffentlichkeit zu gehen?

Ich kann einfach nicht verstehen worin die Relevanz der Definition einer „Ehe“ durch verschiedene Religioten besteht.
Sind wir nicht ein freiheitlicher Staat, in dem das jeder selbst entscheiden darf?
Die sogenannte „klassische Ehe“ bedeutete über viele Jahrhunderte vor allem Unfreiheit.
Die Väter unseres Grundgesetzes, auf dessen Art. 6 sich nun die Ehebewahrer so vehement beziehen, sahen auch noch vor, daß eine Ehefrau die Erlaubnis ihres Mannes brauchte, wenn sie einem Beruf nachgeht.
Daß sie straffrei in der Ehe vergewaltigt werden durfte und daß man seine Kinder schlug – mit großer Verve von den christlichen Kirchen an Hunderttausenden Heimkindern vorgemacht.
Kinder wurden übrigens zu Heimkindern und damit grausamster physischer und psychischer und oft auch sexueller Qualen ausgesetzt, wenn sie „Bastarde“, also unehelich waren. Dieses hunderttausendfache Megaverbrechen war Folge der starren Normen der klassischen Ehe, nach der sich Herr Ratzinger so sehnt.

Natürlich „hält“ die klassische Ehe länger, wenn einer der Ehepartner weitgehend entrechtet ist, sozial geächtet wird, wenn er sich der Ehe entzieht und auch finanziell ins Bodenlose fällt.
Erst der mühsame Kampf für die Anerkennung von Heimkindern als echte Menschen und Ex-Ehefrauen, die sich ihrer Ehe entzogen, machte es möglich, daß man überhaupt Alternativen zur de facto Zwangsehe hatte. Man denke an all die Menschen, die Hals über Kopf in eine unglückliche Ehe gezwungen wurden, weil sie einmal beim Umgang mit Empfängnisverhütung patzten.

Es muß endlich Schluß damit sein Scheidungen als großes Unglück oder als Scheitern anzusehen.
Mal ganz angesehen von der erbärmlichen katholischen Definition als Todsünde.
(Verstoß gegen des Heilige Sakrament der Ehe)
Die Möglichkeit zur Scheidung ist generell etwas sehr Gutes.
Meine Eltern blieben bis zu ihrem Lebensende engste Freunde und Vertraute. Das gelang in ihrem Fall sicher nur deswegen, weil sie sich 40 Jahre zuvor scheiden ließen. Natürlich ist das kein typischer Fall, aber es gibt mehr und mehr Familienkonstellationen, in denen große Harmonie mit Ex-Ehepartnern herrscht.
Die „klassische Ehe“ von Herrn Lucke und Herrn Ratzinger ist weder schlechter noch besser als alle anderen Formen des Zusammenlebens oder Nichtzusammenlebens.
Erst wenn man als Mutter die echte Option hat den Mann zu verlassen und nicht angefeindet eine lesbische Beziehung einzugehen, kann man von „glücklicher Familie“ sprechen.
Das Zusammenleben zwischen Menschen ist schon aus soziologischen und psychologischen Gründen extrem heikel. Daher wählen inzwischen auch viele ganz bewußt die Option eines nicht sexuellen Lebens, oder noch weit häufiger, die Option eines Lebens in einem Singlehaushalt mit nicht näher definierten sexuellen Aktivitäten.
Was wir dabei überhaupt nicht brauchen, sind staatlich und kirchlich vorgegebene Gerüste und Leitbilder, nach denen Ehen immer möglichst hetero, möglichst monogam und vor allem möglichst langlebig sein müssen.
Es ist ja schön, wenn jemand 70 Jahre glücklich mit einem Partner zusammen ist.
Deswegen ist es aber kein Jota weniger wertvoll, wenn man in 70 Jahren vier Ehen hatte.
Oder aber eine Phase mit täglichen Onenightstands und weiteren zehn Jahren in einer Dreierbeziehung.
Das sollen doch bitte die Menschen selbst entscheiden, wie es ihnen am liebsten ist.
Zum Glück ist das „gemeine Volk“ ohnehin weiter, als CDU-Familienpolitiker und AfD-Prinzessinnen.

Die Tendenz ist seit Jahren eindeutig: Auch in Deutschland verliert das gerne als klassische Familie gekennzeichnete Lebensmodell an Popularität. Nur 49 Prozent der Bürger leben laut der aktuellen Umfrage des Statistischen Bundesamts heute noch in einer Familie mit Kindern. 1996 waren es noch 57 Prozent. Diese Zahlen ergeben sich aus dem Mikrozensus 2013, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und in Europa. […] Waren 1996 nach Darstellung der Statistiker noch 81 Prozent der insgesamt knapp 8,1 Millionen Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind Ehepaare, so sind es 2013 nur noch 70 Prozent.
Über die kommenden Jahre wird es nun interessant sein zu beobachten, ob und wie sich beispielsweise der wachsende Anteil der alleinerziehenden Mütter und Väter (1996: 14 Prozent, 2013: 20 Prozent) oder nicht-ehelicher oder gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften (1996: fünf Prozent, 2013: zehn Prozent) auf die Gesellschaft auswirken wird. […]  Berlin ist übrigens eine Art Hauptstadt der Alleinerziehenden: Dort sind knapp ein Drittel (32Prozent) der Familien Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern. In Baden-Württemberg gilt dies nur für rund jede sechste Familie (16 Prozent).
[…] Nach Auffassung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) lehnen derzeit 35 Prozent der Deutschen zwischen 20 und 39 Jahren die Ehe als überholte Einrichtung ab. […]
(Martin Zips, SZ vom 21.10.2014)

Gute Entwicklung.
Was Herr Schneiders Ehepapier dazu eines Tages sagen wird, ist irrelevant.

Montag, 20. Oktober 2014

Silberstreifchen



Natürlich, die außenpolitischen Megaprobleme überlagen die Innenpolitik.
Wer will noch ernsthaft über den Antiausländermaut-Unsinn sprechen und sich mit dem zweckfreien Seehofer-U-Boot Dobrindt belasten, wenn in Liberia, Syrien, der Ukraine, dem Irak Tausende verrecken?
Wer will sich mit schnöder deutscher Landespolitik befassen, wenn die Großpolitiker Deutschlands auch noch so offensichtlich versagen?
Foto-Uschi hält ihren Job offenbar für ein reines PR-Instrument, um sich selbst ins Kanzleramt zu pushen. Schäuble versucht sich darin die gesamte europäische Wirtschaft abzuwürgen und Steinmeiner ist bemüht und fleißig – ohne jedoch irgendwo Erfolge vorweisen zu können.

Schön ist das alles nicht. Unterdessen setzt sich die kot-farbige AfD mit ihrem rechtsextremen Nachwuchs in der landespolitischen Landschaft fest.
In Berlin befragt die SPD unterdessen ihre Mitglieder wer der neue Wowi werden soll. Die einzige Möglichkeit etwas Neues zu wagen war ein Votum für Raed Saleh, der mit 18,6 Prozent ganz hinten landete. Berliner SPD entscheidet sich gegen einen Neuanfang. Wowereit-Intimus Langweile-Müller bekam fast 60% der Stimmen.
Ach ja.
Mitgliederbefragungen bei der SPD haben noch nie etwas Gutes gebracht, weil sich die vielen Karteileichen meist an dem Hildebrandtschen Motto „Die SPD scheißt in jede Hose, die man ihr hinhält“ orientiert.
Erst wählten sie sich 1993 ausgerechnet Rudolf Scharping zum Vorsitzenden, der im drauf folgenden Jahr – natürlich – die Bundestagswahl verlor.
2013 kam die ¾-Entscheidung der Mitglieder für eine erneute Kanzlerschaft Merkels.

Aber es gab noch die Wahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg.
In Sachsen wurde es schließlich Schwarz-Rot. Damit kann ich angesichts der Ergebnisse leben. Es gab keine ernsthafte Alternative. Martin Dulig scheint ein Guter zu sein. Vielleicht kann er sich ja im Amt etwas profilieren und dann 2019 ein bißchen zulegen.

Sinniges auch in Brandenburg. Die SPD mit Ministerpräsident Dietmar Woidke läßt die Offerten der CDU an sich abprallen und regiert weiter mit den Linken. Recht so.

Schon mal 2:1 für mich. Zwei gute SPD-Landesentscheidungen; eine Schlechte.

Und das Problem-Bundesland Thüringen?

In Thüringen herrscht ein Theologen-Oligopol, das alle Parteien durchzieht und zudem ist die Erfurter SPD für das völlige Fehlen ihrer Hoden bekannt.

Für immer unvergessen der Ausschließeritis-König Christoph Matschie, der sich 2009 als einer der größten Deppen Nachwendeparteipolitik positionierte.

Wenn man mit vollem Anlauf gegen eine Wand prallt, sich nicht nur eine blutige Nase holt, sondern dabei auch noch ein lebensgefährliches Schädel-Hirn-Trauma erleidet, sollte man nach dem Aufwachen auf der Intensivstation einige Schlüsse ziehen.

Man könnte beispielsweise gelernt haben, daß eine gemauerte Wand offensichtlich stabiler als ein menschlicher Kopf ist und fürderhin davon absehen die Widerstandskraft der Hirnschale erneut an einer Wand zu testen.

Matschbirne Matschie ging einen anderen Weg.
Der Möchtegernministerpräsident von Thüringen, dessen hysterischer Ausschließeritis-Wahlkampf dazu führte, daß er bei den Landtagswahlen vor vier Wochen demütigend auf Platz 3 (18.5%) landete - neun Prozentpunkte hinter der LINKEn (27,4%), fand den Schlag vor den Kopf noch nicht heftig genug und wand sich mit der Partei zu koalieren, mit der sich fast alle Punkte des SPD-Wahlprogramms umsetzen lassen.

Matschie gruschelte stattdessen die abgestrafte CDU an, die politisch am weitesten von der SPD entfernt ist, die deutlich vom Wähler abgewählt wurde und die im letzten Jahr durch ein extremes Maß an menschlicher Unanständigkeit auffiel.

Mit notdürftig verbundener Birne raste Matschie erneut gegen die Wand.

Nur zur Sicherheit.
Das Bundestagswahlergebnis in Thüringen gab die entsprechende Quittung:
Die SPD fiel im Vergleich zu dem Landtagswahlergebnis vor vier Wochen erneut zurück und kam nur noch 17,6 % - inzwischen beträgt der Abstand zu LINKEn, die erneut zulegte (auf 28,8%) schon mehr als elf Prozentpunkte.

In seinem Bemühen die Sozialdemokraten total zu marginalisieren und seinem Titel als „dümmster Politiker Deutschlands“ alle Ehre zu machen, verkündete der Erfurter Obersozi nun, vier Tage nach der Bundestagswahl ins CDU-Bett zu hüpfen und einen von Merkels Mannen als Regierungschef zu wählen.
Die CDU Thüringens.
Ausgerechnet.
Ein ganz abscheuliches Beispiel WIE MAN ES NICHT MACHT gab die Thüringische CDU ab, die ohnehin schon im tiefsten Untergeschoss der Amoral hockt und ihren wegen fahrlässiger Tötung verurteilten Ministerpräsidenten Althaus tränenrührig als reuiges Opfer inszeniert.  [….] 

Bei so vielen Schwächen könnte es bizarrerweise so sein, daß diesmal ob der nächsten SPD-Blamage nun doch ein anderer Weg gesucht wird.
Der Weg zu Rot-Rot-Grün ist hauchdünn aber dennoch frei.
Nach dem vorläufigen Endergebnis hätten R2G und Schwarz-Rot beide mit 46 von 91 Sitzen die knappste absolute Mehrheit.

Es bräuchte nun nur noch ein paar SPD-Führungsfiguren mit Rückgrat.
Der Thüringer Kultusminister und stellvertretender Ministerpräsident Matschie ist immer noch Parteichef und hatte bis zuletzt die Hosen zu voll, um eine Koalitionsaussage zu treffen. Diesmal war der Pumuckl der Theologie zwar nicht SPD-Spitzenkandidat, aber auch Frau Taubert schlotterten die Knie.

Auch Spitzenkandidatin und Sozialministerin Heike Taubert wehrt sich gegen Vorfestlegungen auf einen favorisierten Partner. Jenas SPD-Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der sich positiv über eine rot-rote Koalition äußerte, erntete dafür Kritik von Matschie. […] Die SPD ist in dieser Wahlperiode zum zweiten Mal nach 1994 eine Koalition mit der CDU eingegangen. Nach der schweren Wahlniederlage 1999, als die CDU die absolute Mehrheit gewann, entbrannte in der SPD eine heftige Diskussion um das Verhältnis zur damaligen PDS und heutigen Linkspartei, die bis heute nicht gänzlich abgeschlossen ist.

Bei der Thüringer Landtagswahl von 1994 erreichte die SPD 29,6% und ging als Juniorpartner in eine große Koalition.
Bei der nächsten Landtagswahl verlor sie dann 11,1 Prozentpunkte und sackte auf 18,5% ab.

Bei der Thüringer Landtagswahl von 2009 erreichte die SPD 18,5% und ging als Juniorpartner in eine große Koalition.
Bei der nächsten Landtagswahl verlor sie dann 6,1 Prozentpunkte und sackte auf 12,4% ab.

Alle guten Dinge sind drei, mag sich da die Sozentruppe in Erfurt denken.
Vielleicht können wir die SPD mit einer dritten GroKo ja unter die 5%-Hürde drücken.
Zuzutrauen wäre es einem Typen wie Matschie.

Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Knappe sechs Wochen sind nach der Thüringer SPD-Blamage vergangen und tatsächlich scheint sich die SPD aus dem CDU-Bettchen davonzustehlen.
Recht so.

In Thüringen läuft alles auf Rot-Rot-Grün zu. Erstmals in einem Bundesland könnte die Linkspartei das Ministerpräsidentenamt übernehmen. […] Die Linke, Nachfolgepartei der SED, könnte erstmals in einem Bundesland eine rot-rot-grüne Koalition anführen. Bodo Ramelow schickt sich an, Ministerpräsident zu werden - wenn die SPD-Basis und der Landtag tatsächlich mitspielen. Dies wäre eine Zäsur in der deutsch-deutschen Geschichte. Aber: Wer will sich darüber noch aufregen?
[…] Die Integration der Linkspartei in das demokratische System der Bundesrepublik ist eine Erfolgsgeschichte. Um es ausnahmsweise im alten DDR-Jargon zu sagen: Es zeigt sich einmal mehr die Überlegenheit des Systems - des westlichen wohlgemerkt. Statt auszugrenzen und Gegner zu verfolgen, wie es die SED in der DDR tat, ermöglicht die Bundesrepublik Teilhabe, Mitsprache, Demokratie - sogar für ihre einstigen Gegner. So gesehen wäre Ramelows Wahl zum Ministerpräsidenten die endgültige Niederlage der DDR. […]

Die Entscheidung der SPD ist absolut überfällig.
Aus demokratietheoretischen Erwägungen notwendig und ob der bundespolitischen Farbzusammenstellungen taktisch klug.

Das Nachsehen hat Merkels CDU. Noch eine Landesregierung verloren.
So dominant ihre Partei im Bund ist, so sehr schwächelt sie in den Kommunen und in den Ländern.

Der Bundesrat gewinnt an Bedeutung. Angesichts der 80%-Stimmenmehrheit der GroKo im Bund wird er zu einem echten Gegengewicht.
SPD und Union verfügen in der Länderkammer nur noch über 27 von 69 Stimmen und sind damit weit davon entfernt ihre Gesetze einfach durchsetzen zu können.

Recht so.

3:1

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Deppen der Woche – Teil I



Verschiedentlich arbeitete ich mich an der deutschen HUK ab. Gern verwende ich den Vergleich mit einer „kommunistischen Plattform“ in der FDP; das bringt nichts.
Bis heute hat sich an meinem Vorurteil wenig geändert. Ich halte die Jungs und Mädels für naiv, gaga und überflüssig.

Doch, daß sich nicht alle Schwulen outen mögen, halte ich für absolut verständlich, wenn auch bedauerlich.
Das mag für mich eher eine theoretische Frage sein, aber ich kann mir nur sehr schwer vorstellen mich für einen Verein, wie zum Beispiel die Katholische Kirche oder die Fußballbundesliga, zu engagieren, der mich grundsätzlich ablehnt.
Im Falle der RKK werfe ich das auch allen Frauen vor: Wieso engagiert ihr euch ausgerechnet für einen Laden, der euch für so minderwertig hält, daß ihr noch nicht mal niederste Ämter selbst übernehmen dürft?
Wie erbärmlich es ist, wenn die 2000 Jahre lang Unterdrückten bei den ersten Brotkrumen, die sie zugeteilt bekommen, gleich vor Dankbarkeit in Verzückung geraten!

Über viele Jahrhunderte haben katholische Offizielle Schwule, Gottlose, Hexen, Ehebrecherinnen und viele andere mehr gefoltert und umgebracht und nur weil sie das nun seltener tun, ist alles verziehen?

Ebenso gut könnte Kenan Kolat (Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e. V.; TGD) auf Knien zur NPD-Zentrale robben und sich dafür bedanken, daß heute kein von Migranten bewohntes Haus angezündet wurde.

Die Leute von der HUK möchte ich eigentlich zum Psychiater schicken und ihre Schizophrenie behandeln lassen.

Wir, die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (kurz: „HuK”), wollen die volle Teilhabe von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Queeren (LGBTQs) am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. Als Zeuginnen und Zeugen der befreienden Botschaft von Bibel und persönlicher Gotteserfahrung arbeiten wir
-      am Abbau von Vorurteilen gegenüber und Diskriminierung von LGBTQs innerhalb der Kirchen,
-      für die vollständige berufliche Gleichstellung mit heterosexuellen Biomännern und -frauen,
-      gegen die Diskriminierung von HIV-Positiven und an AIDS Erkrankten,
-      an der Schaffung von Räumen, um als LGBTQs Spiritualität zu teilen, und
-       an der Erkennbarkeit von uns als Christinnen und Christen innerhalb der LGBTQ-Gemeinschaft.

Wenn man Teilhabe und Anerkennung möchte, sollte man sich dringend eine andere Ideologie suchen!
In der Bibel, die nur so strotzt von Strafandrohungen, dem Zorn und der Eifersucht Gottes, der Intoleranz und Brutalität ausgerechnet „die befreiende Botschaft“ zu erkennen, zeugt schon von schwerer geistiger Umnachtung.

Homos in aller Welt sind aber nicht von ihren naiven Hoffnungen zu heilen. Wieder einmal blickten sie bang nach Rom. Würden die Profi-Homophoben vielleicht doch ein kleines bißchen weniger homophob werden?

Nein, das wurde selbstverständlich nichts!
Frauen und akzeptierte Homosexualität sind die größten Gefahren für ihr fauenfeindlich-homophiles Männer-Idyll. Frauen wären eine gewaltige Konkurrenz und wenn Schwule akzeptiert wären, verlöre der Klerus sein wichtigstes Disziplinierungsinstrument, sowie ein entscheidendes Rekrutierungsargument.
Wieso sollten die Männer in den prächtigen bunten Kleidern Risiken eingehen?

Die Zwischenberichte letzte Woche hatten die Tradis weltweit in Rage versetzt, als es hieß, Homosexuelle könnten die Kirche mit ihren "Gaben und Eigenschaften" bereichern. Schock schwere Not! Homosexuelle als Bereicherung?
Es war klar, daß Typen wie Müller, der ohnehin zweit- oder drittmächtigste Kleriker der Welt, der soeben noch vom Papst zur Bestätigung zum Kardinal erhoben wurde, niemals offiziell Tunten in Talaren tolerieren würden.

Die Synode sollte klarer herausstellen, dass eine "unauflösliche, glückliche und treue Ehe" das katholische Leitmotiv sei, statt den Blick nur auf "imperfekte familiäre Situationen zu verengen", forderten am Montag etliche "Synodenväter", wie die Konferenzteilnehmer im Kirchenjargon heißen. Und wo denn der Begriff "Sünde" geblieben sei?
Anführer des Protests ist der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Chef der mächtigen Glaubenskongregation. Der Zwischenbericht des ungarischen Kardinals Peter Erdö sei "unwürdig, schändlich, vollkommen falsch", erregte sich der oberste Glaubenshüter der katholischen Kirche. Von den darin in Aussicht gestellten Änderungen der kirchlichen Regeln bezüglich der Wiederheirat von Geschiedenen, der Paare ohne Trauschein oder gar gleichgeschlechtlicher Paare könne gar keine Rede sein. Alle Stimmen, die sich dagegen ausgesprochen hätten, habe Erdö einfach unterschlagen. [….]
Der Zwischenbericht sei für viele Bischöfe nicht akzeptabel, sagt etwa der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki. In den Bericht hätten "Spuren einer gegen die Ehe gerichteten Ideologie Eingang gefunden".  Natürlich könne man auch mal über Sonderfälle sprechen, so der Mann aus Posen. "Aber in erster Linie sollten wir doch die Wahrheit präsentieren!" Und nun gebe es plötzlich eine Debatte, ob etwa homosexuelle Paare Verantwortung für Minderjährige übernehmen könnten - "als ob das etwas Akzeptables wäre". [….]

Tststs, die Homos - "als ob das etwas Akzeptables wäre". Nein, für solche Gestalten verwendet man noch nicht einmal das Wort „Mensch“. Müller weiß, wie man die richtig bezeichnet: "unwürdig, schändlich, vollkommen falsch.“

Für Konfessionslose sind das sehr gute Nachrichten.
Je mehr sich der Papst als Unterstützer solcher Forderungen herauskristallisiert, desto besser wird die Kirchenaustrittswelle in den westlichen Ländern voranschreiten.
Wir dürfen eine Sache nicht vergessen: Diese Synode kann zwar diskutieren, aber letztendlich keine neuen Regeln durchsetzen.
Das könnte allerdings sehr wohl Papst Franz. Aber der tut es nicht.
Er ist derjenige, der weiterhin den Geschiedenen, den Schwulen, den Frauen die ausgetreckten Mittelfinger zeigt.

Aber wer 2000 Jahre Demütigungen gewöhnt ist wird devot und freut sich über jedes Krümelchen.


Einer der schärfsten Kritiker jeder Liberalisierung ist der Amerikaner Raymond Leo Kardinal Burke, nicht zu verwechseln mit Ratzis erzreaktionärem PR-Chef Greg Burke.

Der amerikanische Opus Dei-Journalist Greg Burke, der vorher für den Teebeutler-Sender FOX NEWS (= Fixed Noise) arbeitete, ist seit 2012 in Diensten des Vatikans.

Der Burke-Kardinal wirkt als Präfekt der Apostolischen Signatur und damit gleichzeitig als Präsident des Obersten Gerichtshofs des Vatikanstaates. Zudem ist er Mitglied der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten im Vatikanischen Staatssekretariat, der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und Mitglied der Bischofskongregation.

Warum signalisiere man wiederverheirateten Geschiedenen, sie könnten womöglich demnächst zur Kommunion zugelassen werden, fragte Burke, wenn sich das doch mit der Lehre von der Unauflösbarkeit der Ehe gar nicht vereinbaren ließe? Bei vielen Diskussionen der vergangenen Tage sei ja sogar das, was Jesus selbst gelehrt und angeordnet habe, in Frage gestellt worden. Statt solche "unnützen Diskussionen" zu führen, "über Wahrheiten, die sich nun einmal nicht verändern lassen", möge die Kirche lieber katholischen Familien in aller Welt helfen, "die sich trotz aller Schwierigkeiten nicht von dem lösen wollen, was das Evangelium lehrt".

Die US-Amerikaner vertreten die ganz ultrastrenge Linie.
Müssen sie vermutlich auch; so schnell wie sich die gay marriage in den USA und Südamerika ausbreitet. Da muß man gegenhalten.

A day after signaling a warmer embrace of gays and lesbians and divorced Catholics, conservative cardinals hit back strongly. […]
After Monday’s release of a document with a softer tone on issues such as “welcoming homosexuals,” American Cardinal Raymond Burke and German Cardinal Gerhard Mueller complained the media was getting a biased view of the bishops’ debate.
“It seems to me that information is being manipulated in a way that gives comment to only one theory instead of faithfully reporting the various positions expressed,” Burke said in a full-page interview published in Italian by the conservative daily Il Foglio.
“This worries me very much because a significant number of bishops do not accept the ideas of an opening, but few (people) know that.”
In a separate interview published Oct. 14, Burke told the conservative U.S. outlet Catholic World Report that the bishops “cannot accept” any changes because they are not based in Scripture or Church teaching.
[…] New York Cardinal Timothy Dolan, too, rejected claims the document’s views were an “earthquake” in the Church’s approach.
“It’s not the final word and we’re going to have a lot to say about it,” Dolan said in a radio interview. “And there were some that said we probably in our final statement need to be much more assertive about the timeless teaching of the Church.” […]

Zum Deppen der Woche küre ich hiermit die amerikanische Organisation „New Ways Ministry“, einen katholischer Homosexuellenverband, der HUK-artig um Toleranz für sich selbst bei den Intoleranten winselt.
Francis DeBernardo, executive director of the long established, Maryland-based New Ways Ministry, which advocates for LGBT Catholics and others ist nicht nur so naiv ernsthaft enttäuscht zu sein – was hatte er denn erwartet??? – sondern auch noch so kleinmütig darüber zu frohlocken, daß es überhaupt Stimmen gibt, die LGBTs nicht mehr grundsätzlich verdammen.

 It’s very disappointing that the Synod’s final report did not retain the gracious welcome to lesbian and gay people that the draft of the report included. Instead, the bishops have taken a narrow view of pastoral care by defining it simply as opposition to marriage for same-gender couples. Additionally, their further comment about supposed “international pressure” to accept same-gender marriage selfishly views the hierarchy as the victims, not LGBT people who receive unjust and oppressive treatment by governments, church, families, and society.

Ihr Deppen! Ihr müsst austreten und der RKK Eure Unterstützung entziehen!