Donnerstag, 9. August 2012

Konservative Werte



Zu den wirklich unangenehmen Konservativen gehört die bayerische Justizministerin Beate Merk.
Wie Kollegin Kristina Schröder kann man sie unter „blond, blöd und böse“ abhaken.

Am 23. Oktober 2009 erklärte die bayerische Justizministerin Beate Merk voller Empörung, daß es auch Grenzen geben müsse!

"Es kann nicht sein, dass ein homosexuelles Paar ein Kind adoptiert. Da ist der Rubikon überschritten!"

Das bizarre Alpenvolk leistet sich nämlich eine Regierung, die noch im Jahr 2009 ein Normenkontrollverfahren beim Bundesverfassungsgericht anzettelte, um die böse Homoehe zu verhindern.

"Insbesondere eine Volladoption durch Lebenspartner wird es mit mir nicht geben", kündigte Merk an.

Homos sind nämlich bähbäh weiß die CSU.
In eine Koalition mit der FDP gezwungen, mußte Justizchefin Merk die in Karlsruhe anhängige Klage zwar widerstrebend zurückziehen, aber die Christsozialen vergaßen nicht klarzustellen, wie sie die Causa sehen:

“Ich glaube, dass die Ehe zwischen Vater und Mutter, dass die Familie mit Vater und Mutter die Zukunft ist, nicht etwas anderes, das ist die Moderne, und nicht eine Fehlentwicklung, die sich hoffentlich bald wieder legen wird.”
(Unions-Bundestags-Fraktionsjustizexperte Norbert Geis)

Schwule und Lesben sind eine „Fehlentwicklung“, also unnatürlich - soweit der K.O.alitionspartner von Guido Westerwelle.

Man möchte den Bayern einen in Blick in den Brockhaus empfehlen – das immerhin anerkannteste Lexikon-Werk der Welt – in dem es dazu heißt:

In der Sexualforschung geht man davon aus, dass die HOMOSEXUELLE ORIENTIERUNG EBENSO WIE DIE HETEROSEXUELLE tief und UNABÄNDERLICH mit der Persönlichkeit verknüpft ist. Die Homosexualität wird inzwischen VON ALLEN MIT IHR BEFASSTEN WISSENSCHAFTLICHEN DISZIPLINEN als ein häufig vorkommendes sexuelles NORMALPHÄNOMEN angesehen.

Zum Unglück für Geis und Merk hat sich die Homosexualität entgegen ihrer Prognosen aber drei Jahre später immer noch nicht „wieder gelegt“.

 Nein, es gibt sie immer noch, die Schwulen. 
Und es gibt immer noch Politiker, die das Thema auf die Agenda setzen.
 Bisher konnten CDU, CSU und FDP im Bundestag eine rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verhindern. 
Die FDP stimmte dabei ohne mit der Wimper zu zucken an der Seite der CSU’ler gegen ihre eigenen Überzeugungen, so daß beispielswiese letztes Wochenende die Organisatoren des CSD-Hamburg der FDP und der CDU dringend empfahlen nicht am CSD teilzunehmen. 

CDU- und FDP-Abordnungen auf einer Großdemo für Schwulenrechte, nachdem beide Parteien noch einen Monat zuvor im Bundestag gegen Schwulenrechte gestimmt hatten, erschienen den CSD-Machern etwas absurd.

Beate Merk, die Christin des Tages Nr. XVII und Koalitionspartnerin der FDP, machte noch Ende 2009 homophobe Stimmung:
"Ich werde Ehe und Familie weiterhin gegen eine schrittweise Gleichsetzung verteidigen. Wer aus vermeintlicher Political Correctness immer weitere Zugeständnisse an andere Lebensformen macht, beschädigt in Wahrheit das Institut der Ehe"

(Eigentlich hätte sich die Bayerische Hadcore-Ministerin schon damit für den Titel der Christin des Tages qualifiziert - aber sie legte noch ordentlich nach.

Als Walter Mixa Anfang Februar 2009 seinen Ruf als peinlichster und dümmster Bischof Deutschlands aufpolierte und tout Bundesrepublik entgeistert den Kopf über seine Gaga-Ansichten (Schuld am Kindesmißbrauch in katholischen Kirchen seien die 68er) schüttelte, sprang ihm Merk zur Seite.

Im diametralen Widerspruch zu ihrer pathetisch auf der eigenen Webseite verbreiteten Zielsetzung „Opferschutz vor Täterschutz“ stellte sie sich ohne zu zögern auf die Seite der klerikalen Täter.

Die CSU-Politikerin hatte sich hinter Mixa gestellt, der die sexuelle Revolution vergangener Jahrzehnte für den sexuellen Missbrauch an Kindern in katholischen Einrichtungen als mitursächlich bezeichnet hatte.
Merk hatte gesagt, sie sei Mixa sehr dankbar für diese klare Stellungnahme, weil es ein Tabu sei, über sexuellen Missbrauch zu sprechen und weil uns jede öffentliche Diskussion weiterbringt und den Opfern hilft. Sie sehe deshalb in Mixas Worten "keine unglückliche Formulierung, sondern den Versuch einer Erklärung".

Die Kirchlichen Missetäter zu ahnden kam der Bayerin nicht in den Sinn.
Tatsächlich fordert Merk gerne schwerere Strafen - gegen Jugendliche allerdings.
Das Jugendstrafrecht soll nach den Vorstellungen der CSU-Wuchtbrumme in Zukunft Höchststrafen von 15 Jahren, statt zehn Jahren ermöglichen.)

Daß nun, im Sommer 2012 ausgerechnet die bis ins Bräunliche konservative Bundesfamilienministerin der homophoben Linie Bayerns widerspricht, regt die CSU’ler mächtig auf.

Die bayerische Justizministerin Beate Merk wurmte vor allem das Timing der Debatte. Die stellvertretende CSU-Chefin kritisierte, dass die 13 Angeordneten ihr Anliegen in den Parlamentsferien öffentlich gemacht haben: "Ich bin der Meinung, dass die Sommerpause nicht der richtige Zeitpunkt für diese Debatte ist", sagte Merk zu Süddeutsche.de. Die Diskussion müsse "behutsam und mit viel Ruhe" in den Gremien der Parteien geführt werden.

Wie schon über 1000 Jahre lang, ist JETZT natürlich nicht der richtige Zeitpunkt Homos gleiche Rechte zuzuerkennen.
Merk würde damit lieber bis zum St. Nimmerleintag warten.

Aber was treibt eigentlich die Herdprämien-, Frauenquotenhasserin- und Nationalgesinnungs-TÜV-Frau Kristina Schröder dazu mit Fipsi Rösler gemeinsame schwule Sache gegen Schäuble zu machen?

Ganz einfach; die Frauenministerin hat erkannt, daß Schwule konservativ wären und „konservative Werte“ lebten.

Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder unterstützt den Appell. Die CDU-Politikerin sagte der Süddeutschen Zeitung, der Vorstoß komme "zur rechten Zeit, denn in lesbischen und schwulen Lebenspartnerschaften übernehmen Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander, sie leben damit konservative Werte".
Am 1. August hatte das Verfassungsgericht entschieden, dass verpartnerte Beamte, Richter und Soldaten im Besoldungs- und Versorgungsrecht mit Ehegatten gleichgestellt werden müssen und deshalb auch einen Anspruch auf den Familienzuschlag haben.
Bisher lehnt die Union eine steuerliche Gleichbehandlung von Ehen und homosexuellen Lebenspartnerschaften ab.

Eine ungewohnte Erfahrung für die Watschenfrau der Journaille und bestgehasste Politikerin: Plötzlich erntet sie Lob für ihren „Mut“ Schwule als Bewahrer „konservativer Werte“ zu charakterisieren.

Eigenartig.

Man könnte die Verquickung von „schwul“ und „konservativ“ auch als neuen Gipfelpunkt der Schröderschen Doofheit ansehen.

Das eine hat mit dem anderen nämlich nichts zu tun. 
Natürlich gibt es jede Menge stramm konservative Schwule - man denke nur an die Kurienkardinäle.
In der CDU, in der GOP - überall gibt es schwule Unter-Gruppen.

Dennoch spricht einiges dafür Homosexuelle als tendenziell etwas liberaler als den Durchschnitt anzusehen, da sie in eine Minderheit gezwungen werden und dadurch möglicherweise mehr Verständnis und Mitgefühl für andere Minderheiten entwickeln.

Die zweite Schrödersche Doofheit besteht darin zu unterstellen, es wäre „konservativ“, wenn Menschen „dauerhafte Verantwortung“ übernähmen.

Eine regelrechte Unverschämtheit ist das. 
Ich bin zwar kein Soziologe, aber ich kenne mich ein wenig in Pflegeheimen und Krankenhäusern aus. Dort erlebe ich genau das Gegenteil. 
Es sind eher Linke, Alternative, Soziale (oder wie auch immer man es nennen will), die für ihre Angehörigen, Eltern, kranken Kinder dauerhaft Verantwortung übernehmen.

Daß es nur Konservative wären, die sich jahrelang rührend um ihre Dementen Großeltern oder krebskranken Kinder oder gelähmten Ehepartnern kümmern, kann nur einer Kristina Schröder einfallen.

Möglicherweise zielte sie aber auch mit „dauerhafte Verantwortung“ auf eheliche Treue ab. 

Dabei sind die CSU’ler, die jetzt am lautesten das Credo der herkömmlichen Ehe beschwören mit Horst Seehofer und Markus Söder ausgerechnet zwei Männer, die während ihrer Ehe noch mit einer zweiten Frau uneheliche Kinder zeugten.

Der Sozi Helmut Schmidt lebte 68 mit derselben Frau zusammen.

Die konservativen Ministerpräsidenten Öttinger und Wulff hingegen setzten ihre angetrauten Eheweiber vor die Tür und verlustierten sich mit einer Kebse. 
Auch Merkel und Gauck leben in Scheidung. 
Von Beust ist schwul.

Aber selbst wenn ein Funken Wahrheit dran wäre, daß Schwule konservativ sind, taugt das nichts als Argument ihnen großzügig die Ehe zu erlauben.

Menschenrechte sind universell und es obliegt nicht einer latent verblödeten Familienministerin Rechte zuzugestehen oder abzulehnen.

Das Recht eine Partnerschaft einzugehen hängt schon gar nicht von politischen Wohlgefallen gegenüber der Agenda der augenblicklichen Regierung ab.

Auch wenn alle heiratswilligen Lesben Fans der Kommunistischen Plattform wären und ausschließlich Sahra Wagenknecht wählten, hätten sie dasselbe Recht zu heiraten, wie „konservative“ Lesben.

Der Ehebrecher Seehofer erklärt ex cathedra, daß Homosexuelle nicht die Rechte bekommen sollten, die selbstverständlich für ihn gelten.

CSU-Chef Horst Seehofer hat vor einer steuerlichen Gleichstellung homosexueller Paare mit der Ehe gewarnt. Ehe und Familie sollten privilegiert bleiben - daran solle man nicht rütteln, sagte Seehofer der Zeitung «Die Welt».

Zur Freude von Hakenkreuznet poltert auch Norbert Geis, der Rechtsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, gegen das neuerliche Ansinnen der FDP-Minister + Schröder:
Der Vorschlag eines Splittings für Homo-Gestörte wurde von dreizehn CDU-Homoabgeordneten vorgebracht.   Das Grundgesetz wird für die Homos aufgehoben.  Geis belehrt das deutsche Bundesverfassungsgericht.    Dieses müsse bedenken, daß durch eine immer größere Annäherung der Ehe zu einer homogestörten Ehe-Parodie der Unterschied zwischen beiden nicht mehr erkennbar sei. […]   Der Abgeordnete erinnert an die Tatsache, daß die Homo-Verkuppelung verfassungswidrig ist. […]      Seine Frage: „Das soll man ändern, nur weil es ein paar Leuten einfällt?“   […]  Homos argumentieren nicht – sie beschimpfen.  Geis deckt auf, mit welchen dreckigen Mitteln die Homo-Mafia arbeitet: „Es gibt Kreise, die der Meinung, die ich vertrete, sehr intolerant gegenüber stehen. Ich bekomme massenhaft E-Mails, in denen ich beschimpft werde.“  Er glaubt, daß er das „ertragen“ müsse: „Aber es ist auch mein Recht, meine Meinung zu sagen, verdammt noch mal.“
(Kreuznet 08.08.12)

Während Geis schon immer Schwule, Frauen und vieles mehr hasste, kann Seehofer morgen schon Vorkämpfer der „Homo-Verkuppelung“ sein. 
ER, der Vorzeigekonservative mit der Freundin und dem unehelichen Kind neben seiner Hauptfrau und Hauptfamilie wechselt seine Ansichten deutlich häufiger als seine Unterwäsche.

Der bayerische Ministerpräsident ist ein Mann mit schier unendlich vielen Überzeugungen. Zu jeder hat er selbst gleich eine Gegenmeinung.  […] Horst Seehofer ist mit seinem Ego immer eng befreundet gewesen. Die beiden machten miteinander Karriere, erst außerhalb Bayerns, dann auch dort, stiegen zum CSU-Chef und Landesvater auf, was immer sich so ergab. Seehofer und sein Ego stehen ständig im Wettstreit miteinander, wollen sich gegenseitig übertrumpfen. Kaum bekundet Seehofer: Bayern kommt zuerst, das ist mein Auftrag, da beansprucht sein Ego gleich die Richtlinienkompetenz für Europa: Es wird auch künftig keine Hilfen ohne strikte Auflagen und Reformvorgaben geben. Kaum hat der eine der Neuregelung des Länderfinanzausgleichs zugestimmt, da legt der andere schon Klage beim Bundesverfassungsgericht ein. Und so schmelzen Seehofer und sein Ego zu einem Prototyp der deutschen Politik zusammen: dem Mann, der noch größer ist als seine Widersprüche.

Während sich die Minister der Bundesregierung mal wieder wie die Kesselflicker kloppen, wäre es interessant zu hören, was die Frau mit der Richtlinienkompetenz zur causa Homogattensplitting zu sagen hätte.
Aber, unnötig zu erwähnen, Merkel sagt nichts. 
Wie immer bei kontroversen Themen. Sie will beliebt sein und das ist alles.
 Mit einer Positionierung würde sie entweder der Konservativen oder die Normalen in ihrer Partei verschrecken. Das wagt sie nicht.
Sollen doch die Lesben und Schwulen für immer warten.

Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter sagte am Mittwoch, es biete sich in den kommenden Wochen die Gelegenheit, die "zweifelsohne vorhandenen unterschiedlichen Meinungen auszutauschen und möglichst in Einklang zu bringen". Die Bundeskanzlerin sei zwar in ihrem Urlaub mit der Angelegenheit "befasst", sie werde sich von dort aus aber "jetzt nicht aktiv in den Ring" werfen. […] Zur persönlichen Haltung Merkels wollte Streiter nichts sagen.

Mittwoch, 8. August 2012

Wie man sich bettet, so liegt man





„Nichts ist gut in Afghanistan!“ - so lautete der Slogan der Populistin Bizarra Käßmann.

Mit solchen Sprüchen macht man sich natürlich beliebt beim Volk - denn wer würde den Militäreinsatz am Hindukusch nicht lieber heute als morgen beenden?

Eine Menge Afghanistan-Experten und Vertreter von Hilfsorganisationen ärgerten sich gar sehr über die Talkshow-affine Ex-Oberbischöfin.
 Was sie denn stattdessen in Afghanistan tun würde, fragte man sie öffentlich.
Wenig überraschenderweise hatte Käßmann darauf aber keine Antwort und gab nur Allgemeinplätzchen ab. 
Sie würde mit den Taliban reden und gemeinsam mit ihnen beten.

Schade eigentlich, daß der damalige Superverteidigungsminister Guttenberg zu beschäftigt damit war für Sat1 mit J.B. Kerner eine Modenschau mit seiner Frau als Mannequin in Afghanistan zu inszenieren.
 Ich hätte es gern gesehen, wenn er Frau Käßmann am Hindukusch entsorgt hätte.
Eine Frau in kurzer Bluse mit der Bibel in der Hand wäre sicher gut angekommen bei den Taliban.

In Wahrheit ist es wohl eher so, daß Käßmann genauso wenig von Afghanistan versteht wie die meisten Politiker.
 Und wer sich intensiver mit den Zuständen rund um Kundus beschäftigt hat, wird nicht den Fehler begehen dem Urnenpöbel reinen Wein einzuschenken. Zu unerfreulich, zu kostspielig und zu deprimierend ist dieser Militäreinsatz.

Merkel möchte beliebt sein, weil das die Voraussetzung dafür ist wiedergewählt zu werden.
Dazu wäre es sicher nicht hilfreich, wenn das Wahlvolk genauer wüßte welcher Wahnsinn am Hindukusch tobt und daß dafür die Kanzlerin verantwortlich ist, die in sieben Jahren auf dem deutschen Chefsessel nicht eine einzige internationale Initiative gestartet hat den Schlamassel zu verbessern.

Wie kläglich die politische Führung im Dunkeln tappt, entlarvt eine aktuelle Studie.

Der Politologe Nils Wörmer von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin entzaubert die vermeintlich kluge Wahl des deutschen Solidarbeitrags im Kampf gegen den Terror jetzt als pure Ahnungslosigkeit. In einer umfangreichen Studie für das renommierte Afghanistan Analyst Network (AAN) hat der frühere Bundeswehrhauptmann das " Kundus-Netzwerk" aufgedeckt, das zwischen 1978 und 2001, also vor dem Afghanistan-Krieg, die Provinz beherrschte.
Die Arbeit ist ein wichtiger Beitrag, um zu verstehen, warum wenige Jahre nach Ankunft der deutschen Soldaten die Situation in einigen Gebieten der Provinz schleichend außer Kontrolle geraten war. Eigentlich sollte das deutsche Wiederaufbaulager (PRT) für Ruhe sorgen. Stattdessen wurde die Bundeswehr fast täglich von den Aufständischen in Kampfeinsätze verstrickt. Wörmer analysiert detailliert, welche verschiedenen politischen Fraktionen und welche Konflikte die Provinz beherrschten, und legt so offen, was später zu der unvorhergesehenen Gewalteskalation führte.
Die zentrale Schlussfolgerung des 48 Seiten starken Forschungspapiers lautet, dass die politischen Entscheidungsträger in Deutschland "weitgehend ahnungslos waren über das hochkomplexe Netz aus Konflikten und Machtstrukturen in der Region", als sie die Gründung des ersten PRT in Kundus beschlossen. "Eine deutsche Erkundungsmission beschrieb die Situation in Kundus als weitgehend ruhig und ziemlich stabil", heißt es. Doch die Kundschafter hätten dabei übersehen, dass Kundus "aufgeladen war mit alten Konflikten".

Interessanterweise hat die Bundesregierung seit dem Tanklaster-Desaster vom September 2009 keinerlei strategische Veränderungen vorgenommen.

Neu ist nur, daß der berüchtigte Oberst Klein, der den Befehl zur Bombardierung des Lasters gab, bei dem 140 Zivilisten starben, inzwischen befördert worden ist!
Deutschlands zweitbeliebtester Politiker, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, machte Klein just zum General. 
Der Mann hat sich offenbar verdient gemacht. Noch Fragen?

Angeblich bemühen sich die deutschen Soldaten in Kundus nun darum die Afghanische Armee auszubilden. 
Damit soll dem deutschen Wähler suggeriert werden es könne bald möglich sein abzuziehen und dann die „Macht“ von der Bundeswehr auf die Afghanen übergehen zu lassen.
Was Westerwelle, Niebel und de Maizière dabei nicht erwähnen, ist das enorme Misstrauen zwischen Deutschen und Afghanen, das in zwischen entstanden ist. 
Mittlerweile überlassen die Bundeswehrausbilder ihren angeblichen „Verbündeten“ bei der Grundausbildung zum Polizisten oder Soldaten nur noch Holzgewehre (sic!), weil sie fürchten sie würden auf der Stelle erschossen, wenn sie echte Waffen verschenkten.

Die ökonomischen Rahmenbedingen werden unterdessen immer heikler, weil sich viele Afghanen in den letzten zehn Jahren mehr und mehr darauf verlassen haben von den ausländischen Truppen Jobs zu bekommen. 
Isaf und Bundeswehr kauften Lebensmittel, beschäftigen Handwerker, vergaben Bauaufträge richteten Krankenhäuser sein.
 Es entstand eine fatale Abhängigkeit der afghanischen Wirtschaft von den verhassten ausländischen Truppen.

Auch das ist ein Aspekt, den Käßmann offensichtlich nicht begriffen hatte.

Aufgrund der katastrophalen Sicherheitslage verschanzen sich die Bundeswehrsoldaten aber immer mehr und vertrauen den Einheimischen nicht. 
Dadurch steigt die Arbeitslosigkeit rapide an. Viele Familien, die wirtschaftlich völlig von den Besatzungstruppen abhängig geworden sind, stehen vor dem Nichts.
 Unter den Bundeswehrsoldaten steigen unterdessen wie bei den amerikanischen Kollegen die Selbstmordzahlen.

Kann es noch schlimmer kommen?

Ja, es kann.

Denn so ineffektiv die deutsche Regierung auch bei all den aufgeschobenen Projekten in Deutschland ist, so begeistert fördert sie den Waffenexport.
Inzwischen  schießen die Taliban daher mit deutschen Waffen auf die Bundeswehr! 
Glückwunsch an die Merkelregierung für diese Spitzenleistung.

Elf Jahre Krieg. Elf Jahre, in denen kaum ein Tag ohne schockierende Meldung vergeht.
Auch am Dienstag wieder: Mindestens 13 Menschen wurden in der Provinz Logar im Osten Afghanistans verletzt, nachdem radikal-islamische Aufständische einen auf einem Lkw versteckten Sprengsatz gezündet hatten.
Der scheinbar aussichtslose Kampf gegen die Taliban – jetzt kommt raus: Die Bundeswehr muss ihn sogar gegen deutsche Waffen führen. Nach unseren Informationen stellt die internationalen Schutztruppe ISAF immer wieder Munition und Waffen aus hiesiger Produktion sicher. Neben Tschechien ist Deutschland das einzige EU-Land, aus dem seit 2009 Waffen in Afghanistan erbeutet wurden.
Obwohl überhaupt erst seit drei Jahren Datenbanken geführt werden, deckt die Liste, die das Verteidigungsministerium auf Anfrage des Bundestagsabgeordneten Jan van Aken herausgegeben hat, fast die gesamte Bandbreite tödlicher Waffen ab: Maschinengewehre, Pistolen und Mörser sind genauso dabei wie Repetierwaffen (vermutlich aus dem 2. Weltkrieg) und G3-Sturmgewehre der Marke Heckler & Koch, die bis 1995 zur Standardwaffe der Bundeswehr zählten.

Die Linksfraktion im Bundestag, die zu dem Thema eine Anfrage an das Verteidigungsministerium gestellt hatte, beklagte mangelnde Kontrolle bei deutschen Waffenexporten. «Es wird deutlich, dass die deutsche Kontrolle nicht funktioniert. Wenn die Waffen einmal exportiert sind, werden sie in alle Kriege dieser Welt weitergereicht - bis dahin, dass heute deutsche Soldaten gegen deutsche Waffen kämpfen müssen», sagte der Linke-Rüstungsexperte und Vize-Parteichef Jan van Aken der Zeitung. «Länder mit vergleichbarer Rüstungsindustrie wie Frankreich und Großbritannien scheinen kein so großes Kontrollproblem zu haben, denn französische oder britische Waffen wurden nicht bei den Taliban gefunden.»

Ich bin bekanntlich kein richtiger Fan der Linkspartei, weil die einfach zu chaotisch und weltfremd agieren. 
Aber in der Bundestagsfraktion haben sie einige wirklich gute Leute. 
Dazu zählt absolut der ehemalige UN-Waffen-Inspekteur Jan von Aken, den ich schon zuvor lobend erwähnte.

 Alle anderen Parteien verschlafen die Angelegenheit.

Seit 2009 haben ISAF-Truppen bei Kämpfen mit den Aufständischen unter anderem Maschinenpistolen, ein Maschinengewehr, ein Sturmgewehr G3 und einen Mörser aus deutscher Produktion erbeutet. Genauere Daten wie z.B. die Seriennummer der Beutewaffen werden systematisch NICHT erfasst, sodass eine Rückverfolgung des Verbreitungsweges nicht mehr möglich ist.

Dies zeigt einmal mehr, dass die deutsche Kontrolle von Waffenexporten überhaupt nicht funktioniert. Wenn die Waffen einmal exportiert sind, wenn Lizenzen zum Nachbau einmal vergeben sind, ist die Verbreitung deutscher Waffentechnologie nicht mehr zu stoppen. Deshalb tauchen deutsche Waffen in nahezu allen Kriegsgebieten der Gegenwart auf: in Somalia, Darfur, Georgien oder in Libyen.

Die Folgen der deutschen Waffenexporte und der de facto nicht vorhandenen Endverbleibskontrolle treffen nun auch die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Deutsche Waffenexporte werden für sie zum Bumerang.

Die Antworten der Bundesregierung im Detail:

Eine Liste der sichergestellten deutschen Waffen findet sich in der Antwort auf Frage 6, Angaben zu Munition aus deutscher Produktion bei Frage 20.

Erst seit 2009 werden Datenbanken über erbeutete Waffen geführt, für die Zeit davor gibt es gar keine Angaben. (Frage 18)

Neben deutschen Waffen wurde seit 2009 nur noch der Fund von Waffen aus Russland, China, Iran, USA, Tschechien und Ex-Jugoslawien dokumentiert. (Frage 6). Waffen z.B. aus Frankreich und Großbritannien wurden seit 2009 nicht gefunden.

Wichtige Daten wie Herstellername oder Seriennummer werden nicht systematisch erfasst (so wie z.B. von INTERPOL vorgesehen), sondern lediglich der Waffentyp notiert (Frage 9). Damit ist eine Rückverfolgung des Schmuggelweges nicht mehr möglich. Auch der Erstempfänger dieser Waffen, der offensichtlich die deutschen Waffen illegal weitergeleitet hat, ist nicht mehr ermittelbar.

Die Antworten der Bundesregierung im Einzelnen können Sie hier nachlesen
(Linksfraktion 08.08.2012, Zur Kleinen Anfrage zu Waffenfundenin Afghanistan)

Aken ist ein Guter - es lohnt sich ihm zuzuhören.

Dienstag, 7. August 2012

Israelis, Juden und Penisse.



Das ist schon eine ungute Erkenntnis, wenn man feststellt wie simpel gestrickt einige unserer Volksvertreter ticken, wie wenig sie durchblicken.

Immer wieder einmal schnappen sie irgendwelche von den richtigen Lobbyisten eingeflüsterten  Satzfetzen auf und wiederholen sie dann brav, ohne sich der Konsequenzen bewußt zu sein.

Man betrachte dazu nur die brandgefährlichen populistischen Sprüche, welche die Doyen der Doofheit, Alexander Dobrindt und Markus Söder regelmäßig absondern.


Aber schlimmer geht immer.

Melderecht, Transplantationsgesetz, Patientenverfügung, Homo-Adoption, Wahlrecht, Genitalverstümmelung, Waffenexportrichtlinien - in immer schnellerer Frequenz erleben wir es, wie überforderte Politiker-Darsteller irgendwelche Vorlagen nach den Anweisungen des Fraktionsgeschäftsführers abnicken, ohne sich selbst Gedanken über das Thema zu machen.


Wie jeder inzwischen weiß, ist es nicht ganz einfach den religiotischen Wunsch nach Blutritualen an den Geschlechtsorganen ihrer Söhne mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen.

In einer normalen Regierung würde so eine juristisch diffizile Angelegenheit den Justizminister auf den Plan rufen.

In Merkels Chaos-Trupp nimmt die zuständige Frau aber liebe eine Auszeit.
Wie das so ihre Art ist:
SSie wehre sich regelrecht dagegen initiativ zu werden diagnostiziert der Tagesspiegel:
„Wie bei der Regelung zur Straffreiheit für die Beschneidung minderjähriger Jungen. In einem Entschließungsantrag hat der Bundestag die Ministerin aufgefordert, nach der Sommerpause ein Gesetz vorzulegen. Die Angelegenheit ist zwar schwer zu regeln, weil mehrere Grundrechte betroffen sind. Doch von der Justizministerin hätte man sich eine klare Positionierung gewünscht. Stattdessen ließ sich Frau Leutheusser-Schnarrenberger zunächst von der Kanzlerin dazu drängen, überhaupt einen Gesetzentwurf vorzulegen. Dann gestand die oberste Juristin des Landes auch noch öffentlich ein, dass jedes Gesetz in dieser Sache wohl vor dem Verfassungsgericht landen werde. Für Justizexperten ist das ein seltsamer Anspruch für eine Justizministerin.“

Es ist offensichtlich, daß die Regierenden und die Majorität der Parlamentarier sich gar nicht in diese Angelegenheit hineindenken wollten.

 Sie hörten nur die hysterischen Reaktionen der Jüdischen und Muslimischen Geistlichen (NICHT zu verwechseln mit den Ansichten aller Juden und aller Muslims), die den Eindruck erweckten Jüdisches Leben mit bedeckter Eichel sei unmöglich und außerdem: „Hitler! Hitler! Hitler! Nicht schon wieder!“

Ja, es wurde von einigen wenigen Parlamentariern auch an Kinderrechte, Religionsfreiheit und medizinische Argumente gedacht. 
Aber was zählte das schon neben der großen Antisemitismuskeule?
 Außenminister und Kanzlerin verweisen folgerichtig auch auf die Wirkung im Ausland, wenn ausgerechnet Deutschland wieder „gegen die Juden“ vorginge.

Dabei könnte man genauso gut umgekehrt einen Schuh draus machen und freudig zur Kenntnis nehmen, daß sich deutsche Richter im Gegensatz zu so vielen Kollegen anderer Nationen um das körperliche Wohl jüdischer und muslimischer Kinder sorgen.

Daß von Volker Beck und Charlotte Knobloch aufgetischte Märchen die Genitalverstümmelung bei Jungs sei völlig ungefährlich, läßt sich schon lange nicht mehr halten.

Durch die Bank weg waren, bzw SIND unsere Politiker aber nicht auf dem aktuellen Wissensstand, haben keine Ahnung davon wie weit international die Debatte über Beschneidungen gediehen ist.

Über einhundert Tote jährlich gibt es allein in den USA durch Beschneidung von Penissen.

A new study published yesterday in Thymos: Journal of Boyhood Studies estimates that more than 100 baby boys die from circumcision complications each year, including from anesthesia reaction, stroke, hemorrhage, and infection. Because infant circumcision is elective, all of these deaths are avoidable.
The International Coalition for Genital Integrity applauds that, for the first time, a rational attempt has been made to estimate the scale of the problem, and is simultaneously appalled by how many baby boys needlessly die each year in the United States.
The study concluded: “These boys died because physicians have been either complicit or duplicitous, and because parents ignorantly said ‘Yes,’ or lacked the courage to say ‘No.’” And called the deaths “an unrecognized sacrifice of innocents.”
The study found that approximately 117 neonatal (first 28 days after birth) circumcision-related deaths occur annually in the United States, one out of every 77 male neonatal deaths. The study also identified reasons why accurate data on these deaths are not available, some of the obstacles to preventing these deaths, and some solutions to overcome them.
Previous studies estimated the death rate as low as two per year to as many as 230. The study collected data from hospital records and government sources to attempt to provide a more accurate magnitude of the problem.

Aber auch diese Zahlen, die Volker Beck und Co immer wieder präsentiert wurden, drangen nicht durch. 

Der Religionsknecht ignorierte diese Erkenntnisse und ist bis heute manisch auf zwei Prämissen fixiert:

1.) ALLE JUDEN sind beschnitten
2.) Auch der Umkehrschluss gilt: Ohne Beschneidung kein Judentum.

Beides ist aber Unsinn.

In Europäischen Ländern wie Schweden und Deutschland ist sogar nur eine Minderheit der Juden beschnitten. 
Kein Rabbiner, aber auch nicht Frau Knobloch und Herr Graumann stellen den Männern, die nicht ihre blanke Eichel vorzeigen können, deswegen den Stuhl vor die Tür und schließen sie aus den Jüdischen Gemeinden aus.

Jude ist das Kind einer jüdischen Mutter - simple as that.

Die Religions - oder gar Volkszugehörigkeit hängt nicht von anatomischen Details des Penis ab.

Man staunt doch immer wieder wie sehr sich die drei Abrahamitischen Großreligionen trotz aller Unterschiede darin gleichen geradezu manisch auf den Penis fixiert zu sein.

Wie er auszusehen hat, wie er benutzt werden darf, wer ihn anfassen darf, etc - dies sind offenbar die Kernfragen der Gottesgläubigen. 

Statt Stern oder Kreuz wäre es nur logisch, wenn die Religionen einen Dildo als Erkennungssymbol verwendeten.

Über das Volk der Juden, wie es oft genannt wird, obwohl es sich doch um eine Religion handelt, läßt sich eins übereinstimmend feststellen: 
Analphabetismus ist untypisch für Juden. Schon immer galten Juden als Volk der Schrift und der Gelehrten.

Da verwundert es nicht, daß im Staat der Juden, also der Nation Israel, in der auch so viele Muslims und Atheisten leben, die Penisverstümmelungsmanie diskutiert und zunehmend kritisch gesehen wird.

Profi-Lobbyisten wie Graumann, Seligmann und Knoblauch, nehmen diese Fakten genauso wenig zur Kenntnis wie Profi-Idioten (Merkel, Westerwelle und Beck).

In der Print-Ausgabe der SZ erschien heute unter dem Titel „Der Schrei“ eine ganzseitige Reportage von Thorsten Schmitz, in der er viele Bürger Israels vorstellt, die ihre Söhne nicht mehr beschneiden lassen haben und ihre Gründe für diese Entscheidung erläutert.

Ich wünsche mir, daß die deutschen Parlamentarier diese Berichte ebenfalls lesen und daraufhin ihre festgefahrene Meinung überdenken. 
(Ein Wunsch mit nahezu keiner Aussicht auf Erfüllung - ich weiß)

Tatsächlich ist es so, daß zunehmend auch Juden in Israel ihre Söhne nicht mehr beschneiden lassen

Sie begehren gegen eine jahrtausendealte Tradition auf, deren Sinn sich ihnen nicht erschließt. Sie legen sich mit ihren Ehemännern, Vätern, Müttern, Großeltern an und ersparen ihren Söhnen die Brit Mila, die Beschneidung. Israelische Medien schätzen, dass bereits mehrere tausend Familien auf eine Brit Mila verzichtet haben. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Das Gesundheitsministerium schweigt, wenn man dort nachfragt.
(Thorsten Schmitz, 07.08.12)

Anders als Graumann und Co behaupten werden ihre Kinder deswegen auch nicht ganz fürchterlich ausgegrenzt und gemobbt, nur weil ihre Penis ein wenig anders aussieht. Was wäre das auch für ein Armutszeugnis, wenn es anders wäre.

Inon [10 Jahre]  hat keine Scheu, über seinen unbeschnittenen Penis zu reden. 'Beim Pipimachen und beim Duschen sehen die anderen, dass ich eine Vorhaut habe. Die haben mich gefragt, warum, und ich hab"s ihnen erklärt.' Und seitdem? 'Fragt keiner mehr.' Einmal habe einer gelacht. Und er? 'Habe einfach auch gelacht.' Wie er den anderen seine Vorhaut erklärt? 'Dass unsere Eltern uns nicht weh tun wollten und dass es überflüssig ist.'
 […] Sohn Roi, sechs Jahre alt, setzt sich zu ihr auf die Schaukel. Er sagt, ein Junge in seiner Klasse habe erzählt, Unbeschnittene seien keine Juden. Das habe er von seinem Opa. Galia Reiner führt viele Gespräche mit ihren Söhnen, auch mit den Kindergärtnerinnen, 'damit sie nicht schockiert sind, wenn sie unsere Jungs nackt sehen'. Ihre Jungs wissen: Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat.
[…] Überzeugt hat [Itay]  dann ein 15-jähriger unbeschnittener Nachbarsjunge, der sagte: 'Ich hatte noch nie ein Problem. Niemand sagt was, wenn wir uns beim Pissen anschauen.' Heute denkt Itay Reiner genauso: 'Man hätte schon vor 500 Jahren mit der Brit Mila aufhören sollen. Wir essen Schweinefleisch, gehen samstags aus, aber wir verstümmeln unsere Söhne noch immer!'
(Thorsten Schmitz, 07.08.12)

Auch andere Zeitungen berichteten schon von den Juden, die sich prinzipiell gegen Beschneidungen engagieren. 

Im Bundestag ist diese Erkenntnis aber nie angekommen.

Vor sieben Jahren hatten die Sadehs einen Sohn bekommen. »Wie bei uns üblich hatte ich mit einem Mohel, einem Beschneider, einen Termin vereinbart«, erzählt der Jude. Zwei Tage vor der Feier habe er sich im Internet informiert, was bei dem Eingriff passiert. »Ich war entsetzt«, sagt der Israeli. Denn er habe erfahren, dass bei kleinen Kindern Vorhaut und Eichel von Natur aus fest verklebt seien, um die Eichel vor Urin zu schützen. Und dass es deshalb keineswegs einfach sei, die Vorhaut zu entfernen. Dass die Kinder große Schmerzen hätten, und dass es negative Auswirkungen auf die Sexualität geben könne.
»Zum Glück war meine Frau sofort einverstanden, die Beschneidung abzusagen. Der gesellschaftliche Druck, den Eingriff doch durchführen zu lassen, war allerdings enorm«, sagt der 42-Jährige. »Die Leute machen dir Angst. Sie werfen dir vor, dein Kind zum Außenseiter zu stempeln und es Repressalien auszusetzen. Das ist jetzt sieben Jahre her, und ich muss sagen: Das war alles nur leeres Gerede. Für unseren Sohn ist das alles kein Thema. Es geht ihm gut, und er hat seine Freunde. Und selbst wenn er gehänselt würde: Es werden auch Kinder mit roten Haaren gemobbt. Hänseln kann für uns kein Grund sein, unser Kind zu verstümmeln.«
Seit 2005 setzen sich Eran Sadeh und seine Frau gegen Beschneidungen ein. »Einmal im Monat gibt es ein Treffen, zu dem etwa zehn Elternpaare kommen, die Fragen haben«, erzählt der Computertechniker, der auch im Internet über medizinische und religiöse Aspekte aufklärt. »Es gibt viele Mütter und Väter, die das Barbarische in der Beschneidung erkennen, aber es aus Angst vor ihren Verwandten dann doch geschehen lassen.« Sadeh, der auch einen Abschluss in Rechtswissenschaften hat, sagt, es stimme zwar, dass in der Bibel die Beschneidung gefordert werde. »Dort wird aber auch die Steinigung von Menschen gefordert, die am Sabbat arbeiten. Und das will heute doch auch niemand mehr.« Es sei auch nicht so, dass man nur beschnitten zur jüdischen Gemeinschaft gehöre. »Sie können jeden Rabbi fragen: Wer eine jüdische Mutter hat, ist Jude – ganz gleich, ob er beschnitten ist oder nicht.«

Auch Aktivist Enosch wurde schon vor Wochen in der deutschen Presse vorgestellt.

Wir waren sehr froh, zu beobachten, dass ein deutsches Gericht das unmoralische Vorgehen der Beschneidung verurteilt, ausgerechnet ein deutsches Gericht.

Seine Initiative sollte bekannt sein.

Die Adresse des amerikanischen Pendants lautet

http://www.intactamerica.org/

Montag, 6. August 2012

Meine Partei!


„Die SPD scheißt in jede Hose, die man ihr hinhält“
(Dieter Hildebrandt)

Was waren das für drei Jahre Schwarzgelb? 
Eine einzige Ansammlung von Pleiten Pech und Pannen. 
Sieben Minister ausgewechselt, keine der Ankündigungen wahr gemacht, handwerklich so schlecht, daß beinahe jedes CDU-FDP-CSU-Gesetz vom Verfassungsgericht gestoppt wird, zwei Bundespräsidenten verheizt, zur allgemeinen Lachnummer degeneriert.

Es herrscht journalistische Einigkeit - dieses ist die schlechteste Regierung, die Deutschland seit 1945 hatte. Nach drei Jahren Hängen und Würgen haben es die Wildsauen und Gurkentruppler lediglich vermocht sich bei wichtigen Projekten darauf zu einigen, daß man zu konfus und impotent ist, um noch etwas zu erreichen. 

Steuerreform, Vorratsdatenspeicherung, Kita-Plätze, Herdprämie, Bildungsmisere, Mehrwertsteuer, Wahlrecht, Meldegesetz, Frauenquote, Netzausbau, Asse, Elterngeld - Merkel und ihre Kompetenz-befreite Chaos-Truppe lassen einfach alles liegen.

Was für paradiesische Zeiten für die drei Oppositionsparteien.
 Da muß man eigentlich fast gar nichts mehr machen, außer da zu sein und nicht gerade auf sein Pult kacken, um sich zur würdigen Regierungsalternative zu entwickeln.

Leider ist das für Grüne, Linke und SPD eine zu schwierige Aufgabe.

Die Grüne Fraktionsvorsitzende Künast machte sich im Langtagswahlkampf Berlin lächerlich, indem sie fast zum Schluß unbedingt mit der CDU koalieren wollte und darüber hinaus die Berliner wissen ließ, sie wären nicht würdig genug, um ihnen auch als Oppositionschefin zu dienen. 

Anschließend scharte man sich wild applaudierend um den homophoben und holocausleugnerfreundlichen Papst. 

Zuletzt war es dann die LGBT-Schande Volker Beck, der im Penisbeschneidungswahn vom Rednerpult des Bundestags aus erklärte Sätze des Alten Testaments wären wichtiger als das Grundgesetz.

Die schönen demoskopischen Grünen-Zahlen, die zur Zeit der BW-Wahl bundesweit an die 30%-Grenze reichten und einen Bundeskanzler Trittin in einer Grün-Roten Koalition mit der SPD als Juniorpartner möglich erscheinen ließen, surrten dementsprechend auf ein Drittel, nämlich aktuell nur noch 12 % zusammen.

Noch genialer die Linke, die gar nicht mehr wahrnimmt, daß es auch einen politischen Gegner gibt und sich mit Verve damit beschäftigt sich selbst zu kastrieren.
 Die Führungsspitze der Linken mobbt sich so massiv gegenseitig, daß die Umfragen sie derzeit nahe bei der 5%-Hürde sehen! 
Sauber. Das ist eine glatte Halbierung seit der letzten Bundestagswahl.

Profitieren sollte eigentlich also die gute alte Tante unter den Parteien. 
Die SPD könnte endlich das Ausfransen ihrer Ränder druch Kompetenz wettmachen.

Es wäre ziemlich einfach. Sie müsste nur Strukturen entwickeln, die dazu führen, daß thematisch sortiert mit klaren personellen Zuständigkeiten jede Fehlleistung der Schwarzgelben sachlich und klar anprangert und sodann dem Wahlvolk jeweils die SPD-Alternative präsentiert wird.

1.) Die Merkel-Regierung verbockt Thema x. 
 2. ) Die SPD täte an ihrer Stelle folgendes..

Unglücklicherweise würde so eine Parteiarbeit einen fähigen Koordinator erfordern. 
Also einen Vordenker und Organisator als Generalsekretär.


Sie ist nicht nur unsympathisch und unfähig sich in der Öffentlichkeit zu äußern, sondern offensichtlich auch noch so versessen sich als größter Papstfan Deutschlands zu inszenieren, daß ihre Partei-interne Wirkung sich darauf beschränkt SPD-Laizisten zu drangsalieren.

In der Parteispitze stört das totale Versagen der Partei-Organisatorin offenbar niemanden. 

Das tatenlose Top-Trio ist vollends damit beschäftigt das Publikum mit einem Polit-Mikado der bizarren Art zu Tode zu langweilen.
Dieses Stück kennen wir nun schon seit Jahren: Drei Männer, die sich alle schon als ungeeignet erwiesen haben, möchten Kanzlerkandidat werden. 

Politisch kompetent erscheint mir nur Peer Steinbrück, der sicherlich in der Lage wäre auf internationaler Ebene die Finanzprobleme anzupacken.
Gerne sähe ich ihn statt Merkel und Schäuble in Brüssel verhandeln. 
Womöglich wären wir längst aus dem Schlamassel raus, den Merkel durch ihr notorisches Zögern und Kurswechseln mit verursacht hat.
Daß Steinbrück deswegen ein guter Kanzlerkandidat wäre, ist dennoch mehr als fraglich. 
An ihm klebt das Stigma des großen NRW-Verlierers von 2005, er ist deutlich älter als Merkel und würde als 66-Jähriger ins Rennen gehen und zu allem Übel ist er an der SPD-Basis auch noch notorisch unbeliebt. Auf den linken Flügel wirkt er wie ein rotes Tuch.

Gabriel hat zwar durchaus gute Phasen, in denen er geradezu brillant argumentieren kann, aber er hält das nicht durch, schwankt immer wieder, lässt die Zügel schleifen, redet Unsinn, oder aber zieht sich auf seine Rolle als junger Vater zurück.
 Es heißt er wolle ein Elternjahr nehmen.

Bleibt noch Steinmeier, der so farblos ist, daß selbst eine Feldmaus gegen ihn wie eine Dragqueen wirkt. 
Als Vizekanzler und Kanzlerkandidat von 2009 hatte er Merkel absolut nichts entgegen zu setzen und führte die SPD in ein seit 1945 nie dagewesenes Desaster.

Sollte die SPD Steinmeier nominieren, wäre das Signal an die Wähler:

„Leute, wir sind schon so abgeschlafft, daß wir gar nicht mehr eine Regierung führen wollen, wir haben eh keine Ideen und keine Ansprüche mehr. Gerne aber würden wir die FDP als Merkels williger Erfüllungsgehilfe ersetzen“

Der SPIEGEL von heute schreibt, daß es genauso kommen wird.

Während die Konkurrenz noch rätselt, mit welchem Genossen sie es zu tun bekommt, und die Troika selbst den Eindruck vermittelt, der Wettstreit sei völlig offen, scheint die Partei ihren Kandidaten gefunden zu haben: Steinmeier. […] Die Genossen haben ihren Favoriten. Ein nüchterner Blick auf die innerparteilichen Kräfteverhältnisse legt jedenfalls nur einen Schluss nahe: Wenn es im Winter zur Entscheidung der K-Frage kommt, wird Steinmeier die wichtigsten Spieler hinter sich haben; die Bundestagsfraktion, die stellvertretenden Parteivorsitzenden, viele Landesfürsten - allen voran den mächtigsten Landesverband Nordrhein-Westfalen, dessen Vorsitzende Hannelore Kraft, 51, als heimliche Königsmacherin gilt.  [……]  Über allen Parteilinken steht Generalsekretärin Andrea Nahles. Öffentlich zeigt sie sich allen Kandidaten gegenüber gleich loyal. Intern aber lässt auch sie ihre klare Präferenz für Steinmeier erkennen - schon weil sie dessen Konkurrenten nicht ausstehen kann. Das rabiate Auftreten Gabriels im Willy-Brandt-Haus lässt die Generalsekretärin regelmäßig verzweifeln. Mit dem Parteirechten Steinbrück kann sie ohnehin wenig anfangen.
(DER SPIEGEL32/2012)

Trotz der Gruselperformance der Kanzlerinnenpartei liegt die SPD als (wieder) größte Opposition fast zehn Prozentpunkte hinter der CDU.

Ein echte Leistung noch schwächer als die Union, die jedes Thema vermasselt, zu sein.

In aktuellen Umfragen erreicht Merkel absolute Spitzenwerte, weit vor allen anderen Politikern. 

76% der Deutschen bewerten sie als „gute Staatsfrau“, 70% meinen bei Merkel sei die Eurorettung in guten Händen.
Ein Wunder. 

Ist doch diese Kanzlerin für einige der gefährlichsten Eurozerstörer des Planeten verantwortlich. 

Spon zählt Markus Söder und Alexander Doofbrindt zu den gefährlichsten Männern Europas - und läßt freundlicherweise den deutschen Vizekanzler unerwähnt. 

Christoph Schwennicke führt die enorme Vorliebe der Deutschen für ihre Kanzlerin auf „Abstumpfung“ zurück.
Tatsächlich hatte die Strategie der „asymmetrischen Demobilisierung“ Merkel schon einmal zur Kanzlerin gemacht, indem sie 2009 erfolgreich jede Positionierung vermied.

 Derzeit helfe ihr die Eurokrise, da sie alle anderen Themen überdecke.
 Zwar versinke Merkels Truppe „im Chaos“ und sei „gescheitert“, aber den Urnenpöbel störe es nicht.

Angela Merkel kann froh sein, dass es die Euro-Krise gibt. Sonst würde das Scheitern ihrer Koalition viel mehr auffallen. Denn statt zu regieren, streiten sich Union und FDP am laufenden Band. Die Öffentlichkeit hat sich an diesen Zustand gewöhnt - was die Misere nicht besser macht. […]  Bevölkerung wie Bundesregierung, haben sich inzwischen mit einem Umstand abgefunden, mit dem man sich nicht abfinden darf: Die einen akzeptieren klaglos, dass sie schlecht regiert werden. Und die anderen nehmen hin, dass sie schlecht regieren.   […] Es ist müßig, noch einmal auf missglückte Koalitionsverhandlungen hinzuweisen, auf Hotelsteuerbeschlüsse und plötzliche gegenseitige Beschimpfungen der Wunschpartner als Wildsäue und Gurken. Großkoalitionäre Hybride wie der seltsame Gesundheitsfonds wurden nicht reformiert, Großprojekte mit eigener Handschrift wie eine beherzte Steuerreform blieben aus. Statt dessen Gewurstel, planloser als bei Rot-Grün, deren Protagonisten zwar manchmal die Linie, aber nie der Enthusiasmus fehlte. Jüngstes Beispiel: das Gezerre um den obersten Bundespolizisten Seeger, der von Innenminister Friedrich geschasst wurde.  Inzwischen verweigert das zum Regierungs-TÜV gewordene Bundesverfassungsgericht dieser Koalition bei jeder Nachkontrolle die Plakette, zuletzt auf besonders quälende und schmachvolle Weise - wegen ihres für sie selbst praktischen neuen Wahlrechts. Ob Energiewende, Vorratsdatenspeicherung oder Reform der Pflegeversicherung: Diese Regierung kommt nicht vom Fleck. Eigentlich müsste sie wegen Verkehrsuntüchtigkeit ausrangiert werden. […]  Schwarz-Gelb zankt sich, ohne am Ende etwas zustande zu bringen. "Aufhören!" titelte der SPIEGEL schon vor zwei Jahren und meinte einerseits den Streit - oder eben am besten gleich die ganze Veranstaltung. Seither ist nichts besser, aber vieles schlechter geworden.

Merkel kann sich das Dauer-Versagen leisten, weil alle Oppositionsparteien mit sich beschäftigt sind.
Daß sich eine fast 150 Jahre alte Volkspartei wie die SPD tatsächlich von einem trüben Trio und einer Gaga-Generalsekretärin paralysieren läßt ist eine einzige Peinlichkeit.
 Und gleichzeitig das größte Glück der Angela Merkel.

Dabei können wir uns diese Regierung wirklich nicht mehr leisten. Merkel führt Deutschland und Europa in den Abgrund. Und genau dahin möchte der Urnenpöbel offensichtlich sehr gerne.

Noch mal vier Jahre Merkel? Die Deutschen wären zufrieden. Die Kanzlerin ist beliebt.  […] Das Ausland sieht in Deutschland schon das "Quarto Reich" heraufziehen. Aber wenn die Demoskopen losgehen und die Deutschen fragen, stellt sich heraus: Das Land ist mit sich und seiner Regierung im Reinen. […] Dazu passt, dass von den drei ??? der SPD Frank-Walter Steinmeier das beliebteste ist. Immer schön freundlich bis zur Unkenntlichkeit - das war schon Steinmeiers Rezept im Wahlkampf 2009. Es bleibt das Rätsel jener Genossen, die sich jetzt für Fraktionschef Steinmeier aussprechen, warum die Strategie, die schon 2009 gescheitert ist, nun zum Erfolg führen soll. […]
Gemessen an ihren eigenen Werten ist Angela Merkel tatsächlich eine erfolgreiche Kanzlerin. Es geht ihr um nichts als um die Macht, und sie hat nichts getan, als ihre Macht zu erhalten. Merkel hätte handeln müssen, als die Krise jung war, die Begriffe noch weich und die Bilder in den Köpfen der Menschen noch in Bewegung. Als alle Welt auf die Banken starrte, hätte Europa das Problem der Staaten lösen müssen. […]   Führung und Gestaltung - das war die Aufgabe der Politik, die Aufgabe von Angela Merkel. Darum hat sie sich nicht gekümmert. Stattdessen hat sie zugelassen und befördert, dass die Finanzkrise zu einem Konflikt zwischen den Staaten wurde. Das Schlimmste, was Europa geschehen kann. Jetzt geht es darum, wer gewinnt. Und es geht darum, wer sein Gesicht verliert. Unionsfraktionschef Volker Kauder hat neulich gerufen: "Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen." Jetzt ruft Markus Söder, der bayerischer Ministerpräsident werden will, an Griechenland müsse "ein Exempel statuiert werden".
Wer kann den Europäern verübeln, wenn sie darin das Echo unserer Stiefel hören, die über den Kontinent marschiert sind. […]
Es ist ein bisschen, als hätten die Deutschen ihr politisches System aufgegeben. Man fragt die Leute: Wer hat den Banken ihre verderbliche Macht gegeben? Und sie antworten: die Parteien der Union. Dann fragt man sie: Wer kann diese Macht brechen? Und sie antworten nicht: die Sozialdemokraten oder die Linken. Sondern sie sagen: niemand mehr. […]
Diese Kanzlerin ist zu kostspielig. Weitere vier Jahre können wir sie uns nicht leisten.
(Jakob Augstein 06.08.12)

Sonntag, 5. August 2012

Durch’s Internet stolpern.




Fernsehen macht Kluge klüger und Dumme dümmer.
(Marcel Reich-Ranicki)


Mit der Menschlichen Dummheit verhält es sich wie mit der Gravitation.

Die Gravitation (von lateinisch gravitas, Schwere) ist eine der vier Grundkräfte der Physik. Sie bewirkt die gegenseitige Anziehung von Massen. Die Gravitation besitzt unbegrenzte Reichweite. Sie lässt sich nicht abschirmen.

Auch die Dummheit ist eine Grundkraft des homo sapiens. 
Sie ist immer da und läßt sich nicht abschirmen. 
Auch nach Jahrhunderten massiver Aufklärung, Forschung und planetenweiten Bildungsbemühungen wirkt die Dummheit in den Menschen wie eh und je. 

Die größten Dummheitskonzentrationen wirken wie schwarze Löcher mit ihrer enormen Masse und ziehen lauter kleine andere Dumme an. 
Beispiele für diese Dummheits-Hotspots gibt es insbesondere in den Vereinigten Staaten in Form von gagaesken Theorien zu beobachten. 

Obama sei Muslim, nicht in Amerika geboren, Klimawandel gebe es gar nicht, freier Waffenzugang garantiere den Frieden, die GOP, gleichgeschlechtliche Ehen ruinierten die allgemeine Moral, Fox-TV, Steuern wären des Teufels, etc.

Diese Mega-Dummheiten führen unweigerlich dazu, daß sich Millionen einzelner kleiner Dummköpfe magisch davon angezogen fühlen und Teil der geistigen schwarzen Löcher sein wollen.

Auch im Internet und anderen Medien wirken die größten Dummheiten wie starke Magneten auf dumme User.

Wer selbst nicht dumm ist wird einen solchen Anti-Gehirn-Werbespot für ein von einer fürstlichen Tucke angepriesenes „Schaumburg-Reichtumselixier“ ungefähr so verlockend finden, wie sich die Finger in der Autotür klemmen zu gehen.

Auf Volldeppen strahlt so ein Produkt hingegen eine so starke Anziehungskraft aus, daß sie unmöglich widerstehen können.

Den Umgang mit dem Internet könnte man lernen.
Diese Fertigkeit gehört zu dem leider nicht in Schulen vermittelten Komplex der „Allgemeinen Lebenskunde“.
Das Internet ist zweifellos eine unendliche Informationsquelle und ein unübertroffener Kommunikationsbeschleuniger. Man kann viel lernen. 

Man kann aber auch verlernen und verdummen, wenn man unkritisch jeden Info-Fetzen als Fakt betrachtet. 

Zum Beispiel.

56,5 Prozent aller Informationen zum sicheren Schlaf von Kindern, die sich bei einer Stichproben-Suche im Internet fanden, waren entweder irrelevant (28,4 Prozent) oder falsch (28,1 Prozent). Das berichtet ein Forscherteam um die Kinderärztin Rachel Moon von der University of South Carolina im Fachblatt Journal of Pediatrics (online). Die Mediziner hatten mit Google nach Seiten gesucht, die neben dem Stichwort 'Kinder' Begriffe wie 'Rauchen', 'Schlafposition' oder 'Schnuller' enthalten. Bei der fachlichen Durchsicht von insgesamt 1300 Webseiten ermittelten die Forscher, dass insbesondere Blogs, Seiten mit Produktbewertungen und private Webseiten von Fehlern nur so strotzten. […]

Zum Glück schafft meine Lieblings-TV-Zeitschrift „GONG“ mit ihren praktischen Lebenstipps direkt aus den bischöflichen Ordinariaten Abhilfe.

Dr. Anneliese Mayer, Ordinariatsrätin bei Kardinal Marx, Mitglied im ZDF-Fernsehrat seit 09. Juli 2004 als Vertreterin der Katholischen Kirche, klärt in ihrer GONG-Rubrik  „Das Wort zum Alltag“ auf.

Die offizielle Medienexpertin der Katholischen Kirche hat die ganze Komplexität des Internets erfasst.


Sie weiß; Kontakte im Internet beschränken sich auf eine sinnlose Kollektion von „Gefällt mir“-Klicks.

Man könne Mitglied einer „Gruppe von Gleichgesinnten“ werden. 
Aber was bedeute das schon. 

Nur in der realen Welt gebe es Kommunikation, die über ein simples „gefällt mir“ hinausgingen.


Die Frau weiß Bescheid.