Samstag, 26. Dezember 2020

Salutogenese, oder wieso ich ungern telefoniere.

Die Kirchen, also Organisationen, die an übersinnlichen Unsinn glauben und als Katholiken sogar in jedem Bistum Exorzisten bereitstellen, um Menschen mit psychischen Erkrankungen den  Rest zu geben, statt ihnen medizinische-adäquat zu helfen, sind auch Trägerinnen der Telefonseelsorge.

Das ist doppelt bedauerlich.

Erstens bedeutet eine kirchliche Trägerschaft unprofessionelle und arbeitsrechtlich problematische Strukturen.

Zweitens ist die Telefonseelsorge eine sehr gute Sache, weil es tatsächlich viele Menschen in akuten Notlagen gibt, die sich entweder nicht trauen Bekannte einzuweihen, nicht wissen an wen man sich sonst wenden kann oder aber tatsächlich niemanden haben, dem sie sich anvertrauen können.

Das Prinzip einer anonymen Beratung, die jederzeit spontan in Anspruch  genommen werden kann und bei der man einen Zuhörer findet, ist richtig und wichtig.

Es liegt aber in der Natur der Sache, daß wegen existentieller Sorgen dort angerufen wird. Wenn es um Tod, Krankheit, Beziehungsdramen, Verzweiflung geht.

Alles Themen, bei denen ich als Atheist – und damit gehöre ich in Hamburg zu einer großen Mehrheit – mit theologischen Ansichten noch mehr gequält werden.

Kirchliche Meinungen zum Suizid, zur Sexualität, emotionalen Bedürfnissen, zur Sterbehilfe oder beispielsweise auch Familienplanung halte ich für kontraproduktiv und eher das Problem-verschärfend.

Ich habe nie selbst bei der Telefonseelsorge angerufen und will den Mitarbeitern dort nichts unterstellen, aber ich habe extrem unangenehme Erfahrungen mit kirchlichen Seelsorgern gemacht, die sich auf Intensivstationen herumdrücken und ungefragt sterbenden Menschen auf die Pelle rücken und deren Angehörige belästigen.

Die Hamburger Pastorin Kerstin Lammer ist für die Nordkirche Chefin der Sektion  „Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog“ und damit auch oberste Leiterin der  landeskirchlichen Seelsorgedienste bei der Polizei und Feuerwehr, in Gefängnissen und in Krankenhäusern.

Mein Zorn ist verraucht, weil ich in den entsprechenden Situationen andere Sorgen hatte, aber a posteriori wünschte ich en brasse gepfefferte Beschwerdebriefe an Leitpastorin Lammert geschrieben zu haben, als mich ihre Abgesandten in Krankenhaus molestierten.

Die Hamburger Morgenpost befragt die Religiotin zur Telefonseelsorge in Zeiten von Corona. Wie immer wird von der Interviewerin Nicola Daumann nicht eine Mikrosekunde die Frage aufgeworfen was eigentlich eine Theologin dazu qualifiziert in einer so säkularen Stadt wie Hamburg all diese Dienste zu leiten.

[…..] Mopo: Wie kommen Menschen gut durch eine Krise?

Pastorin Lammer: Jeder Mensch ist anders. Nach dem Konzept der „Salutogenese“ findet sich aber jemand gut in der Welt zurecht, wenn er früh im Leben die Überzeugung erlangt hat, dass sie gut und verstehbar ist. Für mich als Theologin ist das eine religiöse Überzeugung: Es gibt all das Schlechte, was uns begegnet, aber das Leben – für mich ist es Gott – meint es gut mit uns. So eine Überzeugung kann einen gesund halten, auch wenn einem Schlechtes widerfährt. Ob Menschen genug Zuversicht, Liebe und Hoffnung haben, wird darüber entscheiden, wie sie diese Krise verarbeiten können. […..]

(MoPo, 26.12.20)

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Das Leben/Gott meint es gut mit, dem der als Pankreaskrebspatient mit höllischen Schmerzen ohne Hoffnung in der Onkologie liegt?

Und der 21-jährige traumatisierte Afghane, der in einer schäbigen Flüchtlingsunterkunft vergewaltigt wird und in seinem Leben zusehen musste wie seine gesamte Familie von den Taliban abgeschlachtet wurde, hat eben Pech bei der „Salutogenese“, weil er als Kind keine positive Lebenseinstellung entwickeln konnte?

Und die erfrierenden, hungernden Kleinkinder, die in schlammigen Pfützen ins Elendslagern auf Moria liegen, oder aber auch einem überfüllten Schlauchboot vor der griechischen Küste Todesängste ausstehen und auch mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich umkommen, würden sich „besser in der Welt zurechtfinden“, wenn sie nur früh genug Gott begegnet wären?

Max Beckmann, fressen, kotzen.

Freitag, 25. Dezember 2020

Woelki muss man wirklich bewundern

Der Kölner Metropolit begeistert mich seit Monaten mit einer Kaskade katastrophaler Presse.

Immer wieder drischt der Mann mit den 28 Zähnen, der HG-Maaßen-Kinderbrille und der billigen Perücke auf die Missbrauchsopfer seiner Kölner Pädos in Soutane ein.

Nicht nur verhinderte er die Veröffentlichung der Kölner Missbrauchsstudie, durchgeführt von der renommierten Münchner Anwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl (WSW), sondern zwang auch noch den Betroffenen-Rat zuzustimmen, ohne daß sie Einblick nehmen durften.

(…..) Woelki wiederholte den Christian-Pfeiffer-Skandal, dessen kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen für die RKK eine große Studie anfertigen sollte und 2011 von der DBK zurückgepfiffen wurde.

Erst kündigte er im Zeichen der Offenheit eine Untersuchung des sexuellen Missbrauchs in seinem Herrschaftsbereich als Metropolit der Kirchenprovinz Köln samt der Suffraganbistümer Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier an, aber als ihm die Ergebnisse nicht passten, setzte er dem schnell ein Ende. Wie immer in der römisch-katholischen Amtskirche ist es auch im Jahr 2020 dem mächtigsten und reichsten Kardinal Deutschlands wichtiger die Täter zu schützen, als an die Opfer zu denken. Wenn die Wahrheit andere Kirchenfürsten schlecht aussehen lässt, muss sie unter Verschluss bleiben.

[….] Die Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl, die Woelki beauftragte, hatte schon 2010 die Akten des Münchner Erzbistums untersucht. Der Bericht blieb allerdings unter Verschluss, veröffentlicht wurde lediglich eine Zusammenfassung. Das sollte nun in Köln anders werden.   Aber am 12. März gab es keine Pressekonferenz. Es gebe rechtliche Probleme, hieß es. Nach Monaten des Wartens folgte am Freitag der große Knall: "Die Zusammenarbeit mit der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl wird beendet", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des Erzbistums und des Beirats der Missbrauchs-Betroffenen. Eine "vollständige Neufassung der Untersuchung", verantwortet vom Kölner Strafrechtsexperten Björn Gercke, werde am 18. März 2021 veröffentlicht. [….]

(SZ, 01.11.2020)

Nachdem Kardinal Woelki aber tolldreist den Missbrauchsopfern seines Sprengels mit voller Wucht in den Rücken trat, weil er lieber die ehemaligen Kardinäle Höffner und Meisner, sowie den Hamburger Erzbischof Heße schützt, fiel auch dem SZ-Mann nichts mehr ein, um seine Kirchenfürsten zu verteidigen.

[…..] Selbst wenn im Text des Kölner Missbrauchsberichts nicht jeder Satz gelungen sein sollte - der Versuch, die Erkenntnisse zum systematischen Versagen der Leitung des katholischen Erzbistums im Umgang mit Fällen von sexueller Gewalt unter Verschluss zu halten, ist falsch. Die Art und Weise, wie dies gerade geschieht, macht ihn zur Katastrophe. […..]  Aus dem furchtlosen Aufklärer im Bischofsamt ist innerhalb eines halben Jahres der verzagte Hirte geworden, der - statt um die Wahrheit zu ringen - die verstorbenen Kardinäle Joseph Höffner und Joachim Meisner schützt, ihre noch lebenden Generalvikare und Personalchefs, von denen einer heute Erzbischof von Hamburg ist, Stefan Heße. Es hat das alte System gesiegt. […..] Wieder einmal sind die Betroffenen der sexuellen Gewalt die Opfer. Den Betroffenenbeirat des Erzbistums über den Tisch zu ziehen und ihn ein Gutachten kritisieren zu lassen, das er selber nicht kennt, war eine infame Aktion. Man sollte die Mitglieder das weggesperrte Gutachten lesen lassen - und sehen, welche Meinung sich diese dann bilden. [……]

(Matthias Drobinski, 02.11.2020)

Willkommen auf der dunklen Seite der Macht, Herr SZ-Redakteur!
„Infame Aktion“ – endlich eine gute Wortwahl. (…..)

(Den toten Gaul reiten, 02.11.2020)

Woelki in seinem Lauf, belog als nächstes auf besonders perfide Weise die Öffentlichkeit, indem er fälschlich behauptete, sein Vorgehen sei mit den Missbrauchsopfern abgestimmt.

Der nächste Klopfer folgte wenige Tage später.

Nicht nur hatte er die Aufklärungsstudie seines Erzbistums verhindert, die Opfer erneut missbraucht und über ihre angebliche Zustimmung gelogen, sondern es kam auch noch heraus, daß einer der Haupt-Täter, einer perfider Vergewaltiger kleiner Jungs, ein enger Freund Woelkis war. Woelki persönlich hatte die Meldungen darüber verhindert, den Fall weder nach Rom, noch an die Staatsanwaltschaft gemeldet. Seine ganze Fürsorge galt nur dem bestialischen Verbrecher, für dessen Opfer er immer noch keinen Funken Mitgefühl aufbringen konnte.

[……] Woelki sieht sich nun erstmals persönlich mit Vertuschungsvorwürfen konfrontiert. Im Jahr 2015 habe er Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pfarrer aus Düsseldorf nicht dem Vatikan in Rom gemeldet, so der Vorwurf. [……] Zugleich verwies es auf den damaligen Gesundheitszustand des mittlerweile verstorbenen Geistlichen. Weil es dem Mann zu schlecht ging, habe es keine sogenannte kanonische Voruntersuchung gegeben.  [……] Kirchenrechtler Thomas Schüller von der Universität Münster sieht das anders. Dass der Pfarrer keine Auskunft mehr geben konnte, sei "irrelevant" für die Meldung nach Rom. "Dann muss man eben nur das Material einreichen, das das Opfer angezeigt hat", so Schüller am Donnerstagabend gegenüber dem WDR in der "Aktuellen Stunde".   "Und die Tatsache, dass das Erzbistum Köln dem Opfer 15.000 Euro überwiesen hat, zeigt noch mal die Dramatik der Straftat. Das ist nämlich ein ungewöhnlich hoher Betrag."

Nach Recherchen des "Kölner Stadt-Anzeigers" handelt es sich bei den Vorwürfen um eine Tat aus den späten 1970er-Jahren. Das Opfer, damals ein Junge im Kindergartenalter, habe den Missbrauch im Jahr 2010 beim Bistum angezeigt.   Woelki selbst wurde 2014 Erzbischof von Köln. Nach Sichtung von Personalunterlagen habe er dann im Jahr darauf entschieden, dass den Vorwürfen gegen den 1929 geborenen und mittlerweile gestorbenen Pfarrer Johannes O. nicht weiter nachgegangen, keine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und der Fall auch nicht dem Apostolischen Stuhl in Rom gemeldet werde. [……]

(WDR, 12.12.2020)

Der nächste Paukenschlag kam zum Corona-Lockdown.

Während wir Atheisten natürlich einsehen, daß die Vulnerablen der Gesellschaft geschützt werden müssen und unnötige Kontakte vermeiden müssen, führte Woelki eine Christmette durch.

Schließlich gibt es bei Online-Gottesdiensten keine Kollekte. Was sind Katholiken schon Menschenleben wert? Natürlich setzt sich Woelik über die Forderungen der Ärzte nach einem Gottesdienstverbot, um die Menschen zu schützen, hinweg.

Unter den konservativen Kirchenfreunden gab es scheinbar immer noch ein paar Naive, die sich vorstellten Woelki könne nun im Fokus der Öffentlichkeit nach dieser endlosen Kette der Schäbigkeiten einmal das Richtige tun, persönliche Verantwortung übernehmen.

Aber weit gefehlt; auch am 24.12.2020 in seinem gewaltigen Dom machte es der Kardinal nur noch schlimmer. Sogar das erzkonservative Springer-Blatt „WELT“ fordert nun den Rücktritt des Kölner Kardinals.

[……] Warum tritt der Kölner Erzbischof nicht endlich ab?

Im Weihnachtsgottesdienst hat sich der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zu Vorwürfen geäußert, einen Kinderschänder gedeckt zu haben. Anstatt persönliche Konsequenzen zu ziehen, wiegelte er ab. Damit schadet er der katholischen Kirche massiv.    Kurz vor dem Ende der Christmette im Kölner Dom richtete der Erzbischof überraschend ein, wie er sagte, „persönliches Wort“ an die Gläubigen in der Kirche und jene, die den Gottesdienst per Livestream verfolgten. Er bat um Verzeihung: bei denjenigen, die als Kinder von katholischen Geistlichen im Rheinland missbraucht worden waren. Rainer Maria Woelki entschuldigte sich aber nicht dafür, dass er selbst [……]  einen mutmaßlichen Kinderschänder gedeckt haben soll. [……] Stattdessen bat der Kardinal in vorsichtigen, wahrscheinlich auf rechtliche Fallstricke hin geprüften Worten lediglich um Verzeihung dafür, dass die Betroffenen des sexuellen Missbrauchs in den Tagen vor Weihnachten die Kritik am Umgang des Erzbistums mit dem Missbrauch und „insbesondere an meiner Person“ hätten ertragen müssen. Er entschuldigte sich auch dafür, dass Priester und freiwillige Helfer der Kirche im Rheinland nun breiter öffentlicher Kritik am Erzbistum ausgesetzt seien.     Wohlfeiler könnte eine Entschuldigung kaum sein. Sie wird den schweren Vorwürfen gegen den Kardinal alles andere als gerecht. Woelki soll den Recherchen der Zeitung zufolge im Jahr 2015 einen Düsseldorfer Priester gedeckt haben, der in den späten Siebzigerjahren einen Jungen, damals im Kindergartenalter, missbraucht haben soll.   Vor zehn Jahren zeigte das mittlerweile erwachsene Opfer den Priester demnach beim Bistum an, und kurze Zeit darauf habe Woelki, damals noch Weihbischof, davon erfahren. [……] Anstatt den Fall an den Vatikan zu melden, ließ der Kardinal ihn unter den Tisch fallen. Der verdächtigte Priester[……]  war einer der Ausbilder Woelkis gewesen. [……] Woelki hat sich auch an anderer Stelle problematisch verhalten, was die Aufklärung von sexuellen Übergriffen Geistlicher seiner Kirche gegen Kinder angeht. [……] Der Kardinal und die Bistumsleitung geben dieser Tage ein enorm schwaches Bild ab, das viele Christen enttäuscht. Anstatt um ehrliche Aufklärung, Nächstenliebe und christliche Werte scheinen Woelki und jene, die ihn umgeben, vor allem um rechtliche Absicherung bemüht. Die Öffentlichkeit, vor allem Mitglieder der katholischen Kirche sind zu Recht empört. [……] Doch am Kardinal scheint all die Kritik abzuperlen. [……] Das ist abgehoben und weltfremd – und zu Recht zeichnet sich ab, dass die Zahl der Kirchenaustritte im Rheinland nun weiter steigt. [……]

(Anette Dowideit, WELT, 25.12.20)

Als Atheist schließe ich mich Frau Dowideit natürlich nicht an! Ein Rücktritt Woelkis wäre gut für die RKK und stünde somit dem Interesse der evolutionären Humanisten entgegen.

Möge Woelki noch lange im Amt bleiben und munter weiter durch seine Abscheulichkeit, diese besondere Abstoßungskraft für Kirchenmitglieder entfalten!

[…..] Vertuschung, Austrittswelle, Reformstau Katholische Kirche: Der Riss geht immer tiefer!    Der Rekordwert von 272.771 Katholiken, die 2019 ihre Kirche verließen, zeigt, dass der Riss immer tiefer wird. Das entspricht einem Anstieg von 26,2 Prozent! 2018 waren es 216.078. […..]

(Kölner Express, 21.12.2020)

Immer weiter so, Woelki!
Ich bin total zufrieden. Er soll noch lange im Amt bleiben und dann am besten Papst werden!

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Sachsenpest.

Vorausschickend bitte ich alle netten Sachsen um Verzeihung. Natürlich gibt es dort auch vernünftige Leute, die keine Rechtsextremen oder Covidioten sind.

Die 38 Jahre im „Tal der Ahnungslosen“ kann man den Sachsen auch nicht vorwerfen; es war eine landschaftliche Besonderheit dort kein West-Fernsehen empfangen zu können und dementsprechend ungefiltert der DDR-Propaganda ausgesetzt gewesen zu sein.

Aber nach 30 Jahren des freien Zugangs zu allen Presseerzeugnissen und freiem Internet, ist es nicht mehr zu entschuldigen, daß der Rechtsextremismus derartig überproportional in Sachsen grassiert und auch seit 1990 kontinuierlich eine weit rechts stehenden Sachsen-CDU mit Mehrheit gewählt wurde, die konsequent Xenophobie fördert und Stimmung gegen Minderheiten schürt.

Typen wie der sächsische CDU-Innenminister Ulbig (2009-2017) sind schon viele Jahre als amoralische Rechtspopulisten bekannt und werden immer wieder gewählt. Auch Ministerpräsident Kretschmer, wiedergewählt am 01.09.2019, war schon lange vor seiner Regierungsübernahme als äußerst weit rechts stehender CDU-Mann bekannt, der immer wieder ausländerfeindlich agitierte.

(…..) [….]  Der Mob sammelt sich. Hunderte in kurzer Zeit. Sie ziehen durch die Stadt. Beobachter sprechen von einer Jagd auf "Ausländer". Ein Stadtfest wird vorzeitig abgebrochen . Die Polizei scheint überfordert. Wo sind wir? In Chemnitz. In Sachsen. Natürlich. Immer wieder Sachsen.    Sachsen ist wie das Internet. Nur in echt. Der ganze niedrige Hass, der sich im Netz Bahn bricht - in Sachsen kann man ihn auf der Straße sehen. Die Videos aus Chemnitz zeigen sie ja, die dicken, stiernackigen Männer, die mit ihren Glatzen aussehen wie Pimmel mit Ohren - allerdings Pimmel mit Sonnenbrillen. Sie sind das Fleisch gewordene Rülpsen und Tölpeln, das die sozialen Medien durchflutet. [….]

(Jakob Augstein, 27.08.2018)

Was soll man schon noch anderes tun, außer die Sachsen auszulachen?

Und es stimmt auch so offensichtlich: Der rechte Mob, der sich so viel auf die Reinhaltung der Rasse und die kulturelle Identität einbildet, braucht besonders offensichtlich eine genetische Auffrischung.

Die Häßlichkeit ihrer Ideologie und die Einfältigkeit ihres Geistes korrespondiert frappierend mit ihrer phänotypischen Abscheulichkeit. Was sind das nur für häßliche Menschen?

In letzter Zeit liest und hört man öfter vom eklatanten Frauenmangel in den ostdeutschen Ländern (DDR = Der Doofe Rest).

Das spricht sehr für die ostdeutschen Frauen! Wenn das die Männer vor Ort sind, ist es weise sich in andere Bundesländer zu verziehen. Auch aus gesamtdeutscher Sicht ist es zu begrüßen, wenn sich die Pimmel mit Ohren nur noch untereinander sexuell betätigen und keinen Nachwuchs zeugen.

Die Sachsen sind einfach schrecklich und zeigen sich auch seit vielen Jahren kontinuierlich von ihrer schlechtesten Seite.

Es hat inzwischen derartig viele rechtsradikale Ausschreitungen in sächsischen Orten und Städten gegeben, so viel öffentlichen Menschenhass, so viel Gewalt gegen Minderheiten, so viel völkisch-viehischen Antihumanismus, daß es müßig ist die einzelnen Vorkommnisse noch aufzulisten. Welche sächsische Stadt hat keine rechtsradikale tief braune Szene? (……)

(Pimmelköppe, 27.08.2018)

Es sind „DIE Sachsen“, also nicht etwa jeder einzelne, sondern eine Mehrheit aller Sachsen, die diese Rechten in die Regierung wählen.

Es sind „DIE Sachsen“, also nicht etwa jeder einzelne, sondern eine Mehrheit aller Sachsen, die sich eben nicht wie in westdeutschen Städten Pegida- oder Covidioten-Demos in so großer Zahl entgegen stellen, sondern sie lassen es desinteressiert zu.

Es sind „DIE Sachsen“, also nicht etwa jeder einzelne, sondern eine Mehrheit aller Sachsen, die dieser lächerlichen Opfer-Mythos kultivieren.

Die PEGIDA-Stadt Dresden, Hochburg des Rechtsextremismus und der AfD, vormals „Tal der Ahnungslosen“ sorgt beinahe täglich für negative Schlagzeilen.   Die bizarre Beziehung der Dresdner zu den britischen Bombenangriffen vor 72 Jahren ist legendär.

[….] Antonie Rietzschel: Ein zentraler Punkt des Mythos Dresden sind die Opferzahlen - als 2008 eine Historikerkommission zu dem Ergebnis kommt, dass durch die Bombardierung 25 000 Menschen getötet wurden, gibt es unter den Dresdnern einen Aufschrei. Warum?

Prof Malte Thießen: Die hohe Opferzahl war lange der Beweis der Einzigartigkeit dieses Angriffs und somit der Beweis für die Einzigartigkeit dieses Orts. In keiner anderen Stadt gab und gibt es einen solchen Wettlauf um die höchsten Opferzahlen. 25 000 Tote sind viel. Aber bei der Bombardierung von Hamburg starben 34 000 Menschen, das spielt dort nicht so eine starke Rolle. In Dresden dagegen läuft man durch die Stadt und plötzlich ist die Zahl an die Wand gesprüht und jeder Dresdner weiß, was damit gemeint ist. [….]

(SZ 12.02.2015)

Obwohl Berlin und Hamburg viel mehr zerstört wurden, halten die Dresdner eisern nicht nur an der Vorstellung fest, daß sie am meisten abbekommen hätten, sondern daß sie auch noch völlig unschuldig gewesen wären. 

Eine durch und durch absurde Idee.

Der tiefsitzende Judenhass der Dresdner ist durch Victor Klemperers „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ dokumentiert. Alle 5.000 Dresdner Juden wurden in der Nazizeit umgebracht.    Bei der Reichstagswahl von 1933 errang die NSdAP in Dresden-Bautzen 43,6 %.   (Zum Vergleich: Berlin 31%, Hamburg 38%, Köln 30%)

Während der Kriegsjahre gab es tausende KZ-Häftlinge in Dresdner Außenlagern, zB in der Schandauer Straße 68 in Dresden-Striesen. Darunter hunderte Kinder, die vor den Augen der Dresdner Zwangsarbeit leisten mußten.

[….] Im Oktober 1944 werden in Dresden insgesamt drei Außenlager für weibliche Häftlinge errichtet: zwei für die Zeiss Ikon AG (im Goehle-Werk und in Dresden-Reick), eines in der Universelle Maschinenfabrik.  Alle Häftlinge kommen aus dem KZ Ravensbrück. Ein erster Transport mit 500 Frauen im Oktober 1944, weitere 200 im Februar 1945. Deutsche politische Häftlinge, »Asoziale« und »Zigeunerinnen« sind in der Mehrheit, daneben lettische, russische, serbische und tschechische Frauen. 685 Häftlinge werden in den Firmenunterlagen am 26. März 1945 als »entlassen« verzeichnet. […..]

(KZ Gedenkstelle Flossenbrück)

Ein anderes direkt in Dresden gelegenes KZ war die sogenannte „SS Pionierkaserne“

Außenlager Dresden (SS-Pionier-Kaserne)   Juni 1942 bis 15. April 1945. Das am längsten bestehende Flossenbürger Außenlager und das erste in Dresden.   Die ersten Gefangenen sind Bauhandwerker – vor allem Deutsche, daneben wenige polnische, russische und tschechische Häftlinge. Später kommen Slowenen, Italiener, Franzosen sowie Häftlinge aus vier weiteren Ländern hinzu. Häufig werden Gefangene nach Flossenbürg rücküberstellt. Im Dezember 1943 sind 198 Männer in der SS-Pionierkaserne, Ende Februar 1945 noch 120.

(Gedenkstätte Flossenbrück)

Schon 1933 wurden in Sachsen insgesamt 20 frühe KZs errichtet. In der Jugendburg Hohnstein bei Dresden wurden schon März 1933 etwa 400 Kinder inhaftiert.

Selbstverständlich gab es solche Verbrechen auch in vielen anderen deutschen Städten, aber keine andere deutsche Großstadt betrachtet sich im Jahr 2017 immer noch so hartnäckig als unschuldiges Opfer. (………..)

(Dumpf und dunkel, 23.02.2017)

Auch in der Pandemie zeigen sich diese unangenehmen Seiten Sachsens.

Borniertheit, Rücksichtslosigkeit und enorme Aggressivität – alles covidiotische Kennzeichen, die es auch in anderen Bundesländern gibt, aber nirgends so geballt.

Nicht nur das Wahlvolk opponiert trotzig gegen einen Virus, sondern unverantwortliche konservative Politiker pressen sich an die AfD wie eine rossige Stute an den Hengst.

[…..] Wer kleingeistig und opportunistisch in dieser Krise seine politische Klientel bedienen will, wird scheitern. Christian Lindners Eiertanz durch die vergangenen Monate, seine Phrasendrescherei („Wir müssen jetzt schnellstmöglich aus dem Lockdown!“) – sie hat keinen spürbaren Erfolg für die FDP gebracht, aber die Vorurteile über die Heißluftgebläse-Funktion ihres Chefs eindrucksvoll untermauert.     Ministerpräsidenten wie Herr Kretschmer, die sich unbedingt als selbstbewusste, nonkonforme Macher-Typen etablieren wollten, zerredet und gebremst haben, wenn schnell und entschlossen hätte gehandelt werden sollen, sind krachend gescheitert.

In den AfD-Hochburgen tobt das Virus derweil entfesselt. Und das kann niemanden wundern, der das Treiben der Partei auch nur am Rande mitverfolgt. Dass sie noch immer in den Umfragen bei zehn Prozent liegt – das lässt sich nicht verargumentieren, das muss man wohl einfach hinnehmen. Vermutlich könnten Gauland, Höcke und Co. auch Babykätzchen vor laufender Kamera den Hals umdrehen, und das würde sich nicht ändern. […..]

(Maik Koltermann, 24.12.20)

Nun stellt auch die sächsische Regierung verblüfft fest, daß tumbes Selbstbewußtsein, „HAUT AB“ grölen und auf vermeidliche Sündenböcke zeigen, weniger taugliche epidemiologische Methoden als social distancing, Hände desinfizieren und Mundschutz sind.

 [….] Niemand muss gut in Mathe gewesen sein, um die Wucht dieser Statistik verstehen zu können. Im November waren im Standesamtsbezirk Zittau in Ostsachsen zuletzt 49 (2018) beziehungsweise 52 (2019) Sterbefälle verzeichnet worden - in diesem Jahr waren es 110, eine Zahl wie ein Notruf.    Für den kompletten Dezember wiederum hatte die Zahl bei 51 (2018) beziehungsweise 45 (2019) gelegen - in diesem Jahr lag sie bis Dienstag 14 Uhr bei 115. [….]  "Das Schlimme", sagt jedenfalls der parteilose Oberbürgermeister Thomas Zenker, "ist, dass gewisse Leute nichts mehr für voll nehmen, nicht mal eine nüchterne Statistik beurkundeter Toter. Genau das trifft auch die Angehörigen hart".

[….][Die] Stadtverwaltung [….] schrieb überdies, im Krematorium der Stadt müssten derzeit permanent 70 Verstorbene versorgt werden, man habe sich deswegen "kurzfristig dazu entschlossen, weitere Lagerflächen im Bereich des Hochwasserstützpunkts in Nutzung zu bringen, um Verstorbene sicher zu lagern".  In der Folge dieser Entscheidung werden Leichenwagen in nennenswerter Zahl in der Stadt zu sehen sein, der Grund dafür ist nun bekannt.  [….] Zehn Krematorien mit etwa 1700 Kühlplätzen gibt es in Sachsen. Die Einrichtungen und ihr Personal seien inzwischen an der "Grenze des Machbaren" angelangt, sagte Innungsobermeister Tobias Wenzel am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. [….]

 (SZ, 23.12.2020)

Das Verhalten der pegidösen Sachsen war von Anfang an rücksichtslos gegenüber den Vulnerablen der Gesellschaft. Sie scherten sich nicht, um Kranke und Alte.

Nun trifft sie das große Sterben selbst. Sehenden Auges entwickelten sie ihr Bundesland zu dem großen Corona-Hotspot.

Offensichtlich bringen aber auch überfüllte Krematorien, wegen Überfüllung in Notaufnahmen abgewiesene Verletzte und Kühlwagen voller sächsischer Leichen die ostdeutschen Hildmann-Follower nicht zur Einsicht.

[….]  Nirgendwo wird das Ausmaß der Katastrophe so deutlich wie in einem Chemnitzer Keller.   In den weiß gekachelten Gängen stapeln sich Holzsärge, dicht an dicht, immer zwei aufeinander. Allein vor den vier Einäscherungsöfen stehen 24 davon. Kleine Zettel daran warnen: »Achtung! Corona-Virus-Infektion«. Die Leiterin des städtischen Friedhofs trägt Daunenjacke, Jeans, Brille, sie will ihren Namen nicht gedruckt sehen. Blass sieht sie aus, gehetzt und ausgelaugt. »Wir arbeiten seit Wochen im Dauerbetrieb«, sagt sie. Seit mehr als 20 Jahren ist sie in der Beerdigungsbranche. »So eine Situation gab es niemals zuvor.«    Bevor die zweite Welle Sachsen traf, wurden hier durchschnittlich 21 Leichname pro Tag eingeäschert, jetzt sind es mindestens 40. Und die Bestatter bringen immer neue Särge, mehr als 200 stehen inzwischen im Gebäude. Die hundert Kühleinheiten im Untergeschoss hat die Krematoriumsleitung mehrfach belegen lassen. Sie reichen trotzdem nicht mehr aus. [….]   Derzeit sterben in Sachsen etwa 46 Prozent mehr Menschen als normalerweise, das Land verzeichnet mit großem Abstand die meisten Neuinfizierten im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. 3300 Patienten lagen Anfang der Woche wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus, im ganzen Bundesland waren nur noch 63 Intensivbetten frei. Schwerkranke werden nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern transportiert, manche im Hubschrauber.   [….] In jenen Regionen, in denen die Rechtspopulistinnen und -populisten der AfD den Ton angeben, sind die Infiziertenzahlen zudem am höchsten. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge etwa, wo die 7-Tage-Inzidenz Mitte der Woche bei 557 lag, wählte bei der Landtagswahl 2019 jeder Dritte die AfD. Im Erzgebirgskreis, einem weiteren Super-Hotspot, geben auch Kommunalpolitikerinnen der Stimmungsmache der Rechtspopulisten nach.    Marcel Schmidt, Oberbürgermeister von Stollberg, einem Städtchen mit 11.500 Einwohnern, schrieb noch im November in einem Bürgerbrief: »Corona ist nicht die Pest des Mittelalters.« Statistisch betrachtet, schützten »die derzeitigen Maßnahmen nur einen sehr kleinen Teil unserer Bevölkerung vor einer Krankheit, die selbst bei Infektion für die Allermeisten nach derzeitigem Wissensstand nicht einmal Symptome hervorbringt«. Schmidt hatte sich geärgert, dass er den Weihnachtsmarkt der Stadt absagen musste, was im Land der Räuchermännchen und Nussknacker einem Verrat an der Volkskunst gleichkam. [….]    Als am 27. September Drittligist Dynamo Dresden zu Hause gegen Waldhof Mannheim spielte, waren 10.000 Fans live dabei. Auch zu den Weinfesten im September, elbabwärts hinter Dresden, kamen Tausende Besucher. Sie hatten den Segen von Landesvater Kretschmer. Für ihn ist der Wein »gelebte sächsische Kultur«. Mit steigendem Alkoholpegel waren Hygiene- und Abstandsregeln schnell vergessen. [….]

(SPON, 23.12.2020)

Die realitätsverweigernden Besser-Ossis, die immer noch keine Masken tragen wollen und sich weiterhin als Opfer einer Weltverschwörung gegen sie betrachten, müssen wohl erst selbst im künstlichen Koma an einer Beatmungsmaschine hängen, bis sie einsehen, daß Sars-CoV-II real ist.

Möglicherweise geben sie aber auch früher den Löffel ab, weil keine freien Intensivbetten mehr da sind.

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Totalversager im Schatten

Das Spahnsche Corona-Totalversagen erreicht inzwischen epische Ausmaße.

Ausgerechnet in Deutschland, wo der Biontech-Impfstoff entwickelt wurde, gibt es immer noch keine Impfungen und es wurden viel zu wenig Vakzin-Dosen bestellt.

Im September und Oktober behauptete Spahn, es werde keinen weiteren Lockdown, keine gesperrten Seniorenheime geben. Er richtete sich seine Multimillionen-Oligarchenvilla ein und so gibt es 10 Monate nach Beginn der Pandemie immer noch nicht genügend FFP-Masken.

Auch das nächste Mega-Problem, das sich seit Monaten ankündigt, verschläft Spahn: Wie soll man 80% der Deutschen impfen, wenn Covidioten und Impfgegner erfolgreich dagegen agitieren?

[…..]  Wo ist die Impfkampagne der Bundesregierung?  […..]  Albrecht Broemme, der Ex-Chef des Technischen Hilfswerks und jetzige Koordinator für den Aufbau der Impfzentren in Berlin, hat kürzlich ein Worst-Case-Szenario beschrieben: Der Corona-Impfstoff sei da, er könne aufgrund logistischer Probleme aber nicht verimpft werden. Dann sei, so Broemme in seiner direkten Berliner Art, „die Kacke am Dampfen“.  […..]   Es fehlt: die von der Bundesregierung angekündigte Impfkampagne. Offenbar glaubt sie, die älteren Menschen würden bei der Impfung schon brav mitmachen. Das ist eine Form der Bevormundung – und dazu auch noch ein fahrlässiges Versäumnis.   Sicher, wer Krankheiten wie Tuberkulose noch selbst erlebt hat, hat eine eher positive Einstellung zum Impfen. Aber die Skepsis gegenüber den in Rekordzeit entwickelten Vakzinen ist überall weitverbreitet. [….]

(Tim Szent-Ivanyi, RND, 23.12.2020)

Spahns sagenhafte Unfähigkeit kostet Menschenleben.

In ihrer unendlichen Doofheit urteilen die Wähler genau umgekehrt und lieben Spahn immer mehr.

[…..]  SPIEGEL-Politikertreppe: […..]  Gesundheitsminister Jens Spahn (plus fünf Prozentpunkte) erreicht ein Allzeithoch und zieht mit Söder gleich, beide belegen nun Platz 3. […..]  (DER SPIEGEL 53/2020, 23.12.2020)

Wieder einmal zeigt sich, weswegen man plebiszitäre Elemente möglichst nicht über den Wahltag hinaus einsetzen sollte.

Das Volk ist zu ungebildet und desinteressiert, um zu urteilen. Volksbefragungen sind die Diktatur der Inkompetenz.

Die Pandemie dominiert so sehr die Nachrichten, daß der womöglich schlechteste Minister seit 1945 etwas aus dem Blickfeld gerät: Andreas Scheuer.

Der Mann, der lügt, wenn er den Mund aufmacht, an allen Aufgaben seines Ministeriums spektakulär gescheitert ist, lediglich verfassungswidrige Gesetzesvorlagen auf den Weg brachte und ganz nebenher auch noch allein durch seine spektakuläre Dummheit viele hundert Millionen Euro Schaden für den Steuerzahler anrichtete.

[…..] "Warum, zum Henker, ist Andreas Scheuer immer noch im Amt?", stellte Welke eine Frage, die ihm selbst "schon aus allen Körperöffnungen raushängt." Warum Scheuer auch nach dem Showdown im Untersuchungsausschuss mit zwei Maut-Betreiber-Firmen meint, er habe keine Fehler begangen und sich "nichts vorzuwerfen", kann Welke nur schwer verstehen. "Er lügt nicht, er sagt nur das Gegenteil der Wahrheit." Kein Wunder, dass Welke Scheuer nur noch liebevoll "das Flunkermariechen" nennt. […..]

(Yahoo, 10.10.2020)

Scheuer, der Mann, der seinem Amtseid offensichtlich rückwärts sprach und nun eifrig danach trachten dem deutschen Volk möglichst viel Schaden zuzufügen, gehört als CSU-Gewächs wie Peter Ramsauer, Alex Doofbrindt und Digi-Bär zu dem bayerischen Stümper-Quartett, das die Verantwortung für die extreme digitale Rückständigkeit Deutschlands trägt. Kein W-Lan in den Schulen, kein Online-Unterricht, kein mobiles Internet auf dem Land.

Gerade in Corona-Zeiten, die so viele Unternehmer zwischen ihre Aktivitäten ins Netz zu verlegen, Angestellte dazu verdammen in den Home-Office zu gehen und Schülern den Präsenzunterricht zu versage zeigt sich die fatale Seite des völlig verpassten Breitbandausbaus zwischen Flensburg und Bodensee.

Als xenophober CSU-General und Migrantenschreck hatte Andreas Scheuer das Motto „Wer betrügt, der fliegt!“ ausgegeben, wurde dann beim massiven Betrug mit seiner Promotion erwischt, darf seither nicht mehr den Dr.-Titel führen und flog natürlich nicht.

Damit bewies Scheuer nicht nur das alte konservativ-christliche Motto „Regeln gelten immer nur für die anderen“, sondern auch seine persönliche Schamlosigkeit.

Jeder Normalsterbliche würde nach derartig vielen kostspieligen Totalpleiten beschämt zurücktreten, sich ein ganz tiefes Loch buddeln und nie mehr herauskommen.

Nicht so, der Scheuer-Ondi, der sich immer noch für fabelhaft hält.

Gemäß der CSU-Überzeugung „ich prasse die Milliarden raus; für die einfachen Arbeiter reichen warme Worte und ein feuchter Händedruck“ wollte Scheuer sein Image in seinem Wahlkreis Passau aufbessern.

Öffentlichkeitswirksam ließ er auf Kosten des Steuerzahlers 3.000 Tüten Plätzchen kaufen und an das von Corona drastisch überlastete Passauer Klinikum liefern.

Klatschen und Gebäck – was kann sich ein Intensivpfleger mehr wünschen?
Da verzichtet man doch gerne auf eine Gehaltserhöhung oder gar ausreichend Personal.

Und so grinste der Minister vor den Türen des Klinikums mitsamt des Werkleiters, der Direktorin und des Pflegedirektors und einem Wägelchen mit Gebäck wie ein Honigkuchenpferd vor den Kameras der Passauer Neuen Presse.

Wieder ein paar Tausend Stimmen mehr für die CSU, mag er sich gedacht haben. Scheuer ist offenbar unfähig sich vorzustellen, jemand könne ihn nicht lieben.

 […..]  Das Jahr 2020 war kein maximal glückliches Jahr für Andreas Scheuer. Nicht nur wegen des Untersuchungsausschusses zum Mautdebakel, der immer neue Zweifel am Bundesverkehrsminister schürte. Da war ja auch noch der Schlamassel um den Bußgeldkatalog für Verkehrssünder. Und jetzt? Erlebt Scheuer (CSU) auch noch ein Plätzchendebakel. […..]  Die Verantwortlichen des Klinikums "freuten sich über diese Geste", schrieb die Passauer Neue Presse. […..]  Und dann, nur einen Tag später? Stand eine der Plätzchen-Tüten plötzlich wieder vor der Tür der CSU-Geschäftsstelle in Scheuers Wahlkreis Passau. "Plätzchen helfen den überlasteten Pflegekräften nicht. Alle klatschen, im Bundestag wird gelobhudelt, aber bei den letzten Tarifverhandlungen ist uns keiner entgegengekommen, niemand hat die Pflege aufgewertet", sagte Klinik-Personalratschef Rüdiger Kindermann dem Bayerischen Rundfunk. Außerdem habe das Personal eh keine Zeit, um Plätzchen zu essen. Personalratschef Kindermann brachte die Plätzchen persönlich zurück zum Parteibüro und legte einen Brief bei, indem er Scheuer die Retoure erklärte. […..] 

(SZ, 23.12.20)

Dienstag, 22. Dezember 2020

Das große leere Erzbistum

Karl, der Große ließ im frühen 9. Jahrhundert die erste Kirche Hamburgs errichten. Der erste Pfarrer Heridag sollte auch Bischof werden, starb aber ganz plötzlich vor seiner Inthronisierung.

 Im Jahr 834 wurde der Benediktiner Ansgar erster Bischof von Hamburg.

So doll lief es aber auch nicht für den Neuen, denn nun kamen die Wikinger die Elbe hinaufgerudert und verhielten sich genauso wie man es aus den ersten Staffeln der kanadisch-irischen Michael Hirst-Serie „Vikings“ kennt:

Sie lachten die bekloppten Christen aus, gaben ihnen mit ihren Keulen ordentlich was auf die Glocke und raubten sie vollständig aus.

Offenbar stand das Bistum Hamburg unter keinem guten Stern und wurde im Jahr 845 mit dem Bistum Bremen zum Erzbistum Hamburg-Bremen vereinigt. Die Bosse waren aber die Bremer; dort saß auch der Erzbischof.

Die Reformation überstanden Hamburgs Katholiken nicht. Nach dem  Westfälischen Frieden von 1648 wurde das Erzbistum Hamburg das zweite Mal aufgelöst. Hamburg wurde evangelisch, die katholischen Messen verboten und die letzten paar Katholiken wurden aus der Ferne vom Apostolischen Vikariat des Nordens geleitet.

Im 16. Und 17. Jahrhundert entstanden nur einige wenige neue katholische Gemeinden in der Umgebung Hamburgs, die locker mit der Hansestadt verbandelt blieben, weil der katholische Mariendom nach mehrfachen Besitzerwechseln (Kurfürst von Hannover, schwedische Krone) immer noch im Zentrum stand.

Als Napoleon in Hamburg landete – die Stadt wurde 1806 von ihm besetzt und war als Arrondissement Hamburg von 1811 bis 1814 Teil des französischen Kaiserreichs – hatte man es nicht mehr so mit der Frömmigkeit.

Napoleon ließ die Hamburger Kirchen zu Pferdeställen umwandeln.

Der bereits 1803 nach dem Reichsdeputationshauptschluss säkularisierte Dom gehörte nun der Stadt Hamburg. Nach dem letzten Gottesdienst im Jahr 1804 beschloss man mangels Interesses; die katholische Domgemeinde war winzig; die riesige katholische Kirche abzureißen. 1805 wurde das Inventar verkauft und unter französischer Herrschaft endgültig abgerissen.

Es folgten fast zwei Jahrhunderte ganz ohne katholisches Leben, bis im Jahr 1994 Woytila beschloss aus Hamburg und Schwerin, sowie Teilen der Bistümer Hildesheim und Osnabrück ein neues Erzbistum zusammen zu basteln.

Die Osnabrücker und Hildesheimer sind nun Suffragan-Bistümer und unterstehen formal dem Erzbischof im neuen Mariendom von Hamburg-St. Georg.

Das Erzbistum Hamburg ist die flächenmäßig mit Abstand größte Diözese und umfasst fast sechs Millionen Menschen, die auf 32.486 km² leben und von denen freilich nur etwa 390.000 Katholiken sind. Katholiken, die es auch noch besonders locker halten und kaum in die Gottesdienste gehen:

Hier gibt es also etwa 6,8% Katholiken und von denen gehen auch nur gut 8% sonntags in den Gottesdienst.   Umgerechnet sind das 0,6% der Bevölkerung.

Erster Erzbischof wurde 1995 Ludwig Averkamp; Werner Thissen folgte im Jahr 2003.

Erst unter Erzbischof Thissen begann ich mich genauer mit meinem Heimat-Erzbistum zu beschäftigen; vorher waren die Katholiken an der Elbe zu irrelevant.

Der zweite Erzbischof bereitete mir allerdings zunehmend Sorgen, da ich ihn unangenehmerweise recht sympathisch fand. Es gibt nichts Schlimmeres für einen überzeugten Atheisten, als nette, freundliche Topkleriker.

Natürlich stimmte ich inhaltlich nie mit ihm überein, aber immerhin war er im deutschen Episkopat relativ liberal und erstaunlich uneitel.

Dem totalen christlichen Niedergang im Mega-Erzbistum konnte er aber nichts entgegensetzen.

Es wurden kontinuierlich katholische Kirchen geschlossen, säkularisiert, verkauft oder abgerissen.

Da schlägt das Atheisten-Herz höher:

    katholische Filialkirche St. Ansgar, Boostedt (2000 profaniert, genutzt durch ein Bestattungsinstitut)

    ehemalige Kirche St. Maria, Dömitz (2000 profaniert), durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt

    bisherige Dreifaltigkeitskirche, Kühlungsborn (2000 profaniert), 1999 durch eine neu erbaute Kirche gleichen Namens ersetzt

    katholische Kirche St. Christopherus, Damgarten (2001 profaniert)

    katholische Filialkirche St. Josef, Lägerdorf (2001 profaniert, seit 2002 genutzt durch ein Bestattungsinstitut)

    katholische Filialkirche Hl. Geist, Wilster (2001 profaniert)

    katholische Filialkapelle St. Antonius, Bernitt (2002 profaniert)

    katholische Kirche St. Knud, Friedrichstadt (Nordfriesland) (2003 profaniert, seit 2007 jedoch wieder kath.-gottesdienstlich genutzt)

    katholische Kirche St. Michael, Flensburg-Weiche (2004 profaniert)

    katholische Kirche St. Josef, Kellinghusen (2004 profaniert, abgerissen)

    katholische Filialkirche St. Ansgar, Lübeck-Schlutup (2004 profaniert, 2006 abgerissen)

    katholische Filialkirche St. Konrad, Lübeck-Marli (2004 profaniert)

    katholische Kapelle Regina Martyrium im Studentenwohnheim Alfred-Delp-Haus, Hamburg (2004 profaniert)

    katholische Filialkirche St. Michael, Hamburg-Rissen (2004 profaniert, abgerissen)

    katholische Kapelle Zum Heiligsten Herzen Mariens, Kraak (2005 profaniert)

    katholische Filialkirche Hl. Geist, Schenefeld (Holstein) (2005 profaniert)

    katholische Kapelle „Zum Heiligsten Herzen Jesu und zum Heiligen Herzen Mariä“, Marlow, Ortsteil Gresenhorst (2006 profaniert).

    katholische Filialkirche St. Georg, Kiel-Projensdorf (2007 profaniert, Nutzung als Architekturbüro)[36]

    katholische Pfarrkirche Christ König, Kiel-Neumühlen-Dietrichsdorf (2007 profaniert, 2009 abgerissen)

    katholische Filialkirche St. Josef, Hörnum (Sylt) (2008 profaniert, seit 2013 Ausstellung Arche Wattenmeer)

    katholische Kapelle Mariä Himmelfahrt, Alt Meteln (2010 profaniert)

    katholische Kapelle im Haus der katholischen Jugend, Graumannsweg 42, Hamburg (2010 profaniert)

    katholische Filialkirche St. Pius, Pinneberg (2010 profaniert und abgerissen)

    katholische Filialkirche Hl. Familie, Barmstedt (2011 profaniert, 2012 abgerissen)

    katholische Filialkirche St. Bartholomäus, Neumünster (2013 profaniert, seit Mai 2015 Kindertagesstätte)

    katholische Filialkirche Heilig Kreuz, Neumünster (2013 profaniert, 2015 abgerissen)

    katholische Filialkirche Maria Königin, Ahrensbök (2013 profaniert)

    katholische Kirche St. Maximilian Kolbe, Hamburg-Wilhelmsburg (2015 profaniert, 2015 Umbau zu Malteser-Pflegezentrum geplant)

    katholische Kirche St. Klemens, Itzehoe (2017 profaniert, Nutzung als Hospiz durch Arbeiter-Samariter-Bund geplant)

    katholische Kapelle Maria Meeresstern, Rerik (2018 profaniert, Kapelle ist weiterhin Teil der Pension Meeresstern. Pachtvertrag läuft noch bis 2022.)

(Wikipedia)

Zum Glück blieb der zurückhaltende Thissen unter seinen Möglichkeiten und verabschiedete sich 2015 in die Rente.

Mit Hamburgs Erzbischof Nr. 3 habe ich enormes Glück.

(…..) Noch mal kurz zu den Schließungen katholischer Schulen, die das Hamburger Erzbistum vor einer Woche verkündete.

Grundsätzlich sind das für mich sehr gute Neuigkeiten – je mehr sich die RKK aus der Kindererziehung heraushält, desto besser.

Meine Freude über die hanseatisch-klerikale Schrumpfung hatte ich bereits zum Ausdruck gebracht.

Die RKK macht die Angelegenheit aber auch personell zur Erfolgsgeschichte – für Atheisten.

Der eher angenehme und zurückhaltende ehemalige Erzbischof Thissen wurde durch eine harte Gang ersetzt.

(…..) Der 1938 im Niederrheinischen Kleve geborene Werner Thissen ist nicht als bedeutender Theologe bekannt, hat sich noch nicht einmal habilitiert.

Seine Kirchenkarriere verlief eher gemächlich.   Erst mit 61 Jahren wurde er Weihbischof und stieg dann im Pensionsalter 65-Jährig zum Zweiten Erzbischof von Hamburg auf. Volle zehn Jahre stand er an der Spitze des größten deutschen Bistums. Es umfasst nämlich auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern.    Im Gegensatz zu vielen seiner bischöflichen Mitbrüder machte Thissen nie durch Skandale auf sich aufmerksam; wurde in seinem riesigen Erzbistum geschätzt, bot wenig Angriffsfläche für Kirchenkritiker, weil er klug genug war keine unsäglichen NS-Vergleiche oder Homophobien öffentlich zu machen. Kaum vorstellbar, daß Thissen wie in Limburg, Köln oder München achtstellige Beträge für Protzbauten aus dubiosen kirchlichen Kassen locker gemacht hätte.     Dem Metropoliten der Norddeutschen Kirchenprovinz war es vermutlich ganz angenehm mit Weihbischof Hans-Jochen Jaschke einen der kamerageilsten Bischöfe Deutschlands an der Seite zu haben.    Denn während Jaschke von Talkshow zu Interview eilte, konnte Thissen genau wie sein zweiter (und nahezu unbekannter) Weihbischof Norbert Werbs, in Ruhe seiner Arbeit nachgehen, ohne sich ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik zu begeben.    Mit 75 Jahren wurde Thissen, der sich scheinbar bester Gesundheit erfreut emeritiert. Er muß nicht wie Tebartz-van-Elst oder Mixa aus seinem einstigen Machtbereich fliehen. Im Gegenteil; obwohl er die längste Zeit seines Lebens Rheinländer war, verliebte er sich in die Stadt Hamburg und will mitten in St- Georg, dem hippen Schwulenviertel am Hauptbahnhof leben bleiben. (…..)

(Ärger um Gottes Klorolle, 24.04.2014)

Ich nehme nicht an, daß Bergoglio persönlich den Kölner Meisner-Schüler Heße als Thissen-Nachfolger aussuchte.

Die Meisner-Müller-Gänswein-Ratzinger-Seilschaften waren vermutlich mächtig genug, um an Argentinier vorbei einen Mann ihres Geschmacks in das  (flächenmäßig) größte deutsche Erzbistum zu setzen. (….)

(Erzbischöfliches Bonbon, 28.01.2018)

Mit Heße stimmt mein Weltbild wieder.

Der Mann stammt wie so viele Bischöfe aus der ultrakonservativen Kardinal-Meisner-Schule und hat dort alles gelernt, was man braucht, um die Katholiken zu vertreiben.

Er ist unsympathisch, raffgierig, fundamentalistisch, lügnerisch und hat zudem wie es sich für einen guten Kölner Toptheologen gehört auch persönliche Kinderficker-Altlasten, indem er die Täter schützte und den Opfern den ausgestreckten Mittelfinger zeigte.

Binnen kurzer Zeit schaffte er es, sich in Hamburg maximal unbeliebt zu machen, schloss ein Dutzend Hamburger Schulen – inklusive einer Pflegeschule im Jahr 2020.

(….) Neues Opfer der hanseatischen Katholiken ist die Pflegeschule des Krankenhauses Groß-Sand in Hamburg-Wilhelmsburg.    Es ist ja bekannt, daß wir in Deutschland eine derartige Pflegekräfte-Schwemme haben, daß niemand noch mehr Krankenschwestern oder Altenpfleger gebrauchen kann.    Außerdem haben wir in Hamburg insgesamt genau eine Pflegeschule im Großraum Harburg-Bergedorf; da kann man sie doch ebenso gut schließen.

[…..] Die Krankenpflegeschule am katholischen Krankenhaus Groß-Sand in Wilhelmsburg wird Anfang Oktober geschlossen. Hamburg verliert damit die einzige Krankenpflege-Schule südlich der Elbe. Der Schritt stößt bei den Betroffenen und den Hamburger Behörden auf Bedauern und Unverständnis.   Mitarbeitende, Schülerinnen und Schüler seien aus allen Wolken gefallen, als die Schließungspläne verkündet wurden, erzählt eine Betroffene NDR 90,3. Die Schule sei im Quartier etabliert, hätte akademisch überdurchschnittliche Absolventinnen und Absolventen und wurde sich finanziell quasi selbst tragen. […..]

(NDR, 06.07.2020)

Es ist daher auch ganz unverständlich wieso ausgerechnet in den eher sozial schwachen südlichen Stadtteilen Menschen den Pflegeberuf erlernen wollen.

Haben die denn noch nie von der Friedrich-Merz-Alternative gehört? Statt umständlich so einen Pflege-Unsinn zu lernen, könnten sie doch lieber in Hedegefonds und Private Equity investieren. Wissen das die Migranten auf der Veddel etwa nicht? (…..)

(Neues vom Raffgier-Erzbistum, 25.08.2020)

Bei den Schließungen, für die er stets finanzielle Gründe anführte – Geld ist die einzig relevante Größe für ihn, vermochte er es durch besondere Arroganz und perfide Gesprächsführung zudem die reichen katholischen Spender zu verprellen, die gern mit Geld helfen wollten.

Der Mann ist ein Geschenk für die Konfessionslosen.

Er ist so kreativ, daß er sich in schneller Folge neue Werbekampagnen für den Kirchenaustritt ausdenkt.

Diese Woche erwischte es eine Obdachlosenhilfe in Hamburg-St.Pauli, deren Chefin er zu Weihnachten rauswerfen ließ.

Natürlich haben es Obdachlose im Winter besonders schwer und werden nun doppelt getroffen, weil durch den Lockdown keine Shoppermassen mit den Taschen voller Geld rumlaufen.

Genau die richtige Zeit für das Erzbistum, um durch den schon in der Schulschließungs-Causa als besonders abstoßend und perfide bekannten Generalvikar Ansgar Thim die allseits beliebte „Alimaus“-Leiterin Christiane Hartkopf zu feuern, weil sie ihm nicht katholisch genug ist.

[…..] Die Obdachlosen-Einrichtung „Alimaus“ soll sich stärker auf katholische Grundsätze fokussieren – mit dieser Begründung soll der Trägerverein der bisherigen Leiterin Christiane Hartkopf die Verlängerung ihres Vertrages verweigert haben. Hartkopf ist nicht katholisch. Ehrenamtler und Vereinsmitglieder reagieren mit Unverständnis, betonen das große Engagement der Leiterin für die Ärmsten.   Viele Ehrenamtler und Vereinsmitglieder reagieren geschockt auf die Entscheidung des katholischen Vorstandes. Der Hilfsverein St. Ansgar e.V. ist Träger der Obdachlosen-Tagesstätte „Alimaus“ auf St. Pauli. Auch der Kältebus, mit dem Helfer in den Winternächten Schlafstätten für Obdachlose abfahren, gehört dazu, ebenso das von einem freiwilligen Ärzteteam betriebene Gesundheitsmobil.     Christiane Hartkopf hat die Leitung der Alimaus vor zwei Jahren übernommen, hat den Kältebus ins Leben gerufen und das Gesundheitsmobil in die Struktur integriert.     Sie gilt als engagiert und zugewandt, ist bei den Ehrenamtlern hoch angesehen, ebenso bei Geldgebern: Die Spenden für die renommierten Projekte fließen, der Betrieb ist für das kommende Jahr bereits gesichert.    Was genau an Hartkopfs Engagement für die Obdachlosen ist nicht katholisch genug? Der Vorstand des Hilfsvereins gibt sich auf MOPO-Nachfrage zugeknöpft: „Kein Kommentar.“    […..] Ehrenamtliche Helfer sprechen gegenüber der MOPO von einer „unchristlichen Entscheidung“ des Trägervereins, „nicht nachvollziehbar“. „Sie hat einen Megajob gemacht“, sagt einer.    Auch Hartkopf selbst tappt im Dunklen: „Mit mir wurde keine Gespräche über die geplante Richtungsänderung geführt“, sagt sie gegenüber der MOPO, „ich kann auch keinen Widerspruch zwischen unserer Arbeit und dem christlichen Grundgedanken sehen.“ […..]

(Stephanie Lamprecht, 21.12.20)

Danke Heße – und wieder ein paar Restgläubige aus dem Erzbistum vertrieben.

Ich bin gespannt was er sich als Nächstes einfallen lässt.

Wenn Heße so weitermacht, kann man bald das ganze Erzbistum zumachen.

Aber damit hat die Katholische Kirche in Hamburg bekanntlich schon 1.200 Jahre Erfahrung.

Montag, 21. Dezember 2020

Kommen Sie in die Killer-Kirche

Gott scheint ein Kind seiner Zeit mit wenig Weitblick und Hang zum Irrtum zu sein.

Die meisten Regeln, die er eins in seinem Gesetzbuch Bibel aufstellte, mussten seine Stellvertreter auf Erden peu à peu einkassieren, weil sie einfach zu unsinnig, zu brutal oder zu destruktiv waren.

Kinder schlagen, widersprechende Töchter abmurxen, Sklaverei, Frauen müssen schweigen, Zinsverbot, Religionszwang, Krebse und Muscheln nicht essen, Stoffe aus Mischgeweben verbieten, radikaler Antisemitismus, Auge um Auge-Rache und vieles anderes mehr, verschweigen die Kirchisten von heute.

In einem Punkt aber sind sich Christen seit 2.000 Jahren gleich geblieben.

Es zählen nur das ungeborene Leben und das Seelenheil nach dem Tod.

Menschen und Tiere während ihrer irdischen Existenz sind hingegen recht irrelevant. Über die Jahrhunderte waren es immer wieder Christen, die Genozide durchführten, Hexen verbrannten, bei der Inquisition Ketzer töteten, Slaven lynchten, verlangten auch nach 33 Millionen AIDS-Toten auf Kondome zu verzichten.

Christliche Geistliche segnen Waffen, stellen Militärbischöfe. Niemand unterstützt Folter, Todesstrafe und Kriegseinsätze so vehement wie die US-Christen.

Da passt es gut ins Bild, daß es auch während des Wütens der schweren Corona-Pandemie mit weltweit Millionen Toten und des harten Lockdowns in Deutschland katholische Geistliche sind, die im Lichte neu auftauchender, mutierter, sehr viel ansteckender Sars-CoV-II-Erreger Superspreader-Events propagieren.

[…..]  Die katholische Kirche in Deutschland hält trotz zunehmender Forderungen nach einer Absage der Weihnachtsgottesdienste wegen der Infektionslage an den Gottesdiensten fest. »Mir ist es ein Herzensanliegen, dass alle Gläubigen, die an einem Gottesdienst an den Weihnachtsfeiertagen teilnehmen möchten, dies auch tun können«, erklärte der Vorsitzende der Kommission Ehe und Familie, der Berliner Erzbischof Heiner Koch, am Montag für die Deutsche Bischofskonferenz.    Allerorten würden veränderte Formate für Weihnachtsgottesdienste geplant, erklärte Koch. »Für diese Kreativität bin ich sehr dankbar.« Ohne Frage seien die Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen genau einzuhalten, forderte Koch von den Gemeinden und Gläubigen. […..]

(SPON; 21.12.2020)

Ich verstehe nicht, wieso sich die Menschen immer noch über die fahrlässige, rücksichtslose und egoistische Handlungsweise der RKK wundern.

In diesem Punkt sind Christen doch sehr konsequent. Sie stellten schon immer das eigene finanzielle Wohl über das Leben der Gläubigen.

Sonst müssten nicht täglich 20.000 Kinder verhungern, während die Kirchen mit einem Billionenvermögen die reichsten Organisationen der Welt sind.

[…..] Trotzdem wären volle Kirchen - selbst mit Maske und Abstand - in diesem Pandemie-Jahr 2020 das falsche Signal. Sinn des Lockdowns ist es, Kontakte zu minimieren, um Menschenleben zu retten. Auch mit Hygienekonzept: Die Menschen müssen zur Kirche hin, sie müssen von dort wieder weg. Und selbst wenn es nur 20 Besucher sind - es bleibt eine Ansammlung von Menschen. In einer Zeit, in der Intensivbetten tatsächlich knapp werden und dieses Szenario nicht nur als abstrakte Bedrohung am Horizont steht, wäre die Absage von Gottesdiensten erst recht ein Zeichen der Nächstenliebe. […..]

(Annette Zoch, SZ, 20.12.2020)

Nächstenliebe von einem Typen wie Woelki zu erwarten, der bis heute lieber die brutalen pädokriminellen Sexualverbrecher in Soutane schützt, statt an die Kinder zu denen, die deren Opfer wurde, halte ich für abwegig.