Samstag, 20. September 2014

Gauckische Tiefen.



Joachim Gauck ist vermutlich der Politiker mit der größten Selbstverliebtheit  Nachkriegsdeutschlands. Neben Helmut Kohl natürlich.

Erst überlegte ich, ob man nicht auch noch FJ Strauß diesem Duo zuschlagen müßte, aber da ich ihn 1983 einmal in Les Issambres unweit seines Ferienhauses in dem kleinen Lebensmittelladen sah, als er in Badehosen etwas vom Boden aufklaubte und freundlich in perfekten französisch parlierend erlebte, glaube ich, daß FJS persönlich uneitel war.
Zudem spricht seine umfassende humanistische Bildung dafür, daß er sich immerhin für die Welt interessierte und sich nicht selbst genügte.
Das alles steht freilich in keinem Widerspruch zu seine gewaltigen politischen Ego, seiner Verschlagenheit und der kriminellen Energie.
Und selbstverständlich war FJS ein unglaublicher Heuchler, der sich jeden Abend Nutten zuführen ließ (immer zwei auf einmal, weil er gesandwicht werden wollte) und am nächsten Morgen gegen die verlotterte Moral der Linken pöbelte.

Gauck hingegen ist Kleinbürger im schlechtesten Sinne.
Er findet sich selbst so ungeheuer großartig, daß er sich ausschließlich mit dem Gauck-Sein an sich beschäftigt.
Gewaltige Wissenslücken, das völlige Fehlen von Empathie und diplomatische Verwerfungen irritieren ihn kein bißchen.
Gauck wähnt sich Gott-gleich, so daß von ihm Ausgesprochenes; und sei es auch noch so absurd; automatisch Realität werden muß.
Sein Verhältnis zu Presse und Untergebenen ist erratisch-psychotisch.
Im Grunde erwartet er immer Jubelstürme und breite Zustimmung.
Wagen es einzelne Journalisten ihm zu widersprechen, oder fühlen sich Anwesende in seinem Auditorium beleidigt, interpretiert der deutsche Bundespräsident es als Beweis für seinen Mut und fühlt sich nur noch großartiger.

Wie ein politisch Halluzinierender kreiert Gauck aus seinen eigenen Vorurteilen die Welt, in der er wandelt.

Die Gauck-Welt prägt eine neoliberale Kaltherzigkeit.
Wer in ökonomischen Schwierigkeiten steckt, hat selbst Schuld.
Bei internationalen Konflikten sollen die Deutschen sich ihrer militärischen Macht bedienen.
Und wenn es in Europa irgendein Problem gibt, ist der böse Russe Schuld.
Die Russen mag Gauck noch weniger als verhungernde und an Ebola verreckende Schwarze. Letztere ignoriert er einfach.
Seine Russophobie kultiviert Pfarrer Gauck regelrecht.
Verzeihen, Vergebung darf es niemals geben! Schließlich habe in der Gauck-Version der Geschichte des 20. Jahrhunderts die Bolschewiki aus purer Bosheit das arme, friedliche Deutschland überfallen – stets getrieben von der Absicht Gaucks Vater umzubringen.
Und als guter Christ weiß Gauck, daß Sühne für das russische Verbrechen bis ins siebte Glied anhalten muß. Gott strafe Russland.
Besonders verachtenswert sind im Gauckiversum diejenigen Deutschen, die es wie Erhard Eppler wagen Russische Sorgen zu verstehen.
Zuletzt kam noch der üble Renegat Genscher hinzu, der sich erdreistet die antirussischen Sanktionen zu kritisieren.

Da fühlt sich Gauck in seiner Ehre als Präsident persönlich beleidigt und rückt die Dinge zurecht. Diese „Empfindsamkeiten“ kann er absolut nicht verstehen.

[…Ich habe] Sorge […] vor dem, was dort gerade passiert: Dass im Osten Europas, in unmittelbarer Nachbarschaft zur EU, ein lange Jahre akzeptierter Respekt vor Völkerrecht plötzlich durch Russland in Frage gestellt wird. […]  Mir geht es bei meiner Kritik nicht um das Land Russland, das ich mit seiner Kultur und seinen Menschen schätze. Mir geht es um die Missachtung von Bürgerrechten, von Menschenrechten und um den Bruch des Völkerrechts. […]  
Ich sehe […] Fehler auf westlicher Seite nicht. […] Ich kann die Auffassung mancher Beobachter und Kommentatoren nicht nachvollziehen, dass man es Russland nicht zumuten könne, wenn in seinem Umfeld andere Völker eigene Politik-Entscheidungen treffen. Als Teil der ostdeutschen Demokratiebewegung hätte ich mich auch niemals mit dem Gedanken zufrieden gegeben, dass eine Demokratisierung Ostdeutschlands und Polens Moskau  nicht zumutbar sei. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker hat Vorrang. Deshalb muss der selbst gewählte, auch an einer engen Zusammenarbeit mit der EU orientierte Weg der Ukraine respektiert werden. Ich kann nicht nachvollziehen, dass wir in vorauseilendem Gehorsam die Empfindsamkeiten Russlands ernster nehmen sollten als das Selbstbestimmungsrecht der ukrainischen Bevölkerung.
[…] [gut, dass es die Nato-Osterweiterung gegeben hat.]
[…] Unsere Nachbarn hatten das Recht, der NATO beizutreten, die für sie nicht nur als politisches Bündnis sondern auch als Verteidigungsbündnis von zentraler Bedeutung war und ist. […]



Freitag, 19. September 2014

Schwarzen-Empathie.



Als sich letzte Woche 9/11 das 13. mal jährte, wurde man wieder mit Erinnerungs-Dokus zugeschüttet.
Eine einzige patriotische Aufwallung rollte sich durch die sozialen Medien.
NEVER FORGET-Bildchen; vorzugsweise mit Sternenbanner-Deko, pflasterten Facebook und Twitter zu.
Schon verblüffend, wie Amerika Osama bin Laden a posteriori Recht gibt.
Denn verglichen mit den rund 1,5 Millionen Menschen, die unmittelbar und mittelbar durch die US-Angriffe auf Afghanistan und den Irak starben, sind die 2.900 Toten des WTC ganz schön wenig.
Osama hatte also einen aus seiner Sicht wirklich genialen Plan, den er systematisch und höchst erfolgreich umsetzte.
Mit vergleichsweise geringem Aufwand und „nur“ 19 Freiwilligen schuf er ein Jahrhundertereignis mit derart spektakulären Bildern, daß zumindest Amerika den Namen bin Laden nie vergessen wird und ihm den Gefallen tut ihn sogar posthum kollektive Aufmerksamkeit und unendliche kostenlose PR zu verschaffen. So wird der Terroristennachwuchsstrom nie versiegen.

Ich kann mich diesbezüglich nur einem CultofDusty-Video anschließen. Der Mann hatte schon zum zehnjährigen Jubiläum die Nase voll und fand die passenden Worte.


Die Gefahr durch eine Erdnuss oder eine Kuh zu sterben ist größer als die Opfer eines Terroristen zu werden. Amerikanische Polizisten erschießen acht Mal mehr Menschen jedes Jahr, als es Terrorismusopfer gibt.

56 Millionen Menschen sterben jedes Jahr.
56 Millionen Katastrophen für die Angehörigen.
Muß man noch für Dekaden immer auf den speziellen 2.900 vom 9/11 nachdenken?
So besonders ist NY nicht. New York – immerhin die Stadt, in der meine Eltern viele Jahre lebten (und ich kurz lebte); ich bin also emotional nicht unbeteiligt.

Es waren aber Opfer erster Klasse: reich, hauptsächlich weiß, mehrheitlich Amerikaner.
Daß über sechs Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag jedes Jahr an den Folgen der Unterernährung sterben, obwohl man sie mit einem Bruchteil der Militärausgaben am Leben halten könnte, stört uns/die Welt/Amerika nur deswegen nicht, weil es sich dabei hauptsächlich um sehr Arme und sehr dunkle Menschen handelt.
Also keine Veranlassung für die auf dreistelligen Milliardenschätzen sitzenden christlichen Lebensschützer Deutschlands ihre Portemonnaies zu öffnen.

Eine Million Kinder sterben jedes Jahr noch am Tag ihrer Geburt. 2,8 Millionen überleben die ersten vier Wochen nach der Geburt nicht. [….] Pro Jahr [kommen]  etwa 6,3 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag ums Leben. […]
Babys, die von Minderjährigen oder Frauen über 40 zur Welt gebracht werden, haben laut Unicef das größte Risiko, kurz nach der Geburt zu sterben.
[…] Dabei könnten viele Todesfälle durch einfache Maßnahmen verhindert werden. Etwa die Hälfte aller Schwangeren weltweit erhalte nicht die vier Vorsorgeuntersuchungen, die das Minimum seien. Äthiopien, Bangladesch, Nigeria und Kenia sind laut Bericht die Länder mit der höchsten Sterblichkeit von Neugeborenen - und der schlechtesten medizinischen Versorgung Schwangerer. […]

Kenianer und Äthiopier sind eindeutig zu dunkel, um die beliebteste Bundeskanzlerin aller Zeiten zu einer politischen Tätigkeit zu veranlassen.
Merkel, die sich selbst rühmt stets am christlichen Menschenbild orientiert zu handeln.
Bei den Konservativen hat sich offensichtlich noch nicht ganz herumgesprochen, daß Schwarze auch „richtige“ Menschen sind. Daher gab es in 2000 Jahren auch noch nie einen schwarzen Papst. Daß einer von 44 nun US-Präsident geworden ist, haben Millionen Teebeutler bis heute nicht akzeptieren können.

Das mit den Menschenrechten, der „unantastbaren Würde“ ist international betrachtet eine ziemlich komplizierte Sache.
 Für wen gelten die eigentlich? 
Das kann je nach Hautfarbe und Geschlecht variieren. Weiße Männer in Europa und Nordamerika haben maximierte Menschenrechte. Bei Frauen darf es schon etwas weniger sein; es macht uns nichts aus, wenn sie wie in Deutschland für die gleiche Tätigkeit 22% weniger verdienen als ein Mann. 
Und bei Schwarzen oder Asiaten…, naja, da wird bei Massakern schon mal weggesehen.
 Es wird aber noch mehr differenziert.
Syrische Menschenleben sind wertloser als Libysche. Um Letztere zu retten betreibt die NATO recht große Mühen. Bei den billigen Syrern guckt man demonstrativ weg.
Wir empören uns ziemlich darüber, wenn im Iran Schwule an Baukränen aufgehängt werden und beklagen lautstark, dass in einem Teheraner Prozess die Aussage einer Frau grundsätzlich nur die Hälfte der eines Mannes zählt.
 Wenn nebenan in Saudi Arabien Schwule getötet werden, stört das niemanden.
 Und von den Rechten, die Frauen im Iran haben, wagen die Damen in Riad noch nicht einmal zu träumen. Offensichtlich sind Saudi-Araber weniger wert.

Man weiß ja noch nicht mal, wie man überhaupt die Menschenrechte definiert.
 Noch nicht mal unter Freunden.
So wurde letztes Jahr ein bekannter Chef eines extrem antidemokratischen Zwergstaates im Bundestag empfangen. Der Geront, der einem bizarren Nachthemd-Fetisch frönt, Frauen grundsätzlich komplett aus der Teilhabe an der Macht ausschließt und ein Kinderschutzalter von 12 Jahren in seinem Staat gelten läßt, wurde mit Standing Ovations bejubelt. 

Der Greis im Kleid unterschreibt aber die UN-Menschenrechtscharta nicht, sondern lässt vielmehr seine Emissäre bei der UN ausrichten, es müsse ein umfassendes Recht auf Homophobie gewährt bleiben. 
[….]
Schwarze Leben zählen noch lange nicht so viel wie Weiße. Da dürfen auch Katholiken mal nach Herzenslust Leute massakrieren.

Als Schauplatz des schlimmsten Genozids der letzten Dekaden steht Ruanda zum einen für die Grausamkeit, zu der Menschen fähig sind - mindestens 850.000 Tutsi wurden regelrecht abgeschlachtet.
Zum anderen zeigt das Beispiel Ruanda die sagenhafte Indolenz, zu der die Weltgemeinschaft fähig ist, wenn es um Schwarze in Afrika geht.
Während im Europäischem und Amerikanischen Blätterwald sofort ein Orkan ausbricht, wenn es (wieder einmal) zu einem Konflikt in oder um Israel kommt und von ganz links bei ganz rechts gerne „Genozid!“ gekreischt wird, wenn dabei ein Dutzend Palästinenser getötet werden, läßt es dieselben Leute vollkommen kalt, wenn fast eine Million Tutsi ermordet werden.

Die Staatengemeinschaft interessiert das einfach nicht.
Ein Menschenleben ist eben nicht gleich Menschenleben.
Je dunkler die Hautfarbe, desto geringer das Interesse.

Dieser offenkundige Rassismus der westlichen Weltöffentlichkeit wird umso deutlicher, wenn man sich dazu vergegenwärtigt, daß das erst 1962 aus belgischer Kolonialherrschaft entlassene Land eine fast rein christliche Bevölkerung hat.
Unsere christlichen Mitbrüder!
Knapp 60% Katholiken, knapp 40% Protestanten.

Das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas wurde gründlich missioniert.

Es handelte sich 1994 also um einen Genozid an Christen - verübt durch Christen.
Ein Christengenozid, der keineswegs beendet ist - aus Furcht vor Rache flohen mindestens zwei Millionen Hutu in die Nachbarstaaten; insbesondere in den Kongo, in dem jetzt fröhlich weiter gemordet wird.

[….] Inzwischen finden noch größere Grausamkeiten im Nachbarland Kongo statt; sogar der Hardcore-Zyniker Scholl-Latour ist ernsthaft entsetzt.

Peter Scholl-Latour: Ich entrüste mich nicht leicht. Aber ich glaube, dass die Massaker, die zurzeit wieder am Kongo Millionen Opfer fordern, die größte menschliche Tragödie unserer Tage darstellen. Daran gemessen sind die schrecklichen Ereignisse vom 11. September 2001 in New York nur eine tragische Episode.   […]
ZEIT: Sie haben von dem Mitgefühl gesprochen, das in Ihrem Buch Afrikanische Totenklage steckt. Woher kommt die Anteilnahme?

Scholl-Latour: Ich kenne die Kongolesen gut und mag sie. Auch dort habe ich kritische Situationen erlebt, und gelegentlich hat man mir das Gewehr auf die Brust gesetzt. Aber die Kongolesen sind ein heiteres, liebenswertes Volk. Vor ein paar Jahren bin ich nach Kisangani gelangt, das frühere Stanleyville. Ich war der einzige Ausländer außer ein paar Mitarbeitern des Roten Kreuzes. Da ist mir ein alter elender Mann begegnet, und ich habe ihn, wie dort üblich, gefragt: »Wie geht’s?« Ein Kongolese antwortet dann eigentlich immer: »Es geht« oder »Es geht gut« oder »Es geht so leidlich«. Aber dieser Alte sagte: »Es geht schlecht, Monsieur.«

[….]   Das Geld für die Waffenverkäufe erhält sie Hutu-Miliz FDLR unter anderem von der protestantischen Kirche ECC (Église du Christ au Congo) im Ostkongo, einer Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Deutsche EKD-Funktionäre möchten das lieber nicht an die große Glocke hängen und protestierten scharf gegen derartige Veröffentlichungen. Wer zahlt schon gern Kirchensteuer, wenn davon über Umwege Waffen für Massaker in Zentralafrika bezahlt werden?  [….]

Penetrantes Nichtstun und Ignorieren prägt auch Angela Merkels Ebola-Politik.
Die sollen sich mal nicht so haben da unten.

Jetzt soll die Bundeswehr tun, wozu sie in der Lage ist. Sie wird im Kampf gegen Ebola ein Feldlazarett in Liberias Hauptstadt Monrovia liefern, sie wird zwei Flugzeuge als Luftbrücke einsetzen sowie weitere Transporte prüfen. Außerdem legt das Auswärtige Amt fünf Millionen Euro Soforthilfe nach. Wäre diese Meldung vor zwei, drei Monaten bekannt geworden, könnte man sagen: okay, wenigstens ein Anfang. Doch weil diese Botschaft erst am gestrigen Donnerstag die Obleute des Verteidigungsausschusses erreichte, wird sie zum Beleg dafür, dass diese Bundesregierung in einem zentralen Fall versagt hat. Sie ist ihrer internationalen Verantwortung alles andere als gerecht geworden.
Wohl noch nie hat eine Staatspräsidentin der Kanzlerin einen Brief geschrieben, der annähernd so bedrückend gewesen ist wie das Schreiben von Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf an Angela Merkel. Unmissverständlich warnt sie davor, dass ihr Land „die Schlacht gegen Ebola verlieren“ werde, wenn nicht auch Deutschland endlich mit Lazaretten und anderem helfe. Solche Briefe schreibt kein Staatsoberhaupt gerne. Es ist eine große Peinlichkeit, dass er nötig wurde.[…]
Nun ist die zögerliche Haltung der Bundesregierung an sich schon erbärmlich. Wenn man aber Tankred Stöbe zuhört, dem Präsidenten der deutschen Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“, dann kann man dessen Zorn sehr gut verstehen. Stöbe hat jetzt geschildert, wie die Regierung trotz monatelangen Drängens der Ärzte nicht reagiert hat. Seit Juni sei nichts passiert, obwohl sich seine Organisation quasi den Mund fusselig geredet habe. Stöbes Resümee: Es sei „einfach blanker Zynismus“, angesichts der seit Monaten immer dramatischeren Lage noch immer von nötigen Feinabstimmungen zu reden. Schlechter kann das Urteil über eine Regierung kaum mehr ausfallen.
Dabei böte ausgerechnet die Ebola-Epidemie eine Chance zu zeigen, was mit dem Terminus „mehr deutsche Verantwortung“ für die Nöte in der Welt wirklich gemeint sein könnte. [….]
(Stefan Braun, SZ vom 19.09.2014)

Bisher ist vermutlich genau die 9/11-Anzahl Menschen an Ebola gestorben.
ABER es sind hauptsächlich sehr arme Personen mit ziemlich dunkler Hautfarbe.
Da muß man nicht extra gutes deutsches Know How schicken, scheint sich die Kanzlerin zu denken. Und der sonst so redefreudige Gauck mag Neger lange nicht so gerne wie Ukrainer.

Ärzte ohne Grenzen muss eine mit Ebola infizierte Mitarbeiterin nach Frankreich ausfliegen. Die Frau hat sich in Liberia angesteckt. Die Hilfsorganisation, die seit Monaten in Westafrika im Einsatz ist, kritisiert das zögerliche Verhalten der Bundesregierung scharf.
[….]  "Ich bin mir nicht sicher, dass man sich hier in Berlin des Ausmaßes dieser Krise wirklich bewusstgeworden ist", sagte Geschäftsführer Florian Westphal am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. Auch der angekündigte Transport einer Krankenstation in das Krisengebiet sei ohne zugehöriges Personal wirkungslos.  [….]

Donnerstag, 18. September 2014

Echter Trost.



Das Gute an Gott ist, daß man ihm überall begegnet.

Über BILD am Sonntag, SZ und SPIEGEL erreichen uns Gottes Weisheiten via Margot Käßmann, der dümmsten Theologin Europas.

Für mich ist vieles in meinem Leben eine wunderbare Bewahrung Gottes. Ich weiß, es hätte auch anders ausgehen können. Und was dann? Meine Ewigkeit ist geregelt. Seit ich Jesus kenne, weiß ich, dass ich nie tiefer als in Gottes Hände fallen kann. Halleluja

Diesen Käßmann-Spruch sagen die in Syrien und dem Irak massakrierten Christen auch jeden Tag voller Glücksseligkeit auf!
Daher strahlen die Gesichter von geflüchteten Syrischen Frauen, deren Töchter ihnen just geraubt wurden, immer so eine Freude aus, während sie sich vorstellen, wie ihre Kinder gefoltert und vergewaltigt werden.
Ja, die Käßmann denkt richtig mit und erfasst das Leiden der Welt voll und ganz.

Das Gute an Gott ist, daß man ihm überall begegnet.
In der Bibel, in der Präambel des Grundgesetzes, in Gerichtssälen, in der Schule, aber auch in den sozialen Netzwerken zum Beispiel.




Diese Tiefgründigkeit, diese Komplexität muß jeden noch so hartnäckigen Atheisten überzeugen.





Das Gute an Gott ist, daß man ihm überall begegnet.
Zum Beispiel auch, wenn ich einfach nur checken will was es nächste Woche im Fernsehen gibt.

Gegenwärtig habe ich (mal wieder) ein GONG-Abonnement.
Die kleine Gong-Verlagsgruppe assoziiert man immer mit „bayerisch“ und „katholisch“ und „bieder“.
Das stimmt sicherlich auch noch; allerdings gehört der Gong-Verlag heute zu 100% der Funke-Mediengruppe, also dem ehemaligen WAZ-Konzern.
 Mit einer wöchentlichen Auflage von 260.000 Exemplaren ist der GONG zwar kleiner als Hörzu und TV, aber er dürfte trotzdem eine Millionen Menschen erreichen.

Den GONG bewundere ich wegen des auch letzte Zweifel ausräumenden Gottesbeweises vom November 2013 noch mehr als jede andere Zeitschrift.

Wenn der GONG seine religiösen Anwandlungen bekommt, stockt einem der Atem.

In der aktuellen Ausgabe (Gong Nr 13 vom 23.03.12) wird im „Familien-Report“ unter der Rubrik „Unsere Zeit“ empfohlen „Christlich leben mit Kindern!“

Vorgestellt wird die Familie Weibhauser, die ihre Kinder Anna (8) und Luis (5) nach der Bibel erziehen und stolz verkünden „Gott ist immer auf unserer Seite.“

Ihre Brut haben die Steuerberaterin Sabine (47) und der Kaufmann Thomas (49) schon komplett indoktriniert.
Wenig verwunderlich, wenn man außer der Bibel keine Bücher liest.
Das arme Blag Anna verkündet im Gong, daß sie „wochenlang sparte“, um sich endlich die erste eigene richtige Bibel zu kaufen. 

„Ich wollte keine Kinderbibel. Die hatte ich bereits mehrfach gelesen!“
(Anna, 8)

Auch der Kindergottesdienst gefällt der kleinen Schlaumeierin nicht mehr so gut, wie die Erwachsenenversion.

„Mir gefällt der Erwachsenengottesdienst mehr! Besonders die Lieder sind viel schöner als beim Kindergottesdienst!“
(Anna, 8)

Es ist ekelhaft mit anzusehen, wie die Weibhausers sich mit ihren Leibesfrüchten prostituieren und sie als kleine Bibelautomaten in einer Homestory vorführen. 

Gut möglich, daß sich die Kinder eines Tages fürchterlich für diesen PR-Coup schämen werden, falls sie irgendwann kapieren, für welche Ideologie sie missbraucht wurden.
Aber natürlich kann jeder seine Ableger indoktrinieren, wie er will.

Schlimm sind die Lobhudeleien der WAZ-Zeitschrift, dessen Autorin Corinna Perrevoort herausstellt wie Anna nicht etwa die Bibel zur Hand nimmt, sondern „freudig“ erregt danach angelt. 
Der Glaube sei eine Tugend und habe der Familie „ein neues Leben“ beschert.

„Der Glaube hilft der Familie immer wieder, sich auf die Grundfeste wie Liebe, Freude und Frieden zu besinnen! Wichtig sind die Rituale: Gemeinsam beten am Tisch und vor dem Schlafengehen, Gott Dank sagen für den schönen Tag und für den Schutz der Familie und Freunde. Auch in Stresssituationen ist Gott immer an der Seite der Weibhausers.“
(Gong 13/2012)

Ich komme zum Christen des Tages Nr 59, auf den ich durch den Buchtipp zu diesem Gong-Familien-Report aufmerksam wurde.

Pastor Heino Masemann hat nämlich das passende Buch zum frühkindlichen brainswashing geschrieben. [……………………..]

Im Jahr 2014 bin ich immer noch stolzer Abonnent des GONGs, da mich seine Lebensberatung voll und ganz überzeugt.

Ich kann wohl behaupten, daß ich eine Menge von persönlichen und familiären Schicksalsschlägen verstehe.
Man soll sich dann aber nicht bei Gott beklagen!

Dafür hat der GONG jetzt Clemens Bittlinger angestellt.
Bittlinger, 55,der singende Pfaff („Am Sonntag im Bademantel…“) scheint Pastor Masemanns Nachfolger zu sein.
Bittlinger ist übrigens auch der Sanges-Priester, der sich erdreistete kritische Fragen an Ratzi zu richten. Verständlicherweise hassen ihn die Katholiban für so eine Anmaßung.

Er ist ein enger Freund von Hartmut Engler, unterbietet PURs musikalische Qualitäten aber noch locker.


Noch schlimmer allerdings, wenn er nicht singt, sondern von Gott redet.

Es gehört sich aber nicht mit Gott zu hadern, wenn die eigene Mutter schwer krank auf der Intensivstation ihre Augen endgültig schloss und man kurze Zeit später dem Vater die Hand hielt, während er starb.

Laut Bittlinger könnte man das doch zufrieden hinnehmen und sagen, daß das anderen ja schließlich auch passiere.
Wenn wir nicht dauernd dankbar sind, wenn es uns gut geht, hilft Gott uns natürlich auch nicht, wenn es uns schlecht geht.
Logo.
Danke Herr Pfarrer.



Ich verstehe nur nicht, wie angesichts solch brillanter evangelischer Theologen Menschen aus der EKD austreten können.