Montag, 15. August 2016

Ich bin dicker als Marco Koch.



Zu den zivilisatorischen Errungenschaften gehört es, daß wir Menschen nicht mehr aufgrund ihrer äußerlichen Erscheinung abwerten.
Wir behandeln Menschen mit dunkler Hautfarbe respektvoll, wir machen uns nicht über kleine Busen oder dicke Bäuche lustig, wir werfen nicht mit Steinen auf das Kind, das humpelt, wir schlagen keine Behinderten, wir gehen mit dem Mädchen aus, das diese dicken Brillengläser hat, wir kriminalisieren niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung und wir lassen sogar Menschen an Bundestagswahlen teilnehmen, die gar keinen Penis haben.
Die längste Zeit war das alles nicht selbstverständlich. Diese gelebte Akzeptanz mußte über Jahrhunderte gegen den erbitterten Widerstand der organsierten Christen durchgekämpft werden.

Es gibt wenige Ausnahmen, die es erlauben explizit auf angeborene  Eigenschaften in diskreditierender Weise hinzuweisen.

Wenn ein sehr fettleibiger Pastor mit ewiger Höllenstrafe für die Todsünde der Unzucht droht, darf man ihn öffentlich daran erinnern, daß sein Gott auch Völlerei als Todsünde ansieht.

Man darf eine konservative Klemmschwester, die öffentlich homophob auftritt, outen.

Bei dem Verkäufer für Haarwuchsmittel ist es angebracht darauf zu verweisen, daß er eine Perücke trägt, wenn er eine Glatze hat.

Und dann sind da noch die deutschen Schwimm-Olympioniken, die mit Null Medaillen die Wettkämpfe von Rio beendeten und nun laut beklagen, ihre Siegprämien wären viel zu schmal bemessen.

Das sagt Markus Deibler. Deibler? Mußte ich googeln. Der Typ sieht sympathisch aus, ist 26 Jahre alt, lebt in Hamburg und betreibt hier zwei Eisdielen.
Klingt für mich alles gut. Er war (ist?) außerdem ein international erfolgreicher Schwimmer und kennt sich aus mit dem Sportförderungssystem.

[….] In einem Land, in dem ein Olympiasieger 20.000€ Prämie bekommt und ein Dschungelkönig 150.000€ sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern.
Deutschland hat eine schlechte Förderung und sehr gute Dopingkontrollen. Damit können wir nicht mit Ländern konkurrieren, die sehr viel fördern und beim Thema Doping nicht so genau hinsehen oder es sogar betreiben. [….]

In derselben Zeitung, in der ich Deiblers Statement zum ersten Mal las, war auch ein großes Bild Marco Kochs.
Koch, 26, geboren in Darmstadt, Brustschwimmer, brachte es im Finale auf Platz sieben.





Als jemand, der wirklich nichts von Schwimmsport versteht, wage ich aber doch angesichts des Kochschen Hüftgoldes zu bezweifeln, ob es nur an der mangelnden finanziellen Motivation lag, daß er US-Typen mit Figuren wie Michael Phelps hinterher schwamm.


Man macht sich nicht über die Figur anderer Menschen lustig, aber wenn ein Mann mit Speckrollen beklagt aufgrund des knappen Geldes nicht gewonnen zu haben, muß ich leider doch diesen Punkt ansprechen.

Deiblers Vergleich mit dem Dschungelcamp zeugt von einer eigenartigen Selbstwahrnehmung.
So ein Marco Koch ist ca zwei Minuten unter Wasser zu sehen; da hält sich der Unterhaltungswert außerordentlich in Grenzen.
Sollten Deibler oder Koch außer ihrer Fähigkeit zu schwimmen noch Entertainmentqualitäten entwickeln, können sie wie ihr Kollege Thomas Rupprath im Jahr 2011 auch beim RTL-Dschungelcamp mitmachen und entsprechend bezahlt werden.

RTL bietet mit seinem Dschungelcamp 17 Tage durchgehend Unterhaltung, die offensichtlich viele Millionen Leute interessiert und die ausschließlich privat von einem Konzern finanziert wird.
Der Staat gibt keinen Cent dazu.
Für die Übertragungsrechte an den Olympischen Spielen von 2016 haben ARD und ZDF 130 Millionen Euro quasi aus Steuermitteln gezahlt.
Allein die Sportförderung des Bundesinnenministeriums beträgt mehrere Hundert Millionen Euro.
Hinzu kommt eine vielfache Summe aus Länder- und Gemeindehaushalten, aus der Wirtschaft, von der Bundeswehr, von der Polizei, aus Stiftungen.
Deibler und Koch schwimmen freiwillig. Niemand hat sie dazu gezwungen.
Dennoch müssen sie weder den Trainer, noch ihre Badehose, weder die Flüge, noch die Unterkünften in den Trainingslagern der Südsee selbst bezahlen.
Ich finde, Schwimmsportler haben es sehr gut getroffen, daß sie auf Kosten anderer Menschen in der Welt umhergeflogen und bewundert werden.
Natürlich verdienen andere Sportler noch mehr Geld, aber wenn es darum geht, steht Herrn Deibler doch offen Boxer oder Fußballer zu werden.
Es sei denn, er ist nicht begabt genug, um als Golfer oder Formel1-Pilot zig Millionen im Jahr zu verdienen.
Das ist zwar bedauerlich; aber willkommen im Club. So geht es 99,999% der Deutschen, die sich auch nicht darüber beklagen, daß sie keine sechsstelligen Euro-Prämien bekommen.

In einem Punkt will ich allerdings Herr Deibler gern unterstützen.
Die deutschen Sportfunktionäre machen gerade einen erbärmlichen Job.
Dabei klammere ich mal die Doping-freundliche Agenda des Putin-Liebchen Thomas Bach aus.

Ernsthaft bedenklich finde ich aber, daß sie in Punkto Ästhetik und Humor bei Leni Riefenstahl stehengeblieben sind.
Da gibt es einen Christoph Harting (auch 26, offensichtlich sind alle deutschen Olympioniken 26), der irgendwas geworfen hat und dafür einen dieser Gold-Taler bekam.
Bei der obligatorischen Siegerehrung zur deutschen Nationalhymne brachte es Harting aber nicht fertig mit stählernem Blick zu salutieren oder den Hitlergr.., sondern er gab sich auf dem Podest betont locker und grinste.
Das ist der Hamburger Morgenpost heute die gesamten ersten vier Seiten der Ausgabe wert. Harting habe sich nicht heldenhaft genug verhalten.
Michael Vesper, einst grüner Bauminister in NRW, inzwischen zum nationalen Großfunktionär gewandelt, rügte als „Chef de Mission“ sofort, daß Harting nicht zackig-militärisch genug aufgetreten wäre.
Andere Sportler, wie die CSU-Wählerin Maria Höfl-Riesch twitterten empört:

Besser Silber mit Stil als Gold ohne Stil... @AngeliqueKerber #Harting #Rio2016

Man staunt.


Nun, er hat olympisches Gold geholt - und diesen Triumph nicht so gefeiert, wie es 80 Millionen Besserleber für angemessen erachten. [….] Wir sehnen uns nach Typen. Aber wir halten sie im Grunde genommen nicht aus. Lautstark verlangen wir permanent nach Leuten mit Ecken, Kanten und erfrischender Persönlichkeit. Wir wollen Zlatan - aber haben gerade mal die Nerven für Reus. Zu schnell haben wir die Finger am Hashtag, um noch eben kundzutun, dass "DAS ja mal gar nicht ging!" Und wer denkt da mal eigentlich an die Kinder! [….]

Noch absurder der schlimme, schlimme Fall der Zwillinge Lisa und Anna Hahner, die beim olympischen Marathon Platz 81 und 82 erreichten.
Nicht der zeitliche Rückstand gereichte zur nationalen Schaden und einem pangermanischen Shitstorm, sondern daß die zwei verlotterten Hippies es wagten Hand in Hand über die Ziellinie zu laufen.
Die deutschen Funktionäre mutierten sofort zur Stahlhelmfraktion des Sports.

In ungewöhnlicher Schärfe hat der Deutsche Leichtathletik-Verband den Marathon-Auftritt der Hand ins Hand über die Ziellinie gelaufenen Zwillinge Lisa und Anna Hahner bei den Olympischen Spielen kritisiert. "Einen olympischen Lorbeer haben sich die Hahner-Zwillinge mit ihrem Auftritt und ihren Leistungen nicht verdient", schimpfte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen in Rio de Janeiro. "Hand in Hand geht man spazieren, aber nicht über eine olympische Marathon-Distanz."
[….] "Es wirkte so, als absolvierten sie einen Volkslauf und nicht die olympische Entscheidung", wetterte Kurschilgen.

Diese Hahner-Hühner und der unzivilisierte Harting gehören ins Zuchthaus; denen muß man Anstand eingeprügelt werden.
In solchen Fällen ist eigentlich die GSG9 gefordert und diese Luschen zu disziplinieren.
Heil, Sportminister de Maizière.


Sonntag, 14. August 2016

Praktische Nächstenliebe - Teil III



Das Skandalbistum Regensburg, weltweit bekannt und berüchtigt geworden durch die unfassbaren sexuellen Gewalttaten an mindestens 700 Kindern, durch das sadistische Treiben des Prügel-Cholerikers Georg Ratzinger bei den Regensburger Domspatzen, durch den zum drittmächtigsten Katholiken aufgestiegenen Abschaumbischof Gerhard Ludwig Müller, produzierte just einen neuen Skandal.

Im Juli suchten etwa 40 Menschen vom Balkan Zuflucht im Regensburger Dom. Ihnen droht Abschiebung und Ermordung, weil sie Roma sind.

Die frommen Regensburger Christen, die so viel von Nächstenliebe, der Liebe Gottes und sozialem Engagement sprechen, haben eine klare Ansicht zu den verzweifelten Hilfesuchenden: Weg mit dem Pack!

Eine Frau mit Sonnenbrille schiebt ihr Radl in den Innenhof des Regensburger Doms. Warum sie gekommen ist? "Weil Schluss sein muss", sagt sie. Ihre Stimme ist schrill, sie fuchtelt mit den Händen. "Ich bin Christin", sagt sie, aber es müsse doch möglich sein, "diese Kirche von den Zigeunern zu befreien".
Eine Weile hört Isen Asanovski zu, dann erzählt er der fuchtelnden Frau, dass seine Großeltern in Deutschland ermordet wurden, von den Nationalsozialisten, eben weil sie "Zigeuner" waren. Deswegen habe er als Angehöriger der Volksgruppe der Roma ein Recht, hierzubleiben, sagt Asanovski. "Ach, hör' auf mit der Vergangenheit", sagt die Frau. Und schiebt ihr Radl aus dem Innenhof.
Isen Asanovski, 42, hat den Protest im Regensburger Dom angezettelt. Nicht wegen der Vergangenheit, jedenfalls nicht in erster Linie. Ihm geht es um das Hier und Jetzt, um all die Balkan-Flüchtlinge, die nach der Verschärfung des Asylrechts keine Chance mehr haben, in Deutschland zu bleiben.[….] Die Flüchtlinge stammen aus Albanien, aus Kosovo, aus Mazedonien, aus Serbien. Einige von ihnen haben die vergangenen Monate und Jahre in Flüchtlingsunterkünften in Regensburg verbracht, andere sind aus dem Rückführungszentrum in Manching bei Ingolstadt hergekommen.
Zum Beispiel Albana Ademi, blondiertes Haar, Pferdeschwanz. "Wir suchen einfach Schutz", sagt die 27-Jährige in akzentfreiem Deutsch. Sie ist mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Regensburger Dom gekommen - weil ihrem Mann bei einer Abschiebung nach Kosovo die Todesstrafe drohe, weil ihre Krebserkrankung dort nicht behandelt werden könne. "Wenn wir abgeschoben werden, sind wir tot", sagt Albana Ademi.

Soll der doofe Franziskus in Rom reden was er will. Was hat der schon zu sagen.
Die Regensburger Christen unter ihrem neuen Bischof Rudolf Voderholzer verfolgen da eine ganz andere Linie.
Erst versuchten sie die Roma auszuhungern. Das hatte ja in den KZs schon „gut“ funktioniert.
Der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs befahl, daß den Flüchtlingen nichts mehr zu essen gegeben werden durfte und stellte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch.
Sogar ein Baby ließ der Bischof aushungern.

Die Kirche weiß sich nicht anders zu helfen, als Flüchtlinge auszuhungern: Das Bistum Regensburg greift zu ungewöhnlichen Maßnahmen, um Menschen vom Balkan zum Verlassen eines Pfarrheims zu bewegen. Das Bistum selbst hatte erklärt, man habe „keine andere Wahl“ als die Versorgung mit Nahrungsmitteln einzustellen, um den Druck weiter zu erhöhen. Die örtliche BI Asyl und der Bayerische Flüchtlingsrat werfen dem Bistum vor, mit Sicherheitsdienst und Polizei auch Lebensmittelspenden zu verhindern. Security-Mitarbeitern sei mit Kündigung gedroht worden. Dieses Vorgehen sei empörend und gegen christliches Gebot, sagte Flüchtlingsratssprecher Gotthold Streitberger.
Der Initiative zufolge sind noch vier Familien in dem Gebäude, darunter fünf Kinder und ein sechsmonatiges Baby.[….]

Da wird einem ganz warm ums Herz!

Fuchs und Voderholzer gehören zu den ganz wenigen Verantwortlichen, die bisher keinerlei Angaben zu den mutmaßlichen Milliardenvermögen des Bistums gemacht haben. Über das Bistum Regensburg ist nichts bekannt. Damit folgen sie der Linie ihres Vorgängers Kardinal Müller, der sich als einziger deutscher Bischof total der Aufklärung von Kinderfickerei in seinem Bistum verweigert hatte, keinerlei Akteneinsicht zuließ. Schließlich muß der Papstbruder beschützt werden.

Mit der niederträchtigen Strategie hatte die Bistumsleitung Erfolg.
Die Familien wurden auseinandergerissen, einigen droht der Tod.

Bei den bayerischen Christen ist die Welt wieder in Ordnung, nachdem sie die verzweifelten Flüchtlinge von der Polizei brutal abführen ließen.

Vergangenen Freitag erklärte [das Bistum] die Verhandlungen über einen freiwilligen Auszug für gescheitert und stellte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Zudem stellte es die Versorgung mit Essen ein.
Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisierte die Maßnahme harsch: "Dieses Vorgehen der Bistumsleitung ist empörend und stößt auf völliges Unverständnis", lautet es in einer Mitteilung. Die Versorgung mit Lebensmitteln sei ein humanitäres, menschenrechtliches und christliches Gebot.
Als die Polizei am Abend die übrigen Flüchtlinge dazu aufrief, die Räumlichkeiten zu verlassen, gingen sie freiwillig. [….]

Samstag, 13. August 2016

Trumps teuflische Tiraden – Teil II



Alles in den verachteten „liberal media“ in negativen Sinne über Trump Geäußerte kommt entweder ohnehin nicht bei seinen Fans an, weil die nur FOX gucken, oder wird grundsätzlich nicht geglaubt.
Trump hat Recht; die Leute lieben ihn.


Aber selbst wenn sich 50 bedeutende Republikaner gemeinsam gegen Trump stellen, beeindruckt das seine Wähler wenig.
Kritiker werden kurzerhand zu frustrierten Epigonen des „korrupten Washingtoner Systems“ abgestempelt, die sich vor den frischen Trump-Wind fürchteten.

Nun finden seine Gegner aber einen Weg Videos zu machen, die doch den ein oder andere Teebeutler und konservativen GOPer von Trump abrücken lassen werden.
Nun gibt es O-Ton Trump von Romney-Unterstützern. Trump lobt all die Dinge, die Republikaner hassen wie die Pest.
Pro-Choice, Obamacare und Clinton findet er großartig.


Wenig erfreulich für Trump ist auch Hillary Clintons Veröffentlichungen ihrer aktuellen Steuererklärung, aus der hervorgeht, daß sie sehr viel für karikative Zwecke spendete und mit der sie den Druck auf Trump nun endlich auch mal seine Finanzen offen zu legen noch einmal erhöht.

Tax Return Shows Hillary Clinton Donated 100 Times More Money To Charity Than Trump. [….]

Es ranken sich viele Gerüchte darum, wieso sich der Kandidat so hartnäckig weigert. Dubiose Geschäfte mit russischen Oligarchen gelten als wahrscheinlich.


Ich halte es allerdings für wahrscheinlicher, daß Trump weit weniger reich ist, als er immer behauptet. Für jemand, der derartig stolz immer wieder auf seine „Ten billions“ verweist – „I am really rich!“ – wäre es eine gewaltige Schmach, wenn bekannt werden sollte, daß er deutlich ärmer ist.

Im Angesicht einer tatsächlich möglichen Niederlage werden Trumps teuflische Tiraden noch einmal abartiger.

In Deutschland werden immer wieder amerikaweite Umfragen zitiert, die Clinton sechs, sieben oder auch mal acht Prozent vor Trump sehen.
Die Umfragen variieren aber ohnehin stark und sind im amerikanischen Wahlsystem wenig aussagekräftig.
Die meisten Staaten sind ohnehin fest auf demokratische oder republikanische Mehrheiten abonniert. In einem „the winner takes it all“-System macht es keinen Unterschied ob Clinton in Kalifornien mit 42% zu 37% gegen Trump gewinnt, oder ob sie ihn mit 80% zu 10% vernichtet. Kalifornien, Georgia, Washington, New York oder Texas sind „safe states“, in denen daher auch so gut wie gar kein Wahlkampf stattfindet.
Es kommt stattdessen auf bevölkerungsreiche „Swingstates“ an, die sich im Süden und im „rust-belt“ befinden.
Die südlichen Swinger, darunter das besonders wichtige Florida, dürfte Trump wegen seiner antimexikanischen Ausfälle bereits verloren haben.
Bleibt also der Rust-belt mit den „Blue-collar“-Wählern, denen es trotz wirtschaftlicher Erholung Gesamt-Amerikas schlecht geht. Sie sind die klaren Verlierer der Globalisierung. Ihre Jobs sind nach overseas verlorengegangen.
Obwohl die Fabrikarbeiter natürlich traditionell demokratisch wählen, hofft Trump auf viele Stimmen der verärgerten abgehängten Weißen in Wisconsin, Illinois, Indiana, Michigan, Ohio, West Virginia und Pennsylvania.

Die GOPer müssen in diesen Staaten gewinnen, sonst ist Hillary Clinton Präsidentin.

Es sieht aber nicht gut aus.

Knapp drei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl hat Hillary Clinton ihre Führung in vier besonders umkämpften Swing States ausgebaut. Laut einer Umfrage des Senders NBC und des "Wall Street Journal" hält die Kandidatin der Demokraten in Virginia und Colorado ihren republikanischen Konkurrenten Donald Trump mit jeweils zweistelligem Abstand auf Distanz. In Florida sind es fünf Punkte, in North Carolina neun. [….]
(APA 13.08.2016)

Es gibt diese schönen „Battleground-maps“ auf denen man Bundesstaaten mit unsicherem Wahlausgang einzeln einer Partei zuschlagen kann, um zu gucken, wie es dann in der Wahlmännerversammlung aussähe.
Käme es so wie in den neuen Umfragen prognostiziert, hätte Clinton 256 von 270 für die Präsidentschaft benötigten Stimmen.
Es fehlten nur noch so wenige Stimmen, daß ein weiterer gewonnener Bundestaat der vier Swinger Ohio (18 Wahlmänner), Pennsylvania (20), Michigan (16) oder Georgia (16) ausreichte.

In Amerika gibt es täglich Dutzende neue Umfragen, die kaum Zweifel daran aufkommen lassen, daß Clinton einen weiteren Staat holen kann.

Da Clinton in nur einem der vier genannten Staaten gewinnen muß, um Präsidentin zu werden, sieht es nach heutigem Stand wirklich schlecht aus für Trump.

Es liegt dem mutmaßlichen Verlierer allerdings fern eine demokratische Niederlage zu akzeptieren und so gibt er schon einmal erste Nero-Befehle von sich.
Zur Not müsse man eben Hillary Clinton erschießen, um sie zu stoppen.

Trump provoziert mit Gewaltfantasien gegen Clinton. Einmal mehr sorgt Donald Trump für Entsetzen: Bei einem Auftritt fabuliert er über ein Attentat auf seine Konkurrentin. […..]

Verlieren könne er nicht. Das geschehe wenn überhaupt nur durch Betrug der anderen Seite.
Also legt Trump schon mal das Streichholz an den Benzintank, damit es die USA in bürgerkriegsartige Zustände treibt.


In remarks with strong racial overtones, Donald Trump told a mainly white rural crowd in Pennsylvania on Friday that vote fraud could cheat him out of victory and vowed to dispatch police who support him to monitor polls in “certain parts” of the state.
“We’re going to have unbelievable turnout, but we don’t want to see people voting five times, folks,” the Republican presidential nominee said at a rally in Altoona, Pa.
After months of racially charged violence between Trump supporters and protesters at his rallies, the comments raised the specter of confrontations on election day in precincts with many minority voters.
Trump, who previously suggested the Nov. 8 election would be rigged for Democratic rival Hillary Clinton, said he’d “heard some stories about certain parts of the state, and we have to be very careful.” [….]


After claiming the “only way” he can lose the state, where he’s down by double-digits, is if Hillary Clinton supporters “cheat,” Trump requested supporters “go around and look and watch other polling places to make sure that it’s 100 percent fine.”
“The only way we can lose, in my opinion, I really mean this, Pennsylvania, is if cheating goes on,” Trump declared. […..]

Freitag, 12. August 2016

Trumps teuflische Tiraden – Teil I



Gelegentlich gelingt es den Trump-Surrogates ihn tatsächlich einzunorden und dazu zu zwingen etwas vom Teleprompter abzulesen, so daß er nicht mit rassistischer Hetze Entsetzen verursacht. Seine sogenannten „Grundsatzreden“ zur Außenpolitik und in der letzten Woche zur Wirtschaftspolitik, waren solche eher ruhigen Teleprompter-Events.
Wieso verlässt sich in Umfragen trudelnde Kandidat also nicht öfter auf den Teleprompter?
Der Grund ist denkbar simpel: Trump mit Teleprompter ist unbelievable boring.
Nur wenn er ganz ohne Skript frei spricht haut er ungefiltert den abgründigen Mist raus, den seine Fans offenbar so unterhaltsam finden.
Selbst professionelle Kabarettisten werden für das Publikum langweilig, wenn man alle ihre Sprüche das dritte mal gehört hat.
Aber nach über einem Jahr multimedialer Dauerbetrumpung entfaltet Clintons Rivale noch enorme Entertainmentqualitäten, weil es ihm gelingt sein im allertiefsten Kellergeschoss beheimatetes Niveau immer wieder zu unterbieten.
Trump lügt dermaßen dreist und widerspricht sich selbst so sagenhaft ungeniert, daß man gar nicht anders kann, als ihm wieder zuzuhören.
Diese Woche erklärte er beispielsweise Barack Obama und Hillary Clinton zu "foundern of ISIS."
Selbst stramme Teebeutler, die Obama und Clinton wie die Pest hassen, müssen da etwas schlucken.
Aber tatsächlich, vor zwei Tagen, am Mittwoch in Florida sagte Trump:

"He's the founder of ISIS.
He's the founder of ISIS. He's the founder. He founded ISIS. I would say the co-founder would be crooked Hillary Clinton. If they gave a trophy for most valuable player, the winner of the trophy for ISIS would probably have to be Hillary Clinton.”
(D.T.)

Der US-Präsident soll die weltmächtigste Terrororganisation geründet haben?


Der stramm konservative Radiohost Hugh Hewitt, der Clinton und Obama ebenso hasst, wollte Trump einen Tag später eine Brücke bauen.
Liebesdienerisch bot Hewitt als Erklärung an, daß Trump sicher im übertragenen Sinne gemeint habe, daß die Obama-Administration ein Machtvakuum im Irak geschaffen habe, welches die Gründung der Kalifats erst ermöglichte.

Aber Trump dachte gar nicht dran sich entsprechend zurück zu nehmen, sondern hämmerte seine vollkommen haltlosen und schwachsinnig-bösartigen Unterstellungen in die Mikrophone der Welt.

HH: I’ve got two more questions. Last night, you said the President was the founder of ISIS. I know what you meant. You meant that he created the vacuum, he lost the peace.

DT: No, I meant he’s the founder of ISIS. I do. He was the most valuable player. I give him the most valuable player award. I give her, too, by the way, Hillary Clinton.

HH: But he’s not sympathetic to them. He hates them. He’s trying to kill them.

DT: I don’t care. He was the founder. His, the way he got out of Iraq was that that was the founding of ISIS, okay?
Im Telefoninterview mit CNBC log Trump erneut, daß sich die Balken bogen.
Ja, natürlich habe den IS gegründet.
Sich selbst beschrieb Trump ebenfalls klar:

„ Is there something wrong with saying that? Are people complaining that I said he was the founder of ISIS? 
All I do is tell the truth, I am a truth teller.”
(Donald Trump 11.08.2016)

Daß er die Wahl auch verlieren könnte, schließt der pathologische Lügner und “bullshit artist” immerhin auch nicht mehr aus.

Der größte Lügner der US-Politik, dessen Aussagen zu weniger als 5% wahr sind, ist mit sich im Reinen.

[…..] Die Umfragewerte sinken, die Kritik wächst, sogar Trump selbst spricht von "gewaltigen Problemen". An seinem Stil werde er aber nichts ändern, kündigt er an. Sollte er gegen Clinton verlieren, hat er schon einen Plan.
"Schauen Sie, ich mache nichts anderes, als die Wahrheit zu sagen. Ich bin ein Wahrheiten-Sager. Ich mache nichts anderes, als die Wahrheit zu sagen." […..] Er sage also die Wahrheit, behauptete Trump während des Telefoninterviews gleich dreimal kurz hintereinander. Aber wenn das nicht reichen sollte - und er in drei Monaten nicht als Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervorgehen sollte, weil er eben nicht zu den politisch Korrekten zähle - "dann ist das ok". Er würde dann in ein sehr angenehmes Leben zurückkehren. Er hoffe zwar nicht, dass es so weit komme, "ich glaube, wir werden einen Sieg einfahren", sagte Trump, "aber wir werden sehen".[…..]