Samstag, 2. Mai 2015

Peter Harry Carstensen kriech‘ zurück in Dein Loch!



Sich auf ein 1700 oder 1800 Jahre altes Buch zu beziehen, das man auch noch als Gottes Wort erachtet und somit nicht verändern kann, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Die Moral einer 2000 Jahre alten primitiven Hirtenkultur ist nach der Aufklärung nicht mehr aufrecht zu erhalten, weil sie viel zu brutal und unmenschlich ist.
Wir steinigen heute keine Frauen mehr, wir schlagen unsere Töchter nicht tot, weil sie mit fremden Männern geredet haben, wir halten keine Sklaven, wir verbrennen keine Schwulen, wir verprügeln keine Kinder, wir erschlagen niemand, weil er an das Falsche glaubt, wir praktizieren keine Sippenhaft.

Dieses Buch ist so voll mit menschenverachtendem Dreck, daß es nur noch als historisches Abschreckungsmaterial gegen Religionen dienen kann.

Wie verkommen und pervers ist es eigentlich Pubertierenden ständig ein schlechtes Gewissen einzureden und mit der Hölle zu drohen, nur weil sie körperlichen Veränderungen unterliegen, die unausweichlich sind?

Ich denke dabei auch an meine Oma, die am Ende des 19. Jahrhunderts als Linkshänderin geboren wurde und deswegen die ganze Schulzeit über wie selbstverständlich dafür geprügelt wurde.
Sobald die Lehrerin sie erwischte, daß sie die Feder in der linken Hand hielt, wurde mit einem Rohrstock auf ihre Fingerkuppen geschlagen bis sie blutig waren.
Religion eben - es darf nicht sein, was nicht sein soll und wenn eine Sechsjährige es wagt mit der linken Hand zu schreiben, muß ja der Teufel in ihr strecken, der mit Prügeln ausgetrieben werden muß.
Das war die Christliche Moral, nachdem 1900 Jahre an ihr gefeilt wurde.

Ganz genau weiß man nicht wieso ungefähr jeder siebte bis achte Mensch des Planeten mit Sinistralität gesegnet/geplagt ist. Aber wie bei dem vergleichbar hohen Anteil der homosexuellen Bevölkerung ist man sich in der Wissenschaft inzwischen sicher, daß es sich um ein angeborenes Normalphänomen handelt, das man genauso wenig wie blaue Augen verändern kann; das man auch keineswegs verändern sollte.

Wenn da nur nicht die Christen wären.
Auch im 21. Jahrhundert ist dieser brutale Wahnsinn noch nicht vorbei.
Gott wollte seine Menschen rechtshändig. So steht es tatsächlich in der Bibel und dementsprechend finden sich auch irre Fundis, die das wörtlich verstehen.

Approximately 10 percent of the world population today is running around and telling others that they are left-handers - this is not a particularly clever move. The Bible contains several examples that God undoubtedly prefer right-handed people. In fact there is much evidence that left-handers will burn in hell for all eternity.
Maybe some of you think that it is a coincident if you're left- or right-handed - nothing is more wrong than such an assumption.

Let us look at a few examples of the type of people who have chosen to use Satan's hand (left hand) as their primary hand, instead of the right, which according to the Bible is God’s favorite hand:
Barack Hussein Obama and his slutty wife Michelle, mocking the Stars & Stribes and GOD by using the devillish left hand instead of the right.

Barack Hussein Obama
W.C. Fields
Bill Clinton
Benjamin Franklin
Robert Plant
Julius Caesar
Fidel Castro
David Letterman
Kermit the Frog
Boston Strangler
Jack-the-Ripper
Leonardo da Vinci
Euell Gibbons
Albert Einstein
Oprah Winfrey
Robert Redford
Bart Simpson
Kurt Cobain
Jimi Hendrix
Benjamin Netanyahu
Angelina Jolie
Dan Aykroyd
Paul McCartney
Ehud Olmert
Sarah Jessica Parker
Ringo Starr
Jerry Seinfeld

And it was just a few...
Still think it is a coincident?? Take a look on the scripture below, and I'm sure you will never doubt again.

Genesis 48:13-19 (King James Version)
13 And Joseph took them both, Ephraim in his right hand toward Israel's left hand, and Manasseh in his left hand toward Israel's right hand, and brought them near to him. 14 And Israel stretched out his right hand, and laid it upon Ephraim's head, who was the younger, and his left hand upon Manasseh's head, guiding his hands wittingly; for Manasseh was the firstborn.[….]

Matthew 25:33-34...41 (King James Version)
33And he shall set the sheep on his right hand, but the goats on the left.
34Then shall the King say unto them on his right hand, Come, ye blessed of my Father, inherit the kingdom prepared for you from the foundation of the world:   [….] 41Then shall he say also unto them on the left hand, Depart from me, ye cursed, into everlasting fire, prepared for the devil and his angels:


Matthew 6:3 (King James Version)
But when you do alms, let not your left hand know what your right hand does:

Ecclesastes 10:2 (King James Version)
A wise man's heart is at his right hand; but a fool's heart at his left.
[….]

OK, daß Kermit, der Frosch Linkshänder ist, zeigt natürlich ganz klar, daß Satan seine sinistre Hand im Spiel hat.

Wie dümmlich muß man sein, um im Jahr 2015 darauf zu dringen diesen alten Gott in deutsche Landesverfassungen zu stecken?

Es gibt dafür genügend Dumme.

Mitverantwortlich ist ein alter Blog-Bekannter:
Peter Harry Carstensen, ein Ex-MP, der selbst für CDU-Verhältnisse außergewöhnlich verlogen und moralisch verkommen war.

Nach den letzten Umfragen liegt in Schleswig Holstein die CDU 9 - 14 Prozentpunkte vor der SPD. Zusammen mit der unglaublich starken FDP (15 - 17 %) dürfte es somit für Carstensen reichen.
Ein erstaunliches Ergebnis angesichts eines Ministerpräsidenten, der nur so von fachlicher Inkompetenz, menschlicher Unanständigkeit und moralischem Defiziten strotzt.
Seine Lügen, perfiden Tricksereien und persönlichen Boshaftigkeiten sind mittlerweile legendär.

Das kam dem gemütlichen Politlaien Peter-Harry Carstensen (CDU) gerade recht.

Frei und unbelastet von Fachwissen haute er Lüge um Lüge heraus und provozierte damit den finalen Koalitionsmegaknatsch mit der SPD.

Selbst die nicht gerade als Hort der Ehrlichkeit bekannte CDU-Zentrale in Berlin war beeindruckt von ihrem Münchhausen-MP in Kiel, der planlos dilettierend durch Schleswig-Holstein trampelte.
Merkel und Co schwiegen betreten.

Ihnen ist das Chaos in der Provinz peinlich - und sie wollen sich ihre Bundestagswahlkämpfe nicht verderben lassen. Für die Parteien sei es "kein Ruhmesblatt, sich mit den Vorgängen in Kiel zu beschäftigen", diese würden als "untere Etage unschön, ein bisschen Igitt" gelten.
(Tagesschau)

„Muppet-Show an der Förde“ nennt das die FR und die SZ zitiert in ihrer Überschrift Ex-Justizminister Uwe Döring:

"Die Hütte brennt, und die Feuerwehr macht Siesta".

Nachdem der inkompetenteste aller Ministerpräsidenten und sein Finanzminister (der übrigens noch nicht mal Abitur hat) die HSH-Nordbank so sträflich fahrlässig debakulieren ließen, daß sogar der eigene Wirtschaftsminister entsetzt über die sagenhafte Unfähigkeit seiner Parteifreunde das Weite suchte, platzte die Kieler Koalition gerade rechtzeitig, um im Windschatten Angela Merkels schwarzgelb herbei wählen zu lassen.

Versagen, den Wähler dreist belügen und sich dafür triumphal wiederwählen lassen - das ist die Spezialität so einiger nördlicher Unionsgrößen:

Konkret meine ich die wahrheitsallergischen Stümper Finanzsenator Michael Freytag (CDU), Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) sowie die Regierungschefs Peter Harry Carstensen und Ole von Beust (beide CDU), die dermaßen fahrlässig beide Landeshaushalte an den Rande der Zahlungsunfähigkeit manövrierten, daß es der Schleswig-Holsteinische Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) einfach nicht mehr aushalten konnte und aus Protest zurück trat.

Und ich dachte, hoffte, BETETE, nie wieder was von Carstensen zu hören.
Und nun das:

Freitag, 1. Mai 2015

Impudenz des Monats April 2015


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

BND? War da was?

Das Ding wird immer dicker.

Der Erste Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Grosse-Brömer saß vorgestern mit Christian Ströbele in der Will-Plapperrunde und hob stolz hervor, der BND habe einige Selektoren nicht wie gewünscht von der NSA abgearbeitet und sich somit an deutsche Gesetze gehalten.
Angesichts des Konsenses in der Runde, daß Angela Merkels engster Vertrauter de Maizière nicht die Wahrheit sagte, daß die Opposition inzwischen gar nichts mehr glaubt, das aus dem Kanzleramt kommt, wirkte es schon mutig dem BND auch gelegentliche Rechtstreue zu attestieren.
Aber wie weit sind wir gekommen, wenn man es schon lobend erwähnen muß, daß Merkels Kanzleramtsminister und Geheimdienstkoordinatoren nicht nur kriminell agierten?

Der SPIEGEL von morgen blickt zurück auf den 14. Juli 2013, als die Bundeskanzlerin wenige Wochen nach den Snowden-Enthüllungen zum ARD-Sommerinterview antrat.

Ob sie denn wisse, welche Daten genau aus Deutschland abgegriffen worden seien, wollten die Moderatoren wissen, „das Stichwort Wirtschaftsspionage macht ja auch die Runde“. Angela Merkel saß ruhig auf ihrem roten Sessel. „Also da“, setzte sie an, „wurde dem Bundesinnenminister sehr deutlich gesagt: Es gibt keine Industriespionage gegen deutsche Unternehmen.“ Nur wenige Hundert Meter vom roten Sessel entfernt aber war der Kenntnisstand ein anderer. Im Kanzleramt von Angela Merkel wusste man längst, dass diese Auskunft der Amerikaner so nicht stimmte. Spätestens seit 2010 hatten die Mitarbeiter der Kanzlerin Hinweise darauf, dass die NSA versucht hatte, europäische Firmen auszuspionieren, darunter auch EADS, ein Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen mit deutscher Beteiligung. Man wusste zudem, dass die Amerikaner für ihre Spitzelei den Bundesnachrichtendienst (BND) einspannen wollten. Es wäre verwunderlich, wenn von diesen Vorgängen nicht auch Merkel längst wusste, als sie bei der ARD auf dem roten Sessel saß. Wusste sie es tatsächlich nicht, dann wäre dies sogar noch schlimmer. Die Kanzlerin führt offiziell die Aufsicht über den Auslandsgeheimdienst, den BND. Eine ganze Abteilung in Merkels Haus kümmert sich darum, sie soll die Aufträge für den BND formulieren, sie soll ihn steuern, vor allem aber soll sie ihn kontrollieren.
(Der SPIEGEL 02.05.15 s. 19)

Somit komme ich zur Impudenz des Monats April; den Preis gewinnt das deutsche Kanzleramt, das unter Merkel zu einer schlendrianischen Lügenbude geworden ist.
Ihr langjähriger Vertrauter, Kanzleramtsminister und zweifacher Verfassungsminister Thomas de Maizière ist schon lange als vielfacher Lügner und Politphlegmat, der andere seine Suppen auslöffeln läßt überführt.

Aber es ist eben Merkel, die sich diese garantiert rückgratlosen Typen ohne jegliches strategisches Denken in ihre engste Umgebung holt:
Pofalla, Gröhe, de Maiziere, Altmaier, Hildegard Müller, Ecki von Klaeden.
Bei solchen Mitarbeitern mußte sie nie befürchten, daß Skrupel oder eigenständiges Denken ihr mauschelhaftes Treiben und Treibenlassen behindern.

Merkel umgibt sich nicht mit Aufpassern, Planern oder Polit-Sparringspartnern, sondern nur mit den unauffälligen Rundlutschern, die stets für Ruhe und Phlegmastimmung sorgen.

Anders als noch vor ein paar Jahren reduziert sich die Presse jetzt wenigstens ab und zu nicht mehr auf reine Zustimmungsartikel.

Der nach der Googelbergblase zum zukünftigen Kanzler hochgejazzte de Maizière steht jetzt dumm da.

Der brav-konservative Burda-Bunte-Focus wird regelrecht aufmüpfig.

[….] Wann auch immer in Deutschland in den vergangenen Monaten Affären auf der politischen Agenda auftauchten, war dieser Mann meist beteiligt: Thomas de Maizière. Ob Euro Hawk, Sturmgewehr G36 oder BND-Ausspähung, der Innenminister hatte seine Finger im Spiel. Dennoch perlen alle Vorwürfe an ihm ab. Warum eigentlich?
[….] Seine enge Verbindung zur Chefin von Partei und Regierung begründet die Standfestigkeit des Thomas de Maizière. Er blieb unbehelligt, wo andere schon längst der politische Tod ereilt hätte.
Denn die Liste der Probleme ist lang und diese tauchen in allen Ämtern auf, die der 61-jährige in der Bundespolitik innehatte. Ganz aktuell erreichen sie sogar das Zentrum der Macht, das Kanzleramt. Deshalb ist die Affäre um den BND so speziell, so gefährlich. Damit rücken die Schwierigkeiten de Maizières sehr nah an Merkel selbst.
Von 2005 bis 2009 war der Mann mit preußisch-protestantischer Prägung Chef des Bundeskanzleramtes. Zu den vielen heiklen Aufgaben gehört die Aufsicht über die Geheimdienste, also auch über den Bundesnachrichtendienst BND. Der soll über Jahre hinweg der amerikanischen NSA geholfen haben, Unternehmen und Politiker bis hin zur EU-Kommission in Brüssel auszuspähen.
Das Kanzleramt wusste davon seit 2008 – und nach zahlreichen Medienberichten auch de Maizière. Seitdem gibt es viele Fragen. [….] Hinzu kommt nun die Erkenntnis mangelnder politischer Sensibilität. Die Härte, die er als Innenminister in der Flüchtlingspolitik an den Tag legte, mag manchen konservativen Unionsanhänger beeindruckt haben. Sein Satz, wonach Seenotrettung den Schleppern das Geschäft erleichterte, wendete sich aber gegen ihn, als Hunderte ertranken. Der Pragmatiker der Zuwanderungspolitik wirkte plötzlich kalt und unmenschlich, musste sich anhören, die Toten im Mittelmeer seien auch seine Toten. [….]

Und nun sieht es so aus, als ob unter der direkten Kontrolle des Kanzleramtes Industriespionage im großen Stil betrieben wurde.
Merkels Kanzleramt hat so eklatant versagt und gelogen, daß mutmaßlich ausspionierte Firmen Strafanzeige gestellt haben und die Staatsanwaltschaft aktiv werden muss.

[…]  Der Skandal um die Rolle des Bundesnachrichtendienstes (BND) beim mutmaßlichen Ausspähen befreundeter Regierungen und europäischer Industrieunternehmen beschäftigt nun auch Generalbundesanwalt Harald Range. Die Karlsruher Bundesanwaltschaft leitete nach Informationen des SPIEGEL inzwischen einen entsprechenden Prüfvorgang ein. Geklärt werden soll insbesondere, "ob ein Anfangsverdacht für eine in unsere Zuständigkeit fallende Straftat vorliegt", hieß es aus der Behörde.
Deutschlands oberste Ermittlungsbehörde ist unter anderem für die Strafverfolgung von Spionage und Landesverrat zuständig. […]  Der BND informierte das Kanzleramt über unzulässige Spähversuche der Amerikaner bereits vor Jahren. Doch erst als der NSA-Untersuchungsausschuss nachhakte, stellte die Regierung intensivere Nachforschungen an und weiß seit März detaillierter Bescheid.
Der BND hat nach Informationen des SPIEGEL offenbar am Kanzleramt vorbei eine weitere heikle Geheimdienstoperation mit ausländischen Partnerdiensten geplant. […] Obwohl es beim BND erhebliche rechtliche und politische Bedenken gab, wurde das Projekt bis weit ins Jahr 2013 vorangetrieben. […]

Wie ungeheuer peinlich für Merkel.
Erst empört tun und in Brüssel vor der versammelten Weltpresse „Abhören unter Freunden – das geht gar nicht!“ rumnölen und dann fleißig vom Kanzleramt aus Franzosen und EU ausspionieren.

Ausspähen unter Freunden - geht doch
[…]  Nach Berichten, die NSA habe die Abhörstation des Bundesnachrichtendienstes in Bad Aibling zum Ausspähen hochrangiger Beamter des französischen Außenministeriums, des Präsidentenpalastes in Paris und der EU-Kommission in Brüssel genutzt, forderte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die deutsche Politik am Donnerstag zur Aufklärung auf. "Das muss von den deutschen Behörden, auch den parlamentarischen, geklärt werden. Und dann werden wir sehen."
Die französische Regierung äußerte sich über einen Außenamtssprecher knapp: "Wir stehen zu diesem Thema in engem Kontakt mit unseren deutschen Partnern." Auf Fragen nach den Auswirkungen der Affäre auf die deutsch-französischen Beziehungen und möglichen Reaktionen Frankreichs ging der Sprecher nicht ein. […] Für Unruhe sorgt das heikle Thema in Frankreich dennoch. "Frankreich, den wohl engsten Freund Deutschlands, im Dienst seines amerikanischen Freundes auszuspionieren", schreibt das Wirtschaftsblatt "Les Echos", "beweist nicht gerade guten Geschmack." Mathieu Magnaudeix, Redakteur beim Internetdienst "Mediapart", nannte das Schweigen der französischen Regierung "verstörend": "Bei den Spionagevorwürfen geht es immerhin um Fragen unserer Sicherheit und nationaler Souveränität." […] Die Linke forderte eine Regierungserklärung von Merkel. Fraktionsvize Jan Korte sagte, die Bundeskanzlerin müsse erklären, ob und wie sie die deutsch-französische Freundschaft erhalten wolle und was sie gegen die Ausspähung zu tun gedenke. Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele sagte dem Sender n-tv, viel peinlicher könne es für das Kanzleramt und Merkel kaum mehr werden, wenn tatsächlich "ihre besten politischen Freunde in Paris" mithilfe des BND ausspioniert worden seien. […]

Da ist jetzt richtig Druck im Berliner Kessel. Wäre Merkel eine moralische Instanz, von der man annähme sie würde stets ehrlich und gewissenhaft agieren, müßte sie nun ihren Rücktritt planen.
Aber sie ist eben nur Merkel.

Daher lautet die Merkel-Meldung des Tages so:

Angela Merkel hat heute eine neue Pinguin-Anlage im Vogelpark Marlow bei Rostock eröffnet. Eine sehr angenehme Beschäftigung, um die ich sie fast beneiden könnte. Aber wenn sie glaubt, sie könne in der neuesten Spionageaffäre einfach wie diese putzigen Pinguine abtauchen, hat sie sich schwerwiegend geirrt. Unter der Verantwortung der Bundeskanzlerin gab es schwerwiegende Straftaten, begangen durch den BND und im Wissen des Kanzleramtes. Wir reden über politische und Wirtschaftsspionage und Landesverrat. Frau Merkel, Sie haben einen Amtseid geleistet, Schaden von unserer Bevölkerung abzuwenden.
(Gregor Gysi, über Facebook am 30.04.15)

Donnerstag, 30. April 2015

Vorbild Merkel


 Die Bundeskanzlerin ist anders als ihr Vorgänger keine Macherin, sondern eine perfekte Beharrerin.
Alles soll so bleiben wie es ist, niemanden soll etwas zugemutet werden, man ergeht sich in bräsiger Zufriedenheit, blendet eigenes Fehlverhalten aus und über die Elenden der Gesellschaft redet man zwar mit Pathos in der Stimme, aber man würde nie tatsächlich etwas unternehmen, um die Schuldigen an diesem Elend zu verprellen.

Die fromme Protestantin Merkel ist somit das ideale Vorbild für die Evangelische Kirche in Deutschland.
Auch für sie gilt: Mit minimalen Aufwand die größtmögliche Anziehungs-Trägheit zu entfalten.
Daß sich immer weniger Menschen Sonntags die Kirchen von innen ansehen, daß man intellektuell verkümmert ist eher bequem als beunruhigend – solange die Kirchensteuermilliarden weiterhin fließen und die Topkleriker ihre prestigeträchtigen Posten behalten.

Glücklicherweise war ich noch nie auf einem evangelischen Kirchentag, aber die von dort via TV übertragenen Events haben mich mit ihrer tumben Primitivsymbolik und der erschreckenden kunst-antagonistischen akustischen Folter schwer verstört.

Schließlich leidet die Evangelische Kirche nachhaltig unter dem intellektuell dürftigen Niveau ihrer Top-Kleriker.
Offensichtlich wird jeder, auch wenn er in der Schule nur Singen und Klatschen belegt hat, zum Theologiestudium zugelassen und umso schneller zum Pastor gemacht, je mangelhafter seine Allgemeinbildung ist.
(…….)
Möglicherweise ist es tatsächlich so, daß der intellektuelle Niedergang der evangelischen Theologie, der in Huber und Käßmann ihre Apotheose fand, die eigentlich noch absurderen Katholiken (Zölibat, Primat des Papstes, Frauen-Ausschluss,..) in Relation gut dastehen läßt.

Im aktuellen SPIEGEL (15/2015 vom 04.04.2015) gibt es ein vierseitiges Doppelinterview mit dem EKD-Chef Bischof Heinrich Bedford-Strohm und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster unter anderem zum Thema „militanter Islam“.
Gratulation auch an die morialogische Glanzleistung des SPIEGELS zum Thema Gewalt im Islam von Juden und Christen nur ÜBER den Islam zu sprechen und nicht MIT ihm; ein muslimischer Vertreter darf gar nicht erst mitreden.
An einen Humanisten oder Atheisten wird ohnehin gar nicht gedacht.
Die Redakteure Frank Hornig und Katja Timm stellen die üblichen harmlosen Fragen nach Integration und Glaubensferne.
Ein Freifahrtschein für die beiden Top-Religioten zu überzeugen und für sich zu werben.
Schuster, als Vertreter einer in Deutschland sehr kleinen Minderheit schlägt sich nicht schlecht, fällt zumindest nicht durch besondere Doofheiten auf.
Aber der Nachfolger von Huber, Käßmann und Schneider gibt Plattitüden von sich, daß man immerhin wunderbar Heinz-Werner Kubitzas Essay wider die Theologie als „Wissenschaft“ bestätigt bekommt.
Bedford-Strohm ist Professor und demonstriert eine Anti-Intellektualität, daß er jeden Denkenden aus der Kirche treiben muß. (…..)

(……….) Der Niedergang des deutschen Protestantismus ist vermutlich unaufhaltsam.
Der Grund ist, daß es einfach keine sympathischen Führungspersönlichkeiten in der EKD gibt.
Die Laien werden von Politikern dominiert, die sich aus dem unsympathischsten Bodensatz ihrer jeweiligen Parteien rekrutieren: Volker Kauder, Hermann Gröhe, Günther Beckstein, Kathrin Göring-Kirchentag, Irmgard Schwätzer (FDP), Christoph Matschie (SPD), Kerstin Griese (SPD), Josef Philip Winkler (Grüne), Pascal Kober (FDP) oder Stefan Ruppert (FDP) sind die schlimmen Namen.

Bei den Theologen der EKD sieht es sogar noch düsterer aus: Huber, Schneider, Käßmann, Bedford-Strohm oder gar Petra Bahr heißen die Menschenschrecker, die meistens in die Talkshows geschickt werden.
Kein Wunder, daß die Gläubigen schneller aus der EKD flüchten als aus der zölibatären Kinderficker-RKK. (………….)

Konsequenterweise wurde Plapperista Käßmann als BILD-Kolumnistin genau dort geparkt, wo sie intellektuell hingehört  - bei F.J. Wagner und Kai Diekmann.

EKD-Chefphlegmatiker Bedford-Strohm huldigt diesem Niveau-Limbo nun auch mit der neuen Denkschrift „Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt.“
Möglichst wolkig und mit dem erkennbaren Bemühenen niemand vor den Kopf zu stoßen haben die EKD-Oberen einen Allgemeinplätzchenbrei zusammengerührt, den jeder zunächst einmal unterschreiben würde, dann aber auch möglichst schnell wieder vergessen wird.

Zur Sicherheit ist sie auch mit einer Schutzgebühr von € 5.99 versehen, so daß kein kritischer Blogger per Zufall angesurft kommen kann und nachliest.

Das was frei zur Verfügung steht, ist an Banalität nicht zu überbieten:

Es hätten „evangelische Maßstäbe ethischer Verantwortung in der Arbeit für aktuelle Entwicklungen in der heutigen Arbeitswelt“ zu gelten – wie ungeheuer überraschend für ein EKD-Papier.

Gewerkschaften seien „Akteure für eine menschengerechte Arbeitswelt“. Potzblitz. Kein Bundestagsabgeordneter von Links bis CSU würde widersprechen.

Die „Würde der Arbeit“ läge im „Gemeinschaftswerk aller“ und müsse „in Selbstbestimmung, Kooperation und Solidarität erbracht werden können. Nicht das rastlose Tätigsein als solches ist das Ideal des Christlichen, sondern die sinnvolle Einbeziehung aller Menschen in eine Wirtschaft, die mit allen geschieht“ – soweit EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm.
Mehr blabla geht nicht, wollte ich gerade bemerken, aber dann läßt der EKD-Chef auch noch den merkeligsten aller Merkel-Sätze fallen:
Im Zentrum der Arbeitsorganisation müsse der einzelne Mensch stehen!
Das hat er offenbar direkt vom Phrasenautomat der Merkel-Redenschreiber generieren lassen.
Und es geht genauso einschläfernd weiter auf der EKD-Homepage:

Im Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft kritisiert die Denkschrift vor allem die gewachsene soziale Ungleichheit. Zwar sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt insgesamt erfreulich. […]
Als problematisch bezeichnet die Denkschrift die unterschiedliche Entwicklung von Kapital- und Arbeitseinkommen sowie die gestiegene Einkommensungleichheit. Gerade in der Arbeit gelte es weiter, Armut zu bekämpfen, so Bedford-Strohm. „Die Grenze ist erreicht, wenn sich ein einzelner Mensch von seiner Vollzeitarbeit nicht ernähren kann.“ […] Die Denkschrift betont auch die gemeinsamen Aufgaben von Kirche und Gewerkschaften in der Umsetzung einer Gesellschaft der „gerechten Teilhabe“.

Gähn, man braucht wirklich starken Kaffee, um nach so einer Verbal-Tranquilizer-Attacke wieder wach zu werden.

Daß die Kirchen als zweitgrößter Arbeitgeber Millionen Arbeitnehmer entrechten, indem sie ihnen Streik und die Einhaltung des gesetzlichen Arbeitsrechts verweigern, nach diskriminierenden Maßstäben einstellen (Keine Juden in kirchlichen Einrichtungen erwünscht!) und in ihren Einrichtungen unter Tarif bezahlen, verschweigen die EDK-Herren mit ihrem fünfstelligen Monatsgehältern.

Was für ein Elend.
Wie tief kann die EKD eigentlich noch sinken?
Statt auch nur einen aufrüttelnden Satz zu formulieren, mäandern die Lutheraner konsequent unter dem Aufmerksamkeitsradar hindurch.
Diese Denkschrift ist lediglich eine Schlafschrift und wird zu Recht in der Presse so gut wie gar nicht erwähnt.
Eine Diskussion löst sie garantiert nicht aus. Dazu ist sie zu rundgelutscht.
Es gibt nichts, das zum Aufreger taugte.

Selbst der superfromme SZ-Katholik Drobinski lässt so viel Langweile nicht durchgehen.

Die Denkschrift zur Arbeit ist ein harmloses Stück Papier.[….] Sie riskiert nichts, sie provoziert kein Nachdenken. Sie hofft aufs Kopfnicken.
[….] Dies aber ist kein Dokument, mit dem die evangelische Kirche etwas bewegen will. Sie will befrieden. Sie sucht den inneren Konsens, sie ist freundlich zu den Gewerkschaften, ohne die Arbeitgeber zu vergrätzen. Sie geht nicht an den Rand, sie sucht die ruhige Mitte, und das in einem Nominalstil, der Jesus gegraust und Luther erzürnt hätte.