Montag, 21. April 2014

Geistige Giganten des Konservatismus Teil XIII





 Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio und Ryan sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu extrem.

Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie zum Beispiel der neue Verteidigungsminister Chuck Hagel oder der einstige Hoffnungsträger Chris Christie - die fanatisierten Teebeutler von den Urnen.

Schwer vorstellbar, daß sich demnächst eine republikanische Führungsfigur finden läßt, die wie einst Ronald Reagan das ganze GOP-Spektrum abdeckt.
Das Spektrum ist nämlich breiter und bunter geworden.

Langfristig wird eine zerfasernde GOP die Mehrheitsfähigkeit verlieren und den Demokraten wieder Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichen.
Sie könnten sich dann auch wieder ein bißchen nach links orientieren – so wie es sich die Basis wünscht.

Dann könnte es wieder voran gehen in Amerika.

Der Dreizehnte geistige Gigant des Konservatismus (GGK), den ich in dieser neuen Reihe vorstellen möchte bringt alles mit, das man sich von einem amerikanischen Fundi wünscht:

Paul Collins Broun Jr. (* 14. Mai 1946) kommt aus dem 110 %igen GOPer-Staat Georgia, den er seit sieben Jahren im US-Kongress vertritt, schickt sich an US-Senator zu werden, gehört zur Tea-Party-Convention und weiß als Humanmediziner Bescheid über Urknall und Evolution. Er MUSS darüber auch Bescheid wissen, denn er ist Mitglied im "Committee on Science, Space and Technology". Man kann froh sein, daß der Kongress der stärksten Wirtschaftsmacht der Erde solche Fachleute einsetzt.







Das sind nämlich alles Lügen aus dem tiefsten Höllenkreis („Pit Of Hell“).
Das Universum wurde nämlich in genau sechs Tagen von Gott erschaffen.
Ebenfalls im Rennen ist Paul Broun, auch er ein Mediziner. Broun will als Senator endlich mit der gefährlichen Pseudowissenschaft aufräumen, die Kindern von der Regierung Obama eingetrichtert werde: In einem Internet-Video erklärt er vor einer Wand aus präparierten Tierköpfen, weshalb „Evolution, Embryologie und die Urknall-Theorie“ allesamt „Lügen direkt aus dem Schlund der Hölle“ seien. Broun hat Obama mit Hitler verglichen und verlost in seinem Wahlkampf ein AR-15-Maschinengewehr – eine Waffe jenen Typs, wie sie beim Schulmassaker von Newtown Verwendung fand und die Obama verbieten lassen wollte.
Der Staat als Unterdrücker, der Präsident als Diktator, Wissenschaft als Teufelswerk und Waffen als Volksrecht – wer immer glaubte, die Tea Party habe sich mit der erzwungenen, unpopulären Schließung der Bundesregierung vorigen Herbst erledigt, hat sich geirrt. In Georgia lebt sie munter weiter, ebenso in Mississippi, Kentucky oder Kansas, wo sie etablierten republikanischen Kandidaten das Leben schwer und die Wiederwahl streitig macht.
(SZ 16.04.14)
Eigentlich haben die Demokraten in Georgia derzeit keine Chance. Aber Michelle Nunn, die Tochter des langjährigen Senators Sam Nunn – ein Mann, den auch gemäßigte GOPer respektieren, hat als Brouns Gegenkandidatin nun plötzlich Chancen auf einen Senatssitz. Denn auch unter den Republikanern gibt es welche, denen die völlige geistige Umnachtung der Teebeutler zu weit geht.




Sonntag, 20. April 2014

Franz outet sich – Teil VI




Zu Ostern wird man wie üblich mit Katholizismus überhäuft.
Das bleibt nicht folgenlos. Während deutsche Kirchenfürsten wie Mixa, Müller, Marx und Meisner die Gläubigen durch ihre Heuchelei aus der Kirche treiben, steigt Bergoglio unaufhörlich im Ansehen. Er ist zwischen Ost- und Bodensee mittlerweile beliebter als der notorisch angehimmelte Dalai Lama.

Papst Franz weiß wie man gute PR macht, wie man sich vor den Massen inszeniert.
In diesen Dingen ist er Ratzi mit seiner wenig heterosexuellen Stimme, der abstoßenden Physionomie und der demonstrativen Prachtentfaltung deutlich überlegen.

Ihn deswegen zum großen Erneuerer, oder gar Marxisten hochzustilisieren, ist aber vollkommen absurd.
Natürlich ist der Jesuit Franz ein konservativer Mann, der niemals einem minderen Weibsbild erlauben würde Priesterin zu sein und akzeptieren könnte, daß ein gleichgeschlechtliches Paar dieselben Rechte wie ein Gegengeschlechtliches erhalten dürfte.

Der fromme SZ-Redakteur Matthias Drobinski stufte den argentinischen Pontifex sogar  zähneknirschend vom Revolutionär zum bloßen Reformer herunter. Zu offensichtlich ist es inzwischen, daß der einlungige Südamerikaner auch vor den antihumanistischen erzkonservativen Kurienkardinälen einknickt.

Die protzig-prunkvollen Osterfeierlichkeiten im Petersdom sind mir allerdings ein Rätsel.
Bei der Gelegenheit versäumt es nämlich kein Papst für Frieden und das Ende des Hungers beten zu lassen – und beweist damit jedes Mal, daß Gebete offensichtlich vollkommen nutzlos sind.


Für Syrien und die in Afrika verhungernden Kindern zu beten, sollte eigentlich jeden denkenden Menschen zum kleinen Bruder der großen Theodizé-Frage führen, nämlich Why Won’t God Heal Amputees?

Daß Päpste so eindringlich das Nichtfunktionieren der Beterei beweisen erinnert an QVC-Moderatoren, die einen Fleckentferner anpreisen, der aber kontinuierlich bei Demonstrationen im Studio keinen einzigen Fleck rausbekommt.

Deswegen beten Amputierte nicht dafür, daß ihnen über Nacht ein Bein oder ein Arm nachwächst.
Dies ist nichts anderes als das Eingeständnis, daß Gott gar nicht heilen kann.

Denn WÄRE er ALLmächtig, könnte er schließlich genauso einen Arm nachwachsen lassen („ein Wunder“) wie die französische Ordensschwester Marie Simon-Pierre „über Nacht“ von Parkinson zu befreien und damit seinem ehemaligen Vize Woytila zur Seligkeit zu verhelfen.

In Wahrheit wissen wir aber keineswegs, weswegen die Nonne geheilt wurde.

Für den zu Parkinson analogen Fall eines Tumors schreibt „whywontgodhealamputees.com“ sinngemäß:

Bevor man sich nicht die Zeit nimmt hierüber einmal rational nachzudenken, erscheint die Situation nicht eindeutig zu klären. Sowohl Gott kann hier geheilt haben, wie die Gläubigen glauben, wie auch der Arzt und die Medizin. Oder es kam zur Spontanheilung durch das eigene Immunsystem. Wenn der Tumor verschwindet kann dies mit anderen Worten durch verschiedene Ereignisse geschehen sein. So kann es lediglich ein zufälliges Zusammentreffen von Ereignissen gewesen sein, dass Sie gebetet haben und die Heilung erfolgte. Dann hätten die Gebete absolut Nichts mit der Heilung zu tun gehabt. Wie können wir also entscheiden, ob Gott die Heilung verursachte oder irgendein anderer Effekt?
Ein Weg besteht darin, die Uneindeutigkeit aus solchen Ereignissen zu eliminieren. In einer eindeutigen Situation können wir entscheiden, ob Gott etwas mit der Heilung zu tun hat oder nicht.

Eindeutigkeit, also Hoffnungslosigkeit besteht aber bei Amputierten.
Es gibt kein medizinisches Verfahren Beine nachwachsen zu lassen. Es ist noch nie eine Spontan-Beinnachwachsung beobachtet worden. Ein allmächtiger Gott sollte das aber können, sonst wäre er qua Definition gar kein Gott. Zudem sagt Jesus, daß jedes Gebet erhört wird.

Was passiert also, wenn wir zu Gott beten, er solle einen Amputierten heilen? Nach Aussage der Bibel müssten nun die fehlenden Gliedmaßen nachwachsen. In Wirklichkeit tun sie dies natürlich nicht. Warum tun sie es nicht? Weil Gott eine Illusion ist! Man beachte, dass es in dieser Situation keinerlei Mehrdeutigkeit gibt! Es gibt absolut nur einen einzigen Weg wie ein amputiertes Glied nachwachsen kann. Dieser einzige Weg würde darin bestehen, dass Gott ein Wunder wirkt. Gott müsste die Gebete erhören! Was wir aber finden ist, dass wann immer wir eine eineindeutige Situation herstellen, in der es keinen Raum für das Zusammentreffen zweier Ereignisse gibt, wir niemals eine Antwort Gottes auf Gebete finden. Gott beantwortet NIEMALS Gebete, wenn diese Antwort nicht durch bloßen Zufall geschehen kann.

Tatsächlich gibt es diverse groß angelegte Studien, die finanziert von Christen zu dem für sie niederschmetternden Ergebnis kamen, daß Gebete beim Krankheitsverlauf gar nicht helfen.


Würde stimmen, was in der Bibel steht, könnten wir ohnehin Hunger und Krankheiten recht einfach überwinden:

You can see the same effect in the following prayer.
Let's assume that you are a true believer and you do believe that God cures cancer. What would happen if we get down on our knees and pray to God in this way:
Dear God, almighty, all-powerful, all-loving creator of the universe, we pray to you to cure every case of cancer on this planet tonight. We pray in faith, knowing you will bless us as you describe in Matthew 7:7, Matthew 17:20, Matthew 21:21, Mark 11:24, John 14:12-14, Matthew 18:19 and James 5:15-16.
In Jesus' name we pray, Amen. We pray sincerely, knowing that when God answers this completely heartfelt, unselfish, non-materialistic prayer, it will glorify God and help millions of people in remarkable ways.
If God cures cancer, then this is an easy prayer for an omnipotent, all-loving God to answer.
The fact is, what this prayer does is remove ambiguity. As soon as we do that, we see the true nature of "God."
There is no way that a coincidence can answer this prayer, and, sure enough, the prayer goes unanswered.
If you look at the data, you can see exactly what is happening here:
When we pray to God about any non-ambigous situation, God never answers the prayer.
When we analyse any ambiguous prayer using statistical tools, we find zero effect from prayer.

Gott existiert also nicht, oder das was in der Bibel über ihn steht ist alles Bullshit.

Da erscheint es schon regelrecht dämlich, daß der Pontifex Maximus schon wieder mit dem Kopf gegen die Wand rennt.
Das ganze „Konzept Gott“ taugt rein gar nichts.

Nach gängiger Vorstellung ist der Herr da oben in den Wolken allmächtig und kümmert sich um alle 7 Milliarden Menschen. Angeblich liebt er sogar jeden einzelnen von ihnen.
WIE er seine Liebe zeigt, ist allerdings etwas extravagant.
Man denke nur an Kinder, die mit tödlichen Stoffwechselerkrankungen oder Gendefekten, wie NCL (Neuronale Ceroid Lipofuszinose), metachromatischer Leukodystrophie, zystischer Fibrose oder amyotropher Lateralsklerose geboren werden.
Dann stehen vom Tage der Geburt an nur Krankenhaus und Schmerzen auf dem Lebensplan.

Bei derartigen Diagnosen heißt es dann „jetzt hilft nur noch beten“.
Auch das ist eine etwas merkwürdige Logik. Wenn Gott doch alle seine Kinder liebte, wieso macht er dann das Leiden eines einzelnen davon abhängig, ob seine Angehörigen fleißig beten?

Bisher sind mir nur drei mögliche Antworten eingefallen.
Entweder Gott ist in Wirklichkeit gar nicht so mächtig, sondern hoffnungslos überfordert von all dem Chaos, das er selbst geschaffen hat.
Oder er ist ein Sadist.
Oder er ist ein Hirngespinst.

Franzi hat es allerdings nicht so mit Logik.

Papst Franziskus hat am Ostersonntag in Rom den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ - der Stadt und dem Erdkreis - erteilt. Vor geschätzt mehr als 150 000 Menschen auf dem festlich geschmückten Petersplatz sprach er von der Loggia des Petersdoms aus die Segensworte. Zuvor feierte der Pontifex die Ostermesse zur Auferstehung Christi und verkündete seine Osterbotschaft. Darin forderte er Frieden für die Welt. „Wir bitten dich, glorreicher Jesus, lass alle Kriege, jede große oder kleine, alte oder neue Feindseligkeit aufhören“, sagte er und erinnerte unter anderem an die Konflikte in der Ukraine, Syrien, Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik.
Auch den Hunger in der Welt und die „ungeheure Verschwendung“ prangerte der 77-Jährige an und forderte die Gläubigen in Rom zur Nächstenliebe auf.

Es stört mich überhaupt nicht, daß Bergoglio offenbar mit nicht allzu viel IQ zwischen den Ohren ausgestattet ist.
Dafür kann er ja nichts.

Was ich ihm allerdings sehr übel nehme ist seine Verlogenheit und Heuchelei.
Er prangert „Hunger“ und „ungeheure Verschwendung“ an, sitzt aber fest auf einem Milliardengeldvermögen der IOR, das er schön für sich behalten will. Die steinreichen italienischen Kirchen (sie besitzen in einigen Städten die Hälfte aller Immobilien), aber auch die Amerikanischen und Deutschen Diözesen behalten auch unter Bergoglio ihre Milliardenvermögen und finanzieren damit nicht etwa Lebensmittelpakete in Eritrea und dem Sudan.

Schlimmer noch – in seiner unmittelbaren Umgebung zeigt die vormalige Nummer Zwei des Vatikans, der Ex-Kardinalstaatssekretär Bertone, was von der neuen Bescheidenheit, die in der Kurie für die Massen gepredigt wird, zu halten ist. Nämlich nichts. Wie seine deutschen Kollegen TVE und Marx setzt er auf persönlichen Luxus. Franz redet bloß – während seine RKK das Gegenteil dessen tut.

Papst Franziskus fordert eine "arme Kirche". Ziemlich laut und deutlich tut er das. Trotzdem findet er offenbar nicht bei allen Geistlichen Gehör. Der italienische Kardinal Tarcisio Bertone lässt sich laut einem Medienbericht eine 600 Quadratmeter große Luxuswohnung im Vatikan herrichten. Die neue Unterkunft will der frühere Kardinalstaatssekretär nach umfangreichen Umbauarbeiten noch im Sommer beziehen, wie die italienische Zeitung "La Repubblica" am Sonntag meldete.
Dem Bericht zufolge ist die Wohnung zehnmal größer als die Gemächer des Papstes - sie soll sogar über eine 100 Quadratmeter große Dachterrasse verfügen.

Samstag, 19. April 2014

Gute Nacht, deutscher Michel



 Im neuen SPIEGEL wird darüber orakelt weswegen eigentlich die politische Stimmung seit vielen Monaten wie zementiert zu sein scheint und auch gigantische Krisen (Ukraine), gewaltige stockende Reformvorhaben (Energiewende) und politische Skandale erster Güte (Drohneneinsatzsteuerung  in Ramstein, NSA-Totalausspähung) keinerlei Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse zwischen den Parteien haben.
Der Grund ist ziemlich eindeutig in einer zutiefst saturierten Grundstimmung der Deutschen zu finden.
Von Flensburg bis zum Bodensee findet man sich selbst einfach fabelhaft.
Der Urnenpöbel fühlt sich wie Jabba, the Hutt.
Uns kann keiner was und die Welt beneidet uns.
Nach einer Umfrage von TNS Forschung (09. Und 10. April 2014) sind 80% der Deutschen (sic!) mit „dem Zustand unseres Landes alles in allem“ zufrieden.
Noch erschreckender: In der jüngsten befragten Altersgruppe, den 18- bis 29-Jährigen sind sogar 85% vollkommen zufrieden mit dem Zustand in Deutschland. Lediglich 15% kreuzen „eher nicht zu frieden“ oder „gar nicht zufrieden“ an.
Bei so einem ungesunden Volksempfinden wäre es auch zu viel verlangt den zufrieden schlummernden Wähler dazu zu bringen seine letzte Wahlentscheidung in Frage zu stellen.

Der Bayern regierende Soziopath Crazy Horst kann gestützt von so einem Volksempfinden nach Lust und Laune die deutsche Innenpolitik talibanisieren.
War da nicht irgendein Problem mit Atomkraft und endlichem Nachschub von Erdgas? Seehofer tangiert das nicht. Willkürlich torpediert er die energiepolitischen Entscheidungen, welche seine eigene Regierung in Berlin trifft.
Vor seinen plötzlichen Kursschwenks ist nichts und niemand sicher.
Auch seine Parteifreunde müssen stets auf der Hut vor Crazy Horsts Wutausbrüchen und Gunstentziehungen sein.
Natürlich traut sich bei den CSU‘lern anders als bei der SPD niemand den mächtigen Parteiführer offen zu kritisieren.
Wenn es doch einmal zwei tun, gilt es sofort als schwerer Fall von Majestätsbeleidigung, die begierig und verwundert von den großen Medien ventiliert wird. Man kritisiert Seehofer nicht – das ist das eherne CSU-Gesetz, welches der von Crazy Horst als Staatssekretär gefeuerte Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk nun bricht.

Koschyk, der nach der Bundestagswahl überraschend sein Amt als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium verloren hatte, kritisierte die Personalführung Seehofers. "Der Umgang des Parteivorsitzenden mit Führungskräften entspricht nicht dem, was man von einer Partei mit christlichen Grundsätzen erwarten darf", sagte Koschyk der "Nürnberger Zeitung". Er sei damals von Seehofer "in einem dreiminütigen Telefongespräch abgefertigt worden", so Koschyk. "In keinem Wirtschaftsunternehmen, das etwas auf sich hält, wird heutzutage noch derart mit Führungspersonal umgegangen." Die CSU benötige "dringend eine Führungs- und Umgangskultur nach christlichen Maßstäben". [….] Vor allem aber regt sich bei einigen in der Partei Unmut gegen Seehofers harten Umgangston gegenüber Parteifreunden. Regelmäßig traf es in der Vergangenheit Hans-Peter Friedrich, der zuletzt wegen der Edathy-Affäre als Minister zurückgetreten war. Auch Ramsauer wurde regelmäßig gerüffelt. Wie Seehofer nach der Bundestagswahl seinen damaligen Minister fallen ließ, empfanden viele als unfreundlichen Akt. Ramsauer revanchierte sich schon zuletzt mit einer kaum verhohlenen Attacke gegen Seehofer. Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie warnte vor einem Moratorium des Netzausbaus: "Wer jetzt ein Moratorium des Netzausbaus fordert, der fordert auch ein Moratorium des Atomausstiegs", hatte Ramsauer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt - zuvor hatte Seehofer den Netzausbau in Frage gestellt. [….]

Ob sich die Deutschen und insbesondere die Bayern aus ihrer tiefsitzenden Politlethargie lösen können, bleibt abzuwarten.
Vielleicht müssen dazu aber noch wesentlich eklatantere Missstände öffentlich werden.
Möglich wäre es immerhin, denn in Bayern läuft vieles gründlich schief.

Immer mehr Drogentote!
Bayern schneidet im Ländervergleich am schlechtesten ab
Der Konsum synthetischer Modedrogen nimmt in Deutschland, aber auch vor allem in Bayern, weiter zu. Und das, obwohl die bayerische Staatsregierung schon vor Monaten dem Drogenschmuggel im bayerisch-tschechischen Grenzland den Kampf angesagt hat. Vor allem der Stoff Crystal Meth, der überwiegend in tschechischen Drogenlaboren hergestellt wird, hat den Freistaat „regelrecht überschwemmt“, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bereits im Januar erklärt hatte. Aber auch harte Drogen werden weiterhin konsumiert – und das zum Teil mit drastischen Folgen. Viele Abhängige überlebten das nicht. Im Ländervergleich gab es im vergangenen Jahr die meisten Drogentoten in Bayern (230). Der Freistaat lag damit noch vor dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (198 Drogentote).
Bei den Großstädten verzeichnete besonders Nürnberg einen drastischen Anstieg auf 30 Drogentote im vergangenen Jahr (2012 waren es noch 13 Tote). Damit hatte die fränkische Metropole mit 6,1 Drogentoten auf 100000 Einwohner prozentual deutlich mehr Drogenopfer als andere Großstädte. [….]
(SZ vom 19.04.2014)

Freitag, 18. April 2014

Prä-Österliches




Da ich aus unerfindlichen Gründen in letzter Zeit immer mal wieder Persönliches einfließen lasse, beschreibe ich kurz die beiden Ostertraditionen, die es in meiner Familie gibt.
Traditionen, die zugegebenermaßen ohne viel Aufwand zu betreiben sind, aber dennoch immer stattfinden.
Der beste Freund meiner Eltern in New York, Jack, war ein (jüdischer) Drehbuchautor. Er hatte noch die KZ-Nummer auf dem Unterarm tätowiert und entstammte einer dieser klassischen Bildungsbürgerfamilien.
 Meine Mutter sagte immer, sie habe nie wieder einen so umfassend belesenen Intellektuellen getroffen.
Jack wohnte direkt nebenan und pflegte am Karfreitag jedem grinsend zu sagen

 „Today is the day we killed the Jew!“

Das ist Tradition 1.
 Jeder in meiner Familie sagt in Gedenken an Jack einmal am Karfreitag diesen Spruch auf.
Tradition 2 geht ebenfalls auf Jack zurück. Ostersonntag pflegte er bei meinen Eltern aufzutauchen, breitete die Arme aus, legte den Kopf zur Seite (imitierte also einen Gekreuzigten) und sagte mit verwundertem Tonfall

„What a way to spend Easter!“

Auch dieser Satz wird jeden Ostersonntag einmal nachgestellt.

Wie die Hysterie der Religioten auf die Forderung nach Abschaffung des generellen Karfreitagstanzverbotes zeigt, vertragen sich Humor und menschliche Freiheiten nicht mit dem vernagelten Weltbild der strengen  Christen/Juden/Moslems.

Wenn sich protestantische deutsche Christen wie die erbärmliche Margot Käßmann als Botschafterin der größten Antisemiten vor den Nazis, nämlich Martin Luther, aber moralinsauer über ihre bizarren Karfreitagsrituale allen und damit der nichtkonfessionellen Mehrheit in Deutschland aufzwingen will, wird es widerlich.


Die 55-Jährige ruft die Menschen zu mehr Besinnlichkeit auf. In Zeiten einer Karnevalisierung der Gesellschaft müsse alles Spaß machen, "sonst ist es nichts wert", kritisiert Käßmann. Ihr persönlich sei der Karfreitag bedeutender als Ostern: "Mir ist wichtig, in den Blick zu nehmen, dass auch meine Zeit begrenzt ist. Das Leben ist nicht leidfrei zu haben." [….]  Die Protestantin verteidigt in dem Gespräch zudem das Tanzverbot am Karfreitag: "Was macht es so schlimm, einen Tag nicht zu tanzen?", fragt sie. Es tue der Gesellschaft gut, auch mal zur Ruhe zu kommen.

Statt wieder einmal Humanisten, Säkularen und Atheisten ihr krudes Weltbild aufzuzwingen, sollte sie sich mit moralischen Bewertungen zurückhalten, solange sie den Antisemitismus Luthers, die Förderung der Nazis und das Prügeln/Misshandeln Hunderttausender Heimkinder in Christlichen Heimen nicht aufarbeitet und scharf verurteilt.


Eine Organisation, die so eine gigantische kriminelle Vergangenheit mit sich schleppt, wie die für die Käßmann arbeitet, sollte in der Öffentlichkeit ein Schweigejahrhundert einlegen!


Die evangelische Kirche im Norden will ihre NS-Vergangenheit aufarbeiten und beauftragte dazu einen Wissenschaftler. Dessen Recherchen ergaben ein verheerendes Bild.
[….]  Im Zuge seiner Recherchen für das rund 350-seitige Werk ist der Autor Stephan Linck zudem auf eine enge Zusammenarbeit zwischen hohen Kirchenfunktionären und dem Verfassungsschutz gestoßen.
Bei seinen Forschungen über die Geschichte der Landeskirchen in Nordelbien in der Zeit zwischen 1945 bis 1965 befasste sich Linck mit der Frage, inwieweit in das NS-Regime eingebundene Kirchenleute auch nach 1945 in der Kirche aktiv waren. Der Kieler Historiker spürte diverse Beispiele für fortwährenden Antisemitismus, personelle Verstrickungen mit dem Ungeist des Dritten Reiches und Spitzeldienste auf. Überwachung, Misstrauen, politische Vorgaben sowie Vorurteile gehörten demnach während des Kalten Krieges zum Innenleben des Kirchenapparates.
Eine konsequente Entnazifizierung von Kirchenvertretern gab es laut Linck nur für eine kurze Zeit. Der Autor stellt mit Verweis auf erst 2012 aufgetauchte Quellen fest: »Fast alle schwer belasteten Pastoren waren ab 1950/51 wieder im Dienst.« In seinem Werk nennt er einige exemplarische Fälle. Hans Joachim Beyer ist solch einer. Er war einer der Vertrauten von Reinhard Heydrich, dem Gründer des Nachrichtendienstes der SS. Im Jahr 1947 wurde Beyer Leiter der landeskirchlichen Pressestelle - Nachrichten und Denunziation blieben sein Geschäft, indem er beispielsweise belastendes Material über Journalisten und Chefredakteure sammelte, um dann in deren Zeitungen kirchliche Texte zu platzieren.
[….] Der Nationalprotestantismus, der dem Nationalsozialismus in vielem den Weg bereitet hatte, konnte sich nach 1945 wieder durchsetzen und Wirkungsmacht erzielen, stellt der Bischof [Ulrich] fest. [….]