Solange die USA noch nicht vollkommen verrückt
waren,konnte es für einen Politiker
keine schlimmere Schmach geben als für einen Government-Shutdown verantwortlich gemacht
zu werden. Dieser Schwarze Peter wurde trickreich immer den anderen
zugeschoben. Was könnte es auch für ein ultimativeres Versagen geben für
diejenigen, die das Funktionieren des Staates garantieren sollten, als eben
diesen Staat lahm zu legen und die Angestellten unbezahlt nach Hause zu
schicken?
Aber wir sind im Jahr 2 nach Trump und da ist der Irrsinn
Normalität.
Noch vor wenigen Jahren wären solche Sprüche der
Untergang eines Präsidenten. Daher auch das hämische Verhalten Pelosis und
Shumers.
Aber der Wahnsinn ist so weit fortgeschritten, daß Trumps
Fans ihn dafür lieben alles kaputt zu schlagen. Sie halten das für seine
Methode die Mauer durchzusetzen und die Ausländer rauszuwerfen.
[…..] 2018 ist das Defizit im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gestiegen.
Amerika steht heute mit 21,2 Billionen bei seinen Gläubigern in der Kreide.
Dramatischer als die Lage allerdings ist die Dynamik der Entwicklung. Schon
2019 dürfte der Fehlbetrag zwischen Einnahmen und Ausgaben die
Eine-Billion-Marke knacken [….]
[….] Bereits in den Vortagen hatten wir vor einem erhöhten Korrekturrisiko
aus markttechnischer Sicht gewarnt. Und auch nach dem ersten Ausverkauf bleibt
der Dow Jones Industrial Index weiterhin gefährdet. Insbesondere auf längere
Sicht drohen Kurse unterhalb der 24.000er-Marke. [….]
(Börse online, 06.12.18)
Übel sieht es aber auch in der gesellschaftlichen
Realität aus.
Trumps desaströse Krankheitspolitik bringt mehr Menschen
denn je in den Drogentod, weil sie nicht versichert sind und schwere
Krankheiten zunehmend nur noch mit Opioiden „behandeln“ können.
[….] So
far in 2017, more than 72,000 Americans have died from drug overdose deaths,
which is a new record according to the Centers for Disease Control and
Prevention. By 2013, according to a study in Medical Care journal, the economic
burden of the U.S. opioid crisis had already grown to about $78.5 billion. [….]
[….] Die Gewalteskalation in Charlottesville ist nur eines von insgesamt
7175 Hassverbrechen, die sich in 2017 in den USA ereignet haben. Um 17 Prozent
sind die "Hate Crimes" im vergangenen Jahr laut einem neuen
FBI-Bericht gestiegen. Eine deutliche Zunahme, und das bereits im dritten Jahr
in Folge. 2016 waren es noch 6121 Hassverbrechen gewesen.
Von einem "Hate Crime" sprechen Ermittler, wenn ein Opfer
wegen seiner Rasse, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Herkunft, seines
Geschlechts, seiner sexuellen Orientierung oder seiner körperlichen oder
geistigen Behinderung ausgewählt wird. Als Motiv für das Gewaltverbrechen geben
die Täter stets Hass auf die jeweilige Gruppe des Opfers an. [….]
Aber auch Trumps radikaler Einsatz für Schusswaffen zeigt
Wirkung. In seinen Staaten wird gemordet wie nirgends sonst. Über 100 Menschen
werden in den USA jeden Tag erschossen.
[….] Fast 40.000 Menschen starben 2017 in den USA durch Schusswaffen - so
hoch war die Rate seit den Neunzigern nicht mehr. [….] 39.773 Menschen wurden demnach im vergangenen Jahr durch Schusswaffen
tödlich verletzt - im Schnitt 109 Menschen pro Tag. Damit gab es 2017 mehr Tote
durch Schusswaffen als durch Verkehrsunfälle (37.133).
Pro 100.000 Einwohner wurden in den USA 2017 zwölf Menschen erschossen [….]. Zum Vergleich: In Japan liegt der Wert bei
0,2; auch in Großbritannien (0,3), Deutschland (0,9) und Kanada (2,1) ist er
weitaus niedriger. [….]
Trumpmerica ist so ein unerfreuliches, unfreundliches und
gnadenloses Land, daß immer mehr Amerikaner den finalen Ausweg suchen.
[….] The
suicide rate is the highest it’s been in decades, the latest warning sign of a
worsening public health issue in America that needs far more attention.
According to a new
report by the Centers for Disease Control and Prevention, 47,000 Americans died
by suicide in 2017. Put another way, the suicide rate was 14 people in every
100,000 — up 33 percent from 10.5 people per 100,000 in 1999.
The suicide rate is at
a 50-year peak, according to the AP. The new data shows that there were 2,000
more deaths from suicide last year than in 2016, the year when suicide became
the second-leading cause of death for Americans between the ages of 10 and 34
and the fourth-leading cause for middle-aged Americans. [….]
Depressionen sind eine sehr gefährliche und ernsthafte
Krankheit. Man nimmt an, daß es dabei eine Mortalität von bis zu 15% gibt. 15
von 100 Patienten leiden also so schwer, daß sie den Selbstmord einem weiteren
Leiden vorziehen. Damit sind Depressionen tödlicher als diverse Krebsarten.
91 von 100 Menschen überleben Prostatakrebs.
Es gibt bei depressiven Erkrankungen allerdings einen
besonders tragischen Aspekt: Sie sind eigentlich fast immer heilbar mit einer
Kombination aus Therapien, aber erstens sind diese Therapiemöglichkeiten nicht
immer zugänglich, zweitens wird die Krankheit stigmatisiert und drittens
reagiert das persönliche Umfeld oft kontraproduktiv und verschlimmert das Leiden
noch, indem es nicht ernst genommen wird.
Ich konnte das Anfang des Jahres nach meinem Krankenhausaufenthalt
erleben; da war meine Verletzung sehr sichtbar, weil ich durch den vielen Stahl
in meinem Flunk kaum gehen konnte und mit diesen Krücken rumkraxelte.
Da erfährt man viel Mitleid. Jeder spricht einen an: Was
haben Sie denn gemacht???
Und noch heute höre ich in jedem zweiten Laden Fragen nach
meinem Bein.
Dabei war Mitgefühl in diesem Fall für den Heilungsprozess
irrelevant. Menschliche Knochen wachsen eben wieder zusammen, wenn sie durch
chirurgische Maßnahmen stabilisiert sind.
Das ist wahrlich keine Frage von Leben oder Tod. Aber
niemand käme auf die Idee gebrochene Beine als Petitesse zu behandeln oder mit „Reiß
dich mal zusammen!“ zu kommentieren. Jeder sieht das automatisch als erhebliche
Verletzung an.
Depressionen werden inzwischen lange nicht ehr so
stigmatisiert wie vor 30 oder gar 60 Jahren, aber insbesondere Männer schämen sich
immer noch für die Diagnose und verheimlichen ihr Leid. Das ist
gesellschaftlich aufoktroyierte Scham, für die es keine medizinische oder
ethische Rechtfertigung gibt.
Man könnte sich hingegen durchaus für so manchen Beinbruch
schämen, den man sich durch eigene Blödheit zugezogen hat.
Menschen auf Krücken wird aber sehr oft Hilfe angeboten und
Mitgefühl bedeutet, obwohl diese supportive Haltung des Umfelds viel wichtiger
und wesentlicher bei Depressionen wäre.
Ein weiterer Grund für den häufigen Suizid von
Depressionspatienten liegt in der Unterversorgung mit Therapiemöglichkeiten.
Komme ich mit gebrochenem Bein in ein Krankenhaus, wird das
ganz sicher noch am selben Tag versorgt und sofern eine Operation notwendig
ist, wird die auch in den nächsten 24 Stunden stattfinden.
Depressive hingegen müssen oft Monate warten, bis sich ein
Psychotherapeut erbarmt. Sie werden über Monate von diesem Gesundheitssystem
allein gelassen – unter Inkaufnahme schwerster und vermeidbarer Leiden.
[….] Psychisch kranke Menschen müssen oft monatelang auf eine Therapie
warten, das kritisierte die Bundespsychotherapeutenkammer am Dienstag in Berlin
und forderte ein Sofortprogramm. Dieses soll möglichst schnell 1500 neue
Zulassungen für Psychotherapeuten außerhalb von Großstädten, also in Vororten
und auf dem Land schaffen - dort sei der Mangel am größten. Auf lange Sicht fordert
die Kammer 7000 neue Zulassungen. "Die Wartezeiten sind definitiv zu
lang", sagte der Präsident der Kammer, Dietrich Munz. "Die einzige
Lösung dafür ist, die Zahl der Kassensitze aufzustocken. Alle anderen
Kapazitäten sind bereits ausgeschöpft." […..]
Im Gegensatz zu der abenteuerlichen Situation bei den
Pflegediensten, die einfach keine Mitarbeiter finden, ist die
psychotherapeutische Unterversorgung ein reines Versagen der
Gesundheitspolitiker. Es gibt ausreichend ausgebildete Therapeuten, die gern
arbeiten würden, aber das Gröhe/Spahn-Ministerium und der mächtige Gemeinsame
Bundesausschuss (GBA) schaffen keine Zulassungsmöglichkeiten.
Das passiert eben, wenn Kanzler wie Merkel immer wieder das
so wichtige Gesundheitsministerium mit völlig fachfremden Laien besetzt, die
entweder irgendwie versorgt werden mussten (Gröhe) oder sich dringend
profilieren wollen (Spahn).
Nach seinem Scheitern bei der Kampfabstimmung um den CDU-Vorsitz
haut der 37-Jährige Rechtsaußen gleich wieder Klopfer raus, um auch dem letzten
Menschen zu beweisen, daß er ein Schwätzer ist, der seinen Job nicht kann.
[….] Gesundheitsminister Spahn will psychisch Kranke vor ihrer Therapie
künftig von anderen Experten "voruntersuchen" lassen. Dagegen regt
sich heftiger Protest.
Mit Petitionen hat Jens Spahn so seine Erfahrungen. Nachdem der
CDU-Politiker vor einem Dreivierteljahr kundgetan hatte, dass Hartz IV nicht
gleichbedeutend mit Armut sei, verlangten 210.000 Unterzeichner von ihm, selber
mal einen Monat lang vom Arbeitslosengeld II zu leben. Spahn weigerte sich,
versuchte das Thema mit der Initiatorin bei Kaffee und Kuchen abzumoderieren,
trug politische Blessuren davon. Im September verlangten dann 224.000 Menschen
von ihm, die Berufssituation von Physiotherapeuten und anderen Heilberuflern zu
verbessern. [….] Drei Monate später [….]
erwarten ihn schon wieder 130.000
Unterschriften. Diesmal geht es um Psychotherapie. Die Petenten ärgern sich,
dass der Minister vor der Behandlung von psychisch Kranken noch eine weitere
Hürde einziehen will. Die Patienten hätten sich demnach, bevor sie eine
Therapie beginnen können, künftig erst mal von anderen Experten, die sie sich
nicht auswählen können, „voruntersuchen“ zu lassen. Erst danach würden sie an
ihre eigentlichen Therapeuten weiterleitet. [….]
Das ist also das Rezept der CHRISTLICHEN Politiker:
Menschen, die an schweren Krankheiten leiden, wird der Zugang zu Therapie und
Heilung systematisch erschwert und verkompliziert.
Auf daß sich nur Privatpatienten und Selbstzahler in den
Städten überhaupt noch Hilfe leisten können.
Spahn dringt auf meiner persönlichen Sympathieskala
inzwischen bist fast ganz zu Trump herunter.
[….] Antriebslosigkeit
gehört zu den typischen Symptomen einer Depression, die neben Angststörungen
die häufigste psychische Erkrankung in Deutschland ist. Betroffene haben keine
Kraft, sich um irgendetwas zu kümmern. Entsprechend schwer fällt es ihnen, sich
einen Termin zu ergattern bei jemandem, der helfen könnte. Schaffen sie es
doch, bei einem Psychotherapeuten anzurufen, warten sie im Schnitt 20 Wochen
bis zum Beginn der Behandlung. Deutschlands Therapeuten sind ausgebucht.
Verantwortlich dafür ist eine Gesundheitspolitik, die das Angebot künstlich
knapp hält, obwohl die Nachfrage riesengroß ist.
Gesundheitsminister Jens Spahn kennt das Problem und verspricht, es zu
lösen, indem er eine neue Vorinstanz einführt. Künftig sollen bestimmte Ärzte
vorab feststellen, welcher Patient wie dringend eine Therapie benötigt, bevor
diese beginnen kann. Für die Patienten ist das eine weitere Hürde in einem
Prozess, der schon jetzt aus Dutzenden Anrufen, monatelangem Warten, mehreren
probatorischen Sitzungen, Anträgen, Ablehnungen, Einsprüchen und neuen Anträgen
besteht. Dabei bräuchten gerade psychisch Kranke niedrigschwellige Hilfe.
Hinter Spahns Vorstoß steht das Klischee, dass es unter psychisch
Kranken genügend Hypochonder gibt, die sich ihr Leiden einbilden und die man
daher von den Wartelisten streichen müsse. [….] Die Deckelung der Kassensitze ist ein gesundheitspolitisches
Steuerungsinstrument, das ursprünglich Ärzteschwemmen vermeiden sollte.
Inzwischen aber wird das Instrument zum Sparen missbraucht. [….]
Menschen begreifen einfach nicht, daß Menschen sterben und
zwar alle Menschen.
Dabei ist das unsere einzige totale Gewissheit. Jeder gibt
früher oder später den Löffel ab und hört endgültig auf zu existieren.
Tatsächlich kümmert sich die Menschheit so gut wie gar nicht
um Gestorbene. Ca 80.000 Menschen im Jemen wurden durch deutsche und
amerikanische Waffen, abgefeuert von unseren hochverehrten Saudi-Freunden,
massakriert, ohne daß irgendwelche Konsequenzen gezogen werden.
Wenn aber fiese, weiße, mächtige, christliche Geronten final
die Hühner satteln, neigen wir dazu sie posthum geradezu aberwitzig zu
überhöhen und zu idealisieren.
Ich staunte nicht schlecht was ich alles über den charismatischen,
weisen Helden George Herbert Walker Bush lesen musste als er am 30.11.2018
starb.
Damit wir uns nicht falsch verstehen; ich habe jedes
Verständnis für die Trauer seiner Angehörigen; natürlich war GWB aufgelöst,
weil er seinen Vater liebte.
Aber wir anderen, die ihn nicht persönlich kannten und sein „Lebenswerk“
beurteilen, dürfen ruhig auch sagen, daß Bush Senior ein destruktiver Präsident
war. Als Reagans Vize leitete er die totale soziale Spaltung und das
Infrastrukturdesaster der USA mit ein.
Er belog das Volk („Read my lips: no new taxes“), setzte mit
Dan Quale einen Unterbelichteten als Vize ein, er hinterließ einen gewaltigen
Schuldenberg, marschierte im Dezember 1989 in Panama ein und natürlich im
Januar 1991 in den Irak (Operation Desert Storm). Damit destabilisierte er den
gesamten Nahen Osten, verursachte Hunderttausende Tote. Unnötig zu erwähnen,
daß seine Begründung für den Angriff – angebliche Irakische Soldaten sollten
Kuweitische Babys ermordet haben – eine reine Lüge war. Nichts davon hatte
stattgefunden.
Am Ende hatte er die gesamte USA in eine schwere
Wirtschaftskrise geführt – was allerdings für alle Republikanischen Präsidenten
typisch ist.
Am 3. Juli 1988 schoss die USS „Vincennes“ den Iranischen
Airbus IR655 auf dem Linienflug der Iran Air von Teheran nach Dubai ab. Ein
Terrorakt, bei dem 290 Menschen starben. Der im Wahlkampf befindliche GHB tönte
anschließend, er werde sich niemals im Namen der USA entschuldigen.
I will never apologize
for the United States of America. Ever. I don't care what the facts are.
(Statement as Vice-president, 2 Aug 1988)
Er startete mit einem gefakten Drogenfund vor dem Weißen
Haus den absolut desatrösen “war in drugs”, der dazu führte, daß es heute in
den USA 2,5 Millionen Gefängnisinsassen und die meisten Drogentoten gibt.
Offensichtlich sieht es die veröffentlichte Meinung immer
noch als lässliche Sünde an Priester auf kleine Jungs zu hetzen, die diese
vergewaltigen und dann anschließend die Täter nicht nur vor Strafverfolgung zu
schützen, sondern ihnen neue Opfer zuzuführen.
(….) Sicherlich war Lehmann im
deutschen Episkopat netter und freundlicher als die meisten anderen.
Aber bevor man ihn über den
grünen Klee lobt, sollte man doch auch die Fakten berücksichtigen. Die sind
aber eindeutig: Lehmann war ein Top-Lobbyist einer zutiefst antihumanen und
raffgierigen Organisation.
[….] Kardinal Lehmann wettert erneut gegen Homo-"Propaganda"[….]
Nach Auffassung des 77-Jährigen muss es möglich sein, dass Lesben und
Schwule verantwortlich in Einrichtungen der katholischen Kirche tätig sind –
allerdings nur unter einer Voraussetzung: "Wenn sie mit ihrer
Homosexualität nicht öffentlich Propaganda machen", so der Kardinal.
Ist ein Coming-out schon "Propaganda"?
Ein Fortschritt? Wohl kaum. Die Aussage Lehmanns gibt nichts anderes
als den Status quo wider. Versteckt lebende Schwule und Lesben bleiben schon
jetzt in kirchlichen Einrichtungen weitgehend unbehelligt. Wagen sie es jedoch,
sich etwa zu verpartnern, wird selbst die Putzfrau in einem Krankenhaus oder
eine Erzieherin in einem Kindergarten entlassen. [….]
[….] Kardinal Lehmann sieht Parallelen von 800 Babyleichen und deutschen
Kliniken
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann sieht in dem Massengrab im irischen
Tuam mit fast 800 Babyleichen Parallelen zur Praxis in deutschen Kliniken. Er
kenne „den abschätzigen Umgang mit ungeborenem Leben nach dem Tod“ aus
Gesprächen mit Krankenschwestern, die entgegen aller gesetzlichen Bestimmungen
zur Assistenz bei Abtreibungen bereit sein mussten, schreibt der Mainzer
Bischof in einem Beitrag für das Magazin „Cicero“ (Juliausgabe). „Wer redet bei
uns über solche Unmenschlichkeiten? Ich denke etwa an die Behälter mit
abgetriebenen Föten für die kosmetische Industrie.“ [...]
Heute berichten die Medien über den Tod des 91-Jährigen
Robert Spaemann, ein so rechtsextremer Dunkelkatholik, daß er sogar von dem
paranoiden, faschistoiden Verschwörungstheoretiker David Berger gelobt wird:
[….] Nicht erwähnt ist hier sein unermüdlicher Kampf für die klassische
römische Liturgie. Der dazu führte, dass ich mehrmals die Gelegenheit hatte,
mit ihm privat zusammen zu treffen und ihn als eine echt charismatische
Persönlichkeit zu erleben, die das war, was er lehrte. Integere, fromme
Authentizität umschreibt vielleicht am besten meinen Eindruck von ihm.
Diese Liebe zur „alten Messe“ war es – neben der gegenseitigen
Faszination für die edle Geistigkeit – , die die freundschaftliche Verbindung
von Spaemann mit Josef Ratzinger und auch dem späteren Papst Benedikt XVI.
prägte. Dass Benedikt der klassischen Liturgie erneut ein Heimatrecht in der
aktuellen Institution katholische Kirche gab, ist sicher auch zu einem großen
Anteil Spaemann zu verdanken. 2006 sprach Spaemann auf Einladung Benedikts in
Castel Gandolfo für den berühmten Ratzinger Freundeskreis.
Spaemann war ein richtig übler Publizist, der immer wieder
mit bösartigen Angriffen auf humanistisches Gedankengut aus der Dunkelheit kam.
(….)Der Christ des Tages Nr. 64, wurde im Jahr
1927 geboren, [….] und somit kann ich Robert Spaemann tatsächlich heute
„würdigen“.
[….] Hans Küngs planetaren Erfolg
mit dem „Projekt Weltethos“ bei dem oberhalb der religiösen Strömungen weltweit
verbindliche Ethik-Standards formuliert werden, treibt Spaemann zur Weißglut.
Alles außer Katholizismus darf nicht sein.
Als Philosoph agitiert er auch
gegen humanistische Anliegen wie Sterbehilfe oder straffreien
Schwangerschaftsabbruch.
Er kämpft beispielsweise für das
Kreuz.net-Partnerblatt „Junge Freiheit“.
So viel erzkonservativer Irrsinn
hat Spaemann einen neuen Freund beschert. Der Papst schätzt seinen Rat so sehr,
daß er ihn im September 2006 privat nach Castel Gandolfo einlud.
Das ist ein beispielloser
Angriff auf die Identität religiöser Familien.
Das Kölner Landgericht hat die
Beschneidung eines kleinen Kindes für strafbar erklärt. Dieses Urteil ist
entweder ein Fanal für die Befreiung von Millionen von Kindern der ganzen Welt,
oder es ist eines der Ungeheuer auf Goyas enigmatischem Stich »Der Traum der
Vernunft gebiert Ungeheuer«. In diesem Fall sollte es allerdings wiederum ein
Fanal sein, nämlich für den Widerstand gegen einen mächtigen Trend innerhalb
der westlichen Welt.
[…] Die Verletzung [durch
die Genitalverstümmelung- T.] ist aber geringfügig. Sie entspricht in ihrer
Schwere zum Beispiel einer Masernimpfung, die bekanntlich von manchen Ärzten
abgelehnt wird und bei der es Recht der Eltern ist, zu entscheiden, welcher
Schulmeinung sie sich im Interesse des Kindes anschließen. […] Die
Beschneidung von Knaben [….] fügt keine großen Schmerzen zu, sie
hinterlässt keine körperliche Verunstaltung und keine seelische
Traumatisierung. […] Das Gericht hat den soziologischen, ethnokulturellen
Aspekt gänzlich ignoriert und einen beispiellosen Angriff auf die Identität
jüdischer Familien geführt. […] Das eigentliche, das Hintergrundargument
scheint mir zu sein, dass religiöse Erziehung von Kindern überhaupt
verschwinden müsse, weil sie die spätere religiöse Selbstbestimmung
präjudiziere und beeinträchtige.
Hardcore-Religiot Mosebach hatte
sich leidenschaftlich für eine Verschärfung des Gotteslästerungsparagraphen
eingesetzt.
Ein Spaemann mag da nicht
schweigen.
Harte Strafen für Blasphemisten
befürwortet der Philosoph.
Eine Plattform bietet ihm
diesmal die FAZ, die Spaemanns Aufsatz leider nicht online gestellt hat. Die
Zitate anderer Medien sind aber ausreichend, um sich ein Bild zu machen.
Die Beleidigung von
Religion sollte nach Ansicht des Philosophen Robert Spaemann (85) unter Strafe
gestellt werden. Der Staat dürfe nicht zulassen, dass das, was religiösen
Bürgern das Heiligste sei, «ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht
und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf», schreibt Spaemann in einem
Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Donnerstag). […]
Nach Spaemanns Worten sollte
Beleidigung von Religion etwa doppelt so schwer bestraft werden wie die
Beleidigung von Menschen, weil sie die Gläubigen stärker verletze als die
Beleidigung der eigenen Person. Der Ermessensspielraum der Richter müsse dabei
weit genug sein, um echte von vermeintlicher Blasphemie zu unterscheiden. Schon
aus Eigeninteresse sollte der Staat den Respekt vor der christlichen Religion
pflegen, die «zu den wichtigsten Wurzeln unserer Zivilisation»
gehöre. […] Die Leugnung des Holocaust sollte nach Meinung
von Robert Spaemann nicht strafbar sein. […]
«Der Völkermord an den Juden
in Europa ist seit den 70er Jahren in eine quasi sakrale Ebene erhoben worden»,
kritisiert der Philosoph. Einige, wie der frühere Außenminister Joschka
Fischer, wollten im Holocaust sogar den «Gründungsmythos» der Bundesrepublik
sehen.
Und wieder hat Prof Spaemann neue
Freunde gefunden.
Die Kreuznet-Redaktion ist
begeistert von ihm:
Der
Philosoph erklärt, daß der säkulare deutsche Staat trotz seiner
Religionsneutralität dem deutschen „Völkermord an den Juden“ eine
Quasi-Sakralität zuerkennt „wie dem Kreuzestod Jesu“.
Die
„Leugnung des Mordes an sechs Millionen Juden“ sollte nach Spaemann nicht
strafbar sein – ebenso wenig „wie die Leugnung des Kreuzestodes Jesu zum
Beispiel im Koran.“
Die Süddeutsche Zeitung versagt in Punkte Kirche wieder
einmal in Gestalt ihres Katholiban-Redakteurs Drobinski, der sich zum Tod des rechtsextremen
Lügners, Schwulen- und Frauenfeindes auslässt.
[….] Das war für Spaemann das große Problem der
"radikal-emanzipatorischen Selbstaufhebung": Wenn der Mensch sich von
jeder inneren und äußeren Bestimmung löst, wird er schließlich nur noch
funktional verstanden, er ist nicht mehr Person, sondern Objekt. [….] Sein Eintreten für die vorkonziliare
lateinische Tridentinische Messe und seine scharfe Kritik an Papst Franziskus'
vorsichtiger Liberalisierung der katholischen Kirche war für seine Kritiker der
endgültige Beleg, dass Spaemann im Lager der reaktionären Traditionalisten
angekommen war.
[….] Was ihn beschäftige, hat Robert Spaemann 2007 geschrieben, sei
"die Frage nach dem, was ist, wenn das Palaver abends zu Ende ist".
Die Frage bleibt, auch wenn nun einer der Fragesteller tot ist: Am Montag starb
der vielfach ausgezeichnete Gelehrte mit 91 Jahren in seinem Haus in Stuttgart.
[….]
Hurra, nach 18 Jahren und acht Monaten Merkel-Vorsitz wird
alles anders und die Wähler bekommen vor Aufregung solche Hummeln im Hintern,
daß die CDU binnen kurzer Zeit von
26% wieder auf 32% geklettert ist. (Unnötig zu erwähnen, daß
die SPD mit Desaster-Nahles bleiern im Umfragekeller verharrt.)
Nachdem sich Merz bereits wieder beleidigt zurückgezogen hat
– wenn er nicht der Chef sein darf, spielt er nicht mit – fürchten die Konservativen
in der Union einen weiteren Linksruck ihrer Partei. Dafür gibt es gewichtige
Indizien:
AKK und Merkel hassen sich nicht, AKK ist eine Frau und AKK hat einen
Doppelnamen.
Damit das Spahnmerz-Lager nicht rebelliert, bekommt es von
der neuen Chefin den stramm rechten Ziemiak-Knochen vorgeworfen. Der 33-Jährige
neue Parteigeneral ist Studienabbrecher, Aussiedler (wurde im polnischen Stettin/Szczecin
geboren), konservativer Katholik, Familienvater, verfolgt eine ultra-unternehmerfreundliche
Politik und kann Zuwanderer und Muslime so gar nicht leiden.
Nach dem Motto „eine Links, einer Rechts“ wird sich die CDU
schon wieder ausbalancieren.
Die Linken und Liberalen sind ebenfalls froh, weil Merz all
die scheußlichen sozialen Grausamkeiten eingeführt hätte.
Das bleibt uns nun erspart. Also erst mal Ruhe im Puff.
Wenn sich Journalisten hauptsächlich damit beschäftigen wie
man Annegret Kramp-Karrenbauer ausspricht,
scheint es ja keine wichtigen Themen zu geben.
Die eben beschriebene Sichtweise ist natürlich Bullshit.
1.)
So wie man Russland = Moskau = Putin gern (und fälschlicherweise)
synonym benutzt, wird auch Regierung, Kanzlerschaft und CDU-Vorsitz gern
vermengt.
Wäre Merz CDU-Chef geworden, hätte dennoch Frau Merkel
weiter die Richtlinien der Politik bestimmt. Selbst wenn Merz im Koalitionsausschuss
für die CDU konservativer getönt hätte, wäre es dennoch eine Koalition aus drei
Parteien mit Koalitionsvertrag geblieben.
Natürlich hätte Merz also keineswegs all die bösen Dinge einführen
können, vor denen so viele Linke zittern, denen bei AKKs Wahl die Steine vom
Herzen fielen.
2.)
Und Ziemiak? Seit Heiner Geißler hat kein CDU-General die
Partei geprägt. Selbst Merkel, die wie auch AKK aus dem Amt den Sprung an die
Parteispitze schaffte, schlug in ihrer Zeit als Generalin keinerlei
erinnerliche Pflöcke ein.
Oder fiele irgendjemand etwas Inhaltliches ein, das die CDU
durch Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer prägt?
Nein, Parteigenerale werden hoffnungslos überschätzt. Das
zeigen auch Klingbeil, Beer und Kellner; sie alle sind unbeschriebene Blätter,
mit denen sicher niemand eine inhaltliche Positionierung assoziiert.
Herr Kellner ist dabei schon über fünf Jahre im Amt und
durchaus „nett“. Aber eben auch langweilig und irrelevant.
3.)
AKK tickt politisch nicht genau wie Merkel, weil sie auch
eine Frau ist. Was ist das eigentlich für eine idiotische Sicht der Dinge?
Auch Merkel war nie liberal, sondern setzte gern
konservative Lobbyinteressen durch. Aber sie ist eben auch beliebig und
achselzuckend bereit jede Position zu räumen, wenn es Macht-taktische Vorteile
bringt.
Die neue CDU-Vorsitzende dürfte sogar etwas konservativer
als ihre Vorgängerin sein, weil sie verbohrter ist. Das zeigt ihr unpopuläres Beharren auf Homo-Diskriminierung.
Der Drops ist allerdings gelutscht, die „Ehe für Alle“ wird
nicht wieder abgeschafft werden, weil die schwulenfeindlichen CDU-Frauen Karliczek, Kramp-Karrenbauer und Merkel
das gern so hätten.
AKK begeistert sich allerdings noch für weitere Positionen
aus der 1950er Jahre-Mottenkiste.
[….] Ganz unsolidarisch möchte Anne Will von Kramp-Karrenbauer wissen, wie
sie eigentlich zu Paragraf 219a steht, also dem Informations- und Werbeverbot
für Abtreibungen. Hier droht Streit in der Koalition, geht es doch um eine
ethische Grundfrage.
[….] Worauf die CDU-Chefin auf Samtpfoten um das Problem herumschleicht, so
lange, bis Will starken Applaus für die simple Nachfrage bekommt, was denn nun
ihre Position sei. Kramp-Karrenbauer: "Das Werbeverbot darf und soll nicht
abgeschafft werden." [….]
Es ist ohnehin absurd, daß von einer
Kinderfickerorganisation so viel Druck entfaltet wird, daß es immer noch
strafbar ist Schwangerschaften zu unterbrechen. Das hat gefälligst die
Schwangere zu entscheiden und nicht ein kirchlicher Berater.
Auf Druck der Ultrakonservativen in der CDU dürfen aber
Ärzte noch nicht mal darüber informieren, wie so ein Eingriff funktioniert.
Und die neue angeblich so moderne, demokratische CDU-Chefin
unterstützt das.
Allein das ist ein Grund niemals CDU zu wählen und eine Frau
sollte das schon erst recht nicht tun.
Ähnlich wie beim §218 (Nur 16% der Deutschen gegen Abtreibung) gibt
es auch beim §219a schon lange keine gesellschaftliche Mehrheit für diesen
skandalösen Schwachsinn. Menschenfeindliche Christen und C-Politiker können das
nur mit Tricks weiter gelten lassen.
Würde im Bundestag offen über den §219a abgestimmt, fiele er
zu AKKs Leidwesen, weil auch viele in der CDU den Unsinn nicht unterstützen.
Aber offene Abstimmung ist der CDU-Chefin nun doch viel zu
viel der Demokratie. Das darf nicht sein, daß jeder Abgeordnete dem GG §38(1)
folgt.
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner,
unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter
des ganzen Volkes, an Aufträge und
Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
Grundgesetz? Wo kämen wir denn dahin? Nicht mit der CDU!
Wenn im Bundestag erneut über den §219a abgestimmt wird,
dann bitte gefälligst so wie es die Chefin befiehlt.
[…..] Zum Ansinnen führender SPD-Politiker, den Fraktionszwang für
die Abstimmung über die Reform aufzuheben, heißt es in der Spitze der
Unionsfraktion: »Das wäre der Koalitionsbruch.« Auch Elisabeth Winkelmeier-Becker,
rechtspolitische Sprecherin der Fraktion, sagt: »Die Abstimmung über
den Paragrafen 219a zur Gewissensfrage zu machen ist nicht nachvollziehbar«.
Unionskollege Marcus Weinberg sekundiert: »Das Vorgehen, die Abstimmung
über den Paragrafen 219a freizugeben, wird in unserer Fraktion keine
Mehrheit finden.« Während viele Genossen den Paragrafen gern streichen
würden, hält eine Mehrheit der Unionsabgeordneten an ihm fest. […..]
(DER SPIEGEL Nr.50, 08.12.18,
s.11)
So viel zum neuen CDU-Wind unter der Merkel-Nachfolgerin.
[…..] Und
keine Sorge: Die CDU ist auch mit einer weiteren Frau an der Spitze noch eine
konservative Partei. Sie war es übrigens auch in den vergangenen Jahren. […..]
Annegret Kramp-Karrenbauer ist katholisch
geprägt. Sie ist gegen die Aufhebung des §219a. Die Ehe für alle hält sie für
ein Einfallstor für Forderungen nach der Heirat von Verwandten oder der
Vielehe. Und sie will härter abschieben lassen als Horst Seehofer. AKK ist
womöglich konservativer als Friedrich Merz und Jens Spahn zusammen. [….]