Mittwoch, 3. Februar 2016

Groko-Politik



Afghanistan, Syrien, Irak – das sind doch ganz schöne Länder, in die man Menschen zurück schicken kann.


Und schon gar nicht braucht man sie pauschal als Flüchtlinge anerkennen.
Daher hat Merkels Minusminister de Maizière auch das BAMF angewiesen individuell zu prüfen, ob Fluchtgründe vorliegen.
Viele simulieren doch vermutlich nur.

De Maizière unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen im sicheren Afghanistan.
Bundesinnenminister de Maizière hält an seinem Plan fest, abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan zurückzuschicken. Das Land sei in Teilen sicher. Sich selbst ließ der Minister in Afghanistan dennoch unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen eskortieren. Kurze Zeit später explodierte eine Bombe, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen.


Die Bundesregierung verschärft sukzessive ihre Signale und ihre Tonlage gegenüber Flüchtlingen. Am Montag kündigte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in Berlin an, dass sie die scharfen Regeln für Hartz-IV-Empfänger künftig auch auf Asylbewerber und das Asylbewerberleistungsgesetz übertragen möchte. Gleichzeitig machte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei einem Besuch in Afghanistans Hauptstadt Kabul klar, dass er einen Großteil der Flüchtlinge aus diesem Land lieber früher als später wieder zurückschicken würde.
Damit setzt sich ein Trend fort, den die Bundeskanzlerin und ihr Kanzleramtsminister zuletzt schon vorgegeben haben. Merkel hatte erklärt, dass die meisten der knapp eine Million Flüchtlinge, die 2015 in Deutschland Schutz gesucht hätten, nach Ende der Bürgerkriege in ihre Heimat zurückkehren müssten. […]

Sieht doch schon wieder ganz schön aus in Syrien.
Da gibt es nun wirklich keinen Grund dafür, daß Kinder und Frauen nicht dableiben könnten!


Nach wochenlangem Koalitionsstreit sind die Gesetze nun auf dem Weg: Das Bundeskabinett hat das umstrittene Asylpaket II beschlossen. Der Familiennachzug soll damit eingeschränkt, Asylverfahren und Abschiebungen beschleunigt werden.
[…]   Flüchtlinge mit eingeschränktem - im Fachjargon: subsidiärem - Schutz dürfen ihre Familie nicht nach Deutschland holen, zwei Jahre lang soll der Nachzug ausgesetzt werden. Das ist einer der Punkte, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vize Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer schon im November verabredet hatten. Es geht hier um jene Hilfesuchenden, die sich nicht auf das Grundrecht auf Asyl berufen können und auch keinen Schutzstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention genießen, aber dennoch nicht heimgeschickt werden, weil ihnen dort zum Beispiel Folter oder Todesstrafe drohen. […]

Man versteht gar nicht wieso aus dem Daesh-Gebiet geflohenen Männer ihre Familien nun auch noch nach Deutschland holen wollen!
Das haben sie ab sofort gefälligst zu unterlassen!
Die Gören und Weiber bleiben wo sie sind – das beschlossen Gabriel, Seehofer und Merkel. CDU, CSU und SPD sind zufrieden.
Denn dies ist ein guter Platz, um Kinder großwerden zu lassen:


Versteh einer diese Syrer – nun steigen aus Verzweiflung mehr und mehr Kinder und Frauen in seeuntaugliche Boote, um in der Ägäis zu krepieren – was bleibt ihnen anderes übrig – Merkel, Seehofer und Gabriel, sowieso die Rest-EU zwingen sie dazu.

CDU-Chefin Merkel sprach von einem guten Tag und betonte die Handlungsfähigkeit der Koalition. "Ich finde, dass wir sehr viel auf den Weg bringen." CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte: "Der Beschluss trägt dazu bei, unser Ziel zu erreichen: die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber spürbar zu reduzieren."
(Spon 29.01.2016)

Hunderte Tote allein im Januar 2016 durch die EU-Abschottung.
Ein genialer Plan, denn die Blagen werden ja an den griechischen und türkischen Küsten angespült. An der deutschen Nordseeküste stranden hingegen nur Pottwale.

Mehr als ein Drittel der Flüchtlinge, die von der Türkei nach Griechenland aufbrechen, sind mittlerweile Kinder. Das teilte Unicef mit. Die EU-Kommission übt indes schwere Kritik am griechischen Grenzschutz.
"36 von 100 Flüchtlingen, die derzeit die gefährliche Seereise von der Türkei nach Griechenland wagen, sind Kinder", teilte das Uno-Kinderhilfswerk Unicef mit. An der griechisch-mazedonischen Grenze liege der Anteil von Frauen und Kindern inzwischen bei 60 Prozent. Damit seien die Männer erstmals in der Minderheit, sagte Unicef-Sprecherin Sarah Crowe.
Der gestiegene Anteil von Frauen und Kindern hat demnach weitreichende Folgen: Sie seien bei der Durchquerung der Ägäis noch größeren Gefahren ausgesetzt, insbesondere im Winter. Zudem müssten an jeder Landetappe die Sanitäranlagen und Schlafplätze angepasst werden.

Ja, so geht die Politik des zu 100% aus Christen bestehenden Bundeskabinetts.
Mehr Leichensäcke in Südost-Europa sind allemal besser, als sich hier mutig der rechtsradikalen AfD-Pest entgegen zu stellen.
Eine prima Sache, daß Deutschland Kindern die Wahl zwischen IS und Mittelmeer beläßt.

Bei CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt klang das ähnlich: "Die Aussetzung des Familiennachzugs ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die Zahl der Flüchtlinge spürbar zu reduzieren." Die CSU habe immer gefordert, den Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutz für zwei Jahre auszusetzen. "Es ist gut, dass sich die SPD in diesem Punkt bewegt hat." CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte: "Hartnäckigkeit zahlt sich aus." Und CSU-Chef Seehofer ließ wissen: "Ich bin hoch zufrieden."
(Spon 29.01.2016)

Wieso wollen diese Leute überhaupt weg vom Kalifat? Bayern bleiben doch auch in Bayern.


CDU, CSU und SPD haben beschlossen, daß Familien eben nicht mehr aus solchen Gebieten hierher geholt werden dürfen.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte die Beschlüsse scharf. "Das sind ganz bittere Entscheidungen", sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. "Das ist ein gravierender Eingriff in das Grundrecht auf das Zusammenleben als Familie." Den Betroffenen bleibe damit nur, illegale Wege zu gehen. "Das wird das Geschäft der Schleuser und Schlepper beleben", warnte Burkhardt.

Sollen die mal schön dableiben. Wir lassen sie nicht legal in die EU. Selbst schuld, wenn die sich illegal auf den Weg machen.

Laut einer Statistik der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren 60 von 272 Flüchtlingen, die im Januar zwischen der Türkei und Griechenland im Mittelmeer ums Leben kamen, Kinder. Erst am Dienstag waren die Leichen von neun Flüchtlingen von der türkischen Küstenwache geborgen worden. Unter den Toten waren zwei Babys.

Ja, die GroKo hat tolle Arbeit geleistet.
Integration von Flüchtlingen wird behindert und ausgesetzt und die Kleinsten werden indirekt zum Tod verurteilt.

Danke Oppermann und Gabriel.
OK, mit den SPD-Parteitagsbeschlüssen kann man so ein Vorgehen wohl nicht in Einklang bringen – aber was zählt das schon, wenn man in Umfragen im Kellergeschoss festsitzt und die Hosen viel zu voll hat, um Merkel und Seehofer entgegen zu treten.

[…] Die Beschlüsse zur Einschränkung des Familiennachzugs seien "unmenschlich", sagte Juso-Chefin Johanna Uekermann der Welt. Dadurch werde die Integration bereits in Deutschland angekommener Menschen erschwert und weiteren Forderungen der "Integrationsverweigerer" von der CSU der Boden bereitet, beklagte die Vorsitzende der Jungsozialisten.
Der SPD-Migrantenvertreter Aziz Bozkurt nannte den Inhalt des neuen Asylpakets in der Zeitung "offensichtlich vom Stammtisch getrieben". Der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration sprach von einem "bitteren Tauschhandel", bei dem eine Steuerbarkeit der Fluchtbewegungen vorgespielt werde. Die Einheit der Familie sei durch die Verfassung geschützt, werde aber nun als "Beruhigungspille für eine verunsicherte Bevölkerung" geopfert.
Hilde Mattheis vom Forum Demokratische Linke in der SPD kritisierte das Asylpaket II als potenzielles "Integrationsverhinderungspaket". […] Möglicherweise hat die SPD-Spitze mit dem Kompromiss einen Beschluss der Parteibasis vom Dezember übergangen, den führende Genossen zur roten Linie erklärt hatten. Auf ihrem Parteitag in Berlin hatte die SPD festgelegt, dass es bei einem betroffenen Personenkreis von etwa 1.800 Flüchtlingen (mit subsidiärem Schutz) bleiben müsse. "Beim Familiennachzug ist das Kleingedruckte wichtig. […] Im SPD-Parteitagsbeschluss heißt es wörtlich: "Um das Tempo des Zuzugs zu verringern, wird der Familiennachzug bei den heute subsidiär Schutzberechtigten (ca. 1.800 Personen) erst nach zwei Jahren ermöglicht." Familiennachzug und Integration hingen stark zusammen. "Deshalb muss das Recht auf Familiennachzug für alle gelten, die eine Bleibeperspektive in Deutschland haben", entschieden seinerzeit die SPD-Funktionäre.

Dienstag, 2. Februar 2016

Die Kirche im Kopf.



Eins der wichtigen Bücher aus der „atheistischen Szene“ ist das vor neun Jahren erschienene 

Die Kirche im Kopf. Von „Ach Herrje!“ bis „zum Teufel!“ 

von Michael Schmidt-Salomon und  Carsten Frerk.
Dabei geht es um die vielen biblischen Assoziationen und Metaphern, die man verwendet, ohne sich darüber bewußt zu sein.

erhältlich bei Alibri


[…] Das Christentum hat neben dem Judenhass zahlreiche andere fortpflanzungspotente Meme in die Welt gesetzt. Einige davon sind bereits auf den ersten Blick grauenerregend, andere erscheinen bloß skurril, dumm und lächerlich. Viele von ihnen (beispielsweise der christliche Schuld- und Sühnegedanke) wirken auch in säkularen Köpfen unverändert fort. Aufgabe des vorliegenden Buches soll es sein, diese Meme aufzuspüren und auf unterhaltsame Weise zu entlarven. Wie ein Computer-Virenschutzprogramm fahndet es nach Überresten religiöser Viren in unseren Köpfen und hilft dem versierten User, unerwünschte Einträge aus der mentalen Matrix zu löschen.
Das von uns vorgeschlagene Hirnwaschprogramm arbeitet in zwei Stufen. In der ersten Stufe („Vorwäsche“) werden einfache Wörter, Flüche, Redewendungen analysiert, die häufig erst auf den zweiten Blick ihre religiöse Herkunft verraten. Hier erfährt man u.a. warum im christlichen Kulturkreis angeblich „alles Gute von oben kommt“, warum insbesondere süddeutsche Artgenossen im Ärger zur „Kreuzigung der Türken“ aufrufen („Kruzitürken!“) und weshalb „Gott immer bei den stärksten Bataillonen ist“ („Heiliges Kanonenrohr!“).
Nach diesen eher leichten Vorübungen geht es in der zweiten Stufe ans Eingemachte („Hauptwaschgang“), um komplexe Begriffe wie Schuld, Sexualität, Willensfreiheit usw. Diese Begriffe sind selbst in säkular sich dünkenden Köpfen von religiösen Konzepten überlagert. Es ist Aufgabe dieses Teils, die religiösen Denkmuster zu identifizieren und sie in pointierter Form einer wissenschaftlichen und humanistischen Denkungsart gegenüberzustellen. […]

Tatsächlich bemühe ich mich seit vielen Jahren diese Art der Werbung für das Christentum zu unterlassen, indem ich Floskeln wie „Gott sei Dank“ oder „Oh Je!“ strikt vermeide.

Es ist gar nicht so einfach den über Jahrhunderte eingeimpften Konnotationen zu entgehen, bei denen „gottlose Taten“ oder „unchristliche Zeiten“ schlecht sind, während „fromm“ oder „gottesfürchtig“ positive Gefühle auslösen.
Mit größter Selbstverständlichkeit werden in Talkshows Pfaffen mit „Hochwürden“, Bischöfe als „Exzellenzen“ und Kardinäle als „Eminenzen“ angeredet.
Warum?
Haben die Kinderfickervertuscher etwa eine a priori höhere Würde als wir normale Menschen?
Ich erinnere mich noch mit einem lachenden Auge an eine „Hart, aber fair“-Sendung zum kirchlichen Kindesmissbrauch mit dem omnipräsenten Weihbischof Jaschke, der natürlich auch von allen untertänig als Exzellenz, oder Herr Bischof angesprochen wurde und Bascha Mika konsequent die Anrede „Herr Jaschke“ verwendete. Das gefiel dem Kirchenadeligen sichtlich überhaupt gar nicht.

Als CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf in Baden-Württemberg gegen Flüchtlinge hetzte, attestierte ihm die SZ „Unchristlichkeit.“

In bizarrer Verkennung des Wortes „christlich“ welches SZ-Autor Thorsten Denkler offenbar rein positiv konnotiert, bescheinigt er dem CDU-Spitzenmann maximale Menschenfeindlichkeit.

[….] Der CDU-Spitzenkandidat für Baden-Württemberg, Guido Wolf, will Flüchtlingen kein Geld mehr auszahlen. Und damit die Zuwanderung verringern. Ihm fehlt offenbar jedes Gefühl für christliche Mitmenschlichkeit.[….] [….] [….]

Die Kirche muß endlich raus aus den Köpfen.

Gerade exponierte sich meine besondere Grüne Freundin Katharina Fegebank, Bürgermeisterin von Hamburg, mit einem Christenspruch.


Frau Fegebank ist entweder geschichtsblind, ungebildet oder einfach blöd - offenbar weiß sie nicht was die Kirche für eine Organisation ist.
Daß 99% der Nazis Christen waren. Daß in den Kirchen für Hitler gebetet wurde, daß Kirchen Waffen segnen, daß Militärbischöfe noch heute Soldaten auf den Krieg einstimmen, daß Luther der Stammvater aller protestantischen Antisemiten ist, daß sich gerade die "C"-Parteien immer mit ausländerfeindlichen Parolen ins Gespräch bringen, daß christlich erzogene Jugendliche mehr Vorurteile haben und weniger teilen, daß Christen weit überdurchschnittlich Prügelstrafe, Folter und Militäreinsätze befürworten, daß alle gesellschaftlichen Liberalisierungen wie Frauenwahlrecht oder das Verbot von Vergewaltigung in der Ehe gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden mußten, daß Kirchen die eifrigsten Unterstützer von faschistischen Mörderregimen in Südamerika waren, daß die katholische Kirche bis 1975 fest an der Seite der Franco-Diktatur stand, daß es die Kirchen sind, die massiv in Osteuropa und Russland gegen Schwule und Lesben hetzen, daß in christlichen Kinderheimen Hundertausende Kinder verprügelt, ausgebeutet und missbraucht wurden, daß deutsche Bistümer noch heute an den Börsen Geld mit Waffenproduzenten verdienen, daß Kardinal Woelki und Bischof Bohl als erstes von Ausweisungen sprachen, daß die evangelische Kirche in Sachsen Pegida in Schutz nimmt, daß Petrys Ehemann Pfarrer ist. Daß Beatrix von Storch bibeltreue Christin ist. Daß Christen vier Kontinente kolonialisiert und ausgebeutet haben, daß Christen den Tod von 100 Millionen indigenen Menschen in Nord- und Südamerika anzettelten, daß die Päpste das bis heute als „glückliche Schuld“ schönreden, daß Kirchen die Welt mit Konfessionskriegen, Inquisition und Kreuzzügen überzogen haben, daß Religionen die Hautursache für Gewalt in der Geschichte der Menschheit sind.
Daß die katholische Kirche nach 1945 die KZ-Schlächter vor der alliierten Justiz in Sicherheit brachte, daß sich die Kirchen in Argentinien bemüßigt fühlte Adolf Eichmann zu beschützen, daß Papst Pius XII pauschal alle Angehörigen der Arme, die Auschwitz BEFREITE exkommunizierte, aber hingegen für Hitler nach seinem Tod noch ein Requiem veranstaltete, ihn bis heute nicht exkommunizierte.
Daß der Vatikan bis heute die UN-Menschenrechtskonvention nicht akzeptiert, daß Kirchen in Afrika für die Todesstrafe auf Homosexualität kämpfen, daß Kirchen den sexuellen Missbrauch von Kindern in der ganzen Welt vertuschten.

Frau Fegebank und sie wundern sich, daß der fromme Christ Seehofer, der gerade zum anderen frommen Christen Putin aufgebrochen ist, Politik gegen Familien, gegen Menschen in Not macht?

Montag, 1. Februar 2016

Impudenz des Monats Januar 2016


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.


Talkshows, Zeitungen, die großen Parteien angstbeißen jetzt um sich.

Die am Donnerstag von der Regierungskoalition vereinbarte zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge, die nur einen so genannten subsidiären Schutzstatus haben, sei „inhuman und herzlos“, kritisierte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätische Wohlfahrtsverbands. Es sei „zum Fremdschämen, wie hier in Kauf genommen wird, dass sich noch mehr Frauen und Kinder in die Hände von skrupellosen Schleppern auf den gefährlichen Fluchtweg über das Mittelmeer begeben.“
[….] Als „schäbig“ kritisierte die Linksfraktion die Einigung. „Die SPD knickt vor der Union ein, die vor der AfD einknickt“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jan Korte. Die Folgen des Koalitionsbeschlusses werde man „nur im Mittelmeer spüren, wo noch mehr Frauen und Kinder ihr Leben auf der Flucht aufs Spiel setzen müssen“. Von einem „Förderprogramm für Schlepper“ sprach die Linkspartei-Chefin Katja Kipping. „Da werden die Daumenschrauben in der Asylpolitik weiter angezogen“, sagte die Grünen-Vorsitzende Simone Peter.

Ich gebe zu, ich bin ehrlich beeindruckt.
Beeindruckt, wie eine Regierungskoalition mit einer derartig großen Mehrheit – immerhin 80% der Sitze – so volle Hosen haben kann.
Tatsächlich dachte ich, es wäre in den letzten zehn Jahren in allen Bundestagsparteien Konsens geworden, daß Deutschland bei der Integration von „Gastarbeitern“ in den 60er und 70er Jahren total versagt hätte.
Waren wir uns nicht alle einig, daß es ein fataler Irrweg war, sich auf den Standpunkt zu stellen, die verschwänden irgendwann von allein wieder alle zurück in ihre Herkunftsländern und deswegen müsse man sich auch nicht um Deutschkenntnisse und Schulbildung der Kinder kümmern?
Schon die fatale Herdprämie war eine klare Anti-Integrationsmaßnahme, bei der mit Milliarden Steuergeldern in die Volksverdummung investiert werden sollte.
Nun wiederholen und verschärfen CDU, CSU und SPD alte Fehler und setzen ausdrücklich auf Desintegration.

Wir haben in der Tat einen Kurswechsel, weil wir weggehen von der Integration.
Wer Familiennachzug verhindert, der verhindert Integration! Wer wie die SPD möchte, daß Flüchtlingen, selbst wenn sie anerkannt sind, nicht dahin ziehen sollen, wo sie arbeiten, sondern ihnen Zuweisungen erteilt, auch der verhindert Integration. Integration erfolgt im Wesentlichen über Familie und Arbeit. Wer in diesen beiden Punkten eine andere Politik einschlägt, der hat sich in der Tat schon länger davon verabschiedet hier für Integration zu sorgen. Ich glaube, daß wir gerade dabei sind, daß die Kanzlerin, getrieben von unter anderem der CSU und getrieben von der Angst vor der AfD hier die Kurswende eingeleitet hat. Aber da gilt der alte Satz von Rainer Werner Fassbinder, der sagt „Angst essen Seele auf!“.

Deutschland einig Menschenhass.

Raus mit den Hilfesuchenden.

Raphaele Lindemann, junger Arzt aus Mainz, der vier Wochen in einem bayerischen Erstaufnahmelager arbeitete, beschreibt es wie folgt:

[….] Ich bin zur Zeit als Arzt für die medizinische Erstversorgung der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zuständig. Diese findet nahezu vor jedem weiteren Schritt statt. Also vor der Registrierung (inkl. Fingerabdrücke und Foto!), der Versorgung mit gespendeter (Marken-)Kleidung, der Möglichkeit sich zu duschen, etwas zu essen oder der Verteilung auf das restliche Bundesgebiet etc. Das heißt im Klartext, dass man hier einen Eindruck in Reinform über die tatsächliche Situation der ankommenden Flüchtlinge erhält.
Dieser Eindruck ist pur und absolut ungefiltert. [….] Diese Menschen kommen in einem absolut desolaten und erbarmungswürdigen Zustand hier an. Sicher wird es manchen erstaunen, dass es sich nicht zu 90% um junge, gesunde Männer handelt. Das hat das Wanken der Nachzugsreglung erfolgreich zum Schlechteren gewendet. [….] In der aktuellen Situation müssen wir uns verdeutlichen, welchen Selbstanspruch wir an unsere Kultur haben. Natürlich könnten wir die Grenzen dicht machen und so tun als wäre Merkel an allem Elend dieser Welt schuld. Aber glaubt denn wirklich irgendwer damit wäre das Problem gelöst? Ich höre hier im Lager durchgehend weinende Kinder. Und ich weiß, dass sie dann halt vor unseren Grenzen weinen würden. Würden wir damit unsere Zivilisation retten? Nur weil wir es dann nicht mehr sehen und im Fernsehen einfach bequem umschalten können? Es zeugt schon von einer bemerkenswerten Moralvorstellung, wenn man auf fb das Elend eines gequälten Hundes anprangert und gleichzeitig sehenden Auges all diese Menschen vor unseren Grenzen krepieren lassen will – und wenn es nur durch Unterlassung ist. Ob das ein schützenswertes Abendland ist? [….]

Wie kommt es zu dieser Brutalisierung in der deutschen Gesellschaft?
Daß man nach Schießbefehl schreit und dafür Rekord-Wahlergebnisse erhält?

Ich glaube, eine Hauptursache liegt im Totalversagen unserer „Talkshow-Kultur“.

Daher küre ich Anne Will, Sandra Maischberger, Günter Jauch und Frank Plasberg zur Impudenz des Monats Januar 2016.

Es gab einmal Zeiten, als man Fernsehjournalisten klar nach dem Rechts-links-Muster zuordnen konnte.
Beim ARD-Flaggschiff „Tagesthemen“ gab es zwei Moderatoren; einer SPD-freundlich, einer auf CDU-Ticket. So lief das über Jahrzehnte.

Ulrike Wolf rechts
Hanns Joachim Friedrichs links
Sabine Christiansen rechts
Ulrich Wickert links
Anne Will rechts
Usw.

Man geißelte diese Methode der Ausgewogenheit als parteilichen Einfluss in den Rundfunkgremien.

Tatsächlich sind die Anchors und Talkshowleute, die sich wie Steffen Seibert, Reinhold Beckmann, Siegmund Gottlieb oder Peter Hahne parteipolitisch ganz klar verordnen lassen (alle vier CDU/CSU) seltener geworden. Noch seltener sind nur noch die SPD-Freunde. Angeblich gehört Maybrit Illner noch dazu. Aber der letzte ZDF-Mann, der links von der CDU stand und über Rückgrat verfügte – Nikolaus Brender – wurde von Roland Koch und Angela Merkel in neopolnischer Manier als „zu unbequem“ aus seinem Job entfernt.

 Plasberg, Jauch und Maischberger geben sich betont unpolitisch. Prahlen damit als Wechselwähler schon selbst jede Partei (außer den Linken natürlich) gewählt zu haben.
Vermutlich sind die drei Plapperisten sogar stolz drauf nicht mehr auf einem Parteiticket zu ihren Jobs gekommen zu sein und nun mit jedem zu Recht zu kommen.

In Wahrheit ist dadurch aber alles noch schlimmer geworden, weil sie sich dadurch selbst überschätzen. Sie halten sich für überparteiliche Institutionen, die so eine Art demokratische Apotheose in ihren Talkshows aufführen.
Dabei ist doch die eigentliche Frage, wer in ihren Redaktionen bestimmt.
Die Gästelisten sprechen dabei Bände. CDU/CSU-Freunde sind deutliche überrepräsentiert. Atheisten kommen so gut wie niemals vor – obwohl sie die relative Mehrheit in Deutschland bilden.

Die Heute Show-Redaktion durchsuchte die Themen der großen ARD- und ZDF-Talkshows der letzten fünf Jahre und fand allein 85 Sendungen, die sich kritisch mit Ausländern und Asylanten auseinandersetzten.

Die richtig Rechten, die Xenophoben, die ungeniert in Talkshows sitzen und gegen Flüchtlinge polemisieren, sind omnipräsent.
Köppel, Friedrich, Petry, Scheuer, Herrmann, Höcke, Gauland plappern uns von den öffentlich-rechtlichen Sendern protegiert fast täglich mit ihren rechtsextremen Ansichten voll.

Die deliberative Demokratie setzt ein Mindestmaß an gutem Willen voraus. Aber die Rechten lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Sie haben dabei kein schlechtes Gewissen. Sie fühlen sich in der demokratischen, liberalen Mehrheitsgesellschaft als Partisanen der Politik. Darum ist die Lüge ihr politisches Prinzip, und ihre Taktik ist die Täuschung. Die Demokraten stellt das vor ein Problem. Wie begegnet man jemandem, der die Politik als Betrugsgeschäft betreibt und die Lüge zur Wahrheit macht?

Niemand sitzt so oft in Talkshows wie der Merkel-Kritiker Wolfgang Bosbach, obwohl er ein Lügner ist.

Man glaubt es kaum, aber wer ist zu Gast in der jetzt laufenden Plasberg-Sendung?
Wolfgang Bosbach, der überführte Lügner und Ausländerfeind.

König der Dampfplauderer ist und bleibt aber Wolfgang Bosbach, der sich immer als aufrechter Kämpfer gegen Bevormundung inszeniert, der als einziger ehrlich seine Meinung sage.
Ihm ist es fast egal um welches Thema es geht, Hauptsache er kann sein Gesicht vor die Kameras bringen. Bosbach ist omnipräsent. Was Bosbach sagt, wird sofort weiterverbreitet.

Wolfgang Bosbach hat seinen Titel verteidigt. Im dritten Jahr hintereinander gelang es ihm, die Talkshow-Studios der Republik häufiger zu bespielen als jeder andere.

Die Talkshowredaktionen versagen aber nicht nur bei ihrer Gästeauswahl, sondern vor Allem mit ihrer Themensetzung.
WER hat ihnen eigentlich aufgetragen sich stets nach den Ängsten der zehn bis 20% Rechtsextremen in Deutschland richten zu müssen?
Es gäbe so viel mehr und wichtigere Themen.

Alle reden zurzeit dauernd und ausschließlich mit der AfD oder über die AfD, es ist fast schon eine Obsession: Es gäbe genug zu diskutieren, über den Klimawandel, TTIP, die globale Ungerechtigkeit, das Wesen des Kapitalismus, das Leiden der Menschen in Syrien, die Schönheit und den Schrecken des Islam oder auch nur die Zukunft der intelligenten Maschinen und den Platz des Menschen.
Aber im deutschen Panikmodus wird all das ignoriert - man ordnet sich dem Diskursgetrommel der Rechten unter, als habe man wirklich Angst, dass man sich sonst zum "Volksverräter" machen könnte. Rechte Ängste nimmt man eben ernster als linke Ängste.

Die Sonntags-Kolumne von Georg Diez über das Scheitern der Talkshow-Republik an der AfD ist so gut, daß ich es nicht dabei belassen will einzelne Sätze zu zitieren, sondern jeden bitte den vollständigen Text zu lesen.