Mittwoch, 18. Mai 2022

Der Großstadt-Mensch als soziales Wesen.

Es ist abscheulich Vergewaltigungen, antisemitische Vorfälle oder homophobe Attacken zu erfinden, weil das all die wahren Opfer mit-diskreditiert, Herr Smollett und Herr Ofarim!

Für meinen Geschmack, sind diejenigen, die sich in den sozialen Medien als Opfer psychischer Krankheiten beweinen lassen, oft genauso verwerflich.

In Psycho-, Depressionen- oder Angst-Gruppen auf Facebook und Twitter blasen sie Miniprobleme zu unlösbaren tragischen Geschehen auf, so daß man sie kaum erst nehmen kann. Dabei geraten die tatsächlich zunehmenden psychischen Erkrankungen in Misskredit.

Um das noch mal klar festzuhalten: Depressionen sind eine sehr ernste Erkrankung mit einer höheren Mortalität als manche Krebsart.

[….] Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2019 deutschlandweit 699 Menschen infolge einer depressiven Episode (ICD-10: F32). Insgesamt starben in diesem Jahr bundesweit 57.839 Personen infolge von psychischen und Verhaltensstörungen. [….]

(Rainer Radtke, 24.01.2022)

Die Dunkelziffer ist natürlich enorm; bei vielen Suiziden wird die medizinische Ursache gar nicht erkannt.

Insbesondere bei sehr alten Menschen werden solche Krankheiten kaum diagnostiziert, weil die Symptome vielen anderen Alterserscheinungen ähneln.  Bei professioneller Behandlung könnte man viel Leid ersparen.

In den Facebook-Jammergruppen heulen sich aber zu viele sozial inkompetente Spinner aus, die sich als Opfer betrachten, weil ihr Freund den Jahrestag vergessen hat oder die Mutter nicht zum Geburtstag angerufen hat. Wer das beobachtet, neigt umso eher dazu, bei nächster Gelegenheit einem Menschen, der wirklich an Depressionen, schweren Phobien oder Burnout leidet, zuzurufen, er solle sich einfach mal zusammenreißen. Damit verschärft sich der Leidensdruck für die wahrhaft Betroffenen und es wird noch schwerer für sie, sich Hilfe zu suchen.

Viele angebliche psychische Erkrankungen im Internet stellen sich als reine Beziehungsprobleme heraus, die aber nicht auf erwachsene Weise gelöst werden können, weil durch die elenden sozialen Medien jede kleine Verstimmung im Bett oder am Frühstückstisch, sofort online breitgetreten wird und mit Wein-Emojis bedacht wird.

Instagram, TikTok, Twitter und Co sorgen immer mehr für eine idealisierte Scheinwelt, in der alle Menschen (durch Filter) perfekt gestylt sind, makellose Haut haben und romantische Ideal-Beziehungen führen, in denen der Partner wie in einer Heile-Welt-Vorabendserie Valentinstags-Überraschungen zelebriert, nie mit seinen Kumpels saufen geht und überhaupt immer gute Laune hat.

Die virtuell vorgegaukelte Beziehungswelt bei Tinder, Grindr, Parship, Badoo, Elitepartner oder Lovescout24, bedingt den gewaltigen Nebeneffekt, daß jeder, der sich nicht in einer Bilderbuchbeziehung befindet, glaubt mit einem Makel zu leben. Denn der Freund, die Freundin, der Ehemann, die Ehefrau ist längst nicht mehr die/derjenige, den/die man liebt, sondern auch ein social-media-Statussymbol.

Der Beziehungsstatus wird jedem mitgeteilt. Kopulationen und sinnlose Vermehrungen werden öffentlich gefeiert, Trennungen bedauert und als Scheitern betrachtet. Mit Beziehungen und Kindern prahlt man auf Klassentreffen, 20, 30 oder 40 Jahre nach dem Abitur.

Wer dann „immer noch Single“ ist, muss eine Menge Getuschel über sich ergehen lassen.

Ich behaupte, daß eine geschiedene Ehe, eine getrennte Beziehung keineswegs ein Ausweis des Scheiterns ist.

Eine glückliche, erfüllende Beziehung wird nicht dadurch entwertet, daß sich die Partner nach 5, 10 oder 20 Jahren umorientieren.

Und eine nie geschiedene Ehe kann gewaltig scheitern, wenn sie aus Routine besteht, äußeren Zwängen gehorcht oder die Partner an der Entwicklung hindert.

Tatsächlich sind Beziehungen oft eine Frage der finanziellen Möglichkeiten.

Es ist billiger, sich zu zweit, zu dritt, zu viert eine Wohnung zu teilen. Geschlechtsverkehr ist bequemer zu bekommen, wenn man sich „Paar“ nennt und an so etwas wie Hauskauf oder Fortpflanzung kann man nur in Ausnahmefällen ganz allein denken. Dazu gehört viel Selbstbewußtsein und auch Geld.

 

Je elender die Zeiten, je niedriger das Einkommen, desto stärker der Zwang zur Beziehung. Zudem sind feste Partnerschaften und eigene Ableger nach wie vor eine (trügerische) Absicherung für das eigene Alter.

Wir fallen in der Regel nicht mehr zeitgleich mit der Verrentung tot um, sondern haben ob der enormen medizinischen Fortschritte noch weitere 30 Jahre vor uns, in denen wir zunehmend unselbstständig werden, versorgt werden müssen, ein Hilfsnetz zu etablieren haben.

Nimmt man aber die Zwänge zur Beziehung weg, weil die Menschen in einer reichen Stadt wie Hamburg genug verdienen, um sich allein eine Wohnung leisten zu können oder als Single ein funktionierenden Freundeskreis zu schaffen, der oft verlässlicher als Familienbande sind (Verwandte kann man sich nämlich nicht aussuchen!), passiert etwas Erstaunliches:
Der kultivierte Homo Sapiens strebt nach Autarkie, möchte gar nicht Bett und Tisch mit festen Regeln teilen, sondern seinen eigenen Haushalt haben, in dem er/sie/es frei den Alltag gestaltet.

[…] Single-Haushalte machen in Hamburg mehr als 50 Prozent aus […] Rund 1,04 Millionen Haushalte gab es im vergangenen Jahr in der Hansestadt. Davon waren knapp 570.000 Haushalte - also 54,4 Prozent - Einpersonenhaushalte. […] Guckt man in die Stadtteile, fällt auf, dass der Anteil der Single-Haushalte in den zentral gelegenen und dicht besiedelten Gebieten besonders hoch ist. Unter anderem in Dulsberg, Barmbek-Nord und -Süd, St. Pauli, Billbrook und Neustadt traf dies 2021 auf mehr als zwei Drittel aller Haushalte zu. Prozentual am wenigsten Single-Haushalte gibt es unter anderem in Lemsahl-Mellingstedt, Wohldorf-Ohlstedt und Duvenstedt. […] In fast jedem fünften Hamburger Haushalt - bei 18,1 Prozent liegt der Anteil - leben Kinder. […]  In Borgfelde, St. Georg, Dulsberg, Barmbek-Nord und -Süd und in Neustadt lag der Anteil bei jeweils unter zwölf Prozent. […]

(NDR, 17.05.2022)

Klar, wer es sich partout nicht anders leisten kann, muss in einer wie auch immer gearteten Wohngemeinschaft leben.

Sobald es finanziell aber möglich ist, überwiegen die Vorteile allein zu leben.

Gerade weil man in den eigenen vier Wänden nicht dauernd gezwungen ist Kompromisse zu machen, sich nicht über offene Zahnpasta-Tuben im Bad, Haare im Ausguss oder angeschnittene Fingernägel im Bett ärgern muss; weil man keine ekeligen Dinge im Kühlschrank haben muss, die der andere aber so gern isst, weil man nie gräßliche Musik oder uninteressante Sportsendungen gucken muss, bleibt einem viel mehr Energie und Zeit, die man in Freundschaften investieren kann.

Ich behaupte, Singles sind sozialer und hilfsbereiter, spendabler und kommunikativer als in Beziehungen verhaftete Menschen.


 

Dienstag, 17. Mai 2022

Lindners Déjà-vu

Das war was, als Spaßparteichef Guido Westerwelle im Jahr 2009 den erst 30-Jährigen Christian Lindner zum Bundesgeneralsekretär machte. Immerhin hatte die FDP gerade erst fast 15% bei der Bundestagswahl geholt, stellte fünf Minister in der schwarzgelben Koalition und war nun Regierungspartei der viertgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. Klein Lindi schien zwar eben erst dem geliehenen Mercedes und der Kuh-Krawatte entwachsen, war aber schon als 16-Jähriger der Partei der Besserverdienenden beigetreten, von 1996 bis 1998 Landesvorsitzender der Liberalen Schüler NRW, ab 2001 Landtagsabgeordneter in NRW, sowie ab 2004, 25-Jährig, FDP-Landesgeneralsekretär.

Mit 18 Jahren arbeitete der Schrecken der Schwiegermütter als selbsternannter „Unternehmensberater“, kaufte mit 19 Jahren seinen ersten Porsche, stieg in den privaten Stromhandel ein und gründete die Internetfirma Moomax GmbH.

Unternehmerisch gab er den Trump ohne reichen Papi. Alles was er anfasste, ging Pleite, es fehlte nur der Milliardär-Papi, der ihn raushaute.

Im Jahr 2000 setzte er Millionen mit seiner Totgeburt-Firma MOOMAX in den Sand und brummte die Schulden einfach der KfW-Bank auf.

Daher das zweite Standbein Politik, in der er das Großsprechertum der Guidomobil-Ikone Westerwelle schon als Teenager perfekt adaptiert hatte: „Probleme sind nur dornige Chancen“ und er wolle im Gespräch überzeugen „durch Kompetenz, die nicht akademisch domestiziert ist“. Welcher gestandene Unternehmer würde nicht liebend gerne seine Firma in die Hände eines Schülers in Leih-Limousine mit solchen Sprüchen legen? Absolut eigenartig, daß Lindi nicht zum zweiten Roland Berger aufstieg.

Solche Typen kommen natürlich an, in der Partei der hepatitisgelben Besserverdiener. Akademische Bildung ist dort ohnehin nicht notwendig, da es nur um Populismus und Rudimente von Wirtschaftspolitik geht.

Der Markt regelt alles, Steuern senken, Transferleistungen abschaffen, freies Unternehmertum, Trickle Down und das tun, was die 100 reichsten Männer der Republik von einem wünschen. Sozial- oder Klimapolitik ist nur was für Memmen.

Lindner musste sich nie ändern. Als Teenager mit Kuhkrawatte, als Generalsekretär-Twen und als über 40-Jähriger Bundesparteichef setzte er konstant auf die Westwellesche Voodoo-economics: Steuern senken, Verschuldung senken und gleichzeitig den Etat sanieren.

Der kleine Schönheitsfehler ist nur: In der echten Realität funktioniert es nicht, mehr wegzugeben und gleichzeitig mehr übrig zu behalten.

Die oppositionelle Politik der Forderungen und Versprechen, ohne zu erklären, wo das Geld herkommen soll, funktioniert in der Regierungsverantwortung natürlich nicht.  Da gibt es immer brutale Kollisionen mit der Wirklichkeit.

Aber für den Fall entwickelte Lindner die Strategie des Schnell-Wegrennens. So wie er sich aus dem Staub machte, als seine Firmen pleitegingen, macht er sich auch stets aus dem Staub, wenn die FDP regierte oder kurz vorm Regieren stand. Offenbar ist er klug genug, um zu verstehen, daß die FDP-Voodoonomics für den Wahlkampf taugen, aber in der praktischen Politik nutzlos und kontraproduktiv sind.

(….) Lindner wollte die Sondierungen [2017 zu Jamaika] von vorn herein gegen die Wand fahren lassen; suchte nur nach einem Vorwand.

[….] So wirkte es in der Tat. Christian Lindner hatte ein vorgeschriebenes Statement parat, es gab Sharetags im Internet, die quasi zeitgleich mit dem Abbruch der Gespräche verbreitet wurden. Aber es ist jetzt auch egal, ob die FDP am Sonntagabend oder schon vor drei Wochen entschieden hat, Jamaika scheitern zu lassen. [….]

(Robert Habeck in der FAZ, 20.11.17)

32% der Bundesbürger geben laut ARD-Umfrage Christian Lindner die Schuld. Noch mehr sind es laut SPON-Umfrage. Mehrheit sieht FDP-Entscheidung kritisch. Eine eigentümliche Koalition aus CSU, Grünen und CDU, die mit wütend bebenden Fingern auf die FDP zeigt. Das sei eine gut vorbereitete Spontanität, mit der die FDP sich vom Acker gemacht habe, merkte CDU-Vizin Klöckner an. Linders Flucht vor der Verantwortung wächst sich zu seinem Hauptcharaktermerkmal aus. Schon im Jahr 2000 nach seiner Moomax-Pleite lief Lindner weg und stand nicht für sein finanzielles Desaster gerade.

 [….] Unter dem Motto „Leistung muss sich wieder lohnen“ hatte der blutjunge Lindner nach seinem Landtagseinzug 2000 mit seinem Bekannten Hartmut Knüppel am 29.Mai 2000 die Internet-Firma „Moomax“ gegründet.   Das Internet boomte und der schlaue Lindner wollte ein großes Stück vom Kuchen.  Er brachte 30.000 Euro Eigenkapital auf  und holte sich weitere 1,2 Millionen Euro von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Erfolg war rekordverdächtig.  In nur 18 Monaten hatte Lindi das gesamte Kapital verbrannt.

[….] Das ganz dolle Team "von Informatikern, Drehbuchautoren, Psychologen, Linguisten, Journalisten und Betriebswirten" wird sich jetzt wohl was anderes suchen müssen, weil der Markt für Avatare, offen gesagt, ziemlich tot ist. [….]

(boocompany.com14.12.2001)

Knüppel und Lindner wurden gefeuert. Der Staat blieb auf den 1,2 Millionen Linder-Miesen sitzen, für seine Eselei blecht nun der Steuerzahler und Lindner machte Karriere in der Marktwirtschaftspartei FDP.  [….] Lindner gründete noch die zunächst als knüppel lindner communications gmbh firmierende Unternehmensberatung Königsmacher GmbH, die er auch sofort in den Sand setzte.

[….] Was Parteichef Andreas Pinkwart als "Achterbahnfahrt der New Economy" beschrieb, ist für Lindner peinlich. Seine Internet-Firma Moomax GmbH ging nach 17 Monaten mit dem Neuen Markt unter. Dabei verflüchtigten sich weit über eine Million Euro öffentlicher Fördergelder. Andere Lindner-Firmen, wie die Unternehmensberatung "die Königsmacher GmbH", kamen erst gar nicht gut genug in Gang, um so viel Geld verbrennen zu können.

(SPIEGEL13.12.2004)

Immerhin brachte es der Porsche-fahrende Zivildienstleistende durch seine politischen Verbindungen bis zum Luftwaffen-Hauptmann der Reserve! 

[….] Die Beförderung zum Hauptmann erfolgte im September 2011 durch den Verteidigungsminister de Maiziere persönlich.  Freunde muß man haben. Politisch war Lindner bekanntlich ähnlich erfolgreich! Unter seiner inhaltlichen Führung als FDP-Generalsekretär surrte die FDP von 15% auf 4% zurück. [….]

(Des Wahnsinns fette Beute, 08.04.2012)

2011, als die schwarzgelbe Bundesregierung strauchelte, die er 2009 mitorganisiert hatte, lief er weg, warf sein Generalsekretäramt hin.

Als die FDP bei der Nordrheinwestfälischen Landtagswahl am 14.05.2017 in Lindners Heimatbundesland sagenhafte 12,6% errang und sich zur allgemeinen Überraschung eine komplette Ablösung von RotGrün ergab, lief Lindner wieder weg, wollte als Landtagsfraktionsvorsitzender keinesfalls ein Ministeramt übernehmen oder der Regierung angehören.

Landtagswahl in Niedersachsen am 15.10.17, die SPD schneidet überraschend gut ab, aber ganz knapp reicht es nicht für Rotgrün. Um die verhasste Groko zu vermeiden, möchte die amtierende rotgrüne Minderheitsregierung eine Ampel mit der FDP bilden. Lindners Jungs laufen wieder weg, entziehen sich der Verantwortung, wollen um keinen Preis in eine Regierung eintreten.

Und nun, am 19.11.17 kurz vor Mitternacht, man hatte sich fast mit Union und Grünen geeignet, steht Lindner wortlos auf und läuft weg. Der Hepatitisgelben mutieren von der Partei der Besserverdienenden über den Status der Null-Themenpartei zur Eskapismuspartei.

 Lindner geht es um - Lindner

FDP-Chef Christian Lindner hat sich aus der Verantwortung gestohlen und leichtfertig mit Grundsätzen deutscher Politik gebrochen. […..]

 (Antje Sirleschtov, Tagesspiegel, 20.11.17)

(FDP, die Eskapisten, 20.11.2017)

Weglaufen macht Sinn, wenn man nicht regieren kann. Es ist wenig überraschend, daß einer konzeptlosen Altherren-Klientelpartei, deren Beitrag zu den Koalitionsverhandlungen eine einzige Njet-Orgie war (kein Tempolimit, kein Bürgergeld, keine Maskenpflicht, keine Impfpflicht, kein Ende der Privatversicherungsprivilegien, keine Vermögenssteuer, keine höhere Erbschaftssteuer, kein höherer Spitzensteuersatz), das Regieren nicht bekommt.

Saarland 2009: FDP gewinnt 9,2%, geht ein Jamaika-Bündnis ein, scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß CDU-MP Kramp-Karrenbauer, die Koalition vor dem nächsten Wahltermin aufkündigt. Bei den Neuwahlen 2012 pulverisiert sich die FDP auf 1,2%.

Bund 2009: FDP gewinnt 14,6%, geht ein schwarzgelbes Bündnis ein, scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß Chef Westerwelle abtritt, General Linder hinwirft. Bei den nächsten Wahlen 2013 pulverisiert sich die FDP auf 4,8%.

Schleswig-Holstein 2017: FDP gewinnt starke 11,5%, geht ein Jamaika-Bündnis ein, scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß sie bei den nächsten Landtagswahlen 2022 pulverisiert bei nur noch 6,4% aufschlägt und nicht mehr gebraucht wird.

NRW 2017: FDP gewinnt starke 12,6%, geht ein schwarzgelbes Bündnis ein, scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß sie bei den nächsten Landtagswahlen 2022 pulverisiert bei nur noch 5,9% aufschlägt und die alte Koalition Geschichte ist.

Es ist deutlich ein Muster: Die FDP hat außer lauten Sprüchen nichts zu bieten. Für die Opposition und Wahlsiege reicht das. Wenn sie sich aber in praktischer Politik als Regierungspartei beweisen soll, geht es ganz schnell drastisch hinab, weil der Urnenpöbel nun doch bemerkt, was für windige Hallodris die Hepatitisgelben sind. Christian Lindner war daher auch kein Fand der Ampel. Er ahnte; wenn erst einmal der Focus der Öffentlichkeit auf dem Handeln ihrer Minister liegt, geht es bei den nächsten Wahlen wieder drastisch bergab. Regieren bekommt der FDP ganz und gar nicht.

[…] Am Montagmittag, nach der Wahl, meldet sich Johannes Vogel. Auf die Frage, wie es so geht, sagt der FDP-Parteivize am Telefon: "Politisch gab's geilere Tage." Dass seine Partei 100 000 Wähler an die Grünen verloren hat, beschäftigt ihn, genau wie die Frage, warum die FDP zuletzt so schlecht abschnitt, egal in welcher Regierungskonstellation.  […]

(Constanze von Bullion und Henrike Roßbach, 17.05.2022)

Viele Beobachter, auch ich, wunderten sich, als die FDP 2021 bei der Bundestagswahl zweitstärkste Kraft bei den Erstwählern wurde. Was finden 18-Jährige an Lindner und seinen Seifenblasensprüchen, die so offensichtlich substanzlos sind?

Die Antwort ist, daß die ganz Jungen mangels Erfahrung alle Parteien für gleich glaubwürdig halten. Sie wissen noch nicht, daß Lindner nur ein politisches Soufflee ist, welches sich in der Hitze des Wahlkampfs fürchterlich aufbläst, dem aber sofort alle Luft einweicht, wenn man einmal anpikst.

Lindner kennt das Drama  schon aus der Bundesregierungszeit von 2009 bis 2013. Mal sehen, wann er wieder die Beine in die Hand nimmt und sich aus dem Staub macht.

[….] Die Beteiligung an der Bundesregierung, so argumentierten Parteistrategen, werde den Liberalen genug öffentliche Aufmerksamkeit bescheren. Und Wählerinnen wie Wähler würden solide Regierungsarbeit honorieren - in der Finanzpolitik, vor allem aber bei der gesellschaftspolitischen Modernisierung des Landes.  So lautete der Plan, von dem sich Parteichef Christian Lindner auch bei der Wahl der Ressorts in Berlin leiten ließ. Drei Landtagswahlen später aber ist die FDP krachend in einer Realität aufgeschlagen, in der sie wieder gefährlich nahe an der Fünf-Prozent-Hürde liegt (Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen) oder nicht mal ins Parlament einzieht (Saarland).  [….]

(Paul-Anton Krüger, 16.05.2022)

Montag, 16. Mai 2022

Massenmord-Paten

Die USA sind berühmt für ihre exorbitant vielen mass-shootings.


Die Gründe dafür sind bekannt; dazu gehört natürlich zu allererst der Waffenwahn der Republikaner und der Unwille des amerikanischen Volks diese Irren abzuwählen.

Das wollen sie nicht, weil sie ihre Knarren so sehr lieben, daß sie ein paar Myriaden Opfer jedes Jahr achselzuckend in Kauf nehmen.

[…] The first four months of U.S. gun violence in 2022, as of May 2nd:

•6,296 gun deaths

•11,653 gun injuries

•173 mass shootings

•325 children shot

•1,480 teenagers shot

•360 incidents of defensive gun use

•467 unintentional shootings

~8,052 suicides [CDC estimate] […]

(Gun Violence Archive, 03.05.2022)

Es ist wie so oft in den USA, wenn diese Schrecklichkeiten, wie nun auch mit dem Abtreibungsrecht, passieren:

Einerseits möchte man sein Mitleid nicht mehr bemühen, weil all das so ewig lange bekannt ist und die vollkommen verblödeten Amis tumb immer wieder die rechtsradikalen Hass-Politiker wählen, die für diese Zustände sorgen, oder, fast noch schlimmer, sich aus Bequemlichkeit nicht aufraffen können, gegen sie zu wählen.

Andererseits trifft es natürlich auch immer wieder Opfer, die persönlich nicht für Waffen und GOP eintraten.

Bei den Massenerschießungen zeichnet sich immer deutlicher ein Muster ab: Rechtsradikale, weiße Rassisten und Trump-Fans werden von FOX, AON; Newsmaxx und vielen republikanischen Kongresspolitikern mit „the great replacement“-Verschwörungstheorien angestachelt, bewaffnen sich bis an die Zähne und ziehen los, um Schwarze, Juden, Muslime oder Schwule zu ermorden.

[….]  Offiziell bezeichnet das FBI die Schießerei in einem Supermarkt in der amerikanischen Stadt Buffalo am Samstag als ein "Hassverbrechen" - ein Massenmord, motiviert durch den Hass eines Weißen auf Schwarze. Man könnte das Massaker allerdings auch anders nennen: rechtsradikaler, rassistischer Terrorismus. Das Attentat, das mutmaßlich der 18 Jahre alte Payton G. am Wochenende verübte, und bei dem zehn Menschen starben, war geplant und vorbereitet, es traf wehrlose Menschen, die ihre Wochenendeinkäufe erledigten, und die nur wegen ihrer Hautfarbe zum Ziel wurden.  Zudem hatte der Angriff nach Angaben der Polizeibehörden wohl einen politischen Hintergrund: Der Schütze übertrug seine Tat nicht nur live ins Internet, er hatte offenbar zuvor eine Art Manifest im Netz veröffentlicht, in dem er sich selbst als rechtsextrem, rassistisch und antisemitisch bezeichnete. In dem Schriftstück rechtfertigte er den Angriff damit, dass Weiße sich gegen das sogenannte "Great Replacement" wehren müssten.

Dieser Begriff ist Kern einer in rechtsradikalen Kreisen verbreiteten Theorie, nach der linke, kosmopolitische Eliten die weiße Bevölkerung in Nordamerika und Europa durch Schwarze oder Einwanderer aus dem Süden "ersetzen" wollen. In Deutschland verwenden Anhänger dieser Theorie Begriffe wie "Umvolkung". In den USA findet die Theorie bis weit ins normale konservative Lager hinein Zustimmung. [….] G., der bisher polizeilich nicht aufgefallen war, stellte seine Tat damit in eine Reihe mit anderen ähnlichen Anschlägen, die Rechtsterroristen in den vergangenen Jahren verübt hatten - der Angriff auf schwarze Kirchgänger in Charleston, South Carolina, im Jahr 2015, die Schießerei in einer Synagoge in Pittsburgh im Jahr 2018, das Massaker in einem Walmart-Supermarkt in El Paso, Texas, bei dem 2019 ein weißer Schütze vor allem Latinos tötete, sowie der Überfall eines rechten Attentäters auf eine Moschee in der neuseeländischen Stadt Christchurch im gleichen Jahr. [….]

(Hubert Wetzel, 16.05.2022)

FOX-Star Tucker Carlson, oder QTrumpliKKKan Elise Marie Stefanik, die vor genau einem Jahr am 14. Mai 2021 Liz Cheney als Republican Conference Chair ersetzte, könnten sich theoretisch für die mörderische Massengewalt gegen Schwarze schämen, aber dafür müssten sie über einen Funken Anstand verfügen und das ist selbstverständlich nicht der Fall bei diesem völlig verkommenen lügenden Abschaum.

Für dieses braune Pack ist Lügen längst zum Kern ihrer Natur geworden, so wie sie es von ihrem Idol Donald Trump gelernt haben. Die abscheuliche Rassistin Stefanik lieferte die geistige Munition für den 18-Jährigen Massenmörder von Buffalo.

[….]  Rep. Elise Stefanik (R-N.Y.), the No. 3 House Republican, and other GOP lawmakers came under scrutiny Sunday for previously echoing the racist “great replacement” theory that apparently inspired an 18-year-old who allegedly killed 10 people while targeting Black people at a supermarket in Buffalo.

    A series of Facebook ads published in September 2021 by Stefanik’s campaign committee that charged that Democrats were allowing undocumented immigrants into the United States as a ploy to outnumber, and eventually silence, Republican voters.

    “Radical Democrats are planning their most aggressive move yet: a PERMANENT ELECTION INSURRECTION,” reads one of the ads, which shows a reflection of migrants in sunglasses Biden is wearing. “Their plan to grant amnesty to 11 MILLION illegal immigrants will overthrow our current electorate and create a permanent liberal majority in Washington.” […]

(Washington Post, 16.05.2022)

Bei den Kongresswahlen im November wäre alles andere als ein Durchmarsch von Stefaniks Nazi-Partei eine riesige Überraschung.

[….]  Weekly Mass Shooting Update: There have been 33 American mass shootings [4+ shot, not including the shooter] in the first half of May, bringing 2022's total to 202.

January: 34

February: 36

March: 42

April: 57

May: 33

There were 205 mass shootings by this date last year.  [….]

(The Gun Violence Archive, 16.05.2022)

Die Amis wollen es so.

Sonntag, 15. Mai 2022

Krise kann auch geil sein

Die größte Krise der Welt, ist die Klimakrise. Es folgen die Corona-Pandemie mit von der WHO ermittelten 15 Millionen Toten weltweit und der Ukraine-Krieg, der sich immer noch zu einem Welt- oder gar Atom-Krieg ausweiten könnte und damit das Ende der Menschheit noch schneller als die Klimakatastrophe einläuten könnte.

Auf nationaler Ebene beschäftigt uns gegenwärtig nach der 16 Jahre lang von Angela Merkel und der CDU verschlafenen Energiewende, die fatale Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen. Noch in den letzten Jahren verkaufte Merkels CDU-Lieblingsminister Altmaier deutsche Gasspeicher an Putins Gazprom.

Das zweite nationale Megaproblem stellt die nach 16 Jahren ununterbrochener CDU/CSU-Kontrolle völlig heruntergewirtschaftete, nicht mehr einsatzfähige Bundeswehr dar. Drittens hinkt Deutschland dem Rest Europas bei der Digitalisierung mindestens zehn Jahre hinterher, weil es mit den zuständigen CDUCSU-Figuren Oettinger, Ramsauer, Dobrindt, Scheuer und Bär hoffnungslos überforderte Provinzler die deutsche Zukunft ruinieren ließ.

Das Beharren der CDU-Uraltherren Schäuble und Bouffier auf Kanzlerkandidat Armin Pannen-Laschet, stellt sich nun als enormes Glück für Friedrich Merz heraus.

Die Verantwortlichen für das multimorbide Deutschland des Jahres 2022 sind schon vergessen. Die sich jetzt in der Opposition befindliche Union schiebt die Schuld Olaf Scholz und der Ampel in die Schuhe.

Pech für den Nordrheinwestfalen und FDP-Chef und Bundesfinanzminister Lindner, der vorher noch nie ein Regierungsamt bekleidete, aber den Mund dafür umso voller nahm: Er werde für solide Finanzen sorgen, den Superreichen die Steuern senken und Ausgabendisziplin einhalten.

Aber dann kam ihm die lästige Realität in die Quere und so macht er als Regierungsmitglied tatsächlich etwas Richtiges, nämlich das Gegenteil dessen, das er als vorheriger Oppositionspolitiker versprochen hatte: Drastische Mehrausgaben mit Geld, das er sich „aus der Zukunft leiht“.

Pech für die FDP auch ihr seit drei Monaten omnipräsentes Mediengesicht Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die konservative, katholische Waffennärrin ist Vorsitzende des Verteidigungsausschusses und piesackt den SPD-Kanzler mit immer neuen Maximalforderungen nach militärischem Engagement in der Ukraine. Die Nordrheinwestfälin war zuvor unter anderem Bürgermeisterin in ihrer Geburts- und Landeshauptstadt Düsseldorf.

Das gab einen heftigen Denkzettel bei der heutigen Landtagswahl in Nordrheinwestfalen: Sieben Prozentpunkte Verlust für die FDP und Rücksturz auf einen Wert knapp oberhalb der 5%-Hürde.

Hendrik Wüst mit seinem Kabinett aus den heftig angeschlagenen offenkundig nicht amtsfähigen Mallorca-Partyministern, musste nur die von der Fahne gesprungenen ehemaligen schwarzgelben FDP-Wähler auffangen und konnte so die CDU zur deutlich stärksten Partei machen.

Aber die absoluten Krisengewinnler sind die beiden Grünen Minister Annalena Baerbock, die als resolute Außenministerin zwar offensichtlich gut mit ihrem Kanzler zusammenarbeitet und an einem Strang zieht, aber während er hinter den Kulissen die unangenehmen Jobs, wie die Telefonate mit Putin, Xi oder Erdoğan erledigt, bleiben für Baerbock die sehr pressewirksameren öffentlichen Auftritte der internationalen Reisediplomatie.

Aber ein Amt überstrahlt alles, darin manifestieren sich Ostern, Weihnachten, Silvester und Geburtstag in einer Person: Robert Habeck.

Er steht für die Abkehr von der bisherigen bräsigen Russengas-Energiepolitik des CDU-Urgeisteins Altmaier, er ist als Wirtschaftsminister zuständig für all die Teuerungssorgen seiner Untertanen und sein grüblerisch-philosophisch Metaphern-reitendes Wesen passt perfekt zu dieser Megakrise, die alle Gewissheiten umwirft und nur noch Entscheidungen zwischen beschissenen und noch viel beschisseneren Lösungen zulässt.

Es liegt in der Natur dieser komplexen Gemengelage, daß die Außenministerin und der Energie-Wirtschafts-Vizekanzler im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Da beide Amtsinhaber ihre Sache auch tatsächlich gut machen, stehen Habeck und Baerbock zusammen an der Spitze des Beliebtheitsrankings.

Beide sind Grüne und das urgrüne Megathema Klima/Energie dominiert nicht nur ohnehin das politische Geschehen; es ist auch für die meisten Deutschen offensichtlich, daß Grüne Positionen diesbezüglich richtig und die Merkel-Politik völlig falsch war.

Die SPD hingegen besetzt, wie so oft, die undankbareren Ministerien, in denen man entweder wie Lauterbach für schlechte Nachrichten zuständig ist, oder wie Lambrecht einen nahezu unaufräumbaren Sauhaufen vor die Füße gekippt bekommen hat oder wie Heil mit so massiven Existenzsorgen der Bürger konfrontiert ist, daß man trotz aller Bemühungen immer Enttäuschte hinterlassen muss.

Hendrik Wüst hatte heute großes Glück und freut sich sehr. Die CDU-Spindoktoren Spahn und Czaja rotieren schon, um jedem zu verdeutlichen, daß nur die CDU, die nächste Landesregierung in Düsseldorf anführen kann.

Tatsächlich sind es aber die Grünen und nicht zuletzt, die ehemaligen Parteichefs Baerbock und Habeck, die da ein großes Wort mitreden werden.

Beide gelten nach wie vor als besonders Oliv. Sie bevorzugen eigentlich Schwarzgrün mit starken Grünen. Eine Wüst-Neubaur-Koalition wäre einfach zu bilden und hätte eine breite Mehrheit.

Uneigentlich brächte das aber enorme Unruhe in die Bundesampel, SPD und FDP wären vergrätzt und im Bundesrat würden weiterhin wichtige Stimmen fehlen, um so etwas wie das Neun-Euro-Ticket umzusetzen. Zudem gibt es in dem eher linken NRW-Landesverband der Grünen eine deutliche Präferenz für eine Koalition mit der SPD. Spitzenkandidatin Mona Neubaur könnte mit ihren 18% aus dem SPD-Mann Kutschaty mehr Ministerämter als aus Wüst herausschlagen.

[…] Für Schwarz-Gelb reicht es nicht mehr, Rot-Grün balanciert an der Kante zur Mehrheit. Schwarz-Grün, so sieht es nach den ersten Hochrechnungen aus, ist die naheliegende Regierungskoalition. Die Grünen können von Wüst nun so ziemlich alles verlangen, was sie wollen – sie haben nämlich eine Alternative. Denn auch eine Ampel wäre rechnerisch möglich – und mächtige Bundes-Grüne könnten ein Interesse an Rot-Grün-Gelb auch in Düsseldorf haben, schließlich hätte die Ampel damit gleich mal sechs Stimmen im Bundesrat. Die Grünen sind der eigentliche Wahlsieger. […]

(Spon, 15.05.2022)

Samstag, 14. Mai 2022

Renovabis wusste natürlich gar nichts

Weltweit sind Myriaden katholische Geistliche sexuell übergriffig; missbrauchen Hunderttausende Minderjährige. Daran gibt es keine Zweifel.

Die Gründe, weswegen im Vergleich zu anderen religiösen Figuren, katholische Priester weit überdurchschnittlich häufig Sexualstraftäter sind, kennen wir ebenfalls nur zu gut: Den Zölibat.

Wir wissen ferner, wieso so exorbitant viele Mönche, Vikare, Priester, Monsignores und Bischöfe pädosexuell- oder ephebosexuell gewalttätig werden, statt Erwachsene zu molestieren: In der Priesterausbildung wird Sexualität inklusive Masturbation so unterdrückt und tabuisiert, daß katholische Geistliche in ihrer sexuellen Entwicklung selbst auf dem Stand eines Kindes, oder Pubertierenden stehen. Außerdem begünstigt die enorm hierarchische Struktur der katholischen Kirche „Interaktionen“, in der Priester von einer Machtposition aus agieren. Sie kennen nicht die Gefühle zwischen Gleichgestellten und dominieren lieber ein Kind.

Schließlich; ist es ebenso einfach zu erklären, weswegen katholische Geistliche viel mehr Jungen als Mädchen belästigen: Die Misogynie der katholischen Lehre, die klinische frauenfreie Atmosphäre, begünstigt homoerotische Gedanken. Außerdem locken christliche-homophobe Überzeugungen überdurchschnittlich viele Schwule ins Priesterseminar, weil sie dort das einzige Refugium finden, in dem sie ob des Zölibats nicht schief angesehen werden, wenn sie nie eine Beziehung zu einer Frau anfangen.

Wir wissen ganz genau, was die RKK zu einem ephebosexuellen Missbrauchssumpf macht und wir wissen auch eindeutig, daß die Papstkirche nicht bereit ist, diese Strukturen zu ändern und damit offiziell akzeptiert, daß ihre 400.000 männlichen Geistlichen eine weltweite Gefahr für Kinder sind.

Zum Unglück für die Katholische Kirche, wird in Westeuropa und Nordamerika genauer hingesehen. Nicht gerade von der deutschen Regierung, aber andere Regierungen, wie die in GB, Irland, Holland, Frankreich oder Kanada schon.
Das ständige Kinderfi**en führt zu massiven Imageproblemen der RKK. Das wäre noch verkraftbar für die 2000 Jahre alte Männer-Kirche, aber mit den Austritten in den größten Zahler-Nationen USA und Deutschland, sinken die Einnahmen des Vatikans und im Gegensatz zu Kinderseelen, ist das Kirchliche Vermögen den Kurialen ausgesprochen wichtig.

Daher etabliert sich nun mehr und mehr die Methode, besonders auffällig sadistische Wiederholungs-Kinderfic**r unter den westeuropäischen und nordamerikanischen Priestern nach Afrika oder Osteuropa abzuschieben, wo die Menschen frommer sind, die Rechtsstaatlichkeit weniger entwickelt ist und somit für die Päderasten in Soutane eine bessere Chance besteht, Kinder zu quälen, ohne Ärger mit der Staatsanwaltschaft zu bekommen.

Vor 30 Jahren konnte der Deutschen Lieblingskardinal Lehmann noch gezielt Kinderf**ker nach Deutschland holen.

(….) Der langjährige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann hat es offenbar vorgemacht, indem er gar aus dem Ausland Pädophile in sein Bistum holte und sie im Schnellverfahren zu Priestern machte.
Im Mai 1992 war im Schweizerischen Polizeianzeiger ein Haftbefehl der Kantonspolizei Freiburg gegen einen kinderbefummelnden Mann ergangen. Zeugen haben von "Griffen an die Genitalien" berichtet. An dem Freiburger Gymnasium, wo er als Deutschlehrer tätig war, hatten betroffene Schüler in großen Lettern "Orat et masturbat" und "Master of masturbation" auf die Fassade geschrieben.
DIESEN Mann, der nach Informationen des SPIEGEL in der Schweiz wegen des Verdachts auf "Unzucht mit Kindern" zur Fahndung ausgeschrieben war, bat Kardinal Lehmann nach Mainz wo er einen 12-Monatigen Schnellkurs im Priesterseminar belegte.
Nach dem was man inzwischen über Vorgänge in Priesterseminaren weiß – St. Pölten läßt grüßen – ist es nicht verwunderlich, wie schnell sich der Kinde**icker unter Katholiken wohlfühlte.
Im Oktober 1992 wurde er Diakon und dann 1993 vom Kardinal persönlich zum Priester geweiht. (…)

(Tammox 20.04.2008)

Heute müssen sie eher von Europa aus weg ins Ausland.

[….] Die spanische katholische Kirche fällt im Rahmen der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen immer wieder besonders negativ auf. Vertuschung, Schweigegeld für Opfer, Schutz der Täter vor Behörden und vieles mehr wurde und wird aufgedeckt. Was schon jetzt nach einem besonders dick aufgetragenen Fortsetzungs-Krimi klingt, steigert sich noch. Hat die spanische katholische Kirche doch ihre Pädophilen sogar ins Ausland verschoben.  El Pais, eine spanische Tageszeitung, hatte in den letzten Wochen und Monaten immer wieder bezüglich des Missbrauchs Minderjähriger durch kirchliche Würdenträger recherchiert und dabei unglaubliche Fälle zutage gefördert. Da wurde vertuscht, den Opfern Schweigegeld gegen einen Vertrag angeboten, Priester in eine andere Gemeinde oder ein anderes Bundesland versetzt und äußerst unwillig mit Behörden und Öffentlichkeit zusammengearbeitet.

Nun hat El Pais die Fälle von 18 Priestern untersucht, die ursprünglich aus Spanien stammen, aber im Ausland des Missbrauchs Minderjähriger überführt wurden.   Dabei zeigte sich, dass einige von ihnen bereits in Spanien wegen Missbrauchs angezeigt und teilweise sogar verurteilt worden waren, durch ihre Kirche aber ins Ausland geschickt wurden. Im konkreten Fall wurden spanischstämmige Beschuldigte in Chile, Ecuador, Peru, Bolivien, Venezuela, Honduras, den vereinigten Staaten von Amerika, Benin und Kenia aufgespürt. Wie viele Fälle es insgesamt gibt, konnte das Medium nicht recherchieren. Unter anderem auch wegen der Unwilligkeit der Kirche zur Unterstützung. [….]

(Hella Carmago, 13.12.2018)

Das Horrorbistum Trier schickte eine seiner Kinder**cker über das Hilfswerk Renovabis in die Ukraine.

Renovabis [….] wurde 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken gegründet, um ein Aufleben der Kirche und ihrer caritativen Arbeit in der ehemaligen Sowjetunion zu unterstützen. Laut Bistum Trier hat der Priester den Einsatz in der Südukraine schließlich "selbst angeregt", heißt es in der "Süddeutschen Zeitung". Daraufhin ging er über Renovabis als Auslandsseelsorger in das südukrainische Cherson – und missbrauchte dort erneut Kinder.  [….]

(BR, 13.05.2022)

Bischof Ackermann hat wirklich Glück über keinerlei Schamgefühl oder menschlichen Anstand zu verfügen, anderenfalls müsste er sich nun als RKK-Chef in Trier abgrundtief schämen. Und auch Renovabis verfügt über das Ackermannsche Teflon-Gemüt. Man sei völlig ahnungslos.

[….] Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis beteuert: Wir haben nichts gewusst. Doch das ist offenbar nicht die ganze Wahrheit. [….] V. kümmert sich in Cherson unter anderem um Straßenkinder.  Was vor Ort in der Ukraine niemand weiß: V. ist vorbestraft wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern. In Cherson missbraucht er erneut mindestens zwei Jungen, wie er später in einer Selbstanzeige bekennen wird. Welche Verantwortung trägt Renovabis für den Einsatz des Mannes? Wurde der Fall untersucht, die Verantwortlichen für den Einsatz benannt? Das fragt nun der Betroffenenbeirat der Bistümer Fulda, Limburg und Mainz in einem offenen Brief an die beiden Träger von Renovabis, die Deutsche Bischofskonferenz und das ZdK. In Fulda beginnt in wenigen Tagen die Pfingstaktion des Hilfswerks Renovabis. Der offene Brief vom Februar liegt der Süddeutschen Zeitung vor. Die Antworten an die Betroffenen sind bislang dürftig geblieben. Von einer "weiteren Dimension des sexuellen Missbrauchs und des Umgangs mit Tätern im Raum der katholischen Kirche" schreibt der Betroffenenbeirat. Gemeint sind Fälle von deutschen Priestern, die ins Ausland entsandt wurden, obwohl sie des Missbrauchs verdächtig oder sogar verurteilt waren. Erst im vergangenen Dezember hatte die Expertengruppe zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim früheren Verantwortlichen des bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat vorgeworfen, Missbrauchsfälle vertuscht und Täter ins Ausland versetzt zu haben. Adveniat hatte daraufhin eine Untersuchung angekündigt. [….]

(SZ, 14.05.2022)


 

Freitag, 13. Mai 2022

Tot durch Kleiderbügel

Menschen haben immer Sex, weil das ein Trieb ist.

In Deutschland liegt die durchschnittliche Häufigkeit heterosexuellen Geschlechtsverkehrs bei etwa dreimal im Monat. Solche Studien sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, da Menschen nicht ehrlich antworten.  Heterosexuelle Frauen haben im Durchschnitt mit 6,1 Männern in ihrem Leben Sex. Heterosexuelle Männer mit 9,8 Frauen. Eigentlich müsste die Zahl genau gleich sein, aber Männer übertreiben die Anzahl ihrer Sex-Erlebnisse und Frauen untertreiben.

Die gute Nachricht ist, daß im Deutschland des Jahres 2022 vor allem die Männer öfter Sex haben wollen, aber die Frauen tatsächlich bestimmen, wie oft es geschieht.  Wenn sie nicht will, hat er Pech gehabt.

Das ist ein eindeutiger zivilisatorischer Vorteil, da Männchen der Gattung Homo Sapiens wie andere Primaten oder auch Delfine körperlich in der Lage sind, den Geschlechtsverkehr zu erzwingen.

Die längste Zeit der Geschichte der Menschheit, passierte genau das. In der Ehe hatte die Frau die Pflicht, ihrem Mann sexuell gefügig zu sein und deswegen stimmte Friedrich Merz mit der überwältigen Anzahl der CDUCSU-Parlamentarier im Bundestag auch gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe. Für die Christen-Partei ist das Selbstbestimmungsrecht der Frau dem Sexualtrieb des Mannes untergeordnet. Wenn er spitz wie Nachbars Lumpi ist, sollte er nach den Vorstellungen des Friedrich Merz seine Frau mit physischer Gewalt zum Geschlechtsverkehr zwingen dürfen, ohne dafür bestraft zu werden.

Ob eine Ehe überhaupt besteht und gültig ist, definierten Kirche, Parteien und Staat bis 1976 danach, ob die Frau vaginal penetriert wurde, oder nicht.

Erst dann wurde bei Ehescheidungen in der Bundesrepublik Deutschland das Schuldprinzip durch das Zerrüttungsprinzip abgelöst.

Eine feine Sache war das für Königs- und Fürstenhäuser, die politische Ehen eingingen und bei geostrategischen Veränderungen lieber eine andere Prinzessin heiraten wollten. Denn eine christliche Ehe ist bekanntlich vor Gott geschlossen und damit nicht zu trennen. Die Hintertür war immer, zu behaupten, die Ehe sei gar nicht vollzogen worden und daher ungültig. Das blutige Betttuch nach der Hochzeitsnacht, welches der geifernden Verwandtschaft gezeigt wurde, konnte auch manipuliert sein. Beweisen konnte Frau den Vollzug der Ehe erst, indem sie ein Kind gebar. Bis dahin konnte sie auch wieder rausfliegen oder wahlweise auch geköpft werden, wie von Heinrich, VIII.

Der Bundesgerichtshof hatte am 02.11.1966 mit unserem Grundgesetz eine Bumspflicht für die Frau festgelegt. Dabei genügte es nicht, wenn die Frau wie ein Brett dalag und sich nicht gegen den Geschlechtsverkehr wehrte, sondern sie hatte nach Ansicht der höchsten Richter auch die Pflicht zu einem „engagierten ehelichen Beischlaf“, anderenfalls könnte sie bei einer Scheidung nach dem damaligen Schuldprinzip schuldig gesprochen werden und damit alle weitere Rechte – Erziehungsberechtigung, Unterhalt – verlieren. Kinder weg und Geld weg, wenn Frau beim Bumsen keine Begeisterung zeigte.

  [….]  „Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, dass sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen lässt. Wenn es ihr infolge ihrer Veranlagung oder aus anderen Gründen (...) versagt bleibt, im ehelichen Verkehr Befriedigung zu finden, so fordert die Ehe von ihr doch eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu tragen. Denn erfahrungsgemäß vermag sich der Partner, der im ehelichen Verkehr seine natürliche und legitime Befriedigung sucht, auf die Dauer kaum jemals mit der bloßen Triebstillung zu begnügen, ohne davon berührt zu werden, was der andere dabei empfindet. (...) Deshalb muss der Partner, dem es nicht gelingt, Befriedigung im Verkehr zu finden, aber auch nicht, die Gewährung des Beischlafs als ein Opfer zu bejahen, das er den legitimen Wünschen des anderen um der Erhaltung der seelischen Gemeinschaft willen bringt, jedenfalls darauf verzichten, seine persönlichen Gefühle in verletzender Form auszusprechen.“  [….] 

(BGH, 02.11.1966 - IV ZR 239/65)

Wenn sich die Deutschen immer nur nach Kirche und C-Parteien gerichtet hätten, gäbe es immer noch diese Rechtsprechung und Richter Friedrich Merz könnte weiter in seiner Traumwelt leben, in der er seine Frau vergewaltigen darf und kein Weibsbild in der CDU eine Führungsrolle übernimmt. Ach, ich vergaß; letzteres ist ja immer noch so:

Von den 60 Top-Führungspositionen in der CDU werden nur 59 von weißen Männern besetzt. Eine Männerquote von lediglich 98,3%!

Das ist keine schöne Welt für die Weibchen in unserer Fauna.

[….] Ein im Tierreich relativ weit verbreiteter Brauch ist der Sex gegen den Willen des Partners. Sowohl bei Delfinen, Schafen, Fledermäusen als auch Stockenten haben Forscher ihn beobachten können.  Häufig attackieren die Männchen die Weibchen dabei in Gruppen, was dramatische Folgen haben kann. Stockentenweibchen werden zum Beispiel oft so hartnäckig von mehreren Erpeln gleichzeitig verfolgt, dass sich der Sex in einen Kampf um Leben und Tod verwandelt.  Jedes Männchen will sich als Erstes mit dem Weibchen paaren. In diesem Fortpflanzungseifer drücken die Männchen das Weibchen häufig unter Wasser. Experten schätzen, dass bis zu zehn Prozent der Stockentenweibchen bei solchen Übergriffen ihrer Geschlechtspartner ertränkt werden.  [….]

(Lena Ganschow, 20.06.2017)

Wenn Frau nicht selbst bestimmen kann, ob sie Sex haben will, ist schon aus dem Grunde klar, daß es immer wieder Schwangerschaftsunterbrechungen gibt.

Das sind so elementar wichtige, intime und persönliche Vorgänge, daß die Rechtslage relativ egal ist. Auch in der Nazi-Zeit, als Abtreibungen mit der Todesstrafe geahnt werden konnten, wurden sie weiter durchgeführt. Allerdings unter erbärmlichen Bedingungen, so daß die Frau daran sterben konnte. 

Mit der Liberalisierung des deutschen Abtreibungsparagraphen 218 sank die Zahl der Fälle auf etwa 100.000 im Jahr.

In den 1970ern waren es in der Illegalität allein in Westdeutschland etwa 400.000 Abtreibungen.

Wer wie CDU oder Kirche oder GOP nun wieder vehement für Abtreibungsverbote eintritt, erreicht nicht nur ein Vielfaches der Schwangerschaftsunterbrechungen, sondern ermordet dabei auch Frauen, die dann in Hinterhöfen oder auf dem Küchentisch verbluten, wenn sich Laien an dem Eingriff versuchen.

[…] Jedes Jahr sterben weltweit zehntausende Frauen bei oder an den Folgen illegaler Schwangerschaftsabbrüche. Eine Studie der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität aus dem Jahr 2019 schätzt, dass allein in Nigeria jährlich mehr als 6.000 Frauen bei dem Versuch, eine Schwangerschaft zu beenden, ihr Leben verlieren. Doch eine Abtreibung steht in Nigeria unter hoher Strafe. In vielen Bundesstaaten darf sie nicht einmal dann vorgenommen werden, wenn das Leben der Frau in Gefahr ist.   [….]

(SWR2, 18.01.2022)

Die katholischen Bischöfe finden es geil und wollen mehr Frauen verrecken sehen.

[….] US-amerikanische Bischofskonferenz ruft zu Gebet dafür auf, das Gesetz Roe vs. Wade zu kippen!  Kraftvolles Prolife-Zeugnis von den US-Bischöfen: 13. Mai (Fatima-Tag) wird als Tag des Gebets, des Rosenkranzes und des Fastens für die Abschaffung des liberalen Abtreibungsgesetzes ausgerufen. Als Reaktion auf das Durchsickern eines Gutachtenentwurfs im Fall Dobbs gegen die Jackson Women’s Health Organization am Obersten Gerichtshof der USA rufen einige Abtreibungsbefürworter zu landesweiten Demonstrationen, Störungen des Gottesdienstes und zur persönlichen Einschüchterung bestimmter Höchstrichter auf. Erzbischof José H. Gomez von Los Angeles, Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB) und Erzbischof William E. Lori von Baltimore, Vorsitzender des Ausschusses für Pro-Life-Aktivitäten der USCCB, laden die Gläubigen ein, sich in Fasten und Gebet zu vereinen:

„Inmitten der aktuellen Spannungen laden wir Katholiken im ganzen Land ein, am Freitag, dem 13. Mai, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima, mit uns zu fasten und den Rosenkranz zu beten. Lassen Sie uns unsere Gebete und unser Fasten für diese Absichten darbringen:

-    Für unsere Nation, für die Integrität unseres Justizsystems und dafür, dass sich alle Regierungszweige dem Streben nach dem Gemeinwohl und dem Schutz der Würde und der Rechte der menschlichen Person von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod widmen.

-    Für die Aufhebung von Roe v. Wade und Planned Parenthood v. Casey in der endgültigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Dobbs v. Jackson. [….]

(Kath.net, 10.05.2022)