Freitag, 10. März 2017

Brände mit Benzin löschen.



Wie ich immer wieder betone, halte ich es für höchst amoralisch einen der schlimmsten Judenhasser der Weltgeschichte, dessen Mordphantasien schließlich von seinem erklärten Anhänger Adolf Hitler umgesetzt wurden, zu feiern und lobpreisen.
Martin Luther hasste zwar nicht ausschließlich Juden, sondern beispielsweise auch Bauern, die es wagten ihren Sklavenstatus als Leibeigene in Frage zu stellen, aber wegen seines rasenden Antisemitismus‘ wurde er zu der ganz großen Inspiration Hitlers.

«Luther war ein Riese, er sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.» So beschreibt Adolf Hitler sein Idol, den evangelischen Reformator Martin Luther, in einem Gespräch mit seinem Mentor Dietrich Eckart. So immens war Hitlers Bewunderung für Luther, dass die Nazis Luthers zahlreiche Dekrete gegen die Juden mit deutscher Gründlichkeit, rückhaltloser Unterstützung der christlichen Kirchen und der tatkräftigen Hilfe gütiger Christenmenschen umsetzten. «Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher» («Mein Kampf»).

Menschlicher Abschaum wie Bernd Höcke relativiert Hitler, bedenkt laut auch die positiven Eigenschaften Hitlers, aber jeder Mensch mit einem Funken Restanstand kann fanatischen Judenhassern wie Luther oder Hitler nichts abgewinnen.

Wie sollte Luther, der Bibelkenner auch zu einer anderen Ansicht gelangen?
Er mußte nicht in den Splatterteil der Bibel (Altes Testament) sehen, sondern konnte im Neuen Testament, der „frohen Botschaft“ vom Heiligen Paulus erfahren, daß die Juden Jesus getötet hätten und Gott sie daher abgrundtief hasse.

Jews 15 who killed the Lord Jesus and the prophets and also drove us out. They displease God and are hostile to everyone 16 in their effort to keep us from speaking to the Gentiles so that they may be saved. In this way they always heap up their sins to the limit. The wrath of God has come upon them at last.
(1, Thess 2, 14-16)

14 Denn, Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt wie auch sie von den Juden, 15 die sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind, 16 indem sie - um ihr Sündenmaß stets voll zu machen - uns wehren, zu den Nationen zu reden, damit die gerettet werden; aber der Zorn ist endgültig über sie gekommen.
(1, Thess 2, 14-16)

Es braucht schon eine ordentliche Portion Grunddummheit, Jahrelang als Luther-Botschafterin diese Gestalt lobpreisend durch die ganze Welt zu ziehen.
Zweifellos verfügt Margot Käßmann über ausreichend Infantilität und Denkfaulheit.

[….] Wer selbst in der Bibel liest, schützt sich vor Fundamentalismus. Das hat die Reformationsbotschafterin Margot Käßmann am Freitag bei einer Tagung der SPD erklärt und vor Wohlstandspredigern gewarnt.
Margot Käßmann sagte bei einer Tagung des Christlichen Arbeitskreises der SPD-Bundestagsfraktion am Freitag, Reformation sei kein rein religiöser Vorgang, sondern habe immense politische Konsequenzen gehabt. Dass jeder selbst die Bibel lesen könne, sei ein Befreiungs- und Demokratisierungsschlag gewesen. Das habe gerade heute Bedeutung, denn Fundamentalismus greife in allen Religionen um sich, auch im Christentum. Dabei verwies sie auf die USA, wo in vielen Kirchen ein Wohlstandsevangelium gepredigt werde, das Reichtum mit Gottes Segen gleichsetze. Fundamentalisten wollten entgegen dem Wunsch Luthers verhindern, dass Menschen selbstständig in der Bibel lesen und über Gottes Wort nachdenken.
„Luther wäre absolut schockiert, dass die Menschen in Deutschland die Bibel nicht mehr kennen“, sagte Käßmann. Die Bibel sei ein Bildungsbuch, auch für nichtkirchlich geprägte Menschen. [….]

Eine typischer Käßmann: Luther lesen, Bibel lesen – und dann sind all lieb und gar nicht mehr fundamentalistisch. Die Horrorbibel beiseite lassend, hier ein bißchen Luther.

"Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücke führen, einen Stein an den Hals hängen und ihn hinabstoßen und sagen: Ich taufe dich im Namen Abrahams!"
(Martin Luther, Tischreden)

Darumb wisse Du lieber Christ und zweifle nicht daran, daß Du nähest dem Teufel keinen giftigeren, bittereren, heftigeren Feind hast, denn einen rechten Jüden.
(Martin Luther)

"In solch einem Krieg ist es christlich und ein Werk der Liebe, die Feinde getrost zu würgen, zu rauben, zu brennen und alles zu tun, was schädlich ist, bis man sie überwinde. Ob es wohl nicht so scheint, daß Würgen und Rauben ein Werk der Liebe ist, weshalb ein Einfältiger denkt, es sei kein christliches Werk und zieme nicht einem Christen zu tun: so ist es doch in Wahrheit auch ein Werk der Liebe."
(Martin Luther über 'Heilige Kriege')

"Die Hand, welches das Schwert führt und würget, ist nicht mehr Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott hänget, rädert, enthauptet, würget, krieget."
(Martin Luther)

„... Steche, schlage, würge hier wer da kann. Bleibst darüber tod, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmerdar erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl.“
(Martin Luther)

Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt ... so halte ich dafür .... daß es wahre Teufel sind.
(Martin Luther über Behinderte)

"Ein toter Sohn ist besser als ein ungezogener."
(Martin Luther)

Diejenigen, die sich als professionelle Theologen wissenschaftlich mit Luther beschäftigen, ihn offenbar schätzen, halten Käßmann bizarrerweise für eine ebensolche Fehlbesetzung wie ich – nur eben mit der umgekehrten Begründung.

[….] Die Wissenschaftler, unter ihnen Friedrich Wilhelm Graf, Ulrich Körtner, Thomas Kaufmann und Dorothea Wendebourg „ließen die Kirchenleitungen ‘bei einer gegenwartsbezogenen Interpretation des Jubiläums allein‘“, erklärte Gundlach. Die Theologen wiederum wehrten sich in einem Schreiben, das der Zeitung vorliegt, gegen die Kritik und benennen darin Fehler der Kirche. Dazu gehört nach Angaben der Welt unter anderem „die Installation der Botschafterin“. Die Kritik zielt auf Margot Käßmann, die seit 2012 die „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017“ im Auftrag des Rates der EKD ist. [….]
(Pro Medienmagazin, 03.03.2017)

Immerhin; das also hat Käßmann vollbracht – scharfe Luthergegner und begeisterte Lutherfans sind in ihrer Ansicht vereint die Lutherbotschafterin für einen geistigen Totalausfall zu halten.

Bernd Höcke regt mich wenig auf. Er ist eben ein Nazi, ein durch und durch verachtenswerter Mensch. Daß ihm Hitler gefällt, daß er sich das 1000-jährige Reich zurückwünscht, ist nur konsequent und in sich logisch.

Käßmann ärgert mich viel mehr als das braune Thüringer Odo-Double, weil sie eben keine Rechte und keine Antisemitin ist.
Sie ist sogar Feministin und verschreibt sich dennoch Luther.

"...wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben...es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, daß sie sich äffen und trügen lassen."
(Martin Luther)

"Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts, laß' sie nur todt tragen, sie sind darumb da."
(Martin Luther, Schwangerschaftsberater)

"Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes."
(Martin Luther)

Ich will kein Mitleid für diese Hexen, ich wünsche, daß man sie Stück für Stück verbrenne.
(Martin Luther)

Sie scheint durchaus humanistische Grundansichten zu haben, ist aber gleichzeitig von so extremer Religiotie befallen, daß sie sich dabei ausgerechnet auf die zutiefst antihumanistische Bibel und den Judenhasser Luther bezieht.


Das ist an sich schon eine unerträgliche Kombination, aber zu allem Übel leidet Käßmann auch noch an der schlimmen Störung sich manisch ist Rampenlicht zu drängen, um unablässig zu jedem Thema den größten Unsinn von sich zu geben.
Für ein bißchen Sendungszeit, für Zeitungsinterviews und öffentliche Auftritte tut sie alles.
Offenbar verfügt die Frau über eine völlig verzerrte Selbstwahrnehmung und glaubt ihre geistig arg schlichten Gedanken wären so bedeutend, daß jeder sie hören möchte.

"Will die Frau nicht, so komm' die Magd!"
(Martin Luther, Frauenfreund)

Ihr Job als wöchentliche BILD-Kolumnistin immerhin, ist ihrem geistigen Kindergartenniveau angemessen.
Hier kann sie Plattitüden ablassen für den minderbemittelten Bodensatz, dessen Resthirnzellen die vorherige FJ-Wagner-Kolumne ohne Suizid überstanden.

[…] Ein junger Mann aus dem Kongo spricht mich auf Französisch an. Als ich sage, ich komme aus Deutschland, seufzt er: „Deutschland ist das Land meiner Träume. Ich liebe Thomas Müller.“ Ob den Menschen in Deutschland bewusst genug ist, in welchem wunderbaren, freien Land sie leben?  Wie heißt es in der Bibel: „Macht. euch ein neues Herz und einen neuen Geist.“ (Hesekiel 18,31) […]
 (Margot Käßmann, BILD, 25.02.2017)

Donnerstag, 9. März 2017

Dieser Drecks-Trump mit seiner Mauer



Ist das nicht unmoralisch, wie ausgerechnet ein Einwanderungsland wie die USA sich abschottet?

Sogar Jake-Double und Songwriter-Legende Paddy McAloon treibt es aus seiner Isolation wieder an die Öffentlichkeit.


Zum Glück sind wir in Europa nicht so menschenfeindlich und heißen Immigranten willkommen, positionieren uns gegen das negative Beispiel aus Washington.

Wir schmeißen die Illegalen nicht über den Zaun an unserer südlichen Grenze.


[…..] Pouya, ein gelernter Krankenpfleger, spricht acht Sprachen. Nach mehreren Jahren im Land spricht er auch Deutsch fast akzentfrei. Er hatte ein Jobangebot: Für die IG Metall sollte er andere Flüchtlinge bei der Arbeitssuche beraten. Als Musiker stand er sogar schon im Schloss Bellevue auf der Bühne. Pouya ist ein Paradebeispiel für gelungene Integration. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Gegen die drohende Abschiebung starteten Freunde und Kollegen eine Petition. Selbst Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth setzte sich für Pouya ein. Weil seine Abschiebung nicht mehr abzuwenden war und jede Abschiebung ein Wiedereinreiseverbot nach sich zieht, organisierte Pouya sich selbst Mitte Januar einen Flug nach Kabul. 
Dort lebt er heute in ständiger Angst. "Ich achte darauf, oft meine Adresse zu wechseln." Zu lange an einem Ort zu bleiben, sei zu gefährlich; Interviews gibt er schriftlich. Fliehen musste Pouya, nachdem ihm die Taliban mit dem Tod drohten. Pouya hatte in einem Krankenhaus auch Ausländer behandelt, ein Verrat in den Augen der Islamisten. Später in Deutschland kritisierte er in politischen Liedern die Situation in seiner Heimat. Nun fürchtet er, erkannt zu werden. "Ich traue mich ja nicht einmal auf die Straße und sitze immer nur im Zimmer." Einen normalen Alltag zu leben, traut er sich in Kabul nicht: "Jemanden besuchen, zusammen essen gehen, sich einfach treffen – das ist ja alles gar nicht möglich für mich." Die "sicheren Gebiete", von denen deutsche Politiker sprechen, gebe es für ihn wegen seines politischen Engagements nicht. Selbst Kabul sei "genauso unsicher wie am ersten Tag". [….]

Kann natürlich vorkommen, daß ins sichere Afghanistan Abgeschobene auch mal bei einem Terroranschlag draufgehen…..

[……] Und jetzt zur Geschichte von Atiqullah Akbari. Der 24-jährige Flüchtling wurde im Januar nach Afghanistan abgeschoben, ins angeblich so sichere Kabul. Letzte Woche wurde er dort bei einem Selbstmordattentat verletzt. Seine Geschichte zeigt beispielhaft die Absurdität deutscher Flüchtlingspolitik. Denn der junge Afghane galt als hervorragend integriert, hatte innerhalb kürzester Zeit Deutsch gelernt und sogar einen Job als Altenpfleger. Half alles nichts, Bayern schob ihn ab. Und das, obwohl es da mal ein großes Versprechen gab - Integrationspakt nannte sich das - und wurde von Horst Seehofer als beispielhaftes Projekt für die Integration junger Flüchtlinge gefeiert. […..]

Aber Atiqullah Akbari soll sich mal nicht so anstellen – gut, er ging fast drauf, aber er war ja nicht das Ziel; also halb so wild.
Zumindest ist das die Logik des zuständigen deutschen Innenministers.


 [….] „3.500 Kinder wurden in Afghanistan 2016 getötet oder verletzt, insgesamt wurden 11.000 Zivilisten Opfer von Terror und Kriegshandlungen. Thomas de Maizière tut recht daran, so ein Land nur mit Schutzweste und Helm zu bereisen. Noch besser als dieses Outfit stünde es ihm, einzuräumen, dass Abschiebungen nach Afghanistan ein Fehler sind und unverzüglich eingestellt werden müssen.“ […..]

Das ist so wie mit den Hühnern und Lämmern im Supermarkt. Man isst sie gern, kauft das fertig zugeschnittene Fleisch billig, will aber keinesfalls das niedliche lebende Tierchen selbst umbringen.
Das soll möglichst weit entfernt, außer Sichtweite passieren.

Jemand anders soll die Schmutzarbeit tun.

Oder auch Viktor Orban.

[….] Asylbewerber sollen künftig hinter Stacheldraht in Containersiedlungen nahe der Grenze zu Serbien untergebracht werden. Laut Vereinten Nationen verstößt das gegen internationales Recht.
Ungarn hat die Internierung von Flüchtlingen beschlossen. Künftig sollen Asylbewerber nahe der Grenze zu Serbien zwangsweise hinter Stacheldraht in Containersiedlungen untergebracht werden. Bis zur Entscheidung über ihr Asylverfahren dürfen sie diese Lager nicht verlassen. Es ist ihnen somit unmöglich, sich in Ungarn frei zu bewegen, so lange ihr Asylverfahren läuft; verlassen können sie das Land nur durch eine Ausreise nach Serbien. [….]

Daher lassen wir uns es auch einiges kosten Flüchtlinge schon im fernen Mittelmeer, vor der Afrikanischen Küste wegzuprügeln.

Die Zahl der Toten im Mittelmeer steigt – Frontex teilt gegen Retter aus
„Wenn der Chef der Abschottungsagentur Frontex sich hinstellt und zivile Retter dafür kritisiert, dass sie in der Nähe der libyschen Küste Menschen retten, ist das mehr als bitter. Angesichts der wachsenden Zahl von Flüchtlingen, die durch engagierte Freiwillige gerettet wurden, sollte Frontex-Chef Fabrice Leggeri besser schweigen. Denn Rettung steht schon lange nicht mehr oben auf der Agenda der Frontex-Operationen, es geht um Abschottung um jeden Preis“, kritisiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, die Aussagen des FRONTEX-Direktors Leggeri. Ulla Jelpke weiter:
„Nachdem die EU-Grenzagentur von Seenotrettung auf Schleuserbekämpfung umschwenkte, starben bereits am 14. April 2015 bei einem Bootsunglück bis zu 800 geflüchtete Männer, Frauen und Kinder. Auch vor diesem Hintergrund begannen Freiwillige, sich um die Rettung von Flüchtlingen zu kümmern. Die Zahl der Toten im Mittelmeer war dennoch 2016 so hoch wie nie zuvor. Offensichtlich ist Frontex nicht in der Lage oder bereit, sich ausreichend für die Rettung von Flüchtlingen zu engagieren. Wenn Leggeri vor diesem Hintergrund gegen zivile Retter austeilt, ist das einfach widerwärtig und macht eine Gleichgültigkeit dem Leben Geflüchteter gegenüber deutlich. Denn Leggeri weiß genau, dass die 40 Prozent der Rettungen, die auf das Konto ziviler Seenotrettungs-NGOs gehen, sicher nicht alle von Frontex gerettet worden wären. Statt Abschottung muss endlich sichere Wege für Flüchtlinge nach Europa geben.“

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty
International übt scharfe Kritik an der deutschen
Flüchtlingspolitik. Wie die Organisation in ihrem neuen, gestern
publizierten Jahresbericht konstatiert, hat Berlin nicht nur die
rechtlichen Rahmenbedingungen für Asylsuchende in den vergangenen
zwölf Monaten erheblich verschlechtert. Als besorgniserregend stuft
Amnesty insbesondere die beginnenden Abschiebungen nach Afghanistan
ein. Am gestrigen Mittwoch wurde bereits die dritte Sammelabschiebung
an den Hindukusch durchgeführt, obwohl Experten und UN-Organisationen
dringend davor warnen und vor kurzem ein erster aus Deutschland nach
Kabul verbrachter Flüchtling dort Opfer eines Anschlags geworden ist.
Wie die Bundesregierung ankündigt, will sie dieses Jahr die Zahl der
Abschiebungen und der angeblich freiwilligen Ausreisen deutlich
steigern; vergangenes Jahr belief sie sich bereits auf rund 80.000
Personen. Auch Razzien gegen Migranten, wie sie US-Präsident Donald
Trump mittlerweile durchführen lässt, sind in Deutschland nicht
unbekannt; Amnesty kritisiert das ihnen zugrunde liegende "racial
profiling" scharf. Zudem prangert die Organisation die zahlreichen
Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte in der
Bundesrepublik an, die 2016 im Durchschnitt zwei Brandanschläge pro
Woche beinhalteten.

Mittwoch, 8. März 2017

Eingemauerte Perspektive



Die beiden Abendblatt-Redakteure Walter Bau und Karsten Kammholz stehen dem SZ-Kollegen Matthias Drobinski kaum nach.
Sie beklagen den Niedergang der Kirche, orakeln über Feintuning am Marketing – Frauenpriestertum, Zölibat, gesellschaftliches Ansehen – kommen aber nicht auf die Idee, das Produkt selbst für mangelhaft zu halten.

Geht es nach den kirchenfreundlichen Journalisten, müßte nur ein wenig an den Stellschrauben, an den Arbeitsbedingungen gedreht werden und schon würden neue Priesteranwärter in den Beruf strömen.
Da dies nicht geschieht, sieht es aber erst mal sehr trüb aus für die Zukunft der deutschen christlichen Kirchen.

[….] Es werden Krisengespräche, so viel ist klar. Wenn sich ab Montag die 66 katholischen Bischöfe und Weihbischöfe der 27 deutschen Diözesen zur Frühjahrsvollversammlung erst in Köln und danach in Bergisch-Gladbach treffen, gehen sie eine heikle Angelegenheit an: "Zukunft und Lebensweise des priesterlichen und bischöflichen Dienstes" heißt das Hauptthema der Bischofskonferenz – und es berührt existenzielle Fragen. Ist das Priesteramt in der katholischen Kirche noch zeitgemäß – und wenn ja, wo gibt es den dringend benötigten Nachwuchs?
Längst schlägt sich die Misere in den Zahlen nieder. Voriges Jahr wurden ganze 80 neue Priester in den 27 deutschen Bistümern geweiht. Im Jahr davor waren es sogar nur 58 – so wenige wie nie zuvor. Von 1995 bis 2015 sank die Zahl der katholischen Geistlichen von gut 18.600 auf knappe 14.000. Die Zahl der Pfarreien ging im gleichen Zeitraum von 13.300 auf rund 10.800 zurück. Mehr als 60 Prozent der katholischen Priester sind älter als 60. Leben und Strukturen der Kirchengemeinden stehen vor einem radikalen Umbruch. […..]

In den letzten 20 Jahren wurde jede vierte katholische Pfarrerstelle vakant und jede fünfte Pfarrei geschlossen.

Bei den Evangeliban sieht es nicht besser aus.

[…..] Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) treiben ebenso Nachwuchssorgen um – auch ohne tiefgreifende Konflikte um Zölibat oder Frauenpriesteramt. In den kommenden zehn bis 15 Jahren werden 30 bis 40 Prozent der Pfarrer in den Landeskirchen in den Ruhestand gehen, heißt es aus dem Kirchenamt der EKD in Hannover.
Momentan seien im Raum der EKD circa 18.000 Pfarrerinnen und Pfarrer tätig. "Die bisherige Zahl von Pfarramtsstudenten wird nicht reichen, um die Lücken zu füllen", so die Leiterin der Bildungsabteilung im Kirchenamt, Birgit Sendler-Koschel. "In den nächsten zehn Jahren werden bundesweit Tausende neue Pfarrerinnen und Pfarrer benötigt." […..]

Wieso will niemand mehr Pfarrer werden – die Frage stellen sich die Abendblatt-Autoren ebenso rätselnd, wie die offiziellen EKD-Funktionäre.
Zu den sonntäglichen Gottesdiensten gehen nach offiziellen EKD-Angaben derzeit 3,3% der Kirchenmitglieder. Selbst von den zahlenden Kirchenmitgliedern haben also fast 97% keine Lust sonntags in die Kirchen zu gehen.
Gestalten die 18.000 Pfarrer die Angelegenheit so unfassbar öde, daß 97% der Gläubigen lieber gleich zu Hause bleiben, oder sind die Erwartungen der Gottesdienstbesucher so abstrus, daß keiner mehr Pfarrer werden möchte?
Was ist da los, fragen sich bischöfliche Blitzbirnen wie Käßmann und Bedford-Strohm.

Man verdiene doch großartig und bekäme seine eigene Pfarrei. Also Protestant darf man den Beruf sogar ergreifen, ohne über einen Penis zu verfügen und sofern man einen hat, darf man ihn auch benutzen.
Zölibat und Frauenpriestertum und trotzdem wollen die Menschen den Job nicht?
Das geht über das Fassungsvermögen der Berufskirchisten.

[…..] Bisher galten vor allem die Hunderttausenden jährlichen Kirchenaustritte als die große gemeinsame Sorge der beiden Konfessionen. Nun lautet die zweite gemeinsame Sorge: Wer will noch Gottes Wort verkünden? [….]

Nein, liebe Kirchenfreunde bei der SZ und der FUNKE-Mediengruppe.
Es liegt nicht am Marketing.
Euer Produkt ist einfach schlecht.


Wenn man ein totes Pferd reitet, soll man absteigen.
Und Gott ist tot.
Religion schadet eindeutig mehr als sie nützt.
Die Wir-sind-besser-als-die-Ideologie grenzt aus, führt zum Beleidigtsein und Konflikten.
Christliche Überzeugungen waren seit 2000 Jahren Ursache für die größten Verbrechen der Menschheit – Sklaverei, Hexenverbrennung, Inquisition, Kolonialismus, Missionierung, Homophobie, Rassismus, Islamophobie, Wissenschaftsfeindlichkeit, Misogynie und Antisemitismus.



Eine solch destruktive Ideologie, die allen Erkenntnissen der Wissenschaft widerspricht kann man nur so lange an den Mann bringen, wie die Gläubigen dumm und ungebildet sind.
Aufklärung und Informationen sind der Feind Gottes.
Je besser die Allgemeinbildung, desto kleiner die Kirchen – und das ist auch gut so!



Es wäre so schön, wenn Bau, Drobinski und Kammholz in der Lage wären ihre rein religiotische Perspektive zu verlassen und objektiv über Religion berichten könnten.
Dann sähen sie wie positiv der Rückgang des kirchlichen Einflusses auf die Gesellschaft ist.
Aber leider haben die Kirchenjournalisten fest eingemauerte Standpunkte.