Freitag, 19. Dezember 2014

Franzis Kröten



 Theologische Laien assoziieren mit dem Papst-Namen „Franziskus“ selbstverständlich den „Bettelmönch“ Franziskus von Assisi (1181/1182 bis 1226).
Daß sich Kardinal Bergoglio nach ihm benannte war Programm, sogar ein Kontrastprogramm zu dem Prunk- und Gold-verliebten Ratzinger, dem es gar nicht prächtig genug zugehen konnte.
Der historische Franzi gründete den von Papst Innozenz III. bestätigten Orden der Minderen Brüder  um 1210.
Der neue Bettelorden wurde schnell bekannt und begann im gesamten Mittelmeerraum „Heiden“ zu missionieren.
Franziskaner mischten auch fleißig bei den verbrecherischen Untersuchungen und Verurteilungen von Häretikern im Rahmen der Inquisition mit.
Das mit der strengen Armut fand man auf die Dauer aber nicht so doll. Schon kurz nach Franzis Tod ließen Papst und Ordensführung die gewaltige Basilika- und Klosteranlage Sacro Convento in Umbrien errichten. In der Krypta der Basilika liegen die Gebeine des Heiligen Franz von Assisi in einem prächtigen Altar.
Heute sind die Franziskaner verzweigt und in verschiedenen „Unterorden“ mit verschieden strengen Armutsregeln verteilt.
Die Minoriten im schwarzen Habit haben gemeinschaftlichen Besitz, die
Observanten oder Franziskaner (in braun) sind strenger als ihre ebenfalls braunen Kapuziner.

Nun zeigt Gott der Kirche seine Liebe bekanntlich durch schwere Prüfungen.
Und wie könnte man eine Kirche, der so viel an Armut liegt schwerer „prüfen“, als ihnen immer wieder Geldberge in Millionengröße zuzuschieben?
Auch der Papst Franziskus mußte das gerade erleben.

Der Vatikan lässt derzeit seine Finanzen durchleuchten. Dabei haben die Reformer nach eigenen Angaben Hunderte Millionen Euro entdeckt, die bisher nicht in den Bilanzen aufgetaucht sind.
"Es ist wichtig, zu betonen, dass der Vatikan nicht pleite ist", schrieb der Vorsitzende der Finanzbehörde des Vatikans, George Pell, in der englischsprachigen katholischen Wochenzeitung "Catholic Herald". "Vielmehr haben wir entdeckt, dass die Situation viel besser ist, als es schien, weil einige Hundert Millionen Euro auf bestimmten Konten versteckt waren und nicht in der Bilanz auftauchten", berichtet der Finanzprüfer.

Wer kennt das nicht von sich selbst?
Da gibt man sich alle Mühe sein Geld loszuwerden und ständig liegen wieder ein paar Millionen in irgendeiner Ecke rum.
Auch das Kloster Neresheim wurde just so geprüft; dauernd tauchten neue Geheim-Millionen auf.

Die Strömung, die heute am radikalsten „Armut lebt“, also die größte Gruppe, nämlich die „Franziskaner“ im braunen Habit kommen im Jahr 2014 dem Ideal ihres Ordensgründers unfreiwillig ziemlich nahe. Es erforderte allerdings viel Kreativität den eigenen Reichtum loszuwerden.
Die zweitgrößte Bruderschaft der Welt hat nämlich ihre Millionen bei ultradubiosen Investitionen verzockt.

Der Franziskaner-Orden steht nach eigenen Angaben wegen dubioser Finanzgeschäfte vor der Pleite. Der Orden "hat schwere, ich unterstreiche schwere finanzielle Probleme mit einem beträchtlichen Betrag an Schulden", schrieb Generalminister Michael Anthony Perry in einem offenen Brief an seine katholischen Ordensbrüder. […]
Nach Angaben der italienischen Zeitung Corriere della Sera geht es unter anderem um millionenschwere Investitionen in das Hotel "Il Cantico" im Zentrum von Rom mit Blick auf den Petersdom. Dabei sei Geld versenkt worden.
Weiteren Medienberichten zufolge seien in der Schweiz Konten beschlagnahmt worden. Über diese Konten soll auch Geld in Gesellschaften investiert worden sein, gegen die wegen Drogen- und Waffenhandels ermittelt wird, wie das italienische Magazin Panorama ohne Angaben von Quellen schrieb. […] Nach Skandalen bei der Vatikanbank kämpft der Papst seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren für mehr Transparenz bei Finanzgeschäften der katholischen Kirche.

 Grandios, wie die Franziskaner hier eine Menge Kröten schluckten.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Witze - Teil II



Haha, Angela Merkel, nun im zehnten Jahr konservative Kanzlerin und von 76% der unter 30-Jährigen bewundert, sorgte dafür, daß in beispielloser Weise von unten nach oben umverteilt wurde.
Nie sind die Einkommen der reichsten zehn Prozent so rasant gestiegen wie in den Merkel-Jahren.
Es gibt bewußt offen gelassene Steuerschlupflöcher, daß die Erbschaftssteuern zu einer reinen „Dummensteuer“ wurde, die Kleinerben bezahlen.
Über 40 Milliarden vererbtes Vermögen wurden im Jahr 2013 durch gereicht, ohne daß ein Finanzamt zugriff. Karl Albrecht konnte mit einem simplen Doppelstiftungsmodell dafür sorgen, daß Wolfgang Schäuble keinen Cent seiner 20 Milliarden bekommt, während bei Krankenschwestern und Straßenbauarbeitern die Steuer schon automatisch abgezogen wird, bevor irgendwas auf dem eigenen Konto landet.
Kapitalerträge werden nur halb so hoch besteuert wie Arbeitseinkommen.
Nichtstun und Erben sind im Merkel-Deutschland deutlich besser gestellt als für sein Geld zu arbeiten.

Haha, Jean-Claude Juncker, in 20 Jahren als Finanzminister und 18 Jahren als konservativer Premierminister von Luxemburg sorgte er dafür, daß einige der reichsten Männer des Planeten im Gegensatz zu Kanalarbeitern oder Kindergärtnerinnen ebenfalls gar keine Steuern zahlen müssen.
Ingvar Kamprad (IKEA) und Jeff Bezos (Amazon) nutzen die von den armen Durchschnittssteuerzahlern finanzierte deutsche Infrastruktur aus, um ihrerseits unversteuerte Milliarden zu verdienen.

Haha, Angela Merkel sorgt maßgeblich dafür, daß eben dieser Jean-Claude Juncker (''Wenn es ernst wird, muss man lügen'') zum mächtigsten Mann der EU aufsteigt.

Haha, Jean-Claude Juncker, als Chef einer 500-Mio-Einwohner-Organisation, in der viele Millionen in bitterer Not leben, weil es teilweise 50% Jugendarbeitslosigkeit gibt, will unbedingt noch mehr EU-Milliarden in die Ukraine verschieben. Die Bundesregierung unterstützt das.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte am Mittwoch im Europäischen Parlament, die Ukraine werde die EU wohl um weitere zwei Milliarden Euro bitten. Um das Geld aufzubringen, müssten allerdings die Mitgliedstaaten einspringen, da das Budget der EU-Kommission nicht ausreiche. […]  Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass die EU-Kommission im kommenden Jahr eine Geberkonferenz für die Ukraine organisieren wolle. „Generell besteht – nicht in Europa und auch nicht Berlin – kein Zweifel daran, dass die EU die Ukraine weiter unterstützen wird bei ihren Bemühungen, sich wirtschaftlich zu stabilisieren.“ Deutschland sei schon jetzt einer der größten Geber für das Land. […]

Haha, und wer bekommt die Milliarden?
Offensichtlich landen sie weitgehend in den Taschen hochkorrupter Oligarchen wie dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko.
Aber egal, Hauptsache wir wischen den Russen eins aus.

[…] Die Ukraine hätte neue Finanzhilfen aus dem Westen "schon gestern" gebraucht, sagte Premierminister Arseni Jazenjuk dieser Tage. In der EU aber wachsen die Zweifel daran, ob die bereits gezahlten Hilfen überhaupt dort ankommen, wo sie hingehören.
[…] Eine begründete Furcht, sagt die Kiewer Politologin Viktoria Podgornaja: "Der Westen sieht, dass sich bei uns nichts ändert. Unsere Gesellschaft sieht die Dinge auch kritisch. Wir haben ein sehr spezifisches ökonomisch-politisches System hier. Der Begriff ist allgemein bekannt: Kleptokratie. Früher nannte man Staaten wie Nigeria oder Kongo so, heute unser Land. Das ist sehr traurig – weil es stimmt."
Das Ausmaß an Korruption und Vetternwirtschaft lässt sich naturgemäß schwer abschätzen, aber es gibt starke Indizien, dass beide nicht aus der Ukraine verschwunden sind. Einige spektakuläre Fälle, etwa die vermutliche Unterschlagung eigentlich fürs Militär bestimmter Gelder, machten ukrainische Journalisten publik; fragwürdige Karrieren, Günstlinge aus dem persönlichen Umfeld der neuen Machthaber, sind ebenfalls wieder erkennbar.
[…]Politologin Podgornaja glaubt, nur jeder zehnte Abgeordnete sei wirklich ausschließlich seinem Gewissen verpflichtet. Und: "Auch unser Präsident gehört zur oligarchischen Klasse. Diese Leute wollen keine Änderungen." Auch westliche Experten kommen zu interessanten Schlussfolgerungen. Dass nämlich echte Reformen gerade dort nicht stattfinden, wo sie die Oligarchen betreffen. Im Bereich Energie, bei den Steuern - die großen Konzerne zahlen keine.  Überall da, wo die Großaktionäre bereit stehen, die Oligarchen, finden Änderungen nicht statt. Auf Staatspräsident und Milliardär Poroschenko wird derweil die Gründung des neuen Informationsministeriums zurückgeführt, das angeblich gegen russische Propaganda vorgehen soll, selbst von Wohlmeinenden hingegen als potenzielle Zensurbehörde kritisiert wird. Dabei kontrollieren Poroschenko und seine Oligarchen-Kollegen schon jetzt alle wesentlichen ukrainischen Medienkanäle, was auch dazu führt, dass eine kritische Diskussion der hier beschriebenen Zustände im Land selbst kaum noch stattfindet.

So werden die wirklich Reichen immer reicher und alle sind zufrieden.

Haha, aber der russischen Wirtschaft haben wir es gezeigt. Wenn es 120 Millionen Russen richtig schlecht geht, klopfen sich Merkel und Juncker gegenseitig auf die Schulter, weil ihre Sanktionen „wirken“. Außerhalb „des Westens“ können sich die größten Nationen nicht dieser Sichtweise anschließen - beispielsweise in Indien, Südafrika, China und Brasilien:

[…] Doppelte Standards
"Das Argument, Russland habe völkerrechtliche Grenzen in Europa verändert", werde in Indien "vor dem Hintergrund z.B. des Jugoslawien-Konflikts kritisch gesehen", schreibt die Adenauer-Stiftung, die indische Kritik an den doppelten Standards des Westens, der die Grenzen Jugoslawiens bekanntlich per Angriffskrieg verschob, höflich umschreibend.
Darüber hinaus könne man in Indien nicht begreifen, berichtet die Adenauer-Stiftung, weshalb die EU ihre "Östliche Partnerschaft" nicht mit Russland koordiniert habe, dessen Interessen ganz offensichtlich stark betroffen gewesen seien. Dies sei "aus indischer Sicht ein strategischer Fehler" gewesen, zumal Russlands Präsident schon seit 2007 "wiederholt" die "Nichtberücksichtigung der Interessen" seines Landes moniert habe, "ohne dass davon im Westen ernsthaft Notiz genommen worden sei". […] Ähnlich kritische Positionen gegenüber dem Westen sind bereits im Sommer in einem Überblick über die Ukraine-Debatte in Südafrika vermerkt worden. […] Allerdings habe Pretoria in den vergangenen Jahren westliche Interventionen, etwa im Irak und in Libyen, scharf angeprangert und sich stets gegen US- und EU-Einmischung zwecks "regime change" unter dem Deckmantel von "Demokratieförderung" gewandt; es habe daher keine Veranlassung gesehen, den Westen nun bei seinem Vorgehen gegen Russland zu unterstützen. Wie es in dem Bericht weiter hieß, wiesen zivilgesellschaftliche Organisationen in Südafrika immer wieder darauf hin, dass der Westen das Prinzip der Nichteinmischung mit seiner Unterstützung für die Majdan-Proteste zuerst gebrochen habe.
[…] Vergleichbares ist auch aus Brasilien berichtet worden. Dort erinnere man sich deutlich "an die hochgradig selektive Unterstützung des Westens für Demonstrationen und Staatsstreiche in anderen Ländern", […]  Verwiesen werde zum Beispiel darauf, dass der Westen - "trotz seiner prinzipientreuen Rhetorik" - illegitime Putschregime in Venezuela (2002), Honduras (2009) und Ägypten (2013) rasch anerkannt und zudem "repressive Regierungen aktiv unterstützt habe, wenn sie Gewalt gegen Protestbewegungen anwandten, beispielsweise in Bahrain". Brasilianische Beobachter fragten, weshalb nach dem völkerrechtswidrigen Überfall auf den Irak niemand verlangt habe, die USA von den G8-Treffen auszuschließen; weshalb Iran als "internationaler Paria" behandelt werde, während Indien oder Israel umstandslos als Nuklearmächte toleriert würden; und weshalb systematische Menschenrechtsverletzungen oder Demokratiedefizite "in Ländern akzeptiert würden, die die USA unterstützen, aber nicht in anderen". […]

Haha, und wenn sich bedeutende Intellektuelle, Staatsmänner und Politiker aller Parteien in einem gemeinsamen gewichtigen Appell gegen die aggressive Antirussland-Politik und für Frieden in der EU aussprechen, sind es in vorderster Front die Grünen, die für Faschisten und Oligarchen in der Ukraine sprechen, die in Bausch und Bogen Kreml, Putin, Russland, 145 Millionen Russen verdammen.

[…] Zu den Unterzeichnern zählen etwa der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog (CDU), der einstige Bundeskanzler Gerhard Schröder und der frühere Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel (beide SPD) sowie die Ex-Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Burkhard Hirsch (FDP) und Antje Vollmer (Bündnis 90/Die Grünen). Initiiert haben den Aufruf neben Vollmer der frühere Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Walther Stützle (SPD) und insbesondere der einstige Außenpolitik-Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, Horst Teltschik (CDU). […] Sie halte "den Aufruf für eine politisch-intellektuelle Zumutung", wird die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, zitiert. Die Unterzeichner seien "offenkundig noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen", erklärt die Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck (Bündnis 90/Die Grünen); "das haben sie mit dem russischen Präsidenten gemein […]

Haha. Es kann sich nur um einen überdimensionalen kosmischen Witz oder einen Alptraum handeln.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Aussterbende Pestbeulen


 Es gibt einige politische Probleme, bei denen man nur auf die biologische Lösung warten kann.
Für Regierungschefs gilt das übrigens nicht.
Sicherlich, Assad, Gaddafi, Mugabe und Saddam sind/waren persönliche Pestbeulen. Wie wir a posteriori allerdings genau wissen, kann es nach ihrem Tod durchaus noch viel schlimmer kommen.

Dreht es sich um eine Pestbeule der zweiten oder dritten Machtebene, so saugen sie sich oft erstaunlich lange in den Machtstrukturen fest und haben dementsprechend viel Gelegenheit ihre Pestbeuligkeit auf das Volk wirken lassen.

CDU-ganz rechts außen Alfred Dregger (1920-2002) war so einer.
14 Jahre Bürgermeister von Fulda, 1962 bis 1972 war er Mitglied des Hessischen Landtages, von 1972 bis 1998 Bundestagsabgeordneter, davon neun Jahre als CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender. 1998 konnte er nur unter Androhung von Gewalt von seiner ultrafundamentalistischen Fulda-CDU von einer erneuten Kandidatur abgebracht werden.
Man muß der Hessen-CDU regelrecht dankbar sein, daß sie die Reißleine zogen. Dregger war so schlimm, daß er nur durch die völlige Entfernung aus dem politischen Leben zu stoppen war.
(Allerdings schickte die Hessen-CDU 1998 ausgerechnet Martin Homann als Dreggers Nachfolger in den Bundestag. Es dürfte extrem schwer gewesen sein einen Mann zu finden, der sogar noch übler als Dregger selbst war.)

Ein anderes Beispiel ist Norbert Geis, der selbst innerhalb der CSU ganz, ganz rechtsaußen steht und noch bin in die jüngste Zeit mit ungeniert hasserfüllten Attacken gegen Schwule frappiert.
Auch Geis, 1987 bis 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages, kämpfte verbissen darum bei der letzten Bundestagswahl im Alter von 74 Jahren erneut Abgeordneter zu werden – vergebens.
Und es ist ein Segen diesen homophoben Geronten nicht mehr ertragen zu müssen.

In der Geis-Dregger-Liga spielte auch CSU-Rechtsaußen Friedrich Zimmermann (1925-2012). Das ehemalige NSDAP-Mitglied wurde 1960 wegen Meineid verurteilt und gehörte von 1957 bis 1990 dem Deutschen Bundestag an. Davon war der dezidiert ausländerfeindlich eingestellte Lügen-Bayer elf Jahre Bundesminister.

Gegenwärtig hält Erika Steinbach, 71, die Fahne der äußersten Rechten in der Unionsfraktion hoch.
Im 24. Jahr blamiert sie den deutschen Wähler durch ihre Anwesenheit im Parlament.
Die polophobe Revanchistin verstört politische Beobachter im In- und Ausland immer wieder mit ihren dummerhaften Provokationen.
Als sie im letzten Jahr den Vorsitz des Bundes der Vertriebenen niederlegte, dachte ich schon kurzfristig, die Blitzbirne („Hitler war in erster Linie Sozialist!“) würde sich in die verdiente Bedeutungslosigkeit verabschieden.
Aber zu früh gefreut.
Die braune Erika ist ausgerechnet Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und haut in schöner Regelmäßigkeit Sätze raus, daß es jedem anständigen Menschen die Fußnägel hochbiegt.
Als gute Merkel-Freundin schafft sie es immer wieder Deutschland international massiv zu schaden, indem sie ihre hochnotpeinlichen Xenophobie-Ideen im Kanzleramt durchdrückt.

Der großen Koalition droht ein heftiger Streit, und das ausgerechnet um die Zukunft des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR). Während sich die Bundesregierung gerne ihrer Menschenrechtspolitik rühmt und sich sehr freut, dass von Januar an ein Deutscher den Vorsitz im UN-Menschenrechtsrat übernehmen wird, gelingt es Union und SPD nicht, sich auf ein Gesetz für das deutsche Institut zu einigen. [….]   Seit acht Wochen streiten das Bundesjustizministerium und die Menschenrechtspolitiker der Union, allen voran Erika Steinbach, darüber, wie das Institut auf eine neue gesetzliche Basis gestellt werden kann. Zunächst hatte Justizminister Heiko Maas (SPD) einen Gesetzentwurf vorgelegt, der in der Ressortabstimmung das Plazet aller Ministerien erhielt. Dann erfuhr Steinbach davon, intervenierte im Kanzleramt und konnte mit Hilfe von Staatsminister Helge Braun einen Beschluss des Kabinetts gerade noch verhindern. Seither ist Maas verärgert, weil alles klar zu sein schien und jetzt wieder alles in der Luft hängt. Und Steinbach ist kampfeslustig, weil sie sich übergangen fühlt und ganz andere Ziele verfolgt als der Justizminister.
[….] Statt sich also zusammenzuraufen, haben sich SPD und Union verhakt. Die Sozialdemokraten wollen das DIMR in seiner jetzigen Form belassen und seine Unabhängigkeit schützen. Steinbach will es zu einer Körperschaft des Öffentlichen Rechts machen und den Einfluss der Politik erhöhen. Die SPD wirft ihr vor, sie wolle die Menschenrechtslage viel lieber anderswo prüfen lassen und ignoriere den drohenden internationalen Image-Schaden. [….]

Mit Steinbach ist alles nichts.
Man kann nur darauf warten, daß sie eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages nicht mehr dem Parlament angehören wird.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Makel: Makler



Es ist schon deutlich über eine Dekade her, daß ich das letzte mal umgezogen bin.
Irgendwie peinlich so ein ortsfester Spießer zu sein. Aber ich bin ja auch schon alt.
Mein Vermieter ist eine große private Wohnungsbaugesellschaft, welche die gesamte Vermarktung selbst übernimmt. Man bewirbt sich direkt bei ihm und bekommt möglicherweise wie in meinem Fall das „go“.
Die Mieten sind einen Tick teurer als der Durchschnitt, aber dafür wurde keine Courtage fällig, da kein Makler beteiligt war.
So eine große Gesellschaft ist für den Mieter eigentlich angenehm, weil man weiß woran man ist. Man bekommt zwar keine Extrawünsche erfüllt und es wird streng durchgegriffen, wenn mal im Keller irgendetwas im Weg steht, aber andererseits funktioniert auch alles. Hat die Kloschüssel einen Sprung, oder liegt ein totes Eichhörnchen im Lüftungsschacht, macht man einen Anruf und sofort kommen die eigenen Handwerker der Vermietungsgesellschaft, bringen alles in Ordnung und man muß nichts dafür zahlen.
Schnee wird automatisch geschippt, das Treppenhaus wird von einer Putzkolonne pünktlich auf die Minute einmal in der Woche blitzeblank gewienert und jede kaputte  Glühbirne in Hauseingang wird wie durch Zauberhand innerhalb von 24 Stunden ersetzt.

Früher wohnte ich einmal in einem Mietshaus mit neun Wohnungen, deren Besitzer ein halbseniler 90-Jähriger war, der seine Wohngeldabrechnungen noch handschriftlich in Sütterlin verfasste.
Wenn ich damals kein heißes Wasser hatte oder der Herd kollabiert war, konnte ich den Vermieter nicht anrufen, weil der eigentlich sowieso nicht zu erreichen war und andererseits zu geizig oder zu pleite für Handwerker war.
Im Zweifelsfall schleppte er sich selbst blind und taub die Treppen hinauf, um mir dann zu versichern, daß er daran auch nichts ändern könne.
Und wer möchte schon einen 90-Jährigen verklagen?
Also lebte man mit dem Schaden, oder aber behob ihn selbst, bzw auf eigene Kosten.

Ein befreundeter Immobilienfachanwalt sagt mir immer: Mieten ist nur für Dumme. Monatlich Geld rausschmeißen, statt das in die eigene Immobilie zu stecken, könnten sich nur Vollidioten leisten.
Vermutlich hat er Recht. Aber wenn man kaufmännisch derart unterbelichtet ist wie ich, ist mieten auch ein Freifahrtschein, um Ärger mit Wohnungseigentümergemeinschaften, Handwerkern, Sonderumlagen, Abrechnungen, Grundsteuern etc aus dem Weg zu gehen.
Fall mein Dach verrottet, oder der Öltank für die Heizung leckschlägt, kann mir das quasi egal sein. Es wird sich schon jemand drum kümmern.

Seit über einem Jahr ist meine schöne Makler-freie Zeit unglücklicherweise vorbei.
Ca ein Dutzend mal mußte ich in einer Wohnungsverkauf-Angelegenheit anwesend sein, wenn Makler vor Ort agierten.
Kein Mieter mag Makler, weil diese, zumindest in den großen Städten mit Wohnungsmangel für eine NICHT-Leistung ihre drei Monatsmieten Courtage abgreifen.
Wohnungskäufer mögen Makler noch weniger, weil diese beispielsweise in Hamburg 6,5 % Provision abkassieren.
Für eine schöne große Wohnung in begehrter Innenstadtlage, also dem was am meisten gesucht wird, wird schnell mal eine Million Euro aufgerufen. Das sind rund 70.000 Euro Verdienst für die großen Maklerbüros wie „Dahler and Comany“ oder „Engels und Völkers“ für wenige Stunden Arbeit.

Bis vor einem Jahr dachte ich, wenigstens Wohnungsbesitzer sollten Makler schätzen – immerhin können sie die beauftragen, von den Leistungen profitieren und müssen dafür nichts bezahlen.
Aber auch das ist falsch. Auch als VERkäufer wird man von Maklern schlecht behandelt.
Wehe wenn man nicht aus der Branche kommt, oder nicht über das nötige Kleingeld verfügt.
Der Makler hilft einem kein Stückchen weiter.
Er gibt einem immer nur den Einheitsrat möglichst viel in die Bude zu investieren. „Sparen Sie nicht bei den Materialien!“, „meine Kunden verlangen heutzutage perfekten Trittschallschutz, Vollholzeichenparkett und Fußbodenheizung!“, „Was die Küche ist schon drei Jahre alt? Die muß aber raus und ersetzt werden, bevor ich die Wohnung verkaufen kann!“
Ob man dazu das Geld hat und ob sich derart aufwändige Investitionen überhaupt lohnen, erfährt man nicht. Hauptsache der Verkaufspreis steigt und damit die Maklerprovision.
Und wehe es tauchen Probleme bei der Sanierung/Renovierung auf. Damit will der Makler nicht belästigt werden. „Engagieren sie doch neben dem Bauleiter noch einen Architekten. Und dann rufen sie mich wieder an, wenn die Wohnung fertig ist!“

Wenige Berufsgruppen dürften so unbeliebt sein wie die des Wohnungsmaklers. Die meisten Menschen nehmen sie wahr als Gierhälse, denen sie ausgeliefert sind, und die Hunderte oder Tausende Euro Provision verlangen, für ... ja wofür eigentlich? Für die Bekanntgabe einer Adresse.
Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) ist gewiss im Namen des Volkes tätig, wenn er zusammen mit der Mietpreisbremse ein neues Prinzip bei der Bezahlung von Maklern einführen will: Wer sie bestellt, soll sie auch bezahlen. In der ersten Jahreshälfte 2015 soll die Regelung in Kraft treten, und weil die Makler begriffen haben, dass sie wenig Lobby haben, steigen sie von der politischen Einflussnahme auf ein juristisches Vorgehen um: Sie wollen Verfassungsbeschwerde einlegen, kündigt der Immobilienverband Deutschland (IVD) an. [….]

Niemand will mit Maklern zu tun haben.
Insofern ist es natürlich völlig richtig, daß die Bundesregierung AUF STARKEN DRUCK DER SPD ein Gesetz zum Bestellerprinzip auf den Weg gebracht hat.
Zukünftig soll derjenige bezahlen, der den Makler beauftragt.
Richtig so!

Die Makler bewerten das Vorhaben als völlig falsch und wollten es zunächst den Lokführern und Piloten gleichtun.

Na, da haben Wohnungssuchende ja Glück gehabt. Mit einem Streik der Immobilienmakler am 7. November wolle man nicht die ganze Bundesrepublik lahmlegen, sagt Helge Norbert Ziegler, Vorstand des Bundesverbands für die Immobilienwirtschaft (BVFI). Das könne man auch gar nicht. Trotzdem hat der Verband 11.000 Mitglieder dazu aufgerufen, sich bis Freitag an einer Urabstimmung über Streik zu beteiligen. […] Die Makler befürchten, dass ihnen die Aufträge wegbrechen. Sie sehen Unternehmen und Arbeitsplätze in Gefahr. "Wir wollen nicht länger die Deppen der Nation sein und für Missstände wie Mietsteigerungen verantwortlich gemacht werden", sagt Verbandschef Ziegler. "Dabei sind das die Verfehlungen der Politik."
Als Deppen allerdings nehmen ihn nun auch Makler-Kollegen wahr: "Saublöd" findet Markus Gruhn, Vorsitzender des Rings deutscher Makler, die Aktion. "Das ist Schwachsinn. Die Politik zittert schon, dass die Wirtschaft wegen des Maklerstreiks zusammenbricht", zitiert ihn die Immobilien-Zeitung. […]

Dabei sind die BVFI-Befürchtungen ohnehin fast gegenstandslos.
So ein Gesetz könnte eindeutig formuliert werden. Beispielsweise: „Der Vermieter bezahlt den Makler.“
Das macht diese Regierung natürlich nicht, da sie unter massiven Druck der Maklerlobby steht.
Die besten Freunde der Makler sitzen in der CDU.

Doch vieles deutet daraufhin, dass die Maklerlobby das Gesetz unterlaufen will. Der Maklerverband IVD kämpft seit Wochen für einen aufgeweichten Gesetzentwurf, argumentiert mit verfassungsrechtlichen Bedenken. Bei der CDU stoßen die Makler offenbar auf offenes Gehör. CDU-Abgeordnete wie Jan-Marco Luczak fordern, "die Makler nicht im Regen stehen zu lassen".
Das Problem: Wird das Gesetz aufgeweicht, haben die Makler schon einen Plan in der Tasche, wie sie das Gesetz umgehen können. Einer der größten Hamburger Makler, Haferkamp Immobilien, verspricht etwa den Vermietern, auch in Zukunft werde der Mieter den Makler bezahlen. So sagt er: "Unser Ziel ist es: für den Vermieter kostenlos, der Mieter zahlt." Dafür hat der Makler ein ausgeklügeltes System erarbeitet.

Politik à la Merkel!
Links blinken:
Ihr lieben kleinen Leute, wir tun was für Euch durch Mietpreisbremse und Bestellerprinzip.
Rechts abbiegen:
Die entsprechenden Gesetze werden aber von den Lobbyisten so geschrieben, daß am Ende doch wieder die kleinen Leute zahlen müssen und die Reichen abkassieren.


Vor mir liegt ein ganzseitiger Artikel aus der SZ vom 18.11.2014. In „Das geht aufs Haus“ beschreibt Thorsten Schmitz die Berliner Immobilienbranche „zwischen Hysterie und Panik“.
Aus Rücksicht auf meinen Blutdruck erspare ich nun einen genaueren Blick auf die alltäglichen Ungeheuerlichkeiten, die sich Makler aufgrund der Wohnungsnot erlauben können.
Keinerlei Service. Niemals Rückrufe. Keine Auskünfte. Mutwilliges Demütigen von Menschen in Not.
Na gut, doch, ein kleiner Ausschnitt.


Wenn tatsächlich etwa 10.000 von 12.000 Maklerbetrieben vor dem Aus STÜNDEN – was offensichtlich NICHT der Fall ist, weil gekaufte CDU-Abgeordnete in der CDU das Gesetz so umformulieren, daß für Makler letztendlich doch alles bleibt wie zuvor – wäre das nur zu begrüßen.
Makler sind eine parasitäre Lebensform, die ihren Profit aus der Not anderer Menschen ziehen.

Das stimmt zumindest für die Großstädte mit enorm ansteigenden Mieten, die unter Wohnungsknappheit leiden.
Wenn 10.000 Parasiten weniger die leidenden Wohnungssuchenden aussaugten, kann ich das nur begrüßen.

Auf dem Land oder in verwaisenden Städten Ostdeutschlands mag das anders aussehen. Da muß sich ein Makler anstrengen, um Mieter zu finden.
Wenn sich so ein Makler ins Zeug legt und eine echte Leistung erbringt, spricht selbstverständlich nichts dagegen ihn entsprechend zu bezahlen.

Aber mehrere Tausend Euro zu verlangen für eine 20-Minuten-Besichtigung ohne irgendwelche Serviceleistungen ist keine schützenswerte Tätigkeit.
Ich hoffe, daß sich Herr Maas weitgehend durchsetzt.
Ich sagte ja schon, daß Maas „ein Guter“ ist!
Das bewies er erst heute wieder, als er zu den Pedigree-Untermenschen erklärte:

Für Bundesjustizminister Heiko Maas war es die Gelegenheit, noch einmal seine Abscheu gegenüber Pegida zu verdeutlichen: Er habe "kein Verständnis für die Verführer", aber auch keines für jene, die sich zu einfach verführen ließen. Und keines dafür, dass "diese Vorurteile auf dem Rücken von Flüchtlingen ausgelebt werden - in einem Land mit einem Ausländeranteil von gerade einmal 2,2 Prozent."
Es sei absurd, dass ausgerechnet christliche Werte zur Demonstration gegen Flüchtlinge herangezogen würden, "wie armselig und peinlich ist das denn?", fragte der SPD-Politiker. Deutschland habe eine Geschichte von "trauriger Einzigartigkeit": "In keinem anderen Land sind Millionen von Menschen aus Rassenhass fabrikmäßig ermordet worden." Deshalb hätten die Väter des Grundgesetzes der Meinungsfreiheit scharfe Grenzen gesetzt, die "wenn nötig, neu justiert" werden müssten.