Sonntag, 13. Januar 2013

Begrifflichkeiten.




Die letzte Woche hat uns das Thema „Kinderschänder“ in der katholischen Kirche beschäftigt.
Ich benutzte das Wort „Kinderschänder“ nie ohne Anführungsstriche, weil es meiner Ansicht nach falsch ist.
Es impliziert, daß das Opfer geschändet wird, also mit der Schande leben muß, befleckt ist, entweiht ist. 
Es hat Anlaß zur Scham. 
Genauso empfinden zwar viele der von Priestern vergewaltigten Jungs. Deswegen verschweigen sie kirchliche Verbrechen auch aus Scham über ihre „Schande“.
Indem man sich mit dieser Bewertung abfindet, gibt man dem Opfer einer Vergewaltigung zumindest eine Mitschuld.
Auch das ist in vielen Kulturen zweifellos der Fall. Wird eine Tochter vergewaltigt, ist ihr die „Unschuld geraubt“; sie hat „Schande über die Familie gebracht“ und wird dementsprechend auch gelegentlich getötet. Damit ist die Familie wieder „entschändet“.
Juristisch betrachtet gilt aber in Deutschland das diametral gegenteilige Prinzip: Das Opfer ist NICHT schuldig an einer Vergewaltigung.
Es sollte sich gerade nicht schämen, sondern sich aufrechten Ganges an die Polizei wenden und auf den wahrhaft Schandhaften, nämlich den Täter zeigen.
Schande haben andere über sich selbst gebracht:
Die kinderfickenden Priester, die brutalen Schläger wie der ehemalige Stadtpfarrer Walter Mixa und ganz besonders die Bischöfe, die von dieses Taten wußten und die Täter weitermachen ließen; Ratzinger und Müller beispielsweise.
Auf sie sollten wir mit Fingern zeigen und vor ihnen ausspucken.
Sie sind Selbstschänder.

Außerdem ist dieser Tage wieder viel von der „Homo-Adoption“ die Rede.
 Jenem Bähbäh-Thema, das Kanzlerin und CDU verbieten. 
Jener Regelung, gegen die heute Myriaden Franzosen auf die Straße gingen.

Das Modell der Vater-Mutter-Kind-Familie ist in Gefahr: Zehntausende protestieren in Paris gegen ein geplantes Adoptionsrecht für Homosexuelle. […]

 „Für die Kinder ist es nicht gut, wenn sie drei oder gar vier Elternteile haben“ […]

Konservative, Rechtsextreme und Katholiken hatten zu Demonstrationen aufgerufen. Mehrere große Demonstrationen zogen am Nachmittag über die Pariser Boulevards auf den Eiffelturm zu. Organisatoren hofften auf bis zu eine halbe Million Teilnehmer. Es wurden dann doch deutlich weniger.

[…]   „Ich bin katholisch und gehöre der (rechten) UMP an, aber ich bin ausschließlich als Familienvater hier“, sagte der 41 Jahre Guillaume Ménager. Auf seinem Plakat war zu lesen: „In den Hoden gibt es keine Eizellen.“ Er wolle das Recht der Kinder auf Vater und Mutter verteidigen, betonte er.
 (Ulrike Koltermann 13.01.13)
1988 verfilmte Paul Bogart das Theaterstück „Torch Song Trilogy“ von Harvey Fierstein, der auch in dem Film neben Anne Bancroft und Matthew Broderick die Hauptrolle spielte. In Deutschland gilt der Film unter dem Namen „das Kuckucksei“ inzwischen als „Kult“.
Es ist schon irre lange her seit ich das Werk gesehen habe, aber ich erinnere mich an einen grandiosen dritten Akt, in dem Arnold, gespielt von Fierstein, sich eine Grundsatzdiskussion mit seiner Mutter Mrs. Beckoff, gespielt von Bancroft, liefert, daß nur so die Fetzen fliegen.
Diesem Akt liegt eine echte „Homo-Adoption“ zu Grunde.
 Arnold hat nämlich den schwulen Teenager David adoptiert und gibt ihm das Zuhause, welches er offenbar in seiner biologischen Familie nicht finden konnte.
Eine in Amerika sehr sinnvolle Geschichte, da die christlich-fanatisierten Amis dazu neigen ihre eigenen Kinder nach einem Coming-Out rauszuschmeißen. 
Eine neue Studie aus Massachusetts kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass jeder vierte schwule und lesbische Jugendliche obdachlos ist.
Die Ergebnisse der vom Children's Hospital Boston durchgeführten Untersuchung von über 6.000 Schülern aus dem Bundesstaat Massachusetts zum Thema Obdachlosigkeit wurde im Fachmagazin "American Journal of Public Health" veröffentlicht. Demnach sind 3,2 Prozent der Jugendlichen, die sich als heterosexuell definieren, "homeless". Unter Bisexuellen liegt diese Zahl aber bereits bei 15 Prozent, unter Schwulen und Lesben sogar bei 25 Prozent.
[…] Bereits 2006 kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass 42 Prozent der 600.000 bis 1,6 Millionen jugendlichen Obdachlosen in den USA schwul, lesbisch oder transsexuell sind. In dieser von einer Homo-Gruppe und einer Obdachlosenorganisation initiierten Untersuchung wurde auch festgestellt, dass rund einer von vier jungen Homosexuellen nach seinem Coming-out von den Eltern vor die Tür gesetzt worden ist.
Eine Homo-Adoption, indem Menschen einem „Homo“ ein Zuhause und eine Familie geben, ist also überaus wünschenswert!

Was Journalisten und Politiker aber gemeinhin mit „Homo-Adoption“ meinen, ist etwas ganz anderes.
 Sie sagt nämlich gar nichts über die Sexualität der Adoptierten aus.
 Wie sollte das auch gehen?

Beim Begriff „Homo-Adoption“ schwingt fälschlicherweise ein Diminutivum mit.
 Also eine Kinderadoption durch ein minderbemitteltes Paar. Zwar können schwule oder lesbische Menschen als Paar in Deutschland bis heute keine Kinder adoptieren, aber das gilt in der behördlichen Praxis nur für die guten und gesunden Kinder, die auch jedes adoptionswillige Hetero-Paar gerne nähme.
Handelt es sich aber um ein sehr krankes Kind, ein geistig Behindertes, ein HIV-Infiziertes oder schwer Verhaltensauffälliges, werden alle Augen inklusive Hühneraugen zugedrückt. 
So ein Problem-Fall wird dann auch mal Tunten nach Hause gegeben, weil die Jugendämter offensichtlich meinen, das sei immer noch besser als gar keine Eltern.

Das Geheuchel ist also mal wieder gigantisch.
 Offensichtlich schwingt bei der CDU und anderen Ewig-Gestrigen immer noch mit, daß Homosexualität ansteckend ist und somit gleichgeschlechtliche Paare unschuldige Kinder sittlich verderben.
Diesen Kindern fehle etwas, sie wären schlechter gestellt, als diejenigen mit Mama und Papa.

Dabei ist das Gegenteil der Fall.
Für das Wohl eines Kindes ist nämlich irrelevant welche Sexualpraktik- oder Präferenz die Eltern im Schlafzimmer bevorzugen. Sie können sogar komplett asexuell sein, ohne daß es dem Kind schadet.
Entscheidend sind hingegen Zuwendung und Aufmerksamkeit.
Da Schwule und Lesben so gut wie nie ungewollt schwanger werden und sich ungewollt um Kinder zu kümmern haben, sondern sich aktiv und mit größerem Aufwand um ein Kind bemühen müssen, sind ihre Söhne und Töchter nahezu 100% echte Wunschkinder. 
Daß ein oder zwei Elternteile aus Desinteresse ausfallen oder gar weglaufen ist bei „Homo-Eltern“ höchst unwahrscheinlich.

Die Auswirkungen sind inzwischen auch durch Studien erfasst:
Die sogenannten Regenbogenkinder sind glücklicher und schlauer als das durchschnittliche Balg heterosexueller Eltern.
Glückliche Familie unterm Regenbogen: Kinder mit homosexuellen Eltern erleiden keine Nachteile im Vergleich zu Heranwachsenden aus klassischen Familien. Dies belegt eine Studie der Universität Bamberg, die die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in Berlin vorstellte.

[…] In der Studie werden Schätzungen zitiert, wonach es in Deutschland mittlerweile sogar mehr als 12.000 Heranwachsende in "Regenbogenfamilien" gibt.
Häufig wird ausgeführt, dass Kinder eine männliche Bezugsperson brauchen, um eine gesunde Entwicklung zu erfahren. Auch dies ist nun (erneut) widerlegt, wie eine US-Langzeitstudie, die vom “Williams Institute” im Magazin “Gender & Society” veröffentlicht wurde, belegt.

In der US-Langzeitstudie, die seit 26 Jahren (!) durchgeführt wird, wurden konkret “lesbische Haushalte” untersucht, ob die Kinder aus diesen Familien eine nachteilige psychologische Entwicklung erfahren, wie Teenager, die mit einem Vater oder einer männlichen Bezugsperson erzogen werden.

[…] Die Grundaussage und das Ergebnis der Studie ist, dass Tennager ohne männlicher Bezugsperson in der  ”Regenbogenfamilie” keinen Unterschied in der psychischen Entwicklung zu den Teenagern aufweisen, die mit einer männlichen Bezugsperson erzogen wurden. Weiters gibt es keine Unterschiede bei weiblichen und männlichen Stereotypen.

Letztes Beispiel:

Die Gegner der “Homorechte” bezeichnen sich selbst immer als Vorkämpfer für die Familie, während sie Schwule und Lesben, die heiraten oder gar adoptieren wollen, als familienzerstörerisch anprangern.
Diese Methode ist überall gleich. 
US-Evangelikale, Kurienkardinäle und CDU-Delegierte - alle Homophoben halten die „Familienwerte“ hoch, nennen sich gar „focus on the family“ oder tragen Titel wie „Familienbischof“ (der homophobe Tebarzt-van-Elst).

Diesen Antagonismus zwischen „Familie“ und „Homosexuellen“ zu konstruieren ist so blödsinnig, daß ich bis heute nicht verstehe, wieso die Vertreter solcher Unsinns-Theorien nicht ausgelacht werden.

Glauben sie etwa, daß Schwule und Lesben im luftleeren Raum entstanden sind? 
Daß sie durch künstliche Uteri auf dem Planeten Kolob ausgebrütet wurden?
Nein, Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transsexuelle, Asexuelle, Polysexuelle und sonstige Elle sind auch Kinder von Eltern. 
Überwiegend sogar Kinder von Hetero-Eltern. Sie alle sind ebenfalls Teil einer Familie.
Sie haben Brüder, Schwestern, Onkel, Tanten, Cousins und gelegentlich auch Kinder. 

Antifamiliär leben tatsächlich nur sehr wenige Menschen. 
Zum Beispiel Bischof Tebartz-van-Elst und die restlichen frauenfürchtenden, zölibatären Röckchenträger des Vatikans.

Samstag, 12. Januar 2013

Unser Guido - Teil II




Wie lange ist Krätznet jetzt schon off? 
Sechs Wochen? Und schon vermisse ich es. 
Diese unbelehrbare schrille Doofheit, die ungeniert rausgehauen wurde, war doch ein zuverlässiger Lacher-Garant.
Wenn nicht die kontinuierliche Brechreizerregung dabei gewesen wäre, hätte sich Hakenkreuznet eine Menge Comedy-Awards redlich verdient.

Und ganz genauso ist es mit der FDP und insbesondere Guido Westerwelle.
 Natürlich will man ihn nicht tatsächlich als Politiker in Aktion sehen und seine Statements lösen bei jedem Menschen eine krötengrüne Gesichtsverfärbung, sowie zuverlässig Durchfall-Attacken aus.
Aber irgendwie ist es auch schade zu wissen, daß er ab September 2013 in der Versenkung verschwinden wird und dort nur noch ab und zu in Rückblicken gemeinsam mit Christian Wulff als total Gescheiterter ausgelacht werden wird.
Bis dahin sind wir noch in der glücklichen Position Westerwelles absolute Unfähigkeit täglich in den Medien bewundern zu können.

 Er warnt eben grundsätzlich.
Und wenn es anschließend schief geht, kann er darauf verweisen wenigstens gewarnt zu haben. Geht es gut, ist es umso besser, dann kann er behaupten man hätte sich nach seinen Warnungen gerichtet.
Eine Win-Win-Situation im politischen Paralleluniversum des kleinen Diplomaten-Azubis Guido.

Westerwelle warnt Iran: Zeit der Manöver ist vorbei
(ZEIT online, 20.2.2012)

Westerwelle warnt vor weiterer Gewalt in Ägypten
(ZEIT online, 7.12..2012)

Westerwelle warnt vor Kollaps in Syrien
(Kreiszeitung, 4.9.2012)

Westerwelle warnt vor Bürgerkrieg im Jemen
(Hannoversche Allgemeine, 29.5.2011)

Westerwelle warnt vor Kämpfen im Libanon
(Hamburger Abendblatt, 7.6.2012)

Westerwelle warnt vor chaotischem Machtvakuum in Afghanistan
(zeitong.de, 5.12.2012)
Westerwelle warnt vor Flugverbotszone über Libyen
(Welt online, 15.3.2011)
Westerwelle warnt vor Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste
(Spiegel online, 7.3.2011)

Mali: Westerwelle warnt vor Militäreinsatz
(Mitteldeutsche Zeitung, 26.10.2012)

Afghanistan: Westerwelle warnt vor Wettrennen beim Truppenabzug
(Welt online, 4.11.2011)

Westerwelle warnt vor atomar bewaffnetem Iran
(Welt.de, 4.12.2012)

Westerwelle warnt vor Debatte über Angriff auf Iran
(Welt online, 24.3.2012)
Westerwelle warnt vor Flächenbrand im Nahen Osten
(Zeit online, 18.11.2012)

Westerwelle warnt vor “Grausamkeiten” durch Syriens Führung
(Zeit online, 5.12.2012)
Außenminister Westerwelle warnt Assad-Regime
(Focus online, 11.4.2012)

Westerwelle warnt Palästinenser vor einseitiger Staatsausrufung
(ZEIT online, 14.6.2011)

Westerwelle warnt Israel vor Iran-Angriff
(Handelsblatt, 10.9.2012)

Westerwelle warnt vor übereilter Schuldzuweisung
(tagesschau.de, 19.7.2012)

Westerwelle warnt vor Atomwaffen in Terroristenhand
(rp-online, 23.3.2010)

Nahost: Westerwelle warnt vor Sprachlosigkeit
(dw-de, 14.6.2011)
Konflikt zwischen Türkei und Syrien:
Westerwelle warnt vor Flächenbrand in der Region
(tagesspiegel, 13.10.2012)

Westerwelle warnt vor Jahrzehnt der Aufrüstung
(liberale.de, 17.10.2010)

Westerwelle warnt auf WDR Europaforum:
Europa nicht in Gut und Böse teilen
(Presseportal, 26.5.2011)

Westerwelle warnt vor rascher Hilfe für Griechenland
(ZEIT online, 26.4.2010)

Westerwelle warnt vor Mobbing Griechenlands
(Merkur online, 25.8.2012)

Westerwelle warnt Griechen vor Populisten
(wallstreet-online, 3.6.2012)

Westerwelle warnt vor neuer Gewalt im Kosovo
(wz-online, 11.8.2011)

Westerwelle warnt Ukraines Präsidenten Janukowitsch
(Focus online, 2.5.2012)
Westerwelle warnt Dänemark
(n-tv.de, 15.6.2011)

Westerwelle warnt vor Belastung von deutsch-russischem Verhältnis
(Zeit online, 16.11.2012)

Westerwelle warnt vor Belastung der Beziehungen zur Schweiz
(tagesanzeiger, 3.2.2010)

Westerwelle warnt vor Überforderung bei Euro-Rettung
(N24, 4.8..2012)

Westerwelle warnt vor „teutonischer Dominanz“
(Focus online, 12.5.2012)

Westerwelle warnt vor Ansehensverlust Deutschlands
(N24, 4.9.2012)

Westerwelle warnt bei Abkehr Italiens von Reformen vor “Turbulenzen”
(ZEIT online, 10.12..2012)

Westerwelle warnt Berlusconi vor Anti-Deutschland-Wahlkampf
(Focus online, 11.12.2012)

Westerwelle warnt vor „DDR light“
(Bild, 25.2.2009)

Westerwelle warnt vor “Dagegen-Republik”
(Merkur online, 15.9.2010)

Westerwelle warnt vor Vollversorgerstaat
(Spiegel online, 11.2.2010)

Westerwelle warnt vor Linksruck in NRW
(focus online, 25.4..2010)

Urheberrecht: Westerwelle warnt vor Piraten
(tagesspiegel, 16.4.2012)

Westerwelle warnt deutsche Unternehmen
(onvista.de, 23.9.2012)

Westerwelle warnt vor zu frühem Wahlkampf
(Spiegel online, 8.10.2012)

Westerwelle warnt vor Radikalen im eigenen Land
(Rheinische Post, 18.9..2012)

Westerwelle warnt vor “Titanic"-Heft
(Welt online, 21.9.2012)
(Zitiert nach Claudio Casula 13.12.12)
Zu lustig. Und vollkommen merkbefreit wie Guido ist, liefert er zuverlässig nach. 
Außenminister Westerwelle warnt London davor, den Zusammenhalt der Europäischen Union aufs Spiel zu setzen

[…] Man dürfe 'das, was errungen worden ist, nicht dadurch riskieren, dass man den Geist aus der Flasche lässt', warnte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Freitag in Berlin. Wer den Geist herauslasse, laufe Gefahr, ihn vielleicht nicht wieder in die Flasche hineinzubekommen.
(Cerstin Gammelin, SZ, 12.01.13)
Nimmt man die bisherigen Erfolge dieser verbal-alarmistischen Politik Warnserwelles als Maßstab, ist davon auszugehen, daß alle Euroskeptiker Englands nun für immer verstummen werden, Cameron die Zahlungen nach Brüssel verdoppelt, die Londoner Banken verstaatlicht und sofort den Euro einführt.

Aber letztlich ist es ein Zeichen von Intelligenz und Stärke, daß das Mövenpick-U-Boot weiterhin seine Comedy-Ansprachen hält und ausgelacht wird.
Denn weise wie er ist, hat Westerwave wohl erkannt, daß er sich zu echter Außenpolitik besser nicht äußern sollte.
Denn davon versteht er leider gar nichts und erzählt den größten Unsinn.

Kostprobe Afghanistan-Rückzug.

Guido hat sich nach dem Totaldesaster mit der AtomABrüstung in Deutschland, die Guido so lange eifrig verkündete, bis er einer Atom-AUFrüstung zustimmte, ein weiteres Lügenprojekt erschlossen.
Afghanistan.
Dort verbessere sich die Sicherheitslage, die Zeichen wären positiv dank des Einsatzes der Bundesregierung und der deutschen Soldaten. Nun könne man abziehen.
Es geht voran in Afghanistan! Die Sicherheitslage, sagt der Außenminister, habe sich »weiter stabilisiert«. Kein deutscher Soldat hat im vergangenen Jahr sein Leben verloren, was »eine große Erleichterung« sei, sagt Westerwelle. In 23 von 34 Provinzen übernehmen demnächst die Afghanen die Verantwortung für die Sicherheit – »ein positives Zeichen«, wie der Außenminister findet. Es klingt, als könnten die Deutschen sich demnächst guten Gewissens verabschieden.
(Hauke Friedrichs, ZEIT, 10.01.13)
Klingt gut.
Daß weniger deutsche Soldaten umkommen ist zwar richtig, aber der Grund dafür liegt in der Destabilisierung der Sicherheitslage. Die Taliban haben ihre Angriffe so verstärkt, daß die Bundeswehr lieber in ihren befestigten Camps bleibt und sich nicht mehr raus wagt. 
Während in Kabul und Kundus Afghanen gegen den Mohammed- Film amerikanischer Islamhasser demonstrieren, langweilen sich drinnen im Lager die deutschen Soldaten. Darts, Kicker, Billard, RTL 2 und Boum Boum, ein Energy drink, den die Soldaten von einem afghanischen Händler im Camp beziehen. Seit Kurzem wird Golf angeboten.

[…] 500 Soldaten leben hier, Sanitäter, Pioniere, Panzergrenadiere und Infanteristen. Und hier bleiben sie, Tag um Tag. Wegen des Schmähfilms herrsche »eine höhere Sensibilisierung «, heißt es beim Einsatzführungskommando in Potsdam.
(Hauke Friedrichs, ZEIT, 10.01.13) 
Aus den Kämpfen halten sich die Deutschen komplett raus, sie verschanzen sich und überlassen das Sterben den amerikanischen und englischen Kollegen.
Den Aufständischen werden zunehmend nur noch afghanische Soldaten entgegen geschoben. 2012 starben weit über Eintausend Afghanen in Scharmützeln mit den Taliban - so viele wie nie zuvor. Die Deutschen helfen nicht mehr.
Stattdessen bemüht sich die Bundeswehr darum die selbstgebastelten Sprengfallen der Aufständischen zu entschärfen.
 Sehr ehrenwert, wie ich Ironie-frei zugebe.
Der Erfolg ist allerdings nicht eben über alle Maßen beeindruckend.
Die Deutschen haben spezialisierte Kampfmittelräumer im OP North. Seit Juli sind sie nun im Einsatz, wie viele Minen haben sie in dieser Zeit beseitigt? Nicht eine, sagen die Soldaten auf Nachfrage. Und ihre Vorgänger hätten in den vier Monaten ihres Einsatzes auch nicht mehr erreicht. Nach Einbruch der Dunkelheit trifft sich ein Zug der Minenräumer zur täglichen Besprechung. Rund 20 Männer drängen sich in einem Aufenthaltsraum des Camps. Der stellvertretende Zugführer zählt die wegen der »angespannten Sicherheitslage« abgesagten Missionen für die nächsten Tage auf: Eine Suche nach Sprengfallen wird verschoben. Eine Patrouille mit den Panzergrenadieren am Samstag fällt aus. »Vielleicht kommen wir nächste Woche wieder raus«, sagt der Stabsfeldwebel. »Mal sehen.« Dann bittet er um Anmeldungen für das nächste Skat-Turnier.
(Hauke Friedrichs, ZEIT, 10.01.13) 
Ja, beim Skat und RTL-II-Gucken kommen weniger Deutsche am Hindukusch ums Leben. 

Da hat Westerwelle Recht. 
Daraus aber abzuleiten, die Sicherheitslage sei stark verbessert, ist grober Unfug, wie ihn sich nur ein Debiler oder ein Lügner ausdenken kann.

Westerwelle eben.

Freitag, 11. Januar 2013

Peeeeeeeeeeer - Teil II



Der richtige Spin ist der Casus Knacktus.

Wenn die VERöffentlichte Meinung jemanden liebt, dann kollektiv.
Alle Zeitungen und Magazine bejubelten Karl-Theodor Baron von und zu Guttenberg. 
Alle jazzen Ursula von der Leyen zur möglichen Kanzlernachfolgerin hoch, jeder plappert dem anderen nach, daß Ratzinger ein hochintelligenter bedeutender Wissenschaftler wäre. Alle halten Vroni Ferres für eine der bedeutendsten Schauspielerinnen. Jeder schreibt von Schäubles unbestrittener Finanzkompetenz.
(Ich vertrete in allen Punkten die diametral entgegengesetzte Meinung, aber auf mich hört ja keiner)
Die einhelligen Charakterisierungen führen dazu, daß sich die öffentliche Meinung der veröffentlichten Meinung irgendwann anpasst. 
Die Öffentliche ist ein Tanker. Sie geht viel langsamer auf Kurs, behält aber die einmal eingeschlagene Richtung erstaunlich lange bei.
Als Guttenberg schon seit Wochen der massiven Lügen und Täuschungen überführt war, hielt die große Mehrheit der Deutschen ihn immer noch für gradlinig und grundehrlich.
Einhellig senkt die veröffentliche Meinung derzeit über Peer Steinbrück die Daumen.
Seine unbestrittene Fachkompetenz wird gar nicht mehr zur Kenntnis genommen.
Daß er Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Mehltau-artigen Paralyse reißen könnte, die die Nichtpolitikerin und Lobbyisten-Wunscherfüllerin Merkel der Nation antut, interessiert nicht.

Stattdessen berauscht man sich an „echten Steinbrücks“ - also sprachliche Fauxpas, die dazu geeignet sind in dieser Neidkultur einen Popanz aufzubauen.
Der Urnenpöbel hat längst das Gespür für die wirklich wichtigen Punkte verloren.

Ob Merkel 40 Milliarden Euro oder 400 Milliarden Euro an die Banker verteilt, spielt für den Wähler gar keine Rolle, weil er sich den Unterschied ohnehin nicht vorstellen kann. 
Dabei ist genau das der alles überlagernde Megaskandal des frischen Jahrtausends: Sozialisierung der Verluste, Privatisierung der Gewinne. Gigantische Umverteilung von unten nach oben, Abkopplung einer superreichen Elite, die sich ihren Einfluß problemlos erkaufen kann und nicht den lästigen Umweg über Demokratie und Wahlen gehen muß. 
Das alles nimmt der Urnenpöbel klaglos hin. Aber wehe wenn Steinbrück seine Bundestags-Jahresbahncard einmal für eine private Zugfahrt benutzt.

Das ist so wie mit den Dienstwagen, die für eine Extratour ein paar Hundert Euro kosten. Darüber regen sie sich fürchterlich auf, weil das Größenordnungen sind, in denen sie selbst denken. 
Wenn aber Politiker ein paar Milliarden verschleudern oder wie CDU und FDP an Lobbyisten weiterreichen stört das demoskopisch gar nicht, weil das eh außerhalb des Horizonts des Urnenpöbels liegt.
Dass Steinbrück völlig Recht hat damit, daß Kanzler im Vergleich zu jedem Landeschef einer Kassenärztlichen Vereinigung unterbezahlt sind, spielt keine Rolle mehr.
 Ein Kandidat soll sich dem Neid-Pöbel anpassen.

Am schlimmsten finde ich, zu suggerieren er verlange nach mehr Geld, damit ER SELBST dann mehr verdiene!
Dabei ist bei kaum einem besser nachgewiesen als bei Steinbrück, daß er wesentlich mehr verdienen kann und zwar bei 1% des Aufwands, wenn er eben NICHT Kanzler würde. Ginge es ihm ums Geldverdienen, würde er sich ja nicht bewerben.

Kürzlich diskutierte ich in der Uniklinik mit einer Putzfrau. Sie setzte das Bundeskanzlergehalt auch sofort in Relation zu IHREM Gehalt und meinte es sei ja wohl unverschämt, daß Merkel 15 mal so viel wie sie im Monat verdiene.
Da mußte ICH (ausgerechnet!!!) Merkel verteidigen und antworten „bei aller Liebe, aber die Jobs - Putzfrau und Regierungschefin eines 82-Mio-Volks - sind eben NICHT vergleichbar“.
Daraufhin war sie natürlich beleidigt und meinte so schwer sei der Kanzler-Job ja nun auch nicht, schließlich hätte Merkel doch für alles ihre Leute!

Also, ich hasse Merkel nun wirklich wie die Pest, aber daß ein Regierungschef einen anstrengenden Job mit Dauerarbeit und wenig Schlaf hat, kann man ja nun nicht abstreiten. 
Wenn man nur eine ruhige Kugel schieben will, ist das jedenfalls nicht das Richtige.

Das Gespräch endete dann damit, daß ich sagte „Wenn sie der Ansicht sind Bundeskanzler ist so easy und man verdiene so viel, dann werden sie  doch selbst Bundeskanzlerin!“
Steht doch jedem frei.
Schröder hat gezeigt, daß das auch geht, wenn man aus allereinfachsten Verhältnissen kommt.
Aber daß man sich dafür 30 Jahre lang vorher buckeln und fleißig sein muss, jedes Wochenende auf dämlichen Parteiortsvereinssitzungen hocken muß, unendlich viele Hintern küssen muß, war ihr wohl nicht so gegenwärtig!

Es gibt tausende Leute, die ungerechtfertigt zu viel verdienen. 
Insbesondere solche Typen wie die Quandts, die GAR NICHTS tun und zufällig geerbt haben und dann bei einem 25%-Kapitalertragssteuersatz 600 Mio im Jahr verdienen dafür, daß sie zu Hause sitzen und Däumchen drehen.
Ich glaube auch, daß viele Verbands- und Sportfunktionäre sich nicht unbedingt todarbeiten für ihre hohen sechsstelligen Jahresgehälter.
 Man könnte sogar noch um die hohen Beamten in den Ministerien streiten.

Aber ausgerechnet BUNDESKANZLER wird man nicht wegen des Geldes. 
"Mega-schwierig" bis "total beschissen", so beschreiben viele Sozialdemokraten derzeit die Stimmung. Peer Steinbrück und sein schwer lädiertes öffentliches Image zieht die ganze Partei nach unten. Selbst hartgesottene Genossen fragen, wie man unter diesen Bedingungen einen halbwegs anständigen Bundestagswahlkampf überstehen soll.

Die SPD ist in ihrer wechselvollen Geschichte Unbill gewohnt. Die katastrophale Wahlniederlage 2009 war der vorläufige Tiefpunkt der jüngsten Zeit. Aber viel besser ist die Stimmung derzeit nicht. Eigentlich wollte sie im Sommer selbstbewusst ihren 150. Geburtstag feiern und im Herbst dann mit etwas Glück den Kanzler stellen.

Von Selbstbewusstsein ist dieser Tage aber wenig zu spüren, von Glück kann keine Rede sein. Namhafte und gemeinhin wohltemperierte Sozialdemokraten beschreiben den Zustand der Partei in überraschend drastischen Worten. "Mega-schwierig" ist der höflichere, "total beschissen" der gängigere Begriff.

Sollte Steinbrück gefürchtet haben, ihm schlügen in Berlin aus den eigenen Reihen Wogen der Entrüstung entgegen - er hätte nicht bangen müssen. Von Wut und Erregung ist nichts zu spüren, wer im vertraulichen Gespräch das Parteibefinden erkundet, spürt stattdessen Resignation, Ratlosigkeit und Anzeichen von Defätismus, Stimmungen also, die für eine Partei im Bundestagswahljahr gefährlicher sein können als Ärger und Zorn.

[…] Ein Kandidatenwechsel im Wahljahr wäre eine Katastrophe, sagen erfahrene Sozialdemokraten: "Das wäre Selbstmord aus Angst vor dem Tod." Stimmt.
 Sachlich ist aber schon längst nicht mehr.
Die Zeitungen überschlagen sich mit Horrormeldungen über den ungeschickten Peer.

Linke sitzen mit dampfenden, vollen Hosen wie paralysierte Kaninchen vor der Niedersachsenwahl und erklären Steinbrück a priori zum Sündenbock und falschen Kandidaten. 
Dabei hatte es gar keine Alternative gegeben.

Sie hatten ja nun mal de facto nur Steinmeier, Steinbrück und Gabriel zur Auswahl und von denen geht nur Steinbrück, weil Gabriels persönliche Sympathiewerte zu schlecht sind; Steinmeier wollte nicht und hat 2009 bewiesen, daß er Merkels Einlull-Wahlkampfstil absolut NICHTS entgegen zu setzen hat. ("Asymmetrische Demobilisierung")
Steinbrück hingegen ist klug, eloquent und kann auch im bürgerlichen Lager Stimmen holen.

Er ist aber beratungsresistent und haut gerne zur Unzeit Sprüche raus, die beim Wähler schlecht ankommen.

Daß er IN DER SACHE recht hat, interessiert dabei gar nicht mehr. 
Nun steht die ganze Journaille gleichgeschaltet gegen ihn. 
Und gegen so eine Kampagne hat man natürlich kaum Chancen. Insbesondere wenn die gesammelte Medienmacht in Form von Friede und Liz Merkel massiv hochschreiben läßt, obwohl sie NICHTS auf die Reihe bekommt und alle Versprechen gebrochen hat.
Klartext wollen die Wähler aber nicht mehr. Das erschreckt sie ganz fürchterlich.
Beliebt ist nur noch derjenige, der seichtes Geschwurbel ohne Inhalt absondert.
Wulff und Guttenberg sind so auf Platz 1 der Beliebtheitsskala aufgestiegen: Bloß keine politischen Positionen beziehen, niemanden verärgern, zu allem freundlich grinsen.
Der Urnenpöbel sehnt sich geradezu danach verarscht zu werden. ER will nur hören, daß es irgendwie weitergeht, ohne von der lästigen Realität aufgeschreckt zu werden. 16 Jahre Einlull von Kohl und acht Tranquilizer-Merkeljahre und der Verstand des Wahlvolkes ist erfolgreich ausgeschaltet
In der aktuellen ZEIT (von gestern) ist dazu ein interessanter Artikel - leider noch nicht online:

„Die Rhetorik  der Macht.

Über weniges regen sich die Medien derzeit mehr auf als über Peer Steinbrücks Interviews. Sollte er vielleicht lieber reden wie die Kanzlerin?“

Journalisten beklagen sowohl politische Nullaussagen als auch unkluge Antworten. Unkluge Antworten sind zumeist konkret

[…]   Steinbrück habe, wie der Spiegel in seiner aktuellen Titelgeschichte noch einmal herausstellt, »den Eindruck« erweckt, sich ein besseres Einkommen verschaffen zu wollen, da er in einem Interview darauf hingewiesen habe, dass das Kanzlergehalt verhältnismäßig niedrig sei. Nun hatte Peer Steinbrück keineswegs gesagt, dass er aufgrund eines finanziellen Vorteils Bundeskanzler werden möchte, er hatte vielmehr stets das Gegenteil behauptet, zum Beispiel im November in der Bild am Sonntag: »Meine Bewerbung um die Kanzlerkandidatur zeigt, dass mir dieses politische Engagement wichtiger ist als Geld. Denn sonst würde ich mehr verdienen, wie ja jetzt jedermann weiß.« Das weiß natürlich auch jeder politische Kommentator, genauso wie er allerdings auch weiß: Darauf kommt es gar nicht an. Es kommt nicht in erster Linie auf die Aussage selbst an, es kommt darauf an, ob sich aus der Aussage ein zweifelhafter Eindruck ableiten lässt, der zu einer öffentlichkeitswirksamen Erzählung taugt. Die Erzählung lautet: Ausgerechnet ein Kanzlerkandidat der SPD, der für seine Vorträge hohe Honorare kassierte, hinterlässt den Eindruck, sich über sein mögliches zukünftiges Gehalt zu beschweren. Nach Steinbrücks Vorgeschichte, so der Spiegel, »wirkte es seltsam«, dass Steinbrück auf das Kanzlergehalt zu sprechen gekommen sei. Seltsam ist allerdings auch, dass die seltsame Wirkung einer Aussage ein Politikum sein soll.

 Genau besehen, lässt sich aus den Steinbrückschen Interviewsätzen vor allem ableiten, dass er sich den Medienmechanismus nicht zu eigen machen möchte, wonach schon der mögliche Eindruck, den eine Aussage hinterlässt, diese sogleich zu einer kritikwürdigen macht. Eine kluge Antwort im Pingpongspiel eines journalistischen Inter views ist heute eine tautologische oder möglichst selbstverständliche, aus der sich, wenn überhaupt, nur indirekt etwas ableiten lässt. In diesem Sinne kluge Antworten kennt man gut von der Bundeskanzlerin. Nur einige allzu typische Beispiele aus den vergangenen Monaten: Am 2. Mai beantwortete Angela Merkel in der Welt die Frage, welche Bedeutung die Landtagswahl in Schleswig- Holstein für sie und die CDU habe, fol gen dermaßen: »Jede Landtagswahl ist wichtig, weil sie darüber entscheidet, welche Politik in einem Bundesland zum Tragen kommt (...).« Am 3. Mai wurde sie von der Hamburger Morgenpost gefragt, ob sie zur Fußballeuropameisterschaft in die  Ukraine fahre: »Ich habe noch keine Reisepläne zu Spielen der EM gemacht, weder nach Polen noch in die Ukraine, so etwas entscheide ich immer kurzfristig (...).« Am 2. Dezember wurde sie in der Bild am Sonntag gefragt, welche Position die Union zur steuerlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit Eheleuten habe: »Der Parteitag ist der richtige Ort für eine solche Entscheidung (...).« Wie ernst nimmt sie ihren Herausforderer Peer Steinbrück? »Ich habe immer jeden meiner Konkurrenten und Herausforderer ernst genommen und respektiert (...).« In Angela Merkels Interviewantworten wird entweder auf ein zuständiges Gremium verwiesen (»Parteitag«), die Fragestellung bis zur Unkenntlichkeit ins Allgemeine verschoben (»Jede Landtagswahl ist wichtig ...«, »Ich habe immer jeden meiner Konkurrenten ...«), oder aber die Frage wird als noch gar nicht beantwortbar deklariert, da eine Entscheidung noch aussteht: »Ich habe noch keine Reisepläne ...« [….]
(ADAM SOBOCZYNSKI, DIE ZEIT 10.01.13)