Es greift immer mehr
um sich, populistisch auf die öffentlich-rechtlichen Sender einzudreschen, die
als „Staatsfunk“ zu diffamieren und gegen die „Zwangsgebühren“ zu hetzen.
Es ist das große
Thema der Nazis um Bernd Höcke.
[…..] Es gehört zu den zentralen Wahlversprechen der Thüringer AfD, den
Staatsvertrag über den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) aufkündigen zu wollen.
Doch so einfach, wie Spitzenkandidat Björn Höcke sich die Abschaffung der
Landesanstalt vorstellt, dürfte sie in der Praxis nicht sein. Davon zumindest
geht der Juristische Direktor des MDR, Jens-Ole Schröder, aus.
Im Gespräch mit dem Medienmagazin des Deutschlandfunks, „mediasres“, sagte
er: „Wenn ein Staatsvertragsland – nehmen wir mal Thüringen – den
MDR-Staatsvertrag, der ein Dreiländerstaatsvertrag ist, kündigen würde, dann
würde das den MDR nicht auflösen.“ Stattdessen würde der Rundfunkstaatsvertrag
zwischen den verbliebenen Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt wirksam bleiben,
so Schröder. [……]
(FAZ, 24.07.2024)
Auch wenn
Faschistenführer Höcke das in diesem Fall auch als Thüringer Ministerpräsident allein
nicht schaffen wird; so ist der Gedanke in Ossistan sehr verbreitet. Wenn sich
das ungewaschene Pack mit den schlechten Zähnen bei AfD-Veranstaltungen auf den
Straßen zusammenrottet, müssen darüber berichtende Journalisten um ihr Leben
fürchten, weil die braunen Antidemokraten handgreiflich werden. Die als „Spaziergänge“
euphemisierten Montagsdemonstrationen der Schwurbelmafia illustrieren ihre
Schizophrenie. Sie gehen auf die Straße, um Aufmerksamkeit zu erregen und sobald
Journalisten erscheinen, um ihren Anliegen Gehör zu verliehen, werden sie
weggeprügelt.
Besonders übel dabei
die Rolle der CDU, die seit Jahren ungeniert auf den AfD-Zug aufspringt und
ebenfalls gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk agitiert.
(…..) Nach elf Jahren ohne
Gebührenerhöhung empfahl die Politik-unabhängige Die Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) nun die Erhöhung um 86 Cent.
Eine sehr moderate und eher zu
geringe Erhöhung, wie ich meine.
Aber wie auch Corona selbst ist die
Rundfunkgebühr ein heißes Thema bei Rechtsextremen, Verschwörungstheoretikern
und Aluhüten jeder Art. Die GEZ (Gebühreneinzugszentrale), die es seit 2012 gar
nicht mehr gibt, ist eins der Hauptfeindbilder der Schwurbler/Impfgegner/Reptiloiden/Reichsbürger.
Also setzt sich auch die chronische
Heulsusen-Partei AfD auf das Thema.
Die Gauland-Höcke-Bande, die erst
durch die Öffentliche-Rechtlichen richtig große gemacht wurde, indem die ARD- und ZDF-Talkshow extrem überproportional AfD-Themen
diskutierten, versinkt nun wie ihr Idol Trump im
Selbstmitleid.
Sie fühlen sich nicht ausreichend
gewürdigt und vermissen ihre kostenlose Werbezeit.
Also setzen sie sich populistisch
an die Spitze der Gebühren-Gegner, zumal sie als Corona-Leugner ohnehin von
seriösen Informationen benachteiligt werden.
Bis hierhin wäre die Geschichte
eine typisch traurige Episode aus dem faschistoiden AfD-Kosmos.
Aber da ist noch die
Sachsen-Anhaltinische CDU, die es nicht nur wie die Kollegen in Thüringen und
Brandenburg mit einer extrem rechtsaußen stehenden vom Verfassungsschutz
beobachteten AfD zu tun haben, sondern ebenso wie die Möhring-Fraktion in
Erfurt immer mal wieder selbst braun blinkt und den Faschisten fröhlich die
Hand reicht.
Den Empfehlungen der KEF müssen
alle 16 Ministerpräsidenten und alle 16 Landesparlamente zustimmen.
Alle Regierungschefs haben es schon
getan; es fehlt aber noch das Parlamentsvotum aus Magdeburg.
Die extrem rechts stehende
Landes-CDU möchte nun ein Kemmerich 2.0-Drama inszenieren und ohne Not statt
mit den Grünen und Sozi-Koalitionspartnern mit der AfD stimmen, um die
Gebührenerhöhung in der ganzen BRD zu kippen. MP Haseloff gelingt es nicht, seine
eigenen Leute einzufangen.
[….] "Der Ministerpräsident hat das Thema und die eigene Fraktion
unterschätzt", urteilt Katja Pähle, Fraktionsvorsitzende der
Sozialdemokraten. "Es gibt eine Gruppe innerhalb der CDU, die keine
Berührungsängste mit der AfD hat." Die Sozialdemokraten drohen mit einem
Sonderparteitag zum Fortbestand der Koalition, sollte die CDU bei ihrem Nein
bleiben. [….] Da gebe es eine
pyromane Landtagsfraktion, deren Vertreter aus Überzeugung oder mindestens
strategischem Eigeninteresse die Nähe zur AfD suchen, selbst wenn dafür das
Heiligste zu opfern ist, der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Das klingt auch
deswegen zunächst plausibel, weil die CDU in Sachsen-Anhalt mit so vielen
Sonderbarkeiten aufgefallen ist, dass sich ein ganzes Vorgeschichtsbuch
schreiben ließe. Es gab den Fall des CDU-Kreisvorstands Robert Möritz, dessen
rechtsextreme Vergangenheit in Form eines Tattoos zutage trat. Da ist der
CDU-Fraktionsvize Lars-Jörn Zimmer, der in einer "Denkschrift" das
"Soziale mit dem Nationalen versöhnen" wollte. Kurz nachdem in
Thüringen der FDP-Mann Thomas Kemmerich mit Stimmen von CDU und AfD kurzzeitig
zum Ministerpräsidenten gekürt wurde, sagte Zimmer in die Kameras des ZDF, dass
er eine CDU-Minderheitsregierung mit Tolerierung der AfD generell für
"absolut denkbar" halte. [….]
(SZ, 28.11.2020)
Wie schon bei der faschistoiden
Katastrophe von Erfurt, als sich FDP und CDU mit dem Flügel-Führer Bernd
Höckler zusammentaten und damit die eigene Bundespartei derartig beschädigten,
daß Kramp-Karrenbauer den Bundesvorsitz und die Kanzlerkandidatur in die Tonne
trat, sind die Nazi-Freunde in der Sachsen-anhaltinischen CDU nicht zur Raison
zu bringen.
[…..] Im Großen geht es darum, wie die Christdemokraten es mit den Rechten
halten, ob die Brandmauer steht oder sie langsam einbricht, zerbröselt.
[….] »Die CDU ist offensichtlich dabei,
alle Tore nach rechts zu öffnen«, kritisiert Grünenchef Robert Habeck. Von
einem »Skandal« spricht die SPD. In Magdeburg drohen beide Parteien mit dem
Ende der Koalition. [….] Die
Christdemokraten in Magdeburg scheinen unbeirrt. »Die CDU wird nicht umfallen.
Wir lassen uns in dieser Frage nicht erpressen. Von niemandem«, sagt Sven
Schulze, der Landesgeneralsekretär. AfD hin oder her. Fast wirkt es wie ein
Déjà-vu. Im Frühjahr scheiterte Kramp-Karrenbauer schon einmal damit, eine
renitente Landtagsfraktion auf Linie zu bringen, nachdem die CDU in Thüringen
mit der AfD einen FDP-Mann kurzzeitig zum Ministerpräsidenten gewählt hatte.
Danach stellte die Parteichefin ihren Rückzug in Aussicht. Jetzt, kurz vor
ihrem Abtritt, soll bloß kein neues Erfurt entstehen. [….] Siegfried Borgwardt [….] der Vorsitzende der CDU-Fraktion, [….] sagt [….]
laut Teilnehmern: Die CDU-Fraktion habe sich
in ihrer Sitzung noch einmal mit dem Thema Rundfunkbeitrag befasst. Man bleibe
beim Nein zur Erhöhung. [….] Es lasse
sich nicht einfach »die Nazikeule schwingen«, sagt Markus Kurze,
Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion. Die CDU kämpfe seit
Jahren für Reformen beim Rundfunk. [….] »Was
sich in Sachsen-Anhalt aufbaut, ist alarmierend«, kritisiert Grünenchef Habeck.
»Wenn die CDU tatsächlich mit der AfD gegen den Rundfunkstaatsvertrag stimmt,
macht sie sich mit deren Kampf gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und
seine Unabhängigkeit gemein[….] In
der SPD schießt Lars Klingbeil gegen die CDU. »Nazis reicht man nicht die
Hand«, sagt er in klassischer Generalsekretärsmanier [….] Schon länger stellt sich in Magdeburg die
Frage, wie entschlossen sich die CDU von Rechtsaußen abgrenzt. Im August 2017
beschloss der Landtag, eine Enquete-Kommission zur Untersuchung des
Linksextremismus zu bilden. Für den Antrag stimmten neben der AfD weite Teile
der CDU-Fraktion. Im Juni 2019 veröffentlichten zwei CDU-Vizefraktionschefs
eine sogenannte Denkschrift, in der sie eine mögliche Koalition mit der AfD ins
Spiel brachten. Im Dezember 2019 flog die rechtsradikale Vergangenheit eines
CDU-Kreisvorstands auf. Tagelang stellte die CDU sich vor ihn. [….]
(Der SPIEGEL Nr 49/2020,
28.11.2020)
Die sogenannte Brandmauer zwischen der CDU und den Nazis ist eine Illusion. (…..)
(Mehr schwarzbraune CDU-Nüsse, 30.11.2020)
Dabei leistet der öffentlich-rechtliche
Rundfunk im Schwurbelzeitalter eine wichtigere Aufgabe, denn je.
Klar, als Intendant
würde ich die Gelder anders einsetzen, kein Geld für Fußball, Tour de Farce und
Olympische Spiele ausgeben. Den Talkshow-Redaktionen würde ich auch ordentlich
auf den Kopf klopfen. Aber die Informationssparte leistet Großartiges.
Zwei Beispiele von
gestern:
[…..] Erdrückende Papierflut - Von Bürokratiemonstern, Überregulierungen
und Schnappatmung.
Es ist der Evergreen unter den Wahlversprechen: der Bürokratieabbau. Doch
gemessen am alltäglich anfallenden Papierkram im Land kann man den Traum von
weniger Verwaltung schnell abheften. Die Last der stetig zunehmenden
Verordnungen und Dokumentationspflichten bringt nicht nur Handwerksbetriebe an
ihr Limit, sondern auch die verantwortlichen Behörden selbst. Die FAKT-Recherche taucht tief in den Alltag
eines Betriebes und einer Behörde ein, die im Paragrafendschungel nach
kreativen Pfaden suchen. Denn der Einsatz ist hoch: Je mehr die Verwaltung
versagt, desto mehr verlieren die Menschen das Vertrauen in den Staat. [….]
(MDR, 22.07.2024)
Da kam ausführlich
auch der sächsische Landrat Dirk Neubauer zu
Wort, der gestern auch zurücktrat. Deutschland ist ABSOLUT VERLOREN!
Das wird hier nie
mehr was.
Bitte unbedingt hier ansehen.
Sehr empfehlenswert
auch die ZDF-Doku gestern: "37° - Arbeitskräfte verzweifelt gesucht"
[…..] Die ZDF-Reportage '37°: Arbeitskräfte weltweit gesucht!' zeigt die
alarmierenden Folgen des Fachkräftemangels in Deutschland. Migranten wie die
Brasilianerin Elaine und der Tunesier Yassine stehen trotz hoher Motivation vor
massiven bürokratischen Hürden.
An den Zahlen gibt es nichts zu rütteln – wohl aber wird über die Schlüsse,
die daraus zu ziehen sind, eifrig gestritten: Wie der neue Beitrag "37°:
Arbeitskräfte weltweit gesucht!" aus der sozial engagierten
Reportage-Reihe des ZDF zeigt, ist der Fachkräftemangel in Deutschland
weiterhin alarmierend. Bis zum Jahr 2035 werden Schätzungen zufolge
beispielsweise rund 350.000 dringend benötigte Pflegekräfte fehlen. Längst
geraten Logistik-Ketten ins Stocken, weil etwa aktuell rund 70.000 Lkw-Fahrer
fehlen. Umso erschreckender: Wer als Migrant in Deutschland arbeiten möchte –
gerade in den von Mangel bedrohten Branchen – steht oft vor unerwarteten
Problemen. Bürokratie-Abbau wäre das Gebot der Stunde, um im internationalen
Wettlauf um Arbeitswillige nicht noch mehr Boden zu verlieren. […..] Die 37-jährige Brasilianerin Elain
ist Fachfrau durch und durch. In einer Klinik in São Paulo hatte sie einen
Leitungsposten in der Notaufnahme, Pflege hatte sie studiert. Und ihre
Motivation, ihre Heimatstadt, die ein hohes Kriminalitätsproblem hat, zu verlassen,
war groß: "Ich kann als Frau nicht alleine morgens zur Arbeit gehen.
Entweder werde ich vergewaltigt oder ausgeraubt", blickt sie im Beitrag
zurück. Doch Elaines Ankommen in Deutschland war schwer. Sie musste noch in
Brasilien viele Sprachkurse belegen, um die nötigen Zertifikate zu erhalten.
Außerdem schlug sie sich lang mit Anträgen und Genehmigungen herum, um das
nötige Arbeitsvisum zu erlangen. Es vergingen Monate. […..] Ähnlich
trübe Erfahrungen hat der 26-jährige Yassine gemacht, der nach seinem Studium
in seiner Heimat Tunesien als Lkw-Fahrer jobbte. Über die Bundesagentur für
Arbeit gelangte der junge Mann an die Zusage, sich in Deutschland zum
Berufskraftfahrer ausbilden zu lassen. Yassine wurde an eine Spedition
vermittelt. Sein neuer Arbeitgeber unterstützt ihn so oft wie möglich. Doch die
ausufernde Bürokratie und zunächst nicht leicht zu durchschauende
Zuständigkeiten unterschiedlicher Ämter überfordert auch die deutschen
Logistiker oft. [……]
(Beschreibung via Prisma)
Begleitet wurden Yassine,
der LKW-Fahrer aus Tunesien und Elaine, die Krankenschwester aus Brasilien.
Sie hat 14 Jahre
Berufserfahrung, war Intensivschwester und Stationsleiterin.
Wurde von einer
Klinik in Düsseldorf abgeworben.
Die
Einreiseerlaubnis lies ein Jahr und neun Monate auf sich warten. Die
Personalchefin der Klink meinte, daß die Hälfte der der Angeworbenen in der
Wartezeit wieder abspringen und nie in Deutschland ankommen, weil die längst in
andere Länder gegangen sind, wo das viel schneller geht.
Untergebracht wurde
Elaine die Krankenschwester dann eine Stunde Bahnfahrt von der Klink entfernt
in einem 12qm-Zimmer ohne Küche und ohne Klo.
Yassine haust ebenhfalls
in einem Behelfszimmer ohne Küche und Bad, was ihm so peinlich war, daß er sich
da nicht filmen lassen ließ.
Sein Chef kennt das
Problem, daß Arbeitskräfte nicht kommen, wenn sie keine Wohnung finden. Er hat
über seinem Betrieb mit den ganzen LKWs eine leerstehende Bürofläche, die er
anfing zu Wohnungen umzubauen.
Aber das wurde
verboten, weil man in einem „Gewerbemischgebiet“ nicht wohnen darf.
Macht ja nichts bei
dem enormen Wohnungsüberangebot in Deutschland.
Elaine wurde in der
Düsseldorfer Klinik besserwisserisch erklärt, daß man plane die
Papierdokumentation zu digitalisieren, dann würde es ganz modern.
Darauf die
Brasilianerin: „ ???? Krankenakten auf Papier?“
Gibt es in Brasilien schon ewig nicht mehr.
Bitte unbedingt hier ansehen.