Samstag, 29. August 2020

Grüne geben Eigenständigkeit auf


Diese Woche legte sich schon Winfried Kretschmann, der mächtigste deutsche Grüne mit dem höchsten Regierungsamt, als Ministerpräsident Baden Württembergs auf eine Rolle als Juniorpartner seiner geliebten CDU/CSU fest.

Devot möchte er weiterhin den Homophoben, Xenophoben, den Scheuers, Kramp-Karrenbauers und Seehofers dienen.
Dem Bestreben der SPD unter Olaf Scholz eine Regierung links von der CDUCSU zu bilden und mit RRG endlich die Umverteilungspolitik von unten nach oben zu beenden, erteilte der Obergrüne eine Absage.

(…..) Die Grünen weigern sich unterdessen standhaft irgendeine inhaltliche Aussage zu treffen, wollen ihre Wähler im Dunkeln lassen über ihre Koalitionspläne, obwohl MP Kretschmann schon klarstellte, daß für die Grünen nur die Rolle als Juniorpartner seiner geliebten CDU/CSU in Frage kommt.
Die Parteichefs Barbock und Habeck sehen das sicherlich genauso, wollen es aber auf keinen Fall laut sagen, um alles schön in der Schwebe zu halten und die potentiellen Wähler mit wolkigen politfreien Aussagen bei Laune zu halten.

[…..] Kretschmann wünscht sich Schwarz-Grün im Bund
[…..] Er hoffe, dass es nach der Wahl im nächsten Jahr zu einer schwarz-grünen Koalition komme, sagte Kretschmann der Wochenzeitung „Die Zeit“. Ein Modell unter grüner Führung und nach baden-württembergischem Vorbild halte er für unrealistisch. Dies sehe er derzeit nicht; die Zahlen seien einfach nicht da, erklärte der Regierungschef. […..]

Der grüne Ministerpräsident erkennt als Mitglied des Zentralrates der Katholiken in der homophoben Hardcore-Katholibanin Annegret Kramp-Karrenbauer seine politische Schwester. Grüne verbiegen sich nur zu gern. (…..)

Die südwestlichen Grün-Katholiken sind damit nicht allein.
Der Hamburger Landesverband der Grünen versteht sich schon lange als CDU-Anhängsel und kündigte gleich in mehreren Bezirken trotz rotgrüner Mehrheiten die Bündnisse mit der SPD auf, um die konservative CDU an die Macht zu bringen.

(…..) Inhaltlich sind die Hamburger Grünen vollständig auf einer Linie mit der CDU. Seit ihrer Koalition mit der CDU im Jahr 2008 gehen sie Bündnisse mit der SPD nur noch im Notfall ein; so wie dieses Jahr nach der Bürgerschaftswahl im Februar, als die extrem schwache CDU rechnerisch kein Oliv-Bündnis zuließ.

In den Hamburger Bezirken hingegen kündigten die Grünen rotgrüne Bündnisse sofort auf, wenn ihre Lieblingskoalition mit der CDU rechnerisch möglich wurde.

-      Die Grüne Landesspitze scheiterte mit ihrem Projekt Schwarz-Grün in Hamburg-Mitte, weil sich sechs Grüne Abgeordnete verweigerten und lieber zur SPD übertraten. Landeschefin Gallina hetzte so sehr gegen die sechs Abtrünnigen, daß gegenwärtig die Staatsanwaltschaft gegen sie ermittelt. Gute Voraussetzungen, um die Nicht-Juristin zur Hamburger Justizsenatorin zu machen.

-      Im Hamburg-Eimsbüttel kündigten die Grünen die rotgrüne Koalition, um mit der CDU zu regieren.

-      In Hamburg-Altona bildete sich ebenfalls eine Oliv-Koalition. (…..)

Das ist der grundsätzliche Unterschied zur SPD, die Bündnisse mit der CDU nur als ultima ratio eingeht, wenn alle anderen Koalitionsoptionen unmöglich sind.

Der Grüne Justizsenator Steffen, der auch schon unter CDU-Bürgermeistern Justizsenator war, erklärt, er fühle sich der CDU näher als der SPD. „In den ausführlichen Gsprächen hat sich gezeigt, dass die Erarbeitung von Leitlinien für künftige Planungen die Menschen und der Natur den nötigen Raum zu geben, mit der CDU besser möglich ist.“
Ja klar. [….]

Das zeigten ebenfalls die Saarländischen Olivgrünen und natürlich die hessischen CDU-Anhängsel. Ausgerechnet bei dem Beton-CDU-Landesverband Hessen („Dreggers Stahlhelmfraktion“, Martin Hohmann, Erika Steinbach, Kristina Schröder, Koch, Kanther).

[…..] Ganze vier Windräder sind 2019 in Hessen aufgestellt worden, was Wirtschaftsminister Al-Wazir auf die windradfeindlichen Bundesregelungen zurückführt - andere Länder kommen aber mit ihnen deutlich besser zurecht. Überhaupt sind die hessischen Anstrengungen gegen die Erderwärmung zwar ordentlich, aber auch nicht ehrgeiziger als die des bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Markus Söder.
Dass es in der hessischen Polizei rechtsradikale Vorfälle gab, müsste die Grünen zutiefst regierungskritisch werden lassen - nur sind sie halt selber in der Regierung. Beim Skandal um die keimbelastete Wurst des nordhessischen Herstellers Wilke machte ausgerechnet die grüne Verbraucher- und Umweltministerin Priska Hinz keine gute Figur. Ein Gesetzentwurf zur Neustrukturierung der Ausländerbeiräte bringt viele Migrationsfachleute gegen die Grünen auf; im Rhein-Main-Gebiet drängen Wohnungsnot und Verkehrskrise, auf dem Land herrscht digitale Steppe. […..]

Was also in den Ländern schon lange klares Ziel der Grünen ist; nämlich die konservative CDUCSU ins Kanzleramt zu heben, bestätigt nun auch die Parteivorsitzende Baerbock so gut wie unverblümt.

Zum 75-Jährigen Bestehen der Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU trat Annalena Baerbock als Festrednerin auf.

[…..] Die Parteichefin der Grünen hat zuletzt mit Geburtstagsgrüßen an die Christdemokraten ja nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Gemeinsam mit ihrem Co-Vorsitzenden Robert Habeck übermittelte sie in der FAZ eine Glückwunschadresse an die "liebe CDU", die von vielen Beobachtern als allzu huldvoll empfunden wurde. "Ihr seid so etwas wie die institutionalisierte Regierungspartei, die Grundversorgung im Kanzleramt, das Bayern München der Politik", stand da. Es las sich über weite Strecken, als ob Schwarz-Grün im Bund nicht nur längst beschlossene Sache, sondern auch das Natürlichste auf der Welt wäre. […..]

Liebe Grüne, macht es doch nicht so kompliziert, sondern fusioniert endlich mit Eurer geliebten CDU/CSU.
Dann herrschen klare Verhältnisse aus einem großen olivgrünen Merz/Söder-Block mit devot-gelbem Anhängsel einerseits und Linken/SPD andererseits, die sich einen Kanzler jenseits der C-Parteien wünschen.

Freitag, 28. August 2020

Verdrehte Lage.


Die FDP ist völlig von der Rolle, kämpft mit der 5%-Hürde und wieder einmal schiebt Parteichef Lindner einen Sündenbock für sein eigenes Versagen vor: Linda Teuteberg.

Die Grünen weigern sich unterdessen standhaft irgendeine inhaltliche Aussage zu treffen, wollen ihre Wähler im Dunkeln lassen über ihre Koalitionspläne, obwohl MP Kretschmann schon klarstellte, daß für die Grünen nur die Rolle als Juniorpartner seiner geliebten CDU/CSU in Frage kommt.
Die Parteichefs Barbock und Habeck sehen das sicherlich genauso, wollen es aber auf keinen Fall laut sagen, um alles schön in der Schwebe zu halten und die potentiellen Wähler mit wolkigen politfreien Aussagen bei Laune zu halten.

[…..] Kretschmann wünscht sich Schwarz-Grün im Bund
[…..] Er hoffe, dass es nach der Wahl im nächsten Jahr zu einer schwarz-grünen Koalition komme, sagte Kretschmann der Wochenzeitung „Die Zeit“. Ein Modell unter grüner Führung und nach baden-württembergischem Vorbild halte er für unrealistisch. Dies sehe er derzeit nicht; die Zahlen seien einfach nicht da, erklärte der Regierungschef. […..]

Der grüne Ministerpräsident erkennt als Mitglied des Zentralrates der Katholiken in der homophoben Hardcore-Katholibanin Annegret Kramp-Karrenbauer seine politische Schwester. Grüne verbiegen sich nur zu gern.
Robert Habeck reagiert, indem er eine neue Salve extra unpolitischer Instagram-Privatbilder ins Netz lädt.


In der CDU macht sich unterdessen blanke Verzweiflung breit.
AKK, die den Prozess der Kandidatenfindung von vorn leiten wollte, versagt mehr denn je, verfügt über keine Autorität und sieht hilflos zu wie das Verfahren zwischen Merz, Röttgen, Spahn und Laschet zunehmend chaotisiert wird.
Genau die Männer, die im Februar noch großsprecherisch AKKs Zeitplan vom Tisch fegten – eine Hängepartei bis Dezember dürfe es nicht geben; im Frühsommer werde der CDU-Vorsitzende/Kanzlerkandidat bestimmt – gehen gerade alle im Corona-Chaos unter. Die ungeliebte lame duck Kramp-Karrenbauer wird nicht nur taten- und talentlos bis Dezember 2020 als machtlose Chefin auf Abruf amtieren, sondern mutmaßlich sogar noch deutlich darüber hinaus, wenn die Hygiene-Regeln keinen 1000 Mann starken Präsenz-Parteitag zulassen. Das Parteiengesetz läßt aber keine virtuelle Bestimmung eines neuen Chefs zu. In der Union herrscht Apathie und Ratlosigkeit.
Mehr und mehr Funktionäre äußern matt, es möge doch bitte eine einvernehmliche Lösung geben. Aber das wird kaum funktionieren, da Merz und Laschet viel zu viel zu verlieren haben und Röttgen jedenfalls nichts gewinnen kann durch den Rückzug seiner Kandidatur.

Selbstredend befindet sich die AfD ebenfalls weiterhin im Prozess der Lyse.
Inhaltlich schließen sie sich den verschwörungstheoretischen Aluhüten von der Querfront an und feuern dabei aus allen Rohren gegen die eigenen Parteifreunde.


Bleiben noch Sozis und Linke.

Bei so viel Führungschaos will man nicht abseits stehen, denkt sich offenbar die Parteispitze der Linkspartei und zettelt ebenfalls zur Unzeit eine große Führungsdiskussion an.
Kipping und Riexinger haben keinen Bock mehr nachdem sie ausgerechnet während der schnarchigen ungeliebten Groko, die normalerweise immer die Ränder stärkt vermocht haben ihr Partei noch unter das schlechte Bundestagsergebnis von 2017 zu schrumpfen.
Eingestaubte Hartz-Folklore und Kuschelei mit dubiosen Diktatoren in Venezuela will niemand mehr hören.

[……] Katja Kipping will nicht Parteivorsitzende der Linken bleiben. Sie wird auf dem Parteitag Ende Oktober nicht noch einmal kandidieren. [……] Ob ihr Co-Vorsitzender Bernd Riexinger ebenfalls auf eine erneute Kandidatur verzichtet, stand zunächst noch nicht fest. Er will seine Entscheidung am Samstagmorgen mitteilen. [……] Als aussichtsreichste Kandidatin für ihre Nachfolge gilt nun Janine Wissler, die Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag. Wissler, 39, wird dem linken Parteiflügel zurechnet. [……] Im Bundesvorstand setzen sich nun einige für eine weibliche Doppelspitze aus Wissler und der thüringischen Landesvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow ein. [……] Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Jan Korte, 43, denkt nach Informationen aus gut unterrichten Kreisen über eine Kandidatur für den Parteivorsitz nach. [……] (Boris Herrmann, 28.08.20)

Die einzige Partei mit Aufwärtstrend ist die SPD.

Go, Olaf!

Donnerstag, 27. August 2020

Poolboys poppen


Es gibt so viele Dinge, die ich nicht verstehe, weil ich mich nicht dafür interessiere.
Animes, Comics, Fußball, Repp-Musik, Playstation, TikTok, Tour de France, Fitness-Studios, Tattoos.

Ich nehme an, bei sexuellen Fetischen ist es genauso: Ich verstehe sie nicht, weil sie mich selbst nicht interessieren. Aber man müsste schon mit Tomaten auf den Augen in der Medienwelt unterwegs sein, um nicht trotz des grundsätzlichen Desinteresses mitzubekommen, daß offenbar sehr viele Menschen von bestimmten Bildern/Objekten/Vorstellungen enorm sexuell stimuliert werden.
Japanische Teenagerinnen in britischen Schuluniformen, Reality-Sternchen, die sich pfundweise Silikon in Lippen, Brust und Hintern implantieren, Feuerwehrmänner, Krankenschwestern oder Poolboys.

Letztere sind offenbar insbesondere in den USA Gegenstand sexueller Phantasien. Vermutlich weil es in dem maximal Ressourcen verschwendenden Land mit billiger Energie und dramatischer Wasserknappheit so viele private Swimming-Pools gibt. Die sozialen Unterschiede sind groß, daher machen sich die reichen Besitzer der Gartenschwimmbäder nicht selbst die Mühe das chlorige Wasser von hineingefallenen Insekten, Kleintieren und Laub zu befreien, sondern heuern billige migrantische Arbeitskräfte dafür an, die keinen Mindestlohn beanspruchen, weil sie ohnehin keine gültigen Papiere haben.
Die schlecht bezahlten Gärtner und Poolboys kommen in neun von zehn amerikanischen Serien/Büchern/Filmen vor und sind offenbar genauso Teil der Kultur, wie die notgeilen Pool-Besitzer, die sie sabbernd anstarren, während diese oberkörperfrei in der Sonne schwitzen.

Jerry Falwell Jr. ging es ebenso. Den heißen Poolboy seiner Villa bestieg er allerdings nicht persönlich, sondern stand onanierend daneben, während der junge Mann seine Gattin Becki Falwell vögelte.
Da ich ein liberaler Mensch bin, kann ich daran moralisch nichts falsch finden – sofern der Poolboy anständig bezahlt und nicht gezwungen wurde die eine Generation ältere Becki zu bearbeiten.

In sexueller Hinsicht ist die Story an dieser Stelle für mich erledigt.
Allerdings ist Falwell Jr. eine der mächtigsten, einflussreichsten, konservativsten Führungsfiguren der Evangelikalen und zudem der wichtigste religiöse Unterstützer Donald Trumps.


Als Sohn des ultraberühmten fundamentalistischen Baptistenpredigers Jerry Falwell, übernahm Falwell Jr., 58, nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2007 Rektor der ultrakonservativen streng christlichen Liberty University.  
Als solcher ernannte ihn der fromme und sittenstrenge Christ Donald Trump 2017 zum Vorsitzenden einer Kommission zur Reform des United States Department of Education. So wie Falwell Sr, über Jahrzehnte der wichtigste religiöse Unterstützer von Ronald Reagan und George W. Bush war, stellt sich der Junior nun bedingungslos hinter Trump.
Falwells Einfluss kann man gar nicht unterschätzen, da die Evangelikalen die mit Abstand wichtigste Unterstützergruppe des IQ45 sind.
Diese „Moral Majority“ hält deswegen so eisern zu Trump, weil er ihnen als moralisches Ideal gilt. Einer, der sich wortgetreu an alle biblischen Regeln hält und niemals wie die verdorbenen Demokraten seine Frau betrügen würde.
Nur deshalb unterstützt der radikal-christliche Mike Pence ihn so bedingungslos.


Seine strenge Mutter/Ehefrau #MeetmotherPence, die stets darauf achtet, daß ihr Mike nicht mit anderen Frauen in einem Raum ist, ist ebenso wie Becki Falwell eine höchst einflussreichen streng religiöse Trump-Unterstützerin.



Bei so viel Sittenstrenge ist es nur verständlich, daß Becki Falwell eine siebenjährige sexuelle Beziehung mit dem heute 29-Jährigen Giancarlo Granda unterhielt, um umso nachdrücklicher auf den evangelikalen Bühnen der USA den Ehebruch zu verdammen.

[…..] "Jerry genoss es, aus der Ecke des Raums zuzusehen", sagte Granda. Amerikanischen Medienberichten zufolge soll Granda dafür auch Beweise vorgelegt haben.
[…..] Es ist nicht das erste Mal, dass der erzkonservative Falwell in die Kritik gerät. Im Juni wurde er für zwei rassistische Twitter-Beiträge kritisiert. Seit Anfang August war er offiziell beurlaubt, nachdem er auf seinem Instagram-Account ein umstrittenes Foto gepostet (und dann wieder gelöscht) hatte, in dem er, mit offenem Reißverschluss, eine junge Frau umarmte. Laut Falwell soll es sich dabei um die Assistentin seiner Frau gehandelt haben. Das Bild erregte dennoch Aufsehen, denn an der Liberty-Universität gelten strenge moralische Regeln. Falwell soll dann einem lokalen Radiosender gesagt haben, dass das Bild als gutmütiger Witz gedacht gewesen sei. Aufregung folgte auch seiner Entscheidung, die Hochschule mitten in der Corona-Krise teilweise zu öffnen - damit verstieß er gegen die Sicherheitsvorschriften des Gouverneurs von Virginia.
Die ganze Geschichte ist deshalb brisant, weil Falwell als einer der engsten religiösen Berater Donald Trumps gilt und seinen Einfluss dafür nutzte, die Evangelikalen für den US-Präsidenten zu gewinnen. In der Washington Post behauptete Falwell, er werde angegriffen, weil er bei der letzten Wahl so viele Evangelikale zu Trump gebracht habe. Auch seine Frau ist eine bekannte Persönlichkeit: Sie ist unter anderem bei der Gruppe "Women for Trump" aktiv. […..]


Der arme Falwell Jr. verlor nun den Job als Rektor der fundamental-evangelikalen Kaderschmiede Liberty University und die Geizhälse zahlten ihm gerade mal 10,5 Millionen Dollar als Sofort-Abfindung!

Besonders gut gefällt mir an den evangelikalen Konservativen wie Pence, Falwell, Trump, Matt Gaetz, der seinen 19-Jähgrien Poolboy Nestor Galban sogar adoptierte und nun mit ihm zu zweit lebt oder Ted Heggard, daß sie so überhaupt nicht heuchlerisch sind und niemals bigott agieren.


Das sind eben ehrliche Christen, die moralisch vorbildlich leben. So wie das Trio Giancarlo, Beckie und Jerry, deren sexuelle enge Verbundenheit seit Jahren ein offenes Geheimnis in Washington ist.

[…..] Am Dienstag trat Falwell unter Druck von seinem Amt als Präsident der Liberty University zurück, der größten evangelikalen Hochschule der Vereinigten Staaten. "Die aufrichtigsten Gebete der Universität gelten ihm und seiner Familie", erklärte der Liberty-Stiftungsrat, ohne Hinweis auf den wahren Anlass.
Denn dieser Anlass widerspricht allem, wofür die religiöse Uni steht - und womit Trump um fromme Wähler wirbt. Auch beim laufenden Republikaner-Parteitag sind "Glaube und Anstand" viel beschworene Schlagworte.
Doch Falwell, 58, und dessen Gattin Becki, 53, mussten nun zugeben, eine langjährige Dreierbeziehung mit einem Mann aus Florida unterhalten zu haben, dem sie auch viel Geld zukommen ließen. Eine solche Beziehung unter Erwachsenen sollte normalerweise niemanden stören - es sei denn, man hat wie Falwell außereheliche Affären sowie Bi- und Homosexualität zeitlebens verteufelt und eine Institution geleitet, die solche vermeintlich unchristlichen Praktiken mit Verweisen ahndet. […..] Die Sache ist umso schlüpfriger, da Falwell als oberster Verbindungsmann Trumps zur Christenbasis fungierte und Becki bis heute im Beirat der Organisation "Women for Trump" sitzt, für die sie "starke" Familien propagiert. Hinzu kommt, dass die Sexaffäre im Umkreis Trumps offenbar spätestens 2015 bekannt war - was Fragen aufwirft über Falwells unerwartete Wahlkampfunterstützung. […..] Das Trio lernte sich 2012 in Miami Beach kennen, als die Falwells im Fontainebleau urlaubten, einem Luxushotel, wo sich schon Elvis und Frank Sinatra verlustierten. Granda, damals 20, arbeitete dort als "Poolboy", eine Art Bademeister, um sich sein Studium der Finanzwirtschaft zu finanzieren.
Die drei begannen eine Beziehung, die nach übereinstimmenden Angaben bis 2018 dauerte. […..] Granda reiste nicht nur mit den Falwells um die Welt. Er durfte sich Berichten zufolge auch umsonst an einer 4,6-Millionen-Dollar-Immobilie der Falwells in Miami beteiligen - gemeinsam mit Falwells Sohn Trey, der für Liberty arbeitete, und zwei Bekannten. […..]


NACHTRAG:

Mittwoch, 26. August 2020

Oben geboren, oben geblieben.


Die Zeit der Aufsteiger-Biographien à la Gerd Schröder, als es ein Junge aus ärmlichsten, prekären Verhältnissen – die ungebildete Mutter war allein erziehend und versorgte als Putzfrau fünf Kinder  - über den zweiten Bildungsweg zum Bundeskanzler bringen konnte sind vorbei.
Heute entscheiden fast ausschließlich Papas Portemonnaie und Papas Kontakte darüber, ob es ein Kind in die höchsten Kreise schafft. Teure Privatschulen, Elite-Internate, internationale Unis – dazu Polo, Golf, Segeln und natürlich die richtigen Clubs, die richtigen „alten Herren“, die passenden Schickimicki-Ferien.
In einen DAX-Vorstand kommt man nur, wenn die Eltern auch schon steinreich waren.

Die USA galten hingegen lange als echte Meritokratie. Ein Land, in dem man es aus eigener Kraft ganz nach oben schaffen konnte. Tatsächlich sind die sozialen Schichten in den USA durchlässiger. Auch aus einfachen Verhältnissen kommend, kann man eine Top-Bildung bekommen und wer an den Ostküsten-Elite-Unis seinen Abschluss macht, wird auch weiter aufsteigen.
Die vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Zeiten sind aber auch in den Staaten nicht mehr rosig. Die Erwerbseinkünfte sind kontinuierlich geschrumpft. Heute kann eine Mittelklassefamilie mehr in einem schönen Haus mit Garten allein vom Lohn des Vaters leben.
Heute müssen alle ran; es reicht nicht mehr, daß die Frau mitverdient, sondern sie haben auch Zweit- und Drittjobs. Und selbst dann wird es schwer die teuren Collegegebühren aufzubringen.

Es gibt in den USA und erst Recht in Deutschland nur einen Weg Multimillionär zu werden: Man muss die Millionen durch ehrliche Abstammung erben.
Mit Adelstitel und Millionen auf dem Konto, mit großen Villen und berühmten Vätern gelang es Ursula von der Leyen genau wie Karl-Theodor Baron von und zu Guttenberg in die höchsten Partei- und Politikkreise aufzusteigen, obwohl bei ihnen akademisch Schmalhans angesagt war und die Promotionen entsprechend zusammengeklaut waren.

Wäre Karl-Theodors Mutter Putzfrau gewesen, wäre er nicht mit einer Gräfin Bismarck verheiratet, hätte keine 800 Millionen Euro auf dem Konto und hieße Kevin Schulze statt Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg, könnte ihm so eine dreiste Schummelei und Großlüge wie bei seinem Dr.-Titel-Betrug gesellschaftlich das Genick brechen.
Hieße die EU-Kommissionspräsidentin Ebru mit Vornamen und ihr Vater wäre ein aus Anatolien stammender Fabrikarbeiter, hätte die endlose Kette ihrer Skandale als Ministerin sie ebenfalls längst in die Arbeitslosigkeit befördert. Aber schon ihr Vater hatte einen Top-Job in Brüssel, war Ministerpräsident und fast CDU-Kanzlerkandidat, sie spricht mehrere Sprachen, ist bestens vernetzt. Dann fällt man nach oben.
Mit endlosen Adelstiteln und neunstelligen Beträgen auf dem Konto benötigt man keine Armen-Sprüche wie „Ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Arme“, weil man gar nicht erst fällt.

Nach seinem Aus aus der Bundesregierung im Jahr 2011 kaufte sich Guttenberg eine repräsentative Villa für drei Millionen Euro in Connecticut und trat fürderhin „Distinguished Statesman“ (Angesehener Staatsmann) in den besten Kreisen auf.
Symbolbild
als

Wenig überraschend betrachtete der Bayerische Baron Anstand und Legalität weiterhin lediglich als optional und versilberte seine Kontakte in die Bundesregierung mit dubiosesten Partnern aus der Halbwelt.

Ein KTG kann nicht bescheiden oder demütig. Herr Hochwohlgeboren gehört zur internationalen Finanz- und Macht-Elite. So einer bäckt grundsätzlich keine kleinen Brötchen. Warum auch? Selbst Angela Merkel, der er Schimpf und Schande bereitete, ist immer noch so geblendet von seinem Multimillionen-Glanz, daß sie sich artig nach seinen Wünschen richtet.

[….] Der Name des ehemaligen Verteidigungsministers tauchte gleich bei zwei großen Politaffären auf: der umstrittenen Lobbyarbeit des CDU-Abgeordneten Philipp Amthor für das New Yorker Start-up Augustus Intelligence. Und beim Zusammenbruch des milliardenschweren Finanzdienstleisters Wirecard. Am 3. September 2019 wurde Guttenberg sogar für beide Unternehmen im Kanzleramt vorstellig.
Nur scheibchenweise rückte die Regierung mit Details über das sonderbare Treffen mit Angela Merkel raus, ließ aber den genauen Inhalt des Gesprächs offen. Jetzt bringen Dokumente aus der Regierungszentrale etwas mehr Licht ins Dunkel. Am Abend jenes 3. September um 20:04 Uhr leitete das Büro von Guttenberg eine Nachricht ans Kanzleramt weiter. Darin bedankte er sich bei der "lieben Angela" für "das gute Gespräch heute! Eine Freude, Dich so guter Dinge zu sehen." Weiter schrieb er: "Hier die Adressen der beiden A.I. Herren der Firma Augustus Inc."
[….] Guttenberg war damals Investor und Direktor der Firma Augustus, die auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz unterwegs ist. In der Nachricht verschickte er die Mailadressen von zwei deutschen Gründern von Augustus, "für Frau Christiansen". Gemeint war offenbar Eva Christiansen, eine der engsten Mitarbeiterinnen der Kanzlerin und Leiterin der Abteilung für Digitalpolitik. Guttenberg beendete seine Nachricht an die Kanzlerin mit den Worten: "Herzlichst Stets Dein Karl-Theodor".[….]  Wie sich einige Wochen später erst durch SPIEGEL-Recherchen herausstellte, wurde Karl-Theodor zu Guttenberg an jenem 3. September nicht nur in Sachen Augustus im Kanzleramt vorstellig, sondern auch für den mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister. Mit Erfolg: Auf Merkels China-Reise, die wenige Tage nach dem Termin im Kanzleramt begann, brachte sie die Pläne von Wirecard zur Sprache, nach China expandieren zu wollen. Und das, obwohl schon zu dieser Zeit eine Reihe von Untersuchungen zu Bilanzmanipulationen des Dax-Konzerns liefen. [….] Im Falle von Wirecard hat die Regierung [….] eingeräumt, dass Merkel die geplante Übernahme des chinesischen Zahlungsdienstleisters AllScore Payment Services auf ihrer Reise thematisiert hatte. [….] Guttenbergs Beratungsfirma Spitzberg Partners war "mit Unterbrechungen zwischen 2016 und 2020" für Wirecard tätig, wie der ehemalige Verteidigungsminister gegenüber dem SPIEGEL erklärte. Für die geplante Expansion nach China wurde Spitzberg Partners im Finanzministerium und Kanzleramt vorstellig. [….]

Die adeligen Superreichen sind in ihren erzkonservativen Kreisen unkaputtbar.
An ihnen bleibt nichts haften, sie stehen über dem Gesetz.

Fabio di Masi von der Links-Fraktion des Bundestages ist insofern eher niedlich, wenn er KTG angreift. Es wird nichts nützen. Guttenberg ist wie ein Mercedes mit der eingebauten Vorfahrt ab Werk. Er muss sich nicht an Gesetze und Paragrafen halten wie wir gewöhnlichen Menschen.

[….] „Die Bundeskanzlerin kann sich nicht länger wegducken. Der Bundestag wurde getäuscht“, kommentiert Fabio De Masi, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, Enthüllungen über den Austausch der Bundeskanzlerin mit Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg über die Unternehmen Augustus Intelligence und Wirecard. De Masi weiter:
„Die Bundeskanzlerin muss erklären, warum das Bundeskanzleramt mir das Gespräch in einer parlamentarischen Anfrage verschwiegen und nur eine angeblich unbeantwortete E-Mail von Herrn Guttenberg am 3. September 2019 eingeräumt hat. Eine Informationsfreiheitsanfrage zu der E-Mail von mir wurde mir bis heute nicht beantwortet. Ferner muss die Bundeskanzlerin beantworten, ob sie in China neben Wirecard auch für Augustus Intelligence im Auftrag von Herrn Guttenberg Klinken putzte. Die Aussageverweigerung gegenüber dem Parlament ist rechtlich unhaltbar und ein faktisches Eingeständnis des Lobbying für Augustus Intelligence.
Für die Geheimniskrämerei gibt es nur drei sinnvolle Erklärungen: Erstens, es sollte keine zusätzliche Aufmerksamkeit auf das zum Zeitpunkt meiner parlamentarischen Anfrage noch unbekannte Gespräch zwischen Guttenberg und der Bundeskanzlerin gelenkt werden, bei dem Guttenberg die Kanzlerin auch zugunsten von Wirecard lobbyierte. Zweitens, die Bundeskanzlerin sollte nicht zu eng mit der Firma Augustus Intelligence in Verbindung gebracht werden, die offenbar ein Rohrkrepierer und ein Reiseveranstalter für Philipp Amthor und den ehemaligen Chef des Verfassungsschutzes Maaßen war. Drittens, es gibt Verbindungen zwischen den Hochstaplern von Wirecard und Augustus Intelligence oder weitergehende Erkenntnisse der Nachrichtendienste.
Die Begründung, man habe nur für Wirecard lobbyiert, weil es sich eben um einen DAX-Konzern handele und das ganze Ausmaß der Vorwürfe unbekannt gewesen sei, ist nicht haltbar, sofern die Kanzlerin auch für die seltsame Bude Augustus Intelligence lobbyierte.
[….] Es gäbe zahlreiche Mittelständler in Deutschland, für die sich die Bundeskanzlerin in China einsetzen könnte, anstatt für Unternehmen mit hoher krimineller Energie. Es ist beängstigend, dass der Felix Krull der deutschen Politik, Herr Guttenberg, mit seinen zwielichtigen Kunden offenbar weitgehenden Einfluss auf die Wirtschaftsförderung der Kanzlerin in China nehmen kann. Die Bundeskanzlerin sollte daher selbst in einem Untersuchungsausschuss zu Wirecard Rede und Antwort stehen und beantworten, ob sie sich ebenso für Augustus Intelligence in China eingesetzt hat.“ [….]