Donnerstag, 6. Dezember 2018

Wenn die Realität zubeißt.


Der Superlügner Donald Trump kann deswegen so eine nie dagewesene Quantität von Falschaussagen raushauen, weil er über keinerlei Schamgefühl verfügt.


Es ist ihm völlig egal, daß all seine Lügen dokumentiert und widerlegt werden.
Seine begeisterten Jubelperser der Rallys und rechten Medien scheren sich nämlich schon längst nicht mehr um die Realität.
Trump kann also lügen wie er will, weil die die rechten Medien ihn deswegen nicht anzählen und die seriösen Medien unverdrossen Trumps Lügen immer weiter verbreiten.

Besonders leicht fällt Trump das Lügen, wenn er Zahlen maßlos übertreibt oder erfindet, weil Zahlen immer nach Fakten klingen und sich seine Fans ohnehin nie die Mühe machen seinen Unsinn zu überprüfen.
Und so phantasiert #45 völlig von der Realität entkoppelt vor sich hin.


Wer so ein Feuerwerk von Sinnlos-Zahlen verbreitet, muss sich nicht vor Entlarvung fürchten, weil die richtigen Zahlen ohnehin nie in den Köpfen seiner Anhänger ankommen.

Zahlen wirken sich aber in der Realität aus.
Vielleicht werden Trumps Wähler nicht wahrhaben wollen, daß seine Hauptversprechen  - Mauer bauen, billigeres Krankenversicherungssystem, Ende des Handelsdefizit – nicht nur nicht umgesetzt, werden, sondern daß unter Trump das Gegenteil passiert.

[….] Das Defizit wird größer, nicht kleiner
[….] Das Defizit der US-Handelsbilanz ist entgegen den Zielen von Präsident Donald Trump auf den höchsten Stand seit zehn Jahren geklettert. Mit dem Rest der Welt hätten die USA im Oktober ein Handelsdefizit von 55,5 Milliarden US-Dollar verzeichnet, teilte das amerikanische Handelsministerium mit. Das ist das höchste Defizit seit Oktober 2008.
Für US-Präsident Trump ist das keine gute Nachricht. Eigentlich will er durch seine Handelspolitik und Strafzölle das Defizit im Außenhandel deutlich senken. Stattdessen liegt es nun aber gegenüber dem Zeitpunkt von Trumps Amtsantritt im Januar 2017 knapp neun Milliarden Dollar höher. Es war der fünfte Anstieg in Folge. Grund dafür waren Rekord-Importe, die um 0,2 Prozent auf 266,5 Milliarden Dollar zulegten.
[….] Auch das politisch besonders heikle Handelsdefizit mit China kletterte um gut sieben Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar und erreichte einen Rekord. [….]

Die Zahlen haben aber eine Entsprechung in der Wirklichkeit.

Amerika produziert offenbar weniger Waren für den Export.
Die US-Farmer bleiben auf ihren Soja-Bohnen sitzen, weil diese durch Trumps Zollpolitik drastisch versteuert wurden.
Ford und GM verkaufen weniger Autos nach Europa und Asien.

[….] Was steckt hinter dem jüngsten Anstieg? Im Juli wurde ein Rückgang der US-Exporte von Kapitalgütern verzeichnet, insbesondere von zivilen Flugzeugen, sowie von Nahrungsmitteln, Futter, Getränken, wobei besonders rückläufige Ausfuhren von Sojabohnen ins Gewicht fielen. Bei den US-Importen nahmen die Einfuhren von Investitionsgütern, vor allem von Computern und Zubehör, zu, aber auch von Industriematerialien inklusive Rohöl und Treibstoffen sowie von Fahrzeugen, Teilen und Motoren. [….]

Weniger produzieren wirkt sich aber auch auf die Arbeitsplätze aus.
Insbesondere in der einstigen US-Kernindustrie, dem PKW-Bau, von dem die Jobs im Rust-Belt abhängen, also der Gegend, der Trump seinen Wahlsieg zu verdanken hat.
Die Autobauer verzweifeln an Trumps Importzöllen, die den Import ihrer wesentlichen Komponenten so verteuern, daß sie keine konkurrenzfähigen Autos mehr bauen können.

Schon im ersten Jahr der Trump-Präsidentschaft begann es.

[….] Die US-Autobauer haben zum ersten Mal seit 2010 wieder spürbar Arbeitsplätze abgebaut. Im April 2017 waren in den Autofabriken des Landes insgesamt 206.300 Menschen beschäftigt - fast 5000 weniger als ein Jahr zuvor. Das geht aus vorläufigen Daten der US-Arbeitsmarktstatistik hervor, über die auch die "New York Times" berichtet.
In den Jahren zuvor hatte die Industrie stetig mehr Menschen in ihren US-Fabriken beschäftigt. Seit April 2010 war ihre Zahl von 151.000 bis April 2016 um 60.000 gestiegen [….]

Trumps Wahnsinn verschärft die Krise. Ende 2018 stehen Myriaden Autojobs zur Disposition.

[….] Trump und der Stress mit den Autobossen. Der US-Autoriese GM plant massive Stellenkürzungen - auch wegen steigender Kosten durch höhere Einfuhrzölle auf Stahl. Donald Trump provoziere Boomerang-Effekte
 […]

15.000 Jobs bei GM werden gestrichen, FORD plant Ähnliches.
Natürlich sind diese Entwicklungen eine sehr schwere Schlappe für Trump.

[….] Der Kahlschlag bei GM ist eine Schlappe für Trump. Der Autobauer General Motors will in den nächsten Monaten jeden siebten seiner gut 100 000 Arbeitsplätze in Nordamerika streichen.
Hinter den Kulissen war dabei auch von Trump die Rede: Dessen aggressive Zollpolitik hat zur Entscheidung beigetragen, den größten Konzernumbau seit der Beinahepleite vor einem Jahrzehnt zu vollziehen. [….]

Da Trump unfähig ist Fehler zuzugeben, pöbelt er wie ein Rohrspatz gegen FORD und GM und will ihnen nun Staatshilfen streichen.
Damit wird er noch mehr Jobs zerstören.

[…..] Als Reaktion auf den drastischen Sparplan von General Motors (GM) hat US-Präsident Donald Trump dem Autohersteller mit der Streichung von Subventionen gedroht. Seine Regierung prüfe derzeit, alle staatlichen Zuschüsse an GM einzustellen, darunter jene für Elektroautos, erklärte der Republikaner. [….]

Hierbei können auch FOX und Breitbart ihrem orangen Idol nicht mehr weiterhelfen.
Trump-Wähler, die durch ihn den Job und/oder Krankenversicherung verlieren, werden anschließend schon merken, daß es eine blöde Idee war die Republikaner zu wählen.
Wer nicht hören will, muss fühlen.

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Schulcomputer

In der Schule war ich gut in Mathe.
Richtig gut. Nach der 10.Klasse als ich in die VS wechselte, gab es für diejenigen, die voraussichtlich Mathe als Abi-Prüfungsfach nehmen würden, als Zusatzkurse entweder „Mathe-Ergänzung“ oder „Informatik“.
Ich entschied mich natürlich für Mathe-Ergänzung, weil erstens die Typen, die in den Informatik-Kurs gingen die unangenehmsten Nerds und Spießer waren. Und zweitens waren Computer völlig sinnlose Dinger, mit denen ich in meinem weiteren Leben garantiert nie wieder zu tun haben würde.

Als ich drei Jahre später auf die Uni kam überlegte ich kurz, ob ich mir eine Schreibmaschine anschaffe, aber meine Profs versicherten mir, das wäre nicht nötig, da ich so eine perfekte ordentliche Handschrift hätte.
Eine Schreibmaschine hätte ohnehin nicht sehr viel geholfen, da ich jede Menge komplizierte Strukturformeln zeichnen musste.

Diese eigenartigen Nerd-Typen – klein, picklig und mit fettigen Haaren – gab es dann auch an der Uni. Die warfen mit Begriffen wie „286“ und „386“ um sich.
Und irgendwann passierte das Unglück; einer der Profs sagte, er würde zukünftig keine handgeschriebenen Protokolle mehr annehmen.
So eine Scheiße, nun also doch eine Schreibmaschine?
Ein Jura-Student, mit dem ich immer zechen ging, erzählte mir das erste Mal von einem „Laptop“. Das wäre auch eine Option. Theoretisch.
Aber die kosteten 10.000,- bis 12.000,- DM.
Was sollte ich also tun?
An der Uni, ich hatte gerade das Vordiplom hinter mir – und ich befand mich immerhin in einem naturwissenschaftlichen Fachbereich – gab es keine Computer, keine Möglichkeit den Umgang damit zu lernen. Und schon gar nicht gab es jemand, der mir 12.000,- gegeben hätte.
Am Ende schnappte ich mir einen von den Uni-Nerds, der aussah wie 12  und unverständliches Zeug sprach, um mich zu „VOBIS“ zu begleiten.
 Da konnte man sich Computer zusammen bauen lassen. Ein flimmernder Schwarz-weiß-Monitor, der 40 cm tief war, ein riesiger Nadeldrucker, der etwa eine Minute pro Seite brauchte und dazu noch einen sogenannten „Turm“, der mit lauter Modulen bestückt war, deren Namen und Funktion ich nicht begriff.
Das kostete mich DM 4.600,- und blieb mir stets rätselhaft.

Eine merkwürdige Zwischenzeit. Einerseits sollte man Computer verwenden, damit alternde Profs sich nicht mehr mit schlechten Handschriften quälen mussten, andererseits waren die nahezu unerschwinglich und niemand sagte einem wie man sowas benutzt.

Sehr viel weiter gekommen ist Deutschland in den nächsten 25 Jahren nicht.
Die deutsche Bundesbildungsministerin glaubt nicht, daß wir „5G“ brauchen.

[….] Forschungsministerin Karliczek „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“
Forschungsministerin Anja Karliczek möchte sich bei dem Aufbau eines 5G-Kommunikationsnetzes in ländlicheren Regionen offenbar Zeit lassen. In einem Interview formulierte Karliczek das nun ziemlich deutlich. [….]

Deutschland ist digitales Entwicklungsland. Abgehängt in Europa.
Das sollte niemand wundern, wenn man Typen wie Dobrindt oder Oettinger damit beauftragt. Das Internet ist in Rumänien stärker und flächendeckender als hier.
Zur Ehrenrettung Anja Karliczeks sei aber gesagt, daß sie sich um wesentlichere Dinge kümmert.
Sie ist ähnlich homophob wie Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz ("Solange der Wowereit sich mir nicht nähert, ist mir das egal.") und will lieber die Ehe für alle zurücknehmen.
Und so bleibt Deutschland eben digitales Entwicklungsland, das Nationen wie Estland eine Generation hinterher hängt.

[…..]  Die Lehrer arbeiten vornehmlich mit Smartboards, einer interaktiven Tafel. Und die Lehrbücher sind demnächst auch digital. So ist das in Estland. Dort gehört das digitale Klassenzimmer längst zum Bildungsalltag. In Deutschland dagegen müssen sich häufig hunderte Schüler im Unterricht ein paar Dutzend museumsreife Computer teilen. Breitbandanschluss? WLAN? Fehlanzeige.
Umso bizarrer wirkt der Streit, den Bund und Länder beim sogenannten Digitalpakt für Deutschlands Schulen aufführen. Berlin bietet fünf Milliarden Euro an, um die Kreidezeit dort endlich zu beenden, […..] Nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin haben sich die Fronten hier sogar noch weiter verhärtet. So droht der Digitalpakt grandios zu scheitern. Zumindest liegen die Mittel dafür bis auf weiteres auf Eis.
[…..] Kleinstaaterei im globalen und digitalen Zeitalter, das geht gar nicht. Bund und Länder müssen dringend zu Potte kommen. Sonst heißt es: Setzen, sechs! [….]

Auf Druck der SPD stellte nun der Bund den Ländern einige Milliarden für Schulcomputer zur Verfügung.

Theoretisch.

Praktisch wehren sich aber die Unionsländer NRW, Sachsen, Bayern, sowie Baden-Württemberg (de facto auch CDU, die Grünen dort sind nicht mehr von der Union zu unterscheiden) vehement gegen die Milliarden.

[…..] „Es ist in Ordnung, dass wir jetzt in ein Vermittlungsverfahren kommen. Ich rate den Ländern, die Einigung nicht zu verzögern. Eltern und Kinder in ganz Deutschland warten darauf, dass die Digitalisierung endlich auch in ihrem Schulalltag stattfindet. [….]
(Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende, 05.12.18)

Nein, nein, nein, meine Suppe esse ich nicht.
Bevor Laschet, Söder und Co sich in ihre Schulpolitik reinreden lassen, sollen deutsche Schüler lieber in der digitalen Steinzeit sitzen bleiben.

[….] Schämt euch, Länder! […..] Es ist bezeichnend, dass über den Föderalismus nur noch dann geredet wird, wenn es ums Geld geht. Dann wachen die Länder auf, dann fällt ihnen ein, dass die Schule und die Bildung ihre Sache ist, um die sie sich kümmern wollen und sollen. Dann raunen sie mit Ehrfurcht und mit Stolz in der Stimme vom Bildungsföderalismus und von der ureigenen Sache der Länder. Sie sollten sich genieren. Die Länder haben die Bildung verkommen lassen, die deutsche Bildungslandschaft ist keine Landschaft, sondern nur noch ein einziger Verhau.
Bildung und Schule sind, so steht es im Grundgesetz, Ländersache. Die Länder pochen auf ihr Recht, aber aus dieser Pocherei besteht der Großteil ihrer Tätigkeit. Für große inhaltliche Debatten reicht die Kraft nicht mehr, für die Harmonisierung der 16 Bildungspolitiken der 16 Bundesländer auch nicht. […..] Der reale Bildungsföderalismus ist ein törichter und enger Föderalismus. In seiner jetzigen Form ist er antiquiert. Das Lamento der Bildungsföderalisten über den Digitalpakt ist ein Lamento über ihre eigenen Defizite. [….]

Dienstag, 4. Dezember 2018

Komikernation.


Es wird immer schwerer die Realität von Satire abzugrenzen.
Als noch Helmut Kohl Kanzler war, sagte der damals maßgebliche (und heute von mir schwer vermisste) Kabarettist Dieter Hildebrandt „Helmut Kohl ist sehr gut, aber uns Kabarettisten kann er nicht das Wasser reichen.“
Das war eine ungeheuerliche Frechheit und bezog sich darauf, daß der wenig gebildete Kohl in seiner tumben Pfälzer Jovialität oft unglücklich formulierte.

„Die Mehrheit der deutschen Frauen ist weiblich.“
 „Ich habe mit niemandem darüber geredet, weder unter vier Augen noch in kleinerem Kreise.“
„Die Wirklichkeit ist anders als die Realität!“
"Ich weiß, dass ich 1945 Fünfzehn war und 1953 Achtzehn."
"Ich weiß nicht, was mein Freund Mitterand darüber denkt, aber ich denke genauso."
"Amerika ist, wenn Sie so wollen, ein Kontinent."

Vorher kannte man diese richtig dümmlichen Sprüche von Bundespräsident Lübke, der aber in seiner zweiten Amtszeit auch schon deutlich von Krankheit gezeichnet war.

"Die Leute müssen ja auch mal lernen, dass sie sauber werden."
"Dann kamen wir nach Teheran. Da habe ich gleich gesehen, die Leute waren alle sauber gewaschen."
"Meine Damen und Herren, liebe Neger!"

Gute zwei Jahre nach Kohls Abwahl – man hatte sich gerade daran gewöhnt, daß mit Bill Clinton, Joschka Fischer und Gerd Schröder, Tony Blair, Putin und Chirac die großen Nationen von intelligenten Menschen, die öffentlich keinen Unsinn plappern, vertreten werden – erklomm George W Bush die Bühne.
Ein Schock. Der Mann war nicht nur viel ungebildeter als Bill Clinton, sondern auch noch desinteressiert und doof. Bei fast jedem Auftritt haute er peinliche Versprecher raus, über die er immerhin auch selbst lachen konnte.
GWB-Sprüche waren aus dem Blickwinkel eines Komikers nicht schlecht.

"You teach a child to read, and he or her will be able to pass a literacy test."
"They misunderestimated me."
“I know how hard it is for you to put food on your family."
“Africa is a nation that suffers from incredible disease."
"I know the human being and fish can coexist peacefully."

Aus politischer Sicht war GWB weniger komisch, wie zwei illegale Angriffskriege mit Hunderttausenden Toten und eine Mega-Weltfinanzkrise beweisen.

Die Welt schien aus den Fugen; man konnte es nicht fassen, daß ein offensichtlich so Ungebildeter der mächtigste Mann der Welt ist.

“You know the world is going crazy when the best rapper is a white guy, the best golfer is a black guy, the tallest guy in the NBA is Chinese, the Swiss hold the America's Cup, France is accusing the U.S. of arrogance, Germany doesn't want to go to war, and the three most powerful men in America are named "Bush", "Dick", and "Colin." Need I say more?”
― Chris Rock

Es tauchten Witzbolde auf, die GWB Dummheiten in den Mund legten.
Das war möglich, da man #43 anders als seinem Vorgänger ziemlich viel Schwachsinn zutraute.
Was haben wir gejubelt, als der Wahnsinn Ende 2008 vorbei war und mit Barack Obama im Januar 2009 das Weiße Haus wieder von „insane“ auf „sane“ umgeschaltet wurde.

Niemand konnte sich vorstellen, daß mit Obama auch der Aufstieg der Teaparty begann. Mit Michelle Bachmann und Sarah Palin tauchten derart geistesgestörte „Politikerinnnen“ auf, daß man ihren mit Inbrunst vorgetragenen Unsinn beim besten Willen nicht mehr von Satire unterscheiden konnte.






Mit diesen Horrorfurien war der Bodensatz der evangelikalen Glaubensfanatiker in der Politik angekommen.
Menschen, die so irre sind, daß sie die Dunkelkatholiban von Kreuznet in den Schatten stellten.

Und dann kam Trump, dessen Realität die schlimmste Fiktion übertrifft.

Damit nicht genug, die rechten Spinner tauchten auch in den europäischen Parlamenten auf.
Heute beliefern uns AfD-Parlamentarier täglich mit Bösartigkeiten und Blödartigkeiten auf Palin-Niveau.

 „Quoten nützen übrigens nur unqualifizierten, dummen, faulen, hässlichen und widerwärtigen Frauen; die Guten, bemühten und passend Qualifizierten fanden und finden ihren Weg alleine.“


Erschreckenderweise haben inzwischen auch linkere Parteien Widerlinge in ihren Reihen, die sich so äußern und so verhalten, daß man auf den ersten Blick nicht erkennen kann, ob es sich um perfide untergeschobene Fake-Zitate handelt, oder ob sie das wirklich gesagt haben.

Boris Palmer, der Grüne Oberbürgermeister Tübingens ist längst rechts an der AfD vorbeigerutscht.
Selbst das konservative FUNKE-Abendblatt ist irritiert.

[….]  Boris Palmer, 46 Jahre alt, ist seit 2007 Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, 90.000 Einwohner, südlich von Stuttgart. Er ist der Exzentriker der Grünen, das Enfant terrible, das immer wieder mit seiner harten Haltung in der Flüchtlingsfrage in der eigenen Partei aneckt.
Jetzt hat er wieder mal provoziert. Am 13. November, das wurde vor ein paar Tagen bekannt, lieferte er sich um 22 Uhr eine Auseinandersetzung mit einem 33 Jahre alten Studenten . Dieser wirft Palmer vor, ihn angebrüllt, verfolgt und bedrängt zu haben. Die Begleiterin des Studenten hat Palmer jetzt wegen Nötigung angezeigt.
[….]  „Und wegen dieser Kombination aus Respektlosigkeit und dem Verstoß gegen den Schutz der Nachtruhe habe ich gesagt: Nicht mit mir, hier ist mein Dienstausweis, ich bin der Leiter der Ortspolizeibehörde, und ich verlange jetzt ihre Personalien.“
Der Student ist dann gegangen, Palmer hat noch ein Foto gemacht, um dessen Identität feststellen zu lassen. „Das war dann nicht mehr nötig. Er ist zur Presse gegangen und hat sich über mein Verhalten beschwert.“ Palmer verschweigt nicht, dass auch er laut geworden ist.
In der Hauptstadt lachen viele Grünen über ihn
„Wildwestmanier“, kommentiert die „Stuttgarter Zeitung“. Palmer sei die „Karikatur des schwäbischen Spießers“, schreibt „Spiegel Online“. Baden-Württembergs Ministerpräsident, Winfried Kretschmann , auch ein Grüner, sagt: „Ich bin nicht der Hüter der Oberbürgermeister. Ich bin nicht ihr Papa.“ Ricarda Lang, Sprecherin der Grünen Jugend, hält Palmer für einen „herumirrenden Wutbürgermeister“.
In der Hauptstadt lachen die Grünen zum Teil über ihn, ach ja, der Boris Palmer schon wieder. [….] In der Hauptstadt hält Palmer es nicht lange aus. „Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands.“ Es klappe einfach gar nichts in Berlin. „Ich komme mit dieser Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut auf der Straße als spießbürgerliche, baden-württembergische Grünen-Pflanze schlicht nicht klar. Ich will diese Verhältnisse in Tübingen nicht.“ [….]


[…..] Ein Kriminalfall von noch nie da gewesener Brutalität erschüttert Tübingen: Auf seiner Streife durch die beschauliche Universitätsstadt im Zentrum Baden-Württembergs hat Polizeioberinspektor Boris Palmer diesen umgestoßenen Blumentopf entdeckt!
Wer hat das benadelte Opfer das letzte Mal stehend gesehen oder kann Informationen zum Tathergang machen???
Vorsicht: Unternehmen sie nichts auf eigene Faust, sondern verständigen Sie Kommissar Palmer auf seiner Facebookwache. Zum jetzigen Zeitpunkt muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Tätern um eine fremdländische und äußerst gewalttätige Diebesbande handelt, die auch für den Klau eines Badewannenstöpsels bei Sanitär Kaluske in der Langen Gasse verantwortlich ist!
[….]

Montag, 3. Dezember 2018

Doof legt nach



Die hellste Kerze auf Gottes Torte, ist Friedrich Merz nun wirklich nicht, wie er in den letzten Tagen bewies. Die Impudenz des Monats November ist ein wenig auf den Kopf gefallen.
Sein ökonomischer und politischer Sachverstand ist sehr überschaubar.
Und doch ist es gut möglich, daß er Merkels Nachfolger wird.
Nur noch vier Tage, dann trifft sich die CDU zum Mega-Event in Hamburg; über 1000 Delegierte werden abstimmen.
Fest steht jetzt schon; der Gesundheitsminister wird nicht Parteichef.
Spahn liegt in allen Umfragen katastrophal weit abgeschlagen bei ca zwei Prozentpunkten. Sein Problem ist seine abstoßende Persönlichkeit; niemand mag ihn.

Erwartet wird nun ein Zweikampf AKK vs Merz.
Erstere hat dabei in der Gesamtbevölkerung mehr Rückhalt, Letzterer könnte aber womöglich bei den CDU-Delegierten besser ankommen.

Harald Stutte sorgt das in seinem heutigen Leitartikel für die Hamburger Morgenpost, Merz könne der falsche Kandidat sein.



Anders als Stutte, glaube ich, Deutschland wäre am besten geholfen mit einem so schlechten CDU-Chef und CDU-Kanzlerkandidaten, daß sie möglichst bald aus der Regierung verschwindet.

Diesbezüglich könnte sich Merzens Doppeldoofheit sehr positiv für das Land auswirken.
Es sind ja nicht nur seine grottigen, altmodischen, nicht durchdachten und längst widerlegten ökonomischen und sozialen Ansichten, wie seine Aktiengewinn-Steuerbefreiungsidee, die sogar von stramm konservativen Ökonomen zerrissen wird.

[…..] Friedrich Merz - Chefaufseher beim Milliarden-Investor Blackrock - will Aktienkäufer steuerlich begünstigen. Das soll die Altersvorsorge der Deutschen stabilisieren. Wirtschaftswissenschaftler widersprechen. [….]

[….] Der Haken an Merz' Aktienidee
Die Deutschen sollen mehr Geld in Aktien stecken, rät Friedrich Merz - bestimmte Produkte will er steuerlich fördern. Dabei lässt er außer Acht: Die Hälfte der Bevölkerung kann sich seinen Vorschlag gar nicht leisten. [….]


Noch erstaunlicher ist, daß Merz den unmittelbar folgenden Shitstorm nicht kommen sieht, gar nicht begreift wie „zynisch“ sein „Kapitalistengag“ ist.


Während Millionär Jens Spahn, der als Besitzer von Eigentumswohnungen, Pharmalobbyist und Start-Up-Teilhaber sicher längst mehr verdient als die lumpigen 15.311,- im Monat als Minister-Grundgehalt, sich mit seiner Ansicht „mit Hartz lebt man nicht in Armut“ lediglich seine Arroganz zu Markte trug, zeigt Merz, daß er sich vollkommen von der Realität entkoppelt hat und so wenig von den Leben der Normalbürger versteht, daß er noch nicht mal Verständnis heucheln kann.

[….] Etwa 4,4 Millionen Kinder in Deutschland sind nach Schätzungen des Deutschen Kinderschutzbundes von Armut betroffen - etwa 1,4 Millionen mehr als bisher angenommen. [….]

Merz ist offenbar so davon durchdrungen seinen superreichen Blackrock-Freunden weitere Milliarden zuzuschieben, daß er gar nicht auf die Idee kommt, jemand könne vielleicht nicht die ein oder andere Million Euro in seiner Sofaritze finden, um sie in Aktien zu investieren, wenn gerade mal der Schuh ein wenig drückt.


Jeder halbwegs klar denkende Politiker hätte solche Bemerkungen für sich behalten, oder aber zumindest damit gerechnet, daß die Marie-Antoinette-Metaphern millionenfach durch Deutschland gerollt werden. Nur Merz ist offenbar völlig ahnungslos.

Wenn sich die CDU nun hinter einem scharrt, der so eifrig der SPD Steilvorlagen bereitet, kann ich mich nicht beschweren.

[….] SPD-Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider sagte dem Tagesspiegel: "Statt Steuersubventionen für Aktiendeals von wenigen müssen wir die gesetzliche Rente stärken." Generell sei die Entwicklung in der Union bedenklich: "Soli abschaffen, und mehr Geld für Verteidigung, jetzt auch noch Steuerfreiheit für Aktiendeals. Mit der Abgabe des Finanzministeriums hat die CDU offenbar die Grundrechenarten verlernt."
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil wies das Vorhaben mit deutlichen Worten zurück: "Was er vorschlägt, ist ein riesiger Schritt in die Privatisierung der Rente", sagte Klingbeil am Montag. "Das ist ein milliardenschwerer Gefallen für Reiche und vor allem für seine Kollegen bei Blackrock." Merz ist derzeit Aufsichtsratsvorsitzender beim Vermögensverwalter Blackrock Deutschland. [….]