Mittwoch, 13. Juni 2012

Bayerische Analnachschau - Teil II



Wie man in Bayerischen Polizeistuben mit Menschen umgeht haben wir ja schon mehrfach berichtet bekommen.

Einige Arschlöcher interessieren sich besonders für selbige.

Analnachschau ist eine "Inaugenscheinnahme des Intimbereichs" mit beträchtlicher "Kontrolltiefe".
Es gibt einen unschuldigen, nicht vorbestraften 27-Jährigen Mann in München, dem diese Prozedur sogar schon zehnmal widerfahren ist.
So ein Bayerisches Praeputium muß gewaltig sein, wenn Polizisten immer wieder kontrollieren wollen, was sich darunter verbirgt. Was da alles hineinpassen könnte?

Zwei Streifenbeamte steuern auf ihn zu. Polizei. Ausweiskontrolle. Doch den Ausweis hatte Bäumler nicht dabei. Also mit aufs Revier in der Altstadt, die Identität überprüfen. Doch damit war Bäumler nicht entlassen.   Es folgte eine intensive Personenkontrolle: Komplett ausziehen in der Haftzelle, Po aufspreizen, die Vorhaut am Penis zurückziehen. "Ich wollte einen Anwalt anrufen, das durfte ich nicht."

Warum machen Bayerische Polizisten so was?
Antwort:
Weil sie es können.
 Sie haben nämlich stets einen CSU-Justizminister und einen CSU-Innenminister vor sich, der aufpasst, daß nie ein ausflippender Uniformierter zur Rechenschaft gezogen wird.

Grundsätzlich haben deutsche Polizeibeamte im schlechten Sinne Narrenfreiheit, weil mögliche Verfehlungen immer nur intern untersucht werden. 
Wer von einem Polizisten misshandelt wird, hat also lediglich die Möglichkeit zu hoffen, daß eine Krähe der anderen ins Auge hackt.

Die Aufklärungsquote bei Polizeiübergriffen - mangelhaft.
Deshalb fordert der Europarat schon seit Jahren, Deutschland solle unabhängige Polizeikommissionen einrichten. Wenn Polizisten gegen Polizisten ermitteln, bestehe die Gefahr von Korruption und Befangenheit.
Trotz aller Kritik aus Brüssel hat sich bisher nichts getan. Die Innenminister der meisten Bundesländer wehren sich beharrlich gegen solche Polizeikommissionen. Diese unabhängige Kontrolle der Polizei sei schlicht überflüssig, beteuern die Politiker.

Die Aufklärungsquote bei Polizeiübergriffen ist sehr niedrig - nur bei drei Prozent der Vorwürfe kommt es zur Anklage. Häufiger Grund: Interne Ermittlungsstellen sind für die Untersuchung der Vorfälle zuständig - Polizisten ermitteln gegen ihre eigenen Kollegen. Deutschland ist hier eher eine Ausnahme: Fast überall in Europa sind unabhängige Ermittlungsstellen eingerichtet. Der Europarat fordert die Bundesrepublik schon lange auf nachzuziehen. Doch Politiker wie der bayrische Innenminister Joachim Herrmann sehen trotz aller Kritik keinen Handlungsbedarf.


So zum Beispiel bei Andreas Worm, einem Bauleiter aus Wedemark: Lautlos pirschen sich die Fahnder Richtung Hauseingang und erschießen bereits auf dem Weg den Hütehund Carlos. Der Familienvater erinnert sich: "Wir hörten Stimmen aus einem Hubschrauber und im gleichen Moment fielen auch schon zwei Schüsse – ich dachte, ich bin im falschen Film." Seine Ehefrau muss zusehen, wie ihr Mann auf den Boden geworfen und gefesselt wird. Was sich dann abspielt, lässt Worm noch heute den Atem stocken: "Einer hielt mich fest und einer stand dann dort in der Zimmertür meines Sohnes und zielte mit dem Gewehr aufs Kinderbett. Ich rief: 'Bitte, bitte zielen Sie nicht auf mein Kind!' Doch der schrie nur: 'Alter, halt dein Maul, sonst trete ich dir die Zähne ein.'"

In einer ähnlichen Situation befand sich auch die Übersetzerin Elena Schelhas, die in München auf eine Polizeiwache gerufen wurde, um bei einem Verdächtigen zu dolmetschen.
Als Schelhas eintraf, wurde sie mit einer Verdächtigen verwechselt und gleich erst mal verprügelt.
Einfach so.

Als sie die Wache nach zwei Stunden wieder verlässt, hat sie eine große Beule an der Stirn. Zwei Polizisten sollen sie attackiert und drei Mal gegen eine Wand gestoßen haben - das berichtet sie zumindest. Die Übersetzerin stellt Anzeige wegen Körperverletzung, doch das Verfahren gegen die Beamten wird eingestellt. Die Aussage der Polizisten, die 60-jährige Frau sei aus freien Stücken gegen die Wand gelaufen, erscheint dem ermittelnden Staatsanwalt glaubwürdig. Zu einer Stellungnahme ist er nicht bereit. Die Begründung dafür klingt zynisch: Die Resozialisierungschancen des Opfers müssten gewahrt bleiben.

Ebenfalls in München wird die Polizei zur Familie Lämmermann/Zalut gerufen. Nächtliche Ruhestörung.

 Der Ruhestörer ist schnell gefunden: ein 17-jähriger Junge, geistig behindert. Sechs schwer bewaffnete Polizisten in der kleinen Wohnung – nun verliert der Junge erst recht die Kontrolle. Seine Mutter will schlichten, der Polizei mitteilen, dass der Sohn behindert ist. Doch statt zuzuhören, gehen die Beamten kurz darauf auch gegen die Mutter vor.

Die sechs Bewaffneten ringen die hilflose Mutter und den hilflos um sich tastenden, blinden Vater nieder und verletzen sie.

Mit anwaltlicher Hilfe klagen die Eheleute gegen diue Polizei und werden sofort mit einer Gegenklage konfrontiert. Sie hätten Widerstand geleistet.

O-Ton Norbert Pütter,  Politikwissenschaftler:
„Der Polizist muss ja nachweisen, dass er mit Recht die Gewalt angewandt hat. Und das tut er, indem er sagt, der Betroffene hat Widerstand geleistet. Um den Widerstand zu brechen, war diese Gewaltanwendung erforderlich. Das bedeutet, damit ist er rein rechtlich aus dem Schneider. Für das Opfer, den Betroffenen, bedeutet es aber, er oder sie ist mit einer Anzeige wegen Widerstandes konfrontiert.“

Der Rechtsstaat bleibt gnadenlos: Die Klage gegen die Polizei wird abgewiesen, Vater Zalut dagegen muss eine Geldstrafe zahlen.
Panorama bittet die Staatsanwaltschaft München mehrfach um ein Interview – abgelehnt. Die Begründung für das Schweigen klingt zynisch: man wolle dem verurteilten Vater die Chance zur „Resozialisierung“ lassen. […]

Ganz normal, findet der zuständige Innenminister in Bayern.

O-Ton  Panorama:
„Bei drei Prozent der Polizisten kommt es nur zur Anklage!“

O-Ton Joachim Herrmann, CSU Innenminister Bayern:
„Sie können doch nicht aufgrund von Prozentzahlen automatisch rückschließen, dass das nicht in Ordnung wäre.“


Wer nun entsetzt darüber ist, was mit Herrn Zalut geschah - erst unschuldig niedergeschlagen, dann verklagt und schließlich mußte er sogar noch zahlen - sollte sich zurück halten.

Familie Lämmermann/Zalut hat noch Glück gehabt.

 In anderen Fällen wird erst geschossen und dann gefragt!


Dienstag, 12. Juni 2012

Die famose Koalition - Teil II



Hauptmeldungen am heutigen Abend:
Willkommen in Jahr vier nach der Weltfinanzkrise von 2008.
Frau Merkel als Führerin einer der größten und mächtigsten Wirtschaftsnationen dieses Planeten hat es geschafft all die Jahre auszusitzen, ohne die kleinste Regulierung des Spekulantenirrsinns in Gang zu setzen.
Investmentbanker sind nach wie vor in der ungeheuer privilegierten Lage Billionen über den Globus verschieben zu können, ohne auch nur Promillesteuersätze zahlen zu müssen. 
Dabei reißen sie immer wieder Banken und Versicherungen und Staaten in den Abgrund, die dann mit Steuergeld gerettet werden müssen. 
Steuergeld, das unter anderem aus der Mehrwertsteuer stammt, die jedes Mal zuschlägt, wenn ein Bäcker ein Brötchen oder ein Kiosk-Besitzer ein Kaugummi verkauft. 
Die Kleinen können von so einer Steuerfreiheit, wie die Investmentmilliardäre genießen, nur träumen.

In Merkels Kanzleramt wird heute und morgen um den sogenannten „Fiskalpakt“ geschachert - und zwar in einem parteipolitischen Karo, wie es kleiner nicht mehr geht.

Die Unterhändler hatten sich auf ein Modell geeinigt, in dem sich alle Positionen irgendwie wiederfinden konnten und das den Weg zur erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit für den Fiskalpakt frei zu machen schien. Aber seit am Wochenende einige Koalitionäre eine Einführung der Steuer vor der Bundestagswahl als unrealistisch bezeichneten, kühlen sämtliche Beteiligte wieder kräftig ihr parteipolitisches Mütchen. Der Bösewicht ist, wie sollte es anders sein, immer der jeweils andere.

Dabei werkelt die Merkel hier an einem Nebenschauplatz herum
Die Sache wird ohnehin in Brüssel entschieden.

Wenn die Leute hierzulande die Nase voll haben von Europa, sollen sich die deutschen Politiker, bitte schön, nicht beklagen. Denn daran tragen sie eine gehörige Mitschuld. Während man um den Bestand des Euro und mithin der ganzen Gemeinschaft bangen muss, fechten Regierung und Opposition einen grotesken Streit um den Fiskalpakt aus. Grotesk deshalb, weil dieser Zwist inzwischen fast nichts mehr mit Europa, dafür aber sehr viel mit innerparteilichen Verwerfungen und taktischen Interessen vor der Bundestagswahl 2013 zu tun hat.  […]  Überraschend schnell erklärten sich Union und FDP vergangene Woche bereit, eine solche Abgabe einzuführen. Das freute die SPD-Spitze, die sich rühmte, der Regierung ein Zugeständnis abgetrotzt zu haben. In der CDU/CSU und insbesondere bei den Liberalen waren dagegen einige regelrecht erbost über den Schwenk ihrer Oberen. Deshalb erweckten nun führende Schwarze und Liberale den Eindruck, es handele sich um kein Zugeständnis, weil die Steuer, wenn überhaupt, erst in ferner Zukunft käme. Man habe die Roten über den Tisch gezogen, nicht umgekehrt, lautet die auch von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla verbreitete Botschaft. Dessen Aufgabe, wohlgemerkt, besteht darin, Probleme zu lösen, nicht neue zu schaffen. Und was macht die SPD-Spitze? Das, was sie gut kann: sie regt sich auf.
(Susanne Höll, SZ, 12.06.12)

Während SchwarzGelb also das tut, was es am besten kann, nämlich dem anderen etwas zu missgönnen und Fortschritte zu blockieren, greift Merkel in Brüssel dort in die Speichen, wo es wirklich weh tut.

Bei einem Thema bleibt sich die mäandernde Kanzlerin nämlich treu - dem Klima, dessen Schutz sie mit allen Mitteln verhindern will. 

Auf Intervention des obersten Auto-Lobbyisten und früheren CDU-Ministers Wissmann hatte Merkel bereits eine Europaweite CO2-Abgabe für PKWs mit drecksschleuderischen Motoren verhindert.

Jetzt schlägt die Kanzlerin der Energiewende wieder zu und stellt in Europa die Weichen auf Energieverschwendung. 
Auch ihr Vizekanzler setzt geradezu manisch auf Energieverbrauch.
Regeln zur Strom-Einsparung will die Energie-Oligopolisten-hörige CDU-Chefin auf gar keinen Fall.

Wenn in Brüssel über eine Richtlinie verhandelt wird, die Europa zu mehr Ehrgeiz beim Energiesparen verpflichten soll, könnte man meinen, dass Deutschland sich mit aller Macht dafür einsetzt - ist doch Energieeffizienz ein Grundpfeiler der Energiewende. Aber weit gefehlt.
[…] Seit einem Jahr streiten die EU-Institutionen über eine Richtlinie, die das Energiespar-Ziel greifbar machen soll. […] Bislang hat sich Deutschland in den Verhandlungen enthalten, und derweil hartnäckig versucht, möglichst viele Energiespar-Vorschriften im Entwurf zu kippen.
Das ist absurd und peinlich. […]
Kein Wunder, dass auch hierzulande das Sparziel in weiter Ferne liegt; der Energieverbrauch geht zu langsam zurück. Die 1,5 Prozent Energieeinsparung jährlich, die Brüssel nun per Richtlinie vorschreiben will, hätte sich Deutschland genau wie viele weitere geplante Verpflichtungen im eigenen Interesse längst selbst vornehmen sollen.
Aber das Wirtschaftsministerium schaltete von vornherein auf stur, statt konstruktiv an den Schwächen der Brüsseler Energiespar-Richtlinie zu arbeiten. Lange schwieg Deutschland in den Verhandlungen, weil Norbert Röttgen als Umweltminister anders als Rösler für die Richtlinie war. Erst der neue Umweltminister Peter Altmaier gab Rösler nach. […] Dabei ist die Position schlicht falsch, denn gerade die deutsche Wirtschaft könnte auf dem Markt für Energieeffizienz-Produkte viel gewinnen; ganz abgesehen von den Milliarden, die sich bei den Energieimporten sparen ließen.
(Marlene Weiss 12.06.12)

Montag, 11. Juni 2012

Famose Koalition.



Diese ewigen Nörgler mit den ewigen Aufzählungen der unerledigten Aufgaben der Koalition sollen einfach mal die Klappe halten!

Gut, es stimmt ja, daß Steuerreform, Energiewende, Atomendlager, Mehrwertsteuer, Euro-Regulierung, Fiskalpakt, Gesundheit, Bundeswehrreform, Infrastruktur, Kinderbetreuung, Hochschulen, Syrienpolitik, Waffenexportregeln, Afghanistanrückzug und Rente Megabaustellen sind, um die sich derzeit leider niemand kümmert.
 Aber man soll auch nicht immer darauf rumreiten. 
Immerhin sind das komplizierte Themen, die selbst für Fachleute schwer zu lösen sind. Wie sollten das erst geistig mittelmäßige Maulhelden wie Westerwelle oder Fachfremde wie Altmaier erledigen können?
Und dann auch noch ganz ohne Anleitung. Immerhin gibt die vor der Realität rätselnd entrückte Kanzlerin auch keinerlei Hinweis in welche Richtung es gehen soll.
Es wird Zeit, daß die nörgelnde Presse endlich die Erwartungen auf ein vertretbares Maß runter schraubt. Das hat doch früher schon geklappt.
Zum Beispiel 2005 in den TV-Duellen zwischen Kanzler Schröder und der Herausforderin Merkel.
Sie sah zwar gegen den Politprofi aus, wie eine zehnjährige Legasthenikerin im Literaturseminar einer Hochschule, aber extra für die grob Kompetenzbenachteiligte ließen sich die CDU-Claqueure unter den Journalisten ein neues Bewertungskriterium einfallen:

„Merkel war besser als erwartet!“ verkündeten sie anschließend ohne rot zu werden.
Peter Hahne und Co bekamen strahlende Gesichter. 
Ganz so als ob Lothar Matthäus soeben fehlerfrei das kleine Einmaleins aufgesagt hätte. Auch das wäre eindeutig „besser als erwartet“ gewesen.

Und wer auf diesem Planeten hat denn ernsthaft erwarten können, daß eine K.O.alition, die maßgeblich von Fipsi-Froschvergleich-Rösler, Angie-ich-sag-nix-Merkel und Guido-spätrömische-Dekadenz-Westerwelle geprägt wird Komplikationen wie das deutsche Steuerrecht entwirren könnte?
Es wird Zeit endlich mal die Erwartungen an Schwarzgelb in den realistischen Bereich zu verschieben.
Ich habe das getan und bin schon ernsthaft beeindruckt, wenn ein CDUCSUFDP-Minister zwei Tage am Stück ohne Lügenaffäre durchhält oder sich selbstständig die Schuhe zubinden kann.

Außerdem ist es ja nicht so, daß die Kabinettsstaffage der Kanzlerin gänzlich untätig ist.
Wir wissen zum Beispiel seit Jahrzehnten, daß wir auf eine gewaltige Pflegekatastrophe zusteuern, weil immer mehr Menschen immer älter und immer kränker werden.
Dafür hat Merkels Morologen-Kabinett neben der Antibildungsprämie nun den sogenannten „Pflege-Bahr“ verabschiedet, welcher die Pflegefinanzierung endgültig und langfristig sichern wird.

Zahl der Woche: 2483 Euro
 kommen zusammen, wenn jene fünf Euro, mit denen die schwarz-gelbe Koalition künftig private Pflegeversicherungsverträge fördern will, über 30 Jahre angespart und mit durchschnittlich zwei Prozent verzinst werden. Das reicht, um gut drei Wochen lang den Aufenthalt in einem Pflegeheim zu bezahlen, der pro Monat derzeit etwa 3000 Euro kostet.
(SPIEGEL 24/12)

Dieser Pflegedurchbruch ist so gewaltig, daß ich es bedauere, wie er in der Begeisterung über die geniale Herdprämie untergeht.

Der Triumph des Absurden.
Die Öffentlichkeit will es nicht. Viele CDU und sogar einige CSU-Politiker lehnen es ab. Liberale, Sozis, Grüne, Gewerkschaften, Wirtschaft, Kirchen sowieso. Und dennoch hat das Kabinett gestern die Herdprämie auf den Weg gebracht. Eltern werden also tatsächlich ab 2013 belohnt, wenn sie staatliche Betreuungsangebote ablehnen. Berlins Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky hat diesen Irrsinn bislang am treffendsten auf den Punkt gebracht: Zahlen wir künftig auch Prämien an Eltern, die den Schwimmunterricht in kommunalen Hallenbädern boykottieren? Und an Eltern, die öffentliche Bücherhallen meiden? Ein Jahrzehnt nach dem PISA-Schock hat die politische Dummheit triumphiert – und alle Beteiligten wissen es. […] Statt das eine Unsinnsgesetz zu stoppen, haben sich die Liberalen ihre Zustimmung mit einem weiteren Unsinnsgesetz – der Privatpflege – abkaufen lassen. Angela Merkel, Herrscherin in Absurdistan!

Sogar die Opposition ist voll des Lobes.

Das Betreuungsgeld ist eine besonders bittere Pille für Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien und Kinder aus Familien mit Einwanderungsbiographie. Sie profitieren am stärksten vom Kita-Besuch. Wir wissen: Je früher ein Kind eine Kita besucht, desto besser sind ihre  Aussichten auf eine gute Sprachkompetenz und ihren späteren Bildungserfolg. Mit dem Betreuungsgeld konterkariert die Bundesregierung den erheblichen Nachholbedarf bei der Betreuung von Kindern unter drei aus Einwandererfamilien. Das Betreuungsgeld ist ein bildungs- und integrationspolitischer Rückschritt in Siebenmeilenstiefeln, der erhebliche  soziale Folgekosten nach sich zieht. Auch die Studie der OECD über die  Erfahrungen mit dem Betreuungsgeld in Österreich, Norwegen und der Schweiz bestätigt dies.   Das Betreuungsgeld bietet finanzielle Anreize für eine traditionelle Rollenverteilung und fördert die ungleiche Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern. Insbesondere Mütter mit Migrationshintergrund bleiben verstärkt zuhause. In der derzeitigen Fachkräftediskussion muss die Bundesregierung aber auch das Arbeitskräftepotenzial von Müttern mit Einwanderungsbiographie fördern. Stattdessen beordert sie die Frauen an Heim und Herd. Das Betreuungsgeld ist eine bildungs-, integrations-, und gleichstellungspolitische Bankrotterklärung.

Kaum hat die Regierung der Ratio diese beiden Pflöcke eingeschlagen, widmet sich die dynamische Kanzlerin schon dem nächsten Thema: Teppichluder Niebel.

Die Bundesregierung zieht Konsequenzen aus der Teppichaffäre von Entwicklungsminister Dirk Niebel. Ein Gesetzentwurf, der den Umgang von Spitzenpolitikern mit geknüpfter Auslegware neu regle, sei in Arbeit, sagte ein Regierungssprecher am Wochenende.    Die Bevölkerung habe ein Recht darauf, „zeitnah, detailliert und umfassend über das Teppichverhalten des politischen Personals“ unterrichtet zu werden, argumentierte er. […]
Die Initiative fördert Differenzen bei den Koalitionspartnern zu Tage: In der Union gibt man hierzulande gefertigten Teppichen den Vorzug, um die einheimische Wirtschaft zu stärken, und liebäugelt damit, Zollgebühren für ausländische Produkte zu erhöhen. „Alles andere tritt den deutschen Teppich mit Füßen“, hieß es in der Fraktion.  […] Die Grünen forderten mehr demokratische Beteiligung. „Alle Bürger müssen über Niebels Teppich abstimmen können“, sagte ein Grünen-Stratege. Regierung und Opposition einigten sich darauf, andere Themen wie den Fiskalpakt zu vertagen, um die Teppich-Offensive mit aller Kraft anschieben zu können.

Aber bevor ich Merkel und Co in den Himmel hebe, muß auch ich zugeben, daß es an einer für Deutschlands Zukunft besonders essentiellen Frage noch Abstimmungsbedarf zwischen den IQ-Größen des Kabinetts gibt. 
Der tiefste Graben verläuft - wieder einmal - zwischen FDP und CSU.

Die CSU-Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner ist zwar offensichtlich ungeaignert, um die Konsumenten vor immer neuen Lebensmittelskandalen zu schützen. 
Aber nun erinnerte sie sich daran im Nebenberuf auch Landwirtschaftsministerin zu sein.
Als demütige Befehlsempfängerin der Milliardenschweren Agrarlobby kann sie natürlich nicht für gesündere, fairere oder umweltverträgliche Produkte sorgen, aber sie hat immerhin in einer Nische ein Pünktchen gefunden, um sich als Tierschützerin zu inszenieren.

Es geht um dem berüchtigten „Schenkelbrand“:

Immer noch wird bei vielen Fohlen ein Brandzeichen am Schenkel angebracht, obwohl die Jungtiere dadurch eine hochgradige Verbrennung erleiden. Durch die gezielte Verbrennung bleibt die Brandnarbe als permanentes Markenzeichen, mit dem das jeweilige Zuchtgebiet repräsentiert wird, zurück.
Der Eingriff ist schmerzhaft und die Schmerzen halten mehrere Tage an. Das Brandzeichen dient in erster Linie als Werbezweck für den jeweiligen Zuchtverband und stellt keine unverwechselbare Kennzeichnungsmethode dar. Eine individuelle und unverwechselbare Kennzeichnung ist nur durch einen Transponderchip gewährleistet, mit dem seit dem 1. Juli 2009 alle Fohlen EU-weit gekennzeichnet werden müssen.

Da sich Aigners überraschend faunophile Linie abzeichnet, gehen CDU’ler und FDP’ler schon mal auf die Barrikaden:

Gleich mehrere Bundesminister und CDU-Ministerpräsidenten machen Front gegen den Vorstoß von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), den sogenannten Schenkelbrand bei Pferden zu verbieten. […] Der Streit um die Abschaffung der Brandzeichen ist sogar bei der Sitzung des Bundeskabinetts am vorvergangenen Mittwoch aufgeflammt.

Endlich war auch mal wieder unser Außenminister in seinem Element. 
In letzter Zeit war er selten zu vernehmen, weil fremde Länder das Thema waren. 

Panzer nach Israel, Syrienkatastrophe, EUROPA-Schlamassel - was sollte Guido schon dazu sagen? 
Von Außenpolitik hat der Mann, der geistig nie über Bonn-Bad Honnef hinausgekommen ist und vor seinem Amtsantritt als Vizekanzler noch nie in Frankreich oder Amerika war, natürlich keine Ahnung.

Aber Schenkelbrand ist schon eher sein Thema.
 Damit kennt sich Westerwelle aus. 
Oder korrekter formuliert: Über Schenkelbrand weiß „der Herr Mronz“, Westerwelles Ehemann, Bescheid. 
Und wenn Guido schon politisch nichts im Bundeskabinett beizutragen hat, so kann er wenigstens seine familiären Privatinteressen vortragen.

Er halte das Schenkelbrand-Verbot für "unverhältnismäßig". Westerwelles Lebenspartner organisiert in Aachen das sogenannte "Weltfest des Pferdesports" CHIO. Zu den Befürwortern des Schenkelbrands im Bundeskabinett zählt auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die selbst reitet.

Arme Angie. In dieser konfrontativen Konstellation ist die causa Schenkelbrand vermutlich unlösbar.

Aber für solche Fälle hat die Kanzlerin bekanntlich eine sehr taugliche Methode parat:

Verschieben wir’s auf den St. Nimmerleinstag!

Sonntag, 10. Juni 2012

Wenn nicht sein darf was ist.



Als Chemiker ist das Denken ganz furchtbar leicht.
Man überlegt sich ein Atommodell, macht seine praktischen Versuche und guckt, ob die Realität das Modell bestätigt. 
Fällt die Realität anders aus, ist offenbar das Modell falsch und man muß sich etwas Neues, Passenderes ausdenken.
Über die Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte kommt man so zu ziemlich präzisen Modellvorstellungen, die einem das Verständnis der Natur erheblich erleichtern.

Religioten gehen den umgekehrten Weg.
Sie haben eine feste Vorstellung wie etwas sein muß, beobachten dann die Realität und wenn diese von ihrer Theorie abweichen sollte, versuchen sie die Realität anzupassen.

Christliche Wissenschaft ist eine Art Pippi Langstrumpf-Methode: 
„Ich mach‘ mir die Welt - widiwidiwitt - wie sie mir gefällt!“

Wie man sich unschwer vorstellen kann, wird die Christliche Methode auf die Dauer in Konkurrenz mit dem naturwissenschaftlichen Ansatz verlieren.
Der flache Planet, der Geozentrismus, der Kreationismus, Masturbationsverdammung, … - solche Nonsens-Konstrukte konnten nur über so viele Jahrhunderte überleben, wenn Christen über erhebliche weltliche Macht verfügten, um diesen Unsinn mit Gewalt durchzusetzen. 
Wer widersprach wurde auf den Scheiterhaufen geworfen. Roma Locuta, Causa Finita.

Unter Maurischer Herrschaft lief es hingegen absolut fortschrittlich. Erst mit der Machtübernahme der Christen steuerte Spanien zurück in finsterste Zeiten.

Wer forschte, tüftelte, las, lief Gefahr, auf dem Scheiterhaufen zu landen. Als in Mitteleuropa während der Aufklärung die Naturwissenschaft erblühten, stritten sich spanische Gelehrte darüber, ob Engel beim Fliegen Seelen transportieren können. 

Unglücklicherweise haben die vielen Jahrhunderte offensiver Christlicher Verblödung dazu geführt, daß auch mit abnehmender weltlicher Macht der destruktiven Christen die Schere im Kopf bestehen blieb.
Naturwissenschaftler stießen bei ihren Beobachtungen immer wieder auf Phänomene, die sie nicht zu veröffentlichen wagten, weil sie durch dekadentes Christen-Denken konditioniert waren.

Der Biologe George Murray Levick (1876-1956) hockte von 1910 bis 1913 mit der berühmten Scott-Expedition in der Antarktis fest und beobachtete mit äußerster Akribie Adélie-Pinguine. 
Was er dort lernte gefiel dem im Viktorianischen England geprägten Gentleman so wenig, daß er seine Beobachtungen zur Sicherheit nur in Griechisch aufschrieb und verfügte, die anrüchigen Teile dürften nicht veröffentlicht werden. Als "verdorbenes Verhalten verbrecherischer Vögel“ deutete er das Gesehene.
Ein volles Jahrhundert später wurden Levicks Schock-Beobachtungen über das Sexualverhalten der antarktischen Frackträger nun aber doch ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. 
Man darf annehmen, daß Ratzi not amused ist.

Was Levick als Erster beobachtete:
scheinbar nekrophiles Sexualverhalten: Versuche von männlichen Jungvögeln, sich mit toten Weibchen zu paaren; offenbar sexuell motivierte Attacken auf Jungvögel; autosexuelles Verhalten: Selbstbefriedigung? Homosexualität; nicht auf Fortpflanzung ausgerichtete sexuelle Aktivität!
Mit einem Wort: Unaussprechliches! Was Verhaltenswissenschaftler heute einordnen und interpretieren können, schockierte Levick und seine Zeitgenossen zutiefst. Es erschien ihm unnormal, unnatürlich. Er musste die beobachteten Verhaltensmuster als sinnlos begreifen, weil sie dem Sinn von Sexualität, so wie er diesen verstand, zuwiderliefen.
Zudem vermochte er es nicht, seine wissenschaftlichen Beobachtungen von seinem moralischen Empfinden zu trennen. Was er sah, war für ihn im Sinne des Wortes böse. […]  
Vier eng beschriebene Seiten füllte Levick mit seinen in griechischer Sprache kodierten Beobachtungen. Er bemerkte "kleine Gruppen von Hooligans" von "erschreckender Verdorbenheit" am Rand der großen Schwärme. Sie belästigten jedes Küken, das ihres Weges kam. Mitunter wurden so attackierte Jungvögel verletzt oder sogar getötet. Levick schrieb: "Die Verbrechen, die sie begingen, sind von einer Art, wie sie in diesem Buch keinen Raum finden soll. Doch ist es tatsächlich interessant zu bemerken, dass, wo die Natur ihnen Beschäftigung zudenkt, diese Vögel wie Menschen durch Faulheit degenerieren."
Kurzum: Wo keine Zucht und Disziplin, da keine Ordnung, stattdessen unnatürliches Verhalten. Ohne Zweifel, diese Vögel waren keine Gentlemen.

Hundert Jahre nach George Murray Levick stellt sich Joseph Ratzinger allerdings immer noch in den Bundestag und redet vom antiquierten „Naturrecht“, nach dem nur der heterosexuelle und auf die Zeugung gerichtete Akt „natürlich“ ist.

Homosexualität gilt bis heute laut KKK als widernatürlich. 
Menschen mit homosexueller Veranlagung haben enthaltsam zu leben und damit basta. Selbstverständlich betrifft das auch alle andere sexuellen Spielarten außerhalb der Ehe, die nicht ausschließlich zum Kinderkriegen dienen.
Analverkehr, Sex mit Verhütungsmitteln, Oralverkehr, Petting, Sex nach der Menopause, Masturbation und alles Außereheliche ist „widernatürlich“ und hat zu unterbleiben.

Wie den Geozentrismus zieht die Kirche diese Absurd-Theorie über Jahrhunderte durch, obwohl sie immer mehr mit der Realität kollidiert.

„Sex zum Spaß“ ist zwar für Katholiken unnatürlich, aber offenbar kommt das in der Natur überall vor.

"Man kann über Homosexualität denken, was man will. Aber man kann nicht sagen, dass es widernatürlich ist", sagt Geir Söli, der Ausstellungsleiter, der nach dreijähriger Vorbereitungszeit im Naturkundemuseum von Oslo 2006 die weltweit erste Ausstellung zur Homosexualität im Tierreich eröffnete.
Die Tiere haben Spaß am Sex – in welcher Konstellation auch immer. Insbesondere treffe dies auf höher entwickelte Tierarten zu: Wale, Delfine, Primaten.
Überall gebe es Beispiele für homosexuelles Verhalten.
Es ist völlig natürlich und biologisch, daß bei allen Spezies Homo-Sex vorkommt.
Die kruden krassen Thesen, von radikal fundamentalistischen Christen à la Kreuznet, daß so ein Verhalten schädlich sei oder gar die Art gefährden würden, kann man getrost verneinen.
Lesbische Schwäne, schwule Giraffen und Zebras, schwule – aber monogame Geier ausgerechnet im Zoo von Jerusalem – all das ist inzwischen breit dokumentiert.
Im Oktober 1999 hatte der damalige CSU-Generalsekretär Thomas Goppel noch voller Emphase über Rot/Grüne Pläne in der Wochenzeitung "Die Woche" geschrieben:

„Die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften wird es mit der CSU nicht geben. Im Biologiebuch kann man lesen, daß das nicht geht“ 
Aber seit wann kümmern sich auch konservative Politpolterer um so etwas Nebensächliches wie Fakten – sie sind auch meistens einfach nur lästig, weil sie so schwer in das christlich-verblendete Weltbild passen. 

Spaß am Sex – bezog sich der Norweger Forscher Geir Söli dabei noch auf Homo-, Bi- und Gruppensex innerhalb einer Art, beobachtete nun der Forscher Nico de Bruyn von der University of Pretoria wie es ein Seelöwe mit einem Königspinguin trieb – nachzulesen im Fachblatt Journal of Ethology.
Dies ist ein natürliches Phänomen – in dem Sinne, daß es in der Natur vorkommt.

Man fragt sich nur wie das in den KKK, den Katechismus der Katholischen Kirche passt.

"Gleichgeschlechtliche Liebe ist unter mehr als 1.500 Tierarten nachgewiesen. Die Wissenschaft hat das nur früher immer schamhaft verschwiegen", sagt Petter Bckman bei der Vorführung der "eindeutigen" Fotos, Modelle, ausgestopften Tiere und erläuternden Texte. Viele Besucher verharren beim Foto der schmusenden Killerwal-Männchen oder unter dem schwebenden Modell der Delfin-Dame, die das Geschlechtsorgan ihrer Partnerin zärtlich mit der schmalen Schnauze stimuliert. Dass Tiere Sex nur zu Zwecken der Fortpflanzung betrieben, sei kompletter Unsinn. "Wir wissen ja nicht, was sie denken. Aber es ist wohl eindeutig, dass all das hier viel mit Spaß zu tun hat."

Ein christlicher Biologe hat es schon schwer. 

Denn die Natur ist so fürchterlich unnatürlich.

Forscher berichten von weiblichen Koalas, die andere Weibchen besteigen. Von männlichen Flussdelfinen ist bekannt, dass sie sich durchs Atemloch penetrieren. Die Frage ist bloß, ob das natürlich ist oder nicht? Wie Biologen, Moralisten und Aktivisten das Sexleben der Tiere für ihr Weltbild nutzen.  […]
Weibliche Koalas besteigen andere Weibchen und geben "rülpsende Laute" von sich, wie ein Forscher schrieb. Von männlichen Flussdelfinen weiß man, dass sie sich durchs Atemloch penetrieren.
Über 100 Jahre lang sind solche Beobachtungen als Kuriositäten behandelt worden. Biologen versuchten wegzuerklären, was sie sahen, oder haben es als belanglos abgetan – als Panne im ansonsten eleganten Universum Darwins, in dem jede Facette tierischen Verhaltens auf Reproduktion ausgerichtet ist. Ein Primatologe vermutete gar, dass der Antrieb für Fellatio unter Orang-Utan-Männchen im Bereich der Ernährung liege.
Vor zwei Jahren entschied sich [die Biologin Lindsay C.] Young, einen kurzen Artikel über die weiblichen Albatross-Paare zu schreiben. "Ich war dabei sehr vorsichtig, ich beschrieb nur, was wir sahen", sagt sie. Aber "Biology Papers", die Zeitschrift, die den Artikel publizierte, schickte eine Presseerklärung raus, nur wenige Tage nachdem der Oberste Gerichtshof von Kalifornien die Homo-Ehe legalisiert hatte. Um sechs Uhr in der Früh wurde Young von einem Reporter von "Fox News" angerufen.
Die Zeitungen druckten eine Geschichte nach der anderen, und im Internet wurde Young wahlweise als Kämpferin für Schwulenrechte gefeiert oder ihre Arbeit als "Propaganda und dümmste Ausprägung tendenziöser Wissenschaft" gegeißelt. Viele Kommentatoren wiesen darauf hin, dass es Tiere gibt, die vergewaltigen und ihre Jungen essen; solle man das auch tolerieren, nur weil es "natürlich" sei?
[…] Tom Coburn, ein republikanischer Senator aus Oklahoma, wies auf seiner Website auf Youngs Arbeit hin und titelte: "Bezahlt von Ihren Steuergeldern" – dabei wurde Youngs Forschung gar nicht durch Steuern finanziert.
Der Komiker Stephen Colbert warnte auf Comedy Central davor, dass Albatross-Lesben amerikanische Werte bedrohten. […]
Das Balzverhalten gleichgeschlechtlicher Tiere wurde in der Literatur als "Pseudo"-Werbung dargestellt – oder als "Training". Homosexueller Sex unter Straußen wurde von einem Wissenschaftler als "ein Ärgernis" beschrieben, "das dauert und dauert". Ein Mann, der 1987 den Rotklee-Bläuling-Schmetterling untersuchte, bedauerte es, von "besorgniserregend sinkenden moralischen Standards und schockierenden sexuellen Vergehen" berichten zu müssen.
Und ein Biologe, der sich mit Dickhornschafen beschäftige, schrieb in seinen Erinnerungen: "Ich muss immer noch bei dem Gedanken an die Schafsböcke erschaudern, die einander ständig bespringen. Von diesen herrlichen Tiere als Schwuchteln zu denken – du liebe Güte!"
 (Jon Mooallem, NYT, 19.04.12)