Sonntag, 18. September 2022

Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit

 

Als US-Demokrat habe ich eins gelernt: Wann immer ich dachte, jetzt hätte Trump den Bogen aber wirklich überspannt und wird Anhänger verlieren, spielte ich mir selbst eine Streich. Unterbewußt projizierte ich damit Restverstand und Rudimente menschlichen Anstandes auf GOP-Wähler, erwartete also irgendeine Form der Moral von ihnen. Die gibt es aber nicht. Genauso wenig wie Bildung. 

MTG, die Heldin der Trump-Basis, kennt nicht den Unterschied zwischen Gestapo und Gazpacho, sie erklärt, bei der Verwendung erneuerbarer Energiequellen bekämen die Haushalte keinen Strom mehr, wenn die Sonne unterginge und orakelt über elektrisch betriebene Flugzeuge, bei denen die Passiere zum Antrieb von den Stewardessen gepeitscht würden, um durch Strampeln mit Pedalen, den Betriebsstrom zu erzeugen. Ihre Wiederwahl in den Kongress ist sicher.

Es gibt nichts, das einen der 75 Millionen Trumpisten so abschrecken könnte, um nicht mehr für den Orangen Messias zu stimmen.

(….)  Als Trump gleich am Anfang seiner 2016ner Wahlkampagne im November 2015 die Behinderung des New York Times-Reporters Serge Kovaleski nachäffte, um ihn lächerlich zu machen, dachten viele, damit wären seine Wahlchancen erledigt.

Als im August 2016 Donald Trump auf videotape prahlte, Frauen sexuell zu belästigen – „grab’ em by the pussy“ – dachten viele, damit wären seine Wahlchancen erledigt.

Gewählt wurde er trotzdem, weil nicht nur Trump, sondern auch die Hälfte der US-Bürger moralisch völlig verkommen ist.

Als Präsident wurde er immer schlimmer, Comey!, im Laufe des Jahres 2017, hielt ich es immer noch für möglich, daß seine Republikaner die Reißleine ziehen könnten. So einer konnte doch nicht volle vier Jahre Präsident bleiben. 30.000 Lügen im Amt, 500.000 Corona-Tote und der Präsident empfiehlt Chlorbleiche zu trinken. Aber offensichtlich gibt es bei Trump keinen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. 75 Millionen völlig fanatisierte QTRumpliKKKans im Lande stellen ein viel zu großes Fass dar. Er überstand gleich zwei Impeachment-Verfahren. Selbst die Insurrection, bei der ein Trump-Mob im Herzen der US-Demokratie ein Blutbad anrichtete und Beamte der Capitol Police starben, nehmen die Republikaner hin.

Es ist vielleicht die einzig wahre Aussage, die Trump je machte.

“I could stand in the middle of 5th Avenue and shoot somebody and I wouldn’t lose voters”

(DJT, Januar 2016)

Wer im Jahr 2022 bei einer neuen Trump-Ungeheuerlichkeit immer noch die Prognose wagt, diesmal habe er den Bogen aber wirklich überspannt, ist sehr mutig. Mir fehlt die Phantasie dazu, mir einen Skandal auszudenken, der Trumps Anhänger von ihm abbringen könnte. (….)

(Impudenz des Monats August 2022, 01.09.2022)

Die einzige Möglichkeit, in dem extrem Republikaner bevorzugenden Wahlrecht zu gewinnen, besteht für Demokraten nur durch drastisches „outnumbering“.

Es müssen also erheblich mehr Demokraten und Unabhängige motiviert werden, zur Wahl zu gehen. Das ist im Jahr 2022 bei den Midterms aber extrem schwierig.

1)   Biden und Harris sind historisch unpopulär.

2)   Die Wahlbeteiligung bei den Midterms liegt immer deutlich unter der in Präsidentschaftswahl-Jahren.

3)   Alle republikanisch regierten Bundestaaten haben Wahlgesetze erlassen, die es ärmeren Amerikanern und POC massiv erschweren, überhaupt zu wählen.

4)   US-Amerikaner schwächen traditionell bei Midterms immer die Partei, die zwei Jahre zuvor das Weiße Haus eroberte. Erst Recht, wenn diese, wie 2020 auch Mehrheiten in House und Senat erlangte.

Lange Zeit schien also eine vernichtende Wahlniederlage der Demokraten unabwendbar. Sie fügten sich bereits in ihr Schicksal. Die Dark-MAGAs im Kongress würden 2023 und 2024 eine Kaskade ultra-extremistischer Gesetze verabschieden und dem gelähmten greisen Biden bliebe nur noch übrig, immer wieder sein Veto einzulegen. Es wäre das jammervolle Ende einer schwachen Präsidentschaft, die 2024 mit der Wiederwahl Pumpkin-Tits enden würde.

Und wie sollte das Ende der Welt auch besser eingeläutet werden, als mit dem rechtsextrem-diktatorischen Putin-Fan Trump als mächtigsten Mann der Erde?

Unerwartet keimt nun aber doch noch mal Hoffnung auf.

Nicht, weil Biden über Nacht und jung und dynamisch geworden wäre.

Nicht, weil die Demokraten plötzlich einig und vernünftig agierten, die extremen Flügel von der super-woken AOC bis zum ultrakonservativen Waffennarren Joe Manchin an einem Strang zögen.

Nicht, weil sich von den kriminellen Machenschaften abgestoßene Trumpisten von ihrem Held abwenden.

Aber dennoch gibt es nun demoskopische Szenarien, nach denen die Demokraten ihre Mehrheit im Senat halten könnten. Sehr viel unwahrscheinlicher, aber nicht mehr komplett unrealistisch, erscheint die Fortführung der demokratischen Herrschaft im House.

Dafür gibt es drei schwache und einen starken Grund.

a)   Biden vermochte es, die rechten Querulanten wie Manchin einzufangen, um zwar drastisch abgespeckte, aber doch umfangreiche Gesetzespakete durch den Kongress zu bringen. Es wird in Infrastruktur und Klimaschutz investiert, Studenten werden bis zu 20.000 Dollar ihrer horrenden Studienkredite erlassen.

b)   Die Benzinpreise sinken.

c)   Trumps Angriffe auf das FBI und die Justiz, seine kriminellen Machenschaften mit den geheimsten US-Geheimnissen könnten doch eine paar Promille seiner Wähler davon abhalten, GOP anzukreuzen.

Der starke Grund liegt auch mittelbar an Trump.

Die drei inkompetenten radikal-misogynen ultrakonservativen Supremecourtrichter schleifen so massiv die Bürgerrechte, daß insbesondere Frauen aus der riesigen Gruppe der Nichtwähler, nachhaltig verärgert sind und planen, der GOP einen Denkzettel zu verpassen.

[….] Gleichzeitig begannen sich die Zeichen zu mehren, dass die Frauen auf die Abschaffung des Rechts auf Abtreibung durch das Oberste Gericht reagierten. In mehreren Staaten trugen sie sich vermehrt in Wahllisten ein, in Kansas, New York und Alaska verhalfen sie Demokraten zu Siegen in Abstimmungen und Wahlen.  Die Wahlkampfthemen der Republikaner hingegen versandeten. Der Benzinpreis etwa sinkt seit Monaten wieder. Zudem hat Donald Trump mit seinen Auftritten alles dafür getan, dass die Zwischenwahlen kein Referendum über konkrete Inhalte, sondern eines über seine Bewegung werden: Er will zeigen, dass er die Partei nach wie vor im Griff hat. Die Wende in den Umfragen kam Anfang August. Seither führen die Demokraten das "Generic Ballot" an.   [….]

(Fabian Fellmann, SZ, 16.09.2022)

Die Umfragen sind mit Vorsicht zu genießen, da fast immer Demokraten überschätzt werden und dann doch schlechter abschneiden.

Möglich ist es aber, daß die totalen Fanatiker wie DeSantis oder Kemp oder Abbott bei ihrem Kreuzzug gegen Frauen doch überzogen haben.

Der neben Cruz und Trump vielleicht widerwärtigste US-Amerikaner aller Zeiten, Senator Lindsey Graham, trug das seinige hinzu.

Bis vor kurzem polterte der ungeoutete „Junggeselle“ leidenschaftlich gegen die liberale bundesweite Abtreibungsregelung und verlangte eine Lösung auf Bundesstaatsebene, so daß wenigstens in den GOP-Staaten den Frauen alle Rechte entzogen werden könnten.

Kaum gab es die neue Bundesregelung durch den SCOTUS, verlangt er das diametrale Gegenteil: Eine Washingtoner Lösung solle einheitlich Abtreibung verbieten. Demnach wären auch deep blue states nicht mehr sicher vor dem GOP-Fanatismus. Auch die Frauen in Kalifornien oder New York wären wieder auf  Handmaid's Tale zurück geworfen

[….] Die Sache machte es nicht besser, dass Senator Lindsey Graham in dieser Woche ein neues Gesetz vorschlug, das die Abtreibung bundesweit nach 15 Wochen verbieten würde. Das hat den Ärger für die Republikaner nur noch verschärft. Parteistrategen raten, das Thema zu meiden und auf Klassiker wie Migration und Verbrechen zu setzen. Der Tech-Milliardär und Trump-Freund Peter Thiel, einer der großen Geldgeber der Partei, empfiehlt konstruktive Botschaften. [….]

(Peter Burghardt, SZ, 16.09.2022)

Samstag, 17. September 2022

Danke, Olaf Scholz - Teil II

Wieso man in dieser Multi-Megakrisen-Zeit überhaupt deutscher Regierungschef sein will - bei einer vergleichsweise läppischen Bezahlung, für die kein DAX-Manager überhaupt morgens aufstehen würde - ist mir rätselhaft. Der Job ist extrem gefährlich und undankbar. Man steht permanent dem Social-Media-Shitstorm-Mob entgegen und wird für jede noch so absurde Petitesse in Haftung genommen.

Das Amt verlangt extrem kluge langfristige Entscheidungen, für die man aber immer unter extremen Zeitdruck steht. Oft kann man nur zwischen vielen schlechten Alternativen wählen, muss sich unvernünftigen Wünschen der Mehrheit widersetzen, oder kann, wie es Robert Habeck formulierte, bestenfalls eine aktuell „richtige Entscheidung“ treffen, von der aber noch niemand sagen kann, ob es eine „gute Entscheidung“ sein wird. Helmut Schmidt schätze einst, der Bundeskanzler konnte in den 1960er Jahren die Hälfte der Entscheidungen souverän treffen. In seiner Regierungszeit waren es aufgrund der vielen internationalen Abkommen, nur noch 20%. Und heute? In seiner Dreier-Koalition, in der die Kanzlerpartei weniger Sitze als die beiden Koalitionspartner zusammen hat, der zeitraffende Effekt des Internets voll durchschlägt, mehr Abhängigkeiten bestehen (China!) und noch viel mehr Rücksichten (Klima-Politik) zu nehmen sind? Was kann Olaf Scholz denn überhaupt noch allein  entscheiden?

Willy Brandt und Helmut Schmidt beschrieben eindrücklich „die Schwere des Amts“, die sie geradezu erdrückend spürten, als sie mit der Vereidigung zum Bundeskanzler Verantwortung übernahmen. Nur wenn man wirklich sehr dumm und unvorbereitet ist, freut man sich uneingeschränkt wie Trump oder Westerwelle über die Macht, die man fortan genießen wird.

Die hochkomplexe Russland-Krieg-Energie-Rezession-Waffen-Thematik zeigt sich als besonders undankbar für den Regierungschef. Die veröffentlichte Meinung ist erstaunlich einheitlich und unterkomplex: Deutschland müsse nur Waffen liefern, dann siege die Ukraine und alles wird gut. So ähnlich äußern sich gut 90% der Journalisten. Wenn Scholz das nicht tut, ist er eine „Lusche“, feige und doof. Die öffentliche Meinung scheint gespaltener zu sein, aber derzeit lehnen offenbar mehr als die Hälfte der Deutschen mehr Waffenlieferungen ab.

[…] Zwei Drittel der Befragten gehen angesichts der aktuellen Teuerungen zudem davon aus, dass die Solidarität mit der Ukraine abnehmen wird. Nur noch 27 Prozent glauben, dass Deutschland derzeit mehr für die Ukraine tun könnte. Unter ihnen dominieren vor allem die Anhänger der Grünen. 63 Prozent glauben, dass Deutschland genug für die Ukraine getan hat. Die deutsche Industrie soll deshalb auch keine Kampfpanzer direkt an die Vereinigten Staaten liefern können, sagt über die Hälfte der Befragten. Ein Drittel fordert das Gegenteil.  […]

(STERN, 20.08.2022)

Weder die Einheitlichkeit der veröffentlichten Meinungen, noch die Skepsis der meisten Bürger, sind ein Beleg für die Richtigkeit der jeweiligen Argumentation. Habeck, Lambrecht, Baerbock und Scholz werden zwar dadurch unter Druck gesetzt, es bietet ihnen aber keine Entscheidungshilfe.

Umfragen sind volatil, aber ein Trend ist klar absehbar: Je mehr sich die Bürger über enormen zusätzlichen finanziellen Belastungen und die Inflation bewußt werden, desto weniger ausgeprägt ist ihre Bereitschaft, den Ukrainern zu helfen. Die ersten Kriegsflüchtlinge im Februar wurden mit offenen Armen empfangen. Inzwischen schlägt aber der Sozialneid der Deutschen voll durch, die Ukrainern zur Verfügung gestellte Wohnungen missgönnen und die hohen Kosten kritisieren.

[….]  Hamburg am Limit: Immer mehr Geflüchtete – immer weniger Platz. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) fand klare Worte: „Die Lage ist sehr viel angespannter, als sie sich über den Sommer anfühlte“. Die Stadt sucht händeringend nach Unterkünften für Geflüchtete aus der Ukraine. Denn wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, müssten im Herbst vielleicht schon 50.000 Menschen in öffentlichen Einrichtungen untergebracht werden.   [….]

(Mopo, 16.09.2022)

Vor sechs Monaten wurden noch gut die Hälfte der Geflüchteten privat untergebracht. Heute sind es weniger als 30%.

[….]  Innensenator Grote sagte, allein im Juni, Juli und August seien jeweils 2.000 Menschen aus der Ukraine gekommen, von denen jeweils 1.500 untergebracht werden mussten. Darüber hinaus seien im August 875 Flüchtlinge aus anderen Ländern nach Hamburg gekommen, von denen 700 eine Unterkunft benötigt hätten.

Die Stadt hat in diesem Jahr nach Angaben von Leonhard schon 13.000 neue Plätze geschaffen. Allerdings reicht das noch immer nicht, denn fast jeder Platz ist schon belegt. Zudem gibt es nicht ausreichend Wohnungen in Hamburg. Das heißt: Die Menschen bleiben in öffentlichen Unterkünften, weil sie keinen normalen Wohnraum finden.

Vor Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hatte Hamburg etwa 27.000 Menschen in den öffentlichen Unterkünften untergebracht. Inzwischen sind es laut Grote mehr als 43.000 Menschen. Dazu kommen noch die Menschen in Notunterkünften. Alles in allem seien es so viele Menschen wie in den drei Stadtteilen St. Georg, St. Pauli und Hamburg-Neustadt zusammen gemeldet sind. [….]

(NDR, 16.09.2022)

Insgesamt  wurden in Deutschland zwischen Ende Februar und dem 09. September 2022 wurden dem Bundesinnenministerium zufolge 1.008.635 Geflüchtete aus der Ukraine im Ausländerzentralregister (AZR) registriert.

In dieser Frage ist meine Haltung eindeutig: Es ist absolut richtig, diese gut eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland aufzunehmen und zu versorgen, auch wenn es die Behörden mitten in der Krise und bei drastischen Wohnungsmangel vor enorme logistische Probleme stellt.

Aber, auch wenn es schwer fällt, das ohne populistische Töne auszudrücken: Wenn aggressive Rechtsextreme, wie der scheidenden Ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, Deutschland für seine „Verweigerungspolitik“ und „Blockadehaltung“ attackieren, fällt es mir schwer, nicht besserwisserisch aus der warmen Stube,  etwas Dankbarkeit dafür anzumahnen, daß Deutschland mehr als einer Millionen seiner Landsleute Sicherheit, Kost und Logis bietet.

Nazi-Freund Andrij Melnyk mit seiner Begeisterung für Hitler-Kollaborateure und antisemitische Kriegsverbrecher wie Stepan Bandera und die rechtsradikale Asow-Brigade, entwickelte seine Hitler-Affinität nicht erst in diesem Krieg, sondern pilgerte schon 2015 zum Bandera-Grab. Wer es wagt, Bandera auch nur anzusprechen, wird vom Pöbel-Botschafter sofort in einem Schwall öffentlicher Verfluchungen begraben.

Als Bundespräsident Steinmeiner zu einem Versöhnungskonzert zu Gunsten der Ukraine lud, verfiel Melnyk ebenfalls in Koprolalie und zeigte dem deutschen Staatsoberhaupt den Stinkefinger.

Das zeigt klar, Melnyk stört sich nicht nur nicht an Nazi-Symbolik, sondern befürwortet sie. Da gibt es einen Dissens zu mir und offenbar auch zu Olaf Scholz.

Nachdem die Deutschen am 22.06.1941 die Sowjetunion im Zuge des maximal verbrecherischen Unternehmens Barbarossa einen Vernichtungskrieg und das größte Kriegsverbrechen der Menschheitsgeschichte mit 53 Divisionen mit knapp über drei Millionen Soldaten, 3.600 Panzern und 600.000 Motorfahrzeugen anzettelten und bis 1945 mindestens 25 Millionen Sowjetbürger bestialisch töteten, habe ich durchaus ein Problem damit, dort erneut deutsche Panzer auffahren zu lassen. Strack-Zimmermann, Hofreiter und Löffelmann spotten darüber, aber ich bewahre gern einen Rest Moral.

 „Die Optik dieser Panzer an der Front berührt wohl eher deutsche Ängste vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte als dass sie für Russland eine rote Linie wären.“

(Militärexperte Georg Löfflmann, Assistant Professor für War Studies und US-Außenpolitik an der University of Warwick)

Die Verengung des Problems auf die Lieferung deutscher Leopard-Panzer, erscheint mir zudem immer mehr als Scheinargument, um sich gegen den Bundeskanzler zu positionieren. Der Leopard ist kein Allheilmittel. Der Leopard wird im Zweifelsfall, den Einsatz russischer ABC-Waffen wahrscheinlicher machen. Das ist nicht einfach nur meine persönliche Furcht, sondern wird offensichtlich auch im Weißen Haus von den Militärexperten erwartet.

[….] Deutschland debattiert hitzig über weitere Waffenlieferungen an Kiew. Dabei übersehen die Diskutanten aber einige handfeste Realitäten - und auch bessere Lösungen. [….] Auf Facebook waren Liebhaber schweren Militärgeräts beinahe aus dem Häuschen: "Was für ein schönes Kätzchen!", schreibt ein User. Das Heer lobte 2021 seine 30 neuen Leopard 2 A7 V für das Panzerbataillon 393 in Bad Frankenhausen lakonischer, aber doch stolz: "Das V steht für verbessert - oder wie es in der Bundeswehr heißt: kampfwertgesteigert." Der Leopard 2 A7 gilt als einer der besten Kampfpanzer der Welt. [….] Vor diesem Hintergrund tobt eine symbolisch stark aufgeladene Debatte darum, warum die Bundesregierung nicht so viele Leopard 2 an die Ukraine liefert wie nur möglich; die Regierung in Kiew fordert dies lautstark, um die Deutschen unter Druck zu setzen. [….] Die Union, viele Kommentatoren und sogar etliche Stimmen aus FDP und Grünen erwecken den Eindruck, als verweigere vor allem das Kanzleramt aus ideologischen Dogmen und Russlandversteherei den ukrainischen Verteidigern eine kriegsentscheidende Waffe. [….] Beides ist falsch, die Debatte geht an der Realität vorbei. Die Union, die jetzt so große Töne spuckt, hat bis 2021 all die Verteidigungsminister und -ministerinnen gestellt, welche die Panzertruppe auf klägliche 225 Stück geschrumpft haben. [….] Die Bundeswehr kann der Ukraine die benötigte Stückzahl gar nicht liefern. Sie verfügt derzeit nur über wenig mehr als 130 einsatzbereite Leopard 2. Von diesen gehören nur etwa die Hälfte zum modernsten Typ A7 V. Es blieben also nur einige Dutzend übrig, die man der Ukraine zum sofortigen Einsatz überlassen könnte, von der nötigen Ausbildung der Besatzungen einmal ganz abgesehen. [….]

(Joachim Käppner, SZ, 17.09.2022)

Glücklicherweise ist Olaf Scholz kein Leopard-Fanboy-Simpel, der das große Ganze aus dem Blick verliert oder ermüdet dem Druck der konservativen Großsprecher nach einfachen Panzer-Lösungen nachgibt.

[….] Die Außenministerin will eine rasche Entscheidung, und Toni Hofreiter von den Grünen wirkt, als würde er am liebsten einen Leo persönlich in die Ukraine fahren. Hurra, hurra, wir ziehen in den Krieg. [….] Von einem historischen Versagen sprechen seine Kritiker, von Totalausfall und Ignoranz. »Diese Verhinderungstaktik kostet Blut«, heißt es in der CDU. »Deutschland muss sich davon verabschieden, Ausreden für seine Untätigkeit zu finden«, kommentiert die »Financial Times«. [….]  Es geht um den Kern von Scholz' Argumentation. Da liegt er richtig. Erst einmal die Folgen zu bedenken, die eine mögliche Lieferung westlicher Kampfpanzer hätte, ist nicht unverantwortlich, sondern das Mindeste, was man von jemandem erwarten muss, der den Eid geschworen hat, Schaden von seinem Land abzuwenden. So irrational, wie Putin seit Monaten agiert, so wenig ist auszuschließen, dass er völlig durchdreht, wenn die Rohre westlicher Kampfpanzer Richtung Russland zeigen. Dass plötzlich Raketen nicht nur in die Ukraine fliegen, sondern auch ein paar Kilometer weiter. Dieser Krieg ist keine entfernte Auseinandersetzung im Indopazifik. Er tobt bei uns um die Ecke. Wünscht man sich in einer solchen Lage einen Politiker an der Macht, der agiert, als befände er sich in einem Videospiel?  Scholz führt nicht in Europa, heißt es, er komme seinem eigenen Anspruch nicht nach. Der Kanzler hat da sicher Schwächen. Aber es kann schon auch Führung sein, den Westen vor einem großen Fehler zu bewahren, anstatt einfach das zu machen, was gerade opportun erscheint. [….] Eine Niederlage würde Putin nicht überleben, also dürfte er alles dafür tun, sie abzuwenden, eine Eskalation in der Ukraine, aber womöglich auch neue Kriege an den Nato-Grenzen, mit Angriffen aufs Nato-Gebiet. Man muss nicht die Gefahr eines Atomschlags an die Wand malen, um zu erkennen, dass uns mit einer weiteren Verwicklung in den Krieg noch eine ganz andere Lage ereilen kann als heute. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum bislang auch kein anderer westlicher Partner Kampfpanzer liefern will, auch nicht die USA. [….]

(Veit Medick, SPON, 17.09.2022)

Freitag, 16. September 2022

Braucht die Demokratie die Monarchie?

Der BBC Live-Stream aus der 1000 Jahre alten Westminister Hall, in der Queen Elisabeth II. aufgebahrt liegt, übt eine bizarre Faszination auf mich aus.

In vier Reihen gehen sie an Lizzy vorbei. Bis zu 30 Stunden Wartezeit ohne Camping-Stuhl oder Kuscheldecke, um drei Sekunden vor dem Sarg der verstorbenen Monarchin zu stehen. Und fast alle von den drei Millionen Untertanen bekreuzigen sich, knicksen oder verbeugen sich artig, obwohl nichts derartiges vorgeschrieben ist. Die großartige Autorin und SPIEGEL-Kolumnistin Anja Rützel weilt in London und beschreibt ihre Erfahrungen „unter Schlangenmenschen“.

[….]  Nacheinander gehen meine Queue Buddys und ich daran vorbei, drei, vier Sekunden hat jeder ganz allein vor der Queen. Auf dem Weg zum Ausgang umarme ich Julie, natürlich weinen wir ein bisschen. [….]  Etwa sechs Stunden stand ich in der Schlange, und so absurd es auch klingt: Ich vermisse sie. […]

(Anja Rützel, SPON, 16.09.2022)

30 Stunden im Regen stehen, ohne die Möglichkeit, sich zwischendurch zu setzen?

Ob das wohl auch so sein wird, wenn dereinst Frank-Walter den Löffel abgibt?

(….)  Jeder rationale Menschen muss Gegner einer Erbmonarchie sein. Nichts ist undemokratischer, als ein System, in dem man durch Geburt Staatsoberhaupt wird. Im Falle Großbritanniens nicht nur von England, Wales, Schottland und Nordirland, sondern auch Staatsoberhaupt von Antigua und Barbuda, Australien, Bahamas, Belize, Grenada, Jamaika, Kanada, Neuseeland, Papua-Neuguinea, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Salomonen und Tuvalu. Verrückt; kein Jamaikaner, kein Australier, kein Kanadier, kein Brite hat Wahlrecht zur Bestimmung des eigenen Präsidenten. (….)

(Irrationale Queen-Sympathie, 08.09.2022)

Elisabeth wird nicht derartig verehrt, weil sie durch Geburt zur lebenslangen undemokratischen Herrscherin über ein Dutzend Nationen ausersehen war. Die überwältigende Mehrheit der Briten verehrt sie als Person.

 […] Was auch immer man von der Institution der Monarchie in einer Demokratie halten mag, es muss großer Respekt da sein für Elizabeth' 70-jährigen Dienst als unparteiisches Staatsoberhaupt und als einigende Figur in Großbritannien und darüber hinaus. […] Sie stand für die fast paradoxe Einheit von vier Nationen in einer einzigen Nation, dem Vereinigten Königreich. Doch nun ist es möglich, dass die Schotten die britische Union verlassen werden, um der Europäischen Union wieder beizutreten. Nordirland sieht seine Zukunft zunehmend mit der Republik Irland, als eine Art informelles Mitglied der Europäischen Union. […] Elizabeth II. stand für Kontinuität, Sicherheit und Gewissheit. […] Die Queen hat weltweite Aufmerksamkeit und Respekt nicht einfach nur geerbt, sondern sich auch selbst verschafft. Tatsächlich war sie viele Jahrzehnte lang die wohl berühmteste Frau der Welt. Schätzungsweise eine Milliarde Menschen sahen ihren Auftritt mit James Bond bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Etwas von diesem Zauber hat auf das Vereinigte Königreich abgefärbt, den Staat, den sie verfassungsmäßig und ikonisch verkörperte. […] Sie hat den Übergang vom Empire zum Commonwealth geebnet und für das Vereinigte Königreich von der imperialen Großmacht zur mittelgroßen euroatlantischen Macht. […]

(Prof. Timothy Garton Ash, 16.09.2022)

Zurück zu einem der morbiden Sarg-Livestreams. Noch zweieinhalb weitere Tage wird es ununterbrochen so gehen. Es ist großartig zu sehen, wie divers London ist. Jede Menge People of Color, die weinend erscheinen, um sich gerührt und ehrfürchtig vor dieser kleinen, alten, weißen Frau zu verbeugen.

Ja, Kolonialismus ist ein Verbrechen, aber wenn die Kolonialsierten das oberste Symbol der Kolonialisierer so sehr verehren, hat das Multi-Staatsoberhauptoffenkundig viel richtig gemacht und mehr für die Einheit der Vielvölkernation getan, als es ein deutscher Bundespräsident je könnte. Sie sind alle Elisabethaner, von links bis rechts, vom Greis bis zum Kleinkind, vom Bettler bis zum Milliardär. David Beckham stand genauso 12 Stunden in der Schlange für seine drei Sekunden am Sarg, wie eine schwarze Londoner Putzfrau oder eine Pakistanisch-stämmige Chirurgin aus Sussex. Eine bizarre physische Qual, zu der keiner der sogenannten Queue Buddys gezwungen wurde. Sie haben unterschiedliche Gründe dafür, sich dieser Mater zu unterziehen. Die häufigsten genannten Erklärungen, sind echte persönliche Zuneigung und das Gefühl, ihr diese Respektsbekundung zu schulden.

Ist so eine Form der Gemeinsamkeit nicht ungemein heilsam, in einer Zeit, in der Nationen zerfallen, sich in Rechtspopulisten und Demokraten aufspalten?

Verschiedene politische Lager mögen sich oft nicht, aber immer stärker geht der Modus Vivendi ganz verloren. Die Türkei, Polen, Ungarn, Brasilien streifen ihre demokratischen Regeln scheinbar ganz freiwillig zugunsten einer Diktatur ab. Extrem weit fortgeschritten ist der Zerfallsprozess in den USA. Es gibt nichts und niemand, das US-Amerikaner so sehr hassen, wie andere US-Amerikaner. Sie erschießen sich gegenseitig, glauben den anderen grundsätzlich kein Wort, erkennen weder Justiz noch Wahlergebnisse an.

Berufs-Unzufriedene, antidemokratische Populisten dominieren aber auch in Deutschland mehr und mehr den Diskurs. Die Regierung wird zunehmend von einer destruktiven „wir sind gegen alles“-Opposition und Online-Shitstorms blockiert. Verrückt, gerade eine so grundsätzlich undemokratische Figur wie ein Monarch kann die Demokratie offensichtlich entscheidend stabilisieren. Der der damals noch junge spanische König Juan-Carlos I. rettete am 23. Februar 1981 die iberische Demokratie, indem er sich mutig und prodemokratisch, dem faschistoiden Franco-affinen Militärputsch in den Weg stellte. Weite Teile der Truppen folgten dem König und vereitelten so die Herrschaftspläne des Oberstleutnant Antonio Tejero.

[….] Diese Frage treibt mich schon lange um: Sind konstitutionelle Monarchien stabiler, als republikanischen Demokratien? Vor 248 Jahren streiften die USA den Mantel monarchischer Macht stolz ab und wählten nun ihren mächtigen Präsidenten; Großbritannien blieb bei der vererblichen Rolle des Staatsoberhauptes. Vergleicht man die Stabilität, erweist sich Großbritannien als vorbildliche Demokratie – wegen der eindrucksvollen Beliebtheit Elizabeth II., aber auch wegen dessen. Was wir leichthin als „Klimbim“, als überholte monarchische Tradition belächeln. Die USA bleiben an ihre gusseiserne Verfassung gekettet, die ihnen weder erlaubt, vom unseligen zweijährlichen Wahlrhythmus abzuweichen, noch das Waffenrecht zu reformieren; eine „malade“, demokratiegefährdete Republik.“  [….]

(Klaus von Dohnanyi, 16.09.2022)

Donnerstag, 15. September 2022

Von der Leyens Verrat – Teil II

Ja, natürlich leben wir in besonderen Zeiten. Es ist schon sehr außergewöhnlich, wenn Grüne Bundesminister auf Kohlekraft-Werke setzen, AKW-Laufzeiten verlängern wollen, bei menschenrechtsantagonistischen Golf-Potentaten um Erdgas buhlen und vehement verlangen, schwere Waffen in heiße Kriege zu liefern.

Und ja, es ist abgrundtief dämlich von Linken und AfD, Habeck und Baerbock vorwerfen, gegen ihre Überzeugungen und Wahlversprechen zu handeln.

Die Grünen und roten Minister wären vielmehr eben dann hart zu kritisieren, wenn sie bei völlig veränderten Bedingungen, tumb an Konzepten aus einer anderen Zeit festhielten.

Das bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, daß alles, das vor einem Jahr richtig war, nun automatisch falsch ist. Aus der Kernenergiegewinnung auszusteigen war richtig, ist richtig und bleibt auch richtig, obwohl AKWs nun enorm populär sind und CDUCSUAFDP ein riesiges Vergnügen dabei haben, die Grünen aufzufordern, ihre 40 Jahre als heilig angesehenen Grundüberzeugungen in die Tonne zu treten. Die AKWs müssen vom Netz, die Gründe sind zwingend.

Es gibt Sondersituationen, die eine Abkehr vom Pazifismus und die Befürwortung von Waffengewalt rechtfertigen. Putin fabriziert so eine spezielle Ausnahme. Das bedeutet aber nicht, im Umkehrschluss, sich wie Strack-Zimmermann und Hofreiter derartig für Waffen zu begeistern, daß man sie mit religiöser Inbrunst als Allheilmittel preist.

Der extreme politische Druck, sich aus der Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen zu lösen, rechtfertigt vieles, das für Sozis und Grüne vor einem Jahr noch undenkbar war.

Das darf aber keineswegs als „Anything Goes“ interpretiert werden. Gerade in dieser Superkrise dürfen wir eben nicht Moral und Klimaschutz ganz vergessen.

Auch wenn der Urnenpöbel es nicht begreift und sich den Millionen-schweren Cum-Ex-Lobbyisten Merz ans Regierungsruder wünscht; die CDUCSU sollte sich schämen und demütig um Verzeihung bitten, statt großspurig zu attackieren.

[….] Die Union hat’s verbockt

Friedrich Merz in bester Angriffslaune. Dafür sind Parteitage schließlich (auch) da. Gilt es doch, die eigenen Leute bei Laune zu halten, da ist die Attacke aufs „rotgrün-gelbe Narrenschiff“der Bringer, zu laute Selbstkritik stört nur. [….] Deutschland war mal führend beim Ausbau der Solar- und Windenergie. Doch in der Regierungszeit von Angela Merkel wurde die Solarförderung drastisch reduziert, Zehntausende Jobs gingen verloren. Es folgte der unionspolitische Angriff auf die Windenergie – vorneweg bis heute aktiv ist Söder-Bayern, das der Meinung ist, dass erneuerbare Energie aus Wind überall produziert werden soll, nur nicht vor der Haustür. Diese energiepolitische Verantwortungslosigkeit zwingt uns heute Entscheidungen über die Energieträger von gestern, wie Atom und Kohle, auf. [….] Robert Habeck [….] muss [….] gerade ziemlich viel von dem geradebiegen, was die CDU in 16 Jahren verbockt hat. [….]

(MoPo, 12.09.2022)

Der moralische Totalausfall Ursula von der Leyen, die ungeniert mit den Antidemokraten der EU-paktiert, versündigt sich an den Grundfesten der Europäischen Union.

An ihr wäre es, gerade jetzt Kurs zu halten und zu zeigen, daß die EU eben nicht wie China und Russland Menschenrechte ignoriert.

Gestern wanzte sich von der Leyen erneut an Orbán heran, signalisierte dem Demokratieverächter, daß Brüssel seine homophoben, antisemitischen Umtriebe, die Abschaffung von freier Justiz und Presse duldet.

[….] Streit über Rechtsstaatlichkeit EU-Kommission will Ungarn Geld entziehen – aber nicht zu viel.

Die EU-Kommission will Ungarn wegen Rechtsstaats-Verstößen Geld entziehen – allerdings weniger als bisher angedroht. Kritiker sehen die letzte Chance in Gefahr, Ungarns Sturz in die Autokratie abzuwenden. [….]

(Markus Becker, 14.09.2022)

Leyens ranghöchster deutscher Parteifreund in Brüssel, Manfred Weber, Präsident der Europäischen Volkspartei (EVP), wanzt sich unterdessen an die italienischen Rechtsextremen heran und unterstützt den kriminellen Berlusconi, der alles dafür tat, die Pressefreiheit in Italien zu schleifen.

[….]  Es gibt Namen im politischen Geschäft, die leuchten rot wie Warnlampen. Der schlechte Ruf solcher Personen färbt ab, als Politiker mit Ambitionen hält man sich von ihnen lieber fern.   Eine dieser Personen ist Silvio Berlusconi. Der frühere italienische Regierungschef war als Mensch nie appetitlich und als Unternehmer und Politiker in der Wahl seiner Mittel nie skrupulös. Gegen den 85-Jährigen wurden knapp drei Dutzend Verfahren geführt, die Bandbreite seiner Gesetzesverstöße reicht von Korruption und Amtsmissbrauch über Steuerhinterziehung bis zur Förderung der Prostitution von Minderjährigen. Könnte man es sich aussuchen, würde man sich als führender Europaparlamentarier vermutlich nicht freiwillig mit Berlusconi in einem Wahlkampfvideo zeigen. Das weiß wohl auch Manfred Weber, CSU-Politiker, Präsident der Europäischen Volkspartei (EVP) und Vorsitzender von deren Fraktion im Europaparlament. Insofern kann es ihn nicht wirklich überrascht haben, dass sein gemeinsamer Auftritt mit Berlusconi in einem Wahlkampfvideo der Partei Forza Italia (FI) auf Kritik stoßen würde. [….]

(Hubert Wetzel, 15.09.2022)

Die deutschen Konservativen haben jedes Maß verloren.

Nun umschwärmt von der Leyen auch noch den brutalen aserbaidschanischen Diktator İlham Heydər oğlu Əliyev (Alijew).

Daß ihr neuer Kumpel Alijew gerade einen Krieg gegen Armenien anzettelt, schon 100 Armenier massakrieren ließ, ist von der Leyen kein Wort wert.

Leyen liebt die großen PR-Auftritte und so stolzierte Foto-Uschi, in gelb-blau gekleidet, gestern bei ihrer Grundsatzrede Kamera-wirksam mit der ukrainischen First Lady Olena Selenska durch den Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Inhaltlich lieferte sie dann aber wieder einmal: NICHTS. Kein EU-Klimaschutz, keine Durchsetzung europäischer Werte, kein Schamgefühl bei der Umgarnung von Nazis und rechter Despoten. Die normalen Bürger der EU sind der schwer reichen Adeligen ohnehin völlig egal.

[….] Die Präsidentin der EU-Kommission geht in ihrer Rede zur Lage der EU nicht auf die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ein. Ein schweres Versäumnis. [….] Am Mittwoch hätte Ursula von der Leyen in ihrer jährlichen "Rede zur Lage der Europäischen Union" die Gelegenheit gehabt, diesen Menschen etwas Mut einzuflößen. Sie hätte ihnen sagen können, dass die EU alles tun wird, um ihren Bürgern zu helfen, so wie in der Finanzkrise und der Pandemie. Sie hätte, um ihre alte Redewendung aufzugreifen, den Europäern warme Wohnungen versprechen können. Aber diese Chance wollte sie offenbar nicht nutzen. Ein kurzer Verweis auf Glashersteller, die sich das Gas für ihre Öfen nicht mehr leisten können, ein halber Satz über alleinerziehende Eltern, die sich vor der Stromrechnung fürchten, ein Exkurs über die Preisbildung am Strommarkt - das war's. Stattdessen viel ukrainisches Heldenpathos.  Das wird dem Problem, vor dem Europa steht, längst nicht gerecht. Es sind eben nicht nur einige Nischenfirmen und Niedrigverdiener, denen brutale Monate bevorstehen, sondern Hunderttausende Unternehmen in der EU und zig Millionen Menschen. Die Angst, mit der sie in die Zukunft schauen, ist der Stoff, aus dem rechte und linke Populisten ihre Kraft ziehen, die Feinde der EU. [….] Man hatte nach von der Leyens Rede jedenfalls nicht den Eindruck, dass sie verstanden hat, was Europa und Europas Bürgern noch blüht. Oder dass es sie kümmert. [….]

(SZ, 14.09.2022)

Mit von der Leyen haben die faschistoiden Regierungen der EU leichtes Spiel. Rechtspopulistischen Zentrifugalkräfte werden gestärkt, weil die Kommissionspräsidentin bei ihren Kernaufgaben versagt.

[….] Enttäuschend ist zudem, dass von der Leyen nicht deutlicher die Versäumnisse der EU-Regierungschefinnen und -chefs anprangert. In der Kommission sind sie entsetzt, wie die Regierungen in der tiefsten Energiekrise des Kontinents jene »Solidarität« vermissen lassen, die von der Leyen in ihrer Rede wieder und wieder beschwört.

    So besteht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck darauf, die funktionstüchtigen Atomkraftwerke der Republik zum Jahresende abzuschalten.

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weigert sich, das Pipelinenetz in den Süden des Kontinents auszubauen.

    Der niederländische Premier Mark Rutte sträubt sich gegen den Weiterbetrieb der Gasfelder in Groningen.

Es ist ein Trauerspiel, über das von der Leyen kein einziges Wort verliert.

Von der »Entschlossenheit«, die »Team Europa« (O-Ton von der Leyen) angeblich bei der finanziellen Unterstützung zeigt, ist in der Praxis ebenfalls wenig zu sehen. Während die USA gleich nach dem russischen Überfall substanzielle Beträge für den laufenden Haushalt Kiews bereitstellten, benötigte die EU Monate, bevor sie mühsam die ersten Milliardenbeträge zusammengekratzt hatte.  [….]

(Michael Sauga, 14.09.2022)

Mittwoch, 14. September 2022

Franz ist verwirrt.

Als Vorbemerkung ein bißchen Statistik.

Listet man die Staaten der Erde nach ihrer Bevölkerungsdichte auf, muss man unterscheiden zwischen Flächenländern und Staaten, die bloß aus einer Stadt bestehen. Die Stadtbevölkerung lebt selbstverständlich viel enger zusammengepresst; das ist schließlich das Kriterium für Urbanität.

In Macau leben 21.600 Einwohner pro Km2, in Monaco 19.600, in Singapur 7.600, in Hongkong 6.700, Gibraltar 5.000 und dann folgt schon der winzige Vatikan mit 2.300 Einwohner pro Km2.

Um eine Vorstellung davon zu bekommen: Gibraltar ist ähnlich dicht besiedelt wie München mit 4.700 Einwohner pro Km2, der Vatikan ist vergleichbar mit Hamburg und seinen 2.400 Einwohner pro Km2; andere Städte wie Rostock oder Saarbrücken, kommen nur auf gut 1.000 Einwohner pro Km2.

Die dichtest besiedelten Flächenländer sind Südkorea mit 515 Einwohnern pro Km2, Indien und die Niederlande mit je 420 Einwohnern pro Km2, Japan 330, UK mit 280, Deutschland 230, Italien 200, Frankreich 120 Einwohnern pro Km2. Türkei, Dänemark, Österreich, Ägypten und Ungarn liegen knapp über 100 Einwohnern pro Km2.

Die eher dünn besiedelten Nationen sind die Mongolei mit 2 Einwohnern pro Km2,  Australien/Island/Namibia mit 3 Einwohner pro Km2, Kanada/Mauretanien, Botswana 4, Russland 8, Norwegen 14, Saudi Arabien/Argentinien 15,  Finnland 16, Schweden 23, Brasilien/Chile 25,

Die durchschnittliche Erdbevölkerungsdichte liegt bei 14,5 Einwohner pro Km2.

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte der EU liegt bei 109 Einwohnern pro Km2. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte Europas bei etwa 70  Einwohnern pro Km2.

Wikipedia

Diese Welt des Jahres 2022 ist mit bald 8 Milliarden Menschen drastisch überbevölkert. Um das Jahr 2050 werden wir die 10-Milliardengrenze durchstoßen.

[……]  Heute ist „Erdüberlastungstag“.

Die Menschen dieses Planeten haben am 22.08. sämtliche erneuerbaren Ressourcen, die in einem Jahr zur Verfügung stehen, aufgebraucht.    Der „Earth Overshoot Day“ wäre sogar schon am 22. Juli gewesen, wenn nicht Corona weltweit die Reisetätigkeit und Industrieproduktion heruntergefahren hätte.Wir verbrauchen also doppelt so viel wie wir haben. Die größten Sünder sind dabei Nordamerika, Europa und die Golfstaaten. Die Zeche zahlen zunächst Afrika und Südasien. Dort schlägt die Erderwärmung erbarmungslos zu.   Die globalen Verursacher von Überschwemmungen, Versteppungen, Überfischungen und Landraub können durch ihr Geld die Konsequenzen der Ressourcenverprassung kompensieren. Wir bauen Deiche, Klimaanlagen, importieren Lebensmittel. […..]

(Ressourcen alle und noch so viel Jahr übrig, 22.08.2020)

Hunger, Klimakatastrophe, Kampf um Ressourcen, Waldsterben, Überfischung – all das würde sich in Wohlgefallen auflösen, wenn wir nicht so verdammt viele wären.

(….) Siebeneinhalb Milliarden Individuen sind einfach zu viel, wenn man so einen gewaltigen Ressourcen-Verschleiß aufzuweisen hat.   Wir roden die letzten Wälder, treiben den Meeresspiegel hoch, lassen die Gletscher schmelzen, verseuchen die Böden, trocknen Seen aus, verdrängen so effektiv andere Tierarten, daß täglich mehrere aussterben.  Wir erodieren, planieren und asphaltieren Gebirge, buddeln Kohle aus, pumpen Gas und Öl aus der Tiefe, generieren Ozonloch und CO2-Hüllen.

Homo Sapiens lebt auf Kosten der anderen Spezies.

Homo Sapiens vermehrt sich inzwischen nahezu ungehindert.

Pro Jahr werden es 83.686.000 Menschen mehr, das sind 229.277 Menschen pro Tag; 159 Menschen pro Minute und 2,7 Menschen pro Sekunde.  Ein paar von denen kann man aushalten, aber ein Zehntel würde locker ausreichen. 750 - 800 Millionen betrug die Gesamtweltbevölkerung Ende des 18. Jahrhunderts. Die Eine Milliarde-Menschen-Marke wurde 1804 geknackt. Reicht das nicht?

Schon damals konnten wir Ebenbilder Gottes bekanntlich Kriege, Genozide und Ausbeutung ganzer Kontinente vollbringen, weil es genug Soldatennachschub gab, weil die Frauen im Durchschnitt so viele Söhne hatten, daß sie es hinnahmen, daß ab und zu einer davon „auf dem Feld der Ehre“ zerhackt oder zerfetzt wurde.

Der enorme Bevölkerungsdruck, die Verzehnfachung der Menschen in 200 Jahren führte aber zu noch viel mehr Konflikten, Kampf um Ressourcen, Massenmigrationen, Fluchtwellen.

In den Teilen der Welt, die ein sehr geringes Bevölkerungswachstum ausweisen, oder gar wie Deutschland, Japan, Südkorea und die baltischen Länder (Fertilitätsrate bis 1,3) schrumpfen, ist die Kriegsmüdigkeit hingegen recht ausgeprägt.

Verständlich, denn wenn man/frau bloß ein Kind hat, geht es ihm einerseits ökonomisch besser, so daß es weniger wahrscheinlich auf die Idee kommt Soldat zu werden und andererseits sind die Eltern auch protektiver, lassen ihre Kindern weniger gern in den Krieg ziehen.

Länder mit den höchsten Fertilitätsraten – Gaza 4,9 Jemen 5,0 Ruanda 5,3 Kongo 5,8 Uganda 6,1 Somalia 6,3 Ost-Timor 6,3 Afghanistan 6,4 – sind offenbar auch besonders unfriedlich, weil die enorme Kinderzahl die Ressourcen erschöpft, Konkurrenz entsteht und Eltern auch eher mal den Tod eines ihrer Blagen verkraften.

Wir brauchen also weniger Menschen und daher weniger Nachwuchs.

Es ist wohl auch kein Zufall, daß die Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte auch die mit den geringsten Geburtenraten sind. (…..)

(Menschenmassen, 14.10.16)

Besonders unangenehm zusammengepresst leben wir in Europa, welches 10 mal so dicht besiedelt ist, wie der Durchschnitt der Erde.

Extrem schlimm steht es um das sogar 20 mal so dicht, wie der Weltdurchschnitt besiedelte Italien.

Die katholischen Italiener müssen ganz dringend damit aufhören ungeschützt zu kopulieren und ständig neue Bambini zu produzieren.

In dieser Causa empfiehlt es sich, genau zuzuhören, was Gottes Stellvertreter auf Erden, Papst Bergoglio, zum Thema sagt – um dann das einzig Richtige zu tun, nämlich das Gegenteil seiner Ratschläge!

[….] Kinderkriegen ist nach Worten von Papst Franziskus eine patriotische Pflicht. Italien und andere Länder erlebten derzeit einen „demografischen Winter“, sagte er am Montag im Vatikan vor Mitgliedern der Confindustria, Italiens größtem Arbeitgeberverband. [….]  „Heute ist das Kinderzeugen eine, ich möchte sagen, patriotische Frage, auch um das Land nach vorn zu bringen“, so der Papst. [….] Papst Franziskus hält gewollte Kinderlosigkeit für Egoismus. „Keine Kinder zu haben ist eine egoistische Wahl“, sagte er bei einer Generalaudienz im Februar 2015 – mehr dazu in Papst: Keine Kinder zu bekommen ist egoistisch. Eine Gesellschaft, in der es keine Kinder gebe, weil diese „vor allem als Sorge, Last und Risiko“ gesehen würden, sei „trübselig“. [….]

(ORF, 13.09.2022)

Was für ein hanebüchener Unsinn! Das diametrale Gegenteil ist richtig: Kinderkriegen ist egoistisch. Die Kinderlosigkeit der Kurialen ist das einzig Positive an ihnen.


(….) Ein Zehntel der Menschen von heute würde also ausreichen, um die Homo-Sapiens-Kulturvielfalt aufrecht zu erhalten.  Um Homo Sapiens einfach nur überleben zu lassen, sind aber offensichtlich nur extrem wenige Individuen notwendig.  Die Religionen mit ihrem Vermehrungswahn, der Verklärung der Mutterrolle, der Fruchtbarkeitsideologie sind heute der Haupttreiber des Menschentods durch Masse.  Wer sich um das Überleben der existierenden Menschen und der Menschheit als Gattung sorgt, sollte dringend dafür sorgen nicht noch mehr Menschen zu produzieren.

Rund 20.000 Kinder sterben täglich an Hunger, weil dort wo sie leben einfach nicht mehr genügend Ressourcen übrig sind. Statt also fortwährend weiter Säuglinge auszubrüten, wäre es ökonomischer sich erst mal um die schon existierenden zu kümmern. Ökonomischer und moralischer.

Die christliche Religion mit ihrer extremen Überbetonung der Sexualmoral, sollte ihre Positionen ins Gegenteil verkehren.

Sinnvollerweise lautet der humane Sexualansatz:

 „Geschlechtsverkehr um des reinen Vergnügens willen JA BITTE, aber keine Kinder dabei machen!“

Das hieße, im Zweifelsfall homosexuelle Praktiken und Masturbation zu bevorzugen. Heterosexueller Vaginal-Verkehr möglichst erst nach dem Klimakterium oder mit ausreichend sicheren Verhütungsmethoden. Konservative und christliche Ideologen sind diesbezüglich leider noch auf dem Holzweg, propagieren genau die falschen Sexualvarianten. (….)

(Die Föten, 12.02.21)

Dienstag, 13. September 2022

Linker Exodus – Teil II

Wie überall, befinden sich auch die Hamburger LINKEN in Lyse. Ein Jammer. Unter Dora Heyenn war die Partei eine wirkliche Alternative, deren Beiträge man genau verfolgte und die man sich in die Regierung wünschte – wenn nicht ein ultrastarker Scholz 2011 die absolute Mehrheit geholt hätte.  Sie war von 2008 bis März 2015 Vorsitzende der Hamburger Linksfraktion. Leider setzte dann aber schon der Wahnsinn ihrer Partei ein, die Sektierer mobbten sie weg und Heyenn trat am 1. Januar 2018 der SPD-Fraktion bei.

Mittlerweile mutierten die Linken von der Alster zur Lachnummer. Bis vor wenigen Tagen waren Keyvan Taheri und Zaklin Nastic Landesparteivorsitzende, die ihren eigenen Vorstand mit Rassismusvorwürfen überzogen und den Streit in der Öffentlichkeit ausbreiteten. Am Wochenende wurden neue Vorsitzende gewählt. Das ging so:

[….] Die Linke steckt nicht nur bundesweit in einer tiefen Krise, sondern steht auch in Hamburg vor allem vor inneren Herausforderungen. [….] Sabine Ritter (54) [….] setzte sich gegen zwei Gegenkandidatinnen durch, von denen die eine für den negativen Höhepunkt des Wochenendes sorgte. Das umstrittene Parteimitglied Bijan Tavassoli hatte erklärt, kein Mann mehr zu sein, sondern eine Frau, und folglich für den weiblichen Landesvorsitzendenplatz kandidiert. Tavassoli war allerdings selbst gar nicht anwesend, laut eigener Aussage wegen einer Corona- und wahrscheinlichen Affenpocken-Infektion. Stattdessen trug ein Mann mit Kapuzenpullover und Maske die Bewerbungsrede stellvertretend vor und las einen abstrusen Text ab. Darin forderte Tavassoli unter anderem ein Verbot aller Bücher von „Harry Potter“-Schöpferin J. K. Rowling, die Legalisierung von Crystal Meth und beleidigte diverse Parteimitglieder. Nachdem das Tagungspräsidium erfolglos verbal intervenierte, kam es zu Handgreiflichkeiten, als der Tavassoli-Vertreter vom Rednerpult entfernt wurde. Für finales Kopfschütteln sorgte Tavassoli, als er später über eine Parteikollegin mitteilen ließ, dass die vorgetragene Rede gar nicht von ihm stamme. [….]

(HH Mopo, 12.09.2022)

Es passt ins Bild, Hamburg ist bei Weitem nicht der einzige Landesverband in Auflösung. Saarland, Rheinland-Pfalz, NRW und Hessen sind bereits kollabiert.

Wie ich gestern ausführlich darlegte, bleibt für seriöse Mitglieder gar keine andere Wahl. Sie müssen die Wissler-Ernst-Wagenknecht-Partei verlassen.

Die Bundesvorsitzende Hennig-Wellsow warf hin, die Rheinland-Pfälzische Landeschefin Melanie Wery-Sims folgte, trat sogar ganz aus. Den gleichen Schritt ging der Kollege aus NRW.

[….] Ein Beispiel dafür ist der langjährige nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Knud Vöcking. 28 Jahre war er Mitglied erst der PDS, dann der Linkspartei. Unmittelbar nach der Wagenknecht-Rede hat er seinen Austritt erklärt. „Meine Geduld ist zu Ende“, schreibt Vöcking in seiner Austrittserklärung.  [….]

(Pascal Beucker, 11.09.2022)

Auch der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider trat gestern aus. Heute legte Thérèse Fiedler, Fraktionsvorsitzende der Linken in Hamburg-Altona alle Ämter nieder. Der viel größere Paukenschlag war aber der über alle Parteigrenzen hinweg Achtung genießende Finanz-Guru Fabio de Masi, den ich seit Jahren bei jeder Gelegenheit lobe.

[….] »Ich habe soeben gegenüber dem Landesverband Hamburg der Partei meinen Austritt aus der Partei erklärt«, teilte De Masi auf Twitter mit. [….] In seiner Zeit als Bundestags- und davor als Europaabgeordneter galt De Masi als Finanzexperte bei den Linken. »Ich möchte nicht mehr in Verantwortung für das eklatante Versagen der maßgeblichen Akteure in dieser Partei in Verantwortung genommen werden, die eine große Mehrheit der Bevölkerung im Stich lassen, die eine Partei brauchen, die sich für soziale Gerechtigkeit und Diplomatie überzeugend engagiert«, schrieb De Masi weiter. Er habe versucht, seinen Teil dazu zu leisten, sei aber dabei gescheitert. [….] (SPIEGEL, 13.09.2022)

Es geht nicht anders, „nur raus da“ lautet das Motto der Rudimentär-Linken. Welch ein Drama um eine eigentlich so wichtige Partei in Deutschland, die als einzige konsequent für die nicht Privilegierten eintrat.

Die Wagenknechte der Partei streben nun aber einen Zusammenschluss mit den Nazis zu einem Querfront-Amalgam an, ohne von den beiden Parteivorsitzenden oder den beiden Fraktionsvorsitzenden aufgehalten zu werden.

[….] Die drei Linken-Landespolitikerinnen aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt König-Preuss, Nagel und Quade konstatieren: „Die Grenze des Erträglichen ist mit Blick auf das Gebaren von Sahra Wagenknecht und ihrer Getreuen schon lange erreicht.“ Konkret zählen sie Äußerungen gegen die Aufnahme von Geflüchteten, gegen die europäische Integration, gegen Coronaschutzmaßnahmen oder gegen Bündnispartner:innen aus den antirassistischen, Klima- oder Queerbewegungen auf. Auch beklagen sie Wagenknechts Glorifizierung einer Querfrontdemonstration in der tschechischen Hauptstadt Prag Anfang September. Dort hatte die – seit 2021 nicht mehr im Parlament vertretene – Kommunistische Partei gemeinsam mit rechtsextremen Parteien- und Organisationen sowohl gegen hohe Energiepreise und Sanktionen gegen Russland als auch gegen Corona-Impfungen, die Aufnahme von Flüchtlingen und die EU demonstriert. Wagenknecht sieht diese Demo als Vorbild für Deutschland an, wie sie in einem am Donnerstag auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlichten Video bekundet hat. [….]

(Pascal Beucker, 11.09.2022)

Sagenhaft, welches Zerstörungspotential das Partei-TNT-Paar Wagenknecht-Lafontaine entfalten kann.  Sie erinnern mich an Tullius Destructivus.

[….] Julius Cäsar und seine Berater überlegen, wie sie den unbeugsamen Galliern um Majestix und Asterix zusetzen können. Sie wissen, dass diese zwar recht streitsüchtig sind, im Ernstfall jedoch immer zusammenhalten. Daraufhin schlägt einer der Berater vor, den Römer Tullius Destructivus auf die Gallier anzusetzen. Dieser besitzt die Begabung, durch geschickte Manipulation und Intrigen in jeder Gruppe Streit hervorzurufen. Als er schon durch seine pure Anwesenheit einen Streit unter Cäsars Beratern auslöst, zeigt sich Cäsar beeindruckt und erteilt Destructivus den Auftrag, die Gallier auseinanderzubringen.  [….]

(Wikipedia, Streit um Asterix)

Vielleicht könnte man Sahra Sarrazin und Oskar Destructivus, nachdem sie die Linke völlig erledigt haben, nach Russland schicken, um Partei Einiges Russland (Единая Россия Jedinaja Rossija) beizutreten. In einem halben Jahr wäre Putin erledigt.

Oder sie gehen gleich nach Florida, beide sind schließlich Trump-Fans, um Chair der Republican Party zu werden. Dann würden selbst die fanatischsten Trumpisten schreiend wegrennen. Biden würde 2024 mit 80% wiedergewählt werden.

[….] Warum in der Haushaltswoche des Bundestags die einzige Rednerin der Linken zur Wirtschafts- und Energiepolitik dann ausgerechnet Sahra Wagenknecht hieß? Das ist ein Rätsel, welches die Partei vermutlich noch länger beschäftigen wird. Zumindest hat es die akuten Zerbröselungserscheinungen ausgelöst. [….] Die Bundestagsabgeordnete Caren Lay teilte in diesem Zusammenhang mit: "Die Entscheidung, Wagenknecht reden zu lassen, war die fatalste von vielen falschen Entscheidungen, es macht mich fertig." [….] Der Umgang mit Wagenknecht beschäftigt die Linke seit Jahren auf fast schon pathologische Weise. Für viele Genossinnen und Genossen scheint nun aber endgültig die Schmerzgrenze erreicht zu sein. Wobei sich die parteiinterne Kritik nicht nur gegen die Rednerin selbst richtet, sondern zunehmend auch gegen die Fraktionsvorsitzenden Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch. [….] Einen offenen Brief, in dem der Rücktritt von Bartsch und Mohamed Ali gefordert wird, hat unter anderem die Bundestagsabgeordnete Martina Renner unterzeichnet. [….] Maßgebliche Linke halten inzwischen eine Spaltung der Partei für unvermeidlich. Die Frage sei nur noch, wann Wagenknecht austreten werde und mit wie vielen. [….]

(SZ, Boris Herrmann, 13.09.2022)

Montag, 12. September 2022

Linker Exodus.

Sahra Sarrazins Querfront-Kurs wird immer kompromissloser. Waren es vor Jahren vereinzelte völkische und queerfeindliche Floskeln, die sie von ihrem zweiten Ehemann übernahm, deckt sie inzwischen zuverlässig den gesamten Aluhut-Kosmos ab.

Völkisch, national, homophob, antisemitisch, covidiotisch und putinesk.

(….) Bei Sahra Sarrazin begann es mit der Übernahme der völkischen Ansichten ihres zweiten Mannes Oskar Lafontaine. Pegida? Eine legitime Protestbewegung, befand Wagenknecht im Januar 2015 und wollte mit ihnen reden. Nachdem sie einmal Multikulti und Migranten zu hassen gelernt hatte, ihre Liebe für den deutschen, weißen, nationalen, heterosexuellen Arbeiter entdeckte, posierte sie 2018 nur zu gern mit dem stramm antisemitischen Mouvement des Gilets jaunes, ließ sich demonstrativ auch in gelber Weste ablichten. Nun ging es Schlag auf Schlag: Covidiotie, Gender-Gegnerin und sie distanzierte generell sich von der Queer-Freundlichkeit der Linken, wollte nicht mehr jede „noch so skurrile Minderheit“ unterstützen.

(…) Ein sehr trauriger Fall einer schon seit Jahren auf der rechten schiefen Bahn wegrutschenden Frau ist Sahra Wagenknecht, die erst von ihrem Mann Oskar Lafontaine die xenophob-populistischen und völkischen Töne übernahm, dann aber auch bei den offensiv antisemitischen Gelbwesten mitmischte, sich gegen Homosexuelle positionierte, die US-Demokraten bekämpfte und Trump lobte, egoistisch gegen RRG agitierte, zur Freude der AfD migrantenfeindliche Mythen verbreitete und folgerichtig auch covidiotisch-populistisch gegen die „Inzidenz-Willkür“ wettert.

Wagenknecht ist lange verloren gegangen. Eine intelligente und gebildete Frau, die so tief im braunen Sumpf steckt, daß sie keine AfD-Trigger mehr auslassen kann. Kaum ein Nazi-Lieblingsthema, das sie nicht übernommen hätte.

Zuletzt erwischt es eine der letzten Minderheiten, gegen die sie noch nicht gepoltert hatte:

[….] Wagenknecht warnt vor "immer skurrileren Minderheiten"   [….] Sahra Wagenknecht will offenbar Wählerstimmen ergattern, indem sie die Minderheitenpolitik der AfD übernimmt.  "Dieses Buch ist durchzogen von Menschenverachtung." Dieses Urteil über Sahra Wagenknechts neuestes Werk "Die Selbstgerechten", das nächste Woche erscheinen soll, stammt nicht von einem politischen Gegner der ehemaligen Oppositionsführerin im Bundestag, sondern von einem Parteifreund: Frank Laubenburg, der Bundessprecher der parteiinternen Vereinigung Die Linke.queer, ist empört über die Äußerungen der wohl prominentesten Politikerin seiner Partei. [….] Wörtlich schrieb Wagenknecht: "Die Identitätspolitik läuft darauf hinaus, das Augenmerk auf immer kleinere und immer skurrilere Minderheiten zu lenken, die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden und aus der sie den Anspruch ableiten, ein Opfer zu sein." Als Beispiel für solche "Marotten" nennt sie sexuelle Orientierung, Hautfarbe und Ethnie. Arme Menschen, die lediglich "weiß und hetero" seien, würden dagegen den angeblich begehrten Opferstatus nicht erhalten. [….]

(Queer.de, 08.04.2021)

Bei solchen Wagenknecht-Tiraden bekommen Hedwig Beverfoerde und Gabriele Kuby vor Glück einen Eisprung. (…)

(Auf der rechten, schiefen Bahn, 08.04.2021)

Inzwischen wurde bei Sahra Sarrazin Morbus Aluhutus im Endstadium diagnostiziert. Da gibt es keine Hoffnung auf Heilung mehr.

Selbstverständlich schlägt sie sich beim Ukraine-Krieg auf Putins Seite und wird auch dafür von allen Rechtsextremen gelobt.  (….)

(Endlich Klassenkloppe, 03.08.2022)

Die rationalen Anhänger der Linken verzweifeln, weil ihre eigentlich bevorzugte Partei dadurch kontinuierlich unwählbar bleibt.

Ob dieses massiven Wagenknecht-Querfront-Problems, blieb die Linke bei der Bundestagswahl 2021 unter der 5%-Hürde und stürzte bei den folgenden Landtagswahlen sogar auf das „sonstige-Niveau“ ab.

(…) Aber nachdem die Linke nach der Bundestagswahl (4,9%), weitere dreimal bei Landtagswahl für ihre elende Schwurbelei und Unfähigkeit, sich von der Querfront zu trennen, schwer abgestraft wurde – 27.03. im Saarland 2,6%, 08.05. Schleswig-Holstein 1,7%, 15.05. NRW 2,1% - und bundesweit klar unter 5% entlangkrebst, demonstriert sie weiterhin ihre völlige Politikunfähigkeit. Geradezu erbärmlich, wie sich die einst so stolze Partei von ihrer völkischen AfD-Freundin Sahra Sarrazin und dem doppelten Partei-Zerstörer Lafontaine zerhacken lässt.  (…)

(Wie lange noch, Linke?, 15.06.2022)

Letzte Woche, am Donnerstag, den 08.09. gab Wagenknecht im Bundestag eine Gala-Vorstellung 100%iger Putin-Propaganda und schob die gesamte Verantwortung für die ökonomischen Folgen des Ukrainekrieges, der Bundesregierung in die Schuhe.

AfD, Verschwörungstheoretiker, Putin-Fans, RT und Aluhüte lobten ihre Sahra Sarrazin überschwänglich. Der rechtsextreme David Berger ejakulierte fast vor Glück und übernahm das Video der gesamten Bundestagsrede sofort auf seinen völkisch-verschwörungstheoretischen Blog.

[….] Sahra Wagenknecht sorgt mit ihrer Rede im Bundestag für Furore: Diese Regierung zerstört mit ihrem beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen Russland den Wohlstand in unserem Land und stürzt Millionen Menschen in bittere Armut.  Ein weiterer Höhepunkt der Rede: “ Wie bescheuert ist das denn? Wir haben die dümmste Regierung Europas!“  [….]

(PP, 08.09.2022)

In dem zurechnungsfähigen Teil ihrer eigenen Partei kam die russische Propagandashow weniger gut an.

[….] Die Linken-Parteispitze hat nach der "Wirtschaftskrieg"-Rede von Sahra Wagenknecht im Bundestag zu Geschlossenheit aufgerufen und vor einer Gefährdung der Partei gewarnt. "Wir haben eine Verantwortung, nicht für uns nur als Partei, sondern für Millionen von Menschen, die uns gewählt haben", sagte die Vorsitzende Janine Wissler am Sonntag nach einer Klausur des Bundesvorstands in Rathenow. [….] Die frühere Fraktionschefin Wagenknecht hatte der Bundesregierung am Donnerstag mit Blick auf Russland vorgeworfen, "einen beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen unseren wichtigsten Energielieferanten vom Zaun zu brechen". Sie forderte einen Stopp der Wirtschaftssanktionen gegen Russland und Verhandlungen mit dem Kreml über eine Wiederaufnahme von Gaslieferungen nach Deutschland. [….] Der Konflikt zwischen der Parteispitze und dem Lager um Wagenknecht verschärft sich. Deren Unterstützer Klaus Ernst und Alexander Ulrich wiesen Kritik an ihr zurück und attackierten den Vorstand.  Der frühere Parteichef Ernst, der Wagenknechts Positionen teilt, erklärte am Samstag mit dem Bundestagsabgeordneten Ulrich: "Es ist völlig unverständlich, wie eine inhaltlich korrekte Rede aus den eigenen Reihen der Partei wieder einmal diskreditiert wird." Sie fügten hinzu: "Die Positionierung der Parteiführung gegen die Fraktion in dieser Situation, in der eine geschlossene Linke mehr als notwendig wäre, macht die Überforderung der handelnden Personen im Parteivorstand deutlich." [….] Drei ostdeutsche Landespolitikerinnen forderten Wagenknechts Ausschluss aus der Bundestagsfraktion und den Rücktritt der beiden Fraktionschefs Dietmar Bartsch und Amira Mohamed Ali, wie auf Twitter eine der drei, die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss, in der Nacht zu Samstag bekanntmachte. [….]

(BR, 11.09.2022)

Ich gehöre zu jenem Teil der SPD, für den RG oder eben RRG die bevorzugte Koalitionsoption ist. Richtigerweise schließt die SPD aber auf Bundesebene Koalitionen mit der Wagenknecht-Linken aus.

Da sich die debakulierende Führung der Linken seit Jahren außerstande und außer WILLENS sieht, sich von diesen rechtsschwurblerischen Abgeordneten zu trennen, verdient sie es dauerhaft weit unter der 5%-Hürde angesiedelt zu sein und damit selbstverständlich auch jede Chance auf Mitgestaltung zu verlieren.

Es ist immer noch außerordentlich bedauerlich, dies festzustellen, aber die LINKE fällt gegenwärtig als seriöse Partei aus, obwohl ihre Stimme dringend gebraucht würde gegen eine regierende FDP, während es sonst nur ganz rechts Opposition im Bundestag gibt.

Aber die Linke ist nicht nur derzeit unwählbar, sondern ihre fortgesetzte Duldung von rechtspopulistischen Rednern aus ihrer eigenen Fraktion, lässt den anständigen Mitgliedern, nur die Wahl zwischen Rück- und Austritt.

(….) Am 20.04.2022 hatte die Bundesvorsitzende Hennig-Wellsow hingeschmissen.

Diese Woche folge die Rheinland-Pfälzische Landeschefin.

[….] Linke Landeschefin tritt aus und rechnet mit Wissler ab

Melanie Wery-Sims kandidierte für einen Führungsposten. Jetzt verlässt sie die Linken in Rheinland-Pfalz – auch, weil »ein spezieller Kreisvorsitzender« Bilder von ihr ungestraft als »Wichsvorlage« bezeichnen könne.  [….]

(SPON, 02.08.2022)

So macht man sich unwählbar.

[….] Diese "Linke" braucht kein Mensch

Eine Schlangengrube ist die Partei "Die Linke", die sich am liebsten mit sich selbst beschäftigt, meint Stefan Giese - und sieht sich darin im Austritt der Landesvorsitzenden Melanie Wery-Sims in Rheinland-Pfalz bestätigt.  Sich selbst überflüssig zu machen ist eine Kunst, die kaum jemand so gut beherrscht wie die Partei "Die Linke". Die weit überwiegende Mehrheit der Bundesbürger weiß das schon lange. Mittlerweile ist die Erkenntnis auch in den obersten Etagen der Partei angekommen und führt zu Rücktritten. Nachdem bereits im April die damalige Bundesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow die Brocken hingeworfen hatte, ist es nun Melanie Wery-Sims, die als Chefin der rheinland-pfälzischen Linken zurück- und aus der Partei austritt. Die Abrechnung mit ihrer bisherigen politischen Heimat fällt schonungslos aus - und ist doch nur eine Ansammlung bekannter Abscheulichkeiten. Den Sexismus in den eigenen Reihen illustriert sie anhand eines Kreisvorsitzenden, der sie folgenlos zur "Wichsvorlage" reduziert hat. Den Antiamerikanismus erlebte sie in Form der Gleichsetzung von Putin und Obama. Den offen feindseligen persönlichen Umgang unter Parteimitgliedern beschreibt sie ausführlich.  [….]

(Stefan Giese, SWR, 02.08.2022)

Das Ende der Partei ist nicht nur nah, sondern womöglich auch unabwendbar. Sehr spät, womöglich zu spät, entdecken die Partei-Aktivposten im Bundestag nun ihre eigene Courage und wagen es, sich klar gegen Sahra Sarrazin zu stellen.

 

 Auf einer Lost-Skala von 1 bis 100 schafft #Wagenknecht mit diesem Tweet die 1000.  Natürlich geht es ihr um Provokation und um Aufmerksamkeit. Dennoch darf dieser wahnsinnige Tweet nicht unwidersprochen bleiben. Wagenknecht spricht nicht für DIE #LINKE, nur für sich und Moskau.

(Niema Movassat, 02.08.2022)   (….)

(Endlich Klassenkloppe, 03.08.2022)

Da aber Sahra Sarrazins öffentliches Putin-Hintern-Küssen uneingeschränkt fortgesetzt wird, bleibt nur der weitere Exodus aus dieser Partei.

Die besten Köpfe der letzten Dekade – Jan von Aken und Fabio de Masi – haben ohnehin schon den Bundestag verlassen.

Rette sich, wer kann, gilt nun für alle seriösen Linken-Mitglieder.

[….] Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, ist aus der Partei Die Linke ausgetreten. Das teilte der Soziallobbyist bei Twitter mit. Als Grund nannte Schneider den Auftritt der umstrittenen Linken-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht im Bundestag in der vergangenen Woche. »Dass die Linksfraktion am letzten Donnerstag im Bundestag Sahra Wagenknecht ans Podium ließ, und was diese dann – man hätte es wissen müssen – vom Stapel ließ, war zu viel«, schrieb Schneider.  [….]

(SPON, 12.09.2022)

Sahra Sarrazins gegenwärtiger Ehemann Oskar Lafontaine war Parteichef zweier Parteien, gab sich in beiden Fällen größte Mühe, die Partei komplett zu zerstören, trat aus beiden aus.

Ihr Ex-Ehemann Ralph Niemeyer ist sogar noch durchgeknallter. Als selbst ernannter „Reichskanzler“ weilt er in Russland und orakelt öffentlich davon eine deutsche Exil-Regierung anzuführen, die von Putin und Trump anerkannt werde.

Und auch Sahra wird nicht ruhen, bevor sie die Linke nicht aufgelöst hat. Wenn die verbliebenen Mitglieder das mit sich machen lassen, ohne sich von der ganz offenkundig nicht mehr zurechnungsfähigen Aluhütin zu trennen, haben sie es nicht besser verdient.