Freitag, 17. April 2020

Mal wieder so ein Aussetzer


Zugegeben, in der Online-Welt, die selbst mich gegen meinen Willen dazu brachte vor knapp zwei Jahren mein erstes Klugtelefon zu kaufen, weiß man schneller und simultaner über neueste Katastrophen Bescheid, als es seriöse Portale verbreiten und Zeitungen drucken können.
Aber es braucht später doch die richtigen Journalisten, um die Situation zu analysieren, Hintergrundinformationen zu liefern, die Falschmeldungen auszufiltern und alles in die richtigen Zusammenhänge zu ordnen.
Wenn man den Schritt gemacht hat, kommt die Kür. Das sind die Meinungsartikel, die Kommentare, das Feuilleton, die Kolumnen.
Das ist der Spitzenjournalismus, für den man zahlen muss und den ich auch gerne bezahle. Denn diese Feuilleton-Artikel und Kolumnen werden nicht nur von klugen Köpfen geschrieben, sondern sie machen auch klüger, weil dadurch die Informationen neu Vernetzt und in andere Zusammenhänge gestellt werden.
Selbstverständlich ist es angenehmer Kolumnen zu lesen, deren Schreiber auf einer ähnlichen Wellenlänge wie man selbst schwingen.
Aber man verlässt den Pfad der Intellektualität, wenn man im Journalismus nur das liest, was einem persönlich sehr gefällt.
Dafür gibt es schließlich Kunst. Lyrik, Prosa, Romane. Die kann und soll man genießen und Autoren lesen, deren Thematik und Stil erfreuen.
Möchte ich mir aber ein Bild über die aktuellen Entwicklung im Nahostkonflikt oder die britischen Corona-Maßnahmen machen, habe ich den Anspruch ein neues Unternehmenssteuermodell oder die genau Arbeitsweise der WHO in China zu verstehen, brauche ich seriöse Berichterstattung, die auch all das beinhaltet, das ich nicht gern höre.
Anschließend geht es wieder ein paar Seiten weiter zu den Kolumnisten; also Zeitung zum Genießen.
Glücklicherweise gibt es im deutschsprachigen Raum viele gute Kommentatoren und Kolumnisten.
Höflicherweise zähle ich Menschen wie Franz Josef Wagner eben nicht zu Kolumnisten. Der ist ein Clown.

Einer der vielen guten Kommentatoren ist Jakob Augstein, der uneheliche Sohn Martin Walsers, Herausgeber des FREITAG und SPIEGEL-Miteigentümer.
Ein guter, gebildeter Typ, der mir mit seinen Texten schon viel Freude bereitete.
Das bedeutet freilich nicht, daß ich ihm immer zustimme und mich nie über ihn ärgere.

[….] Natürlich habe ich mich auch manchmal über Jakob Augstein geärgert. Etwa in der Kinderbeschneidungsdebatte, als er das Thema ganz offensichtlich nicht recht zu Ende dachte und sich auf die Seite der Kinderschnibbler warf.
Augstein, 52, SPD-Mitglied seit 1992, konnte bei aller Vernunft ab und zu erstaunlich Unvernünftiges heranziehen, indem er beispielsweise den richtigen friedenspolitischen Ansatz mit Bibelzitaten untermauerte.
2016 warf er sich für den höchst zweifelhaften Volker Beck in die Bresche.
Grundsätzlich bedauere ich aber das Ende der Augstein-Kolumne „Im Zweifel links“ (1/11-10/18), weil er als einer der wenigen Meinungsjournalisten ein kenntnisreicher Querdenker war, der sich traute Unpopuläres anzusprechen.
Viele Mal zitierte ich ihn voller Überzeugung.
Insofern war es ein harter Schlag für mich als ihn das renommierte Simon-Wiesenthal-Center im November 2012 auf Platz 9 seiner jährlichen Rangliste der „Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“ setzte und sich dabei ausgerechnet auf den längst nicht mehr seriösen Henryk M. Broder stützte, der Augstein mit Hitler verglich und ihn einen  „lupenreinen Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder“ nannte. […..]

Vorgestern war es wieder soweit, als Augstein auf Twitter treudoof fragte wieso Baumärkte öffnen dürften, aber Gottesdienste nicht.



Aua, zum Glück bekam Augstein auch sofort den Shitstorm, der er für so einen selten dämlichen Tweet verdiente.


 Die evangelische Kirche ist übrigens weniger verblödet als Augstein. Auch Muslime halten sich ganz selbstverständlich im Ramadan an alle staatlichen Auflagen des Gottesdienstverbotes. Es sind offenbar nur die Katholiken, die lieber riskieren ihre Schäfchen sterben zu lassen. 


[…..] Mehr als zwei Drittel der Deutschen halten öffentliche Gottesdienste in der Corona-Krise einer Umfrage zufolge für nicht notwendig. Laut einer repräsentativen Untersuchung durch das in Erfurt ansässige Meinungsforschungsinstitut Insa Consulere für die katholische Zeitung "Tagespost" (Würzburg) sind nur zwölf Prozent der Deutschen der Meinung, Vor-Ort-Gottesdienste auch während der Pandemie zu erlauben.
Unter den Katholiken sprechen sich demnach nur 15 Prozent dafür aus, dass Gläubige derzeit bei Gottesdiensten persönlich anwesend sein dürfen. 69 Prozent seien dagegen. Bei den Protestanten seien 13 Prozent dafür, 71 Prozent dagegen. […..]



Donnerstag, 16. April 2020

Wer regiert, ist nicht egal


Man kann wie die rasenden Populisten Johnson und Trump lügen, verschleiern, Schuld zuweisen.

Trump ist so sagenhaft verblödet, daß er Chinatown für einen Teil Chinas hält.


Seine Chefberaterin Kellyanne Conway mahnte unterdessen an die Anti-Corona-Maßnahmen nicht zu übertreiben; es sei schleißlich schon die 19. Corona-Epidemie. „This is Covid-19 and not Covid-1, folks!“
Kann sie wirklich so verblödet sein nicht zu wissen, daß die „19“ für das Jahr der Entdeckung, nämlich 2019 steht und nicht etwa für eine 19. Version des gleichen Virus‘?


So drastische Lügen im Umgang mit einer Pandemie sind tödlich, im wahrsten Sinne des Wortes.
Dadurch haben England und die USA eine vielfache Todesrate.
Allerdings sind die sich selbst als „Lebensschützer“, bzw „pro life“-Politioten immer sehr aktiv, um möglichst viele Menschen zu töten – ob nun durch Kriege, Rüstungsexporte, Waffenwahn, Abbau von Gesundheitsvorsorge, Folter, Todesstrafe oder Asylverweigerung.
Sobald ein Leben den Uterus verlassen hat, ist es für Evangeliban und Republikaner wertlos.


Aufbrausende Selbstdarsteller sind eine tödliche Gefahr in den Corona-Times; so sehr sie auch sonst vom Urnenpöbel geliebt werden.

Die vernunftorientierten, umsichtigen, vorsichtigen, zurückhaltenden, weniger charismatischen, nerdigeren Aktenfressertypen, die weniger in Talkshows dampflaudern, sondern seriös handeln, haben es oft schwer gegen schillernde Selbstdarsteller wie Bolsonaro,. Trump und Johnson.

Aber in der Krise werden sie offenbar doch geschätzt.
Zwar steigen auch Trumps Beliebtheitswerte in der Krise, weil sich verunsicherte Bürger immer hinter die Regierung stellen, aber verglichen mit dem gewaltigen Vertrauen, das US-Bürger beispielsweise den Gouverneuren von New York, New Jersey, Washington State und Kalifornien entgegenbringen, dümpeln Trumps Werte auf eher niedrigem Niveau.

Tout Deutschland wartete gestern auf die Ergebnisse der Bundeskanzlerin-Ministerpräsidenten-Konferenz. Wenn werden die Corona-Maßnahmen gelockert?
Anschließend traten ein Franke, eine in Hamburg Geborene, der regierende Bürgermeister Hamburgs und der zuvor in Hamburg Regierende vor die Presse:
Söder, Merkel, Tschentscher und Scholz.

[…..] So präsent war Peter Tschentscher (SPD) wohl noch nie. Seit Wochen äußert sich der Bürgermeister beinahe täglich zur Corona-Krise – und das nicht nur in Hamburg. Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin Neuigkeiten verkündet, sitzt er oft an ihrer Seite – aber warum?
Weil Hamburgs Bürgermeister ihr Liebling ist! „Wir sind ziemlich Willkommen in Merkels Umfeld“, berichtet ein Rathaus-Insider der MOPO. Die Kanzlerin schätzt offenbar Tschentschers Expertise als ehemaliger Mediziner – und wohl auch seine ruhige, besonnene Art. [….]

Es ist sicher richtig, daß Merkel mit Typen wie Scholz und Tschentscher wesentlich besser zusammenarbeiten kann, als mit Testosteronigen Alpha-Männchen wie Seehofer oder Merz.
Die wahre Erklärung für den gemeinsamen Auftritt der Vier ist allerdings simpler; Bund und Länder demonstrieren gemeinsames Handeln. Daher gehen Kanzlerin und Vizekanzler einerseits, sowie der Vorsitzende der MP-Konferenz (Söder) und der stellvertretende Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (Tschentscher) andererseits zur Bundespressekonferenz.

Die gewaltigen demoskopischen Werte der Grünen, die seit zwei Jahren stabil schienen, sind wie ein Soufflé in sich zusammengesackt, Habeck und Baerbock kommen kaum noch vor, so daß sich ihre Partei wieder hinter der SPD einreiht.
Dabei machen sie gar nichts falsch – im Gegensatz zur erbärmlich braun-populistischen FDP, die schon an der 5%-Hürde nagt und der Trottel-AfD, die seit vielen Jahren erstmals wieder einstellig ist.
Die Bundesgrünen regieren aber zufällig nicht und können daher auch nicht punkten.
A posteriori erweist es sich als doppelt richtig, daß die Bundes-SPD erneut in die Groko ging.
Krisenzeiten sind Regierungszeiten.
Zumindest wenn man regieren kann. Bezeichnenderweise gehen die Hamburger Grünen auch als Regierungspartei gerade demoskopisch unter.

[….]  Hamburgs SPD plötzlich bei 50 Prozent
[….] Vor nicht einmal zwei Monaten hat Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt [….] Insgesamt 39,2 Prozent der Stimmen konnten die Sozialdemokraten ergattern. Auf dem zweiten Platz landeten die Grünen mit insgesamt 24,2 Prozent [….]  Zum Glück für die Grünen hat das Virus Deutschland und Hamburg nicht bereits vor der Wahl erreicht.
[….] Da wäre natürlich vor allem Bürgermeister Peter Tschentscher, aber auch Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Innensenator Andy Grote, Finanzsenator Andreas Dressel oder Schulsenator Ties Rabe.
 „Den Menschen, also auch den Wählern, ist wichtig, dass die Regierung etwas unternimmt. Wer Soforthilfen bereitstellt, Hilfe schafft und Materialien wie Schutzkleidungen bereitstellt, der stellt sich seiner Verantwortung. Und das wird honoriert“, sagt [Politik-Professor Kai-Uwe Schnapp]. Worte, die auch von einer aktuellen Online-Umfrage der MOPO mit 4700 Teilnehmern (Stand Donnerstag, 14 Uhr) untermauert werden.
Hamburg: 50 Prozent Zustimmung für die SPD
Auf die Frage, wen sie wählen würden, wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl wäre, antworteten beeindruckende 50 Prozent mit SPD. Die Grünen hingegen, die bei ähnlichen Online-Umfragen der MOPO meist gute Ergebnisse erzielen, erhielten diesmal nur maue neun Prozent.
[….] Die weiteren Ergebnisse: CDU (15 Prozent), Linke (8), AfD (13) und FDP (5).[….]
In einer weiteren Frage mit 2500 Teilnehmern ging es außerdem darum, ob die Nutzer Peter Tschentscher oder Katharina Fegebank (Grüne) direkt zum Bürgermeister wählen würden. Das Resultat war eindeutig, 90 Prozent sprachen sich für den amtierenden Bürgermeister Tschentscher aus. [….] (MoPo, 16.04.20)

Mittwoch, 15. April 2020

Leben oder beten?


Religiosität ist auch eine Frage der Gewohnheit.
Je einfältiger der Mensch, desto mehr braucht er Strukturen und Rituale.
Man geht in die Kirche, weil man immer hingegangen ist und weil alle anderen auch dahin gehen. Trott, Mitläufertum, Gruppendruck und Denkfaulheit sind die Zutaten, mit denen der Pastor seine zahlenden Schäfchen in die Kirche holt.
Schäfchen, die für eine nachweislich unwirksame Therapie zahlen.
Wenn es drauf ankommt, hat der Glaube noch nie geholfen. Auschwitz hat das gezeigt.
Deswegen montieren Domherren lieber einen Blitzableiter auf den Kirchturm statt auf Gottes Schutz zu vertrauen. Daher fahren Päpste in gepanzerten Limousinen.
Daher betet niemand für das Nachwachsen amputierter Gliedmaßen oder das Wiederauferstehen verstorbener Geliebter – wenn es erst ist, wissen sie, daß ihr angeblich allmächtiger Gott nicht helfen kann.
Das Zünden der stärksten päpstlichen Superwaffe, dem Urbi et Orbi; und der von Trump ausgerufene „nationale Gebetstag gegen Corona“ hatten nicht nur gar keinen Effekt, sondern seitdem stiegen die Fallzahlen der Infizierten und Toten exponentiell an.

Für religiöse Führer sind die leeren Gotteshäuser ein Problem, weil sie erstmals die Gewohnheiten der Gläubigen für längere Zeit unterbrechen.
Dabei könnten sie metaphysisch entwöhnt werden – wie bereits die große Majorität der Menschen, die ohnehin nie in Gottesdienste geht. Man muss den Schritt nur einmal wagen und merkt dann wie viel angenehmer man den Sonntag verbringen kann.
Sonntags in die Messe zu gehen ist wie das STERN-Abonnement, das ich seit Teenagertagen hatte. Man ist so sehr dran gewöhnt donnerstags im neuen Heft zu blättern, daß man sich gar nicht vorstellen kann, daß an dem Tag nur noch die ZEIT allein im Briefkasten liegen soll.
1993, mit dem Erscheinen der „WOCHE“, der linksliberalen Zeit-Alternative vom Manfred Bissinger, die ich von der ersten Ausgabe an abonniert hatte, kündigte ich das STERN-Abo.
Meine Tante, meine Mutter, mein Onkel beglückwünschten mich zwar – du hast ja Recht, man muss den STERN wirklich nicht mehr lesen; das ist doch ein reines Boulevardblatt geworden – trauten sich aber zunächst nicht den Schritt ebenfalls zu gehen, weil sie die Zeitschrift seit Dekaden gewöhnt waren.
Ich war ihr Versuchskaninchen. Mal sehen wie lange es dauert bis der Junge jammert und den STERN zurückwill.
Wie sich herausstellte, war aber nur die Vorstellung nun keinen STERN mehr zu haben so unangenehm, den nächsten Donnerstag vermisste ich ihn noch im Briefkasten, aber nach kürzester Zeit hatte ich das bunte Ding vollkommen vergessen. Aber wenn ich danach gefragt wurde, drängte ich natürlich den Rest der Familie ebenfalls die Abos zu kündigen, weil es so eine Erleichterung und Ersparnis (Geld, Zeit und Altpapier) war.

Pfaffen fürchten sich nun davor, ihrem Schafsherden-Rudiment könnte es genauso gehen.
Daher drängen sie darauf ihre sakralen Geldsammel-Einrichtungen möglichst schnell wieder zu füllen und drängen die Bundes- und Landesregierungen die Kirchen wieder  zu öffnen.
Hier hinkt der STERN-Vergleich dann allerdings sehr. Das Magazin zu lesen oder nicht ist sicher keine Frage des Überlebens. In Zeiten von Corona ist der Kirchgang allerdings potentiell tödlich. Insbesondere wegen der Altersstruktur der Kirchgänger. Auf den Kirchenbänken sitzen weitgehend Grauhaarige, die sehr viel eher an Covid19 sterben.
Angela Merkel, die Pastorentochter von der C-Partei CDU hegt alle Sympathien für die Kirche. Aber sie ist eben auch Bundeskanzlerin, die ihren Amtseid (anders als Trump) so versteht möglichst keine Bürger zu töten und daher bleibt es beim Gottesdienstverbot.

[…..] Kanzlerin Merkel und die Länder haben sich in der Corona-Krise darauf geeinigt, die Kontaktbeschränkungen zu verlängern. Doch die Maßnahmen werden gelockert: Ab Montag sollen mehr Geschäfte wieder öffnen.
Bund und Länder haben sich bei ihren Beratungen auf eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen verständigt. "Es darf jetzt kein falsches Vorpreschen geben", sagte Bundeskanzlerin Merkel nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder. Man habe zwar etwas erreicht - die Krankenhäuser, die Ärzte und die Pflegekräfte seien nicht überlastet worden. Aber das sei nur ein Zwischenerfolg, "ein zerbrechlicher Zwischenerfolg", warnte Merkel. […..]

Vor sie Alternative gestellt die Gläubigen einer tödlichen Seuche auszusetzen und damit einige Schäfchen unter die Erde zu bringen, oder auf ihre Einnahmen zu verzichten, entscheiden sich die Bischöfe anders als die Kanzlerin und Ministerpräsidenten.

Katholiban-Chef Bätzing – „Corona ist ein Glücksfall der Geschichte“ – ist sauer.

[….] Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, äußerte in einer ersten Stellungnahme Unverständnis zu der Entscheidung in Bezug auf öffentliche Gottesdienste. "Die heutigen Beschlüsse der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen gegen die Corona-Pandemie haben wir zur Kenntnis genommen. Wir sind den politisch Verantwortlichen dankbar für ihren Einsatz", so Bätzing in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung.
"Die Ostertage haben gezeigt: Gottesdienste geben vielen Millionen Menschen Orientierung und Halt unter den schwierigen Lebensbedingungen der Krise. Mit Enttäuschung nehme ich allerdings zur Kenntnis, dass das Verbot von öffentlichen Gottesdiensten aller Religionsgemeinschaften derzeit erhalten bleiben soll. Angesichts von ersten Lockerungsmaßnahmen in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens kann ich das nicht nachvollziehen, erst recht nicht nach der sehr deutlichen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in der vergangenen Woche zu den schwerwiegenden Eingriffen in die Religionsfreiheit", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz weiter. [….]

Ein paar Glaubensgeronten abkratzen zu lassen, weil sie sich in den Gottesdiensten anstecken? Wieso sollte das ein Problem sein, fragen sich auch seine Brüder im Amte.

[…..] Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer will wieder Gottesdienste mit Gläubigen feiern. […..] Die Kirche habe "große Opfer gebracht und zuletzt an Ostern schmerzhaft auf vieles verzichtet. Jetzt braucht es mit den allgemeinen Lockerungen auch ein behutsames und schrittweises Öffnen der Gottesdienste für die Teilnahme von Gläubigen, die das Ganze bisher mit Geduld und Verständnis mitgetragen haben", mahnte der Bischof am Dienstag. [….]

[…..] Kardinal Woelki lässt öffentliche Gottesdienste vorbereiten "Wir haben eine Botschaft für die Menschen"
[…..] Sollte eine Lockerung der Corona-Maßnahmen eintreten, so müssten auf jeden Fall auch die Kirchen wieder für öffentliche Gottesdienste geöffnet werden. Das hat der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki im Nachrichtensender Phoenix an diesem Mittwoch gefordert.
[…..] Er betonte das Grundrecht eines Kirchengangs und verwies auf die jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: "Das ist ein Menschenrecht, ein Freiheitsrecht, ein Recht auf freie Religionsausübung, das ist von der Verfassung her garantiert." [….]

Leben und den Bedeutungsverlust der Kirchen riskieren oder lieber den Tod riskieren, damit die Bischöfe sich weiterhin reich und mächtig fühlen können?
Da wählen organisierte Christen die toxische Option!
Die menschliche Dummheit ist unendlich.

[….] In der gegenwärtigen Corona-Krise hat man schon allerhand Erstaunliches gelesen, doch die jüngste Stellungnahme von CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Am Montag postete der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Erzgebirge auf seiner Homepage einen Text mit der Überschrift: "Gottesdienste stärken Immunsystem - Beschränkungen zuerst aufheben". Krauß erklärte in dem Text, dass Gottesdienste alsbald wieder erlaubt werden sollten. "Die gravierende Einschränkung der Religionsfreiheit sei zwar derzeit gerechtfertigt, müsse aber so bald als möglich aufgehoben werden." Soweit so gut. Das entspricht ziemlich genau dem, was das Bundesverfassungsgericht erklärte, als es vor einigen Tagen über das coronabedingte Verbot von Gottesdiensten entschieden hatte.
Doch Krauß, der neben Politik- und Kommunikationswissenschaften auch evangelische Theologie studiert hat und zeitweise Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadtmission Zwickau war, reichte es nicht, auf die Grundsätze der Religionsfreiheit hinzuweisen. Gerade kirchliche Angebote müssten bei einer beginnenden Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder zugelassen werden, so Krauß, denn "zudem stärken Seelsorge und Gottesdienste das Immunsystem, sind also per se eine Anti-Corona-Maßnahme". "Derzeit werde unterschätzt", so der CDU-Politiker, "welchen großen Beitrag die Kirchen zur seelischen Gesundheit leisteten. Gebete und Gemeinschaft im Gottesdienst stärkten die Abwehrkräfte des Körpers und seien daher in einem doppelten Sinne heilsam". Die wissenschaftliche Quelle, auf der seine Aussage fußt, bleibt Krauß schuldig. [….]  Dass die Einschätzung von Gottesdiensten als Anti-Corona-Maßnahme ausgerechnet von einem Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages kommt, der noch dazu "Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für ambulante ärztliche Versorgung, MVZ´s (Medizinische Versorgungszentren) und DMP´s (Disseas[sic!]-Management-Programme)" ist, ist höchst bedenklich. [….]

Dienstag, 14. April 2020

Zeit zu handeln, liebe Medien!


Ganz am Anfang, im Jahr 2015 war es irgendwie noch lustig diesen grotesken Typen Donald Trump das Feld der GOP-Spinner aufrollen zu sehen.
Das waren nach damaligen Verhältnissen immerhin schon absurd verrückte Typen. Ted Cruz mit seinem weinerlichen Gesichtsausdruck, der log, wenn er den Mund aufmachte und Bacon-Scheiben um den Lauf eines Maschinengewehrs wickelte, die dann durch die Hitze beim Schnellfeuern gebraten wurde.


Trumps Kandidatur brachte Quote und wie sollte man es den damals darbenden Sendern verübeln, daß sie immer ihre Kameras auf den orangen Clown hielten, der sie alle so wunderbar unterhielt.
Was sollte schon passieren; Hillary Clinton würde ohnehin nächste US-Präsidentin werden. Da konnte man auch die republikanische Freakshow ausschlachten, um Quote zu machen. 

Die meisten Menschen konnten sich nicht vorstellen, daß Trump tatsächlich nächster US-Präsident werden könnte.
Wenn man sich den Gedanken erlaubte, der wäre tatsächlich Obamas Nachfolger reichte die Phantasie zwar für allerlei schlimme Szenarien aus. Aber zumindest war klar: Schlimmer als GW Bush könne es nicht kommen. Trump wollte ja Geld machen und sich mit China und Russland versöhnen.
 Und dann war es doch passiert; dank des US-Wahlrechtes wurde der irre Milliardär doch Präsident.

Donald Trump: 62.984.825 Stimmen = 46,09% = 304 Wahlmänner
Hillary Clinton: 65.853.516 Stimmen = 48,18 % = 227 Wahlmänner.

Wie war das möglich geworden? Fast 63 Millionen Amerikaner entschieden für einen offensichtlich unvorbereiteten, dreist lügenden, rüpelhaften Bully, der Behinderte nachäffte, damit prahlte Frauen sexuell zu belästigen, Konkurrent Rubio bezichtigte einen zu kleinen Penis zu haben, seine Steuerunterlagen nicht veröffentlichte und immer wieder plumpen Rassismus auslebte?

Tatsächlich, „die Medien“ waren Schuld. Sie hatten Trump kostenlos Sendezeit im Wert von Milliarden Dollar überlassen und auch seine absurdesten Auftritte immer einfach weiter übertragen.

Im November 2016 waren alle vernünftigen Menschen entsetzt über die amerikanischen Wahlen, aber selbst die Pessimisten konnten sich damals noch nicht vorstellen wie schlimm es kommen würde. Man ahnte immer noch nicht was für einen miesen und total destruktiven Charakter IQ45 wirklich hatte und unterschätzte immer noch seine Borniertheit.

Heute sind wir 16.000 Lügen weiter und die Vereinigten Staaten liegen buchstäblich am Boden.
70 Tage hatte Trump sich geweigert Maßnahmen gegen eine Pandemie zu ergreifen und so seine Nation zur mit weitem Abstand weltweit tödlichsten Corona-Brutstätte gemacht.

Seine Pressekonferenzen sind nun keine Frage davon, ob man seine Politik damit unabsichtlich unterstützt, ob er damit seine Wiederwahlchancen verbessert.
Nun ist es Trump direkt und persönlich, der durch seine Fehlinformationen und Missetaten seine Landsleute tötet.


Trumps Pressebriefings zu übertragen ist nun keine Frage der Quoten mehr, sondern eher so etwas wie Beihilfe zum Todschlag.

[…..] Five Takeaways on What Trump Knew as the Virus Spread
An examination by The New York Times reveals that there were warnings from the intelligence community, national security aides and government health officials — even as the president played down the crisis.
Top White House advisers as well as experts deep in the cabinet departments and intelligence agencies all sounded alarms and urged aggressive action to counter the threat from the coronavirus, but President Trump remained slow to respond, a detailed examination of the government’s response found.
Mr. Trump’s views were colored by long-running disputes inside the administration over how to deal with China and his own suspicion of the motivations of officials inside what he viewed as the “Deep State.” And recommendations from public health officials often competed with economic and political considerations in internal debates, slowing the path toward belated decisions. […..]

Trump tötet.


Es muss Schluss damit sein ihn nach drei Jahren im Amt immer noch medial zu multiplizieren; immer in der Erwartung etwas Substantielles zu erfahren. Dabei ist vollkommen klar bewiesen, daß er das nicht liefert.

[….] On his show, Morning Joe, former Republican congressman Scarborough showed clips of Mr Trump making statements in his daily briefings and interviews before adding his voice to criticism of networks including his own MSNBC for not fact-checking the president.
“The president lies so much in these press conferences, I still for the life of me don’t understand why the networks, including our own, allow Donald Trump to lie for two hours to the American people,” he said.
“If he were giving good information, that would be one thing, but it is a lie. So if this network or CNN or Fox is going to run him lying for two hours a night, they need a real-time fact checker.” […..]


Die Vierte Gewalt muss sich nun ihrer Verantwortung bewußt werden: Indem sie über die eigene Regierung berichtet, fügt sie dem Volk schweren Schaden zu! In den Zeiten der Corona-Krise darf man nicht auf den Präsidenten hören!


Trump treibt es nun sogar soweit seine Tochter und seinen Schwiegersohn darüber entscheiden zu lassen, wann die social distancing-Maßnahmen abgeschafft werden.

[…..] Yes, the latest disturbing development in our national (and global) nightmare is the news that Ivanka Trump and Jared Kushner will be on the White House’s council to reopen America. While the duo needs no introduction at this point, for those not entirely clear what their qualifications are to sit on this council, they include, in the case of Ivanka: a failed clothing line, a knack for not knowing how words work, the inability to obtain a top secret security clearance without President Daddy demanding it, and a grasp of the current situation so strong that she thinks quarantined parents have time to take up new instruments and brush up on Greek and Roman mythology. And what does the Boy Prince of New Jersey bring to the table? With a CV as long as his, it’s hard to hit on all of his accomplishments, but some of the highlights include: paying more than $1 billion for an aging skyscraper on the eve of the financial crisis, a career as a slumlord, convincing his father-in-law to keep the 2019 shutdown going based on a delusional bet that he could convince Nancy Pelosi to pay for the border wall, and, of course, telling the president the coronavirus was not a “health reality.” […..]






Es ist absolut unverantwortlich Trumps Lügen weiter zu verbreiten, wenn eine halbe Million Amerikaner durch seine Borniertheit infiziert sind und jeden Tag 2.000 US-Amerikaner an Covid19 sterben.
Man kann über ihn berichten, seine Aussagen analysieren, kommentieren, bewerten, factchecken. Aber LIVE-Übertragungen und O-Ton sind einfach zu gefährlich.