Freitag, 2. August 2019

Werden es die Linken, wie immer, verbocken?


Das sind wirklich ungeheuerliche Umfragen, die amerikanische Meinungsinstitute zu den Präsidentschaftswahlen gegenwärtig veröffentlichen.
Hätten die Wähler zwischen Trump und Elisabeth Warren zu entscheiden, gewänne Trump knapp. Recht deutlich würde er Pete Buttigieg oder Kamala Harris gewinnen; ebenso schlüge er Bernie Sanders und Cory Booker.

 
Der einzige, der in allen Umfragen vor Trump liegt ist Joe Biden, der End-Siebziger, der schon deutliche Anzeichen von Senilität zeigt.

[…..] Anders als bei der ersten Fernsehdebatte in Miami war er am Mittwochabend in Detroit auf Attacken vorbereitet. Anders als in Miami schleppte er sich einigermaßen unbeschädigt bis zum Ende des Abends. Wenn man davon absieht, dass er sich wiederholt verhaspelte, teils unsicher wirkte und in seinem Schlussvotum sogar dabei scheiterte, die Adresse seiner Website in die Kamera zu sagen. [……]

  
Natürlich klebte ich die letzten beiden Nächte am Bildschirm, als die in zwei Teilen stattfindenden demokratische Debatte aus Detroit übertragen wurde.
Es stimmt, Biden war viel besser und aggressiver, als beim letzten Treffen mit Kamala Harris, aber der Mann zeigt deutliche Alters-Einschränkungen.
Als President Elect würde er eine neue amerikanische Gerontokratie einläuten.

(……) Trump ist Präsident, weil die unter 30-Jährigen mal wieder nicht von ihren Klugtelefonen wegzuholen waren, lieber Make-Up-Tutorials und Instagram-Beautycontesten frönten, als zur Wahl zu gehen.
Die beiden 70-Jährigen Großeltern-Kandidaten waren zu weit weg – in jeder Hinsicht.

Joe Biden würde bei seiner Vereidigung 78 Jahre alt sein, am Ende der ersten Amtszeit 82 sein.
Nancy Pelosi, Speakerin im House, die derzeit ranghöchste Politikerin der Demokratin wurde am 26.März 1940 geboren, ist jetzt also 79, wird am Anfang einer möglichen Biden-Präsidentschaft also 81 Jahre alt sein.
[……]
Nach dem Trump-Alptraum muss in den USA eine neue Ära beginnen, die alten homophoben, climate-change-Negierer, isolationistischen, misogynen, Lobbyhörigen, rassistischen Zöpfe müssen alle abgeschnitten werden.
Die Jahre 2021-2029 im Oval Office können nicht glaubwürdig von der Urgroßelterngeneration gestaltet werden, die mit annähernd 90 Politik für die Zukunft machen soll. (……)

Natürlich muss man sich hinter Biden stellen, wenn er der einzige ist, der Trump klar schlagen kann.
Es nützt nicht über die Aussagekraft von Umfragen zu lamentieren, wenn einem das Ergebnis nicht passt.
Wer die Poll-Daten anzweifelt, sollte sich an 2016 erinnern, als sämtliche Umfrageinstitute nahezu eine Punktlandung hinlegten und Hillary Clintons Zwei-Prozent-Vorsprung vor Trump exakt das Wahlergebnis traf.
Man hatte in Europa nur nicht daran gedacht, daß in den USA die „popular votes“ nicht unbedingt den Präsidenten bestimmen.
Obwohl Clinton fast drei Millionen Stimmen mehr bekam, verlor sie.
 Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Wenn Trump schon Zwei Prozent Rückstand reichten, um ins Oval Office einzuziehen, schafft er das mit vier Prozent Vorsprung erst recht.

Wie irre und pervers kann eine Nation sein?
52% der Amis hätten lieber Trump als Präsident als Kamala Harris, die nur auf 48% käme.
Dabei haben sich die Umfragen gerade in den letzten Wochen zu seinen Gunsten gedreht.
Bevor die Mehrheit der Amis eine Frau, einen Schwulen, einen Schwarzen, einen Asiaten oder einen Latino wählt, scharen sie sich lieber um Trump, der zwar auch nicht weiß, sondern orange ist und unter seinem Mikrophallus leidet, aber er hasst wenigstens die Richtigen – alle anderen.

Ein Dilemma für kluge, qualifizierte, erfahrene und sympathische Frauen wie Warren, Harris oder Gillibrand (die ich übrigens 2012 und 2018 direkt in den Senat wählte), denn bei einem demokratischen Bewerberfeld von >20 können sie ganz schnell rauskippen, wenn sie zur nächsten Debatte nicht die geforderten Mindestwerte erreichen:

[….] It's twice as hard to qualify for the third round of debates as it was for the first set. Candidates now need to have 130,000 unique donors (with a minimum of 400 unique donors per state in at least 20 states) and at least two percent support in four qualifying polls released between June 28 and August 28. [….]

Senatorin Gillibrand konnte beide Kriterien bisher nicht erfüllen.

Da muss man sich schon gute Sprüche einfallen lassen, um in Erinnerung zu bleiben.


Der wirksamste Weg Bekanntheit zu generieren, ist es natürlich den Bekanntesten – Joe Biden – anzubellen.
Zumal Biden die meisten Prozente auf sich vereint.

[…..] Alle neun anderen Präsidentschaftsbewerber an diesem zweiten Abend der zweiten Demokraten-Debatte scheinen nur ein Angriffsziel zu haben - den Spitzenreiter in den Umfragen.
Am Vorabend fanden sich die Linken Elizabeth Warren und Bernie Sanders im Kreuzfeuer, jetzt ist es der moderate Biden. Es ist, als durchlebe die Partei vor der gesamten TV-Nation eine Sinnkrise und zerfleische sich dabei in alle Richtungen. Am Ende lacht sich nur einer ins Fäustchen: US-Präsident Donald Trump.
Biden wird in Detroit sofort von allen anderen Kandidaten angegriffen. Oft geht der Blick zurück in seine Vergangenheit: Unter anderem wirft ihm Senator Cory Booker vor, dass er in den Neunzigerjahren eine Justizreform angeschoben habe, die völlig ungerechtfertigt zu Masseninhaftierungen und zu längeren Haftstrafen geführt habe. [….]

In so einer Lage können sich hochqualifizierte potentiell wirklich gute Präsidenten nur entweder zurückhalten und still Opa Biden unterstützen, oder sie müssen sich rabiat selbst in den Mittelpunkt drängen – mit der Gefahr, daß Trump davon profitiert.

[….] "Statt aufzuzeigen, was unter Trump alles falsch läuft, zielen viele Demokraten auf das Vermächtnis ihres letzten Präsidenten", sagte der demokratische Stratege Paul Begala, als die Debatte vorbei war. So torpedierten sie ihre Chance, Trump in den Wahlen zu besiegen. [….]

Donnerstag, 1. August 2019

Impudenz des Monats Juli 2019


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Meiner Umwelt begegne ich immer sehr kontrolliert. Genauso wenig zeige ich mich mit verheultem Gesichtsausdruck, wie ich anderseits auch nicht mit ostentativ guter Laune und einem Lächeln auf den Lippen durch die Straßen hüpfe.

Es liegt mir fremd mich von äußeren Ereignissen emotional so beeinflussen lassen, daß ich mich tagelang himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt zeige.

Ganz anders ist es bei der AFD und rechten Blogs, die ich hiermit zu Blödmännern des Monats Juli 2019 ernenne.
David Berger, Alice Weidel, Höcke, Gauland und Co erleben gerade ihren inneren Reichsparteitag.
Extremer Priapismus herrscht in den Redaktionsstuben von PI, PIPI und AfD-Medienabteilungen.


 Sie können ihr Glück weder fassen, noch für sich behalten. Es strahlt ihnen aus jedem Knopfloch. In höchster präejakulativer Exstase ergießen sie ihre Erregung in die Welt hinaus.


Einfach herrlich; es gibt doch nichts Schöneres als ein von einem Dunkelhäutigen ermordetes Kind.
Da kann man nach Herzenslust tagelang hetzen.


Der einzige kleine Schönheitsfehler besteht in der Religion des Täters; natürlich hatten Phimoseblog und Co sofort die typisch Bösartigkeit eines Islamisten als Motiv der Frankfurter Tat ausgemacht. Etwas blöd, daß der 40-Jährige Täter aus Eritrea Christ ist und kein terroristisches Motiv hatte, sondern tatsächlich unter einer schweren Psychose litt.
Aber für die rechten Hetzer spielen Fakten natürlich keine Rolle.
Auch nach dem Notre-Dame-Brand, der rein gar nichts mit einem Anschlag, Terrorismus oder Islamismus zu tun hatte, nutze Pipi-Blogger Berger tagelang den Anlass, um gegen christenfeindliche Flüchtlinge zu schießen.

Ohnehin ist Rassismus eine noch stärkere Antriebsfeder für sie als Antiislamismus.
Die Hautfarbe genügt also vollkommen, um flächendeckend ihre triefende menschenfeindliche Hetz-Gülle zu verbreiten. Ein „Neger“ hat ein blondes deutsches Kind getötet – so muss sich das Paradies der AfD-Spindoktoren anfühlen.

[…..] Der Schweizer Eritreer war – welch ein Zufall – angeblich psychisch gestört. Merkwürdig, daß Täter aus Migrantenkreisen häufig psychisch gestört sind. Klingt nicht nach Fachkräften. […..]

 

Perfider als jeder Autobahngaffer geilen sie sich am Entsetzen und Leid der Mutter auf, verbreiten Millionenfach das Bild des armen, hübsch, blonden, deutschen 8-Jährigen Oskars. Zum Glück für die trauernden Angehörigen sind auch das reine Lügenmärchen.

[….] In sozialen Medien wird aktuell ein Foto verbreitet, das angeblich den getöteten Jungen zeigen soll. Das Foto zeigt aber nicht das Opfer vom Frankfurter Hauptbahnhof. Die Aufnahme kursiert bereits seit Jahren im Internet. Seit spätestens 2014 ist das Bild in verschiedenen Versionen im Internet zu finden. Besonders häufig taucht das abgebildete Kind als Haarmodel auf Friseur- und Mode-Webseiten auf. Der oder die Urheber des Posts mit dem falschen Foto stellen den abgebildeten Jungen nicht nur als das Opfer von Frankfurt vor, dem Jungen wird auch der angebliche Name Oskar gegeben.  Auf dpa-Anfrage erklärte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes würden Namen von Beschuldigten, Opfern und Zeugen "weder genannt noch bestätigt oder dementiert". Es gibt bisher keinen seriösen Beleg dafür, dass der Junge tatsächlich Oskar hieß. Das Nachrichtenportal "t-online.de" berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, das Opfer habe einen anderen Namen. [….]

  
Um den rechten AfD-Spin zu erzeugen, braucht es keine Fakten, sondern eine gut auszubeutende Story.
Dazu gehören ein (blondes) Opfer, das die emotionale Verbundenheit weckt und ein Schwarzer als Bösewicht, auf den die Rechten all ihre Vorurteile, Komplexe und Hassgefühle abladen können.
Das lässt sich dann tagelang ausschlachten. Endloser kostenloser werbewirksamer Content für die eigenen Hetzpostillen.


Die gesamte AfD-Blase verbreitet die Lüge von einem „Anschlag“ – auch noch Tage nachdem längst bewiesen ist, daß es bei dem Psychomord keinerlei islamistische oder terroristische Komponente gab.


Die braune Impudenz des Monats Juli 2019 tickt nicht nur politisch abscheulich und gefährlich nah an der NSDAP, sondern diese Leute sind auch noch menschlich abscheulich und moralisch völlig verkommen.


[…..] Erinnern Sie sich noch an das Jahr 1993? Bill Clinton wird US-Präsident, Bayer Leverkusen gewinnt den DFB-Pokal, Helge Schneider singt „Katzeklo“ – und in Deutschland sterben 1468 Menschen einen gewaltsamen Tod.
Ach, an die Toten erinnern Sie sich nicht? Ich gebe zu, ich auch nicht. Aber ausweislich der polizeilichen Kriminalitätsstatistik war 1993 in Deutschland das blutigste Jahr seit der Wiedervereinigung. […..] Damals wurden in Deutschland etwa doppelt so viele Menschen umgebracht wie heute.
  Die Statistik lässt keinen Zweifel daran: Deutschland ist heute ein sicheres Land. […..] Deswegen ist es so perfide, wie Politiker der AfD – allen voran Fraktionschefin Alice Weidel – nur wenige Stunden nach den jeweiligen Bluttaten versuchen, diese politisch zu instrumentalisieren. Weidel und ihre Helfershelfer wollen nicht zurück in einen friedlichen Alltag, sie wollen Ausnahmezustand, die Menschen aufwühlen, sie anstacheln – je hitziger die Stimmung desto besser. Es ist eine widerwärtige Strategie, die letzten Endes auf die Zersetzung unserer Gesellschaft zielt. […..] Weidel schließt von einem Menschen auf alle, sie nimmt ein ganzes Volk in Sippenhaft. Und sie verbreitet ohne jede Hemmung ein Standbild aus einem Video von der Bluttat, das die Betreiber von Twitter, Facebook und Youtube trotz eindeutiger Bitte der Polizei auch nach Stunden nicht aus ihren vermeintlich sozialen Netzen entfernt haben. […..]  
 (Andreas Niesmann/RND, 01.08.19)

Es bleibt nicht bei Perfidie der Rechten, sondern ihre Bösartigkeit hat echte Folgen.
Während die Gesamtkriminalität in Deutschland seit einem Vierteljahrhundert sinkt und sich gegenwärtig auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 befindet, schüren AfD und Co so effektiv Ausländerhass, daß es jedes Jahr mehr Hassverbrechen gibt.

Gewalttätige Sprache befördere Gewalt.

[…..] Prügelattacken, Brandanschläge, Morde. Seit 1990 werden rechtsextreme Gewalttaten in Deutschland erfasst. Bis zu 169 Menschen sollen seitdem durch braunen Terror getötet worden sein. Wichtige Fälle im Überblick.
"Politisch motivierte Kriminalität - rechts". So nennen die Sicherheitsbehörden in Deutschland Straftaten, die von Rechtsextremen aufgrund ihrer Gesinnung begangen werden. Dazu zählt insbesondere Gewalt gegen Ausländer, Juden, Muslime, politische Gegner oder Vertreter des Staates.1.156  solcher Gewalttaten registrierte der Staat im Jahr 2018.
Seit der Wiedervereinigung 1990 werden Opfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland erfasst. Die Behörden zählten seitdem 85 Todesopfer. Journalisten kommen dagegen auf mindestens 169 rechtsextremistisch motivierte Morde. Sie werfen den Behörden vor, viele Fälle fälschlicherweise nicht als politische Gewalt einzustufen, sondern beispielsweise als private Rache. [….]


Wenn Berger und Weidel immer wieder Horrorstorys von „Messermännern“ hinausposaunen, fühlen sich immer mehr labile Idioten dazu animiert selbst gewalttätig zu werden.


[….] Bei den Untersuchungen zum Verhalten von Jugendlichen, die wir am KfN in regelmäßigen Abständen durchführen, stellen wir fest, dass unter Anderem frühe Gewalterfahrungen im Elternhaus die eigene Gewaltbereitschaft erhöhen. Im Hinblick auf politisch motivierte Gewalttaten stellen wir fest, dass ein geschlossenes rechtes Weltbild der Befragten, im Kern geht es hierbei um die Ablehnung der fundamentalen Gleichheit von Menschen, einen erheblichen Risikofaktor darstellt. Das teilen solcher Einstellungen führt aber nicht ausnahmslos zu rechter Gewalt. Kommen zudem rechte Einstellungen im sozialen Umfeld dazu, steigt das Risiko deutlich. Auch spielen Faktoren wie mangelnde Empathiefähigkeit, mangelnde Selbstkontrolle, ein niedriges Bildungsniveau sowie Deprivations- und Desintegrationserfahrungen, also beispielsweise Arbeitslosigkeit der Eltern eine entscheidende Rolle. Ein bereits bestehender Kontakt zur rechten Szene, etwa durch das Hören rechter Musik oder den Besuch rechter Demonstrationen kann ebenfalls als schwerwiegender Risikofaktor angeführt werden.
Straftäter aus dem rechten Spektrum, die anschließend nach Tatmotiven befragt werden, geben immer wieder an, dass sie davon überzeugt sind, im Interesse der stillen Mehrheit gehandelt zu haben. Das entspricht zwar glücklicherweise nicht der Realität, wird aber anscheinend teilweise so wahrgenommen. […..]

Heribert Prantl und Georg Restle haben es in den letzten Wochen schon angesprochen, es wird Zeit, daß sich das Bundesverfassungsgericht mit der AfD befasst. Tausende Opfer gewalttätiger rechter Übergriffe, hunderte Tote. Wie lange wollen wir noch warten, bis diesem Abschaum das Handwerk gelegt wird?

 […..] Was treibt eine Frau wie Alice Weidel (AfD) dazu, mit der Herkunft des mutmaßlichen Täters ihr schmutziges Süppchen zu kochen? „Schützt endlich die Bürger unseres Landes – statt der grenzenlosen Willkommenskultur!“, twitterte sie, kaum war die Nachricht vom gewaltsamen Tod eines Kindes am Frankfurter Hauptbahnhof bekanntgeworden. Und die Fangemeinde applaudierte.
Es ist gerade eine Woche her, dass im hessischen Wächtersbach ein Landsmann des mutmaßlichen Täters, ein Eritreer, zum Opfer eines offensichtlichen Mordversuchs geworden ist. Das entlastet den Verdächtigen von Frankfurt natürlich nicht, aber was hat Alice Weidel damals getwittert? Nichts.
Ein Mensch begeht eine Gewalttat, das ist die schreckliche, aber auch die ganze Geschichte. Es gibt Täter, und es gibt Opfer, also bitte: Hört auf, sie nach Nationalität und Hautfarbe zu unterteilen. Noch mal, damit ihr es kapiert: Haltet doch mal den Mund, ihr Hetzer! […..]


Mittwoch, 31. Juli 2019

Total surreal

Neulich überlegte ich, ob ich nicht noch mal versuchen sollte die Serie „Homeland“ zu gucken, auch wenn ich zuletzt den Eindruck hatte, die Storyline hätte das Stadium „absolut hanebüchen“ bereits überschritten.
Ich ging also in Staffel 6; Carrie Mathison ist nicht mehr bei der CIA und Peter Quinn, der große Superheld der Serie liegt mit Hirnschaden und vielen anderen schweren Verletzungen darnieder.
Das hasse ich natürlich, wenn die Starken und Guten in Dramaserien zermatscht werden.
Carrie wird zur heimlichen außenpolitischen Beraterin der Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Keane, die sogar gewählt wird. Als President-elect entgeht sie nur durch Carrie und Peter einem ausgeklügelten Mordanschlag und ist so dankbar, daß Carrie nun offiziell Senior Advisor der Präsidentin wird.
Währenddessen brodelt es natürlich noch in allerlei anderen Handlungssträngen; ein CIA-Fiesling bedroht Carrie, indem er das Jugendamt manipuliert ihr ihre Tochter wegzunehmen. Nachdem alle Versuche scheitern die Kleine wiederzubekommen, tut sie schließlich das, worauf der Zuseher schon lange wartete. Sie nutzt ihren persönlichen engen Draht zur Präsidentin der USA, der sie das Leben gerettet hat und die mutmaßlich auch nur durch ihre entscheidende Hilfe Präsidentin wurde.
M‘am, können sie für mich einen Anruf machen, damit ich meine Tochter wieder bekomme?
Präsidentin Keane wird wütend, lehnt empört ab. Ihr Amt wäre nicht dafür da persönliche Gefallen zu tun, es sei illegal und daher auch eine Zumutung sie überhaupt um so etwas zu bitten.

Sicherlich die richtige Antwort eines integren Amtsinhabers.
Keane hatte Recht; sie konnte gar nicht helfen und anständige Regierungschefs verhalten sich so.
Mich erinnerte das an einen extrem peinlichen Auftritt des unglücklichen Lothar Vosseler, der während der Regierungszeit seines Halbbruders Gerd Schröder verzweifelt versuchte Vorteile aus dieser Verwandtschaft zu ziehen.
Er zog zu diesem Zweck sogar in das trashige RTL-II-Big-Brother-Haus, in dem er den anderen Zimmertemperatur-IQ-Insassen sofort die Jammerplatte auflegte „ich habe kein Geld und keinen Job und dabei ist mein Bruder Bundeskanzler“.
Die tätowierten verkrachten Existenzen um ihn herum waren erstaunt und entsetzt. Das könne ja wohl nicht angehen. Gerd Schröder müsse ja wirklich mies sein, wenn er als so reicher und mächtiger Mann nicht seinem eigenen Bruder eine gute Absicherung als Beamter verschaffe.
Dabei hatte ihn White-Trash-Lothar in seiner ganzen Blödheit zielsicher in eine No-Win-Situation gesteuert.
Ganz Deutschland kannte inzwischen die Alki-Jammergestalt, die ständig neue Aushilfsjobs annahm, immer wieder scheiterte und sich öffentlich beklagte.
Vosseler nicht durch seine Bundeskanzlerpower zu helfen, ließ Schröder als hartherzigen Bruder dastehen, der vor Millionen Zuschauern von BB-Bewohnern niedergemacht wurde.
Ihm tatsächlich mit einem staatlichen Job zu helfen, wäre aber noch viel schlechter angekommen, weil das nun einmal Amtsmissbrauch gewesen wäre.
Die einzig verbliebene Möglichkeit, nämlich seinem gescheiterten Halbbruder rein privat mit privatem Geld zu helfen, war aber ebenfalls verbaut, weil der Idiot Vosseler ständig zur Presse rannte und diese Familieninterna ausplauderte.
Schröder und die fiktive Präsidentin Keane machten in dieser privaten Angelegenheit alles richtig.
 Mein nutzt sein Amt nicht zur Bereicherung aus und betreibt auch keinen Nepotismus.
Daß Ministerpräsident Daniel Günther ohne demoskopische Konsequenzen damit durchkommt nepotistisch zu agieren – er ließ kurz nach seiner Wahl zum MP seinen Bruder entgegen aller Gepflogenheiten zum Vizedirektor des Landtags befördern – kann ich mir nur mit der relative Bedeutungslosigkeit Schleswig-Holsteins und der Verblödung der Wähler erklären.

Unnötig zu erwähnen, aber in Trumps Weißen Haus gibt es nicht einmal Spuren rudimentären Anstandes.
Der Verfassung, ethische Regeln oder das Strafgesetz kennt IQ45 gar nicht. Und falls er doch etwas davon gehört haben sollte, kümmert er sich nicht drum.

Vollkommen ungeniert leitet er Steuergelder in sein persönliches Vermögen um, lässt sich und seine Kinder bestechen, seine Schwiegereltern einbürgern und versorgt in Paradebeispielen des Nepotismus Tochter und Schwiegersohn mit wichtigen Regierungsposten.

Gewaltenteilung kennt er nicht und versucht immer wieder aktiv die Unabhängigkeit des Justiz zu unterminieren.

Hätte ein Homeland-Drehbuchautor das Folgende ausgedacht, würde man es als völlig abstrus konstruiert auslachen und nicht weitergucken.
Rakim Mayers, 30, halberfolgreicher Rapper aus Harlem NY, Künstlername A$AP Rocky wird für das Hip-Hop-Festival "Smash" in Stockholm gebucht, verprügelt aber vorher mit ein paar anderen Rappern einen Teenager. Recht heftig.

[…..] Zuerst in einem Stockholmer Hamburger-Lokal, später auf der Straße. Der 19-Jährige trug Schnitt- und Prellwunden und eine angebrochene Rippe davon. A$AP Rocky und seine Begleiter sagen, die beiden Jugendlichen hätten sie belästigt und provoziert, die Schläge seien Selbstverteidigung gewesen. Der verletzte Jugendliche und der Staatsanwalt sprechen hingegen von exzessiver Gewalt, die von der Gruppe des Musikers ausgegangen sei. Unter anderem hätten sie den 19-Jährigen zu Boden geworfen, getreten und mit einer zerbrochenen Flasche angegriffen. Im Vorfeld waren Videoclips des Vorfalls auch vom Team des Musikers in sozialen Medien gepostet worden, der Staatsanwaltschaft zufolge waren diese Clips allerdings zuvor geschnitten und "gesäubert" worden. […..]

Da Schweden ein Rechtsstaat ist, passiert anschließend das einzig Richtige: Die Staatsanwaltschaft klagt ihn an, stellt ihn vor Gericht.

Mayers jammert sich im Netz aus, so daß Trash-Trulla Kim Kardashian, die dafür berühmt ist einen dicken Arsch zu haben, ihren vollkommen enthirnten Ehemann Kanye West dazu bringt Donald Trump einzuschalten, der sofort mit seiner ganzen Amtsautorität über Schweden herfällt und ein internationale diplomatisch Krise anzettelt.

[…..] Im Fall des in Schweden verhafteten US-Rappers A$AP Rocky hat Präsident Trump den schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven kritisiert. In einem Tweet schrieb der US-Präsident, er sei "sehr enttäuscht" von Löfven und dessen angeblicher Handlungsunfähigkeit ("unable to act"). "Schweden hat die afroamerikanische Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten im Stich gelassen", twitterte Trump. Die USA täten so viel für Schweden, doch das gelte nicht in die Gegenrichtung. Schweden solle sich lieber auf sein echtes Kriminalitätsproblem konzentrieren, so Trump weiter. Die schwedische Regierung reagiert eher zurückhaltend auf diese Kritik. [….]

Kann man sich nicht ausdenken.
Nicht nur, daß Trump sein Amt dazu missbraucht einen wandelnden Mega-Silikon-Arsch Gefallen zu erweisen.
Nein, er verzettelt sich auch noch tagelang in dieser Petitesse, während die Welt eine Million dringendere Angelegenheiten hat und zudem versteht er natürlich nicht, daß auch in Schweden die Justiz selbstverständlich unabhängig ist und die Regierung keinesfalls Richtern vorschreiben darf wie sie zu urteilen haben.

[…..] Verhandelt wird im Hochsicherheitssaal des Stockholmer Bezirksgerichts eine Schlägerei in den Straßen von Stockholm am 30. Juni, die sich seither zu einer internationalen Affäre ausgewachsen hat. US-Präsident Donald Trump intervenierte bereits mehrfach bei der schwedischen Regierung. Laut Auskunft des Gerichts hat man den Ort für das Verfahren gewählt, weil er groß genug ist, um dem Publikumsansturm gerecht zu werden. Allein 70 Journalisten von 40 internationalen Medien haben sich akkreditiert.
[…..] Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten im Höchstfall zwei Jahre Haft, allerdings gehen die meisten Beobachter von einem weit milderen Urteil aus. Nicht gerade der Stoff, der gewöhnlich für internationale Verwerfungen sorgt. A$AP Rocky allerdings hat prominente Freunde: Vom Ehepaar Kanye West und Kim Kardashian bis hin zu Justin Bieber empörten sich viele Stars. […..] Und auf Twitter fordern Fans einen Boykott von Ikea, Volvo und Spotify. […..] Die Schweden fühlen sich also zu Unrecht angegriffen. Vor allem erregen sie sich über die Interventionen von US-Präsident Trump, der über Twitter und auch in einem Telefongespräch den schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Lövfen mehrfach aufforderte, A$AP Rocky freizulassen, eine Aufforderung, die dieser unter Verweis auf die Unabhängigkeit der Justiz cool parierte: Er sei "stolz darauf, in einem System zu leben, wo der Ministerpräsident einen Prozess nicht beeinflussen kann", sagte Löfven vor Beginn des Prozesses erneut. Eine Haltung, die Trump wiederum "tief enttäuscht" mit beleidigenden Tweets quittierte, in denen er Schweden attestierte, es habe "die schwarze Gemeinde in den USA im Stich gelassen".[…..]

Trump, der Schutzpatron für die amerikanischen People of Color. Ausgerechnet der schlimmste Rassist, der je ein Amt im modernen Amerika hatte.
You cannot make that shit up. Und ich dachte, die Homeland-Autoren schrieben dem Weißen Haus zu absurde Handlungen zu!