Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ins allertiefste Kellergeschoß

Lang, lang ist es her, daß die FDP in Hochform mit fast 15% Bundestagswahlergebnis im Rücken und 93 Bundestagsabgeordneten eine echte politische Großmacht war.
Aber schon damals dauerte es nicht lange bis sogar der eigene Regierungspartner den Hepatisgelben bescheinigte eine wahre „Gurkentruppe“ zu sein.
Wie es seit dem weiterging ist bekannt:
Die Köpfe von zwei Vorsitzenden und zwei Generalsekretären rollten, die Partei verlor ihre Regierungsbeteiligung in Bund und allen Bundesländern, liegt bundesweit sehr deutlich unter 5% und stellt keinen einzigen Abgeordneten mehr im Bund und in zehn Bundesländern.
Die letzten Landtagsschläge waren allerdings so vernichtend, daß Christian Linder in absehbarer Zeit die Parteiauflösung bekannt geben kann:
1,8% in Berlin, 1,5% in Brandenburg, 2,4% in Bremen, 1,2% im Saarland und 2,5% in Thüringen. Selbst eine 3%-Sperrklausel wäre außerhalb der Reichweite der gelben Politleiche.
Die FDP hat politisch versagt, ist personell unterbelichtet und auch aus dem Focus der Öffentlichkeit verschwunden, da die rechtspopulistische AfD mühelos überall an die 10% erreicht und damit die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Um das Desaster abzurunden, schnappten sich alle fünf Ex-Bundesminister der Partei Pöstchen, welche die schlimmsten Klischees bestätigen:
Niebel, Bahr und Co machten ihrem Ruf als Handaufhalte-Politiker alle Ehre, indem sie a posteriori mit gut dotierten Jobs bei genau den Firmen belohnt wurden, denen sie schon als Minister Steuerzahlergelder zugeschoben hatten.

Noch frecher ist allerdings die Jobauswahl des ehemaligen Gesundheitsministers, der bis zuletzt massive politische Vorteile für die Privatversicherungskonzerne schuf.

Die größte dieser PKVen ist die Deutsche Krankenversicherung AG (DKV), die sogar FDP-Mitgliedern einen Prämienrabatt anbietet.
Daniel Bahr kroch noch kurz vor seinem politischen Exitus den PKVen tief ins Rektum.

Zu den Plänen der FDP, die private Krankenversicherung für alle zu öffnen, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Karl Lauterbach:
Bahrs Vorschlag ist ein Wahlgeschenk an die private Krankenversicherung zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger. Die private Krankenversicherung ist schon jetzt für Versicherte mit höheren Einkommen oft nicht mehr bezahlbar. Für Geringverdiener und mittlere Einkommen wäre sie ein großes Armutsrisiko und oft wäre die Prämie im Alter höher als die gesamte Rente. Einkommensschwache würden der Risikoselektion und der Vorkasse ausgesetzt. Könnten sie nicht mehr zahlen, müsste der Steuerzahler einspringen. Was die Menschen stattdessen brauchen, ist die solidarische Bürgerversicherung, die für alle bezahlbar ist.

Da immer noch vielfach die neun Millionen Privatversicherten als natürliches Feindbild angesehen werden, muß ich noch einmal wiederholen, daß diese neun Millionen am stärksten unter der FDP gelitten haben. Während Merkels zweiter Regierungszeit erhöhte sich meine monatliche Prämie von knapp 300 Euro auf fast 700 Euro.

Die Konzerne können das machen, da ihr verlängerter Arm in der Regierung – Daniel Bahr – die Rahmenbedingungen so stellte, daß man als privat Versicherter gar nicht wechseln KANN.

Diesen Zusammenhang habe ich bereits mehrfach erläutert und zitiere mich daher selbst.*

Die FDP treibt Millionen Geringverdiener in Armut, damit bei den Konzernoberen die Kassen klingeln.
Und die Belohnung folgt nun:
Ein Vorstandsjob für den Ex-Gesundheitsminister Bahr. […………………..]

Wer engagiert sich eigentlich überhaupt noch für die FDP?
Ist das nicht vergebliche Liebesmüh?
Es lohnt sich ein Blick nach Hamburg, weil hier die nächsten Landtagswahlen stattfinden.
Am 25.02.2015 wird die Hamburger Bürgerschaft gewählt und die FDP hat die aus heutiger Sicht unfassbaren 6,7% vom Februar 2011 zu verteidigen.
Die Chancen für ein Ergebnis über 5% liegen irgendwo zwischen kaum messbar und Null.
Sollten die letzten verbliebenen Mitglieder nicht einfach hinwerfen; so wie die Piraten?
Zufällig lerne ich im in der letzten Woche zwei Hamburger FDP-Menschen kennen.
Wenig überraschend sind beides so unsympathische Frauen, daß ich mir gar nicht zutraue nach passenden Vokabeln zu suchen. Es klänge doch alles nur nach Klischee.
Eine der Damen konnte man hier schon vor einer Woche kurz erleben; es handelt sich um die wirklich ungezogene Pöblerin „Fla Ralalla“ von der Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst.“
Ihre Facebooknamen variieren; zurzeit nennt sie sich "Lieselotte Fla Löffelstief."
Da sie aber auf ihrem Profil selbst für die FDP wirbt und ihre Posten dort beschreibt, ist es sicher kein Vertrauensbruch, wenn ich erkläre, daß es sich in Wahrheit um die FDP-Kreisgeschäftsführerin Flavia Fauth handelt, die auf der Uhlenhorst einen winzigen Second-Hand-Laden betreibt.
Da ich eher selten für mich Damenmode kaufe und schon gar keine Gebrauchte, mußte ich mich ein bißchen in der Nachbarschaft herumfragen nach Frau Fauth.
Die Aussagen von einer leicht übergewichtigen Person, die mit einem höhnischen „Meine Kundinnen tragen alle nur Größe 36!“ aus dem Laden geworfen wurde, sowie Passanten, die mit Fauth auf der sogenannten „Hundewiese“ aneinandergerieten, sind nicht zitierfähig.
Rechtsanwältin Petra Wichmann-Reiß, die eine Kanzlei in der Innenstadt betreibt und Frau Fauth beim unsachlichen Diffamieren kaum nachsteht, taucht immerhin mit Klarnamen auf Facebook auf und bewundert laut eigenen Angaben den Blogbekannten FDP-Mann Claus-Joachim Dickow.
Die weiteren „Likes“ der FDP-Anwältin passen ins Bild; Frau Wichmann-Reiß schätzt die JuLis, Ex-Minister Daniel Bahr, die „BUNTE“, sowie die Trash-Sendungen „RTL-Exklusiv“, „VOX-Shoppingqueen“ und „Germanys Next Topmodel!“. Bücher liest sie nicht.
Ihre Lieblingszeitungen/Infoportale sind „BILD“, BILD-Prominews“, „BILD Hamburg“ und „Die WELT“. Ihre Lieblingspolitiker reichen von Guido Westerwelle über Graf Lambsdorff bis zu Wolfgang Kubicki und Christian Lindner.
Wichmann-Reißs weitere Interessen sind ausschließlich FDP-Orts- und Landesverbände.

Den beiden Damen gelang es offenbar das stramm konservative Hamburger Abendblatt, welches in jüngster Zeit mit extrem unsachlichen und tendenziösen Artikeln Aufmerksamkeit erregte, auf ihre Seite zu ziehen.
Das ehemalige Springerblatt ist bereits im Wahlkampfmodus und pusht heute auf der Titelseite die Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst“, die differenziertere Meinungen sofort mit erfundenen Vorwürfen überzieht und verbannt.
Kritische Meinungen werden sofort zensiert und dafür SPD-Sympathisanten in die Nähe der „Roten Khmer“ gerückt.

Das Hamburger Abendblatt tut inzwischen noch nicht einmal mehr so, als ob es selbst Journalismus betriebe. Es wird nicht mehr selbst recherchiert, es werden keine anderen Meinungen eingeholt, sondern tumb das abgetippt, was die rechtslastige BI auf Facebook verbreitet. Ausführlich werden Kritiker zitiert, während kein einziger Befürworter oder Vertreter des Senats zu Wort kommt.
Und das findet sich nicht irgendwo schamhaft versteckt in der Zeitung sondern auf der Titelseite.

259-Millionen-Projekt soll gestoppt werden. Bis Dezember müssen 10.000 Hamburger die Petition unterschreiben
Bringen sie eines der ehrgeizigsten Projekte des SPD-Senats zu Fall? [….]
In ihrer Petition fordern die Initiatoren den sofortigen Stopp des 259 Millionen Euro teuren Busbeschleunigungsprogramms. Im Jahr 2012 hatte der SPD-Senat begonnen, die Streckenführungen für die besonders stark frequentierten Metrobuslinien auszubauen. [….] Die Kritik richte sich gegen teure Baumaßnahmen, die nichts mit einer Beschleunigung der Busse zu tun haben.
Die Verkehrsexperten der Oppositionsparteien in der Bürgerschaft stellen sich hinter die Volksinitiative. [….] Wieland Schinnenburg von der FDP hält das Busbeschleunigungsprogramm für einen "Riesenfehler"[….]

Ich wende mich als Kunde von den Läden ab, die als Wortführer bei UU rumpöbeln.  Die Läden mit den Plakaten von der UU-Initiative werde ich meiden und da bin ich sicher nicht der einzige. An Frau Fauths Laden prangt übrigens keins der markanten Plakate ihrer Initiative.
Offensichtlich will sie selbst nicht mit ihren eigenen Unflätigkeiten in Verbindung gebracht werden.

Immerhin, FDP-Figuren wie Fauth und Wichmann-Reiß passen in ihre Hamburger FDP.
Der Fisch stinkt vom Kopfe und der Flosse her.
Die Partei ist in Auflösung, reihenweise werfen Vorsitzende entsetzt das Handtuch, schmeißen ihre eigenes Parteibuch in den Müll und teilen gegen ihren eigenen Saftladen aus.
Die FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding ist offenbar selbst in ihrer Partei so beliebt wie Fußpilz.


Außer unappetitlicher Grabenkämpfe wurde dem Hamburger Publikum nur der Kampf des FDP-Postergirls für ein „Berufsparlament“ bekannt. Sie beklagt sich über Arbeitsbelastung und will besser bezahlt werden.
 
Auch da passt das Bild: Mit ihrer Arbeitsbelastung begründete "die schöne Kaja" auch vor zwei Jahren den Schritt Ehmann und ihre beiden Kinder zu verlassen.

Bereits Ende des Monats wird die „schöne Katja“ in eine neue Wohnung ziehen, „ganz in der Nähe der Schule unseres ältesten Sohnes. Unsere beiden Jungs bleiben beim Vater“, so Suding zur „Bild“. Dass sie zu den wenigen Müttern gehört, die ihre Kinder beim Vater lassen, erklärt sie so: „Ich arbeite sehr viel. Abends bin ich selten zu Hause, sondern in Ausschüssen. Ich könnte mich unter der Woche einfach nicht ausreichend um die Kinder kümmern.“
 Nun will sie auch besser bezahlt werden. FDPler denken immer zuerst an ihre eigenen Finanzen – zu Ungunsten der Steuerzahler. Abweichler werden gnadenlos ausgegrenzt von der Partei, erklärt Ex-Chefin Canel.
Wer auch nur über rudimentären Anstand verfügt, will mit dieser Hamburger FDP nichts zu tun haben.

Und schwupp: Es gibt wieder einen weniger in der Hamburger FDP. Nach nur sechs Wochen im Amt, hat jetzt der kommissarische Landeschef, Dieter Lohberger, das Handtuch geworfen. Er tritt aus der Partei aus. Der Grund: Fraktionschefin Katja Suding!
Der Erosionsprozess der FDP nimmt vier Monate vor der Bürgerschaftswahl dramatische Züge an. Im Mittelpunkt: Katja Suding. Ihr wirft Lohberger Kungelei und mangelnde innerparteiliche Demokratie vor. So habe Suding beim Parteitag vor drei Monaten nur Kandidaten auf die Liste heben lassen, die ihr genehm waren. […]
Erst im September war Landeschefin Sylvia Canel von ihrem Posten zurückgetreten und hatte der Partei den Rücken gekehrt – nach einem monatelangen Kleinkrieg mit Suding. Dieser gipfelte darin, dass Suding nur Spitzenkandidatin werden wollte, wenn Canel nicht in die Bürgerschaft will. Canel zog sich zurück – weggebissen von Suding – und gründete die Partei „Neue Liberale“. […] Dass der neue Rücktritt ein katastrophales Bild der Partei zeichnet, scheint Suding auszublenden. […]  In den vergangenen 20 Jahren hatte die FDP 14 Landesvorsitzende.


Am Tag nach dem überraschenden Rück- und Austritt des kommissarischen Hamburger FDP-Chefs Dieter Lohberger zeigten sich am Dienstag Mitglieder und Amtsträger der Partei geschockt und verärgert. […] Der langjährige Bundestagsabgeordnete der FDP, Rainer Funke, bezeichnete die derzeitige Außendarstellung als "katastrophal". Niemand wolle eine Partei, die sich unentwegt öffentlich streite. […] Der FDP-Bundesvize und Kieler Fraktionschef Wolfgang Kubicki rief seine Hamburger Parteifreunde zur Geschlossenheit auf. "Ich empfehle, keine Vergangenheitsbewältigung zu betreiben, sondern sich auf die Bürgerschaftswahl zu konzentrieren. Diese Wahl ist für die gesamte FDP von großer Bedeutung", sagte Kubicki dem Abendblatt. […] Der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen, lange ein Mitstreiter der mittlerweile zu den Neuen Liberalen gewechselten früheren Parteichefin Sylvia Canel, wollte sich am Dienstag nicht äußern – ebenso wie zahlreiche andere prominente FDP-Politiker, die die Geschehnisse mit Kopfschütteln verfolgten. Die Kritik an Katja Suding wird dabei auch von vielen prominenten Hamburger Liberalen geteilt. […] Nach Abendblatt-Informationen dürfte es weitere prominente Austritte geben…[…]
(HH Abla 14.10.14)

Der innerparteiliche Streit in der FDP ist nicht neu. Lohberger ist neben Canel, dem früheren Europakandidaten Najib Karim und dem Ex-Senator Dieter Biallas ein weiteres Mitglied der Hamburger Parteispitze, das binnen weniger Wochen die FDP verlässt. Ex-Parteichefin Canel hatte nach vielen Zwistigkeiten mit Suding ihr Amt niedergelegt und die FDP verlassen. Sie engagiert sich nun für die Partei Neue Liberale. Lohberger ließ offen, ob er sich einer anderen Partei anschließen wird.

Suding, Fauth und Wichmann-Reiß sollten eine Girlband gründen. Sie hätten einander verdient.
Aber bitte haltet solche Leute aus der Hamburger Politik fern!

[…] Nach allen Regeln des Betriebs kann die FDP nun Hamburg vergessen. Am Dienstag ist zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen ein Landesvorsitzender zurück- und ausgetreten; die Vorgängerin hatte gleich eine neue Partei gegründet. Egal, ob die FDP-Abgeordneten in der Bürgerschaft noch kluge Reden halten werden, egal, welche Genialitäten womöglich Eingang ins Wahlprogramm finden – die Darbietungen des Führungspersonals dürften unmöglich zu toppen sein. Eine solche Partei findet keine Wähler. […]
(Detlef Esslinger, SZ, 15.10.14)

Keine Stimme für die FDP am 25.02.14 und keine Unterschrift für die Bürgerinitiative „Unsere Uhlenhorst“.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Franz outet sich – Teil VIII


Wenn jemand sagt „Ich bete für Dich“ kann das auch eine schöne Umschreibung für „ich habe keine Lust Dir wirklich zu helfen“ sein.
Interessanterweise glauben allerdings auch Menschen, die Jahrzehnte lang ohne Effekt gebetet haben hartnäckig daran, daß Gebete einen Effekt hätten.
Um nicht ungerecht zu sein: Ich weiss sicher, daß viele Betende es wirklich gut meinen, wenn sie für jemand beten. In meiner eigenen Verwandtschaft gibt es Katholiken, die wohlwissend, daß ich Atheist bin, auch schon für mich gebetet haben, wenn ich mal krank war oder sonstige Schwierigkeiten hatte.
Das sind wirklich gute Menschen, die sogar einen enormen Aufwand treiben, indem sie beispielsweise ihr Gebetsanliegen schriftlich beim Pfarrer einreichen und damit sogar die gesamte Gemeinde dazu bringen eine Woche lang für jemanden in Not zu beten.
Gemein wir ich bin, habe ich schon vor 20 Jahren mal nachgefragt, ob da auch schon für die Wiederauferstehung eines Gestorbenen oder das Nachwachsen eines amputierten Beines, bzw ganz konkret „einer herausgeschnittenen Niere“ per Gebetsanliegen der gesamten Gemeinde gebetet wurde.
Für einen „Allmächtigen“ dürfte das ja kein Problem darstellen.



Aber Gläubige schützen sich selbst vor der Erkenntnis, daß ihr Gott nicht hilft, indem sie ihn gar nicht erst auf die Probe stellen.
Sie beten also ohnehin nicht für das Nachwachsen eines amputierten Körperteils, weil sie wissen, daß es dafür eine klare 0%-Chance gibt.
Das ist bei weiträumig streuendem Krebs anders. Die Chancen für eine Heilung sind zwar extrem mies. Aber es gibt Spontanremissionen. Hier ist Gottes Aufgabe nicht unlösbar.

Bedenklich ist es da schon eher, wenn weltliche Führer zum Gebet übergehen.
In dem Fall ist die eigene Bankrotterklärung offensichtlich.
Papst Franziskus ist als Staatsoberhaupt auch ein weltlicher Führer.
Beim ihm liegt das Beten allerdings nahe. Und daher tut er das auch viel und reichlich.

Papst Franz weiß wie man gute PR macht, wie man sich vor den Massen inszeniert.
In diesen Dingen ist er Ratzi mit seiner wenig heterosexuellen Stimme, der abstoßenden Physionomie und der demonstrativen Prachtentfaltung deutlich überlegen.
Ihn deswegen zum großen Erneuerer, oder gar Marxisten hochzustilisieren, ist aber vollkommen absurd.
Natürlich ist der Jesuit Franz ein konservativer Mann, der niemals einem minderen Weibsbild erlauben würde Priesterin zu sein und akzeptieren könnte, daß ein gleichgeschlechtliches Paar dieselben Rechte wie ein Gegengeschlechtliches erhalten dürfte.

Die Begeisterung der deutschen Medien für Ratzingers sympathischeren Nachfolger ist also ungebrochen groß.
Ich sehe das allerdings anders. Bergoglio ist auch nur ein konservativer Menschenrechtsantagonist.

Er läßt Ex-Staatssekretär Bertone in einer 700-Quadtrameterwohnung im Vatikan einziehen.


Mit den neuen Kardinälen Gerhard L. Müller und Ricardo Ezzati Andrello erhob Franz zwei in den zweithöchsten Stand, die dezidiert gegen die Aufklärung von sexuellem Kindesmissbrauch durch ihre Priester gearbeitet haben. Zwei Ex-Bischöfe, die vertuschten und die kinderfickenden Pädo-Priester protegierten.

Er beharrt auf homophober Politik.

Er läßt die schmutzigen Vatikanbanker weiter Geld waschen.


Franz ist ein moderner Papst und setzt Prioritäten.

Viele Katholiken hatten sogar erwartet, daß Franzl den Friedensnobelpreis 2014 bekäme.
Tja, blöd für ihn, daß ihm eine Göre und ein oller Inder den mit €800.000 dotierten Preis weggeschnappt haben.
Das IOR kann frisches Kapital immer gebrauchen.
Besonders begeistert die frommen Feuilletonisten wie Kissler und Matussek Franzls Einsatz für die auf dem Weg nach Lampedusa umkommenden Flüchtlinge.

In drei Jahrzehnten sollen auf ihrem Weg von Nordafrika nach Europa auf dem Mittelmeer mindestens 20.000 Menschen ums Leben gekommen sein. […]  An diesem Montag hat Papst Franziskus Lampedusa besucht und ein Ende der Gleichgültigkeit gefordert.
Im Anschluss an die Bibelgeschichte von Kain und Abel stellte der Papst bei einer Messe mit 10.000 Flüchtlingen und Einheimischen die Frage: "Wer ist verantwortlich für das Blut dieser Brüder und Schwestern? Niemand! Wir alle antworten so: Nicht ich, ich habe damit nichts zu tun, das sind andere, aber nicht ich." Franziskus kritisierte das Desinteresse der Welt - er sprach von einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" - am Schicksal der unzähligen Menschen, die auf der Flucht nach Europa ihr Leben verloren: "Wir sehen den halbtoten Bruder am Straßenrand und denken vielleicht 'der Arme!', und gehen weiter unseres Weges, weil es nicht unsere Aufgabe ist; und wir glauben, dass alles in Ordnung sei."

Als echter Katholik ist man nämlich FÜR das Wohl der Flüchtlinge engagiert. Sie sollen nur eben irgendwo anders hin, außer ins eigene Land. Und es darf nichts kosten.


Franziskus ist gut für die großen Gesten, denen aber oft genug diametral entgegengesetzte Taten folgen.
Hieran lässt sich auch wunderbar zeigen wie viel von Franzels Einsatz für Flüchtlinge zu halten ist; nämlich nichts.

Horst Seehofer besuchte Franziskus schon mehrfach im Vatikan und wurde immer wohlwollend zur Privataudienz empfangen.

[….] Jetzt aber sitzt Horst Seehofer hier auf der Dachterrasse der Residence Paolo VI., hinter ihm der Petersdom, und wirkt dann doch ziemlich bedeutend. Bereits zum vierten Mal ist er als Ministerpräsident nach Rom zum Papst geflogen, an diesem Montag wird Seehofer innerhalb einer Stunde von Papst Franziskus und dem emeritierten Papst Benedikt empfangen - ein Privileg, das noch kein ausländischer Staatsgast habe genießen dürfen, wie es im Vatikan heißt.
Seehofer [….] hat gerade mit dem Papst über die quälenden humanitären Probleme Europas diskutiert, über Flüchtlingsprobleme und "ethische Verantwortung der Wirtschaft für das Wohl des Einzelnen". Seehofer ist schwer beeindruckt von der 25-minütigen Begegnung mit "einer sehr starken Persönlichkeit", mit einem "Anhänger des Zupackens", der qua Amt die Welt verändern wolle.
[….] Brav berichtet er dem Papst, dass die Staatsregierung auch ihre Asylpolitik geändert und Erleichterungen für Flüchtlinge geschaffen habe. Zur Illustration bringt Seehofer dem Papst einen 5000-Euro-Scheck für syrische Flüchtlinge im Libanon mit - während gleichzeitig die Bundesregierung keine zusätzlichen Flüchtlinge aufnehmen möchte.
[….] Der Papst schenkt ihm zum Abschied eine Ausgabe seiner Denkschrift "Evangelii gaudium". Dort schreibt Franziskus: "Ich bete zum Herrn, dass er uns mehr Politiker schenke, denen das Volk, das Leben der Armen wirklich am Herzen liegt." [….]

So viel erbärmliche Heuchelei wie bei den beiden frommen Katholiken Seehofer und Bergoglio erlebt man selten.

Das war lustig bei Franzi. Der Oberbayer, dessen reiches Bundealand als einziges unter 16 Bundesländern kein eigenes Programm zur Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen ins Leben gerufen hat, spendet dem Papst 5000 Euro für die Lampedusa-Flüchtlinge – und damit gerade mal einen Bruchteil dessen, was der Flug nach Rom gekostet hat.

Man staunt dann doch immer mal wieder, wie schamfrei einige Politiker sein können.
[….]
Bayern und BW sind übrigens auch die Bundesländer, in denen die meisten Rüstungsbetriebe zu Hause sind. Sie werden von der Landesregierung großzügig gefördert. Die mittelbaren Konsequenzen – Tod und Elend – sollen aber andere ausbaden.

Keiner heuchelt so gut wie Crazy Horst, also kennt auch nach dem Papstbesuch seine Selbstzufriedenheit keine Grenzen. Die Revolte der Ferbers und Hubers ist beendet. Sie werden zusammen mit Gauweiler zu Buhmännern erklärt, während Seehofer weiterhin unangefochten König sein darf.

Seehofer ist der teuerste Politiker Deutschlands, der dem Steuerzahler viele Milliarden Euro Kosten verursacht.

Jeder Politiker kostet Geld. Horst Seehofer kostet ein Vermögen [….]

Seehofer bringt dem Papst dann einen €5.000-Scheck und erhält dafür jede Menge kostenlose Wahlkampfhilfe vom Papst, während der Bayern-MP zu Hause in geradezu widerlicher Art und Weise die Flüchtlinge misshandeln läßt.

Von allen Regierungschefs ist Tony Abbott sicher einer der frommsten Katholiken.
Der Australische Premierminister ist so stramm christlich, wie man es sich als Europäer nach der fortschrittlichen Vorgängerin Julia Gillard (24. Juni 2010 bis 27. Juni 2013) kaum vorstellen konnte. Abbott weiß Bescheid. Homos kommen in die Hölle, Abtreibung muß mit langen Haftstrafen belegt werden und der Klimawandel ist eine Erfindung von linken Spinnern.
Der 56-Jährige Konservative ist so gläubig, daß man ihn in Australien auch „Mad Monk“ nennt. Er ist katholischer als der Papst.
Als größter Papst-Fan unter den Regierungschefs gestaltet der Australische Premierminister auch die Flüchtlingspolitik in Übereinstimmung mit dem Vatikan.
Ausländer raus!


"Wenn ihr mit dem Boot kommt, kriegt ihr kein Visum": Australien versucht illegale Einwanderer mit Plakaten und Werbespots abzuschrecken. Und gibt richtig viel Geld dafür aus.
Angus Campbell blickt streng in die Kamera. "Wenn Sie ohne Visum mit dem Schiff zu uns kommen, dürfen Sie nicht in Australien bleiben", sagt der Mann in Tarnkleidung ernst. Das gelte auch für Familien und Kinder - sogar für Kinder ohne Begleitung, betont er in dem kurzen Video. "Es gibt keine Ausnahmen."
[…] Ein gutes Jahr lang, von Juli 2013 bis August 2014, lief deshalb in mehreren Ländern eine umstrittene Kampagne zur Abschreckung illegaler Einwanderer - etwa in Sri Lanka, Indonesien und Pakistan. […] Neben Radio- und Fernsehspots gehörten Plakate mit einschüchternd hohen Wellen und Slogans wie "By boat, no visa" ("Wenn ihr mit dem Boot kommt, kriegt ihr kein Visum") zum Programm. Auf der Homepage der Kampagne erklärt die Regierung in 17 Sprachen - darunter Nepali, Pashtu und Somali - wie aussichtslos der Seeweg nach Australien sei.
Dem australischen Steuerzahler hat dieses Abschreckungsinstrument fast 23 Millionen Australische Dollar (etwa 15,7 Millionen Euro) gekostet, […]  Seit Anfang des Jahres fängt Australien entsprechende Schiffe auf dem Meer ab und zwingt sie zur Umkehr. Nur ein Boot mit 157 Flüchtlingen aus Sri Lanka hat seit Beginn der Grenzschutzmission australische Gewässer erreicht. Die Asylsuchenden wurden über Wochen auf einem australischen Schiff festgehalten. […]


Australien geht radikal gegen Bootsflüchtlinge vor - selbst Kinder werden auf hoher See zurückgeschickt. […] In den vergangenen Monaten hat die konservative Regierung von Premierminister Tony Abbott die Asylgesetze immer weiter verschärft. Inzwischen setzen die Behörden Boote ein, mit denen illegale Einwanderer zurück nach Indonesien fahren sollen. […] Flüchtlinge, die es trotzdem nach Australien schaffen, werden in Internierungslagern im Ausland festgehalten - auf Nauru und in Papua-Neuguinea. Menschenrechtsgruppen verurteilen die verheerenden Zustände, unter denen die Migranten dort leben müssen - unter ihnen Hunderte Minderjährige. Derzeit haben etwa 3300 Menschen, die in den Lagern einsitzen, Asyl beantragt.
Bürgerrechtler kritisieren die Haltung der australischen Regierung scharf: "Fast alle Tode sind durch den abstoßenden Umgang der australischen Küstenwache verursacht worden, der es wichtiger ist, die Boote zu stoppen, als Leben zu retten."  Einige Australier haben die Webseite "Sorry Asylum Seekers" ins Leben gerufen, auf der sie sich bei Asylsuchenden für die Politik ihres Landes entschuldigen. […]

Wie auch gegenüber Seehofer, kommt von Papst Franziskus kein einziges kritisches Wort zur Australischen Flüchtlingspolitik

Wahrscheinlich versteht der mitfühlende Papst Tony Abbotts Gründe.

Daß Australien niemand mehr reinläßt, liegt vermutlich daran, daß sie einfach keinen Platz haben. Es ist ja eins der kleinsten Länder der Erde.
Wenn ich mich recht erinnere ist Australien ungefähr so groß wie
Monaco oder Andorra. Da muß man schon mal aufpassen, daß es nicht zu eng wird. Sonst bekommt man ja keine Luft mehr.
Verständlich, daß die Uraustralier, also die weißen Briten, keine Fremden da dulden wollen.
Vielleicht ist Tony Abbott ja auch nur fürsorglich und will nicht, daß die Flüchtlinge Frostbeulen kriegen.  Weil Australien so winzig ist, kommt ja auch keine Sonne rein und daher ist es da immer eiskalt!

Schlußwort:
Trotz dieser brutalen Politik nimmt Australien pro Einwohner immer noch vier Mal so viele Flüchtlinge auf wie Deutschland.
Die 100% Christliche Regierung in Berlin ist noch viel härter.

Montag, 13. Oktober 2014

Eigenverantwortung



 Der IS wird jeden Tag sympathischer:

Tausende irakische Frauen und Kinder werden vermisst. Sie wurden Anfang August von den Anhängern des "Islamischen Staats" (IS) verschleppt. Die Dschihadisten drangen damals in den Nordwesten des Irak vor und erklärten gefangen genommene jesidische Frauen und Kinder zur Kriegsbeute. [….]
Jetzt hat sich der IS erstmals offiziell zum Schicksal der Frauen und Kinder geäußert. Im englischsprachigen Propagandamagazin der Gruppe heißt es, dass den Behörden des IS ein Fünftel der Gefangenen zugesprochen worden sei - sozusagen als staatliche Kriegsbeute. So habe es schließlich schon der Prophet Mohammed bei seinen Eroberungszügen gehalten. Die restlichen Frauen und Kinder seien unter den Männern verteilt worden, die an dem Feldzug gegen die Jesiden teilgenommen hatten.
[….] Das IS-Propagandaheft rechtfertigt die Wiedereinführung von Sklaverei auf besonders frauenverachtende Weise. "Mehrere zeitgenössische Islamgelehrte sagen, dass das Ende der Sklaverei zu einer Zunahme von unzulässigen sexuellen Aktivitäten (Ehebruch, Unzucht et cetera) geführt hat." Ein Mann, der sich noch keine Ehe mit einer Frau leisten könne, habe schlichtweg keine Scharia-konforme Sexalternative, schreibt das IS-Magazin.
Nun aber könne der Mann auch außerhalb der Ehe legalen Geschlechtsverkehr haben, denn, so die krude Logik der Dschihadisten: Sex mit einer Sklavin sei erlaubt, mit der Freundin jedoch nicht. [….]

Natürlich kann man auch den ganzen Tag darüber klagen, daß die Panzer des NATO-Staates Türkei in Sichtweite des Geschehens seit drei Wochen gemütlich zugucken, ohne einzugreifen.

Ich glaube aber nicht, daß es sinnvoll ist Debatten darüber zu führen, wie abstoßend der IS ist, ob es sich dabei um Islam oder Islamismus handelt. Ob sich irgendwelche Imame und Ayatollahs dafür entschuldigen müssen.

(Ich bin da übrigens eher bei Valentin Abgottspon - wo kämen wir dahin, wenn sich jeder Christ dafür entschuldigen soll, was die Piusbrüder oder die Westboro Baptist Church wieder für menschenverachtende Verlautbarungen abgeben?)

„Der Westen“, oder wir als Atheisten sind keineswegs gefordert unser Verhältnis zum Islam neu zu definieren.

Wir als Konfessionslose; oder präziser; als Anhänger einer strikten Trennung von Staat und Religion, sollten uns stattdessen eher auf diejenigen konzentrieren, die nun aus diesem offensichtlichen IS-Megaproblem den Schluß ziehen, man müsse Religionen und den organisierten Islam nun noch mehr stärken.

Das Image des Islams ist schlecht wie nie – doch ein Grund zur Freude ist das nicht. Nur selbstbewusste Muslime können sich gegen Extremisten in den eigenen Reihen wehren. Deshalb sollte der Staat den Islam als gleichberechtigte Religion anerkennen. [….]  Diese Krise wirkt sich auf die Muslime weltweit aus. Das Image des Islams ist schlecht wie nie. Es sollte sich niemand im Westen über die Schwäche des Islams freuen. Wir brauchen einen starken Islam, und wir brauchen selbstbewusste Muslime. Denn nur wer sich seiner selbst bewusst ist, kann sich gegen die Extremisten in den eigenen Reihen wehren und eine klare Trennlinie ziehen zwischen sich und denen, die Gottes Namen pervertieren.
[….]  Es ist Zeit, den Islam aus der Schmuddelecke zu holen. Es ist Zeit, das Staatskirchenrecht zu öffnen und Schritte zu unternehmen, um den Islam als gleichberechtigte Religion anzuerkennen – mit allen Rechten und auch Pflichten. Und auch mit finanzieller Unterstützung. [….]  

Frau Keller ist, wie üblich, verwirrt.
Denn die mit staatlichen Milliarden gepamperten Religionen beweisen just im Moment ihre praktische Wertlosigkeit.
Wir werden gegenwärtig Zeugen eines gewaltigen institutionellen Versagens der Großreligionen.
Auch Judentum und Christentum, als die unmittelbar betroffenen Religionen, bewirken rein gar nichts.
Wir sollten doch als "Westen" bzw als Staatsbürger solcher Länder, deren Führungsfiguren sich permanent als "christlich geprägt" selbst beweihräuchern (Gauck, Merkel, Thierse, Steinmeier,...), lieber unsere eigenen Führer hart dafür attackieren, daß ihre "christlichen Bekenntnisse" offenbar sowieso wertlos sind.
Friedensgebete, päpstliche Appelle und auch die NATO-Armeen nützen doch ganz offensichtlich gar nichts. Die frommen Aussagen unserer Regierungsvertreter sind reines Blabla, nach denen die Kanzlerin eben ganz offensichtlich nicht ihr Handeln ausrichtet.

Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit - das sind die Grundwerte der CDU, die sich aus dem christlichen Menschenbild ableiten. Sie sind auch Richtschnur meines Handelns. Der Mensch mit seiner unveräußerlichen Würde und Einzigartigkeit muss im Mittelpunkt der Politik stehen.

Merkels „christliches Menschenbild“ hat keinerlei moralischen Impetus.
Wir als Bürger eines überwiegend christlichen Landes (das kann ich als Amerikaner sagen, aber auch als derzeitiger Bewohner Deutschlands), welches ordentlich Waffen exportiert und dann achselzuckend zusieht wie Kinder und Frauen geschlachtet werden und/oder auf dem Mittelmeer ersaufen, weil wir ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen haben, sind ethischer Abschaum.

Wir gucken in Kobane genauso zu, wie in Ruanda und Srebrenica, wenn Myriaden Menschen massakriert werden.
(In Ruanda war es übrigens ein Völkermord unter Christen – fast 99% der Ruandischen Bevölkerung ist christlich und Nonnen und Priester haben ordentlich mitgemordet)

Als Atheist habe ich „persönlich“ also nichts mit dem Islam zu tun. Für mich ist der IS nur eine Religiotentruppe unter vielen.
Die WBC würde auch nicht anders handeln, wenn sie genügend Leute und Waffen hätten. In Ruanda wurde so gehandelt.
    Irgendwas muß man doch tun können! Das denken sich vermutlich Millionen Deutsche, wenn sie täglich die Nachrichten einschalten.
Außenpolitisch bewegt sich auf dem eher linken Spektrum eine Menge – in der Theorie.

Teile der LINKEn Bundestagsfaktion plädieren auf einmal für Nato-Luftschläge und die fromme grüne Katrin Göring-Kirchentag orakelt sogar schon von deutschen Bodentruppen, die in Syrien eingreifen müßten, was wiederum die linken LINKEn als „kopflos und abenteuerlich“ kritisieren und damit an der Seite der Bundesregierung stehen, die das auch ablehnen.

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien hat die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt eine Debatte über einen Bundeswehr-Einsatz mit UN-Mandat entfacht. Auslöser waren Äußerungen in der Süddeutschen Zeitung, die unterschiedlich interpretiert wurden. „Deutschland muss initiativ werden bei den Vereinten Nationen“, sagte die Grünen-Politikerin.
Es müsse ein „robustes Mandat“ geben, denn IS sei nur militärisch zu bekämpfen. Im Fall eines UN-Mandats müsse Deutschland „gegebenenfalls bereit sein, sich mit der Bundeswehr an einem Einsatz zu beteiligen“, so Göring-Eckardt. Nötig sei eine Gesamtstrategie. „Wenn dabei herauskommt, dass am Boden agiert werden muss, würden wir das unterstützen.“
Nicht einmal grünen Fachleuten für Außenpolitik war allerdings nach der Lektüre spontan klar, was die Fraktionschefin genau gemeint hatte. Entsprechend unübersichtlich verlief am Montag die Debatte. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) richtete den Grünen aus der saudi-arabischen Ferne aus: Die Entsendung deutscher Bodentruppen nach Syrien sei ausgeschlossen.

Die ganz frommen Evangelenfreunde der deutschen Politik – Gröhe, Göring-Kirchentag, Steinmeier und Käßmann – fetzen sich also, weil sie alle in der komplizierten Gemengelage versagen.
Damit ist keiner einzigen sexversklavten Syrischen Frau geholfen worden.

Es ist wohlfeil über Außenpolitik zu mosern. Wie sollte man es denn besser machen?
Vor allem, wie sollte man es JETZT und SCHNELL besser machen?
Käßmanns unsinnige Vergangenheitsbetrachtungen werden zur reinen hypothetischen Historie. Klar wäre es ganz gut, wenn man nie Waffen verkauft hätte und nicht ständig Luftangriffe geflogen wäre in den letzten 50 Jahren.
Aber auch die fromme Margot kann die Uhr nicht zurück drehen.

Was wir hingegen tun könnten, ist Hilfe für die Flüchtlinge bereitzustellen.
Aber das das wollen wir offensichtlich nicht. Frontex macht die EU-Grenzen zu und zwingt damit verzweifelte Hilfesuchende zum Todesweg über das Mittelmeer. Einfach erbärmlich.
Für die entsetzlichen Zustände insbesondere in Bayerischen Einrichtungen ist übrigens einer der allerfrommsten Christen der deutschen Politik zuständig. Horst Seehofer, der schon drei Mal zur Privataudienz von Papst Franz empfangen wurde. Und auch hier zeigt sich, was das „christliche Menschenbild“ in der Praxis bedeutet: NICHTS.

Horst Seehofer tut - nichts
In München müssen Flüchtlinge in überfüllten Lagern auf dem Boden schlafen. Es wäre die Aufgabe der bayerischen Regierung, diesen Menschen schnell zu helfen. Ministerpräsident Seehofer hat das wohl vor lauter politischer Taktiererei vergessen.
[….]  In Wirklichkeit ist Bayerns Ministerpräsident ein nachlässiger Zauderer, ein Phrasenakrobat, der, wenn es wirklich drauf ankommt, im Nirgendwo Modelleisenbahnen fahren lässt.
In den Bezirken Oberbayern und Mittelfranken kommt es in diesen Tagen sehr darauf an. Hier nämlich liegen die beiden sogenannten Erstaufnahmeeinrichtungen, in denen neu eintreffende Flüchtlinge im mehrfachen Wortsinne abgefertigt werden. Es gibt gerade sehr viele Flüchtlinge, zumeist aus dem kriegszerrissenen Mittleren Osten und aus Afrika - übrigens kein "Strom" und auch keine "Überschwemmung" - , die oft aus Italien über die bayerische Südgrenze nach Deutschland kommen.
Ein paar Tausend halten sich gegenwärtig in München auf, was angesichts bereits überfüllter Massenquartiere zu unmöglichen Zuständen führt: Manche schlafen unter freiem Himmel, es gibt zu wenig Toiletten und Duschen, das Gedränge verängstigt die ohnehin Verängstigten. [….] Bayerns Ministerpräsident aber fällt dadurch auf, dass er nichts tut. Andere - Münchens Oberbürgermeister, die Verantwortlichen in den Landkreisen, Privatleute - reagieren. [….]

Jeder kehre religiotiepolitisch vor seiner eigenen Haustür.
Und vor meiner Haustür sehe ich Christen, für die man sich schämen muß.
In der Politik haben die nichts verloren.