Freitag, 14. Juni 2013

Franz hat das Soutane-Sausen.



Wie lächerlich ist das eigentlich?
Da wird einer Chef der größten transnationalen Schwulenorganisation der Erde, nämlich dem Frauen-fürchtenden Fummel-Verein RKK und stellt dann entgeistert fest, daß es dort von Homosexuellen wimmelt!
Selbstverständlich habe ich nicht das geringste dagegen, wenn sich (vornehmlich ältere) Männer in ihrem Club unter Ausschluss von Frauen treffen möchten, weil sie darauf stehen sich kreischbunte Kleider und weiße Spitzen-Unterröcke überzuziehen und sich dann gegenseitig abküssen und umarmen.
Das ist absolut in Ordnung. Ein schönes Hobby, welches niemanden weh tut. Heutzutage gibt es ja einen Boom der Fetisch-Kultur und ich kann es nur begrüßen, wenn sich Gleichgesinnte zu gemeinsamen Partys und Mega-Events treffen.
Papst Ratzinger, der nicht nur einer der schwulsten Päpste der letzten 200 Jahre war, sondern auch für jeden offensichtlich von einer Homo-Manie geradezu besessen war, hat nun den Stab an einen weniger tuntigen Mann im Kleid weitergegeben.
Aber auch Papst Franz reagiert mit paranoid-abwehrenden Reflexen auf das Offensichtliche: Der Petersdom ist ein Hort Homosexueller.
Der Vatikan ist voller Gerüchte. Eines davon kreist seit Langem um den Einfluss einer angeblichen Lobby homosexueller Geistlicher, die teilweise sogar für den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. mitverantwortlich gemacht wurde. […] Papst Franziskus soll nun erstmals eingestanden haben, dass eine "schwule Lobby" existiere und dass man sehen müsse, "was wir tun können".
Potzblitz! Franz macht da eine Entdeckung, die dem Erstaunen eines Vegetariers gleich kommt, der von der Metzger-Innung zum Grillfest geladen wurde und kaum glauben kann, daß dort Fleisch gegessen wird. Was kommt als Nächstes? Rechtsradikale in der NPD? AKW-Gegner bei den Grünen?
Wenn Papst Franz, der schließlich oft genug vor seiner Wahl im Vatikan war, nie bemerkt haben will, daß es dort von Schwulen wimmelt, scheint er mit der Sensibilität einer Abrissbirne ausgestattet zu sein.
Keine idealen Voraussetzungen für einen „Seelsorger“.
Der Pontifex [wird] folgendermaßen zitiert: "Es ist die Rede von einer Gay-Lobby, und es ist wahr, sie ist da … wir müssen sehen, was wir tun können."

Also doch, trumpften einige Vatikan-Experten und Verschwörungstheoretiker auf, die von jeher an ein strategisch operierendes Schwulen-Netzwerk im Vatikan geglaubt hatten. Benedikt XVI. sei keineswegs aus Altersgründen, sondern wegen der Machenschaften dieser Gruppierung zurückgetreten, so ihre Überzeugung.

"Das ist lächerlich", sagt der Vorsitzende der italienischen Schwulen- und Lesbenvereinigung Arcigay, Flavio Romani. "Es existiert keine Gay-Lobby im Vatikan." Es sei beileibe kein Geheimnis, dass es in Rom schwule Priester und auch höher gestellte Geistliche gebe, die sich kennen und miteinander kommunizieren.

 […]  Für Aufregung sorgte der Fall des Kurienprälaten Tommaso Stenico, der sich 2007 mit einem 16-jährigen Stricher traf und unverblümt über seine homosexuellen Aktivitäten sprach. Eine versteckte Kamera des Senders La 7 filmte das Treffen - Stenico wurde vom Dienst suspendiert.

2010 sorgten Ermittlungen für Furore, die darauf schließen ließen, dass systematisch männliche Prostituierte in den Vatikan geschleust wurden.

 […] Nun sind Franziskus' Grundpositionen in Sachen […] Schwulen-Rechte alles andere als fortschrittlich. Als in Argentinien 2010 die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt wurde, nannte der damalige Erzbischof von Buenos Aires das Gesetz einen "Schachzug des Teufels", eine "Anmaßung gegen den göttlichen Plan".

Doch seit er auf dem Heiligen Stuhl sitzt, gibt sich Franziskus bedeckt: "Wir beobachten eine deutliche Veränderung", sagt Arcigay-Präsident Romani. "Seit drei Monaten sind wir von der Kirche nicht mehr angegangen worden - zu Zeiten Benedikts XVI. war das wöchentlich der Fall." Dennoch sei es für Jubel zu früh. "Wir haben so schlechte Erfahrungen mit Homophobie gemacht, wir sind weiter vorsichtig."
Schwule im Vatikan – diese weitverbreitete Ansicht zu widerlegen dürfte dem 76-Jährigen Mann im Kleid schwer fallen. Auch wenn sich seine Claqueure in den vorauseilend gehorsamen Medien noch so eine Mühe geben. Zum Beispiel der 36-Jährige konservative Theologe Dr. Alexander Görlach.
Ende der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts habe ich im Bischöflichen Priesterseminar in Mainz gelebt. […]

Der Zölibat war natürlich ein Thema, eigentlich täglich, denn das Studium fand an der Johannes-Gutenberg-Universität statt, zusammen mit denen, die ReligionslehrerIn werden wollten, GemeindereferentIn oder sich aus anderen Gründen in diesen Studiengang verirrt hatten. Die Konfrontation mit dem anderen/eigenen Geschlecht und den eigenen Wünschen war unumgänglich. Es war im Prinzip bekannt, wer im Seminar homosexuell war und wer nicht. Es gab noch eine dritte Gruppe, die nur als Asexuelle bezeichnet wurden. Das mag medizinisch unspezifisch oder nicht richtig gewesen sein, gemeint waren damit aber jene jungen Männer, die sich noch nie Gedanken über Sexualität gemacht zu haben schienen. Sie waren zahlenmäßig ungefähr gleichauf mit den Homosexuellen. Die kleinste Gruppe waren die heterosexuellen Seminaristen.

[…]  Im akademischen Jahr 1998/99 habe ich mein Studium in Rom fortgesetzt. In der Päpstlichen Universität Gregoriana. Homosexualität war dort kein Fremdwort. Anders als in Mainz, wo es ja, der 68er-Revolution geschuldet, im Seminar Stuhlkreise gab (die mein Freund Matthias Matussek vom „Spiegel“ eigentlich in jedem seiner Postings auf Facebook schmäht), wusste man damit am Tiber aber nicht wirklich umzugehen. Ich habe in der Zeit in der Capella Giulia am Petersdom gesungen, immer am Sonntag die Vesper. In Italien war Schwulsein Ende der 90er-Jahre noch ein gesellschaftliches Tabu. Einzig in dem Chor konnten sich, so schien mir das, viele der Sänger überhaupt gegenseitig versichern, dass sie schwul sind. Die, die nicht schwul waren, hatten sich damit arrangiert.

Das war schon eine verkehrte Welt: Im Raum der Kirche finden in Italien Homosexuelle eine Art Schutz vor Diskriminierung, obwohl ihre Lehre offiziell ablehnend gegenüber dieser Homosexualität ist. So wie ich diese Männer erlebt habe, ging es ihnen nicht darum, wie Deckers vermutet, sich an Brokat und Spitze zu berauschen, sondern sich irgendwie Mut zu machen, bevor es zurück in ein Leben mit Frau und Kindern ging, in ein Leben, das eigentlich nur aus Lügen bestand. In der Gregoriana soll es bisweilen hingegen im wahrsten Sinne des Wortes handfest zugegangen sein. Zumindest hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass das eine oder andere WC nicht zum Verrichten der Notdurft verwendet werde.
(Alexander Görlach, the european, 14.06.2013)
In der konservativen F.A.S. wurde schon vor drei Monaten, zu Franzels Amtsantritt die unter Ratzi immer aktiver werdende “Homolobby” im Vatikan beschrieben:
Franziskus ist nicht Papst - jedenfalls nicht der Papst, an dem sich viele in den vergangenen Jahren kaum sattsehen konnten. Wo bei dem neugewählten Benedikt XVI. ein Schulterumhang aus rotem Samt (Mozetta) prangte, ist am Abend des 13. März 2013 nur eine weißes Gewand (Soutane) zu sehen. Auch die breite, brokatbesetzte Stola und das goldene Brustkreuz des Jahres 2005 fehlen. Stattdessen trägt Jorge Mario Bergoglio eine weiße Bauchbinde (Zingulum) und das blecherne Brustkreuz, das er schon als Weihbischof in Buenos Aires trug. Doch das ist nur die Ouvertüre.

Als die 115 Kardinäle am 14. März die Sixtinische Kapelle betreten, in der sie tags zuvor den ersten Lateinamerikaner zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt haben, ist diese wie verwandelt. Über Nacht ist der sogenannte Volksaltar wieder da, den Papst Johannes Paul II. errichtet hatte und den Benedikt XVI. entfernen ließ. Also blickt der neue Papst vom Altar nicht zur Wand und auf Michelangelos Jüngstes Gericht, sondern den Kardinälen ins Gesicht.

Verwandelt sind auch die Zeremoniare, die dem Papst nicht von der Seite weichen. Wo in der Ära Benedikt die weißen Obergewänder (Rochetts) nicht genug Brüsseler Spitze haben konnten, ist Schlichtheit eingekehrt. Bleiben die Schuhe. Schwarz und ausgetreten ragen sie unter dem Saum des Unterkleides (Albe) hervor. Franziskus - der Name des „kleinen Armen“ aus Assisi, den der Papst sich ausgesucht hat, ist vom ersten Tag an Programm: Der höfische Prunk und zeremonielle Pomp, der sich unter Papst Benedikt wie ein Schwamm im Gebälk des Vatikans ausgebreitet hatte, ist wie weggeblasen - so sehen es viele. […]

Doch ist noch eine weitere Gruppe im Spiel, die mit den Traditionalisten zum Teil identisch ist: Homosexuelle. So honorig viele Verfechter der alten Messe auch sein mögen (man denke nur an den Philosophen Robert Spaemann), und so ehrenwert das Beharren vieler ihrer Anhänger auf Disziplin und Ordnung in der Liturgie ist - keine Gruppe wird von der Ästhetik der alten Messe stärker angezogen als Männer, die Männer lieben. Der Kult um kostbare Gewänder und üppige Spitzen, das von allerlei erotischen Konnotationen umgebene heilige Spiel, die asexuellen Darstellungen der Gottesmutter Maria und eine überbordende Reliquienverehrung sind das öffentliche und seit Benedikt XVI. wieder päpstlich approbierte Gegenstück zu einer privaten Parallelwelt, in der den Reliquien allerlei Fetische entsprechen: der Marienverehrung der Kult um Magermodels und mädchenhafte Schlagersängerinnen; dem frauenfreien Altarraum die Männersauna und der Darkroom; und dem levitierten Hochamt mit Goldbrokat, Manipel und Spitzenrochetts das Tuntenballett.

„Es ist eine Ästhetik, die wie keine andere im Bereich der Religion homosexuell veranlagte Männer magisch anzieht“, hieß es vor drei Jahren in dem Buch „Der heilige Schein. Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche.“ David Berger, der Verfasser, hatte es dank seiner exzellenten Verbindungen in das Traditionalistenmilieu in nur zehn Jahren zum Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ und zum korrespondierenden Mitglied der „Päpstlichen Thomasakademie“ gebracht.
(Daniel Deckers, 24.04.13)
Sollte Papst Franz tatsächlich das „Tuntenballett" profanisieren wollen, muß er damit rechnen, daß sich seinen warmen Mitbrüder wehren. 

Sie sind schlagkräftig; die Masse macht’s.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Verweigerung und Belohnung



„Rico! Riiico!“schallt es heute aus dem Mund einer entnervt dreinblickenden Frau, die ich auf dem Weg zum Bankautomat traf. „Riiico!“
Sind wir hier in Berlin? Was ist denn das für ein Proletentum den halben Wohnblock nach seinem renitenten Gör zusammen zu grölen?

Es handelte sich aber nur um das übliche „ich-bin-der-Nabel-der-Welt“-Syndrom, unter dem so viele junge Mütter leiden. 
Rico hockte 50 m weiter auf einem Mauervorsprung und tat völlig ungerührt, während Muttern mit 120 Dezibel seinen Namen schrie und der ältere Bruder wüste Drohungen ausstoßend in das Gegröle einstimmte.
Als ich mit den Taschen voller Geld zurückkam, hatte sich an der Szenerie rein gar nichts geändert. Ich stieß zunächst auf den circa zweijährigen Rico, der völlig entspannt seine Fingernägel untersuchte, während sich seine Erzeugerin einen Block weiter mit ihrem „Rico! Riiiico!“-Gekreische in der Nachbarschaft beliebt machte.
Leute gibt’s! Ich würde gern wissen, ob eine der angedrohten Strafen abends eintrat.
Vermutlich nicht, denn Rico schien genau um die Inkonsequenz des grölenden Duos zu wissen.

Ich stelle mir vor wie sich die gleiche Szene schon einmal im Jahr 1956 im Berlin-Brandenburgischen Dorf Quitzow abspielte.
 Damals schrie sich Herlind Kasner die Seele aus dem Leib, während die kleine Angela sich entspannt in Totalverweigerung übte.
Schon von frühester Kindheit an wird die spätere Bundeskanzlerin gelernt haben, daß man mit passiv-aggressiver Untätigkeit erfolgreich seinen Willen durchsetzen kann.
Merkel hat die taktische Arbeitsverweigerung zu einer politischen Strategie promoviert.
Sie weicht jeder Konfrontation aus und weitet die 2009 erfolgreiche „asymmetrische Demobilisierung“ bis in absurde Ausmaße aus.
Von Mietpreisbremse über Homogattensplitting zu sozialen Wohltaten: Alles was Sozis oder Grüne ankündigen, will Merkel angeblich neuerdings auch. 
So entfällt die Motivation der Gegner von Schwarzgelb zur Wahl zu gehen und die Kanzlerin kann im Amt bleiben.
Sie reagiert lediglich und auch das nur nach gehöriger Zeitverzögerung. Niemals würde sie voran gehen, niemals agieren.
Grüne, Linke und Sozis beißen sich an ihr noch nicht mal die Zähne aus, weil sie so amöbenartig amorph ist, daß man sie gar nicht zu fassen bekommt.

Steinbrück und Co sind tragische Gestalten, weil sie mit der einzig verbliebenen Wahlkampfmethode, nämlich eigene Themen zu setzen und dem Wähler Pläne und Konzepte vorzulegen, stets auf taube Ohren stoßen.
Die Wähler sind nämlich wie die Rico-Brüllerin von heute Morgen.
 Sie verlangen zwar lautstark das Balg/die Kanzlerin möge sich endlich bewegen, aber wenn es das nicht tut, haben sie es trotzdem noch lieb und sind ihm nicht böse.

Hat irgendeiner in dieser extrem schwierigen weltpolitischen Lage mit den Megaproblemen in Nahost, der Türkei, Nordafrika, der EU oder Afghanistan überhaupt bemerkt, daß die SPD und ihr Spitzenkandidat ein ausgefeiltes außenpolitisches Konzept vorgelegt haben?

Die Süddeutsche Zeitung kommentierte die Sozi-Pläne am 05.06.13 mit der Überschrift „Klar und Respektabel“. Da weiß der Urnenpöbel was er zu erwarten hätte.
Nur – es interessiert keinen.
Sie mögen lieber Merkel – und zwar mit riesigem Abstand vor Steinbrück.
Merkel, die dem SPD-Konzept das große Schweigen entgegensetzt.
Das betrifft nicht nur die klassische Außen- oder internationale Finanzpolitik, sondern ALLE Politikfelder.
Die Kanzlerin verweigert nicht nur ihre Arbeit und Politik im Allgemeinen; nein, inzwischen verweigert sie sogar den Wahlkampf.
Die Parteien-Demokratie sollte so funktionieren, daß man sich im Wahlkampf profiliert, um die Unterschiede zwischen den Parteien herauszuarbeiten.
Merkel tut aber das diametrale Gegenteil und nivelliert die CDU.

In der Praxis funktioniert ein solcher Wahlkampf aber nur, wenn sich keine Partei wegduckt. Umso ärgerlicher ist es, dass die CDU immer noch in ihrer Ecke steht.
SPD, Grüne und FDP haben ihre Wahlprogramme längst verabschiedet. Die Union hat noch nicht einmal einen Entwurf präsentiert. Das führt zu skurrilen Szenen: In Talkshows wehren CDU-Politiker Angriffe schon mal mit dem Hinweis ab, man könne sie noch gar nicht kritisieren, weil ihr Programm noch unbekannt sei.
Die CDU-Spitze lässt aber nicht nur die Bürger im Unklaren, sie ignoriert sogar ihre eigenen Vorstandsmitglieder. Am 23.Juni wollen CDU und CSU ihr gemeinsames Wahlprogramm endlich verabschieden. Es soll nicht von Parteitagen, sondern nur von den Vorständen beschlossen werden. Schon das ist beklagenswert. Doch selbst die CDU-Vorstandsmitglieder haben bisher keinen Entwurf des Programms erhalten. Ihre Meinung ist offenbar nicht gefragt. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Partei zum Kanzlerinnen-Wahlverein verkommen ist: hiermit wäre er erbracht.
(Robert Rossmann, SZ vom 12.06.2013)

Demokratietheoretisch ist Merkel ein Alptraum.
Aber sie ist auf dem besten Wege wieder gewählt zu werden.
Dem Urnenpöbel gefällt das Vage.

Sonntag, 9. Juni 2013

Zwei dicke Christinnen.



Geht es nach der Selbstsicht von Christen, noch dazu welchen, die behaupten ihr Christentum leite ihre Politik, bzw habe sie überhaupt erst in die Politik gebracht, fühlen sie sich dem Guten und der Nächstenliebe verpflichtet.
Handelt es sich auch noch um ChristINNEN, das angeblich sanfte Geschlecht, müßten doch Erika Steinbach, Andrea Nahles und Angela Merkel ein Herz und eine Seele sein.

Jesus ist mein Kompass. […] Ohne die Verbindung zwischen Gottesliebe und Nächstenliebe wäre ich bestimmt nicht Politikerin geworden [..] Dass Jesus Mensch geworden ist, und dass es eben eine große Hoffnung, ein Erlösungsversprechen gibt. Das ist etwas, was ich immer wieder und gerade in der Eucharistiefeier und durch die Eucharistie als ein echtes Erlebnis empfinde. Ich bin früher Messdienerin gewesen, und da habe ich dann immer diesen Moment besonders intensiv erlebt. Deswegen habe ich auch heute noch bei jeder Messe das Gefühl, dass es gut ist, dass es diese Eucharistiefeier gibt. […] Ich kann nur sagen, für mich gibt es ein unheimliches Innehalten im Alltag, weil eben Gott da ist. Weil er mich auch dazu zwingt und dazu anhält, immer wieder innezuhalten, nachzudenken, mich zu besinnen. Das ist das eine, was ich täglich erfahre. […] Jesus ist für mich jemand, der mir dann ein Kompass ist. Ganz persönlich, die Figur Jesus Christus, der menschgewordene Sohn Gottes. Das ist etwas, was mir Kraft gibt.

Nach demselben Kompass orientiert sich auch die Kanzlerin.

Angela Merkel zieht aus dem protestantischen Glauben die Kraft für ihr politisches Handeln.   […] „Ohne ethische Grundlagen lässt sich schlecht Politik machen.” Das erklärte Merkel am Freitag im Konrad-Adenauer-Haus. Weiter sagte sie: „Der christliche Glaube, in unserem Falle der der Protestanten, gibt uns die Kraft dazu.” Aus diesem leite sich ab, „dass die Würde des Nachbarn genauso geachtet werden muss wie meine eigene”. Kein politisches Programm könne den Menschen ethische Grundlangen näher bringen. Gerade die Kirchen und Religionsgemeinschaften trügen dazu bei, dass Werte vermittelt würden. Merkel betonte die Wichtigkeit christlichen Engagements in der Politik: Selbstverständlich sei das schon lange nicht mehr. „Die Bevölkerung ist heute mitnichten mehr vertraut mit den soliden ethischen Grundlagen, die sich aus dem Christentum ergeben”, sagte Merkel. So sei es keineswegs natürlich, dass es zum Beispiel christlichen Religionsunterricht gebe. Sie selbst stimme mit einem „klaren Ja” für die Vermittlung von Religion in der Schule. Auch in Sachen Kirchensteuer stehe sie auf der Seite der religiösen Institutionen. Es sei wichtig, dass Organisationen wie Caritas und Diakonie gestützt würden und eine Stimme in der Gesellschaft sein könnten.

Soweit die Waffenexportmeisterin Merkel, die dafür sorgt, daß mit deutschen Waffen in allen Krisengebieten der Erde massengemordet wird.
Heckler und Koch liegt im tiefsten Baden-Württemberg im Wahlkreis von Merkels christlichen Fraktionschef Volker Kauder und spendet an die christliche Partei.

Der langjährige Abrüstungs- und Friedensaktivist Jürgen Grässlin erhält den diesjährigen Aachener Friedenspreis. […]  Der internationale Waffenhandel töte Menschen und konterkariere die Bekämpfung von Hunger und Armut in vielen Entwicklungsländern. Als besonders verwerflich stellten sich laut Grässlin zurzeit die Waffenexporte Deutschlands nach Tunesien, Ägypten und Libyen dar. »Die Bundesregierung verschweigt ihre massive Mitschuld an Repression in Ländern, wo sich nun die Bevölkerung wehrt«, kritisierte der Freiburger die mangelnde Transparenz über die Rüstungsexporte. Die entsprechenden Berichte der Bundesregierung seien wenig aussagekräftig. Erwiesen ist, dass Deutschland 2009 Waffen im Wert von sieben Milliarden Euro ins Ausland lieferte. Vor allem Kleinwaffen gelten als Exportschlager. Wie viele Menschen durch Waffen »made in Germany« bislang starben, könne man nur schätzen. Grässlin geht allein von 1,5 Millionen Toten durch Waffen von »Heckler & Koch« aus. »Das ›G36‹ ist das tödlichste Gewehr der Welt«, so der Sprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner.

Irgendwie mögen sich die dicken Bundestags-Christinnen untereinander aber auch nicht so recht.

Frau Merkel bagatellisiert immer noch, hangelt sich von Gipfel zu Gipfel, und wenn das mit dem Hebel nicht funktioniert, gibt es am Ende nur noch zwei unschöne Alternativen. Ich erwarte von Frau Merkel, das auch mal ehrlicherweise den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes zu sagen. Frau Merkel sagt den Menschen nicht die Wahrheit und unternimmt auch keine glaubhaften Versuche, die wild gewordenen Finanzmärkte wirklich zu bändigen, etwa mit einer Finanztransaktionssteuer, die auch die Verursacher dieser Krise zur Kasse bitten würde.

Die Christin Manuela Schwesig* sagt auch was zu ihrer protestantischen Kollegin Merkel.

*Am 31. Juli 2010 ließ sich die zuvor konfessionslose Schwesig gemeinsam mit Ehemann und Sohn christlich taufen und trat zusammen mit ihrer Familie in die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs ein.
(Wiki)
    Die Gipfelmanie der Regierung Merkel kennt keine Grenzen. 45 Gipfel in 45 Monaten ist die Bilanz - brauchbare Ergebnisse? Fehlanzeige. Der aktuelle Demografiegipfel verdeutlicht diese Misere. Die Probleme - angefangen beim Fachkräftemangel, drohender Altersarmut für Millionen von Menschen und steigendem Pflegebedarf -  sind heute drängender denn je. Doch Schwarz-Gelb hat ganz offensichtlich keine brauchbaren Antworten - im Gegenteil. […]  Die 45 Gipfel der Bundesregierung haben hierzu noch nichts Brauchbares ergeben.

Samstag, 8. Juni 2013

Geistige Giganten des Konservatismus – Teil V


Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio und Ryan sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu extrem.

Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie zum Beispiel der neue Verteidigungsminister Chuck Hagel oder der einstige Hoffnungsträger Chris Christie - die fanatisierten Teebeutler von den Urnen.

Schwer vorstellbar, daß sich demnächst eine republikanische Führungsfigur finden läßt, die wie einst Ronald Reagan das ganze GOP-Spektrum abdeckt.
Das Spektrum ist nämlich breiter und bunter geworden.

Langfristig wird eine zerfasernde GOP die Mehrheitsfähigkeit verlieren und den Demokraten wieder Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichen.
Sie könnten sich dann auch wieder ein bißchen nach links orientieren – so wie es sich die Basis wünscht.

Dann könnte es wieder voran gehen in Amerika.

Der fünfte geistige Gigant des Konservatismus (GGK), den ich in dieser neuen Reihe vorstellen möchte bringt alles mit, das man sich von einem amerikanischen Fundi wünscht:

Earl Walker Jackson, Sr. (61) ist Republikaner, Baptistenprediger, Anwalt und Politiker, der sich 2012 vergeblich darum bemühte für Virginia in den US-Senat einzuziehen.
Jackson studierte Theologie an Harvard Divinity School und war drei Jahre lang bei den US-marines.
So wünscht sich der Konservative einen Politiker. Besser wäre es natürlich, wenn er auch noch weiß wäre, aber man kann nicht alles haben.
Als hardcore-Republikaner hat er, wie es sich gehört, eine stramm konservativ-christliche Lobby-Organisation mit bizarrem Namen gegründet. 
Der GGK-5 ist nicht nur inzwischen zum Bischof der Exodus Faith Ministries in Chesapeake, Virginia, aufgestiegen, sondern auch Gründer und Präsident von S.T.A.N.D. (Staying True To America's National Destiny).
Eine feine Spendensammelstelle, welche den zahlreich in den USA vorhandenen religiös Übergeschnappten das Portemonnaie öffnen dürfte.

The fate of our nation hangs in the balance. We must unify Americans around the Judeo-Christian principles which built our country because only those principles can save it. It is time to take a STAND. We are blessed to be citizens of the greatest nation the world has ever known. We have more freedom and opportunity than any people in history. Ours is a nation of industry and innovation; of creativity and productivity; of opportunity and prosperity; of decency and generosity; of noble ideals and courageous people; of laws and not of men; and of remarkable ability to correct itself. We must honor rather than denigrate our country; bless it rather than blame it for everything that is wrong in the world. The American History Month which we propose will commemorate the patriotism, sacrifice and wisdom of our Founding Fathers and the many heroes of our history. It is time for a rebirth of American faith and freedom. Our Founding Fathers pledged their lives, their fortunes and their sacred honor to establish this nation. We must be willing to do the same to keep it. It is time to take a STAND. Join us.
For God & Country,
E.W. Jackson Sr.

Homos, Pazifisten, Ökos, Frauen und andere Linksradikale mag der GGK-5 natürlich gar nicht.
Genauso wenig wie die Irren, die immer noch an die Evolution glauben, obwohl es doch so offensichtlich ist, daß Menschen und Menschenaffen gar keine Cousins sein können!
Jackson, der sich gegenwärtig um die Wahl zum Vizegouverneur von Virginia bemüht, hat in einem Buch enthüllt, daß Affen gar nicht schreiben können* und daher auch nicht mit uns verwandt sein können! 
Logik, die begeistert.

The Republican nominee for lieutenant governor of Virginia, E. W. Jackson, wrote in his book Ten Commandments to an Extraordinary Life that he doesn’t believe in evolution because animals don’t have the ability to write or talk.

Das Werk des GGK-5 enthält nach Berichten von Zerlina Maxwell aber weitere hochbeachtliche Weisheiten, die ich nur unterstreichen kann.

You heard it here first: yoga leads to demonic possession.  Well, actually that’s not true, but don’t tell Reverend E.W. Jackson, the Republican running to be Virginia’s next lieutenant governor.
Jackson wrote in his book, Ten Commandments to an Extraordinary Life, “When one hears the word meditation, it conjures an image of Maharishi Yoga talking about finding a mantra and striving for nirvana. … The purpose of such meditation is to empty oneself. … [Satan] is happy to invade the empty vacuum of your soul and possess it.”
And if you think this is just Reverend Jackson being colorful or over the top, perhaps you missed his past statements, including the belief that Planned Parenthood is more murderous to black people as the Ku Klux Klan or that President Obama is a secret Muslim.[…]   Jackson’s comments about yoga leading to demonic possession are simply the latest in a series of remarks that illustrate the extremism that the GOP is seeking to elect. 
 


*Scientist have made much of the fact that chimpanzees have been trained to use sign language. They take this as proof that primates are our ancestors because they, like us, have “language capacity.” It is amazing the length to which people will go to prove what is so palpably false. The ability to make sounds which serve to communicate the simplest to most complex ideas is an astounding thing, almost supernatural in itself. Equally remarkable is the ability to reduce those sounds to written symbols universally understood and capable of conveying the ideas that those sounds represent. To suggest that all this is an accident of evolution belies the intellectual power language represents. Those are gifts given to mankind by God who created us. He gave those gifts to no other creature. There is an unfathomable gulf between humans and all other creatures because creation was designed that way. No amount of time or theorizing will ever bridge that gulf. Only mankind was made to represent the divinity and genius of God himself.
(Original-Zitat auf Bischof Jacksons Buch „Ten Commandments to an Extraordinary Life”)