Dienstag, 22. Januar 2013

Dasselbe in lila



 
Kinder sexuell missbrauchen, vergewaltigten Frauen in der Not die Tür vor der Nase zuschlagen, Kinder schlagen, Akten manipulieren, Straftaten vertuschen, Schwule und Lesben diskriminieren, den Staat abzocken, die eigenen Mitarbeiter auspressen, Frauen ausschließen, Mafiageschäfte, Geldwäsche, nein, wahrlich, die Römisch-katholische Kirche Ratzingers hatte schon mal bessere Presse. 
Solange die katholische Kirche ihre Obsessionen in Sachen Sexualität weiter pflegt, solange Sex nur zur Zeugung 'erlaubt' ist, solange Frauen diskriminiert werden, solange sie sich offiziell als Bastion der Homophobie profiliert, um nur ein paar Beispiele zu nennen, ist zu befürchten, dass sich nichts zum Besseren entwickelt. (Leserbrief Süddeutsche Zeitung 17. Januar 2013)
Fragt man in den höchsten Etagen der Kurie nach, erfährt man ganz klar, wer für diese Missstände verantwortlich ist:
Die böse linke Presse, der Kirchenhass der Atheisten und natürlich die Diktatur des Relativismus.
Angesichts der jüngsten Ereignisse um die Missbrauchsfälle der katholischen Kirche, aber auch wegen anderer Begebenheiten erfreue ich mich heute noch der Gewissheit, mit meinem Austritt aus der Kirche in den frühen 90er-Jahren die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Absurd, aber die Gewissheit darüber liefert mir die Kirche in regelmäßigen Abständen. Danke dafür!?
(Leserbrief Süddeutsche Zeitung 17. Januar 2013)
Fragt man in der mittleren Etage der RKK nach, hauen sie garantiert das „Tu Quoque-Argument“ raus. Man solle sich doch mal die mal die Protestanten ansehen, die hätten ja schließlich keinen Zölibat und Frauenordination und dennoch fehle es an Pfarrern. Dennoch verließen die Gläubigen in Scharen die Kirche.

Das ist die halbe Wahrheit.
Denn immerhin ist das Ficken kleiner Jungs weitgehend eine Domäne der KATHOLISCHEN Kirche. Keine Petitesse, obwohl es offensichtlich viele Bischöfe immer noch so sehen.
Den Kirchenfürsten geht es nicht um die Opfer, sondern um den Erhalt ihrer Macht über Menschen und Medien. Dieses Spiel ist seit fast 2000 Jahren erfolgreich, und zwar sehr häufig durch den Missbrauch der Botschaft Christi. Die Heuchelei wird zunehmend perverser. Papst Benedikt XVI. persönlich beherrscht das diabolische Spiel perfekt. Der Vatikan ist um ein Vielfaches einflussreicher als die oft angeprangerten Herrschaftsregime in Russland oder China. Die Maskerade der Glaubensdiktatoren, die das Licht Gottes verdunkeln, muss ein Ende haben. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und sollte sich vom System 'Kirche', die Jesus in dieser Form nie gegründet hat, dringend distanzieren.
 (Leserbrief Süddeutsche Zeitung 17. Januar 2013)
Konfession ist heutzutage eher eine Frage des Zufalls.
 Es gibt sehr wenige Konvertiten in Deutschland. Daher kann man die Produkte RKK und EKD nicht unter Marketing-Aspekten vergleichen.

Beide vertreten aber Regeln einer archaischen Hirtenkultur, die im 21.Jahrhundert vollkommen deplatziert sind. Beide werden vom Steuerzahler mit Milliarden und Privilegien überschüttet, die es ihnen ermöglichen die Mitarbeiter zu drangsalieren, zu entrechten und mies zu bezahlen.

Dafür stehen auch die allseits beliebten Kathrin Göring-Kirchentag und Margot Käßmann, die verbissen dafür kämpfen ihren Hunderttausenden Angestellten weiterhin Rechte vorzuenthalten, ihnen das Streikrecht zu verbieten und Juden, Atheisten und Moslems zu diskriminieren. Auch alle Evangelen stehen für massive religiöse Diskriminierung.
Es gibt also selbst für gläubige Christen wahrlich genügend Gründe endlich aus der evangelischen Kirche mit ihrer besonders obrigkeitshörigen und antisemitischen Geschichte auszutreten.
Die deutschen Bischöfe, vom Steuerzahler fürstlich mit hohen Gehältern bedacht, stellen bei der Aufarbeitung der vielen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche die Fürsorgepflicht und den Datenschutz über die Aufklärung der Verbrechen. Damit schützen die deutschen Bischöfe mutmaßliche Sexualstraftäter und Verbrecher in den Reihen des Klerus und ihrer kirchlichen Angestellten bis über deren Tod hinaus.
 (Leserbrief Süddeutsche Zeitung 17. Januar 2013)
In den Fokus der Berichterstattung muß endlich DER STAAT geraten, denn es sind Regierungen und Parlamentarier, die dem massiven Ausbau der konfessionellen Träger von Altenheimen, Krankenhäusern, Schulen und Kitas Vorschub leisten.
Es ist die Bundesregierung, die den Tausenden missbrauchten Kindern den Mittelfinger zeigt und seit Jahren die Täter die Täter untersuchen läßt, die den Opfern zumutet sich doch bitte an die Täterorganisation zu wenden, wenn sie sich beklagen möchten.
Schande über Merkel, Schavan, Leutheusser-Schnarrenberger, Schröder und Rösler!

Die evangelische Diakonie ist arbeitsrechtlich betrachtet kein Stück besser als die katholische Caritas.
Razzia in der Diakonie Alten Eichen

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Pastor Torsten Schweda, den Chef der kirchlichen Einrichtung, der Hinterziehung von Sozialbeiträgen.

Der Verdacht gegen die evangelisch-lutherische Diakonissenanstalt Alten Eichen hat sich erhärtet. Im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der kirchlichen Einrichtung haben Polizisten und Staatsanwälte zehn Wohnungen und Büros durchsucht - darunter auch die Privatwohnung des Alten-Eichen-Vorstandschefs Pastor Torsten Schweda. […] Eine Anzeige der Gewerkschaft Ver.di wegen der aus Sicht der Arbeitnehmervertreter dubiosen Beschäftigungspraxis in Alten Eichen hatte die Ermittlungen im November 2011 ins Rollen gebracht […]  Das Gesetz sieht für das "Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt" eine Geldstrafe oder Gefängnis von bis zu fünf Jahren vor.

[…] Das Diakonische Werk Hamburg, Dachverband der wirtschaftlich eigenständigen Diakonissenanstalt, hält nach wie vor zu Alten Eichen. […]

Alten Eichen und Pastor Schweda sind außerdem im Zusammenhang mit Leiharbeit in die Kritik geraten. So hatte Ver.di dem evangelischen Unternehmen (Motto: "Dem Menschen zuliebe") Lohndumping vorgeworfen, weil es eine eigene Leiharbeitsfirma gegründet hatte.
(Sascha Balasko, HH Abendblatt 22.01.13)

Montag, 21. Januar 2013

Der Fipsi!


Nun hat Rösler taktisch einmal etwas richtig gemacht und den einzigen Zeitpunkt in zwei Jahren genutzt, um Brüderle auszumanövrieren.
Immerhin ist Rösler also doch in der Lage aus dem letzten Jahr die richtigen Schlüsse zu ziehen:
Nämlich, daß in der FDP-Spitze jeder jedem misstraut und daß insbesondere Brüderle gewaltig die Hosen voll hat. Er bellt viel, beißt aber nie.

Wenn der FDP-Fraktionsvorsitzende, der Rösler ohnehin hasst wie die Pest, nachdem dieser ihm im Mai 2011 seinen Lebenstraum, den Stuhl des Wirtschaftsminister weggenommen hatte, es in all den Monaten, die Fipsi weidwund am Boden lag nicht schaffte ihn zu ersetzen, war es klar, daß er schon gar nicht heute zuschlagen könnte. Am Tag 1 nach dem 10%-Ergebnis in Röslers Heimatland, den ausnahmsweise kraftstrotzenden Chef zu substituieren, hätte mehr Mut erfordert.
Dazu hat der alte Pfälzer nicht die Eier.
Außer beim Griff zum Weinglas ist Brüderle ein Zauderer und Zögerer.

Aus rein politologischer Sicht erleben wir einen hochinteressanten Vorgang.
Die Partei mit dem einst so großen theoretischen, intellektuellen und freiheitlichen Anspruch hat sich inhaltlich und personell selbst so sehr kastriert bis nur noch eine leere Hülle übrig blieb.
Es gibt weder ein personelles Machtzentrum, noch Minister mit Autorität, noch irgendwelche programmatischen Orientierungspunkte.

So ein Parteirudiment sollte eigentlich untergehen. 
Die FDP erinnert geschichtlich an die italienische Democrazia Cristiana, DC. Gegründet nach dem Krieg, seit dem aber fast ununterbrochen an der Regierung, weil sie klüngelnd und mauschelnd fest mit den Mächtigen und Reichen im Land verquickt ist.
Schließlich hatte es die DC aber mit der Klientelpolitik und der Käuflichkeit so übertrieben, daß sie Mitte der 1990er Jahre sang- und klanglos unterging. Auflösung, Lyse.

Diesem Untergang in Schande schien auch die FDP entgegen zu streben.
Nur ein bis zwei Prozent der Wähler trauen nach einer heutigen Infratest-Dimap-Umfrage der selbsternannten Wirtschaftspartei die größte Wirtschaftskompetenz zu.
Wie kann so ein Parteikadaver 9,9% bei einer Landtagswahl eines großen Flächenlandes holen?
Ganz einfach.
Neun von zehn Wählern der FDP in Niedersachsen geben an, die CDU sei ihre Lieblingspartei.
Die FDP hat aus der Not eine Tugend gemacht. 
Der klassische Mehrheitsbeschaffer, der für ein paar Pöstchen und Pensionen jede Schweinerei mit absegnet.
Der politische Liberalismus in Deutschland ist zwar nicht tot, aber er ist vollständig aus der FDP extrahiert worden.

Umso besser. Denn die eigentlich liberalen Überzeugungen - Freiheit von Religion, Freiheit der persönlichen (sexuellen) Lebensgestaltung, Freiheit, die Drogen zu konsumieren, die man möchte - all das wären Wahlausschlußkriterien für die konservativen Land-CDU’ler in Niedersachsen.
Mein neuer Lieblingspolitiker aus Beclopptenburg im schwärzesten Teil Deutschlands, nämlich dem Wahlkreis 67, Cloppenburg; der stramm katholische Clemens Große Macke, CDU, (NOMEN EST OMEN!) in den neuen Landtag gewählt mit 69,4 %, will sicher nichts von Homoadoption und Marihuana-Freigabe wissen.
Würden seine Wähler befürchten, die FDP bestehe TATSÄCHLICH auf „liberale“ Politik, würden sie niemals ihre Stimme an die Gelben verleihen. 
Aber eine enteierte Strohmännerpartei FDP bekam gestern 13 % in Cloppenburg, 13,5% in Cloppenburg-West, 14% in Oldenburg-Land, 14,5% in Diepholz, 14% in Ammerland und 12% in Vechta. All das sind die konservativsten, ländlichen Wahlkreise im Südwesten Niedersachsens.

Stünde die FDP mit festen Überzeugungen, einem starken Team und unumfallbaren Kandidaten zur Wahl, hätte sie niemals diese Traumergebnisse erzielt, während Demoskopen die Bundespartei bei zwei oder drei Prozent verorten.

Ich finde die Wahlanalyse diesmal ziemlich leicht und einleuchtend.

Kleiner Spaß am Rande:
Heute habe ich die Rechnung für meine Lieblingszeitung, das „Hamburger Abendblatt“-Abo bezahlt. Die 400 Euro sind auch genial angelegt.

Aus dem Springer-Haus bekommt man auch immer wieder Abstruses zu lesen.
Dort schreibt heute Lars Haider im Leitartikel folgendes über die FDP in Niedersachsen:
Sonntag war der Tag des Philipp Rösler. Wenn die FDP die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft hätte, wäre er mit Sicherheit und so schnell wie möglich abgesetzt worden. Und nun? Mit einem Ergebnis, das gemessen an der Verfasstheit der Partei mit gutem Recht als Sensation bezeichnet werden kann? Es ist nicht davon auszugehen, dass die Liberalen nun Abbitte bei dem seit Wochen geschmähten Vorsitzenden leisten werden. Aber vielleicht sind sie wenigstens so schlau zu erkennen, dass man gerade als kleine Partei dann besonders stark ist, wenn man zusammenhält.
 Was für ein Bullshit! Die FDP hat so stark abgeschnitten, weil sie gerade nicht zusammengehalten hat.
ZUSAMMENHALT kann man es nun wirklich nennen, wenn unmittelbar vor einer Wahl im Landesverband des Vorsitzenden der Bundesfraktionsvorsitzende, der Ex-Generalsekretär und ein Bundesminister offen fordern der Vorsitzende müsse dringend abgesetzt werden!

Eine Seite weiter lese ich unter der Überschrift „Alles nur Gewinner in Berlin:“
"Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge", sagte [Hamburgs CDU-Chef Marcus] Weinberg dem Hamburger Abendblatt. Der Stimmenverlust der CDU in Niedersachsen sei enttäuschend. Aber diese Stimmen seien im bürgerlichen Lager geblieben. "Für die FDP ist das ein aufbauendes Ergebnis", sagte Weinberg. Er wünsche sich dennoch von den Liberalen, dass sie sich auf Bundesebene bei Themen wie Lohnuntergrenze stärker auf die CDU zubewegen. Das würde die schwarz-gelbe Koalition in Berlin bis zur Bundestagswahl in acht Monaten noch weiter stärken.
(Christian Unger 21.01.13)
Geht es noch, Herr Weinberg?
Die Stimmen sind im bürgerlichen Lager geblieben?
SPD und Grüne haben zusammen volle acht Prozentpunkte gewonnen, CDU und FDP haben zusammen 4,8 Prozentpunkte verloren. 

Auch ein Abendblattredakteur könnte Unsinn als solchen benennen - auch wenn ihre geliebten CDU’ler sprechen.

Sonntag, 20. Januar 2013

Stunde der Taktiker.


Als ob es die letzten drei Jahre gar nicht gegeben hätte.
Der schlechteste Parteichef aller Zeiten, der unfähigste Vizekanzler aller Zeiten und der Vorsitzende der käuflichsten Lobbygruppe der Geschichte der Bundesrepublik steht heute Abend als großer Sieger mit einem Zehn-Prozent-Ergebnis da.
Der Mann, dessen politisches Aus 99,9% aller Politanalysten für absolut sicher hielten, würde im Kreis grinsen, wenn er keine Ohren hätte.
Fipsi ist glücklich, die FDP jubelt, eine weitere Legislaturperiode schwarzgelbe Merkel ist deutlich wahrscheinlicher geworden.

Und dabei schien über zwei Jahre ein rotgrüner Durchmarsch in Niedersachsen so sicher, daß man sich keine großen Sorgen um die Bundestagswahl im Herbst 2013 machen mußte. Das Ergebnis von Hannover würde einen solchen Boost geben und die Bundesrat so massiv verändern, daß bestimmt ein Sozi ins Kanzleramt einzöge.
Und nun das!
Patt.
Bisher.

Wie konnte DAS geschehen?
Dafür gab es natürlich ein Bündel von Ursachen.

Die Journaille rottet sich zusammen, um in weitgehender Eintracht die SPD und Steinbrück runter zumachen.
Es handelt sich um eine kollektive Kampagne, aus der so gut wie niemand ausscheren mag. 
Fast alle Zeitungen sprechen fälschlicherweise davon Steinbrück hätte „eine Kampagne für ein höheres Kanzlergehalt losgetreten“.
Das ist glatt gelogen. Die konservative FAS hatte ihm diese Fangfrage gestellt und statt wie die Merkels und McAllisters dieser Welt verschwurbelte, nichtssagende Sprechblasen abzulassen und dem Wähler Honig um den Bart zu schmieren, tat Steinbrück das Ungeheuerliche. 
Er antwortete ehrlich und sprach eine simple Wahrheit aus.
P.S.: Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin. Abgeordnete des Bundestags arbeiten fast sieben Tage die Woche, durchschnittlich zwölf bis 13 Stunden. Sie sind gemessen an ihrer Leistung nicht überbezahlt. Manche Debatte, die unsere Tugendwächter führen, ist grotesk und schadet dem politischen Engagement.

F.A.S. Verdient die Kanzlerin zu wenig?

P.S.: Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig - gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt.

F.A.S. Ist es nicht so, dass in der Wirtschaft zu viel und nicht in der Politik zu wenig verdient wird?

P.S.: In der Wirtschaft werden Managergehälter in der Regel privatrechtlich ausgehandelt. Da hat die Politik nichts zu suchen. Die Politik kann höchstens Sorge dafür tragen, dass durch Steuern einiges abgeschöpft wird von den exorbitanten Gehältern, die teilweise gezahlt werden, oder diese nicht als Betriebsausgaben voll absetzbar sind.
Aber Klartext ist unerwünscht.
Der Urnenpöbel will wie ein Dreijähriger behandelt werden, mit weichem Brei gefüttert werden und keinesfalls mit unangenehmen Wahrheiten konfrontiert werden.
So gut wie alle Politiker huldigen dieser „bleibe-im-Ungefähren-und-versprich-was-der-Wähler-hören-will“-Regel.
Der grüne Spitzenkandidat in Niedersachsen springt gleich auf den Zug und biedert sich ebenfalls an, macht das verlogene Spiel mit.
[Der Grüne Stefan] Wenzel stellte die Integrität Steinbrücks infrage. „Offenbar hat Peer Steinbrück die Bedeutung des Wortes Minister missverstanden. Es kommt von dienen, nicht von verdienen“, sagte er der F.A.S. Abgeordnete sollten Vorträge kostenlos halten oder ihr Honorar spenden, „anstatt damit ein Geschäftsmodell aufzubauen wie Herr Steinbrück“.
Liz Mohn und Friede Springer haben die Daumen gesenkt.
Lange Zeit war es sein Markenzeichen und ein Garant für gute Umfragewerte: Peer Steinbrück ist einer der wenigen Politiker, der sagt, was er denkt. "Klare Kante" nennt man diese Eigenschaft, und man findet sie selten bei deutschen Politikern, die sich nur allzu gerne diplomatisch äußern und im Ungefähren bleiben.

Peer Steinbrück ist da anders - doch seit er Kanzlerkandidat ist, muss er feststellen, dass zu viel Ehrlichkeit auch nach hinten losgehen kann. Die Debatte über das Kanzlergehalt - eigentlich hat Steinbrück nur das gesagt, was seit Jahren viele Politiker sagen: In der freien Wirtschaft wird man besser bezahlt als in der Politik. Doch als Kanzlerkandidat, der gerade eine Diskussion über Nebenverdienste hinter sich hat, hätte man auf diese Äußerungen eigentlich verzichten müssen. Nicht so Steinbrück: Ehrlichkeit geht vor Diplomatie.
Somit blies der Niedersächsischen Opposition kräftiger Gegenwind ins Gesicht.

CDU und FDP im zweitgrößten Flächenland der Bundesrepublik haben sich taktisch sehr klug verhalten.
McAllister zog dauergrinsend durchs Land und imitierte die Mikado-Politik seiner adorierten Parteivorsitzenden. 
Bloß nicht festlegen, niemanden verärgern, keine Initiativen zeigen, nicht politisch handeln, keine Pflöcke einschlagen.
Dieses Verhaltensmuster ist das Grundübel der deutschen Politik. 
Damit haben wir mittlerweile ganz Europa in die Krise geritten: Nichthandeln. Die Märkte und Banker machen lassen, keine Grenzen aufzeigen, keine Führung.
Aber genau in dieser falschen Sicherheit will der Urnenpöbel leben.
Die FDP hat sogar noch ungenierter ihre Polit-Beliebigkeit inszeniert.
Sie inszenierte sich als völlig rückgratlose Stimmen-Hülle, die man bequem nutzen kann, um über „liberale“ Strohmänner im Landtag konservative Politik abzusegnen.
Die FDP hat ihren Erfolg in Hannover nicht Philipp Rösler zu verdanken; sie verdankt ihn Angela Merkel und der Tatsache, dass viele Wähler die CDU in Niedersachsen an der Regierung halten wollten. Zu diesem Zweck haben Wähler, die sonst Schwarz gewählt hätten, Gelb gewählt. Das macht die Stimmen nicht suspekt, das gehört zur Demokratie.

Wenn aber die FDP diejenigen, die für den Erfolg in Niedersachsen verantwortlich sind, an ihrer Spitze haben will, dann darf sie nicht Rösler, Brüderle oder Lindner benennen, dann muss sie Merkel zur FDP-Chefin und McAllister zum Vizechef machen; die haben die Liberalen in den Landtag von Hannover getragen.
Natürlich haben fast nur CDU-Stammwähler mit der Zweitstimme für die FDP gestimmt. 
Liberale Inhalte sind ihnen nicht nur egal, sie können sogar drauf vertrauen, daß FDP-Forderungen wie „steuerliche Gleichstellung der Homo-Ehe“ ohnehin nicht durchgesetzt werden, daß die FDP im Parlament tumb mit der CDU gegen Homorechte stimmt.
Die Taktik FDP zu wählen, scheint für CDU’ler zu funktionieren. 

Offensichtlich sind sie in der Lage nicht nur stumpf ihre CDU anzukreuzen, sondern auch 30 Sekunden darüber nachzudenken, wie man am besten einen CDU-Ministerpräsidenten ins Amt bekommt.
 
Das ist eine intellektuelle Leistung, die ungefähr der Denkfähigkeit eines Schimpansen entspricht.
Aber das soll man nicht geringschätzen. 
Denn mit dem Stimmensplitting haben sich diese CDU-via-FDP-Wähler immerhin noch erheblich klüger als die 2,0% Piratenwähler und die 3,4%-Linken-Wähler verhalten.
Man kann wohl unterstellen, daß diese insgesamt gut 5% auch keinesfalls McAllister im Amt behalten wollten, aber sie sind offenbar alle zu dumm, um zu erkennen, daß sie mit ihrem Wahlverhalten die fünfte Kolonne der Konservativen bilden! Danke Linke und Piraten für die FDP-CDU-Stütze.
Wir haben ein PATT!
Wenn nur ein paar Tausend Linke oder Piraten mehr das Wahlsystem begriffen hätten und mit zusammengebissenen Zähnen für Grüne oder SPD gestimmt hätten, wäre Schwarzgelb am Ende.
Aber diese Bis-zur-Nasenspitze-Denker sind die treuen Erfüllungsgehilfen von schwarzgelber Klientelpolitik.
Ein paar IQ-befreite Piraten und Linke in Niedersachsen haben der gesamten Bundesrepublik nun einen starken Spin in Richtung mehr Waffenexporte, weniger Bürgerrechte, Industriehörigkeit und Umverteilung von unten nach oben gegeben.

Was hat Frau Merkel nur für ein Glück, daß sie sich auf das kurzsichtige Sektierertum auf der linken politischen Seite verlassen kann.

Aber das ist eben unsere Demokratie. Die Herrschaft des unterbelichteten Urnenpöbels.



Es werden offensichtlich noch viele Jahre mit dieser unterirdisch debakulierenden Bundesregierung folgen. Die Schavans, Schröders, Röslers, Niebels, Westerwelles, Wulffs und Guttenbergs haben nicht ausgereicht, um dem deutschen Michel verständlich zu machen, daß diese Politik nicht richtig ist.

Samstag, 19. Januar 2013

Der Christ des Tages - Teil LXXII


Von Christlichen Politikern (lügen, Dr.-Arbeiten plagiieren), Christlichen Sängern (Pornosucht-Beichte) oder Christlichen Sportlern ist man allerhand Sünden gewöhnt.
Aber die Top-Schmutzeleien (frei nach dem Bayerischen Voll-Horst) findet man eher bei professionellen Christen. Den Geistlichen.
Gigantische Kinderpornographie-Sammlungen, systematischer Austausch von Missbrauchsopfern, weltweites Beschützen von Pädophilen und Drangsalieren der Opfer, Mafia-Geschäfte, Kungeleien mit Faschisten und Folterregimen.
 "Tutti perversi?" - "Alle pervers?" konstatierten Italienische Medien, als im Jahr 2010 mal wieder ein Vatikanischer Callboyring aufflog, der den Pfaffen systematisch männliche Prostituierte zuführte.
 
Ein „interessanter“ Priester ist auch der Monsignore Kevin Wallin, ehemaliger katholischer Priester der St. Augustine's Cathedral in Bridgeport in Connecticut, den ich aufgrund seiner Drogen- und Sex-Aktivitäten zum Christen des Tages Nr. 72 ernenne.

Wallin, 61 Jahre, war über zehn Jahre hochgeachteter Pfarrer in Bridgeport. 
Vor anderthalb Jahren wurde er entlassen, nachdem seine, nun ja, etwas unprüden Sexualpraktiken publik wurden. 
Im Pfarrhaus lagerte er eine große Sexspielzeugsammlung und wurde in flagranti erwischt, als er als Transe verkleidet mit einer anderen Transe kopulierte.
Msgr. Kevin resigned as pastor of St. Augustine's two years ago due to "health and personal problems." "Health and personal problems" is just Catholic priest talk for "getting caught with legal dick up your ass, " because the CTPost says that he was forced to resign after the church found out that he was fucking "odd-looking" cross dressers in the rectory while wearing women's clothes. (More like fucking in the rectumory.) Church officials also found sex toys in Msgr. Kevin's room. They suspended him and continued to pay him a stipend.
(Dlisted 19.01.13) 
Natürlich wurden die wahren Hintergründe der Kündigung verschleiert - es handelt sich ja schließlich um die katholische Kirche.
Transensexpartys im Pfarrhaus werden offiziell folgendermaßen beschrieben:
"We approached him and he admitted he was struggling a bit and shortly after that he resigned (July 2011) and the bishop granted him a sabbatical," [diocese Spokesman Brian] Wallace said. […] While pastor of St. Augustine's, sources said he often disappeared for days at a time; and rectory personnel became concerned and notified diocese officials when Wallin, sometimes dressed as a woman, would entertain odd-looking men, some who were also dressed in women's clothing and engaging in sex acts.

In addition, diocese officials found bizarre sex toys in Wallin's residence, the sources said.
Daß Wallin weiterhin finanziell abgesichert war, verdankte er auch einer besonderen Freundschaft. Kein Geringerer als der Top-Kleriker und New-Yorker Pädophilenschützer Edward Kardinal Egan, 80, hielt als Mentor seine Hand über dem Christen des Tages Nr. LXXII. 
Als früherer Bischof von Bridgeport kennt Egan ihn gut. Wallin konnte sich also auf eine ganz große Nummer der RKK verlassen.
2000 wurde er vom Kardinal-Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Carlo Furno, zum Großprior der Statthalterei USA Eastern des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem mit Sitz in New York ernannt. Dem Kardinalskollegium gehört Edward Michael Egan seit dem 21. Februar 2001 als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Giovanni e Paolo an. Im Oktober 2001 versah er die Aufgabe des Generalbevollmächtigten für die 10. Ordentliche Versammlung der Bischofssynode.

Er ist Mitglied im Päpstlichen Rat für die Familie.
(Wiki) 
Daß Wallin statt kleiner Jungs ausgewachsene Transen bumste, ist natürlich für Priester schon eher ungewöhnlich. 
Aber verhaftet wurde er vorgestern, weil er nebenbei auch noch einen Christal-Meth und Amphetamin-Drogenring leitete. 
Die chemischen Drogen bezog er aus Californien und versorgte damit ganz Connecticut, so daß er wöchentlich mindestens 9.000 Dollar Reingewinn machte.
Die Drogengelder wusch "Msgr. Meth" in seinem eigenen Sex-Shop.
In his post-priesthood, Wallin, 61, bought an adult specialty and video store in North Haven called Land of Oz that sells sex toys and X-rated DVDs. Investigators believe the shop helped him launder thousands of dollars in weekly profits.

Wallin's arrest sent shock waves through the Bridgeport and Danbury communities where he was known as a charismatic speaker who was involved in many charitable activities, and who enjoyed Broadway musicals and show tunes. He often attended musicals with his mentor, former N.Y. Cardinal Edward Egan and parishioners.


Es ist allerdings wieder einmal fraglich, ob die RKK sich einen Gefallen damit tut Wallin nicht weiterhin als Priester zu beschäftigen.
In Zeiten des massenhaften Kirchenaustritts, könnte er die RKK für neue Käuferschichten attraktiv machen.
So to recap: Msgr. Kevin is a meth-addicted, drug-dealing former Catholic priest who hollered out show tunes while getting butt banged by a cross dresser in the rectory. Walter White seriously has nothing on this bitch! If priests told stories like this during mass, I'd be in church every single night. Hell, I'd be in church right now. These are the kind of stories I want to hear.

When the CTPost asked one of St. Augustine's parishioners for a quote, she said, "There is an evil invading our world and it has come to our church."

Well, somebody's jealous that Msgr. Kevin looks sexier than she does in a pink négligée.
(Dlisted 19.01.13)