Vor vier Jahren hätte niemand auf der Welt sich vorstellen
können, daß ein US-Präsident es überlebt nicht nur unablässig zu lügen, sondern
sich dabei erstens auch kontinuierlich selbst zu widersprechen und dabei
zweitens deutliche Anzeichen von Senilität zeigt, indem er dauernd Worte
grotesk verballhornt.
Eine drastische Lüge, drei drastische Lügen – das fällt auf.
Aber was soll schon noch bemerkenswert sein, wenn einer
bereits nachgewiesenermaßen über 20.000 mal in knapp vier Jahren gelogen hat?
[…..] In
what may be a new record for President Donald Trump, he made four false claims
in one sentence of a tweet on Saturday.
The sentence was about
Hillary Clinton, Trump's 2016 election opponent, and Andrew McCabe, the former
deputy director and acting director of the FBI. […..]
So einen Preis gibt es gar nicht; er denkt sich diesen Unsinn
spontan aus.
[…..] Dabei spielt Trump in die Karten, dass die „Latinos“ traditionell als
den Republikanern gewogen gelten. So sehr gewogen, dass Trump jetzt seinen
„Schweinebucht-Preis“ in die Arena des öffentlichen Diskurses wirft, um
nachzuweisen, wie sehr ihn die Hispanics lieben. Diesen hätten ihm, so Trump,
die „Miami Cubans“ als Auszeichnung für all die großen Taten verliehen, die er
der „großartigen kubanischen Bevölkerung“ der USA hat angedeihen lassen.
Eine schöne Auszeichnung, ein Nachweis der Unterstützung aus Reihen der
in Florida für einen Wahlsieg kaum verzichtbaren Wählergruppe der Hispanics.
Nur ein verschwindend kleines Detail lässt Donald Trump dabei unerwähnt: Es
gibt gar keinen „Schweinebucht-Preis“. Die Auszeichnung ist frei erfunden.
Ärgerlich für Trump, dass die Internetgemeinde solche unbedeutenden Details in
unseren modernen Zeiten relativ schnell ergänzt. [….]
Die Kollegen empfinden inzwischen echte Bewunderung für die
Moderatoren der FOX-Sendungen, die Trump live anruft und dann mitunter 20 oder
25 Minuten am Stück mit einem endlosen Schwall idiotische Sinnlosigkeiten
eindeckt, während sie unverwandt in die Kamera starren müssen,
ohne sich anmerken zu lassen was sie offensichtlich denken: ‚Jetzt hat er
völlig den Verstand verloren‘.
Brian Kilmeade trying to keep up
with the ramblings of Trump
Wir alle; also Trump-Anhänger und Menschen
mit einem IQ über Zimmertemperatur,
haben inzwischen gelernt bis zu einem gewissen Grad zu ignorieren, was der
bornierte Soziopath aus dem Oval Office für Unsinn faselt.
Man schaltet auf Durchzug, denkt an etwas
anderes, wenn man ihn reden hört und überfliegt die Gaga-Tweets.
Es ist wie bei der Pflege einer Person, die
man schon früher nicht mochte und die nun an Demenz im Endstadium leidet.
Man lässt sie plappern, tut das Nötige (wie
Windeln wechseln), nimmt aber nichts mehr ernst, was der Patient von sich gibt.
Das ist aber ein gefährlicher Effekt, da
der Mann einer der Mächtigsten auf diesem Planeten ist und zudem allein über
den Atomkoffer verfügt.
Zudem sind weite Teile der Bevölkerung von
sozialen Medien und dunklen Propaganda-Maschinen wie FOX derartig in die
Verblödung gesendet, daß sie Donald Trump durchaus ernst nehmen.
Es ist also wichtig aufmerksam zu bleiben,
auch wenn man nicht zufällig wie FOX-Moderator Brian Kilmeade dazu gezwungen
ist, weil man live auf Sendung dabei beobachtet wird wie man IQ45 folgt.
Meistens höre ich Trump im Original, indem
ich seine Auftritte in amerikanischen Newssendungen oder ausschnittsweise in
Videos der sozialen Medien verfolge. Es ist das typische Trump-Paket mit dieser
abstrusen vornübergebeugten Körperhaltung, der grotesken organgen Schminke mit
den weißen Augenringen und dem aufgeplusterten toten Frettchen auf dem Kopf.
Dadurch bin auch ich zu einem gewissen Grad
abgestumpft.
Ich stelle aber fest, daß bei einer Abwandlung
der Routine der Fokus wieder stärker auf den Inhalt gelegt wird.
Das passiert, wenn man Trumps wirre
Interviews oder Briefings als Transkript nachliest.
Die Webseite des Weißen Hauses veröffentlicht alles, das er
öffentlich rausblubbert noch einmal als Text.
Erst wenn man es schwarz auf weiß ohne die
optische Ablenkung seiner Clown-Gestalt vor sich hat, erfasst man das volle
Ausmaß des Unsinns.
[…..] we’ve had tremendous
support, as you know and you can see from, probably, everything, including
polls.I don’t give a lot of
significance to polls, even though we’ve been getting very good polls.We just got a very good one from Rasmussen,
as you probably saw.And we certainly got
a very good one from within the Republican Party: 95 to 96 percent.
[…..] When trees fall down, after
a short period of time — about 18 months — they become very dry.They become, really, like a matchstick.And they get up — you know, there’s no more
water pouring through, and they become very, very — well, they just
explode.They can explode.
Also, leaves — when
you have years of leaves — dried leaves — on the ground, it just sets it
up.It’s really a fuel for a fire.So they have to do something about it.
They also have to
do cuts.I mean, people don’t like to do
cuts, but they have to do cuts in between.So if you do have a fire and it gets away, you’ll have a 50-yard cut in
between so it won’t be able to catch to the other side.They don’t do that.
If you go to other
countries — you go to Austria, you go to Finland, you go to many different
countries, and they don’t have — I was talking to a head of a major country,
and he said, “We’re a forest nation.We
consider ourself a forest nation.”This
was in Europe.I said, “That’s a
beautiful term.”He said, “We have trees
that are far more explosive…” — he meant “explosive” in terms of fire — “…but
we have trees that are more explosive they have in California, and we don’t
have any problem because we manage our forests.”[…..] So we talk about forest
management.And I’ve been talking about
it for a long time — that they have to do that.You go to other countries, and they don’t have this problem, and they
have more explosive trees — meaning they catch fire much easier.So we have to talk about that, in addition to
other things. […..] You know, if you
look at other countries — you go to other countries in Europe — Austria and
Finland and numerous countries — and I talk to the heads.They’re — they’re forest nations.They’re in forests.And they don’t have problems like this.And they have very explosive trees, but they
don’t have problems like this. […..] So,
you know, we’ll be talking about that.It’s very important.The
management is very important.That’s why
you always have them here.When you
think of it, you see it in Europe, it doesn’t happen to — they manage — well,
it doesn’t happen much.I’ll have to be
exact with you people.You understand
that. […..] But if you did manage
your forest, and if you removed all of that really dry and just — it’s like —
“explosive” is the only word.You drop a
cigarette on it, you come back a half hour later, and you have a forest fire.If you don’t have that sitting there, nothing
is going to burn.Because the last thing
to go are the bases of the trees because they’re soaking wet from the tree
soaking up the water.So they have to be
able to do that.If they do that,
they’re going to have a much different situation. […..]
Eine andere gute Methode des Trump-Gewöhnungseffekt zu
umschiffen ist es bewußt die deutsche Übersetzung zu lesen.
Das ist ebenfalls eine so unübliche Darreichungsform, daß
der Schwachsinn umso klarer wird.
Seine Behauptungen, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel,
Bäume explodierten und viele Europäer lebten in Wald-Städten, die aber anders
als im demokratisch regierten Kalifornien stets gut geharkt wären, daß sie
niemals brennen würden, klingen bei FOX AND FRIENDS wie der übliche Irrsinn.
Trump says people in countries like Austria
"live in the forest" and have "forest
cities." He says in these areas they "have more explosive trees"
than California, but don't have the same kind of fire problems. He says
this is because they "thin the fuel." pic.twitter.com/v1Zc4UaHXo
Erst in Deutsch und niedergeschrieben wird
klar wie verrückt der Mann ist und wie es um ein Volk stehen muss, wenn eine
Hälfte davon so etwas glaubt.
[…..] Trump: "Österreicher leben im Wald"
US-Präsident nennt Management des Waldbodens in Österreich als
Positivbeispiel. In Europa könne man, anders als in Kalifornien, Brände nämlich
verhindern. Donald Trump hat sich am Dienstag lobend über Österreich geäußert,
dabei genaues geografisches Wissen aber vermissen lassen. Der US-Präsident sprach
auf Fox News über die Waldbrände in Kalifornien und warf der dortigen
demokratischen Regierung einmal mehr vor, das Management des Bodens außer Acht
zu lassen. In Europa komme es viel seltener zu Waldbränden, sagte er, weil man
dort mit dem dichten Grün umgehen könne. Als Beispiel nannte er auch
Österreich. Man sollte sich etwa "Staaten wie Österreich ansehen, dort
leben sie im Wald. Sie haben dort quasi Waldstädte", sagte er.
Trump hatte schon vorher aufhorchen lassen, als er in einem
Gespräch mit dem demokratischen Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, den
Klimawandel als Grund für die dramatischen Waldbrände im Westen des USA in
Abrede stellte. Trump sagte, Wissenschafter, die von einer begünstigenden
Wirkung des erhitzten Klimas für Feuersbrünste sprächen, würden wenig von der
Sache verstehen. Er "glaube nicht, dass die Wissenschaft weiß", was
wirklich passiere, sagte er.[…..]
Die Festplatte meines Notebooks speichert inzwischen so
viele eindrucksvolle Anti-Trump-Memes, daß ich vollständig den Überblick
verloren habe.
Der Mann, das muss man ihm wirklich lassen, liefert den
Satirikern überall auf der Welt rund um die Uhr Steilvorlagen.
Zu den wenigen Trump-Gags, die mir thematisch überhaupt
nicht gefallen gehören diejenigen, die Biden als guten gläubigen Katholiken und
fleißigen Kirchgänger darstellen – im Gegensatz zum ungläubigen Trump.
In die gleiche Richtung schießen die Memes, die dazu
auffordern sich zwischen Jesus und Trump zu entscheiden – man könne nicht
beiden folgen.
Sicher, damit werden die Heuchelei der Evangelikalen und die
Unehrlichkeit Trumps entlarvt. Aber andererseits wird damit wieder einmal
fälschlich das Christentum als Maßstab für das Gute dargestellt.
Nichts könnte falscher sein. Es ist schließlich die
Jesus-Religion, die Sklaverei, Antisemitismus, Brutalität und
Frauenunterdrückung fordert.
Noch heute zeigen sich in den USA die Wunden des
Sezessionskrieges und des Rassismus in Form von Konföderierten-Flaggen der
Sklavenhalter – das waren die frommen Christen.
Alle humanistischen Fortschritte, all das was wir heute in
der UNO-Menschenrechtscharta finden musste über Jahrhunderte gegen den
erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden.
Auch im 3. Jahrtausend ist es an erster Stelle der Vatikan,
der sich gegen Menschenrechte sperrt, indem er Frauenrechte verweigert und
LGBTIQs diskriminiert, auch im 21. Jahrhundert sind es in den westlichen
Ländern die Evangelikalen, die vehement gegen Homoehe, gegen
Entscheidungsfreiheit von Frauen und für Todesstrafe/Folter/Kinder prügeln
streiten.
Es liegt in der Natur der christlichen „Wir sind besser als
die“-Ideologie die anderen/Nichtgläubigen/Andersgläubigen schlechter zu
stellen.
[……] An unser Mitgefühl appellieren Politiker und Religionsführer seit
Alters her. Doch Schmidt-Salomon sieht auch die Schattenseiten: Empathie birgt
Risiken. Sie erhöht das Gefühl der Zusammengehörigkeit innerhalb von Gruppen.
Zugleich verstärkt sie so die Abgrenzung gegenüber allen Außenstehenden.
"Gerade das besondere Mitgefühl gegenüber den Mitgliedern der eigenen
Gruppe hat immer wieder zu grausamer Gewalt gegenüber Mitgliedern anderer
Gruppen geführt", stellt Schmidt-Salomon fest. Es ist demzufolge auch
nicht verwunderlich, dass in der Geschichte zum Beispiel die religiös begründete
"Nächstenliebe" und tödlicher "Fernstenhass" immer wieder
gemeinsam auftraten.
Aber auch wenn die Religionen bislang daran gescheitert sind - mit den
Erkenntnissen zur Empathie sollte sich dieser "moralische Dualismus"
kulturell beeinflussen lassen. Der "Kreis der Empathie" könne
wachsen, wenn wir lernen, in wirklich allen Menschen Spiegelbilder unserer
selbst zu sehen. So kann sich neben der Nächstenliebe auch die
"Fernstenliebe" entwickeln. […..]
Mit dem ausgeprägte Fernstenhass lässt sich auch der
mitleidslose brutale Umgang der guten Christen Trump, Jarosław Kaczyński, Viktor Orbán und Horst Seehofermit hungernden Frauen, weinenden Kindern und verzweifelten Kranken erklären.
Getreu ihres christlichen Weltbildes gilt ihr Mitleid nur
reichen, weißen, heterosexuellen, gläubigen Menschen aus der Nachbarschaft und
nicht dunkelhaarigen, armen, muslimischen Leuten, die 2.000 km entfernt in
fäkalverseuchten Zelten hausen.
Die Schande von Moria auf Lesbos ist nicht etwa ein Grund
das „C“ im Namen von CDU und CSU zu streichen, sondern es zu unterstreichen. Das ist der
Nukleus des Glaubens: Alles für uns, nichts für die.
[…..] Nicht die Zerstörung, sondern der Bau von
Lagern ist verbrecherisch
„Das Leid der Schutzsuchenden auf Lesbos ist seit Jahren Kalkül. Knapp
eine Woche nach dem Brand in Moria werden die weiterhin überwiegend obdachlosen
Schutzsuchenden durch massive Polizeipräsenz, Tränengas und das Vorenthalten
von Wasser und Nahrung massiv unter Druck gesetzt, damit sie in das neu
entstehende Zeltlager ziehen. Das ist eine Zermürbungsstrategie, um die
Erschöpften dann in dem Lager besser kontrollieren zu können. Es ist
nachvollziehbar, dass einige Schutzsuchende misstrauisch sind und sich weigern,
erneut in ein Lager zu gehen. Sie wollen nicht wieder eingesperrt werden. Es
braucht eine grundsätzliche Neuausrichtung der EU-Flüchtlingspolitik, ein
zweites Moria darf es nicht geben“, kommentiert Ulla Jelpke, innenpolitische
Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, die aktuellen Entwicklungen auf
Lesbos. Jelpke weiter:
„Dass Bundesinnenminister Horst Seehofer die Aufnahme von 100 bis 150
unbegleiteten Kindern ein ‚Beispiel praktizierter Nächstenliebe‘ nennt, ist
einfach nur lächerlich. Unter Verweis auf eine angeblich notwendige europäische
Lösung werden die Menschenrechte von Schutzsuchenden an den EU-Außengrenzen
seit Jahren mit Füßen getreten. Die Bundesregierung muss ihre Blockade endlich
aufgeben und aufnahmebereiten Bundesländern und Kommunen erlauben,
Schutzsuchende von den griechischen Inseln aufzunehmen. Das Feuer von Moria als
eine Taktik der Lagerbewohner zu bezeichnen, die nicht durch das Gewähren von
Menschenrechten belohnt werden dürfe, ist an Menschenverachtung kaum zu überbieten.
Selbst wenn es einige der ehemaligen Bewohner waren, die das Feuer gelegt haben
– das Aufbegehren gegen menschenverachtende Umstände ist absolut verständlich
und legitim. Und das Gerede von der ausschließlichen Aufnahme unbegleiteter
minderjähriger Schutzsuchender hängt mir zum Halse raus. Haben Minderjährige
mit ihren Eltern oder Erwachsene, Männer wie Frauen, etwa kein Recht auf
Menschenwürde?“ […..]
Ulla Jelpke tut gut daran sich an Brecht und nicht dem Christentum
zu orientieren.
Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine
Bank gegen die Gründung einer Bank? Was ist die Ermordung eines Mannes gegen
die Anstellung eines Mannes?
(Brecht, Die Dreigroschenoper,
1928)
Die Bundesregierung und die anderen europäischen Regierungen
verhalten sich nicht so unmenschlich obwohl
sie Christen sind, sondern weil
sie Christen sind.
[….] Von den knapp 13 000 obdachlosen Asylsuchenden sollen 400 unbegleitete
Minderjährige auf EU-Staaten verteilt werden. Der Rest wird mit Feldbetten und
Klopapier abgespeist. Später soll in Moria ein neues Lager entstehen.
Unterdessen irren bedauernswerte Menschen auf Lesbos umher, angefeindet von den
Einheimischen und ohne jede Perspektive. Keine Sonderkonferenz der
EU-Innenminister findet statt, erst recht kein Krisengipfel der Staats- und
Regierungschefs. Stattdessen wird längst daran gearbeitet, Moria als
abschreckendes Beispiel zu restaurieren. Nein, zynischer geht es nicht mehr.
[…..]
Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 benutzte Donald Trump sehr
häufig das Verb „to outsmart“.
Die deutsche Übersetzung lautet „überlisten“ oder „austricksen“.
Trump wetterte gegen die internationalen Verträge, die von
der Obama-Regierung oder deren Vorgängern abgeschlossen wurden.
Insbesondere hackte er auf
-NAFTA (englisch North American Free Trade
Agreement), dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen zwischen Kanada, Mexiko
und der USA von 1994
-dem internationalen Abkommen zum iranischen
Atomprogramm von 2015 und
-der im Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz
(COP21) beschlossenen rechtsverbindlichen weltweiten Klimaschutzvereinbarung
herum.
In allen Fällen wären die doofen US-Präsidenten „outsmarted“
worden.
Die deutsche Bedeutung – Obama wäre überlistet worden – impliziert
ein bißchen Perfidie; die anderen hätten ihn mit böser Absicht betrogen.
In Englisch klingt der Begriff zunächst einmal neutraler und
unterstellt keine üblen Absichten einer Seite. Dadurch war der Vorwurf gegenüber
Obama aber noch brutaler: Er sei nicht so smart wie die anderen. Ein Dummkopf,
mit dem man es machen konnte.
Der Begriff „outsmarted“ passt hervorragend in die gedankliche
Trump-Wahnwelt, da er sich manisch für den Klügsten, Besten und
Intelligentesten hält.
Immer wieder prahlt er mit seinem IQ, seiner Bildung, seinem
überragenden Verständnis für alles. „I am a very stable genius with large a brain!“
Ohne irgendwelche Hemmungen erklärt der militärische und
außenpolitische Laie von diesen Dingen viel mehr als alle seine Generale zu
verstehen.
Auf offener Bühne redet er den Top-Virologen in ihr
Fachgebiet hinein.
Trump liebt das Wort „outsmart“, weil er fest davon überzeugt
ist jeden Verhandlungspartner mit seiner enormen Intelligenz niederringen zu
können.
Möglich ist das nur durch den Dunning-Kruger-Effekt, den man
an IQ45 in seiner extremsten Ausführung beobachten kann. Gerade die Inkompetenten
haben das größte Vertrauen in ihre Fähigkeiten und bemerken ihre Doofheit
nicht.
[…..] In der Studie führten die beiden Psychologen mit ihren Probanden Tests
durch, die Allgemeinwissen, Intelligenz und gesunden Menschenverstand
erforderten. Dabei ging es mitunter um das Verständnis von Humor, um logisches
Argumentieren und um Grammatik. Zudem sollten die Testpersonen einschätzen, wie
gut sie im Verhältnis zu den anderen Probanden abgeschnitten haben. Dabei
stellte sich heraus, dass ausgerechnet diejenigen, die bei den Tests die
schwächsten Leistungen erbracht hatten, sich überdurchschnittlich gut
einschätzten.
Darauf schlussfolgerten Dunning und Kruger,
1.dass weniger kompetente Menschen dazu
neigen, sich selbst zu überschätzen
2.dass sie außerdem die Kompetenz und
Intelligenz anderer verkennen
3.dass sie deshalb das Ausmaß ihrer
Inkompetenz nicht erkennen und nicht die Notwendigkeit sehen, sich
weiterzubilden und damit ihre Kompetenz zu steigern.
Inkompetente Menschen haben demnach Schwierigkeiten, sich alleine aus
dem Teufelskreis ihrer Inkompetenz zu befreien. [….]
Sein Irrglaube andere outsmarten zu können und
Dunning-Kruger kulminierten nun in einer Reihe aus 18 Interviews mit der
amerikanischen Reporter-Legende Bob Woodward, der bereits ein Buch über Trump
veröffentlicht hatte, in dem der Präsident schlecht wegkommt. Es gab schon eine
Reihe von hochbrisanten Enthüllungsbüchern über die Trump-Präsidentschaft. Jedes
einzelne hätte gereicht einen anderen Präsidenten zu stürzen, aber Trump hat Lügen, Betrug und Inkompetenz hoffähig gemacht.
Trump ist geblendet von dem Namen Woodward, liebt es mit
seiner Macht zu prahlen und hält sich
generell immer für die schlaueste Person im Raum.
So verfiel er in die für ihn tragische Idee den Autoren
einwickeln zu können.
[…..] Das neue Buch der Reporterlegende Bob Woodward könnte allerdings
tatsächlich das Zeug haben, Trump den entscheidenden Hieb zu versetzen und
seine Chancen auf eine Wiederwahl am 3. November zu torpedieren. Denn dieses
Buch ist anders.
Die Recherchen Woodwards sind atemberaubend und so brisant, dass sich
der Reporter nun sogar dem Vorwurf ausgesetzt sieht, er hätte sie viel früher
öffentlich machen müssen. Der 77-jährige Journalist hat zwischen Dezember 2019
und Juli 2020 insgesamt 18 Interviews mit dem Präsidenten geführt. In den
Gesprächen macht Trump keinen Hehl daraus, dass er schon früh über die Gefahr
des Coronavirus im Bilde war. "Das ist ein tödliches Zeug", sagte der
Präsident am 7. Februar. "Du atmest die Luft, und so wird es übertragen.
Das ist sehr knifflig, sehr heikel. Es ist auch tödlicher als die Grippe."
[…..]
Tatsächlich erscheint es rätselhaft, warum sich Trump überhaupt zur
Mitarbeit an Woodwards Buch überreden ließ. Dessen erstes Werk
"Furcht" über die Ära Trump war für den Präsidenten alles andere als
schmeichelhaft. Ganz offenkundig hat Trump geglaubt, dass er seine Amtszeit in
ein besseres Licht rücken könne, wenn er mit Woodward persönlich rede. Wie so
viele Narzissten lebt Trump in der Annahme, dass er mit seinem Charisma jeden
um den Finger wickeln kann. […..]
Es ist typisch für Soziopathen, daß sie kaum Loyalität und
persönliche Bindungen fühlen.
Daher mögen Trump und Seehofer so gut wie niemand und sind
bereit jeden mit einem Schulterzucken zu opfern.
Horst Seehofer, Donald Trump und Adolf Hitler haben zwar
Bewunderer, sind aber in ihrem Job ausgesprochen faul.
Trump kommt erst gegen 11.00 Uhr ins Büro, sieht endlose
Stunden TV und golft jede Woche einige Tage. Hitler langweilte seine Gäste mit
endlosen Filmnächten der ewig gleichen platten Revue-Komödien. Was der
Bundesheimatminister eigentlich den ganzen Tag tut außer mit seiner Eisenbahn zu
spielen, ist nicht bekannt. Jedenfalls arbeitet er nicht.
(…….) Das Psychogramm des
Oberbayern erinnert in der Tat weniger an einen deutschen Politiker, als an
eine neroeske Persönlichkeit aus der Feder eines Stephen King.
In Berlin regiert demnach ein Mensch als einer der großen Drei mit, dessen
innere Antriebskräfte zutiefst von Bosheit und Destruktivität bestimmt sind.
Einem Psychopathen, der sich längst komplett von der Sachpolitik verabschiedet
hat und seine einzige Befriedigung nur noch in Sadismus und Manipulation
findet.
Wie eine finstere Gestalt aus einem Psychokrimi hat er sich seine Politwelt im
heimischen Keller als Miniaturwelt nachgebaut und dirigiert dort kleine
Voodoo-Modelle seiner Politik-Kollegen, als ob er Gott wäre.
Es gibt den Nachbau des Bahnhofs von Bonn, der Stadt, in der Seehofers Karriere
begann. Nach dem Jahr 2004, als er wegen des Streits um die Gesundheitspolitik
sein wichtigstes Amt verlor, baute er einen "Schattenbahnhof", so
nennt er ihn, ein Gleis, das hinab ins Dunkel führt. Seit neuestem hat auch Angela Merkel einen Platz in Seehofers Keller. Er hat
lange überlegt, wohin er die Kanzlerin stellen soll. Vor ein paar Monaten dann
schnitt er ihr Porträtfoto aus und kopierte es klein, dann klebte er es auf
eine Plastikfigur und setzte sie in eine Diesellok. Seither dreht auch die
Kanzlerin auf Seehofers Eisenbahn ihre Runden.
(Spiegel 16.08.10)
Seehofer Wahn trug schon vor
Jahren gar seltsame Blüten.
Während eines Karriereknicks im Jahr 2004 ging er mit einem selbstgeschriebenen
Kabarettstück auf ein paar kleine Bühnen.
Er selbst spielte Walter Mixa (!!!), der die Beichte eines imaginären Seehofers
anhört.
Sein alter ego Beichtvater Mixa fragt darin den Sünder Seehofer unter anderem, ob
er unkeusche Gedanken habe, wenn er an Angela Merkel denke. Der antwortet:
"Vater, ich habe schon vieles angestellt, aber Wunder kann ich nicht
vollbringen." (……)
Es gibt aber in allen Fällen einige wenige Ausnahmen.
Hitler liebte seine Schäferhündin Blondi, Richard Wagners
Schwiegertochter Winifred Wagner und Albert Speers Entwürfe.
Donald Trump schwärmt für Wladimir Putin, Kim Jong-Un und
seine Tochter Ivanka.
Seehofers Liebe gilt Karl-Theodor von und zu Guttenberg
sowie dem fanatischen Menschenhasser und Antisemiten Viktor Orbán, den er immer
wieder als Ehrengast zu CSU-Parteitagen lud, um jedem zu zeigen was er von Mitmenschlichkeit
und humanitären Werten hält: Nämlich gar nichts!
Seit vielen Jahren lobt er kontinuierlich den ungarischen
Menschenfeind, wenn es darum geht Frauen, Kinder, Hungernde und Krane ins Elend
und in den Tod zu treiben.
[…..] Seehofer hat für Orbán "viel Sympathie" Der ungarische Ministerpräsident Orbán will von der EU Geld für seinen
Grenzzaun - und bekommt dafür Unterstützung von Horst Seehofer. […..]
[…..] Auf ihrer Klausurtagung hat die CSU mit Ungarns Ministerpräsident
Viktor Orbán einen umstrittenen Gast empfangen und ihn gegen Kritik verteidigt.
CSU-Parteichef Horst Seehofer lobte den rechtskonservativen Politiker Orbán zum
Abschluss des zweiten Tages ihrer Klausur im bayerischen Seeon als
erfolgreichen Widerstandskämpfer im Kommunismus sowie als langjährigen Freund,
der als Regierungschef mehrfach wiedergewählt wurde. […..]
[…..]Bundesinnenminister
Seehofer (CSU) nimmt Ungarns Ministerpräsidenten in Schutz. „Ich bin nicht
bereit, Orbán als Demokraten infrage zu stellen“, sagte Seehofer. Die EU hat
wegen der Gefährdung von EU-Grundwerten ein Strafverfahren gegen Ungarn
ausgelöst. […..] Orbán bezeichnet sich selbst als Vertreter einer „illiberalen
Demokratie“, was etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als „Widerspruch
in sich“ kritisiert hat. […..]
Nach der schändlichen Moria-Katastrophe möchten viele
deutsche Ministerpräsidenten und Bürgermeister die brutal gematerten Opfer – es
handelt sich hauptsächlich um Kinder – aufnehmen.
Bundesinnenminister Seehofer sagt kategorisch „Nein“.
[….] Im Streit um die Aufnahme von Migranten aus dem abgebrannten
griechischen Flüchtlingslager Moria greift
Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth Bundesinnenminister Horst Seehofer
scharf an. "Die Ankündigung von Horst Seehofer, nur zwischen 100 und 150
Minderjährige aus Moria in Deutschland aufzunehmen, ist ein Totalversagen des
Innenministers", sagte die Grünen-Politikerin der Augsburger Allgemeinen. Die Zusage entspreche
nur einem Bruchteil der Angebote zur Aufnahme von fast 180 Kommunen und
mehrerer Bundesländer. "Mit seiner Ablehnung macht Seehofer sich
mitverantwortlich an dem unmenschlichen Leid an Europas Haustür",
kritisierte Roth. […..]
Die drei xenophoben herzlosen Christen Jarosław Kaczyński, Viktor
Orbán und Horst Seehofer halten fest zusammen, wenn es darum geht jede
Nächstenliebe zu unterdrücken.
Seehofer-Freund Jorge Bergoglio, der den Bayern immer wieder
zu Privataudienzen empfängt, zeigt damit unmissverständlich wieviel ihm
wirklich an dem Schicksal der europäischen Flüchtlinge liegt.
[….] 1.) Das sagt ausgerechnet der Mann, der
monatelang allen aufnahmewilligen Bundesländern die Aufnahme von Flüchtlingen
untersagt hat. (Es gab feste Zusagen über eine deutlich vierstellige Zahl...) 2.) Mit seinem Verweis auf das "konkrete Beispiel
praktizierter Nächstenliebe" befleckt Seehofer den christlichen Glauben
mehr, als es jede böse Karikatur aus Atheisten-Feder jemals könnte.[….]