Montag, 20. Oktober 2014

Silberstreifchen



Natürlich, die außenpolitischen Megaprobleme überlagen die Innenpolitik.
Wer will noch ernsthaft über den Antiausländermaut-Unsinn sprechen und sich mit dem zweckfreien Seehofer-U-Boot Dobrindt belasten, wenn in Liberia, Syrien, der Ukraine, dem Irak Tausende verrecken?
Wer will sich mit schnöder deutscher Landespolitik befassen, wenn die Großpolitiker Deutschlands auch noch so offensichtlich versagen?
Foto-Uschi hält ihren Job offenbar für ein reines PR-Instrument, um sich selbst ins Kanzleramt zu pushen. Schäuble versucht sich darin die gesamte europäische Wirtschaft abzuwürgen und Steinmeiner ist bemüht und fleißig – ohne jedoch irgendwo Erfolge vorweisen zu können.

Schön ist das alles nicht. Unterdessen setzt sich die kot-farbige AfD mit ihrem rechtsextremen Nachwuchs in der landespolitischen Landschaft fest.
In Berlin befragt die SPD unterdessen ihre Mitglieder wer der neue Wowi werden soll. Die einzige Möglichkeit etwas Neues zu wagen war ein Votum für Raed Saleh, der mit 18,6 Prozent ganz hinten landete. Berliner SPD entscheidet sich gegen einen Neuanfang. Wowereit-Intimus Langweile-Müller bekam fast 60% der Stimmen.
Ach ja.
Mitgliederbefragungen bei der SPD haben noch nie etwas Gutes gebracht, weil sich die vielen Karteileichen meist an dem Hildebrandtschen Motto „Die SPD scheißt in jede Hose, die man ihr hinhält“ orientiert.
Erst wählten sie sich 1993 ausgerechnet Rudolf Scharping zum Vorsitzenden, der im drauf folgenden Jahr – natürlich – die Bundestagswahl verlor.
2013 kam die ¾-Entscheidung der Mitglieder für eine erneute Kanzlerschaft Merkels.

Aber es gab noch die Wahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg.
In Sachsen wurde es schließlich Schwarz-Rot. Damit kann ich angesichts der Ergebnisse leben. Es gab keine ernsthafte Alternative. Martin Dulig scheint ein Guter zu sein. Vielleicht kann er sich ja im Amt etwas profilieren und dann 2019 ein bißchen zulegen.

Sinniges auch in Brandenburg. Die SPD mit Ministerpräsident Dietmar Woidke läßt die Offerten der CDU an sich abprallen und regiert weiter mit den Linken. Recht so.

Schon mal 2:1 für mich. Zwei gute SPD-Landesentscheidungen; eine Schlechte.

Und das Problem-Bundesland Thüringen?

In Thüringen herrscht ein Theologen-Oligopol, das alle Parteien durchzieht und zudem ist die Erfurter SPD für das völlige Fehlen ihrer Hoden bekannt.

Für immer unvergessen der Ausschließeritis-König Christoph Matschie, der sich 2009 als einer der größten Deppen Nachwendeparteipolitik positionierte.

Wenn man mit vollem Anlauf gegen eine Wand prallt, sich nicht nur eine blutige Nase holt, sondern dabei auch noch ein lebensgefährliches Schädel-Hirn-Trauma erleidet, sollte man nach dem Aufwachen auf der Intensivstation einige Schlüsse ziehen.

Man könnte beispielsweise gelernt haben, daß eine gemauerte Wand offensichtlich stabiler als ein menschlicher Kopf ist und fürderhin davon absehen die Widerstandskraft der Hirnschale erneut an einer Wand zu testen.

Matschbirne Matschie ging einen anderen Weg.
Der Möchtegernministerpräsident von Thüringen, dessen hysterischer Ausschließeritis-Wahlkampf dazu führte, daß er bei den Landtagswahlen vor vier Wochen demütigend auf Platz 3 (18.5%) landete - neun Prozentpunkte hinter der LINKEn (27,4%), fand den Schlag vor den Kopf noch nicht heftig genug und wand sich mit der Partei zu koalieren, mit der sich fast alle Punkte des SPD-Wahlprogramms umsetzen lassen.

Matschie gruschelte stattdessen die abgestrafte CDU an, die politisch am weitesten von der SPD entfernt ist, die deutlich vom Wähler abgewählt wurde und die im letzten Jahr durch ein extremes Maß an menschlicher Unanständigkeit auffiel.

Mit notdürftig verbundener Birne raste Matschie erneut gegen die Wand.

Nur zur Sicherheit.
Das Bundestagswahlergebnis in Thüringen gab die entsprechende Quittung:
Die SPD fiel im Vergleich zu dem Landtagswahlergebnis vor vier Wochen erneut zurück und kam nur noch 17,6 % - inzwischen beträgt der Abstand zu LINKEn, die erneut zulegte (auf 28,8%) schon mehr als elf Prozentpunkte.

In seinem Bemühen die Sozialdemokraten total zu marginalisieren und seinem Titel als „dümmster Politiker Deutschlands“ alle Ehre zu machen, verkündete der Erfurter Obersozi nun, vier Tage nach der Bundestagswahl ins CDU-Bett zu hüpfen und einen von Merkels Mannen als Regierungschef zu wählen.
Die CDU Thüringens.
Ausgerechnet.
Ein ganz abscheuliches Beispiel WIE MAN ES NICHT MACHT gab die Thüringische CDU ab, die ohnehin schon im tiefsten Untergeschoss der Amoral hockt und ihren wegen fahrlässiger Tötung verurteilten Ministerpräsidenten Althaus tränenrührig als reuiges Opfer inszeniert.  [….] 

Bei so vielen Schwächen könnte es bizarrerweise so sein, daß diesmal ob der nächsten SPD-Blamage nun doch ein anderer Weg gesucht wird.
Der Weg zu Rot-Rot-Grün ist hauchdünn aber dennoch frei.
Nach dem vorläufigen Endergebnis hätten R2G und Schwarz-Rot beide mit 46 von 91 Sitzen die knappste absolute Mehrheit.

Es bräuchte nun nur noch ein paar SPD-Führungsfiguren mit Rückgrat.
Der Thüringer Kultusminister und stellvertretender Ministerpräsident Matschie ist immer noch Parteichef und hatte bis zuletzt die Hosen zu voll, um eine Koalitionsaussage zu treffen. Diesmal war der Pumuckl der Theologie zwar nicht SPD-Spitzenkandidat, aber auch Frau Taubert schlotterten die Knie.

Auch Spitzenkandidatin und Sozialministerin Heike Taubert wehrt sich gegen Vorfestlegungen auf einen favorisierten Partner. Jenas SPD-Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der sich positiv über eine rot-rote Koalition äußerte, erntete dafür Kritik von Matschie. […] Die SPD ist in dieser Wahlperiode zum zweiten Mal nach 1994 eine Koalition mit der CDU eingegangen. Nach der schweren Wahlniederlage 1999, als die CDU die absolute Mehrheit gewann, entbrannte in der SPD eine heftige Diskussion um das Verhältnis zur damaligen PDS und heutigen Linkspartei, die bis heute nicht gänzlich abgeschlossen ist.

Bei der Thüringer Landtagswahl von 1994 erreichte die SPD 29,6% und ging als Juniorpartner in eine große Koalition.
Bei der nächsten Landtagswahl verlor sie dann 11,1 Prozentpunkte und sackte auf 18,5% ab.

Bei der Thüringer Landtagswahl von 2009 erreichte die SPD 18,5% und ging als Juniorpartner in eine große Koalition.
Bei der nächsten Landtagswahl verlor sie dann 6,1 Prozentpunkte und sackte auf 12,4% ab.

Alle guten Dinge sind drei, mag sich da die Sozentruppe in Erfurt denken.
Vielleicht können wir die SPD mit einer dritten GroKo ja unter die 5%-Hürde drücken.
Zuzutrauen wäre es einem Typen wie Matschie.

Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Knappe sechs Wochen sind nach der Thüringer SPD-Blamage vergangen und tatsächlich scheint sich die SPD aus dem CDU-Bettchen davonzustehlen.
Recht so.

In Thüringen läuft alles auf Rot-Rot-Grün zu. Erstmals in einem Bundesland könnte die Linkspartei das Ministerpräsidentenamt übernehmen. […] Die Linke, Nachfolgepartei der SED, könnte erstmals in einem Bundesland eine rot-rot-grüne Koalition anführen. Bodo Ramelow schickt sich an, Ministerpräsident zu werden - wenn die SPD-Basis und der Landtag tatsächlich mitspielen. Dies wäre eine Zäsur in der deutsch-deutschen Geschichte. Aber: Wer will sich darüber noch aufregen?
[…] Die Integration der Linkspartei in das demokratische System der Bundesrepublik ist eine Erfolgsgeschichte. Um es ausnahmsweise im alten DDR-Jargon zu sagen: Es zeigt sich einmal mehr die Überlegenheit des Systems - des westlichen wohlgemerkt. Statt auszugrenzen und Gegner zu verfolgen, wie es die SED in der DDR tat, ermöglicht die Bundesrepublik Teilhabe, Mitsprache, Demokratie - sogar für ihre einstigen Gegner. So gesehen wäre Ramelows Wahl zum Ministerpräsidenten die endgültige Niederlage der DDR. […]

Die Entscheidung der SPD ist absolut überfällig.
Aus demokratietheoretischen Erwägungen notwendig und ob der bundespolitischen Farbzusammenstellungen taktisch klug.

Das Nachsehen hat Merkels CDU. Noch eine Landesregierung verloren.
So dominant ihre Partei im Bund ist, so sehr schwächelt sie in den Kommunen und in den Ländern.

Der Bundesrat gewinnt an Bedeutung. Angesichts der 80%-Stimmenmehrheit der GroKo im Bund wird er zu einem echten Gegengewicht.
SPD und Union verfügen in der Länderkammer nur noch über 27 von 69 Stimmen und sind damit weit davon entfernt ihre Gesetze einfach durchsetzen zu können.

Recht so.

3:1

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Deppen der Woche – Teil I



Verschiedentlich arbeitete ich mich an der deutschen HUK ab. Gern verwende ich den Vergleich mit einer „kommunistischen Plattform“ in der FDP; das bringt nichts.
Bis heute hat sich an meinem Vorurteil wenig geändert. Ich halte die Jungs und Mädels für naiv, gaga und überflüssig.

Doch, daß sich nicht alle Schwulen outen mögen, halte ich für absolut verständlich, wenn auch bedauerlich.
Das mag für mich eher eine theoretische Frage sein, aber ich kann mir nur sehr schwer vorstellen mich für einen Verein, wie zum Beispiel die Katholische Kirche oder die Fußballbundesliga, zu engagieren, der mich grundsätzlich ablehnt.
Im Falle der RKK werfe ich das auch allen Frauen vor: Wieso engagiert ihr euch ausgerechnet für einen Laden, der euch für so minderwertig hält, daß ihr noch nicht mal niederste Ämter selbst übernehmen dürft?
Wie erbärmlich es ist, wenn die 2000 Jahre lang Unterdrückten bei den ersten Brotkrumen, die sie zugeteilt bekommen, gleich vor Dankbarkeit in Verzückung geraten!

Über viele Jahrhunderte haben katholische Offizielle Schwule, Gottlose, Hexen, Ehebrecherinnen und viele andere mehr gefoltert und umgebracht und nur weil sie das nun seltener tun, ist alles verziehen?

Ebenso gut könnte Kenan Kolat (Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e. V.; TGD) auf Knien zur NPD-Zentrale robben und sich dafür bedanken, daß heute kein von Migranten bewohntes Haus angezündet wurde.

Die Leute von der HUK möchte ich eigentlich zum Psychiater schicken und ihre Schizophrenie behandeln lassen.

Wir, die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (kurz: „HuK”), wollen die volle Teilhabe von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Queeren (LGBTQs) am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. Als Zeuginnen und Zeugen der befreienden Botschaft von Bibel und persönlicher Gotteserfahrung arbeiten wir
-      am Abbau von Vorurteilen gegenüber und Diskriminierung von LGBTQs innerhalb der Kirchen,
-      für die vollständige berufliche Gleichstellung mit heterosexuellen Biomännern und -frauen,
-      gegen die Diskriminierung von HIV-Positiven und an AIDS Erkrankten,
-      an der Schaffung von Räumen, um als LGBTQs Spiritualität zu teilen, und
-       an der Erkennbarkeit von uns als Christinnen und Christen innerhalb der LGBTQ-Gemeinschaft.

Wenn man Teilhabe und Anerkennung möchte, sollte man sich dringend eine andere Ideologie suchen!
In der Bibel, die nur so strotzt von Strafandrohungen, dem Zorn und der Eifersucht Gottes, der Intoleranz und Brutalität ausgerechnet „die befreiende Botschaft“ zu erkennen, zeugt schon von schwerer geistiger Umnachtung.

Homos in aller Welt sind aber nicht von ihren naiven Hoffnungen zu heilen. Wieder einmal blickten sie bang nach Rom. Würden die Profi-Homophoben vielleicht doch ein kleines bißchen weniger homophob werden?

Nein, das wurde selbstverständlich nichts!
Frauen und akzeptierte Homosexualität sind die größten Gefahren für ihr fauenfeindlich-homophiles Männer-Idyll. Frauen wären eine gewaltige Konkurrenz und wenn Schwule akzeptiert wären, verlöre der Klerus sein wichtigstes Disziplinierungsinstrument, sowie ein entscheidendes Rekrutierungsargument.
Wieso sollten die Männer in den prächtigen bunten Kleidern Risiken eingehen?

Die Zwischenberichte letzte Woche hatten die Tradis weltweit in Rage versetzt, als es hieß, Homosexuelle könnten die Kirche mit ihren "Gaben und Eigenschaften" bereichern. Schock schwere Not! Homosexuelle als Bereicherung?
Es war klar, daß Typen wie Müller, der ohnehin zweit- oder drittmächtigste Kleriker der Welt, der soeben noch vom Papst zur Bestätigung zum Kardinal erhoben wurde, niemals offiziell Tunten in Talaren tolerieren würden.

Die Synode sollte klarer herausstellen, dass eine "unauflösliche, glückliche und treue Ehe" das katholische Leitmotiv sei, statt den Blick nur auf "imperfekte familiäre Situationen zu verengen", forderten am Montag etliche "Synodenväter", wie die Konferenzteilnehmer im Kirchenjargon heißen. Und wo denn der Begriff "Sünde" geblieben sei?
Anführer des Protests ist der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Chef der mächtigen Glaubenskongregation. Der Zwischenbericht des ungarischen Kardinals Peter Erdö sei "unwürdig, schändlich, vollkommen falsch", erregte sich der oberste Glaubenshüter der katholischen Kirche. Von den darin in Aussicht gestellten Änderungen der kirchlichen Regeln bezüglich der Wiederheirat von Geschiedenen, der Paare ohne Trauschein oder gar gleichgeschlechtlicher Paare könne gar keine Rede sein. Alle Stimmen, die sich dagegen ausgesprochen hätten, habe Erdö einfach unterschlagen. [….]
Der Zwischenbericht sei für viele Bischöfe nicht akzeptabel, sagt etwa der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki. In den Bericht hätten "Spuren einer gegen die Ehe gerichteten Ideologie Eingang gefunden".  Natürlich könne man auch mal über Sonderfälle sprechen, so der Mann aus Posen. "Aber in erster Linie sollten wir doch die Wahrheit präsentieren!" Und nun gebe es plötzlich eine Debatte, ob etwa homosexuelle Paare Verantwortung für Minderjährige übernehmen könnten - "als ob das etwas Akzeptables wäre". [….]

Tststs, die Homos - "als ob das etwas Akzeptables wäre". Nein, für solche Gestalten verwendet man noch nicht einmal das Wort „Mensch“. Müller weiß, wie man die richtig bezeichnet: "unwürdig, schändlich, vollkommen falsch.“

Für Konfessionslose sind das sehr gute Nachrichten.
Je mehr sich der Papst als Unterstützer solcher Forderungen herauskristallisiert, desto besser wird die Kirchenaustrittswelle in den westlichen Ländern voranschreiten.
Wir dürfen eine Sache nicht vergessen: Diese Synode kann zwar diskutieren, aber letztendlich keine neuen Regeln durchsetzen.
Das könnte allerdings sehr wohl Papst Franz. Aber der tut es nicht.
Er ist derjenige, der weiterhin den Geschiedenen, den Schwulen, den Frauen die ausgetreckten Mittelfinger zeigt.

Aber wer 2000 Jahre Demütigungen gewöhnt ist wird devot und freut sich über jedes Krümelchen.


Einer der schärfsten Kritiker jeder Liberalisierung ist der Amerikaner Raymond Leo Kardinal Burke, nicht zu verwechseln mit Ratzis erzreaktionärem PR-Chef Greg Burke.

Der amerikanische Opus Dei-Journalist Greg Burke, der vorher für den Teebeutler-Sender FOX NEWS (= Fixed Noise) arbeitete, ist seit 2012 in Diensten des Vatikans.

Der Burke-Kardinal wirkt als Präfekt der Apostolischen Signatur und damit gleichzeitig als Präsident des Obersten Gerichtshofs des Vatikanstaates. Zudem ist er Mitglied der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten im Vatikanischen Staatssekretariat, der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und Mitglied der Bischofskongregation.

Warum signalisiere man wiederverheirateten Geschiedenen, sie könnten womöglich demnächst zur Kommunion zugelassen werden, fragte Burke, wenn sich das doch mit der Lehre von der Unauflösbarkeit der Ehe gar nicht vereinbaren ließe? Bei vielen Diskussionen der vergangenen Tage sei ja sogar das, was Jesus selbst gelehrt und angeordnet habe, in Frage gestellt worden. Statt solche "unnützen Diskussionen" zu führen, "über Wahrheiten, die sich nun einmal nicht verändern lassen", möge die Kirche lieber katholischen Familien in aller Welt helfen, "die sich trotz aller Schwierigkeiten nicht von dem lösen wollen, was das Evangelium lehrt".

Die US-Amerikaner vertreten die ganz ultrastrenge Linie.
Müssen sie vermutlich auch; so schnell wie sich die gay marriage in den USA und Südamerika ausbreitet. Da muß man gegenhalten.

A day after signaling a warmer embrace of gays and lesbians and divorced Catholics, conservative cardinals hit back strongly. […]
After Monday’s release of a document with a softer tone on issues such as “welcoming homosexuals,” American Cardinal Raymond Burke and German Cardinal Gerhard Mueller complained the media was getting a biased view of the bishops’ debate.
“It seems to me that information is being manipulated in a way that gives comment to only one theory instead of faithfully reporting the various positions expressed,” Burke said in a full-page interview published in Italian by the conservative daily Il Foglio.
“This worries me very much because a significant number of bishops do not accept the ideas of an opening, but few (people) know that.”
In a separate interview published Oct. 14, Burke told the conservative U.S. outlet Catholic World Report that the bishops “cannot accept” any changes because they are not based in Scripture or Church teaching.
[…] New York Cardinal Timothy Dolan, too, rejected claims the document’s views were an “earthquake” in the Church’s approach.
“It’s not the final word and we’re going to have a lot to say about it,” Dolan said in a radio interview. “And there were some that said we probably in our final statement need to be much more assertive about the timeless teaching of the Church.” […]

Zum Deppen der Woche küre ich hiermit die amerikanische Organisation „New Ways Ministry“, einen katholischer Homosexuellenverband, der HUK-artig um Toleranz für sich selbst bei den Intoleranten winselt.
Francis DeBernardo, executive director of the long established, Maryland-based New Ways Ministry, which advocates for LGBT Catholics and others ist nicht nur so naiv ernsthaft enttäuscht zu sein – was hatte er denn erwartet??? – sondern auch noch so kleinmütig darüber zu frohlocken, daß es überhaupt Stimmen gibt, die LGBTs nicht mehr grundsätzlich verdammen.

 It’s very disappointing that the Synod’s final report did not retain the gracious welcome to lesbian and gay people that the draft of the report included. Instead, the bishops have taken a narrow view of pastoral care by defining it simply as opposition to marriage for same-gender couples. Additionally, their further comment about supposed “international pressure” to accept same-gender marriage selfishly views the hierarchy as the victims, not LGBT people who receive unjust and oppressive treatment by governments, church, families, and society.

Ihr Deppen! Ihr müsst austreten und der RKK Eure Unterstützung entziehen!



Samstag, 18. Oktober 2014

Gerechte Strafe

Es kommt beim Thema „selbstbestimmtes Sterben“ viel zusammen im Moment.
Der absurde Einsatz der Konservativen für ein Verbot von eigenständigen Entscheidungen, die lobenswerte Kampagne „Mein Ende gehört mir“, der spektakuläre Freitod Udo Reiters, der die Aktion vehement unterstützt hatte, sowie einige Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

Uwe-Christian Arnold, Michael Schmidt-Salomon: „Letzte Hilfe. Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben“
Rowohlt, 240 Seiten
ISBN 978-3-498-09617-5

Hans Küng: „Glücklich sterben?“
Piper, 160 Seiten
ISBN: 978-3-492-05673-1

Eine Woche vor seinem Suizid hatte Udo Reiter noch in der Talkshow von Maybrit Illner gesessen und die Theologin Margot Käßmann verstört mit dem Sarkasmus, dem Witz, aber auch der Härte, in der er über Selbstmorde sprach. "Ich sitze seit 48 Jahren im Rollstuhl", hatte er gesagt. "Trotz Rollstuhl habe ich ein schönes selbstbestimmtes Leben geführt. In meinem Alter fragt man sich dann doch, wie soll das weitergehen? Vor allem: Wie soll’s aufhören? Da bin ich für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich eigentlich nicht als Pflegefall enden möchte. Nicht als jemand, der langsam sein Ich verliert, der von anderen dann gewaschen, gebürstet und gewindelt wird, und ich möchte auch nicht als gutmütiger oder bösartiger Idiot vor mich hindämmern, sondern möchte rechtzeitig sagen können: Es ist sehr schön gewesen, es hat mich sehr gefreut, aber jetzt möchte ich gehen." Dabei lugte er über seine Brille, wie er es immer tat, wenn er etwas Spitzes sagte, er war ein Schelm. Er schaute auch so, wenn er Vorträge vor der Katholischen Bischofskonferenz oder vor Bundestagsfraktionen hielt, stets ging es um seine eine zentrale Forderung: Der Mensch solle frei entscheiden dürfen, wann es an der Zeit sei, Schluss zu machen. Er selbst wollte einen "Cocktail einnehmen" können, wenn er das Gefühl habe, seine Vitalität zu verlieren, einen Cocktail, "der gut schmeckt und mich dann sanft einschlafen lässt".


Inhaltlich ist das Thema meiner Ansicht nach wenig kompliziert und absolut ausgelutscht. Dazu ist alles gesagt.
Wir erleben hier nur ein Aufbäumen der um ihren Einfluß fürchtenden Topreligioten dieses Landes.

Dabei werden ihnen alle Teppiche ausgerollt. Insbesondere weil die von den vielen Kirchenvertretern in den Fernsehräten christlich geprägten TV-Redaktionen geradezu manisch diese Theo-Vögel einladen, um auf Kosten der Gebührenzahler für ihren Verein Werbung zu machen.
Morgen hat der fromme Katholik Günther Jauch, der sich schon persönlich für die religiöse Separierung christlicher Kinder in Berlin („Pro Reli“) einsetzte und von der Beichte schwärmt, wieder eine besonders deprimierende Talkrunde zusammengestellt, um über den „Fall Reiter“ zu diskutieren:

Thomas Gottschalk (Zimmertemperatur-IQ, ebenfalls frommer Katholik, der das Frauenpriestertum strikt ablehnt:

Diesem Konstrukt der katholischen Kirche, einer über 2000 Jahre gewachsenen und damit doch sehr konservativen Veranstaltung, ist meiner Meinung nach nicht damit geholfen, dass man sagt: Jetzt lass doch mal die Mädels ran. Ich persönlich habe schon geschluckt, als ich erstmals Ministrantinnen in Turnschuhen gesehen habe.
(TG 21.11.11),

Franz Müntefering (frommer Sterbehilfegegner) und Nikolaus Schneider (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland).

Interessant ist wie die Frommen ihre gewaltige TV-Präsens nutzen.
Bizarra Käßmann, die vermutlich dümmste Bischöfin der Welt, ist  gewissermaßen omnipräsent und bekannter als Merkel, Steffi Graf und Helene Fischer zusammen.
Es dürfte kaum jemand in diesem Lande geben, der Käßmann noch nicht in BILD oder TV plaudern hörte.
Und der Effekt ist eindeutig. Insbesondere, wenn sich die Evangelischen in intime Dinge einmischen, die jedermanns Privatsache sind.
Ihnen laufen sogar doppelt so viele Mitglieder wie der RKK davon.
Da braucht es gar keinen TVE und keinen massenhaften Kindesmissbrauch.

Alle evangelischen Landeskirchen sind im vergangenen Jahr geschrumpft. Das geht aus einer Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) bei den Landeskirchenämtern und der EKD hervor. Die 20 Mitgliedskirchen der EKD hatten zum 31. Dezember 2013 rund 23,04 Millionen Mitglieder. Das sind 315.000 weniger als im Vorjahr, was einen Rückgang um 1,4 Prozent bedeutet. Der Verlust entspricht in etwa der Einwohnerzahl einer Großstadt wie Mannheim. Hauptgrund für das Minus ist die negative Bevölkerungsentwicklung. 2002 gab es in Deutschland noch 26,2 Millionen landeskirchliche Protestanten.
[….] Überdurchschnittlich hohe Verluste verzeichneten die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (-2,1 Prozent), die Lippische Landeskirche (-1,9 Prozent) und die Nordkirche (-1,7 Prozent).


Freitag, 17. Oktober 2014

Verschlimmbesserungen



Das Problem an den Menschen ist, daß sie doof sind.

Man kann sie eigentlich nicht mit sich allein lassen, weil sie so viel Unsinn anstellen. Bis einer heult.
Sie klammern hartnäckig an Traditionen und Regeln, so daß sie oft das offensichtlich Vernünftige vor ihren Augen gar nicht sehen.

Sehr amüsant ist es in den historischen James-Clavell-Romanen nachzulesen, wie die christlichen Missionare und Seefahrer um 1600 auf die Japanischen Sitten stießen. Es krachte ordentlich, weil Adelige und Samurai die Europäer ob ihres grauenvollen Gestanks gerne erst einmal gründlich abschrubben und baden ließen.
Die Christen hingegen wußten, daß Bäder ungesund waren und höchstens einmal im Jahr angewendet werden durften. Die fürchterlichen Japaner badeten hingegen TÄGLICH. Und das auch noch vollkommen sittenlos; nämlich NACKT!
Das müsse man ihnen als erstes austreiben, befand man.
Außerdem behagte den Missionaren die japanische Medizin ganz und gar nicht. Kräuter, Pasten, Waschungen, Hygiene, Anamnesen – das konnte doch nicht richtig sein! In Europa  gab es bei Schmerzen Rum, bei Entzündungen Amputation und bei allen Leiden „zur Ader lassen.“
Und dann die seidenen Kimonos, die zu allem Übel auch noch andauernd gewaschen wurden. Ekelhaft.
Obwohl es so offensichtlich war, daß luftige Kleidung bei tropischen Temperaturen Vorteile hat, daß die hygienischen Menschen weniger von Wanzen und Flöhen belästigt wurden und daß man nach dem „Aderlassen“ immer schwächer wird, hielten die Christen verbissen an ihren Ansichten fest.
Noch im 20. Jahrhundert war es in vielen Teilen Europas verpönt nackt zu duschen.

1000 Jahre finsteres Mittelalter hätten weit weniger durchseucht sein können, wenn Europas Christliche Führer nicht hartnäckig alle Erkenntnisse aus anderen Teilen der Welt ignoriert hätten.

Ende des 15. Jahrhunderts tauchte in Europa erstmals die Syphilis auf und es dauerte über 400 Jahre bis 1905, bis die Übertragungswege und der Erreger gefunden war.
Bis dahin probierte man sich an den wildesten Theorien.

Eine wissenschaftliche Theorie legte etwa nahe, dass eine schlechte Sternkonstellation im Herbst des Jahres 1484 für die entsetzlichen Geschwüre verantwortlich sein soll; alle Planeten versammelten sich zu diesem Zeitpunkt im Zeichen des Skorpions, dem die Geschlechtsteile zugeordnet wurden. Es wurde «Heiliges Holz» aus Südamerika eingeführt, welches die Kranken kurieren sollte, aber nicht half. Viele taten Syphilis als Gottesstrafe ab. Die eingangs erwähnte Quecksilber-Therapie sollte gemäss Vielsäfte-Lehre den krankmachenden Schleim aus dem Blut lösen, was mit dem Schleimspucken nach der Quecksilber-Einnahme bewiesen zu sein schien.

Immerhin ist der homo demens offenbar in der Lage überhaupt irgendwann empirische Schlüsse zu ziehen.

So sind über die Jahrhunderte unter anderem die biblischen Speisegebote entstanden.
Dabei handelt es sich im Grunde um nichts anderes als banale Erfahrungen: Wenn man einen vergammelten Fisch isst, bekommt man Bauchschmerzen.

Diese Regeln wurden großzügig ausgesponnen und waren dadurch für die Herrschenden äußerst wertvoll. Denn wer gegen Regeln verstößt, kann gemaßregelt werden.
Die Bibel bietet eine Vielzahl von Speisenverboten:

    Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und wiederkäuen
 Lev 11,3
    Tiere mit Flossen und Schuppen, die im Wasser, in Meeren und Flüssen leben
 Lev 11,9
    Kleintiere mit Flügeln und vier Füßen, die Springbeine haben, um damit auf dem Boden zu hüpfen
 Lev 11,21
    davon die Wanderheuschrecke (Arbe), der Solam-, der Hargol- und der Hagab-Heuschrecke
 Lev 11,22

Paulus und Jesus hoben einige dieser Verbote wieder auf. Blöderweise kam das für die Juden natürlich zu spät.
 Daher haben sie bis heute die strengen Regeln zum koscheren Essen.

Wenn man über Jahrtausende an alten Regeln festhält, wird es zwangsläufig irgendwann albern.
Ja, es ist sicher ungesund in heißen Gegenden wie dem Nahen Osten Meeresfrüchte und Schalentiere auf Märkten rumliegen zu lassen und dann noch zu essen.
Nachdem allerdings der Kühlschrank erfunden wurde, lassen sich solchen Gebote nicht mehr rechtfertigen.

Aber wie gesagt; der Mensch ist leider doof und kann sich nur sehr langsam anpassen.
Lieber hält er an alten Regeln und Gewohnheiten fest – und wenn es noch so schädlich ist.

Es ist gar nicht schön die Weihwasserbecken in katholischen Kirchen auf Bakterien zu untersuchen. Im Zeitalter von Pandemien kann es verheerende Folgen haben wenn alle in dieselbe Pfütze fassen und sich den Virencoctail dann ins Gesicht schmieren.

Traditioneller religiöser Glaube ist im Zeitalter von Ebola eine Katastrophe. Infizierte werden geküsst, Tote umringt und Beten ersetzt Vorsorge.

In den sozialen Netzwerken verbreiten sich zudem in Windeseile Theorien, die sogar die Existenz von Ebola bestreiten. Es handele sich in Wahrheit um durch westliche „Impfungen“ verbreitete Tötungscoctails, um die Afrikanische Bevölkerung zu dezimieren.

Die Menschen in der westlichen Welt müssen wissen, was hier in West-Afrika geschieht. Sie lügen!!! 'Ebola' als Virus existiert nicht und wird nicht 'verbreitet'. Das Rote Kreuz hat aus vier spezifischen Gründen eine Krankheit in vier spezifische Länder gebracht, und es stecken sich nur diejenigen an, die Behandlungen und Injektionen vom Roten Kreuz erhalten", schreibt Nana Kwame.

Wenn Ebola nur eine westliche Erfindung ist, um einen Vorwand zum Einmarsch in Westafrika zu haben, muß man sich auch nicht um Anweisungen der Seuchenschutzbehörden kümmern.
Wer mehr Wahnsinn erfahren will, muß nur „Nana Kwame“ und „Ebola“ googlen.

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein