Sonntag, 20. Juli 2014

Willkommen Tod.





Die erste Stunde unseres Lebens ist auch die erste Stunde unseres Sterbens
(Seneca 4 v. Chr. – 65 n. Chr.)


Heute habe ich endlich mal die beiden letzten DGHS-Hefte durchgelesen und wundere mich mal wieder wie außerordentlich vorsichtig da formuliert wird.

Der Bundesgesundheitsminister will ja offensichtlich alles verbieten lassen, das irgendwie mit Sterben zu tun hat. Passive, indirekte, aktive Sternehilfe, Beilhilfe zum Suizid und palliative Sedierung.

Da ich meine Meinung zum Thema, die diametral in jeder Hinsicht der CDU widerspricht, schon oft klar gesagt habe, will ich an dieser Stelle nur auf die grandiose Ingrid Matthäus-Maier verweisen, die nicht nur zum Kirchenarbeitsrecht, sondern auch zum Thema Sterbehilfe vorbildlich engagiert ist.

Wichtig erscheint mir aber, die Begriffe einmal genau zu klären.

Sterbebegleitung
Psychische, soziale und medizinische Zuwendung. Letztere besteht zunächst in der Grundpflege des Schwerstkranken und Sterbenden und greift nicht in den Sterbeprozess ein. Gegebenenfalls palliativmedizinische Maßnahmen, die der indirekten Sterbehilfe zugeordnet werden: Schmerztherapie und terminale Sedierung (Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems, künstliches Koma) (erlaubt).

Sterbehilfe
Eingreifen in den Sterbeprozess, in der Weise, dass der Tod eines Menschen herbeigeführt oder nicht hinausgezögert wird, in der Regel mit dem Einverständnis beziehungsweise gemäß dem Wunsch der betroffenen Person.

Passive Sterbehilfe
Bei Menschen, die bereits im Sterben liegen, werden lebenserhaltende oder lebensverlängernde Maßnahmen eingestellt oder unterlassen, unter Beibehaltung von Grundpflege und schmerzlindernder Behandlung. Bei Menschen, die nicht im Sterben liegen, kann das Überleben von bestimmten Medikamenten oder Behandlungen (z. B. der Dialyse) abhängig sein, die eingestellt werden. Seit dem Urteil des 3. Strafsenates des Bundesgerichtshofes vom Mai 1991 zulässig. Therapieabbruch, Abschalten von Geräten oder Unterlassen einer Therapie (erlaubt).

Indirekte Sterbehilfe
Bei Menschen, die bereits im Sterbenliegen, ist die Gabe von Schmerzmitteln erlaubt, die starke Schmerzen lindern und dadurch die momentane Lage des Patienten verbessern, aber insgesamt lebensverkürzend wirken können. Voraussetzung ist, dass der frühere Todeseintritt nicht das Ziel, sondern eine nicht vermeidbare Nebenwirkung ist (erlaubt).

Palliative Sedierung
Herstellung eines komatösen Zustandes bei schwer belastenden Symptomen wie Atemnot oder Übelkeit. Die palliative Sedierung führt nicht von sich aus zum Tod und kann auf Wunsch des Patienten unterbrochen werden. Wird sie bis zum Todeseintritt aufrechterhalten, spricht man von terminaler Sedierung. Bei dieser wird in der Regel auch auf künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr verzichtet (erlaubt).

Beihilfe zum Suizid/ärztlich assistierter Suizid
Beihilfe zum Suizid stellt nach dem Strafgesetzbuch keinen Straftatbestand dar, sofern die Tatherrschaft beim erwachsenen, entscheidungsfähigen Sterbewilligen liegt. Beim ärztlich assistierten Suizid verschreibt der Arzt das todbringende Medikament (erlaubt, aber: Garantenpflicht, Betäubungsmittelgesetz und Standesrecht als Hindernisse).

Aktive direkte Sterbehilfe
Der Tod wird beabsichtigt, um ein Leiden zu beenden, und durch ein Handeln herbeigeführt, das weder eine Therapie darstellt (wie bei der indirekten Sterbehilfe) noch den Abbruch einer Behandlung (wie bei der passiven Sterbehilfe). Im Gegensatz zum (ärztlich assistierten) Suizid, also der Selbsttötung und der Beihilfe dazu, führt hier nicht der Betroffene selbst, sondern ein anderer die tödliche Handlung aus (strafbar gemäß § 216 StGB.)

 Der Nationale Ethikrat hat 2006 vorgeschlagen, diese häufig verwendeten Begriffe (aktive, passive und indirekte Sterbehilfe) aufzugeben und durch folgende zu ersetzen:
1.
Sterbebegleitung
2.
Therapie am Lebensende
(indirekte Sterbehilfe)
3.
Sterben zulassen
(passive Sterbehilfe)
4.
Beihilfe zur Selbsttötung
5.
Tötung auf Verlangen
[….]

Wer es ganz genau wissen will, lese hier nach.

In der öffentlichen Diskussion suggerieren die fanatischen Christen nämlich ganz gerne, daß nach DGHS-Vorstellungen die Krankenhäuser zukünftig von Ärzten überflutet werden, die alle schon die Zyankalispritze aufgezogen haben und alles totspritzen, das nicht bei drei auf dem Baum ist.

Dabei ist die Gewissheit im Notfall legale Hilfe zu bekommen sogar suizidpräventiv. Kriminalisierung ist genau wie bei Abtreibungsregeln der falsche Weg, wenn man Abtreibungen verhindern will.
In Panik, Not und Zeitdruck, auf der Suche nach einem Ausweg, führen einige eher eine Schwangerschaftsunterbrechung durch, weil sie gar nicht die Muße haben über die andere Option nachzudenken.
Genau das wird auch bei Suizidabsichten beobachtet.

Die Befürworter einer Kriminalisierung der Suizidhilfe argumentieren, es komme ohne neue Regelung zu einem „Dammbruch“. Die begleiteten Suizide würden erheblich zunehmen, auch wegen eines möglichen Drucks auf alte, hilfsbedürftige Menschen, ihr Leben zu beenden.
Diese Befürchtung findet allerdings in den Erfahrungen anderer Länder, die eine liberalere Rechtslage haben, keine Grundlage. Diese zeigen im Gegenteil, dass die Gewissheit, bis ans Ende des Lebens das Heft in der Hand zu behalten, beruhigt: Ein Großteil der offiziell erlaubten Suizidhilfen wird überhaupt nicht wahrgenommen, weil der Betreffende weiß, dass, wenn es ganz schlimm kommen sollte, Hilfe da ist. Auch meine Gespräche mit dem einzigen Arzt, der sich zur Sterbehilfe offiziell bekennt und der auch das genannte Verwaltungsgerichtsurteil erfochten hat, bestätigt, dass immer wieder Menschen, die seine Hilfe erbeten haben, nach langen Gesprächen den eigentlich geplanten Freitod über Jahre verschoben oder ganz unterlassen haben.
In diesem Sinne hat die Sicherheit „Wenn es ganz schlimm kommt, hilft mir jemand!“ sogar eine suizidalpräventive Wirkung. Und deswegen wäre es auch falsch, die, wie es manche wollen, „organisierte Sterbehilfe“ durch einen neuen Strafrechtsparagraphen zu verbieten.

Gröhe und seine christlichen Freunde sind also nicht nur überheblich und mitleidslos, sondern auch noch dumm und desinformiert.
Sie treiben Menschen nicht nur in Ängste und Verzweiflung, sondern würden mit ihrer angestrebten Total-Kriminalisierung auch die Zahl der Suizide erhöhen.

Die gemeinsam mit der DGHS formulierten Leitsätze der Initiative „Mein Ende gehört mir“ (und nicht Frau Käßmann oder Herrn Gröhe) sind vorsichtig formuliert.

1.  Die Beihilfe zur Selbsttötung (Suizidbeihilfe) ist in Deutschland straffrei (oder »keine Straftat«), wenn der Entschluss  zur Selbsttötung freiverantwortlich ist. Wer hingegen Suizidbeihilfe leistet, wenn der Tatentschluss des Suizidenten aus einer krankhaften Störung entspringt, macht sich nach geltendem Strafrecht wegen Tötung strafbar.
2.  Es besteht keine Notwendigkeit, an dieser geltenden Rechtslage etwas zu ändern.
3.   Nicht urteilsfähige Suizidenten bedürfen keiner Hilfe zur Selbsttötung, sondern fachärztlicher Behandlung. Palliativmedizinische Fähigkeiten und hospizliche Betreuung müssen weiter gelernt und ausgebaut werden, damit sie allen Patienten zur Verfügung stehen, die diese benötigen.
4.   Es gibt aber Patienten, für die palliative Leistungen und hospizliche Betreuung keine Optionen sind, weil diese entweder am  Krankheitsverlauf und den damit verbundenen Beeinträchtigungen nichts ändern können oder weil diese Angebote von den Patienten abgelehnt werden.
5.   Die Menschen müssen darauf vertrauen dürfen, dass die legale passive und indirekte Sterbehilfe nach ihrem geäußerten oder mutmaßlichen Willen oder nach ihrer Patientenverfügung überall praktiziert wird. Es darf nicht sein, dass Menschen sich das Leben nehmen, weil sie heute immer noch Angst haben müssen, dass am Lebensende gegen ihren Willen ein Leidensweg künstlich verlängert wird.
6.    Urteilsfähige Erwachsene sollten also in Zukunft ausreichende Unterstützung bei einem selbstbestimmten Lebensende erhalten. Voraussetzung muss immer sein, dass die Suizidenten selbst ihren bevorstehenden letzten Lebensweg in Kenntnis der Angebote von palliativer oder hospizlicher Versorgung als für sie unerträglich oder nicht lebenswert einstufen.
7.   Die Lebenswertbestimmung darf auch in Zukunft niemandem außer den betroffenen Menschen selbst zustehen! Das gebieten die Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes.
8.   Es ist daher begrüßenswert, dass viele Landesärztekammern den Vorschlag der Bundesärztekammer des strikten standesrechtlichen Verbots der Suizidbeihilfe nicht übernommen haben.
9.    Das Recht der Ärzte, nach eigenem Gewissen und ihrem ärztlichen Ethos Suizidwilligen zu helfen, steht unter dem Schutz der Verfassung und darf nicht eingeschränkt werden. Sie sind jedoch selbstverständlich nicht verpflichtet, diese Hilfe zu leisten.
10.   Die Achtung der Menschenwürde gebietet, dass in den hier genannten Fällen eines freiverantwortlichen Suizids die Menschen in ihrer existentiellen Not nicht auch noch ihre Selbstbestimmung verlieren und in grausame oder gar Dritte gefährdende Suizide getrieben werden.

Natürlich unterstütze ich diese Initiative.
Persönlich würde ich aber noch deutlich weiter gehen.

Das fällt mir immer auf, wenn ein Selbstmord eines Menschen bekannt wird, der für die oberflächlich denkende Öffentlichkeit jung und gesund war. Jennifer Nitsch, Silvia Seidel oder Robert Enke sind solche Beispiele.
 Dann rasen die Bischöfe los in die Öffentlichkeit und inszenieren sich als große Mitfühlende. SIE wissen ja genau was der Tote sich gewünscht hätte. 

[Ich] habe ich in der Predigt auch gesagt, dass Robert Enke gerne gelebt hat, aber krank war. Dass er sicher wollen würde, dass seine Fans alle weiterleben. Also unter dem Strich würde ich sagen, die Umgehensweise mit diesem Trauerfall war eine grenzwertige Herausforderung. Im Rückblick insgesamt ist es mit Ruhe und Würde bewältigt worden. Aber das Phänomen Fußball, Männlichkeit, Idole schaffen - das hinterlässt bei mir schon auch Fragen.
[…]  Die Botschaft des Glaubens ist ja: Du bist eine angesehene Person, weil Gott Dich ansieht und nicht weil Du so leistungsstark bist, so klug, so schön oder so reich. Diesen schönen Schein nicht alles sein zu lassen, sondern auch die tieferen Werte im Leben zu sehen - das wäre für mich eine neue Nachdenklichkeit, die ich gerne sehen würde.

Frau Käßmann begreift nicht, daß jedes Leben nur dazu führt zu sterben.
Jeder muss sterben und kann das Problem nicht verdrängen.
Auch alle unsere Angehörigen und Freunde müssen den Tod durchstehen und wir werden es miterleben – sofern wir nicht vorher selbst gestorben sind.
Für mich als Atheist ist das Tot-Sein an sich völlig natürlich und unproblematisch. Wenn die rund 110 Milliarden Menschen, die schon auf der Erde gelebt haben, alle noch lebendig wären hätten wir aber auch ein echtes Problem. Mit 7 Milliarden ist es ja schon recht voll, man streitet sich um Anbauflächen, Wasser und die letzten fossilen Rohstoffe.

Der Prozess des Sterbens ist aber leider oft sehr unangenehm.
 Das habe ich in meinen Leben schon mehrfach über Monate und Jahre in direkter Nähe mitbekommen.
Daher bin ich froh über jeden, der es hinter sich hat.
Über die Hürde müssen wir nun einmal alle rüber.
Wie albern ist es doch, diese Tatsache an sich zu beklagen.
Vorgestern hat es wieder ein Fußballer, Herr Biermann, „geschafft“, obwohl er dank der Christlichen Bundespolitiker keine Hilfe bekommen hat und völlig im Stich gelassen wurde. Technisch ist so ein Suizid nicht leicht und es ist erbärmlich, daß man Sterbewilligen auch noch die Brutalität von gescheiterten Suizidversuchen aufzwingt. Biermann hat es nun doch hinbekommen.
Er hat es gut.

Trauer um Andreas Biermann: Der Ex-Fußball-Profi und St. Pauli-Spieler ist tot. Entsprechende Medienberichte bestätigte sein aktueller Verein "Spandauer Kickers" am späten Samstagabend zunächst auf Facebook.
[…]  "Unser Seniorenspieler Andreas Biermann hat seine depressive Krankheit nicht überwinden können und ist gestern Morgen verstorben." Nach Angaben des Vereins hat sich Biermann das Leben genommen. […]  "Er hatte es schon einige Male probiert. Man dachte, dass er es in den Griff bekommt. Leider hat er es nicht geschafft", erklärte Torsten Mattuschka vom 1. FC Union Berlin, der in der Regionalliga-Saison 2006/2007 gemeinsam mit Biermann bei den "Eisernen" kickte. "Das ist eine Tragödie. Wie verzweifelt muss man sein, wenn man das als zweifacher Familienvater macht? Man kann sich das schwer vorstellen", sagte der Union-Kapitän nach dem Training am Sonntag. […]  Andreas Biermann wurde 33 Jahre alt.


Samstag, 19. Juli 2014

SPIN


Immer noch weiß niemand was nun ganz genau mit Flug MH17 passiert ist und es wird vermutlich auch schlecht zu ermitteln sein.
Wenn ich all die TV-Experten richtig verstehe, braucht es für eine richtige Untersuchung eines auf so viele Quadratkilometer verteilten Unglücks mindestens 1000 professionelle Investigators, die a) vollen Zugang zu allen Trümmerstellen brauchen und b) natürlich über die entsprechende Technologie (Kühlwagen für die Leichteile z.B.) verfügen müssen.
Die Ukraine hat nicht die technischen Möglichkeiten und auch keine Kontrolle über das Gebiet, weil da irgendwelche heterogenen Rebellengruppen rum patrouillieren, die keiner gemeinsamen Autorität untergeordnet sind.
Russland hätte die technischen Möglichkeiten, wird aber den Teufel tun sich dem Verdacht zu unterziehen die Beweise zu manipulieren.
EU und USA sind ebenso Partei im „Russland-Ukraine-Konflikt" und scheiden somit als neutrale Untersucher aus.
Theoretisch könnte eine sehr neutrale Nation die Untersuchungen leiten. Brasilien oder so. Möglicherweise angeleitet oder finanziert von Holland, das die Mehrzahl der Opfer beklagt. Aber damit bleibt immer noch das Problem, daß es sich um ein Kriegsgebiet handelt, in dem es keinen sicheren Zugang zu den Leichen- und Wrackteilen gibt.
Zudem ist die Zeit schon weggelaufen. Die Verwesung hat eingesetzt und angeblich wurden schon viele Wrackteile bewegt und manipuliert.

Klarheit wird also höchstwahrscheinlich nie zu erreichen sein. Spekulationen schießen ins Kraut, Verschwörungstheorien werden im Minutentakt kolportiert.

Mir fällt auf, daß die gesamte deutsche Presse heute einen extrem antirussischen Kurs einschlägt. Obwohl allgemein konstatiert wird, daß Putin die Entwicklung sehr ungelegen kommt, da das amerikanisch-europäische Lager nun ein starken antirussischen Boost bekommt, macht man dennoch Putin verantwortlich, da er „seine Prorussen“ nicht unter Kontrolle habe.
Diese „Prorussen“, die es als homogene Gruppe mit extrem negativen Konnotationen nur auf dem Papier, besser gesagt in den Schreibfedern der Journalisten existieren, werden dem dümmlichen Leser als Sündenbock präsentiert.
Und Putin, dem eine direkte Befehlsgewalt über diese „Prorussen“ angedichtet wird, steht somit wieder einmal am Pranger.

Um es klar zu sagen: Ich behaupte nicht, daß ich die wahren Tathergänge kenne und schließe auch nicht aus, daß es wirklich so gewesen ist, wie Obama behauptet. Obama übt gerade möglichst großen Druck auf Moskau aus; wohl auch um den Amerikanern zu gefallen.
Wir wissen aber nicht was los ist. Was wir wissen, ist lediglich, daß die amerikanische Regierung in solchen Fällen die internationale Gemeinschaft schon oft belogen hat und als neutrale Faktenquelle kaum noch taugt.
Eigentlich sollten die deutschen Journalisten also extrem vorsichtig sein und Mutmaßungen als solche darstellen. Aber sie schmeißen sich allesamt auf die US-Seite.

Offenbar hält man Putin in vielen Redaktionsstuben schon für allmächtig, geradezu gottgleich.
Mir erscheint es geradezu als manisch, wie dem russischen Präsidenten Superkräfte zugeschrieben werden.
Was mögen die psychologischen Ursachen dafür sein?

Es ist nicht so, daß noch nie ein Passagierflugzeug abgeschossen worden wäre. Auch die Amis haben schon ein paar vom Himmel geholt.

LN114 Die libysche Boeing 727 hatte sich am 21. Februar 1973 bei schlechtem Wetter über dem Sinai verirrt. Israelische Kampfflugzeuge schossen sie ab. 108 Tote […]

IH870 Am 27. Juni 1980 stürzt die italienische Maschine ins Mittelmeer. Die Ursache wurde nie offiziell geklärt. Vermutlich aber wurde sie versehentlich von Nato-Kampffliegern abgeschossen. 81 Tote […]

IR655 Der zivile iranische Airbus A300 wird am 3. Juli 1988 über dem Arabischen Golf von einem amerikanischen Marschflugkörper getroffen. 290 Tote […]

OAO1812 Die Maschine der Siberian Airlines stürzt am 4. Oktober 2001 ins Schwarze Meer. Eine versehentlich abgefeuerte ukrainische Rakete hatte sie getroffen. 78 Tote
(SZ vom 19.07.2014)

Früher konnten solche „Vorfälle“ aber mit weniger Hysterie behandelt werden, weil die Weltordnung klar geregelt war.
Eine absolute und unumstrittene Supermacht wie die USA, bzw die NATO konnte sich da einiges herausnehmen.

Ich vermute, daß ein Grund für die gegenwärtige Aufregung ein westliches Ohnmachtsgefühl ist. Man fühlt sich schwach und nicht mehr durchsetzungsfähig. Syrien, Südsudan, Nahost – die USA versagen als Weltpolizist. Amerika hat keine Kraft das zu befrieden; die NATO ist hilflos. Obama hatte nicht die geringste Chance die Entwicklung auf der Krim zu beeinflussen. Die NATO sieht zu, wie ihr auf der Nase rumgetanzt wird. Jahrzehnte wird gegen den Iran und Kuba sanktioniert – ohne die Machthaber zu tangieren. Der NATO-Staat Türkei scheint dem Westen bei seiner Nahost-Politik sogar völlig zu entgleiten. Ägypten nimmt keine Befehle mehr entgegen.
Die großen Militäraktionen (Irakkrieg, Afghanistan, Libyen,..) misslingen erbärmlich. Für die angeblich übermächtigen Geheimdienste taucht völlig überraschend ISIS auf und übernimmt mal eben große Teile von zwei Staaten.

„Der Westen“, der über Dekaden ganz allein die Weltpolitik dominierte, fühlt sich kastriert und sieht fassungslos zu wie Emporkömmling-Nationen zunehmend selbstbewußt auftreten.
Russland und die BRICS-Gruppe sind stark geworden.
Und sie wirken auf viele Länder in Südeuropa, Afrika, Asien und Südamerika zunehmend attraktiv, insbesondere im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten.

Wer erwartet hatte die arrogante Außenpolitik der G.W. Bush-Administration würde sich entscheidend unter dem nächsten Präsidenten verbessern, muß heute mindestens als naiv gelten.
Klar, der Umgangston verbesserte sich, aber auch Obama empfindet andere Nationen als natürliche Untergebene. Selbst engste Verbündete werden ausspioniert und gedemütigt und wer wie einige linksliberale Südamerikanische Regierungen aufmuckt, wird mit groben Desinteresse gestraft.
Wenig verwunderlich, daß andere Große in das Vakuum vorwagen.

Moskaus Einfluss in Lateinamerika nimmt in dem Maße zu, in dem sich Washington immer weniger in seinem einstigen Hinterhof engagiert. So sind derzeit in zehn Ländern der Region keine amerikanischen Botschafter tätig, weil Präsident Barack Obama entweder keine Kandidaten für vakante Posten benannt hat oder weil die Bestätigung von Nominierungen von der republikanischen Opposition im Senat verhindert wird.

Anders als die EU und die USA erkennen insbesondere die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) in der Außenpolitik Chancen und nicht bloß Probleme.
Sie engagieren sich teilweise sehr stark ökonomisch in Afrika und Südamerika, reichen die Hand und intensivieren die Kontakte.

Amerika und Europa gelten nicht nur als zunehmend unsympathisch, sondern auch als schwach.
Da sucht man sich doch lieber potentere Freunde – so diagnostizieren es außenpolitische Thinktanks.

Wirtschaftssanktionen seien seit Jahren ein beliebtes Werkzeug der USA im Machtkampf gegen ihre Gegner, heißt es in einer Analyse aus dem European Council on Foreign Relations (ECFR) unter Verweis auf die Sanktionen etwa gegen Libyen, gegen den Irak oder gegen Iran. Der Konflikt um die Ukraine könne allerdings eine Wende bringen. Denn Russland sei immerhin die neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt; wer es mit Sanktionen attackiere, übernehme sich womöglich auf wirtschaftlichem Gebiet in einer Weise, wie es im Irak auf militärischem Gebiet geschehen sei. Es sei zu erwarten, dass die "Allianz der Bedrohten" sich zusammentue und nach Möglichkeiten suche, sich dem ökonomischen Einflussbereich der USA zu entziehen. Dafür könne es womöglich sogar Beifall aus Europa geben, heißt es beim ECFR unter Verweis auf die Strafzahlungen in Höhe von rund 6,6 Milliarden Euro, auf die sich die französische Großbank BNP Paribas jüngst einlassen musste, weil sie mit ihren Geschäften gegen Sanktionsbeschlüsse der Vereinigten Staaten verstoßen hatte.[…]
Stützen können sich diese Bestrebungen auf erste vorsichtige Absetzbewegungen gegenüber dem Westen, die Beobachter weltweit in Reaktion auf den Ukraine-Konflikt konstatieren. Bereits im April hatte der Machtkampf um das osteuropäische Land am Rande der damaligen Asien-Reise des US-Präsidenten für Diskussionen gesorgt. Die Auseinandersetzungen um die Krim gälten in Ost- und Südostasien als "Lackmustest", inwieweit die NATO-Staaten noch in der Lage seien, ihre Vorstellungen gegen ihre Gegner durchzusetzen, hieß es damals in Berichten aus der Region. Die Verbündeten der Vereinigten Staaten seien "besorgt", Washington werde beispielsweise ihre Territorialansprüche auf Inseln im Ost- und Südchinesischen Meer gegen China ebenso wenig durchsetzen können wie die Ansprüche der Ukraine auf die Krim gegen Russland. Experten konstatieren nun, selbst Japan, einer der engsten Verbündeten der USA, verlasse sich nicht mehr allein auf Washington, sondern öffne sich gegenüber Moskau, um seine Position im Inselstreit mit China zu stärken. Ähnliches gelte für Südkorea, das im Streit mit Nordkorea nach Hilfe suche. […]
Verärgerte Kommentare in deutschen Medien ruft nun schließlich auch die aktuelle Lateinamerika-Reise des russischen Präsidenten hervor. Wladimir Putin hat soeben Kuba, Argentinien und Brasilien besucht und dort umfangreiche Geschäfte abgeschlossen. Kuba hat die UN-Resolution zur Krim abgelehnt, Argentinien und Brasilien enthielten sich. "Heute ist die Kooperation mit den lateinamerikanischen Staaten einer der Schlüssel für die russische Außenpolitik", wird der russische Präsident zitiert. Deutsche Medien stellen verärgert fest: "Weltweit isoliert werde Wladimir Putin nach der Annexion der ukrainischen Krim sein, so hatten es zumindest westliche Politiker verkündet." Jetzt aber zeige sich, wer in beträchtlichen Teilen Lateinamerikas "tatsächlich unbeliebt ist: nicht Russland, sondern die USA".[…]

Die ökonomische Stärke der BRICS-Staaten stößt der USA besonders stark auf. Da kann Herr Denison in deutschen Talkshows lange über die Kleinheit Deutschlands lachen.
Ökonomisch kann er die BRICS-Länder nicht wegdiskutieren.
Jahrzehnte lang haben EU und Nordamerika im Alleingang die Weltökonomie dominiert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde „traditionell“ von einem Europäer geleitet und die Weltbank ganz selbstverständlich von einem Amerikaner. Typen wie der Helmut-Kohl-Scherpa Horst Köhler oder der George W. Bush-Einflüsterer Paul Wolfowitz wurden Präsidenten dieser Institutionen.
Inder, Chinesen oder gar Südamerikaner wurden gar nicht erst gefragt.
Und nun mucken sie auf und gründen einfach ihre eigene weltweite Entwicklungsbank.

Wie einfach war für Europa und Amerika das alte System. Die Ergebnisse der Handelsabkommen für den ganzen Erdball bestimmte man alleine. [….]  Griff der IWF ein wie in der Asienkrise, verordnete er seine Medizin: Reformen nach westlichem Geschmack, Kapitalfreiheit für westliche Banken. [….]
Mit diesem kolonialähnlichen Regime ist es vorbei, das demonstrieren die fünf sogenannten Brics-Schwellenländer nun deutlich. [….] Dass es so kommt, hat der Westen selbst zu verantworten. Seit der Jahrtausendwende erlebt er in der Welthandelsrunde Doha, dass sich der Rest des Globus nicht mehr herumschubsen lässt wie früher. Reagiert hat der Westen kaum: Er verschleppte eine Reform von IWF und Weltbank, bis es den mächtig gewordenen Schwellenländern zu blöd wurde. [….] Ihr Aufstieg wird Konsequenzen haben, die über die Zukunft von IWF und Weltbank weit hinausgehen. Warum sollte der Brics-Block, nur ein Beispiel, auf Dauer den Dollar als Leitwährung akzeptieren? Die angenehmen Jahrzehnte, in denen sich Amerika ohne Rücksicht auf jede Vernunft verschulden konnte, weil ja trotzdem alle Dollar-Wertpapiere kaufen mussten – diese Zeit könnte bald enden. [….]
(Alexander Hagelüken, SZ vom 18.07.2014)

Um dieses Gezerre geht es auch in der MH17-Causa.
Wer hat die Hosen an in der Weltpolitik? Wer hat die außenpolitische Potenz sich durchzusetzen?
Und es ist auch ein Schönheitswettbewerb.
Werden sich die Südamerikaner und Asiaten und Afrikaner weiterhin automatisch danach sehnen so wie die Gringos zu werden?
Oder empfinden sie die US-Performance mit Ausschnüffeln, CIA-Anschlägen, Drohnenkriegen und militärischer Impotenz zunehmend abtörnend?
Wie gut funktioniert das US-kapitalistische System eigentlich noch?


Und wie sexy wirkt Russlands Ölmacht und Chinas Dollars?

Freitag, 18. Juli 2014

Gute Neuigkeiten


Wie die meisten politisch Interessierten auf der ganzen Welt, verfolge ich gerade auch die PR-Schlacht um das über der Ostukraine abgeschossene Flugzeug.
Da ich aber auch noch keine Ahnung habe was wirklich passiert ist und nur mehr oder minder dreiste Versuche beobachte, wie jeder versucht die Toten auszunutzen, um den Gegner zu dämonisieren, will ich das Thema heute mal liegen lassen.


Ich erinnere lieber daran, daß der Opus Dei-Kardinal Woelki, also der stramm konservative Ziehsohn Kardinal Meisners, letzte Woche neuer Chef der zweitreichsten Erzdiözese Europas geworden ist.
Das ist ein Job, der auch unter Kardinälen beeindruckt.
Woelki ist somit nicht nur Kardinal und Erzbischof von Köln, sondern auch Metropolit der Kirchenprovinz Köln und somit der Vorgesetzte der Suffraganbistümer Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier.
Woelki, der noch nicht einmal auf der Dreier-Vorschlagsliste des Domkapitels stand, gebietet zukünftig auch über ein Milliardenvermögen.
Allein aus den sogenannten „Kirchensteuern“ fließt jährlich eine DREIVIERTELMILLIARDE EURO an den Kardinal.

Köln ist eine Geldmaschine. Wenn es ums Geld scheffeln geht, ist Kardinal Meisner alle Moral gleichgültig. Nur bei den Armen kürzt er kräftig.

Unter Erzbischof Joachim Meisner, der nun in Ruhestand geht, mehrte das Bistum Köln sein Vermögen mit fragwürdigen Investments. Bei den Bedürftigen wurde dafür gespart. […]
Er investiert das Geld des Erzbistums in VW, Daimler und BMW, da kann er sicher sein, dass das Geld für die Produktion von Autos ausgegeben wird, er kauft Telekom-Aktien und solche der Deutschen Post, auch dabei weiß man ziemlich genau, wohin das Geld fließt. Der Fondsmanager von Warburg steckt das Geld zudem in Pariser Flughäfen, in die Bierbrauerei Heineken und in McDonald’s. Den Flugverkehr, Bier und Burger unterstützen – vielleicht nicht gerade etwas, das man von einer Kirche erwartet. Noch weniger aber erwartet man von der katholischen Kirche, dass sie in Verhütungsmittel investiert. Im Gespräch über die Anlagepraxis der Kirche bekräftigt Schon: Der Beginn und das Ende des Lebens seien besonders wichtig.
Irgendwann zwischen April und August des letzten Jahres hatte der Fondsmanager 600 Aktien der Pharmafirma Novartis sowie 700 Aktien von Sanofi im Portfolio. Novartis lässt sein Tochterunternehmen Sandoz Antibabypillen herstellen – und hat mit NorLevo Uno auch eine "Pille danach" im Angebot. Und Sanofi vertreibt über das Tochterunternehmen Zentiva die Präparate BonaDea, Chloee, Juliane, MyWy, Seculact und Sidretella – also gleich sechs verschiedene Antibabypillen. […]

Offenbar hat hier jemand Geld, der es aber nicht als irgendwie dringlich ansieht etwas gegen den elendigen Hungertod von 20.000 – bis 30.000 Kindern JEDEN TAG zu unternehmen.



Allein das kleine Suffraganbistum Limburg mit meinem Lieblingsbischof TVE kommt schon fast an eine Bilanzsumme von einer Milliarde Euro.

Nach dem Finanzskandal um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst hat das Bistum Limburg sein Vermögen offengelegt. Die Bilanzsumme beträgt rund 909 Millionen Euro, wie die Diözese mitteilte. Mit 811 Millionen sei der größte Teil im Anlagevermögen gebunden, sagte Finanzdezernent Gordon Sobbeck laut Mitteilung. Dazu zählten unter anderem meist kirchlich genutzte Immobilien, Beteiligungen oder Fondsanteile. […]

Da wird man sich doch wohl noch ein Häuschen für 40 Millionen Euro bauen dürfen!

Natürlich bin ich froh über die Personalie Woelki; zeigt sie doch wie wenig ernst man Papst Franzens Kirchenreformen nehmen muß.
Als Atheist kann ich also weiterhin mit stetiger Mithilfe aus dem hohen Klerus rechnen.

Heute wurden Zahlen über die Mitgliederentwicklung der katholischen Kirche in Deutschland für 2013 vorgestellt; also dem Franziskus-Jubeljahr, dem Jahr der positivsten Berichterstattung seit langer Zeit.

Die Affäre rund um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat offenbar mehrere zehntausend Katholiken in Deutschland zum Kirchenaustritt bewogen. 178.805 Mitglieder traten im vergangenen Jahr aus der katholischen Kirche aus - 2012 waren es noch 118.335. [….] Damit wurde fast das Rekordniveau von 2010 erreicht, als nach dem Missbrauchsskandal 181.193 Menschen die katholische Kirche verließen.
[….] Der Kirchenstatistik zufolge gab es im vergangenen Jahr noch knapp 24,2 Millionen Katholiken in Deutschland. Ihr Bevölkerungsanteil sank damit von 30,2 Prozent (2012) auf 29,9 Prozent. [….]

Nachdem Franzl nun weit über ein Jahr im Amt ist und weiterhin die Aufklärung der Missbrauchsfälle ebenso blockiert wird, wie die Anerkennung der Menschenrechte, kann man sich glücklicherweise auf eine weiterhin schrumpfende Katholische Kirche einstellen.

Während noch kein Kardinal oder Bischof auf sein fürstliches und vom Staat bezahlte Gehalt verzichten wollte, während sie allesamt in Deutschland weiterhin mit schweren Dienstlimousinen herumfahren und sich Ex-Staatssekretär Bertone genau vor Franzls Augen eine 700-Quadratmeter-Luxuswohnung ausbauen läßt, schrumpft die RKK in jeder Hinsicht.


Das fundamentalistische Kathnet is not amused.

Deutsche Bistümer veröffentlichen Statistik für 2013: Weniger Pfarren, weniger Taufen, weniger Trauungen, weniger Priester und mehr Pastoralassistenten. Gottesdienstbesuche brechen ein! Über 10 Prozent Rückgang in einem Jahr!
[…]  Aufgrund struktureller Veränderungen in den Bistümern hat sich die Zahl der Pfarreien von 11.222 auf 11.085 verringert. […] Der Gottesdienstbesuch ist mit 10,8 Prozent auch 2013 rückläufig gewesen. Laut Statistik haben nur mehr 2,6 Millionen Katholiken an den Gottesdiensten teilgenommen! 2012 waren es noch 2,9 Millionen und 2011 noch 3 Millionen! Die Gesamtzahl der Priester in Deutschland hat sich um 146 Priester auf 14.490 Priester verringert. […] (Kath.net 18.07.14)

Die Bilder gleichen sich also in allen deutschen Bistümern und es freut mich zu sehen, daß die Oberhirten sich zwar winden, aber keinerlei Taten folgen lassen.
Auf ihren Geldbergen wollen sie sitzen bleiben, sie gieren weiterhin nach den hunderten Millionen, die sie vom Staat als Sonderleistungen abgreifen und lassen sich von der relativen Mehrheit der Atheisten in Deutschland aushalten.
Sie bestehen auf ihr Diskriminierungsrecht bei den 1,6 Millionen kirchlichen Angestellten, für die immer noch gilt „Juden unerwünscht“.
So eine Kirche kann man nur verlassen.

Es war Bischof Genn, der offenbar heftig an den antiliberalen Seilschaften zog, um Kumpel Woelki seinen neuen Job zu verschaffen.

Bei der Besetzung der wichtigen hiesigen Bischofsstühle funktionieren offenbar die Drähte noch, die es zu Papst Benedikts Zeit zwischen Köln und der Bischofskongregation in Rom gab: Deren Chef, Kardinal Marc Ouellet, ist ein Vertrauter des Münsteraner Bischofs Felix Genn, der wiederum zum emeritierten Kardinal Meisner guten Kontakt hat.
Zu viel Kirchenreform gilt ihnen als ungesund. Und Erzbischöfe wie Burger und Woelki gelten ihnen als Versicherung, dass es davon auch nicht zu viel gibt.

Gut zu wissen, daß Genn auch zu denen gehört, die keinerlei Verständnis für normale Menschen haben und somit aktiv den Schwund unter seinen Schäfchen mitverursacht.
Aber nun jammert er.

Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Bistum Münster im Jahr 2013 stark gestiegen: 10.112 Katholiken erklärten ihren Austritt, das waren 4.450 (78 Prozent) mehr als im Vorjahr. [….]  Die aktuelle Katholikenzahl in der Diözese lag Ende vergangenen Jahres bei 1,93 Millionen, das sind gut 15.000 weniger als ein Jahr zuvor. Münster ist hinter den Erzbistümern Köln und Freiburg nach wie vor die drittgrößte Diözese in Deutschland.
Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, erklärte zu den Zahlen: „Die hohe Zahl der Kirchenaustritte ist ein alarmierendes Signal und schmerzt mich zutiefst. Wir haben als katholische Kirche in Deutschland ganz offensichtlich ein massives Glaubwürdigkeitsproblem.