Montag, 24. Dezember 2012

Waffendiktatoren.



Eins der interessantesten Ergebnisse der US-Wahlen vom 06.11.12 war Romneys und Ryans echter Schock darüber verloren zu haben.
Sie hatten diese Möglichkeit offenbar gar nicht in Betracht gezogen, verzögerten das Eingestehen der Niederlage noch um Stunden, als das Ergebnis feststand.

Dabei hatte Obama letztendlich ziemlich deutlich vor seinem halbdebilen GOPer Herausforderer gelegen. Der Präsident ging mit 65,4 Millionen Stimmen (=51%) klar vor Romney mit 60,7 Millionen Stimmen (=47%) durchs Ziel.

Man fragt sich wie die Kommunikation innerhalb des Oppositionslagers funktionierte, bzw nicht funktionierte.
Daß Mitt, the twit, selbst einen falschen Eindruck bekam, ist noch am wenigsten verwunderlich. 
Er war stets von jubelnden Hardcore-GOPern umzingelt, die ihm durch die Bank weg das Gefühl gaben, der Antichrist, Kommunist und Kenianer Obama müsse weg.
Wenn man aber eine Milliardenschwere PR-Kampagne steuert und ein Heer aus Marketing-Strategen und Demoskopen beschäftigt, sollten doch auch objektivere Daten irgendwie durchdringen(?).
Republikaner leben aber offensichtlich alle in einer Blase. 

 Sie sind bubble-Menschen, die fest von einer FOX-Membran umhüllt nur ihre eigenen toxischen Ausdünstungen einatmen.

Bill Maher enthüllte dieses Phänomen auf kongeniale Weise.


Diese semipermeable Info-Membran, die republikanische Rednecks umhüllt, läßt immer einige manipulierte Nachrichten zu ihnen durch. So verstanden sie durchaus, daß es an einer Schule in Newtown zu einer Katastrophe gekommen war: Die Lehrer und sogar die Schüler mußten UNBEWAFFNET zum Unterricht gehen. Potzblitz!
Das ist doch sehr gefährlich, denkt sich die rechte Hälfte des amerikanischen Politspektrums und rast los, um sich noch viel mehr Waffen zu kaufen.
 
Der Run auf automatische oder halbautomatische Waffen in den USA bleibt auch nach dem jüngsten Massaker an einer Schule ungebrochen. […]

In mehreren Staaten der USA fanden übers Wochenende Waffenmessen statt, als ob der Todesschütze an der Schule von Newtown vor einigen Tagen nicht Tod und Schrecken verbreitet hätte.   An den Eingängen zu den Messen bildeten sich lange Schlangen und die Verkaufsstände waren dicht umlagert. Selbst höhere Preise schreckten die Kunden nicht ab. Manche Geschäfte waren sogar ausverkauft. Besonders gefragt waren laut Händlern Sturmgewehre vom Typ AR-15. […]

«Alle Welt will Sturmgewehre», sagte die Waffenhändlerin Shirley Donley auf einer Messe im Bundesstaat Pennsylvania. Seit dem Amoklauf von Newtown habe sie davon 100 Stück abgesetzt. «Ich bin ausverkauft.» Derartige Waffen können in schneller Folge feuern. Einige AR-15-Käufer hätten ihr verfassungsgemässes Recht auf Waffenbesitz demonstrieren wollen, sagte ein Händler. Verkäufer wie Kunden stellten sich hinter den Vorschlag der Waffenlobby, vor den Schulen bewaffnete Posten einzusetzen.
 Daß es nun sogar Menschen gibt, die sich gegen die totale Bewaffnung aller Amerikaner von der Wiege bis zur Bahre aussprechen, drang tatsächlich durch die Bubbel-Membran an die schwächlichen religionsverseuchten Resthirne der GOPer.
Da es zu allem Übel auch noch ein Ausländer, noch dazu ein Brite (die haben schlechte Zähne, sind alle schwul und leben auf einer bizarren Insel viel zu nah an Europa!) war, der sich in seiner CNN-Talkshow deutlich gegen den Waffenwahn der Amis aussprach, erzürnt die Rechten über alle Maßen.
Der soll weg. Am besten nach Guantanamo. Schlimm, was der von sich gegeben hat.
Zehntausende Menschen in den USA unterzeichneten unterdessen eine Petition, mit der sie die Ausweisung des britischen CNN-Moderators Piers Morgan fordern. Morgan hat sich nach dem Schulmassaker nachdrücklich für ein schärferes Waffenrecht in den USA ausgesprochen. Einen Befürworter liberaler Waffengesetze, der in der vergangenen Woche in seiner "Piers Morgan Tonight"-Show auftrat, bezeichnete der Moderator als "unglaublich dummen Menschen".

In dem am Freitag von einem Texaner auf der Petitions-Webseite des Weißen Hauses eingestellten Antrag wird Morgan ein "feindlicher Angriff auf die US-Verfassung" vorgeworfen und seine Ausweisung gefordert, weil er seine Position bei einem landesweiten Fernsehsender dazu nutze, die Rechte amerikanischer Bürger anzugreifen. Bis Montag hatten rund 32.000 Personen die Petition unterzeichnet.
 USA - gods own country und land of the free.

Es brauchte nur fünf Tagen nach dem Sandy-Hook-Massaker, um die nächsten 100 US-Amerikaner als Opfer vongun-related homicides zu registrieren.
Die Huffington Post hat spaßeshalber mal ein paar Tage dokumentiert…. 
This week, as mourners gathered in Newtown, Conn., to bury Sandy Hook Elementary's dead, and a nation renewed its debate over guns, the shootings did not stop. The Huffington Post spent the week tracking gun-related homicides and accidents throughout the U.S., logging more than 100 from Google and Nexis searches. This is by no means a definitive tally. In 2010, there were more than twice that many homicides alone in an average week.

There were murder-suicides. One was shot in the face while sleeping, a baby sound asleep in a crib nearby. One was a grandmother on her way home from a store.

On Saturday afternoon, a 3-year-old in Guthrie, Okla., died after accidentally shooting himself in the head with a gun he found inside his aunt and uncle's house. His uncle is an Oklahoma state trooper. […] Paul Sampleton Jr., 14, was bound and shot in his Gwinnett County, Ga., townhome on Wednesday afternoon. His father found him in the kitchen. Police suspect a robbery motive.

[…] A 20-year-old man shot and killed Veronica Soto, a young mother of two, in an apparent road rage incident on Thursday. Soto and her husband had gone out to a nearby Jack in the Box in the Houston area when they became involved in a confrontation with drivers in two other cars. The accused killer Mark Trevino, and the victim's husband pulled guns.

[…] Ramona Foreman was found shot in the doorway of the Oakland, Calif., 92nd Avenue Head Start office. The 48-year-old and her sister were walking home from a store when shots rang out. Foreman had been the innocent victim of a drive-by shooting. The victim's stepdaughter told a reporter that her grandmother was the 13th person she knows killed this year.

Deputy Sheriff Christopher Parsons, 31, worked the early-morning shift on Saturday, when he took an emergency call to assist an unconscious woman at a trailer park in Mineral Point, Mo. As he helped place the woman in the ambulance, her son came out of the mobile home and fired a rifle, killing Parsons.

[…] On Sunday in New Orleans, three people were shot and killed, including 18-year-old Lawrence Burt, 56-year-old Vivian Snyder, and a 56-year-old Jefferson Parish taxi driver Joseph Wilfred, who was shot behind the wheel. […] That same afternoon, 25-year-old Krystal Garcia Nacoa was allegedly shot to death by her husband, Leonardo Nacoa, 26, at their Porterville, Calif., home. […]
 Ein frisch wiedergewählter US-Präsident könnte nun natürlich sein Amt in die Waagschale werfen und sagen 
„so geht das nicht weiter, daß wir uns in diesem Land myriadenfach gegenseitig abknallen und hunderte Kinder von Psychopathen niedergestreckt werden!“
So viel Rückgrat würde Obama aber nie an den Tag legen; das wissen wir aus seiner ersten Amtszeit. 
Gerade läßt er sich wieder von geistig gelähmten Republikanern im Kongress vorführen.
Stattdessen wanzt er sich schon wieder an die Fundis von der GOP heran und möchte nun erst einmal eine Kommission einsetzen.
Selbst das geht den NRA-Fanatikern aber viel zu weit.
NRA-Vize Wayne LaPierre kritisierte auch die von Obama zur Waffengewalt eingesetzte Taskforce unter Leitung von US-Vizepräsident Joe Biden. "Wenn das eine Kommission ist, die nur aus einem Haufen Leute zusammengesetzt wird, die schon in den vergangenen 20 Jahren versucht haben, den zweiten Zusatzartikel (zur Verfassung, Anm. d. Red.) zu zerstören, bin ich nicht daran interessiert, in dieser Kommission zu sitzen", sagte er dem Sender NBC.

Auch ein Verkaufsverbot der von Obama besonders kritisierten Sturmgewehre und Schnellfeuerwaffen mit großen Magazinen an Privatpersonen lehnt die NRA ab. "Es wird nicht helfen. Es hat nicht geholfen", sagte LaPierre. [….Er]  hatte am Freitag mit seiner Forderung weltweit für Empörung gesorgt, als Konsequenz aus dem Schulmassaker in Connecticut landesweit bewaffnete Wächter in Grundschulen einzusetzen. […]  Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg warf der NRA eine "paranoide Vision eines noch gewalttätigeren Amerikas" vor, in dem "jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher" sei.
 OK; gerade wenn man denkt, nun geht es nicht mehr irrer, legen die GOPer noch eine Schippe drauf.
Bei Pierce Morgan wird nun das Prinzip „tötet den Boten“ verwendet.
Schlimmer geht immer.

Bei meinen Verwandten, die immerhin überzeugte US-Patrioten sind, ist unterdessen Resignation eingekehrt.

So klingen inzwischen die Mails, die ich von einer meiner Tanten aus Pennsylvania erhalte:
„I just know that all of you Germans are sitting around laughing at the dumb Americans and their guns.  I don’t blame them.  Americans are stupid.  The President of the NRA said today that what we need is armed security guards at all schools.  He blamed the media for all the hype, and said we should have a database of all mentally-ill people.
Well, I’m all pooped out now.”

Sonntag, 23. Dezember 2012

Geschenke! - Teil III




 Kurzbald ist Weihnachten; da muß Mutti als christliche Führerin Deutschlands mal ihre Schatulle öffnen und ihre Lieben glücklich machen.

 Über alle Maßen glücklich sind deutsche Arbeitgeber über die spendierfreudige Kanzlerin, die mit ihrer Weigerung Mindestlöhne zuzulassen Zig Milliarden Euro zu den Unternehmern rüberschiebt.
 
Sie können nun Millionen Angestellten Hungerlöhne unter dem Hartz IV-Satz zahlen und sich später auch noch aus der Rentenfinanzierung ausklinken.
 All diese „Niedriglöhner“ können keinesfalls genug in die gesetzliche Rentenversicherung oder gar in eine private Alterssicherung einzahlen. 
Der Arbeitgeber-Rentenversicherungsanteil entfällt praktischerweise auch. 
Das läßt sie Börsenkurse explodieren und garantiert ein Heer von verarmten Alten, für die dann ebenfalls der Staat aufkommen muß. 
Der Staat hat zwischen 2007 und 2011 mehr als 53 Milliarden Euro ausgegeben, um niedrige Löhne durch Hartz-IV-Leistungen aufzubessern. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet.
Danach wurden im vergangenen Jahr an mehr als 1,21 Millionen Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften mit sogenannten Aufstockern 10,73 Milliarden Euro ausgezahlt. Das seien durchschnittlich 737 Euro monatlich.
"Da werden Milliarden verpulvert, um Hungerlöhne aufzufüllen", sagte Linksparteichef Bernd Riexinger dem Blatt. Seit dem Hartz-IV-Start im Jahr 2005 seien bereits mehr als 70 Milliarden Euro für Aufstocker ausgegeben worden. Er forderte einen gesetzlichen Mindestlohn. Löhne, die bei Vollzeitarbeit nicht zum Leben reichten, müssten unter Strafe gestellt werden.
Auch der EU-Beschäftigungskommissar László Andor hatte Mindestlöhne in Deutschland gefordert. Die Löhne in Deutschland müssten wieder der Entwicklung der Produktivität folgen, sagte der Ungar der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
(Tagesschau 22.12.12)
Eine perversere, volksschädlichere und amoralischere Politik ist kaum denkbar.
Kein Wunder, daß die Reichsten massiv reicher werden und das untere Viertel der Gesellschaft in dauerhafte Verarmung abrutscht.

Die Manager sind entzückt.
In der Allensbacher Elite-Befragung äußern sich Spitzenkräfte aus Wirtschaft und Politik weiterhin positiv zu Angela Merkel. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat dagegen keine Chance.
[…] 86 Prozent der Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung halten Angela Merkel für eine starke Bundeskanzlerin. Ein Rekordwert im „Elite-Panel“, das das Allensbacher Meinungsforschungsinstitut seit 25 Jahren erhebt.
79 Prozent der 500 befragten Entscheidungsträger wollen, dass die CDU-Chefin auch nach der Bundestagswahl 2013 die Bundesregierung führt – obwohl höchst ungewiss ist, in welcher politischen Konstellation das möglich wäre.

Samstag, 22. Dezember 2012

Geschenke! - Teil II




 Kurzbald ist Weihnachten; da muß Mutti als christliche Führerin Deutschlands mal ihre Schatulle öffnen und ihre Lieben glücklich machen.

Glücklich schätzen durften sich die autoritären, misogynen, christenfeindlichen, antidemokratischen, homophoben Folter-Regime Saudi Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate.
Dank Merkels Fürsorge konnten sie sich so richtig mit Panzern und Waffen eindecken, um lästige Demokratiebewegungen, wie in Libyen, Ägypten oder Syrien platt zu machen. 
Die Schwarzgelbe Regierung fühlt mit den menschenfeindlichen Autokraten, die sich gegen das lästige Volk aufrüsten.
Über 17.000 Einzelausfuhrgenehmigungen erteilte sie - unter anderen an Saudi Arabien, die VAE, Ägypten, Irak, Algerien und Pakistan.

 

Besonders bedenklich ist dabei die wachsende Bedeutung von Drittstaaten als Empfänger deutscher Rüstungsgüter. Er hatte im Jahr 2011 einen Anteil von 42 Prozent aller Ausfuhrgenehmigungen. Der höchste Stand aller Zeiten.
Ferner wurden im Jahr 2011 Sammelausfuhrgenehmigungen im Wert von 5,380 Milliarden Euro erteilt. Genehmigungen für staatenübergreifende gemeinsame Rüstungsprojekte wurden verstärkt auch an Drittstaaten erteilt, darunter auch Israel, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Gegenüber 2010 ist dieser Wert um sage und schreibe 630 Prozent gestiegen.
Unter den relevantesten Abnehmern deutscher Rüstungslieferungen an so genannte Drittstaaten (also Nicht-EU bzw. NATO-Partner) stachen folgende Länder besonders hervor: Die Vereinigten Arabischen Emirate (356,9 Millionen Euro), Singapur (343,8 Millionen Euro) und Irak. Saudi-Arabien war mit immerhin 139,5 Millionen Euro ebenfalls dabei.
64 Länder, deren Menschenrechtssituation vom Bonner International Center for Conversion (BICC) als sehr bedenklich eingestuft wird, erhielten 2011 Rüstungsgüter aus Deutschland. 2010 waren es „nur“ 48 Länder.

 Daß Lügenminister Westerwelle behauptet die Waffenexporte gingen auf vorherige Bundesregierungen zurück, ist nur ein besonders dreistes Beispiel der typischen FDP-Verkommenheit.

Immerhin, zwei der bedeutendsten Denker Deutschlands hat Angies asoziale, kirchenhörige, zukunftszerstörende, nationalistische, europafeindliche und kriegsfreundliche Politik schwer beeindruckt.
Zu Weihnachten loben sie in höchsten Tönen.

"Grosser Bewunderer von Angela Merkel! Ich bin sehr stolz und werde Patriot,als Sie Friedensnobelpreis gewonnen hat !!!", twitterte Tennislegende Boris Becker in der Nacht auf Dienstag.

 Beeindruckend wie die rotblonde Spermaschleuder in lediglich zwei kurzen Sätzen so viel grammatikalische, orthographische, inhaltliche und stilistische Fehler unterbringen konnte!
 Hätte man einem Hauptschüler und verurteilten Steuerflüchtling gar nicht zugetraut!
Es ist wohl müßig den unpatriotischen Wahlbriten darauf hinzuweisen, daß man Friedensnobelpreise nicht etwa gewinnt, sondern verliehen bekommt und daß nicht etwa Merkel, sondern „die EU“ Preisträger ist.

Ebenfalls als großer Merkel-Bewunderer outete sich ein anderes Genie aus Deutschland. 

Der Frontman der Rockband Tokio Hotel, Bill Kaulitz, 23, bewundert Angela Merkel. "Die Politik der Bundeskanzlerin ist verständlich und nachvollziehbar", sagte Kaulitz der Zeitschrift "TV Digital". "Für mich ist Merkel eine Sympathieträgerin. Sie vermittelt das 'Mama'-Syndrom. Bei ihr habe ich das Gefühl, in guten Händen zu sein."

 Das gepiercte Zoni-Kind muß als Schulabbrecher eine wirklich üble Kindheit gehabt haben, wenn es sich bei Angie so wohl fühlt.

Freitag, 21. Dezember 2012

Geschenke!




 Kurzbald ist Weihnachten; da muß Mutti als christliche Führerin Deutschlands mal ihre Schatulle öffnen und ihre Lieben glücklich machen.

Für JEDEN reichen die Wohltaten natürlich nicht.
 Muttis Sozialkompetenz ist ungefähr so ausgeprägt wie die Vorliebe der NRA für ein generelles Waffenverbot.

 Unter 34 OECD-Ländern liegt Deutschland auf dem drittschlechtesten Rang, was das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen betrifft, so eine neue Studie der Organisation. Bei den Einkommen beträgt die Gehaltslücke durchschnittlich 22 Prozent - das ist eine bittere Erkenntnis. Richtig finster sieht es dann beim Rentengefälle zwischen Mann und Frau aus. Hier liegt Deutschland in der Statistik auf dem allerletzten Platz.

 Aber diese elenden Armen und nichtshabenden Weiber sind auch irgendwie unsympathisch.
 Mutti bevorzugt die bescheidenen Typen, wie Joseph Ackermann oder Jürgen Großmann.
Die zukünftigen Beschenkten sollen sich wenigstens mit feinfühligen Sätzen im Kanzleramt beliebt machen.

Andreas Köhler, […] der Bundesvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hatte in einer Rede Angela Merkel in eine Linie mit Adolf Hitler gestellt. "Julius Cäsar, Karl der Große, Napoleon, Adolf Hitler, Angela Merkel - die Liste der Staatsleute, die versuchten, Europa zu einigen ist sehr lang", diesen Satz hatte Köhler auf einer Weihnachtsfeier vor etwa 300 Mitarbeitern gesagt.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung macht gern von sich reden. Man könnte auch sagen: Wo Andreas Köhler hinlangt, da wächst kein Gras mehr. Das hat er wieder bei der Weihnachtsfeier seines Verbandes demonstriert. In einem Land, in dem unselige Nazi-Vergleiche längst Legion sind, nannte er Angela Merkel und Adolf Hitler in einem Atemzug. Ein bisschen Thrill muss offenbar sein.

Erst im Frühjahr ließ sich Köhler das Gehalt anheben – und zwar um 34,6 Prozent auf 350.000 Euro. Das ist mehr, als Merkel kriegt. Weil sein Pensionsanspruch 91 Prozent bemisst, lag dieser plötzlich bei 318 500 Euro. Der Kassen-Funktionär richtete lästigen Nachfragern aus, es gehe hier um interne Vorgänge, die die Öffentlichkeit nichts angingen.

  
Für Medizinfunktionäre und Pharmalobbyisten sind unter Schwarz-Gelb goldene Zeiten angebrochen. 
Während es immer mehr Niedriglöhner gibt und Millionen Menschen in regulärer Arbeit weniger als den HartzIV-Satz verdienen, darf es für die Herren Funktionäre gern ein bißchen mehr sein.

Oberdentalfunktionär Jürgen Fedderwitz hatte sich aber schon immer ganz besonders um sein eigenes Gehalt bemüht.

 Zahnarzt-Funktionäre vervierfachen ihr Gehalt
[…] Nach Statistiken, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, sind die Bezüge einzelner Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) um mehr als 300 Prozent gewachsen.  Spitzenreiter ist der Chef der KZV Westfalen-Lippe, Dietmar Gorski, dessen Gehalt nun bei 221.600 Euro liegt. Ein Jahr zuvor betrug es 49.000 Euro - ein sattes Plus von 350 Prozent. Damit verdient Gorski mehr als der Chef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) Jürgen Fedderwitz, der mit 220.000 Euro nach Hause geht. Zuvor lagen dessen Bezüge bei 73.600 Euro, wobei damals weitere Zahlungen wie Sitzungsgelder hinzukamen.
 (Andreas Hoffmann, SZ, 27.04.05) 
Von der Merkel-Regierung gibt es zu Weihnachten noch mal ordentlich Aufschlag. 
Ministerium segnete Luxus-Rente ab

Als wären 240.000 Euro Jahresgehalt nicht genug: Die Vertreter der deutschen Kassenzahnärzte haben sich ein hohes Übergangsgeld genehmigt. Als das Gesundheitsministerium vor einer öffentlichen Debatte warnte, wurde der Großteil des Geldes prompt in ebenso üppige Rentenansprüche umgewandelt.

[…] Rund 240.000 Euro pro Jahr erhalten der Chef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Jürgen Fedderwitz, und seine beiden Stellvertreter Wolfgang Eßer und Günther Buchholz. Dienstwagen und Beiträge für die Altersversorgung kommen noch dazu.

Obendrauf sollen die Zahnärztechefs künftig auch noch ein üppiges Übergangsgeld erhalten, um den Schritt in den Ruhestand abzupolstern. Bis zu 30 Monatsgehälter waren ursprünglich geplant. Ausgehend von den aktuellen Vorstandsgehältern käme ein einzelner Funktionär so im Extremfall auf 626.587,50 Euro Übergangsgeld. […]

Zuständig für die Kontrolle der KZBV ist das Gesundheitsministerium. Das heißt: Das Haus von FDP-Mann Daniel Bahr muss die Vorstandsverträge absegnen. Das Interessante war in diesem Fall aber, dass das Ministerium zwar die Brisanz der hohen Übergangsvergütung sah; statt nach einer billigeren Lösung zu suchen, versuchte man aber lieber gemeinsam mit den Funktionären, die fragliche Summe kleiner aussehen zu lassen.
 Aber für den Steuerzahler sind das noch peanuts verglichen zu den Geschenken, die Bahrs Parteichef Rösler für die Energie-hungrigen Betriebe vorgesehen hat.
 Zu bezahlen natürlich ebenfalls vom „kleinen Mann.“
Es könnte sein, daß Weihnachten 2013 keine FDP mehr in der Bundesregierung sitzt  - da wollen die Hepatitisgelben noch mal mit dem ganz großen Schaufelradbagger die Moneten von unten nach oben schaufeln:
Die Ungerechtigkeiten bei der Energiewende nehmen zu: Nach SPIEGEL-Informationen befreit Merkels Regierung im kommenden Jahr rund 1550 Industriebetriebe weitgehend von den Kosten des Mammutprojekts. […]
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat Mitte Dezember zahlreichen Unternehmen mitgeteilt, dass sie von der sogenannten EEG-Umlage weitgehend ausgenommen sind. [….]
 Der wirtschaftliche Vorteil für die Betriebe wird nach Berechnungen der Grünen bis zu vier Milliarden Euro betragen. Kompensieren müssen das überwiegend Privatkunden und kleinere Unternehmen - für sie sind die Aufschläge auf ihre Stromrechnung entsprechend höher.
[…] "Es ist atemberaubend", kritisiert etwa Felix Matthes vom Öko-Institut im SPIEGEL. Das vorgebliche Kriterium für die Befreiung – der Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit – sei in der Mehrzahl der Fälle nicht gegeben: "Mindestens die Hälfte der Unternehmen ist auf dieser Liste fehl am Platz", sagt Matthes.
Und tatsächlich: Von der EEG-Umlage umfassend befreit sind der aktuellen Liste zufolge auch Kohlegruben der Energiekonzerne RAG und Vattenfall, Schlachthöfe von Wiesenhof und anderen Geflügelmästern sowie eine Reihe von Tierfutterfabriken. Profiteure sind zudem regionale Wurst- und Käsehersteller, Schokoladenfabriken, Solar- und Bioenergiefirmen, die Stadtwerke München, der Erdölmulti Exxon - und die Bremer Tageszeitungen AG, die den "Weser-Kurier" verlegt.
Fröhliche Weihnachten à la FDP.

Es ist ein Rösler entsprungen
Aus einer Irrenanstalt zart
Wie uns die Lobbyisten sungen
Von Raffgier
kam die Art
Und hat eine Parteispende
bracht
Mitten im sozialen Winter
Wohl zu der gelben
Nacht