Freitag, 27. November 2020

Das 99%-Bundesland

Hamburg ist besonders atheistisch, der Mitgliederschwund der einst so dominierenden Evangelischen Kirche ist frappierend.

[…..] Die evangelische Kirche schrumpft nicht, sie implodiert. Annähernd 80 Prozent evangelische Christen zählte man im Hamburg des Jahres 1970, in Schleswig-Holstein waren es fast 87 Prozent. Heute sind zwischen den Meeren noch 51 Prozent der Bürger evangelisch, in Hamburg weniger als 30 Prozent, unter den Schulkindern der Hansestadt gerade noch 16 Prozent. […..]

(FAZ, 14.03.2015)

Etwa 7 Prozent der Hamburger sind Katholiken; die Mitgliedszahlen des Hamburger Erzbistums schrumpfen nicht, aber das ist ausschließlich auf den Zuzug gläubiger Migranten insbesondere aus Spanien, Portugal und Polen zurück zu führen. 22% der Hamburger Katholiken sind fremdsprachig.

Von den 7% Katholiken gingen 8% im Jahr 2017 regelmäßig in den Gottesdienst, das sind etwa 0,5% der Hamburger.

Dabei haben die Mitgliedszahlen noch keine Aussagekraft über die Gläubigkeit der Hamburger. Die meisten Mitglieder sind Karteileichen oder aber gezwungen Mitglied zu sein, weil sie ich einer Einrichtung unter kirchlicher Trägerschaft angestellt sind, Eltern in einem Heim des Diakonischen Werks untergebracht haben oder auf einen evangelischen KITA-Platz angewiesen sind.

Schon vor 20 Jahren stellte der IBKA fest, daß 98% der Hamburger nicht mehr inhaltlich von den beiden großen Kirchen vertreten werden.

[….] Inhaltlich vertreten die beiden Kirchen nur noch 2,1 % der Bevölkerung

Wie gering die Verbundenheit der Kirchenmitglieder mit ihren Kirchen ist, zeigt auch eine Umfrage aus dem Jahre 2002 (vgl. anliegende Nr. 3) nach der sich nur 11 % der Bevölkerung und nur 14 % der Protestanten als "gläubige Kirchennahe" verstehen.

Geht man zusätzlich davon aus:

    dass sich 72 % der evangelischen Kirchenmitglieder überhaupt nicht mehr am Leben ihrer Kirchengemeinde beteiligen2 und

    dass am 1. Fastensonntag Invokavit 2,4 % der Evangelischen in Nordelbien (54.000 von 2.234.000 Kirchenmitgliedern) den Haupt - oder Kindergottesdienst besuchen3, und

    von den Katholiken im Erzbistum Hamburg (405.000) 13,1 % (53.000) als Teilnehmer/-innen am sonntäglichen Gottesdienst gezählt wurden4

und sich in der Kirchgangshäufigkeit eine öffentlich bekundete enge Verbundenheit und innere Übereinstimmung mit den Kirchen ausdrückt, so befinden sich in Hamburg nur noch 13.600 Evangelische und 23.300 Katholiken in innerer und äußerer Verbundenheit mit ihren Kirchen. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung repräsentiert die evangelische Kirche 0,78 % und die katholische Kirche 1,34 % der Bevölkerung in Hamburg.

Diese geringen Größenordnungen - für wie viele Menschen in Hamburg die beiden Kirchen tatsächlich vertretungsberechtigt sind - dürften ein politisch-demokratisches Interesse des Hamburger Staates an einem Vertrag mit diesen Organisationen ausschließen. [….]

(IBKA 2002)

Von den etwa 25% der evangelischen Hamburger (2017), gehen nur 2% regelmäßig in einen Gottesdienst. Das sind noch mal 0,5% aller Hamburger.

2017 ging also maximal 1% der Hamburger sonntags in einen Gottesdienst Jeder 100. Hanseat steht dafür auf, während 99 besseres zu tun haben.

Tendenz weiter stark fallend.

Wie ich gerade schon darlegte, verstehe ich viel mehr als 97 von 100 politischen Entscheidungen.

Ich finde die meisten dieser Fehlentscheidungen nur nicht richtig.

Statt sich also nach den 99,5% der Hamburger zu richten, die auch ohne Corona keinen Fuß in eine Kirche setzen, denkt leider auch der rotgrüner Tschentscher-Senat an die übermächtige Kirchenlobby und lässt gefährliche Gottesdienstbesuche zu

[……] Der Lockdown wird verlängert. Lockerungen gibt es nur an Weihnachten. Und Böller zu Silvester. Jetzt zeigt sich, wer und was in Deutschland wirklich wichtig ist – und wie konservative Kräfte dieses Land dominieren.  Im Frühjahr hieß es: Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben, eine „neue Normalität“ werde entstehen. Jetzt wissen wir, was das heißt: Alles, was Spaß macht, ist verboten – außer Böllern an Silvester. Das ist quasi Grundrecht, vergleichbar nur mit Beten. Denn die Kirchen bleiben natürlich geöffnet. Auch wenn ein Großteil des Landes Gott für eine Illusion hält und Seelenheil eher in der Kneipe, dem Theater oder Techno-Club findet – auch 300 Jahre nach Kants Geburt ist der Einfluss der Religion nicht gebrochen. Genau wie die Macht der Fleischesser: Schlachthöfe bleiben trotz regelmäßiger Viren-Ausbrüche offen, Kultur dagegen verzichtbar. [……]

(Matthis Neuburger, HH MoPo, 27.11.2020)

Welche Kräfte den Senat antreiben verstehe ich, aber es ist absurd in einer tödlichen Pandemie eine so extreme Minderheit so zu pampern und zu möglichen Superspreader-Events zu laden.

Ins Bild passt auch eine Meldung über die Jakobi-Kirche in der Hamburger Innenstadt.

St. Jakobi ist eine der fünf Hamburger Hauptkirchen; erste Teile des Baus entstanden im 14. Jahrhundert, der Turm wurde im 16. Jahrhundert erbaut, im 19. Jahrhundert nutzte Napoleon den Bau als Pferdestall.

Betrieben wird die Kirchen von der Nordkirche, die als Teil der EKD zu einer der reichsten Organisationen der Welt gehört und allein 2019 sechs Milliarden Euro Mitgliedsbeiträge vom Staat eintreiben ließ.

Von diesen jährlich fließenden sechs Milliarden bezahlt die EKD aber nicht etwa ihre kirchlichen Kitas, Krankenhäuser, Heime oder gar ihr Personal. Nein, das wird dem Staat aufgebrummt, ebenso wie die Theologenausbildung.

Die Jakobi-Kirche ist etwas alt und braucht eine Fassadensanierung.

Kein Problem rufen dann sofort eilfertig Bund und Land mitten in der Corona-bedingten Mega-Finanzkrise und lassen 41 Millionen Euro vom überwiegend atheistischen Steuerzahler springen. Es regnet zig Millionen aus Hamburg und Berlin; einfach so zwischendurch. Wir haben es ja.

[……] Umfassende Förderung der Sanierung von St. Jacobi durch den Bund und die Stadt Hamburg.   Hauptpastorin Astrid Kleist, der Kirchengemeinderat und die Gemeinde können die Nachricht noch immer kaum fassen: Der Bund und die Stadt Hamburg haben zugesagt, Fördergelder in Höhe von bis zu 40,8 Millionen Euro bereitzustellen, um die Hauptkirche St. Jacobi umfassend zu sanieren, und eine zeitgemäße und zukunftsgerichtete Nutzung zu ermöglichen. [……] Es stehen umfassende Sanierungsmaßnahmen an der Außenhaut, dem Turm, der Pilgerkapelle, Kemper-Orgel, Restaurierungswerkstatt und am Dachtragwerk an. Ebenso bedarf der Kircheninnenraum einer grundlegenden Renovierung. Auch der denkmalgeschützte Herrensaal, der älteste erhaltene Barocksaal der Stadt, sowie die historischen Wappentafeln, sollen künftigen Generationen erhalten bleiben. Zudem ist eine Modernisierung der Gemeinderäume geplant, die auch auf eine maßgebliche Verbesserung unter dem Gesichtspunkt Barrierefreiheit abzielt. [……] „St. Jacobi soll kein Geheimtipp bleiben“, befindet Finanzsenator Dr. Andreas Dressel. „Jacobi steht in der Mitte der Stadt und wird nun auch in der Mitte des Bewusstseins der Hamburger ankommen.“ [……]

(Jacobus, 27.11.20)

Ein krasser Fall von „auf den größten Haufen scheißen“, wenn inmitten der größten finanziellen Pandemie-Not ausgerechnet die Multimilliardärin Kirche zusätzliche 41 Millionen vom Steuerzahler bekommt, während der Bundesfinanzminister Olaf Scholz 160 Milliarden Euro neue Schulden machen muss.

Ich bin ernsthaft empört.

Die Menschen rennen nicht ohne Grund schreiend von der Kirche weg und währenddessen halten die steinreichen Kleriker die Hand auf, um bei den nicht mehr Kirchensteuerpflichtigen erneut abzukassieren.

Es wird höchste Zeit endlich Politiker mit Testikeln zu wählen, die solche Anliegen strikt ablehnen.

[……] Was erlaubt ist, bestimmt nicht nur das Virus, sondern bestimmen Interessen, Traditionen, Bedürfnisse. Das liegt in der Natur des politischen Prozesses – keine Entscheidung kann völlig objektiv sein. Da sich aber – trotz Impf-Offensive – an der Virenfront bis März nicht viel bessern und der Lockdown zum Dauerzustand werden dürfte, sollten die Lasten geteilt und die Prioritäten auch mal geändert werden. Wie wäre es also, nach Silvester Läden und Gotteshäuser einen Monat zu schließen, dafür Restaurants und Kultur zu öffnen? […..]

(Matthis Neuburger, HH MoPo, 27.11.2020)

Donnerstag, 26. November 2020

Hasse die Dummheit, liebe die Dummen?

Jüdische Organisationen in Deutschland sind genau wie der Antisemitismusbeauftrage Felix Klein, wie ich, wie Heiko Maas extrem entsetzt über die strunzdoofe Anmaßung und Holokaustverharmlosung der Kasseler Studentin Jana.

Die sagenhafte Dummheit dieser Querdenker-Covidiotin wäre noch zu ertragen, aber die ostentative Borniertheit, mit der sie sich stolz auf die Bühne stellt, um ihre eigene Hohlheit zu feiern macht so fassungslos, daß natürlich sofort ein Shitstorm losbricht und unter dem #JanaAusKassel in allen sozialen Medien ein Meme-Feuerwerk losprasselt.

Es ist richtig, die schlimme Jana nicht einfach gewähren zu lassen. Man muss öffentlich reagieren, um ihre Lügen und Bösartigkeit zu enttarnen. Sie selbst und der Kern ihrer Schwurbel-Blase werden selbstverständlich nicht einsichtig und reuig. Die harte braune Bodensatz – Wendler, Hildmann, Berger, Beverfoerde, Naidoo – ist verloren.

Da helfen weder Geld, noch gute Worte. Weder Ratschläge, noch Schläge.

Das ist intellektuell irreversibel unrettbarer Abschaum.

Es ist aber wichtig die Masse der Indifferenten, die Mittelverblödeten, Denk-Schnecken, Minimalbelesenen, homöopathisch Informierten nicht allein dem lauten braunen Geschrei zu überlassen. Sie könnten es sonst für Mainstream oder gar richtig halten und sich ebenfalls in die Blase ziehen lassen.

Also servieren wir möglichst laute Widerrede, um den „stillen Mitlesern“ zumindest ein pluralistisches Internet zu bieten.

Unglücklicherweise funktionieren die Social Media-Algorithmen aber so, daß die abstrusen, abseitigen und extremistischen Äußerungen sofort multipliziert werden, während die vernünftigen und besonnenen Statements verschwinden.

Insofern sind lustige Anti-Jana-Memes eine Art Notwehr, weil sie wenigstens Aufmerksamkeit erzielen und sich daher verbreiten.

Aber es ist ein schmaler Grat.

Bei zu vielen #JanaAusKassel-Witzen werden all die braune verschwörungstheoretischen Maden hervorgelockt, um ihre Alliierte zu unterstützen.

Zudem tauchen auch besorgte Normalbürger auf, die Mitleid mit den Janas und Karens dieser Welt empfinden, sich schützend vor sie stellen.

Zu viel Mitleid mit den Hassern, nur weil sie geistig unterentwickelt sind, ist aber nicht angebracht.

Wenn man nicht aufpasst und von Anfang an dagegen hält, sondern wie in den USA 2015/2016 Trump einfach machen lässt, immer die TV-Kamera draufhält und jede noch so gemeine Lüge überträgt, wird so eine Jana womöglich sehr mächtig.

Trump wurde im November zum mächtigsten Mann der Welt, zum Oberbefehlshaber der größten militärischen Supermacht; zu dem Mann, mit dem Atomkoffer gewählt.

Nun konnte man ihn nicht mehr ignorieren und seine Taten stellten sich als genauso gefährlich wie seine Nicht-Taten heraus.

In den USA sterben gegenwärtig täglich über 2.000 Menschen an Covid19. JEDEN EINZELNEN TAG.

[…..] In den USA hat die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Corona-Toten am zweiten Tag in Folge die 2000er-Marke überschritten. Am Mittwoch meldeten die Behörden 2297 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Dies entspricht dem höchsten Stand seit Anfang Mai. Tags zuvor waren es 2146 gewesen. Damit nähert sich die Zahl dem bislang höchsten Wert von 2609 Toten am 15. April. [….]

(Stern, 26.11.20)

Es gilt also covidiotisch-rassistische Aktivisten zu ignorieren, so lange sie Einzelkämpfer sind.

Geriert keine Medienaufmerksamkeit für so ein braunes Hass-Pack.

Wenn es ihnen allerdings doch gelingen sollte, sich aus den Tiefen der Internet-Unbekanntheit zu erheben, muss man ein Auge drauf werfen und kontinuierlich in ihren eigenen Blasen widersprechen.

Der wahnsinnige schwule Katholiban und verschwörungstheoretische Hassblogger David B. ist inzwischen so weit in die braun, antisemitische Aluhut-Welt abgedriftet, daß man die Männer im Weißen Kittel rufen möchte.

Aber er generiert Follower, wird diskutiert und netzwerkt in der rechtsextremen Covidioten-Szene

Seine offensichtlich unter dem Einfluss bewußtseinsverengenden Mitteln geschriebenen Texte, sind unfreiwillige Realsatire.

Herrlich absurd und so diametral der Wahrheit entgegengesetzt, daß man herzlich lachen möchte.

[…..]   (David Berger) Was sich bereits seit vielen Jahren andeutete, wird nun im Rahmen des Corona-Regimes überdeutlich: Die linksextreme „Antifa“ ist zu einer Art militanter „Merkeljugend“ geworden, zu einer mit Steuergeldern hoch dotierten Schlägertruppe für „autoritäre Durchregierer“ des Systems Merkel. […..]   Leider zeigen sich aber auch bei der Polizei inzwischen Tendenzen dazu hin, sich immer öfter auf die Seiten der „Antifa“-Aggressoren zu stellen […..] Wer fragt, wie sich die „Antifa“ so entwickeln konnte, der muss den alten Leitspruch „Folge der Spur des Geldes“ beherzigen. Und weiß dann, warum kurz nach diesen deutschlandweiten Interventionen der „Merkeljugend“ die Bundesregierung gestern beschlossen hat, mehr als eine Milliarde (!) Euro für den „Kampf gegen Rechts“ bereitzustellen.   Dieser Schritt garantiert u.a., dass die Merkeljugend weiter „die Fahne hoch“ und „die Reihen fest geschlossen“ dort aufmarschiert, wo Kritik am immer totalitärer agierenden System Merkel auftaucht und mit „festem Schritt“ jeden brutal niedertreten wird, der der „neuen Normalität“ Wege steht. […..]

(Phimosesophie Phantast, 26.11.2020)

Methmouth erklärt die "Antifa"; das sind radikale Merkel-Fans, die gegen die Demokratie und Meinungsfreiheit kämpfen.

Soso.

Außerdem sind Greta Thunberg und FFF die Cheflobbyisten von Mercedes Benz; Hedwig Beverfoerde und Birgit Kelle sind bekannte lesbische FEMEN-Aktivistinnen und nicht zu vergessen BLM; die als bekannte Trump-Fans für den orangen Helden Wahlkampf machen.

Aber es hilft nichts; man muss sich auch diesen Stimmen bewußt sein und sowohl aktiv wie auch proaktiv widersprechen und aufklären.

Mittwoch, 25. November 2020

Von Holland lernen

Von 100 politischen Entscheidungen verstehe ich 98 nicht!“ entgegnete mir letzte Woche eine über 90 Jahre alte Dame in einer Pflegeeinrichtung.

Klaren Verstandes fügte sie verschmitzt hinzu „ich soll nicht immer so übertreiben hat man mir gesagt, also, von 100 politischen Entscheidungen verstehe ich 97 nicht!“

Es ging um die ihrer Meinung nach nicht konsistenten Corona-Maßnahmen. Wieso darf sich in dem Seniorenheim jeder frei bewegen, der als „Dienstleister“ kommt; also Handwerker, Physiotherapeutin, Lieferanten, Blumenboten, Briefträger, aber sie dürfe nicht einmal in der Woche in ein Restaurant mit exzellenten Hygienekonzept, Plexiglasstellwänden und nur jedem zweiten besetzten Tisch gehen.

Nun geht es aber bei den deutschen Corona-Regeln nicht unbedingt um Einzelfallgerechtigkeit, sondern es werden verschiedene Interessen abgewogen, während man die Quantität aller Kontakte betrachtet und aus pandemischer Sicht Vorgaben erhält wie viel Prozent davon möglichst wegfallen sollten.

Wäre ich über 90 Jahre alt, würde ich mich sicherlich auch auf die Position zurückziehen, vieles nicht mehr zu verstehen und den Luxus genießen es auch nicht mehr verstehen zu müssen.

De facto gibt es schon heute viele Bereiche des Lebens und der Ökonomie, die anderen extrem wichtig erscheinen, aber für mich so irrelevant sind, daß ich gar nicht erst beginne Zeit dafür aufzuwenden.

Manga, Anime, Play Station, Gamen, Zocken, Streamen – darum sollen sich Jüngere kümmern.

Ich verstehe wie unverständlich die meisten politischen Entscheidungen wirken, wenn ein Betroffener eine konkrete Auswirkung im Alltag spürt, die er als Verschlechterung empfindet.

Wenn ich als Autofahrer guten Gewissens (weil ich erstens extrem wenig fahre und zweitens damit pandemisch vorbildlich kontaktlos) sehe, daß ich nicht mehr in die Länden gehen kann, die ich seit Jahrzehnten frequentiere, wo schon meine Mutter und meine Oma einkauften, bin ich sauer.

Wieso macht der blöde Senat den Hamburger Jungfernstieg autofrei, hackt massenhaft Bäume ab, vernichtet jedes Jahr tausende Parkplätze zu Gunsten von Radfahrern?

Das schadet der Autoindustrie, das schadet den Geschäftsleuten in der Innenstadt und das schadet mir, weil ich gezwungen werde meine Routinen zu ändern, ja sogar teilweise gezwungen werde Waren im Internet zu bestellen, obwohl ich das möglichst immer vermeide, um den stationären Handel zu stärken gegen die großen Multikonzerne, die keine Steuern zahlen.

Man könnte also sagen „ich verstehe die politischen Entscheidungen“ des frommen grünen Verkehrssenators Tjarks nicht.

In Wahrheit finde ich die Entscheidung nur falsch und meine, er sollte die verschiedenen Interessen anders abwägen und kreativer entscheiden.

Falsche Entscheidungen sind meist nur Entscheidungen, die aus anderen Gründen getroffen werden. Sie sind eben doch zu verstehen, wenn man darüber nachdenkt, von welchen Lobbyisten ein Entscheider gelenkt wird, welche Interessen er nicht berücksichtigt, bzw welche Absichten er verfolgt.

Tjarks denkt an seine Wahlchancen bei jungen urbanen Typen, möchte die Unterstützung der Radfahrerlobbys, will sich in seiner Partei al derjenige profilieren, der erfolgreich die schadstoffausstoßenden Autos verbannt und denkt eben nicht daran, daß es ältere und gebrechliche Menschen gibt, die nicht Radfahren können oder aus gesundheitlichen Gründen nicht in einen vollen ÖPNV-Bus steigen.

ICH sage, die Tjarks-Verkehrspolitik ist schlecht. Aber ich verstehe sie trotzdem, wenn ich darüber nachdenke was ihn leitet und was ihn nicht interessiert.

 Und so ist es auf allen Ebenen. Kommunal, in den Bundesländern, im Bundeskabinett, in Brüssel oder beim G20.

Es werden zwar jede Menge Entscheidungen verkündet, die demjenigen, der damit leben muss als völlig unverständlich erscheinen, aber in der Regel lässt sich nachvollziehen weshalb welche Interessen berücksichtigt wurden, wer Einfluss nahm und was damit beabsichtigt wurde.

Sehr selten kommt es vor, daß politische Vorgänge gänzlich rätselhaft erscheinen und mir gar nicht klar wird, wer eigentlich davon profitiert.

Einer dieser wenigen Fälle ist der Streit des Bundes, Berlins und Brandenburgs mit dem Hause Hohenzollern.

Der aktuelle Prinz von Preußen überzieht Bund, Länder und Stiftungen seit Jahren mit hunderten von Klagen.

Er will all die Schätze, die seine Familie bis 1918 zusammenraffte, als die Monarchie abgeschafft wurde.

Er ist klagefreudiger als Trump und überzieht ganze Regierungsabteilungen mit immer neuen Rechtsstreitigkeiten.

Dabei geht es auch um die Hohenzollern-Schlösser, die auf dem ehemaligen Gebiet der DDR liegen und unter sowjetischer Besatzung nach 1945 enteignet wurden.

 Die heutige Rechtslage ist aber eindeutig: Ja, die enteigneten Junker dürfen ihre Besitztümer zurückfordern, WENN sie nicht aktiv Hitler und den Nationalsozialismus »er­heb­li­chen Vor­schub ge­leis­tet« haben. Dies Un­wür­dig­keitsklau­sel soll ausschließen, daß Nazis und de­ren Nach­fah­ren Steu­er­mit­tel er­hal­ten.

 Das ist aber im Falle der Preußen eindeutig der Fall.

Ex-Kaiser Wilhelm II war glühender Antisemit und Hitler-Fan; seine erwachsenen Söhne waren aktive überzeugte Nazis, die Hitler durch ihre prominenten Namen einen enormen Propagandaerfolg bereiteten und die Herrschaft des ehemaligen Gefreiten gewissermaßen absegneten. Sie waren „Hitlers nützliche Idioten“, wie es Heribert Prantl ausführlich für die Süddeutsche Zeitung dokumentierte.

Wil­helm II. träum­te im holländischen Exil…

[……]  „von ei­ner Rück­kehr auf den Thron, hier ver­stieg er sich in Fan­ta­si­en über den Mord an Ju­den (»Das Bes­te wäre Gas«), hier be­geis­ter­te er sich für die frü­hen Sie­ge Hit­lers auf dem Schlacht­feld. […..] Wil­helm II. war frei­lich ein un­dank­ba­rer Gast. Als die Wehr­macht 1940 in die Nie­der­lan­de ein­mar­schier­te, ju­bel­te der re­ak­tio­nä­re Na­tio­na­list. Ein An­ge­bot der Bri­ten, sich wie die nie­der­län­di­sche Kö­ni­gin nach Groß­bri­tan­ni­en ab­zu­set­zen, schlug er aus. […..]

(DER SPIEGEL, 21.11.2020, s.48)

Sein Urenkel Georg Friedrich, Prinz von Preußen, kennt keine Hemmungen und will trotzdem ein gewaltiges Multimillionenvermögen vom Steuerzahler haben.

[….]  Die wach­sen­den Be­las­tun­gen der öf­fent­li­chen Haus­hal­te durch die Co­ro­na­kri­se sind ab­seh­bar. Aus­ge­rech­net den un­be­lieb­ten Ho­hen­zol­lern in sol­chen Zei­ten Mil­lio­nen­be­trä­ge zu über­wei­sen dürf­te schwer ver­mit­tel­bar sein.  Und dann ist da noch der aber­wit­zi­ge ju­ris­ti­sche Feld­zug des Kai­ser-Nach­fah­ren ge­gen Me­di­en und His­to­ri­ker. Ih­nen wirft Prinz von Preu­ßen fal­sche Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen vor. Über die Zahl der Fäl­le will er heu­te kei­ne Aus­kunft mehr ge­ben, im Fe­bru­ar wa­ren es nach sei­nen An­ga­ben be­reits 120.

Es geht da­bei oft um ne­ben­säch­li­che Fra­gen, etwa ob Prinz von Preu­ßen ein staat­li­ches Ho­hen­zol­lern­mu­se­um ver­langt hat. Hat er näm­lich nicht.   Kaum ein ehemaliges Hohenzollernschloss um Berlin, dessen Bestände nicht betroffen wären.     In­zwi­schen hat sich dar­aus eine Grund­satz­dis­kus­si­on über Wis­sen­schafts- und Pres­se­frei­heit ent­wi­ckelt. Eva Schlo­theu­ber, Vor­sit­zen­de des Ver­bands der His­to­ri­ker und His­to­ri­ke­rin­nen Deutsch­lands, kri­ti­sier­te kürz­lich im Deutsch­land­funk, der Ho­hen­zol­ler wol­le Aus­sa­gen von Wis­sen­schaft­lern un­ter­drü­cken. Dar­auf be­kam sie Post vom An­walt der Fa­mi­lie. Es hand­le sich um ei­nen »völ­lig aus der Luft ge­grif­fe­nen, un­ge­heu­er­li­chen und die Gren­zen je­der Äuße­rungs­frei­heit über­schrei­ten­den Vor­wurf«.   Das »Ge­schichts­fo­rum beim SPD-Par­tei­vor­stand« – ein Gre­mi­um aus Wis­sen­schaft­lern und SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten – ver­lang­te Diens­tag be­reits vom Bund und den bei­den Län­dern, die Ver­hand­lun­gen mit den Ho­hen­zol­lern »so lan­ge aus­zu­set­zen, bis alle Kla­gen zu­rück­ge­nom­men sind«.   Prinz von Preu­ßen nimmt so­gar Po­li­ti­ker ins Vi­sier, auf de­ren Zu­stim­mung er mög­li­cher­wei­se an­ge­wie­sen sein könn­te. Zur­zeit pro­zes­siert er ge­gen die grü­ne Frak­ti­on im Ber­li­ner Ab­ge­ord­ne­ten­haus und de­ren Ge­schäfts­füh­rer We­se­ner. Der hat­te ge­sagt, der Ho­hen­zol­ler habe ein Mit­spra­che­recht bei der künf­ti­gen Dar­stel­lung preu­ßi­scher Ge­schich­te ge­for­dert – was vom Land­ge­richt Ber­lin vor­läu­fig ver­bo­ten wur­de. Die Grund­la­gen für die­se Be­haup­tung sei­en nicht aus­rei­chend. […..]

(DER SPIEGEL, 45/2020)

Weder Bran­den­burgs Fi­nanz­mi­nis­te­rin Kat­rin Lan­ge (SPD), noch Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Grüt­ters (CDU) aus dem Kanz­ler­amt trauen sich aber zu entscheiden.

Auch die Landespolitiker in Berlin zucken alle verängstigt zurück und kriechen auf Zeit spielend vor den Hohenzollern.

Warum? Das ist tatsächlich eine Entscheidung, die ich gar nicht verstehe.

Wieso haben rotrotgrüne Politiker solche Angst vor den ehemaligen Nazi-Prinzen und lassen sich auf der Nase herumtanzen, statt ihre Gesuche einfach abzulehnen?

Nicht nur Georg-Friedrichs Vorfahren waren Nazis, nein, auch er selbst ist 80 Jahre später nicht bereit einen Funken Reue zu zeigen und führt sich auf, als ob er immer noch regiert. Es ist eine Frechheit.

Ganz so als hätte sein Uropa nicht zufällig einen Weltkrieg mit Abermillionen Toten ausgelöst.

[…..] Die Hohenzollern fordern Entschädigung vom Staat für die Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei haben sie den Aufstieg der Nazis sehr befördert und begrüßt. Das beweisen bisher kaum beachtete Briefe von 1933. Ihre Forderungen sind unanständig.   […..] Über das Begehren des Hauses Hohenzollern, also des ehemaligen deutschen Kaiserhauses, ihm Wohnrechte im Schloss Cecilienhof in Potsdam oder in anderen schönen, alten Herrscherhäusern zu gewähren, wurde und wird zwischen dem deutschen Staat und der Familie Hohenzollern ernsthaft verhandelt. Der Wohnrechtsstreit gehört zum Großkomplex von Forderungen der Nachfahren des letzten Kaisers; der sann einst nach dem Ersten Weltkrieg im Exil Tag und Nacht darüber nach, wie er wieder zu Thron und Macht kommen könnte - und wurde gleichwohl von der Regierung der jungen Republik mit vielen Millionen alimentiert und mit 59 Eisenbahnwaggons voller Kostbarkeiten und Krimskrams bei Laune gehalten.    Die Nachfahren von Kaiser Wilhelm fordern nun die Rückgabe weiterer Kunstschätze aus staatlichen Museen, sie wollen viele Millionen an Entschädigungszahlungen für nach dem 2. Weltkrieg in der Sowjetischen Besatzungszone enteignete Mobilien. Sie sehen sich als Opfer. Und die brandenburgische Finanzministerin Katrin Lange (SPD) scheint geneigt zu sein, den Forderungen entgegenzukommen. […..]  Die Hohenzollern haben sich an das NS-Regime angebiedert, haben es gepampert und gepriesen.   Der abgedankte Kaiser Wilhelm saß im Schloss Doorn im Exil, schwadronierte dort über die Vernichtung der "Juden und Mücken" und kam 1927 zu dem eigenhändig geschriebenen Fazit: "Ich glaube, das Beste wäre Gas." Seine Kinder kooperierten mit den Nazis. Sein vierter Sohn, August Prinz von Preußen, war schon 1930 in die SA und die NSDAP eingetreten und ein Propagandapferd der Nazis. Der damalige ehemalige Kronprinz Wilhelm empfing Göring und Hitler auf Schloss Cecilienhof, schmiedete mit ihnen Bündnisse, warb für die Hitler-Regierung, posierte mit dem Hakenkreuz, nobilitierte die Nazis.      Georg Friedrich Prinz von Preußen, der heute amtierende "Chef" der Hohenzollernfamilie, will, um die Unwürdigkeitsklausel zu umgehen, den Kronprinzen von damals "differenziert" sehen. […..] Und so sah dieser angebliche Widerstand aus: Alsbald nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und der Vereidigung des Hitler-Kabinetts am 30. Januar 1933 - es war dies die Geburtsstunde der NS-Diktatur - schrieb Kronprinz Wilhelm junior an Generalmajor von Bredow: "Jetzt heißt es, die Geschlossenheit dieser Regierung in jeder Beziehung zu unterstützen und Jedem in die Fresse zu hauen, der versucht, in diese Geschlossenheit Unruhe und Misstrauen hineinzutragen. Dieses 'in die Fresse hauen' habe ich bereits verschiedentlich mit der notwendigen Rücksichtslosigkeit in den letzten Tagen besorgt." Der Brief datiert vom 6. März 1933. Es gibt viele weitere Briefe dieser Art. […..]

(Heribert Prantl, SZ vom 26.09.2020)

Auch das Schloss Doorn in Holland, in dem Wilhelm II bis zu seinem Tod 1941 lebte, verlangte Georg Friedrich von Preußen im Jahr 2014 vom Niederländischen Staat zurück.

Dort wurde aber nicht gefackelt und das Ersuchen schlicht mit „Nein“ beantwortet.

[….] Da man sich nicht habe ei­ni­gen kön­nen, sehe sich Evers­hed­s' Auf­trag­ge­ber, Ge­org Fried­rich Prinz von Preu­ßen, Chef des Hau­ses Ho­hen­zol­lern, »lei­der ge­zwun­gen, ei­nen for­mel­len An­spruch auf den Be­sitz von Haus Doorn, das da­zu­ge­hö­ri­ge In­ven­tar und das um­lie­gen­de Gut so­wie zwei da­zu­ge­hö­ren­de Bau­ern­hö­fe zu er­he­ben«. Soll­te Jet Bus­se­maker, Mi­nis­te­rin für Bil­dung, Kul­tur und Wis­sen­schaft, den An­spruch zu­rück­wei­sen, sei die Kanz­lei be­auf­tragt, recht­li­che Schrit­te ein­zu­lei­ten.

Der Brief stammt vom 26. Sep­tem­ber 2014 und be­legt ei­nen bis­lang un­be­kann­ten Vor­gang: Die Ho­hen­zol­lern woll­ten auf Haus Doorn zu­grei­fen, das welt­be­rühm­te Schlöss­chen nahe Ut­recht. [….] Die Mi­nis­te­rin lehn­te das An­sin­nen des Ho­hen­zol­lern-Chefs frei­lich ab. Im Mai 2015 be­schied die So­zi­al­de­mo­kra­tin des­sen An­wäl­ten, die nie­der­län­di­sche Re­gie­rung sehe »kei­nen Grund«, dem An­spruch nach­zu­kom­men. [….]

(DER SPIEGEL, 21.11.2020, s.48)

So geht das.

Ich verstehe die politischen Entscheidungen der grünen, linken, Sozi- und CDU-Ministerialen insgesamt nicht. Wieso lassen sie sich und dem Steuerzahler so frech auf der Nase herumtanzen?

Dienstag, 24. November 2020

Trump, der Einzige

Der Amtsbonus eines US-Präsidenten fällt größer als in homogeneren Nationen aus, die beispielsweise wie in England oder Holland neben der demokratisch gewählten Regierung noch ein identitätsstiftendes Königshaus mit ewiger Tradition aufweisen.

Die US-Präsidentenfamilie erfüllt auch phantom-monarchische Funktionen.

Kein Mensch weiß welches Auto die Bundeskanzlerin fährt oder wie die Kennung des Regierungs-Flugzeugs von Boris Johnson lautet, wo der italienische Regierungschef Giuseppe Conte wohnt oder wie das Büro des japanischen Premierministers Yoshihide Suga aussieht.

In Amerika sind das alles symbolisch hoch aufgeladene ikonische Gefährte/Orte.

Die Air Force One, das Oval Office, The Beast und das Weiße Haus hingegen sind weltbekannt, wurden allesamt schon vielfach in TV-Serien und Hollywoodfilmen portraitiert.

Wer vier Jahre lang mit diesen Symbolen glänzt, hinter dem Rednerpult mit dem riesigen US-Präsidentenemblem steht, die militärische Jacke des „Commander in Chief“ trägt, wirkt so präsidial, daß er auch wiedergewählt wird.

Meistens.

Nach vier Jahren abgewählt wurden in den letzten einhundert Jahren nur Herbert Hoover (1932), Jimmy Carter (1980), George H. W. Bush (1992) und nun IQ45.

Trump ist zudem der einzige aller bisherigen 46 (inklusive Joe Biden) US-Präsidenten seit George Washington 1789, der das Kunststück vollbrachte gleich bei zwei Präsidentschaftswahl haushoch in absoluten Stimmen zu verlieren.

Am 08.11.2016 unterlag er Hillary Clinton mit 62.984.828 Stimmen (46,09%) zu 65.853.514 Stimmen (48,18%).

Am 03.11.2020 lag Trump nach gegenwärtigem Auszählungsstand mit 73,8 Millionen Stimmen (47,1%) sogar mehr als sechs Millionen Stimmen hinter Biden, der über 80 Millionen Stimmen (51%) holte.

Um seine präsidentielle „Arbeitsleistung“ dieser historisch einmalig desaströsen Statistik anzupassen, enden Trumps vier Jahre auch noch als eindeutig faulster US-Präsident aller Zeiten.

Er lässt sich nicht briefen, geht zu keinen Hintergrundgesprächen, hält keine Pressekonferenzen, erscheint kaum im Oval Office, schwänzt internationale Treffen und verschwendet fast die ganze Zeit Fast Food-fressend vor dem Fernseher oder geht Golf spielen.

Man muss es auf eine groteske Art bewundern, wie es der orange Clown vermochte trotz dieser minimalen Arbeitszeit eine gesamte Partei zu einer fanatisch antidemokratischen Sekte umzufunktionieren und derartig viel Schaden anzurichten.

In den ersten neun Monaten seiner Amtszeit arbeitete auch G.W. Bush kaum, verbrachte viel Zeit in Ruhe entspannend auf seiner texanischen Ranch, verließ das Büro im Washington immer schon um 17.00 Uhr – wenn er da war.

Aber in der Zeit passierten auch keine Katastrophen; man philosophierte schon darüber sich einen Idioten als Präsidenten leisten zu können, weil „das System“ auch allein arbeite.

Erst als GWB nach dem 11.09.2001 seine Bestimmung fand und sich voll in seinen Job als US-Präsident schmiss gelang es ihm katastrophalen Schaden anzurichten, Illegale Angriffskriege mit hunderttausenden Toten anzuzetteln, die halbe Welt gegen die USA aufzubringen, das Staatsdefizit zu vervielfachen und die größte Weltfinanzkrise seit 1929 auszulösen. Dafür zeigte Bush acht Jahre lang viel Einsatz.

Trump ist da wesentlich effektiver und vermochte in der halben Zeit mit einem Bruchteil des Arbeitseinsatzes GWB a posteriori wie ein Genie aussehen zu lassen.

Kein seriöser Beobachter hegt irgendwelche Zweifel daran, daß Donald Trump eindeutig der schlechteste und auch gefährlichste US-Präsident aller Zeiten ist.

[…..] Niemand hat erwartet, dass Trump sich als anständiger, als würdiger Verlierer präsentieren würde. Das liegt nicht nur daran, dass ihm wenig ferner liegt als Anstand und Würde, es liegt vor allem daran, dass es in seinem beschädigten Weltbild nicht vorgesehen ist, dass er, Trump, verliert. Sein Gezeter war insofern vorhersehbar. Allerdings hat vermutlich kaum jemand erwartet, dass Trump sich als derart schlechter Verlierer erweisen würde. Dass er bereit ist, im Zuge seines Abgangs die Grundfesten der amerikanischen Demokratie zu erschüttern, indem er den Mythos erschafft, die Wahl sei verschoben worden und Joe Biden ein illegitimer Präsident. […..] Trump [ist] dabei […..], die Legende zu erschaffen, er müsse das Weiße Haus verlassen, obwohl er die Wahl nicht verloren habe; er sei, wenn man so will, im Felde unbesiegt geblieben. Was das für Folgen haben könnte, mag man sich kaum ausmalen. Mehr als die Hälfte der Republikaner glaubt Umfragen zufolge, dass Trump die Wahl gestohlen wurde, und bei der anderen Hälfte gibt es zumindest Zweifel an der Legitimität der Abstimmung. Damit ist die Basis gelegt zur Unterhöhlung der Demokratie. […..]. Selten in ihrer Geschichte waren die USA ein derart zerbrechliches Gebilde, und der Präsident schlägt auf mögliche Bruchstellen ein. Zu seinem Abschied präsentiert sich Trump noch einmal als Kraft der Zersetzung. In seinen letzten Tagen im Amt untermauert er, dass er nicht nur der schlechteste Präsident der Geschichte der USA war, sondern auch der gefährlichste. […..]

(Christian Zaschke, 24.11.20)

Seine winzige Aufmerksamkeitsspanne, die sagenhafte Borniertheit und ostentative Faulheit kompensiert der Psychopath Trump mit seiner Bösartigkeit.

Im vollen Nero-Modus trachtet er nun nach Rache und fügt der eigenen Nation so viel Schaden zu wie nur irgend möglich.

Der USA soll es so schlecht gehen, daß die nachfolgende Administration daran scheitern muss das Trump-Desaster aufzuräumen.

Dies ist eine der wenigen Fähigkeiten, die der grotesk geschminkte Rassist zweifellos beherrscht: Totale Destruktivität.

Im großen Stil gibt es Naturschutzgebiete für Ölbohrungen frei, lässt jegliche Anti-Corona-Maßnahmen einfrieren, soziale Ausgaben stoppen, damit die US-Wirtschaft maximalen Schaden nimmt. Und er hat noch zwei Monate für Last-Minute-Beschlüsse, präsidentielle Anordnungen, militärische Abenteuer und außenpolitisches Chaotentum. Kreditgarantien in Höhe von fast 500 Milliarden Dollar ließ Trump seinen Finanzminister Mnuchin stoppen, um möglichst vielen Familien und Firmen während des zweiten großen Lockdowns; diesmal auch noch im Winter den Rest zu geben

[…..] Trumps zynisches Endspiel

Donald Trump […..] versucht […..]  in seinen letzten Amtswochen noch, Biden […..]  zu sabotieren – mit schlimmen Folgen für viele Amerikaner.

[…..] In seinen letzten Amtswochen setzt Trump alle Hebel in Bewegung, um Biden durch Last-minute-Beschlüsse politisch zu knebeln und, schlimmer noch, überall verbrannte Erde zu hinterlassen. Seine To-do-Liste – legal, aber folgenschwer und beispiellos zynisch – reicht von der Sabotage eines baldigen Konjunkturaufschwungs, den Biden braucht, über die Drosselung der Umweltauflagen bis hin zu außenpolitischen Winkelzügen. […..]

Die New York University protokolliert mit ihrem »Midnight Watch Project« fast drei Dutzend Anti-Öko-Maßnahmen auf den letzten Drücker. […..] Der US-Senat findet seit Wochen keine Zeit, über neue Corona-Hilfen zu beraten. Doch die letzten noch vakanten Richterposten können Trumps Republikaner nicht schnell genug besetzen. Hier galt früher eine Karenzfrist nach einer verlorenen Wahl, die Trump nun bricht: Allein seit Anfang November bestätigte der Senat sechs konservative Bezirksrichter auf Lebenszeit, darunter einen 33-jährigen Rechtsanwalt, den die Berufskammer ABA als »nicht qualifiziert« bezeichnet hat.   Ein weiterer Tabubruch: Entgegen dem landesweiten Trend hat Trump den Vollzug von Exekutionen auf Bundesebene beschleunigt. Orlando Hall, der vorige Woche hingerichtet wurde, war der erste Delinquent seit 1889, dessen Tod in die »Lame Duck«-Phase des Machtwechsels nach der Wahl fiel. Vor Trumps Abgang sollen nun noch fünf weitere Häftlinge hingerichtet werden, die letzten zwei in der Woche unmittelbar vor Bidens Antritt. Der Schwarze Dustin Higgs soll am 15. Januar sterben – dem Geburtstag der Bürgerrechtsikone Martin Luther King. […..]

(Marc Pitzke, 24.11.20)

Montag, 23. November 2020

Das Weihnachtspolitikum.

Merkel kann (und will?) nicht so zentralistisch regieren wie Trump oder Macron.

Erst Recht nicht wie Putin und schon gar nicht wie Xi.

Daher haben die Sars-CoV-II-Typen auch leichteres Spiel in Europa als in Asien.


   Autokratien haben Vorteile; insbesondere für die Machthaber; daher versuchen die skrupellosesten Regierungschefs in Demokratien (Trump, Erdoğan, Duterte, Putin, Orbán, Kaczyński) eine Metamorphose ihrer Systemen hin zu einer Diktatur.

Für die Regierten, insbesondere diejenigen, die sich politisch nicht auf Linie befinden, sind Autokratien umso weniger schön. Daher nehme ich es auch achselzuckend hin, daß Deutschland in so vieler Hinsicht den Anschluss verpasst, keine Großprojekte umsetzen kann, zehn Jahre braucht, um Stiefel für die Bundeswehrsoldaten zu kaufen und das lahmste Internet aller Industrienationen hat.

Sicher, das frustriert, weil es auch in Deutschland mit fähigeren politischem Personal viel besser laufen könnte, aber es ist dennoch angenehmer als eine russischchinesischtürkische Diktatur.

Die Rücksichtnahme auf das scheue Reh „Wähler“, bei 16 Kommunal-, 16 Landtags-, einer Europa- und einer Bundestagswahl nervt allerdings gewaltig.

 

Während sich irre Aluhut-Trägerinnen aus Kassel schon mit Sophie Scholl vergleichen, weil sie in Geschäften einen Mundschutz tragen soll, hätte ich es gern härter: Drastische Geldstrafen für Maskenmuffel, Impfgegner und Corona-Partyvolk.

Stattdessen sind die 14 Onkel und zwei Tanten aus der Ministerpräsidentenriege leider in einen Kindergärtner-Modus übergegangen.

Es wird appelliert, gebeten, sanft gedroht, gewarnt, ermahnt.

Seit ein paar Wochen wird sogar ein Schreckgespenst an die Wand gemalt:
Weihnachten ohne Großfamilie unterm Tannenbaum! Kein Gottesdienst am Heiligabend! Sogar die meisten Weihnachtsmärkte müssten ausfallen, wenn wir uns nicht alle gut benehmen.

Ich habe volles Verständnis für die ökonomischen Probleme der Branchen des Einzelhandels, die extrem vom Weihnachtsgeschäft abhängen.

Viele Läden der Bekleidungs-, Schmuck- oder Pralinen-Branche tragen sich von Januar bis November kaum und sind daher drauf angewiesen, daß im Dezember richtig die Kassen klingeln, weil plötzlich alle losstürmen, um ihr 13. und 14. Monatsgehalt zu verprassen.

Aber könnte das Weltbild der meisten Politiker und Journalisten vielleicht etwas weniger an die 1950er Jahre angelehnt sein?

Selbst der SPIEGEL, der üblicherweise nicht als Kirchenfreund auffällt, tut in der aktuellen Titelgeschichte „Kampf ums Fest - Ist Weihnachten noch zu retten?“ so, als ob alle Deutschen aus glücklichen, frommen Großfamilien bestehen, die sich das ganze Jahr danach sehnen ihre Kitsch-Traditionen bei der Beschwerung am 14.12. auszuleben.

[…..] Gegen 13 Uhr ist die Patchworkfamilie am 25. Dezember alljährlich versammelt. Zum Empfang gibt es für alle Stutenkerl mit Marmelade – das süße Hefebrot in Form eines Männleins, das in anderen Regionen Weckmann oder Grittibänz heißt.   Danach gehen sie spazieren, anschließend ist Bescherung. Sie singen »Stille Nacht« und »Maria durch ein Dornwald ging«, die Geschenke muss sich jeder erst verdienen, mit einem Gedicht, einem Lied auf der Blockflöte oder Trompete. Der Jüngste fängt an, das ist die Regel. »Wer auspacken darf, muss in die Mitte und die Sprüche der anderen über sich ergehen lassen«, sagt Christiane Pellen-Balgar. Ihr Vater ist mit 86 Jahren als Letzter dran. Vergangenes Jahr dichtete er »O Tannenbaum, du rieselst schon«. […..]

(DER SPIEGEL; 21.11.2020)

Da ich seit 35 Jahren Weihnachten komplett ignoriere, bin ich vielleicht ein Extremist.

Aber das geht auf meine Eltern zurück, die sich wie alle guten Großstädter scheiden ließen als ich ein Kleinkind war und fürderhin sehr glücklich waren sich das Weihnachtstheater zu ersparen.

Ich habe so lange meine Mutter lebte an jedem 24.12. mit ihr telefoniert und wir versicherten uns gegenseitig wie angenehm und entspannt doch die folgenden Tage sind, wenn man nichts vor hat.

Auf die Frage „Was machst du Weihnachten“ pflegte sie zu antworten „Weihnachten? Da gehe ich nicht hin!“

Natürlich irritiert das viele Leute, die denken, man MUSS doch in Familie machen an den Tagen, aber nach meiner Beobachtung beneiden mich die Allermeisten um meine Methode. Wie oft habe ich schon gehört „Ich wünschte, ich könnte das auch so stressfrei machen wir ihr!“

Ich sehe ein; es gibt eine gewisse „Verpflichtung“ des Schenkens und Fressens, wenn man kleine Kinder hat.

Aber das sind, zumindest in den Städten, Minderheiten.

In Hamburg wohnen nur in 18% der Haushalte Kinder. Mehr als 40% der Frauen haben keine eigenen Kinder, bei Akademikerinnen ist es über die Hälfte. Mehr als 50% der Wohnungen in Hamburg sind Single-Haushalte. 0,5% der Hamburger gehen regelmäßig in den Gottesdienst. Es gibt Millionen Schwule, Lesben, Muslime, Juden und auch Pflegeheimbewohner, die generell aus dem Raster der traditionellen christlichen gläubigen Vater-Mutter-Kind-Familie fallen.

Millionen müssen an den Weihnachtstagen arbeiten.

Die Chefin an der REWE-Käsetheke, mit der ich immer klöne, sagte mir heute ganz verschwörerisch: „Wissen Sie, wir arbeiten ja immer am 24.12. und dann ist Großkampftag. Dann ist hier derartig viel los, daß ich wenn endlich abends zu Hause bin eins ganz bestimmt nicht will: Noch mehr Leute sehen. Deswegen hoffe ich ja, daß Corona dieses Jahr Weihnachten und Silvester ganz erledigt!“

Aber diese Position, die meiner Ansicht nach, noch nicht mal eine Minderheitenempfindung ist, wird gar nicht repräsentiert im Denken der Söders. Laschets und Zeitungsredaktionen.

[……] Als die Politikerinnen und Politiker Ende Oktober die Corona-Maßnahmen beschlossen, die für den November gelten sollten, wollten sie das Fest retten. »Wenn wir im November alle sehr vernünftig sind, dann werden wir uns mehr Freiheiten zu Weihnachten erlauben können«, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Es klang, als mahnte Knecht Ruprecht die Kinder, brav zu sein, weil es sonst keine Geschenke gibt. […..]

(DER SPIEGEL; 21.11.2020)

Dabei wird sogar in demselben Artikel eine YouGov-Umfrage zitiert, nach der nur acht Prozent der Menschen planen in einen Gottesdienst zu gehen, sieben Prozent auf einen Weihnachtsmarkt wollen und jeweils noch weniger besorgt sind, das könne ausfallen.

  […..]  Aber Weihnachten ausfallen lassen? Nach diesem ohnehin schon einsamen Jahr? Psychologen warnen seit den ersten Wochen der Pandemie, dass Depressive nun besonders gefährdet seien und dass auch Kinder sich zunehmend schlecht in ihrer Welt zurechtfänden.

Traditionen und Rituale der Weihnachtszeit dienten dazu, Identität und Zugehörigkeit zu stiften, heißt es in aktuellen Empfehlungen der Deutschen Psychotherapeutenkammer. »Gerät dies ins Wanken, kann bei all der gesellschaftlichen Unsicherheit in der Pandemie eine zusätzliche psychische Belastung entstehen.« Zudem sei in der »dunklen Jahreszeit« das Risiko einer saisonalen Depression erhöht.

Viele hätten es also nötig, einmal in Ruhe Zeit miteinander zu verbringen. Oder sich auch nur in die vertrauten Weihnachtsrituale fallen zu lassen und in die Auszeit zwischen den Jahren.  Insgesamt stellt die Krise Gewissheiten der modernen Zeit so elementar infrage, dass kaum jemand davon unberührt bleibt. Wir Menschen bekommen unsere eigene Verletzlichkeit vorgeführt.   So gesehen passt Corona zur nahenden Advents- und Weihnachtszeit – Wochen, die immer schon als Übung in Demut gedacht waren; um diesen Gedanken nachzuvollziehen, muss man nicht gläubig sein. Auch deshalb spräche einiges dafür, das Fest in diesem Jahr erst recht zu würdigen. Das Kind in der Krippe: verloren, ungeschützt und doch nicht so allein, wie es erst einmal wirkt, das ist ein Bild, über das sich jetzt gut nachdenken ließe. […..]

(DER SPIEGEL; 21.11.2020)

Was für ein Bullshit. Das klingt für viele Leute wie reiner Hohn.

Natürlich fällt alles Mögliche wegen Corona aus. Runde Geburtstage, Hochzeiten, Beerdigungsfeiern. Es gibt sehr viele Tote und fürchterliche Geschäftspleiten, Arbeitslosigkeit. Sehr viel mehr von ihren Männern und Vätern verprügelte Frauen und Kinder, weil es nun nämlich zu viel von dieser „Familie“ gibt, die Bundestagspolitiker so gern als Hort der Liebe verklären.

Überfüllte Intensivstationen, völlig überarbeitete Menschen in Pflegeberufen.

Das sind echte Probleme.

Aber daß Weihnachten einmal ausfällt?

So what?
Olaf Scholz leiht ohnehin 160 Milliarden Euro. Dann können doch die Geschäftsleute eine finanzielle Hilfe bekommen und wir anderen machen das, was man eben in einer Pandemie tut:
Zu Hause sitzen und abwarten.

Sonntag, 22. November 2020

Corona in verschiedenen Systemen

Die Pandemie beeinflusst alles. Fünf Euro ins Phrasenschwein für den Satz.

Sicher ist nur, daß die Typen, die im Frühjahr von weiteren Corona-Wellen sprachen, epidemiologische Verläufe prognostizierten – Drosten, Nguyen-Kim, Lauterbach – keineswegs unkten, sondern allesamt RECHT behielten.

Wir sitzen wieder voll drin im Schlamassel und zwar schlimmer denn je.

Das worauf wir Demokraten stolz sind, die freien Gesellschaften, erweisen sich (auch) in dieser Hinsicht als Nachteil.

In der chinesischen Diktatur gibt es selbstverständlich keine Covidioten-Aufläufe, bei denen Myriaden Maskenlose eng gedrängt hinter Vertretern populistischer Kleinparteien, bekloppten Barden und debilen Veganköchen herrennen.

Dort gibt es keine Pfaffen, die in Talkshows beklagen die Lockdown-Anordnungen der Pekinger Zentralregierung wären ungerecht. Keine 16 Provinzregierungen, die Xi Jinping auf der Nase rumtanzen, weil sie lieber 10 statt 15 Meter Mindestabstand wollen oder finden, Klassenzimmer zu lüften reiche aus.

Der japanische Durchschnitts-IQ soll 15 Punkte über dem Europäischen liegen.

Ich weiß nicht, ob sich das wirklich wissenschaftlich verifizieren lässt. Aber unbestreitbar herrscht in der japanischen Gesellschaft mehr Disziplin, Rücksichtnahme und Hygiene.

Als Anfang des Jahres die Corona-Meldungen aus China um die Welt gingen und viele westliche Regierungen in den Hühnerhaufen-Modus verfielen, musste Tokio gar nichts tun. Japaner sind es ohnehin gewohnt penibel auf Hygiene und Abstand zu achten. Beim kleinsten Zeichen von Unwohlsein, trägt jeder aus Rücksicht für seine Mitbürger eine Schutzmaske.

Als die Deutschen das erste mal von dem Ort „Wuhan“ hörten und noch empört die von einigen Experten geforderte Maskenpflicht abgelehnt wurde, trugen schon 100% der Japaner von ganz allein Masken. Dort grabbelt man sich ohnehin nicht zur Begrüßung an.

Heute hat Japan 16 Covid-Tote pro einer Million Menschen.

In Deutschland sind es elfmal so viele: 171.

 PiS-Partei-Polen 360, Im lockeren Schweden 633, Trumps USA 791, Bolsonaros Brasilien 793, Johnsons GB 809.

Zum Vergleich: Südkorea 10, China 3, Singapur 5, Neuseeland 5, Taiwan 0,3,

Die deutschen Ministerpräsidenten sind genervt von einer Kanzlerin, die eigentlich keine Kompetenzen für Schule, Bildung, Unis und Kitas hat, aber genau dort eingreifen muss.

Zudem kochen einige Ministerpräsidenten ihr eigenes Süppchen. Laschet und Ramelow sind Hardcore-Religioten, die Gottesdienstbesuche völlig irrational bevorzugen, Laschet und Söder schielen auf das Kanzleramt, Haselow ist intellektuell generell überfordert, Bouffier zeigt Anzeichen von Senilität, Kretschmer sitzen sie Covidioten-Massenproteste im Nacken, Kretschmann stellt die Autoindustrie über alles.

Merkel schafft es nicht sich mit ihrer härteren Linie durchzusetzen, ist allerdings auch durch die sagenhafte Inkompetenz ihrer Bundesminister Altmaier, Seehofer, Spahn und Karliczek behindert, die entweder auf Tauschstation gehen oder mit offensichtlich total untauglichen Schnapsideen vorpreschen.

Die politischen Allianzen gehen nicht mehr entlang der Parteilinien.

Es hat sich ein Quintett der Vernunft aus Merkel, Scholz, Kretschmann, Tschentscher und Helge Braun herauskristallisiert, welches gegen die Quertreiber aus Magdeburg, Berlin und Düsseldorf kämpft.

Als Amerikanerin hätte Angela Merkel es leichter. Die verfassungsrechtliche Stellung des US-Präsidenten ist viel mächtiger als die des Bundeskanzlers.

Dafür hat es Merkel zwar mit 16 Nörgel-Ministerpräsidenten zu tun, die aber wenigstens allesamt nicht total debil sind.

Alle 16 wissen, daß ein tödlicher Virus existiert und man der Pandemie mit konzertierten drastischen Aktionen entgegentreten muss. Niemand käme auch nur im Entferntesten auf die Idee Gesichtsmasken oder social distancing in Frage zu stellen. Allesamt bemühen sich auf Wissenschaftler zu hören und die Folgen der Pandemie einzugrenzen.

Sie streiten vergleichsweise um Nuancen.

Trump hingegen vollbrachte das Kunststück Masken zu einer kommunistischen Ideologie zu brandmarken, veranstaltete höchstpersönlich hunderte Superspreader-Ereignisse, verwandelte buchstäblich seinen eigenen Regierungssitz zum Corona-Hotspot.

IQ45 hasst die Majorität des eigenen Volkes so sehr, daß er in den vollen Nero-Modus übergegangen ist. Er versucht die USA möglichst tief und unwiederbringlich in den Abgrund zu stoßen bevor Joe Biden und Kamala Harris übernehmen, so daß es ihnen so schwer wie irgend möglich gemacht wird, Erfolge zu erzielen.

Trump ist derartig missgünstig und so voller Hass auf die Demokraten, daß er lieber 100.000de Amerikaner sterben lässt als seinem Amtsnachfolger den geringsten Erfolg zu gönnen.

Ein Volk, das sich weigerte ihn wieder zu wählen, ist aus Trumps Sicht nicht wert gerettet zu werden.

Der zutiefst antidemokratische Soziopath mit seiner rückgratlosen Zombipartei GOP stellt sich indischer Verhältnisse vor; das ganze Land soll als Witwen in die Flammen gestürzt werden, wenn Trumps Herrschaft enden muss.

Nach ihm nur noch Asche, Tod und Trauer.

Der Historiker Sean Wilentz, Politologie-Professor der Princeton University, ist der namhafteste Experte für die Entwicklung der US-Demokratie und erklärt im Pitzke-Interview Trumps Rolle wie folgt.


   […..] Je länger sich die Idee einer Wahlanfechtung hält, desto enttäuschter werden Trumps Anhänger am Ende sein. Dann wird er in allerletzter Minute aufgeben und sagen, die Wahl sei ihm gestohlen worden. Ich bezweifle, dass Trump eine Niederlage jemals ohne Einschränkung einräumen wird. […..]  Das zeugt von wirklicher Illoyalität gegenüber dem System, vor allem wenn es absolut keine Grundlage für solche Behauptungen gibt. […..]

 Aufgrund seines Verhaltens in der Vergangenheit ist es gar nicht so schwer, sich auszumalen, was Trump will – er will aus dem Amt scheiden und sich dabei als Opfer von Unrecht produzieren, seine Anhänger das glauben lassen und in eine Art Exil nach Mar-a-Lago oder sonst wohin gehen. […..]

Er wird die nächsten vier Jahre damit verbringen, das zu tun, was er schon immer getan hat – nur nicht aus dem Weißen Haus, sondern von Mar-a-Lago aus. Er wird Kundgebungen abhalten, über die sozialen Medien trommeln, alles Geld ausgeben, das er bekommen kann, und dabei noch […..]  Am Stimmanteil (popular vote) gemessen sind die Republikaner ja längst eine Minderheitspartei, was enorme Anstrengungen und Tricks erfordert, um an der Macht zu bleiben. Und das ist ihnen gelungen. […..] Teile des Systems sind meiner Meinung nach kaputt. Aber ich weiß nicht, wie man sie in absehbarer Zeit reparieren könnte. […..]  Es ist schockierend. Es ist verrückt. Mir tut langsam das Gehirn weh. Was die tun, scheint so grausam. Manchmal denke ich, hier ist ein tieferes, perverses Lustprinzip am Werk. […..]

(Spon, 22.11.2020)

Trumps Strategie wirkt. 

Er beschädigt das demokratische System irreparabel und zerstört aus reinem Egoismus die Zukunft von zig Millionen Menschen.

Drei Viertel seiner 74 Millionen Wähler glauben inzwischen seine abstrusen Lügen vom Wahlbetrug. Das große Sterben in den USA wird immer dramatischer, während der Präsident den Corona-Teil des G20 in Riad schwänzt und schon Monate seine eigene Pandemie-Taskforce nicht mehr besuchte.

12,5 Millionen Infizierte, 263.000 Tote.

Inzwischen infizieren sich täglich an die 200.000 Amerikaner neu mit dem SarsCoV-II, fast 2.000 Menschen sterben jeden Tag in den USA an Covid19, weil Trump und die GOP im Angesicht der demokratischen Machtübernahme jede Hilfe, jede Zusammenarbeit verweigern.


Trump ist der größte Feind Amerika; möglich gemacht durch eine zutiefst ruchlose Partei, die seit Jahrzehnten Bildung blockiert und Verdummung fördert. 

Samstag, 21. November 2020

Nazis hinter den Kulissen

 Schon als ganz kleines Kind faszinierte es mich meine Oma „von früher“ erzählen zu hören. Ich hatte nur einen von vier Großelternteilen, beide Opas waren lange vor meiner Geburt gestorben.

Anfangs hatte ich Mühe den Unterschied zwischen ersten und zweiten Weltkrieg zu verstehen, aber sobald ich alt genug war, stellte ich dauernd Fragen.

Meine Oma und ihre Schwägerin, meine Großtante, waren beide noch im 19. Jahrhundert geboren und hatten beide Weltkriege miterlebt.

Bei der amerikanischen Hälfte meiner Familie hatte ich logischerweise keine dunklen Geheimnisse aus der Nazi-Zeit zu befürchten; die Männer der Generationen waren Soldaten im Kampf gegen Hitler.

Bei meiner deutschen Familie hingegen hatte ich schlicht und ergreifend Glück, daß sie keine Nazis waren.

Allerdings haben meine Großeltern ihre Kinder, teils aus Sorge, teils aus Hilflosigkeit weitgehend von Politik abgeschirmt.

Die ältere Schwester meiner Mutter, meine Tante nahm es ihren Eltern aber insbesondere sich selbst später übel nicht genauer hingesehen zu haben.

Wie viele, die in den 1920ern geboren waren, fand sie die Nazi-Jugendorganisationen ganz spannend. Sie hat mir oft fassungslos über sich selbst berichtet wie naiv sie damals war und den BDM als einen Pfadfinderspaß betrachtete und fröhlich mit Fackeln umher zog, ohne die Indoktrination zu bemerken.

Erst als der Krieg schon tobte, als ganz junge Erwachsene wurde sie sich wirklich über den Charakter des NSdAP-Regimes klar.

Wie viele aus ihrer Generation zog sie nach dem Krieg daraus die Konsequenz, daß ihr das nie wieder passieren würde und wandelte sich zu einer extrem informierten, engagierten und kämpferischen Frau, die in den 1950ern aktiv gegen die „Wiederbewaffnung“ stritt.

Sie war politisch und historisch umfassend bewandert, saugte alle Informationen über das Geschehen während ihrer Jugend auf; immer weiter staunend, daß sie damals als Zeitzeugin nicht neugieriger war.

Ihre erste Konfrontation mit den schrecklichen Wahrheiten war pures Klischee. Ein befreundeter Fronturlauber erzählte (trotz des strikten Verbots) Ungeheuerlichkeiten über die begangenen Kriegsverbrechen. Sie wollte es erst nicht glauben, aber ihr Freund war sehr glaubwürdig. Der nächste Erkenntnisschritt war also, daß die Berichte offensichtlich der Wahrheit entsprachen, aber „der Führer“ könne davon nichts wissen.

Heute ist „wenn das der Führer wüßte“ ein runnig gag.

Damals bedeutete es, daß man den Führer nach wie vor für eine moralische Lichtgestalt hielt, der die Grausamkeiten an Juden und Zivilisten sicherlich nicht guthieße.

Meine Tante erzählte mir oft, daß sie sich als Kind und ganz junger Teenager „den Führer“ als total asketischen Menschen vorstellte, der keinerlei privaten Vergnügungen nachging und deshalb keine Familie hatte, weil er Tag und Nacht für Deutschland arbeite. Er säße rund um die Uhr in seinem Büro, beschäftige sich mit Akten, arbeite sich durch Details, entwickele Strategien.

Der groteske doppelte Twist an der Geschichte ist, daß erstens die beispiellosen deutschen Verbrechen und genozidalen Grausamkeiten natürlich nicht passierten, obwohl Hitler das nicht wollte, sondern weil er selbst der Grausamste und Skrupelloseste von allen war. Ihm konnte es gar nicht bestialisch genug sein.

Zweitens wußte Hitler aber tatsächlich viele Dinge nicht. Das lag aber nicht daran, daß man ihm die schlimmen Dinge verheimlichte, sondern daran daß er schlicht und ergreifend stinkend faul war.

Speers gigantische Reichkanzlei in der Berliner Voßstraße war an Protz kaum zu übertreffen: Am Ende einer prachtvoll geschmückten 300 Meter langen Raumflucht lag Hitlers 400 m² großes Arbeitszimmer mit einer Deckenhöhe von zehn Metern. Der grotesk überdimensionierte Saal war vollgestopft mit Kunstwerken und den kostbarsten Materialien.

Aber Hitler arbeitete so gut wie niemals dort, sondern nutzte den Bau lediglich, um bei Staatsbesuchen seine Diktatorenkumpel zu beeindrucken.

Nachdem er Reichskanzler wurde, nahm er kaum an Kabinettssitzungen teil, ab 1938 wurden sie sogar völlig eingestellt.

Nachdem Hitler im September 1939 den Zweiten Weltkrieg vom Zaun brach, hatten die Militärs ihre liebe Mühe ihn zu informieren, weil er einfach nicht zuhören wollte, sondern sich lieber in endlosen Unsinns-Monologen erging.

Erst Jahrzehnte nach 1945 wurde auch klar, was es mit Hitlers Lust-Wohnsitz in Berchtesgaden, dem Berghof in Obersalzberg auf sich hatte.

Das 1935 von Roderich Fick fertig gestellte repräsentative Führer-Domizil war sein Lieblingsplatz. Von den 12 Jahren seiner Herrschaft verbrachte er rechnerisch über vier Jahre dort oben.

Aber anders als meine Tante sich es als Kind vorstellte, arbeitete Hitler dort überhaupt nicht. Im Gegenteil, der Berghof diente zum Bacchanalisieren, zum Chillen und vor allem liebte es Hitler dümmliche Revue-Filme zu sehen.

Es gab einen Vorführsaal, in dem er seine Gäste vier, fünf Filme nacheinander sehen ließ – nur unterbrochen von Hitlers Selbstlob-Monologen.

Es faszinierte mich zu ergründen wie effektiv die NS-Propaganda war den absoluten Faulpelz Adolf Hitler als unermüdlich schwer arbeitenden anspruchslosen Menschenfreund darzustellen.

Schließlich war er in jeder Hinsicht das diametrale Gegenteil.

Inzwischen fällt mir auf, daß Nazis, Faschisten, Rechtsextreme; kurzum alle Politiker, die auf Hass setzen und sich nicht für Fakten interessieren ebenso stinkend faul sind.

Ob die deutschen Republikaner, die DVU, NPD und später AfD – wann immer sich diese rechtsextremistischen Parteien aufmachten deutsche Parlamente zu erobern, fielen sie mit extremer Faulheit auf.

Der Hamburger AfD-Fraktionsvorsitzende Kruse hielt sich während seiner Amtszeit gar über Monate in den USA auf.

Der beste aktive AfD-Politiker ist zweifellos der Hamburger Fraktionschef Jörn Kruse, der während seiner Amtszeit für mehrere Monate in die USA zog und einfach von Kalifornien aus seine dreifachen Abgeordnetenbezüge (als Fraktionsvorsitzender) kassierte, ohne sich auch nur auf demselben Kontinent des Parlaments zu befinden, für das er als Volksvertreter gewählt und bezahlt wurde.

(……) Ich weiß nicht was CDU und SPD zu meckern haben wegen der 24.000 Euro, die Kruse kassiert.
Mir ist es lieber, wenn die AfD abkassiert und nicht im Parlament erscheint, als wenn sie das Geld nimmt und auch noch zu den Sitzungen erscheint; da womöglich sogar redet.

„Die Arbeit leidet nicht“, sagt Bernd Baumann, der als stellvertretender Vorsitzender zusammen mit Ex-Schill-Innensenator Dirk Nockemann nun die Fraktion leitet. „Wir sind täglich in Kontakt.“ Auf telefonische Anfragen der taz antwortete der 67-Jährige indes nicht.   Aus Sicht der Bürgerschaftskanzlei gibt es formal kein Problem: „Die Abgeordneten verfügen über ein freies Mandat“, sagt Ulfert Kaphengst, Sprecher von Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD). Sie seien „nur ihrem Gewissen und ihren Wählern verantwortlich“. Insofern bestehe für Volksvertreter auch keine Anwesenheitspflicht in Plenarsitzungen und Ausschüssen. Ihre vollen Diäten erhielten sie weiterhin. Bei Kruse sind dies gut 8.000 Euro monatlich, da er als Fraktionsvorsitzender die dreifache Diät eines einfachen Parlamentariers erhält. Begründet wird die Höhe dieser Vergütung im Abgeordnetengesetz damit, dass der Posten des Fraktionschefs ein „Vollzeitjob“ sei – zumindest in der Theorie.

Kruse hat Parlamentspräsidentin Veit am 12. November 2015 über seine Auszeit informiert. Die habe das „zur Kenntnis genommen“, sagt ihr Sprecher Kaphengst, zu erlauben oder zu untersagen habe sie nichts. Kruse habe bislang keinen bleibenden Eindruck im Parlament hinterlassen, spottet FDP-Fraktionschefin Katja Suding: „Sein dreimonatiger Auslandsaufenthalt dürfte deshalb wohl kaum auffallen.“ Ähnlich sieht das auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Kienscherf.

(taz 13.01.2015)

Ich wünschte, Höcke, Gauland und Petry nähmen sich ein Beispiel an dem Hamburger Kollegen und verschwänden für Monate aus Deutschland.

Ach was für Monate.

Wenn sie nie wieder kommen, ist das immer noch früh genug.

Das sollte dem Steuerzahler einiges wert sein! (…..)

(Lob der Hamburger AfD 14.01.2016)

Die Hamburger AfD-Fraktionen schwänzt entweder – fast nie sind AfD-Abgeordnete in den  Bürgerschaftssitzungen oder Ausschüssen anwesend. Sie betreiben weitgehend Arbeitsverweigerung.

Oder sie talibanisieren den Parlamentsbetrieb mit Gaga-Anfragen, um ihre politische Untauglichkeit zu demonstrieren.

Wenn Nazis ins Parlament einziehen, kassieren sie ab, machen Unsinn oder stören. Konstruktive Mitarbeit gibt es nicht.

Da sollte man dankbar für all die Zeit sein, in der sie einfach ihrer Faulheit nachgeben.

(….) In Hamburg vollführt die erste westdeutsche AfD-Fraktion die morialogische Wende in Perfektion.   Zuerst bewiesen sie ihre völlige Konzeptionslosigkeit, Unfähigkeit und Faulheit:

Acht Abgeordnete um ihren Chef Jörn Kruse sitzen für die AfD seit Wochen in der Hamburger Bürgerschaft. Seitdem sie im Parlament mitreden dürfen, schweigen sie eisern und machen durch komplette Arbeitsverweigerung auf sich aufmerksam. Zu den Koalitionsverhandlungen, der neuen Regierung, den Plänen für diese Legislatur gibt es nicht nur keine Stellungnahme im Parlament, sondern überhaupt keine Kommentare der acht stummen AfD-Strohpuppen.

Während die CDU allein bei der letzten Bürgerschaftssitzung zehn Anfragen an den Senat stellte, tat die gesamte AfD rein gar nichts. Keine Wortmeldungen, keine Anfragen, keine Kommentare.

Journalisten von der Morgenpost haben sich bemüht die AfD-Parlamentarier zu erreichen, um wenigstens irgendetwas von ihren zu hören, wenn sie schon von allein nichts sagen wollen.

Aber kein Telefon ist besetzt. Es gibt nur Mailbox-Texte: „Zur Zeit ist niemand erreichbar!“

Das ist ein gutes Zeichen. Wenn man sich schon damit abfindet, daß rechtes Pack immer wieder in Landesparlamenten landet, ist es schön zu wissen, daß sie dort wenigstens rein gar nichts bewirken und ihre Ideologie vollständig verpufft.

[….]  Die Hamburger AfD ist – kaum ins Parlament gewählt – wie vom Erdboden verschluckt.   [….]  Kein Lebenszeichen hat die neue Fraktion bislang von sich gegeben, keine Anfragen, keine Initiativen, keine Pressemitteilungen. Bezüge, Gehälter und Zuschüsse werden dagegen gerne kassiert.   Markige Sprüche, aber nichts dahinter: Erstaunlich, wie schnell die Rechtspopulisten sich selbst entlarven – und beweisen, dass sie in unserem Parlament schlicht überflüssig sind.

(Mathis Neuburger 11.04.2015)

(Das Gute an den Schlechten – 12.04.2015)

Inzwischen wurde Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz mit mehreren Oppositionsstimmen gewählt.

Es folgte eine generelle Aussprache, bei der CDU, FDP und Linke sich ordentlich aufplusterten.

Die AfD nicht. Sie schwänzte die komplette Bürgermeisterwahl.

Entweder alle acht Abgeordneten der AfD waren zufällig an dem Tag krank, oder aber sie haben sich auf dem Weg in die Bürgerschaft verlaufen.

Auch das ist angesichts der zweistelligen Intelligenzquotienten der braunen Trottel durchaus denkbar.

Vielen Dank an die AfD-Wähler, daß solche Polit-Simulanten nun vom Steuerzahler alimentiert werden.

Schneller als erwartet, setzten nun bei der Hanseaten-AfD nach der Konzeptionslosigkeits-, Unfähigkeits- und Faulheitsphase bereits Phase IV und V ein:
Dekonstruktion und Lyse.

Dirk Nockemann, der braune Bewunderer des SAT1-Penisschwenkers Schill, pumpte sich erfolgreich zum Anus des Parlaments auf. (…………..)

(Das Gute an den Schlechten – Teil II, 09.05.2015)

Es gab 2019 eine ZDF-Dokumentation über die Arbeit je eines Abgeordnetem im Bundestag; "Die Müllers und das Hohe Haus".

Der AfD-Müller, Hansjörg, war – natürlich – der einzige, der durch Faulheit auffiel.

(….) Die sechs Müllers aus "Die Müllers und das Hohe Haus" sind Sepp Müller (CDU), Stefan Müller (CSU) Detlef Müller (SPD), Hansjörg Müller (AfD), Beate Müller-Gemmecke (Grüne) und Frank Müller-Rosentritt (FDP) dabei - zudem als Ausnahme Amira Mohamed Ali (Linke).

Wer konnte schon ahnen, daß die Hamburgerin Mohamed Ali nach Fertigstellung der Doku im November 2019 neue Fraktionsvorsitzende der Linken sein würde?

Wer konnte wissen, daß Sepp und Stefan genau entsprechend des Parteienklischees langweilige Hinterbänkler bleiben sollten, daß der SPD-Müller zu der nahezu ausgestorbenen Spezies der echten Arbeiter gehörte, daß die Grüne natürlich eine Doppelnamenfrau wie aus dem Buche ist, daß AfD-Hansjörg nicht nur mit weitem Abstand der Unsympathischste ist, sondern auch wie alle Rechtsextremen, die frisch ins Parlament einziehen, sehr bald mit ostentativer Faulheit auffällt. Die Ausschusssitzungen sind ihm viel zu lang. Statt das aber zu bedauern, schaltet er wie ein kleines bockiges Kind in den „Ich bin beleidigt“-Modus und erklärt dummdreist, er lasse sich das nicht bieten und gehe immer früh nach Hause zu seiner Familie, wenn die Kollegen der anderen Fraktionen sich noch stundenlang die Kopfe zerbrechen.

Mehr Rechtsaußen-Klischee geht wirklich nicht. (…..)

(Doof, doofer, FDP, Sachsen-FDP!, 17.01.2020)

Trump und seine Trumpisten passen hervorragend ins Bild.

Moskau-Mitch McConnell begräbt jede Gesetzesinitiative, verhindert die Arbeit des gesamten US-Parlaments.

Während der virtuelle G20-Gipfel in Saudi Arabien stattfindet und die mehr als dringende Frage diskutiert wird, wie man die kommenden Corona-Impfstoffe gerecht und schnell in der Welt verteilt, hat ein Teilnehmer keinen Bock mehr – Trump! Er kappt die Leitung und geht golfen.

Seine Pressesprecher, die etwa 180.000 Dollar vom amerikanischen Steuerzahler erhalten, für ihren Job das Volk über die Regierungsarbeit zu informieren, ließen sich teilweise über Monate nicht blicken.

White House Press Secretary Kayleigh McEnany trat gestern das erste mal seit dem 01.10.2020 wieder vor der Hauptstadtpresse auf, gab einige ungeheuerliche dreiste Lügen von sich und stürmte sobald die erste Frage kam wieder aus dem Raum.

Während Corona schlimmer denn je in den USA wütet; die Intensivstationen sind voll, fast 200.000 neue Infektionen pro Tag und knapp 2.000 neue Todesfälle pro Tag, hat die Trump-Regierung das Regieren eingestellt.

In den 16 Tagen nach der US-Wahl am 03.11.2020 hatte IQ45 nur einen einzigen Termin. Auf dem Friedhof.

Den Rest der Zeit ist er abgetaucht, frisst Fast Food, golft und guckt hauptsächlich TV.

[…..] The President of the United States is absent without leave.   President Donald Trump made his first public appearance in six days Wednesday when he visited Arlington National Cemetery for a somber ceremony commemorating Veterans Day alongside first lady Melania Trump and Vice President Mike Pence. He did not speak at the event.  But as he mounts a fierce battle to remain in office and refuses to concede the election he lost, Trump has shown little interest in the work of being President. Since he vowed to fight the election results in the wee hours after Election Day, Trump, who has spent four years producing television moments showcasing his office, has made few efforts to show the American people he is still governing. [….]

(CNN, 11.11.2020)

In Punkto Arbeitsmoral ist der Vergleich Trump-Hitler also durchaus angemessen.