Donnerstag, 15. November 2018

Bruderkrieg.

Die wenigsten Deutschen haben Vorurteile gegenüber Neuseeländern oder Kanadiern.
Das liegt insbesondere an der großen räumlichen Distanz. Menschen hassen üblicherweise niemand mehr als ihre eigenen Nachbarn. Das muss irgendetwas mit archaischen Konkurrenzgefühlen zu tun haben.
So wie Löwen gewohnheitsmäßig Großkatzen der Nachbarreviere totbeißen. Der Leopard nebenan und die Gepardin von gegenüber sind Nahrungskonkurrenten.
Auch die generelle religiöse Basis der Zivilisationen spielt eine negative Rolle, da alle Gottesvorstellung zu einer „Wir sind besser als die“-Grundeinstellung führen.
Wer einen Allmächtigen auf seiner Seite hat, weiß alle anderen im Unrecht.
Das ist der Grundgedanke der christlichen Missionierung: Entweder ihr ordnet euch unserem Gott unter, oder Rübe ab!
Vor 400 Jahren begann mit dieser Prämisse der 30-Jährige Krieg, der am Ende die halbe Bevölkerung Europas ausrottete, weil katholische Habsburger Prinzen in Bayern und Österreich mit Verve ihre protestantischen Nachbarn massakrierten.

Nachbarnationen wie Frankreich und Deutschland verstanden sich über Generationen als „Erbfeinde“. Japaner hassten Koreaner, die Schotten bekriegten die Briten, Polen und Ukrainer wettern gegen Russen, die NATO-Partner Griechenland und Türkei rüsten sich bis an die Zähne hoch, um gegeneinander Krieg führen zu können. Balten misstrauen den Russen. Chinesen gehen gegen Tibeter vor, assimilieren sie. Im Kaschmir-Konflikt (betreffend des 1947 aufgelösten indischen Fürstenstaats Jammu und Kashmir) haben sich die Nachbarn Indien, China und Pakistan sogar so Atommächten hochgerüstet, weil sie sich gegenseitig so ver­achten.

Auf der nächstkleineren Ebene, dem Hass zwischen einzelnen Volksgruppen innerhalb einer Nation, wird die Gewalttätigkeit noch extremer. Die extrem blutigen Bürgerkriege auf dem Balkan, im Irak, in Ruanda oder dem Kaukasus findet zwischen Menschen statt, die den gleichen Pass haben.
Die Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen, die relative Unvorstellbarkeit eines Krieges in Westeuropa ist deswegen so bemerkenswert, weil der Hass zwischen benachbarten Volksgruppen als fast unausrottbar gilt.
Südtiroler verabscheuen Italiener, Flamen die Walonen, Basken die Franzosen, Katalanen die Spanier, Korsen die Franzosen, Bayern die Österreicher.
Hamburger mögen keine Sachsen, Ungarn verachten die Roma, Serben die Ungarische Minderheit, Myanmar vertreibt die Rohingya.

So kann man das immer weiter herunterdeklinieren. In Deutschland sind rund 500.000 Gerichtsverfahren zwischen direkten Nachbarn anhängig. Niemand hasst man so sehr wie den Typ, mit dem man Tür an Tür wohnt
Ich wohnte ein ganzes Jahrzehnt in einem Haus, Baujahr 1951, dessen Bausubstanz so schlecht war, daß man buchstäblich „jeden Pups“ hörte.
Über mir, im dritten OG hauste ein außerordentlich sexuell aktives Paar, welches irgendein Bistro betrieb. Die kamen immer frühestens um 23.00 nach Hause, stolzierten eine Viertelstunde in ihren schweren Schuhen auf dem blanken Holzboden hin und her, um dann stundenlang so lautstark zu kopulieren, daß der Mann unter mir, im ersten OG davon wach wurde und erst wütend rumpöbelte, bevor er dazu überging wie ein Irrer mit irgendwelchen Werkzeugen an die Heizungen zu bollern.
Davon erlitt ich so einen schweren psychischen Schaden, daß ich seitdem im Zölibat lebe. Am Ende horchte ich immer panisch an meiner Wohnungstür, bevor ich das Haus verließ, weil ich solche Angst hatte den potenten Kreisch-Pornologen von oben oder dem Hammerschwingenden Heizungsmolester von unten zu begegnen. Es blieb mir nur übrig auszuziehen.

Das Problem bei all diesen mörderischen Konflikten ist nicht nur die räumliche Nähe, sondern die Ähnlichkeit der Volksgruppen.
Kaum ein Landstrich ist so von Hass geprägt wie Palästina und Israel, die Keimzelle dreier Weltreligionen. In Jerusalem wohnen Christen, Muslime und Juden nicht nur buchstäblich Tür an Tür, sie sind auch kulturell so verwoben, daß sie kaum zu unterscheiden sind. Juden und Muslime schnibbeln ihren Kindern am Penis herum und frönen auch einer sehr ähnlichen Esskultur. Ein Jude, der sich in der Fremde koscher ernähren möchte, kann in Paris oder Berlin in ein muslimisches Lebensmittelgeschäft gehen und halal einkaufen. Damit ist er weitgehend auf der sicheren Seite.

Je weiter man weg ist, desto eher vergisst man die Ähnlichkeiten. So verlangte die Schleswig-Holsteinische CDU unter ihrem Spitzenkandidaten Günther im letzten Landtagswahlkampf einen Schweinefleischtag in deutschen Kantinen einzuführen.
Damit sollte auf populistische Art den Islamophoben ein Zuckerchen gegeben werden. Die AfD war begeistert; wer sich als Muslim nicht den deutschen Essgewohnheiten anpasse und Schwein fresse, solle doch wieder gehen.
Daß dieses Anliegen der Nord-CDU genauso antijüdisch wie antimuslimisch war, übersah man. Für Juden ist Schweinefleisch genauso tabuisiert.

Angesichts der Beschneidungsdebatte, die aus Rücksicht vor der jüdischen Bevölkerung damit endete, daß das deutschen Parlament potentiell tödliche und grausame chirurgische Eingriffe an Babypenissen erlaubte, wurde diese religiokulturelle Ähnlichkeit deutlich. Bezüglich der Genitalverstümmelung ticken Juden und Muslime ganz ähnlich.

Legendär auch der plötzliche Frieden zwischen Jerusalemer Christen, Juden und Muslimen, als in der Stadt der der World-pride-day veranstaltet werden sollte. Der gemeinsame Schwulenhass vereinte die drei Erzfeinde.

Diese Kultur-Gemeinsamkeiten führen zu bizarren Problemen. Der gemeinsame Hass von Israelis und Amerikanern auf den Iran führte beispielsweise zu der Idee den Export Iranischer Pistazien zu sanktionieren. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, daß kalifornischen Pistazien-Produzenten auf neue Absatzmärkte hoffen.
Nicht bedacht dabei wurde allerdings, daß Iranische Pistazien die besten sind und daß niemand so viele Pistazien pro Kopf isst wie Israelis. Israelis und Iraner haben genau die gleichen kulinarischen Vorlieben.

Das ist ein besonders sinnloser Aspekt am Bruderkrieg. Man schneidet sich immer ins eigene Fleisch.
Vor über 30 Jahren war ich mal versehentlich während eines 1.Mai-Wochenendes in einer Kreuzberger Wohnung direkt am Kotbusser Tor einquartiert.
Als gesitteter Hamburger staunte ich nicht schlecht wie martialisch es dort zuging. Während man morgens in einer großen WG-Küche saß, kamen allerlei Gestalten wie selbstverständlich herein und füllten kleine Wasser-Spritzflaschen mit Leitungswasser.
Ziemlich absurd angesichts der riesigen Wasserwerfer unten auf der Straße  fand ich. Was sollte das denn? Da könnte man ja gleich mit Wattebäuschen werfen.
Als ich schließlich nachfragte, bedeutete man mir seufzend, das brauche man doch heute zum Augenausspülen. Wegen des Tränengases. Ach so.
Das verstand ich gerade noch. Rätselhafter war mir aber wieso man im antikapitalistischen Rausch ausgerechnete dem winzigen Dönershop nebenan und dem Gemüseladen die Scheiben einschlug. Sollte man sich nicht besser in Reichenvierteln oder den Luxus-Einkaufsstraßen prügeln, als ausgerechnet in der eigenen Nachbarschaft, in der sowieso 95% der Menschen grün oder links wählen?
2017 bei den G20-Auseinandersetzungen in Hamburg gab es tatsächlich mal einen Demozug durch eine gehobenere Wohngegend.  Zu Klump geprügelt wurde aber wieder die links-alternative Schanze
Nicht beteiligt und von der Polizei ausdrücklich gelobt waren übrigens die linken Schanzenbewohner rund um die berüchtigte Rote Flora selbst. Auch die Jungs hatten offenbar keinen Bock mehr ihre eigene Hood in ein Trümmerfeld zu verwandeln.
Genutzt hat es aber nichts, denn es gab genügend Zugereiste, die unter ihren schwarzen Klamotten 600-Euro-Marken-Sneacker, Calvin-Klein-Unterhosen und 800-Euro Apple-phones trugen. Die waren weniger ortskundig.

Und so war es wie immer bei Bruderkriegen: Man hatte sich gewaltig in den eigenen Fuß geschossen, während der golfende Trump in seinen Luxus-Resorts unbehelligt blieb.

Mittwoch, 14. November 2018

(Still-) Stand der Dinge


Den aktuellen Stand des Rücktrittprozesses von Heimatminister Seehofer kennt vermutlich nur er selbst.
Nachdem am Wochenende die CSU-Gremien seine Ausführungen so verstanden, daß er zum Ende des Jahres von allen Ämtern zurücktreten wolle (mal wieder), ruderte er nur wenige Stunden später zurück (mal wieder). Nein, seinen Ministerjob werde er behalten, aber den CSU-Parteivorsitz an Söder abtreten.

Seehofer bald nicht mehr CSU-Chef? Immerhin, fast zehn Prozent der Deutschen bedauernd das.


80% sind froh, wenn er endlich verschwindet.
Ob der Zeitpunkt des Rücktritts richtig gewählt ist, bemisst sich an der Frage, ob er mehrheitlich herbeigesehnt oder bedauert wird.
Seehofer versagt in dieser Hinsicht also auf ganz großer Linie.

Was ihn so antreibt sein politisches Vermächtnis und sein ohnehin schon geringes Restansehen so völlig zu ruinieren, obwohl er offenkundig ohnehin keinen Spaß an der Arbeit hat und hauptsächlich schwänzt, ist nur allzu offenkundig:
Beherrscht von seinem destruktiven Psychopathen-Charakter ist er ausschließlich von seinem abgrundtiefen Hass auf Angela Merkel getrieben.
Er ist besessen davon länger als sie im Amt des Parteivorsitzenden zu bleiben, muß also unbedingt mindestens noch einen Tag nach dem CDU-Wahlparteitag in Hamburg (07./08.12.2018) im Amt sein.
Markus Söder soll erst Anfang 2019 zum Parteivorsitzenden erhoben werden.


Neben Seehofers Wahn die Bundesregierung keinesfalls vor Merkel zu verlassen, spielt aber auch die personelle Auszehrung der Partei eine Rolle. Die Bayern haben sich noch nicht von der desaströsen Amtsführung des Hans-Peter Friedrich (3. März 2011 bis 17. Dezember 2013) erholt, blamieren sich nun erneut in diesem Kernressort bis auf die Knochen. Sie haben nicht nur niemand, der den Job kann, sondern noch nicht mal irgendeinen, der den Job will.
Mit Grausen erinnert man sich außerdem an „Old Schwurhand“ Friedrich Zimmermann, CSU-Bundesinnenminister 82-89, der von Skandal zu Skandal stolperte.
So spielt nun ein seniler Rache-Opi ohne Fachwissen und Arbeitseifer den Platzhalter bis irgendwann Merkel doch mal abtritt und ein neuer Bundeskanzler das Kabinett umbaut.
Betrachtet man die xenophoben Kernanliegen Seehofers („Die Migrationsfrage ist die Mutter aller Probleme“), könnte man fast erleichtert sein, weil der heisere Ingolstädter mit der irren Lache in dieser Hinsicht rein gar nichts erreicht.
Keins seiner mit großer Verve angekündigten Flüchtlingsabkommen, bzw Rückführungsabkommen funktioniert.
Das begrüße ich natürlich; als Befürworter einer sehr liberalen Migrationspolitik kann einem nichts Besseres passieren als ein zuständiger Innenminister, der für die ganz harte Linie eintritt, aber durch radikale Unfähigkeit nichts davon umsetzen kann.

Unglücklicherweise ist der Mann auch noch für den Schutz unserer Verfassung zuständig. Auch hier ist er heillos überfordert, wie die Causa Maaßen zeigt.
Seehofer verantwortet auch die Integrationspolitik – kein Wunder, daß dort so viel im Argen liegt.
Sein Job als „Heimatminister“ ist ohnehin nur ein Dekorationstitel ohne Bedeutung.
Schlimm, wirklich schlimm ist aber, daß er in einem weiteren Politikfeld, das sich tatsächlich zur Mutter aller Politverdrossenheit und zum Motor der AfD-Werbung entwickelt, tumb und tatenlos seinen Job ignoriert.
Seehofer ist auch Bundesbauminister in einer Zeit, in der fast alle Großstädter die Mietpreisexplosionen, bzw die Wohnungsnot als Hauptproblem ansehen.
Was nützt schon eine boomende Wirtschaft bei de facto Vollbeschäftigung in einer reichen Stadt wie Hamburg, wenn sich Hunderttausende nicht mehr leisten können in Hamburg zu wohnen?
Normalverdiener wie Krankenschwestern oder Polizisten, wie Bäcker oder Busfahrer, haben weder in Frankfurt, noch in München noch in Hamburg eine Chance in der Innenstadt zu wohnen.
In Hamburg gibt es in Zuge von überflüssigen Luxussanierungen Mieterhöhungen von bis zu 400%.

Nachdem in der schwarzgrünen Beust-Ära zehn Jahre in Hamburg der Wohnungsbau komplett zum Stillstand gebracht wurde (so wie übrigens auch die Straßensanierungen), versuchen Sozialdemokraten das Ruder herumzureißen. Seit dem ersten Tag seines Amtsantritts 2011 als Bürgermeister ließ Olaf Scholz bauen, bauen, bauen.
Es ist tägliches Stadtgespräch wie sehr jeder von den Dauerbaustellen genervt ist und wie aussichtslos es geworden ist Handwerker zu finden, weil sie alle zum Bersten gefüllte Auftragsbücher haben.

Allein; es reicht nicht. Die Wohnungsvernichtungen der zehn CDU-Jahre (2001 bis 2011) lassen sich nicht aufholen, während die Stadt boomt und jedes Jahr Myriaden neue Einwohner anzieht.

Vor 30 Jahren gab es in Hamburg noch 350.000 Sozialwohnungen; heute sind es knapp 80.000 und die Einwohnerzahl nahm währenddessen um 200.000 Menschen zu.
Hier ist dringend der Bundesbauminister gefordert, um staatliche Bauprogramme für Geringverdiener zu initiieren, die Mieten zu deckeln, das Bodenrecht dringend zu reformieren, sowieso die ausufernden Bauvorschriften zu deckeln.

[…] „Jeder Dritte kann sich die Stadt bald nicht mehr leisten“
[…]  Bezahlbaren Wohnraum schaffen, Anstieg der Mieten begrenzen! Das fordern der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Mieterverein zu Hamburg. Siegmund Chychla, der Vorsitzende des Mietervereins, fand gestern deutliche Worte. Er sprach von „totalem Versagen der politischen Akteure“, „egal ob schwarz, rot oder gelb“.
Vor allem Horst Seehofer (CSU) bekam sein Fett weg: DMB-Präsident Franz-Georg Rips erinnert den CSU-Politiker daran, dass er nicht nur Innen-, sondern auch Bauminister ist. „Beenden Sie den Dauerstreit in der Großen Koalition und machen Sie Ihre Arbeit: Bauen Sie Wohnungen!“
[…] „Bezahlbares Wohnen ist die ungelöste soziale Frage unserer Zeit“, da sind sich Mieterbund und Mieterverein einig. „Drastisch steigende Mieten seien einer der Gründe für die Politikverdrossenheit. „Angesichts der aktuellen Wohnungsnöte helfen reine Absichtserklärungen, eine verfehlte Schwerpunktsetzung und halbherzige Gesetzentwürfe nicht.“
Siegmund Chychla vom Mieterverein zu Hamburg prophezeit, dass sich „in den kommenden Jahren 30 Prozent der Hamburger ihre Mieten nicht mehr leisten können“: „Ich habe den Eindruck, was sich da an Unzufriedenheit in den Ballungszentren zusammenbraut, wird von der Politik völlig unterschätzt.“ […]

Unglücklicherweise heißt der zuständige Bauminister Seehofer und bleibt völlig untätig. Und unglücklicherweise heißt seine Vorgesetze Merkel und die mischt sich bekanntlich grundsätzlich nie in politische Belange ein.

Dienstag, 13. November 2018

First World Problems


Die Protestanten in Deutschland stehen nach der exzessiv gefeierten Lutherdekade etwas bedröppelt am Rand, während die päpstlichen Kollegen mit immer neuen Kindersexskandalen in allen Ländern der Welt für Schlagzeilen sorgen.
Käßmann ist in Rente, macht sich auf Steuerzahlerkosten ein schönes Leben.
Im Alter von 60 Jahren genießt die Bischöfin ihre B9-Pension, 11.577,13 Euro im Monat, ohne selbst Beiträge gezahlt zu haben. Ihre Zeit als Luther-Botschafterin, 2012-2017 verbrachte sie mit weltweiter Dauerreisetätigkeit, um Propaganda für einen der menschenfeindlichsten Antisemiten der Geschichte zu machen.
Die war entsprechend ihrer rhetorischen und intellektuellen Fähigkeiten effektiv.
Während ihrer fünf Jahre als Ober-Lutheranerin verließen mehr als 1,8 Millionen Evangelen die Kirche!
Da kann man schon mal applaudieren.
Die Katholiken sind mit 23,3 Millionen Angehörigen (Stand Ende 2017) trotz der Sexskandale, des Zölibats, der Homophobie und des strikten Verbots des Frauenpriestertums inzwischen deutlich mitgliederstärker als die Evangeliban.
Durchaus beeindruckend also wie durch miserable Kirchenführung und grottenlangweilige Gottesdienste die Gläubigen aus der Kirche getrieben werden, wenn diese sich schneller aus dem Staub machen, als in dem Verein, der systematisch Kinder ficken lässt.

Aber vielleicht gilt bei der Kirchenmitglieder-Akquise ja auch: „Es gibt keine schlechte Presse!“ Hauptsache, man kommt überhaupt noch vor.

Und so rückt die Hamburger Bischöfin Fehrs, gerade mal lumpige 40 bis 50 Jahre verspätet, auch die bestialischen Kinderquälereien ihres Vereins ins Licht.

[…] Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs legte einen Elf-Punkte-Plan vor, wonach neue Missbrauchsstudien erstellt und eine zentrale unabhängige Ansprechstelle eingerichtet werden sollen. Für die bessere Aufarbeitung stellt die EKD im kommenden Jahr 1,3 Millionen Euro bereit.
Zander war Gast der Synode und hätte gern seine Meinung aus Betroffenensicht kundgetan. Durfte er aber nicht. 1963 kam der heute 58-Jährige laut eigener Aussage in das Kinderheim der Brüdergemeinde Korntal in Baden-Württemberg. "Mit vier Jahren wurde ich das erste Mal vergewaltigt, das ging so weiter, bis ich 14 war", erzählt er.
Mindestens drei Männer hätten sich an ihm vergangen, sagt Zander. Ganz zu schweigen von den körperlichen Züchtigungen durch Erzieher, "immer wieder Prügelorgien, Zwangsarbeit, die Aufforderung, Erbrochenes zu essen". Ein im Juni 2018 vorgelegter Bericht spricht von mindestens 81 Tätern und bis zu 300 minderjährigen Opfern von Misshandlungen und Missbrauch. [….]

Die Erkenntnis, daß hunderttausende unschuldige Kinder im Nachkriegsdeutschland grausam ihren Müttern entzogen wurden (wenn diese zum Beispiel unehelich Kinder bekommen hatten) und dort bestialisch gequält und ausgenutzt wurden, ist ja so neu nicht.
Das war schon das große Thema der Ulrike Meinhof bevor sie in den RAF-Terrorismus abglitt. Deswegen war sie für RAF-Mitglieder der zweiten und dritten Generation so eine Ikone – sie hatte dafür gesorgt, daß beispielsweise Peter Jürgen Boock nach Stationen in Kinderheimen wie dem Landesfürsorgeheim Glückstadt, einem ehemaligen KZ, und dem Diakonie-Jugendheim Beiserhaus in Rengshausen, befreit wurde. Stichwort „Heimkampagne“ von 1969. Verständlicherweise war der damals 17-Jährige Boock Menschen wie Baader, Ensslin und Meinhof sehr dankbar aus den Krallen seiner evangelischen Peiniger befreit worden zu sein.
Und nur 49 Jahre später, also geradezu blitzartig, denkt Bischöfin Fehrs, daß man da auch mal untersuchen könnte was die EKD verbrochen hatte.

[….] Auch in der evangelischen Kirche hat es Missbrauchsfälle gegeben - doch die Aufarbeitung geht nur schleppend voran. Die EKD nennt selber die Zahl von 480 bekannten Fällen seit 1950.  In der evangelischen Kirche fehlt bislang ein einheitlicher Umgang mit Opfern und Angehörigen - jede Landeskirche entscheidet selber, wie sie mit dem Thema umgeht. Und da sind die Unterschiede groß. [….]

Nein, die Missbrauchsopfer direkt anhören will man nicht bei der EKD, aber man macht mal eine Studie. Die 1,3 Millionen Euro, die das kostet, dürften kein Problem sein.

[….] Im Jahr 2017 nahm die Katholische Kirche rund 6,43 Milliarden Euro durch die Kirchensteuer und die Evangelische Kirche etwa 5,67 Milliarden Euro ein. [….]

Dank freundlich gesinnter Gesetzgeber und Regierungen schwimmt man schließlich im Geld.

[….] Auch im kommenden Jahr bekommt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wieder mehr Geld aus Kirchensteuern als im Vorjahr. Durch die gute wirtschaftliche Lage rechnet die EKD mit einem Plus von etwa vier Prozent aus dieser Quelle – obwohl immer weniger Menschen Mitglied der Kirche sind und Kirchensteuern zahlen. [….]

Knappheit herrscht bei einem anderen Gut der Kirchen, nämlich dem Personal. 14.000 Pfaffen zu wenig in den nächsten zehn Jahren.

[….] Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erwarte, dass bis dahin etwa 7.000 der aktuell rund 13.500 Priesterstellen nicht mehr besetzt werden können, [….]
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) habe vergleichbare Probleme, schreibt der „Focus“ weiter. Der Pfarrerverband gehe davon aus, dass sich die Zahl der derzeit etwa 21.000 Pfarrerinnen und Pfarrer um rund ein Drittel reduzieren werde.
Demnach könnten bis 2030 ebenfalls rund 7.000 Stellen nicht nachbesetzt werden. [….]

Schon blöd; die Kassen quellen über, die Politik pampert einen mit vollem Einsatz und dennoch fliehen die Protestanten massenhaft aus der Kirche.

Wie kann das bloß angehen, fragen sich auch 120 grauhaarige Geronten auf der Würzburger Synodentagung der EKD.

Aber die Antwort kennen sie selbst: Sie leiden alle am Käßmann-Buch-Syndrom.

(….) Aber man kennt das aus ihren geradezu debil-doof Büchern, die allesamt Bestseller wurden:

Margot Kässmann: Mehr als Ja und Amen
Gibt es Jämmerlicheres, als wenn Erwachsene beim Besuch im Kindergarten oder in der Grundschule so tun, als wären sie selbst Kindergartenkinder oder Grundschüler? Dieses literarische Leben auf Kredit, diese geborgte Naivität, dieses Sich-blöd-stellen mit großen Stauneaugen ist der basso continuo von Margot Kässmanns publizistischem Oevre. "Für dieses Buch habe ich über viele Monate Zeitungsauschnitte gesammelt und war am Ende fast erschlagen von der Vielfalt der Probleme, der Stimmen, der Ansätze", schreibt sie. Ein unnötiges Buch, von der Konzeption her Kraut und Rüben, in der Ausführung lieblos hingerotzt, ein Buch, dessen Leser sich wie zu Unrecht ans Kreuz geschlagen fühlen müssen.

Margot Käßmann: "Sehnsucht nach Leben"
Zwölf Aufsätzlein der Ex-EKD-Vorsitzenden zu Themen wie Mut, Trost, Liebe und Geborgenheit versammelt dieses leider illustrierte Büchlein. "Ich denke, jeder Mensch muss für sich selbst herausfinden, wo die eigenen Kraftquellen liegen", schreibt Margot Käßmann darin. Aus dem Mund einer FDP-Vorsitzenden klänge das akzeptabel, für eine protestantische Theologin aber ist das bis zur Selbstaufgabe lasch und opportunistisch: ein Offenbarungseid.

Margot Kässmann: "In der Mitte des Lebens"
Aus groupiehafter Sehnsucht nach der medialen Wiederaufstehung einer wegen Trunkenheit am Steuer zurückgetretenen Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland ein grauenhaftes Mischmasch aus Sermon, Erbauungsliteratur und moralisierenden Textautomatenbausteinen über Monate an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten zu jubeln – für solch merkwürdige Heiligenverehrung kennt man meines Wissens im Norddeutschen das schöne Wort "katholisch!"

Wenigstens Scheck spricht aus, was offensichtlich ist: Käßmann steht nackt da. Sie hat ja gar nichts an. (…..)

Die schwafeln nämlich unerträglich langweiliges Zeug, das sich beim besten Willen niemand freiwillig anhören mag.
 Gottesdienste sind genauso stinkend langweilig wie das öde Gesülze, das all die TV-Theologen in ihren bekannten Sprechblasen ablassen.

[….]Die Runde am Montagabend sagt ziemlich offen, warum es die Kirche schwer hat bei Leuten zwischen 18 und 30 Jahren. Da sind die langweiligen Gottesdienste sonntags um zehn Uhr zur schönsten Schlafenszeit, da ist die altbackene Sprache, und überhaupt: Wozu braucht es noch die Institution, wenn man sich doch auch so treffen und über Sinn und Glauben reden kann? Gerhard Wegner, der als Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD eine aktuelle Studie vorstellt, formuliert noch klarer: Die Institution wird für junge Leute zunehmend bedeutungslos, "sie führen ein eigenständiges, glückliches Leben, ohne uns als Kirche", erklärt er. [….]

Matthias Drobinski, der fromme Katholik und zuständige SZ-Journalist für alles Kirchliche, hat aber einen Verdacht wieso die evangelischen Gottesdienste als besonders unerträglich öde gelten.
Die Protestanten würden sich nämlich zu sehr von ihrer Lehre entfernen und sich nur noch auf die Gruppen konzentrieren, die sie erreichen könnten:

1.) Kinder, weil die in die Kirche gehen müssen (Konfirmanden-Geld!!)
2.) Alte, die ihre Gewohnheiten nicht mehr ändern.

Mäandere man aber zwischen infantilen Kindergottesdiensten und Totenmessen, lungere also in Pflegeheimen rum und molestiere die Kitas, würden sich die jungen Erwachsenen nicht mehr angesprochen fühlen.

Es wäre doch ganz einfach; gerade in säkularen Zeiten, in denen die meisten ohnehin nie in die Kirchen gingen, wären doch die Pfaffen frei ganz authentisch über Gott zu reden und sich nicht bei Spezialgottesdiensten zu verbiegen.

[….] Sie müssen niemanden mehr ankumpeln, um mehrheitskompatibel zu bleiben. Sie können die Freiheit der Menschen respektieren, die da gehen und vielleicht irgendwann wieder einmal vorbeischnuppern. Die Kirchen können sie selbst sein und ihren Glauben vertreten - um des Glaubens willen und nicht, um die Institution zu retten. Sie können authentisch sein. Junge Erwachsene finden so etwas übrigens recht attraktiv. [….]

Sehr schön! Der ödeste SZ-Journalist, der täglich zeigt, wieso man einen so Frommen eben nicht über Kirchenthemen schreiben lassen sollte, sagt den öden Pfaffen, wieso sie so öde sind und meint zu wissen was „junge Erwachsene“ attraktiv fänden.
Wenn die Pfaffen sich ganz auf ihren Glauben konzentrierten, „schnupperten“ die Jungen schon wieder rein.

Ich kann nicht angesprochen sein. Logischerweise. Ich bin auch kein „junger Erwachsener“ mehr, sondern ein Mittelalter.
Und als solcher renne ich schreiend weg, wenn ich Brechreizworte wie „Lecker, Schlecken, Schlüpfer oder schnuppern oder ankumpeln“ lese.
So eine Sprache gehört verboten!

Montag, 12. November 2018

Die Menschheit ist verloren


Meine sehr verehrten Mit-Msanthropen!
Falls Ihr jemals befürchtet die Misanthropenergie zu verlieren und womöglich anfangt Menschen irgendwie zu mögen, könnt Ihr leicht Abhilfe schaffen mit diesem wunderbaren Motivationsvideo.
Drei mal angucken, mitsingen und alles ist wieder im Lot!

Olé, Olé, heut‘ fahr’n wir an den Bodensee hat natürlich diese einzigartige Performance. Wie der an der E-Gitarre abgeht! Dagegen ist Jimmy Hendrix eine Schlaftablette!  Und dann diese abgefahrenen Hightech-Effekte mit dem Traumauto im Hintergrund!
Jetzt können die TRANSFORMERS-Macher aber sowas von einpacken!

A Propos Amerika – auch da frönt man dem großen Kulturellen Erbe und erklärt den zickenden Linksextremen wie man zu Sklaverei und Rassismus steht: Man ist fucking stolz drauf und wird davon von Gott geliebt!


Nach diesem kurzen Einblick in die deutsche und amerikanische Leitkultur wende ich mich aber wieder dem politischen Geschehen zu.

70 Staats- und Regierungschefs sind gestern in Paris zusammen gekommen, um gemeinsam dem Ende des ersten Weltkrieges (französisch: „der große Krieg“) zu begehen.
Donald Trump ist auch gekommen, weil man ihm versprach, es regne in Frankreich nicht.

[…..] John Kerry, the former US secretary of state and Sir Winton Churchill’s grandson led the criticism of Donald Trump after he cancelled a visit to a First World War cemetery because of “poor weather”.
The US president was supposed lay a wreath at the Aisne-Marne American cemetery in Belleau, but the White House claimed that heavy rain prevented him from arriving via helicopter to the site around an hour’s drive away from the French capital, where he was meeting with Emmanuel Macron. [….]

Alles gelogen. Trump konnte leider keine Kriegsgräber ehren, weil da doch einiges vom Himmel kam. Dafür hätte er einen Schirm gebraucht und die Dinger sind verdammt schwer zu bedienen.


Das ist ganz ähnlich wie mit Klos und Klopapier. Auch dabei ist Trump gelegentlich überfordert.


Reisen, außer zu Golfplätzen mag er gar nicht, weil man da oft in andere Länder gerät. Man kann sogar außerhalb Amerikas landen und was will man in solchen Shithole-countries?

Es gibt auch so viele davon, die alle so ähnlich heißen. Austria, Australia, Sweden, Switzerland, Slovenia, Slovakia…wer soll sich da auskennen?
Nur weil man ab und zu mal eine Frau aus diesen Zungenbrecherländern kauft, muss man ja nun nicht gleich wissen, wie die ausgesprochen werden!





Die Mitarbeiter schreiben zwar auf, was man sagen soll, aber dabei gehen sie einfach frech davon aus, Trump könne lesen!


(…..) Gestern, im Zuge der UN-Vollversammlung, traf Trump bei einem Essen mit einigen Regierungschefs Afrikanischer Länder zusammen und verlas dazu ein kurzes Statement.
Ganz offensichtlich hatte er viele der Staatennamen das erste mal in seinem Leben gehört.
Côte d'Ivoire, Ethiopia, Ghana, Guinea, Namibia, Nigeria, Senegal, South Africa, and Uganda. Das sind immerhin neun Fremdworte, die er ablesen sollte.
Letztes Jahr war er schon daran gescheitert den komplizierten Namen „Tanzania“ vom Teleprompter abzulesen.

Da er bekanntlich auch nicht zu briefen ist, da er sich nicht länger als 30 Sekunden konzentrieren kann, gelang es ihm nicht einmal die Namen der afrikanischen Länder richtig vorzulesen; nannte „Namibia“ immer wieder „Nambia“.  (….)



Blöde Ausländer! Trump fährt nicht gern zu ihnen, Trump will auch nicht, daß sie zu ihm kommen.
Und wenn sich doch mal einer aus den Shithole-Countries in Washington einfindet, gibt #45 denen erst mal ordentlich was mit von all seiner Weisheit, damit sie was zum Nachdenken haben.

[……] Vorhang auf für US-Präsident Donald Trump: Bereits am 3. April besuchten die Präsidentinnen von Estland und Litauen, Kersti Kaljulaid und Dalia Grybauskaite, sowie der lettische Präsident Raimonds Vejonis ihn im Weißen Haus in Washington.
Das Gespräch mit den Staatschefs habe Trump damals damit eröffnet, dass er den drei Ländern die Verantwortung für den Jugoslawien-Krieg in den 90er-Jahren gab, berichtete jetzt die französische Zeitung "Le Monde".
Bei den baltischen Präsidentinnen und Präsidenten herrschte Verwirrung – bis sie erkannten, dass Trump wohl das Baltikum mit dem Balkan verwechselt hatte – der Halbinsel im Südosten Europas also, auf welcher der Jugoslawien-Konflikt ausgetragen wurde. […..]



Beschissene pingelige haarspalterische Linksextreme!
Balkan, Baltikum, Malvinen, Malediven. Makedonien, Mazedonien, Galizien (Spanien), Galizien (Polen) ....
Tststs, als ob es bei den zwergigen Shithole-countries einen Unterschied gäbe!