Freitag, 5. Juni 2015

Heucheln für Große.



Es ist schon; auf ganz niedrigem Niveau, erfreulich zu sehen, daß in Zeitungsredaktionen noch Vernunft existiert.

Merkels aberwitziger Russlandhass, dem sie jeden Fortschritt bei der Überwindung internationaler Krisen unterordnet, wird doch kritisch betrachtet.

Die Bundeskanzlerin macht einen Fehler. Putin gehört nach Elmau. In 25 Jahren Konfliktbewältigung habe ich eines gelernt: Kompromisse zu finden geht nur, wenn man miteinander redet. Natürlich kann man bei blauem Himmel grillen gehen und über das Leben reden. Aber wenn Blitz und Donner über uns hereinbrechen, ist der Dialog existenziell.

"Wir haben jetzt die Situation, dass die G7 sich über den achten unterhalten werden, anstatt dass wir acht wichtige Mächte haben, die sich miteinander über die Welt unterhalten." Volker Perthes, der langjährige Chef der Stiftung für Wissenschaft und Politik, ist skeptisch, ob es eine gute Idee war, wegen der Krim-Annexion durch Russland Vladimir Putin aus dem exklusiven Kreis wieder auszuschließen.

Der Ausschluss Russlands vom G7-Treffen ist als erzieherische Maßnahme gedacht. Putin ist der Paria, das Schmuddelkind, mit dem nicht gespielt werden soll. Dies hat allerdings einige unangenehme Nebenwirkungen. Zum einen, dass es dem Autokraten Putin damit leichter gelingen kann, die Reihen daheim gegen den Westen zu schließen. Russland allein im heldenhaften Widerstand – das ist ein Leidensmythos, den der Nationalist Putin nach Kräften kultiviert. Die ohnehin unterdrückte Opposition hat es unter diesen Umständen noch schwerer.
Zum anderen aber fehlt Russland dem Westen als notwendiger Partner bei der Behandlung vordringlicher Themen wie der iranischen Atomfrage oder den Kriegen im Irak, in Libyen und in Syrien mit dem Vormarsch der Terrormiliz "Islamischer Staat". Der Politikwissenschaftler Volker Perthes hat recht, wenn er bemängelt, dass sich auf Schloss Elmau nun die G7 über den Achten unterhalten – anstatt dass sich acht wichtige Mächte über die Welt unterhalten.
[…] Es ist offensichtlich, dass eine Isolierung Russlands weder einer Lösung international brennender Fragen dient noch der Verhinderung einer neuen Spaltung Europas. […] Es ist im Interesse des Westens, aber gerade auch des russischen Präsidenten, im konstruktiven Dialog zu bleiben. Zum Beispiel bei einem nächsten G8-Treffen.

Noch durchgedrehter als Merkel und Gauck sind allerdings die Nordamerikaner Harper und Obama.

Kanadas Premierminister Stephen Harper will Russland dauerhaft vom G-7-Gipfel ausschließen, solange Putin im Amt ist. "Ich denke nicht, dass Russland unter Wladimir Putin zur G 7 gehört - Punkt", sagte Harper. Kanada sei strikt dagegen, dass Putin je wieder mit am Tisch sitze. Putin habe den Ausgang des Kalten Krieges nie akzeptiert, sagte Harper. Russland führe sich wie ein strategischer Rivale auf, der die Ziele des Westens aus Prinzip ablehne. "Ich denke nicht, dass sich Russland unter diesem Führer in irgendeiner Weise ändern wird", sagte der konservative Politiker.


Schlimmer sind allerdings Obamas Verächtlichmachungen Russlands.
Ein völlig inakzeptables, dummes und lächerliches Verhalten, das gewaltige diplomatische Wunden aufreißt.

Gegenüber Moskau hingegen hat Obama zuerkennen gegeben, dass er kein gesteigertes Interesse daran hat, sich direkt mit Putin ins Benehmen zu setzen. Russland, so wiederholte der US-Präsident  zum Entsetzen Putins mehrfach, sei eine "Regionalmacht" und der russische Staatschef verhalte sich wie - Zitat - "ein gelangweilter Schullümmel in der letzten Bank".  Selten zuvor in der amerikanischen Außenpolitik hat sich ein US-Präsident derart gezielt abfällig über den ehemaligen Weltmacht-Kontrahenten Moskau ausgelassen, wie Barack Obama. Auftritte wie bei dem letzten G7-Gipfel in Brüssel nutzt Obama regelmäßig zu einer großangelegten Belehrungsaktion: "Russland hat anzuerkennen, dass Präsident Poroschenko der legitim gewählte Anführer der Ukraine ist und es hat sich mit der Regierung in Kiew ins Benehmen zu setzen. […]" 

Kritiker der harten Linie Amerikas werfen oft ein, die USA könnten es sich auch viel leichter leisten ökonomisch die Russland-Sanktionen zu verkraften.
Amerika treibe ja kaum Handel mit Putins Riesenreich.

Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit.
Im Energiesektor machen amerikanische Firmen durchaus gute Geschäfte mit russischen Firmen. Und wenn es um amerikanische Profite geht, gilt immer die eine Regel: Keine Regel darf den Gewinn schmälern.

[….] Amerika gilt als schärfster Kritiker Moskaus in der Ukraine-Krise. Barack Obama setzt auf harte Sanktionen. [….] Während europäische Unternehmen leiden, machen einige US-Konkurrenten laut Informationen des SPIEGEL nach wie vor gute Geschäfte in Russland: Im letzten Jahr legte der amerikanisch-russische Warenaustausch laut russischen Statistiken sogar um knapp sechs Prozent zu. Der Handel mit den Staaten der Europäischen Union (EU) dagegen schrumpfte um fast zehn Prozent.
Die US-Wirtschaft setzt sich den Sanktionen bekanntlich seit jeher entgegen. Monatelang hatten die größten Konzerne im Weißen Haus und beim Kongress dagegen interveniert - erst diskret, dann offener.
 [….]  Der texanische Hubschrauberhersteller Bell zum Beispiel ging diese Woche ein Abkommen mit dem russischen Konzern JSC Ural Works of Civil Aviation (UWCA) ein, der in Jekaterinenburg Bell-Helikopter herstellen will. "Wir freuen uns sehr darüber, in Russland eine starke lokale Präsenz aufzubauen", erklärte Bell-Vizepräsident Patrick Moulay. [….]


Donnerstag, 4. Juni 2015

Das ist der Gipfel



Wenn man Politik vermeiden will, inszeniert man sie.

Was als Weltwirtschaftsgipfel von Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing erfunden wurde, fand vor fast genau 40 Jahren vom 15. bis 17. November 1975 auf Schloss Rambouillet statt.
Die Idee war, daß sich die (zunächst) sechs größten ökonomischen Mächte - Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Großbritannien und die USA – ohne Zeitdruck und Protokoll in kleinster Runde zum Brainstorming trafen.
Sie konnten untereinander endlich einmal ausführlich Klartext sprechen und Strategien entwickeln. Es gab keine Inszenierung, sondern es war Politik pur.
So konnten gewaltige Probleme wie die Ölkrise angepackt werden und das Währungssystem stabil gehalten werden.

Inzwischen haben sich die Weltwirtschaftsgipfel, G7 oder G8 genannt, in das diametrale Gegenteil verkehrt: Die Regierungschefs sind weitgehend ökonomische Laien, die dafür jeder einzelne hunderte von Sherpas dirigieren.
Nun ist Inszenierung alles. Das 14-Augengespräch ist findet nicht mehr statt, Ergebnisse gibt es nicht.
Kurzum, Gipfel sind der natürliche Lebensraum einer apolitischen Frau wie Angela Merkel. Bar jeder ökonomischer Grundbildung kann sie hier ihrer Politshow frönen, ohne sich auf irgendetwas festlegen zu müssen.

Spätestens seit Merkel mit an Bord ist, wurde auf keinem dieser superexklusiven Treffen mehr ein G(8)-Punkt gefunden.

Daß man bei den Gipfeln nach Herzenslust windelweiche Absichtserklärungen ausplaudern darf, die aber nie konkret werden, ist Merkels Schlaraffenland.

Sinnlosigkeit pur – dafür aber extra teuer.

[…] Zwei-Grad-Klimaziel: Der Kampf gegen die Erderwärmung und den Ausstoß schädlicher Treibhausgase steht schon sehr lange auf der Agenda. Beim Gipfel im italienischen L'Aquila verpflichteten sich die G8 2009, "den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum vorindustriellen Niveau tatsächlich unter zwei Grad zu halten". Doch offen ist, ob der Weltklimagipfel in Paris Anfang Dezember hier den Durchbruch bringt.
[…]  Bauern in Afrika: Beim Treffen im italienischen L'Aquila 2009 sagten die G8 Entwicklungshilfe in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar innerhalb von drei Jahren für Bauern in Afrika zu. Statt Nahrungsmittel zu schicken, sollte den Landwirten geholfen werden, die Produktion anzukurbeln. Die OECD stellte 2012 fest, etwa 48 Prozent aller Zusagen seien ausbezahlt worden. […] Entwicklungshilfe: Die EU hat 2005 beschlossen, bis 2015 wenigstens 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe auszugeben - im selben Jahr spielte diese Zusage auch auf dem G8-Gipfel im schottischen Gleneagles eine Rolle. Das selbstgesetzte Ziel erreichten bisher allerdings in der EU nur Dänemark, Luxemburg, Schweden und Großbritannien. […]

Das inspiriert mich zu einem Haiku:

Ist es teuer
Und ohne Sinn
Steckt Merkels Planung drin.

Diesmal setzt die Gastgeberin besonders viel auf die Tagesordnung.
Wenn im größtmöglichen Wirrwarr alles einmal angesprochen wurde, fällt am wenigsten auf, wenn nichts dabei rauskommt.

Intensivierung der Handelsbeziehungen, TTIP, Ceta, Schuldenkrise, Zukunft der EU-Wirtschaftspolitik, nachhaltige Energieversorgung, islamistischer Terror, Flüchtlingsproblematik, Atomverhandlungen mit dem Iran, Zerfall des arabischen Frühlings, Bürgerkriege in Syrien und Libyen, Islamischer Staat, Konfliktherd Jemen, Vorbereitung Klimagipfel Paris, Klimaschutzziel 2°, internationale Gesundheitsstruktur, Krisenreaktionsplanung Ebola, Vorsorge für künftige Pandemien, Entwicklung neuer Antibiotika, Forschungsintensivierung bei Tropenkrankheiten, Ukraine, Spannungen mit Russland, NSA, Bespitzelung unter Verbündeten, Atomausstieg und Energiewende.

Weiter nichts.

Mit dieser totalen Themenüberfrachtung sorgt Merkel dafür, daß der G7-Gipfel garantiert keine Ergebnisse hat und die mindestens 320 Millionen Aufwand sinnlos verpuffen.


Die G7-Staaten (inkl Kanada) repräsentieren gut 700 Millionen Menschen.
China (1,4 Milliarden Menschen) und Indien (1,3 Milliarden Menschen) werden genauso ausgesperrt wie das reiche Australien und die boomenden „Schwellenländer“ Brasilien und Südafrika.

Völlig schwachsinnig wird Merkels 320-Millionensause natürlich durch die Auslandung Putins.
Denn ohne die geopolitische Supermacht Russland lassen sich die meisten Megaprobleme ohnehin nicht lösen.
Insbesondere der de facto-Krieg in Europas Osten wird von den G7-Chefs absichtsvoll in die Länge gezogen, indem man Putin in den Schmollwinkel schießt und sich weigert mit dem Menschen zu sprechen, der aber unabdingbar für eine Lösung ist.
Die Bundeskanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder haben selbstverständlich völlig RECHT damit, daß man gar nicht erst auf die Elmau reisen müßte ohne Putin.

Altkanzler Gerhard Schröder hat den Ausschluss Russlands vom G-7-Gipfeltreffen kritisiert. Es sei ein Fehler, dass der russische Präsident Wladimir Putin nicht auf Schloss Elmau in Bayern eingeladen worden sei, sagte der Altkanzler der Rheinischen Post. Ähnlich hatte sich zuvor auch Altkanzler Helmut Schmidt geäußert.
"Gerade wenn es unterschiedliche Positionen gibt, muss man darüber diskutieren", sagte Schröder. Das hätte man auf dem Gipfel tun können. Russland habe eine Alternative zu Europa, umgekehrt gelte das nicht. "Die Zukunft Europas geht nur mit Russland", sagte Schröder.
Am Montag hatte Helmut Schmidt die Überzeugung geäußert, dass Putin eine Einladung des Westens zum Gipfel angenommen hätte, wenn diese "in gehöriger Form ausgesprochen worden wäre". Putin sei beleidigt durch die Tatsache, dass der Westen ihn seiner Vorstellung nach nicht ernst genug nimmt, sagte Schmidt.
(Die Zeit 02.06.2015)

Die EU sinkt aber immer mehr auf Kindergartenniveau ab.
Während in der Ostukraine das große Sterben weitergeht, frönen Brüsseler Blitzbirnen wie Rebecca Harms ihrer gekränkten Eitelkeit und drehen weiter an der „wie-du-mir-so-ich-dir“-Schraube.

Ich rekapituliere:

Die EU hatte mit der Peinlichkeit begonnen.

Das deutsche Auswärtige Amt und Herr Wellmann kennen offenbar nicht Wikipedia, sonst könnten sie dort nachlesen:

Von den USA wurden am 17. März 2014 Einreiseverbote gegen 7 russische Personen verhängt, Vermögenswerte eingefroren und Bürgern und Unternehmen der USA verboten, Geschäfte mit den Sanktionierten zu machen. Ebenso wurde gegen 4 ukrainische Personen Beschränkungen durch das US-Finanzministerium verhängt.
Der Rat der Europäischen Union setzte am 17. März insgesamt 21 Personen auf eine Sanktionsliste, mit der Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Geldern und wirtschaftlichen Ressourcen verbunden sind.
Am 20. März wurden von Seiten der USA weitere Personen und Unternehmen auf die SDN-Liste gesetzt.   [….] Am 21. März publizierte die EU eine zusätzliche Sanktionenliste mit den Namen von 12 weiteren Personen, am 28. April eine Liste mit 15 weiteren Personen. Am 12. Mai wurden die Sanktionen auf die zwei von den Behörden der Autonomen Republik Krim konfiszierten Unternehmen Tschernomorneftegas und Feodosia ausgeweitet sowie weitere 13 Personen hinzugefügt.
Am 25. Juli erweiterte die Europäische Union ihre Sanktionsliste um 15 Personen und 18 Einrichtungen. Am 30. Juli kamen weitere 8 Personen und 3 Einrichtungen hinzu. Am 8. September erfolgte die Verlängerung und Erweiterung der Sanktionen. Dabei wurden zum 12. September 24 zusätzliche Personen auf die Sanktionsliste gesetzt.

Später setzte Moskau seinerseits einige EU-Politiker auf Einreiseverbotslisten.
Fanden die Grünen Russlandhasser Beck und Harms ganz doof.

Sie zürnen wie die Bundesregierung noch über die mutmaßliche „schwarze Liste“ Moskaus.

„Unverständlich und inakzeptabel“ nannte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes gestern den Vorfall. „Die Bundesregierung erwartet die Aufhebung der Einreiseverweigerung.“ Der deutsche Botschafter protestierte sofort persönlich im russischen Außenministerium, die Bundesregierung beim Botschafter in Berlin.
Uniformierte hätten ihm für mehrere Stunden seinen Diplomatenpass abgenommen, berichtete Wellmann. „Die Nacht verbrachte ich im Transitbereich.“ [….]
Nach der Landung in Berlin-Schönefeld sagte der Bundestagsabgeordnete unserer Zeitung: „Ich habe kein Verständnis und keine Erklärung für dieses Vorgehen“. [….] Bereits im September war der Grünen-Europaabgeordnete Rebecca Harms (49) die Einreise nach Russland verweigert worden. Harms vermute, dass der Kreml eine schwarze Liste über westliche Politiker führe – als Reaktion auf die Sanktionen der EU.

Die Erklärung für Moskaus Verhalten dürfte dabei recht simpel sein.
Es war eine Retourkutsche für die schwarzen Listen der EU.
WIR dürfen nämlich schwarze Listen führen und finden das völlig richtig. Rebecca Harms hatte als EU-Abgeordnete für eine russische schwarze Liste gestimmt, russische Politiker, die man nicht mehr in die EU einreisen lassen darf.
 Wenn Moskau das auch tut, ist es aber „empörend, inakzeptabel und skandalös“.
[….]
An Wellmann statuierte Moskau offensichtlich ein „Wie du mir, so ich dir“-Exempel.
Das ist nicht sehr erwachsen, aber auch kein Skandal.

Wie beim Zerhauen von Sandkuchen in der Sandkiste, keilen EU-Politiker nun ein weiteres Mal mit maximaler Unreife zurück.

Jetzt wird im Europaparlament reagiert: Bis auf zwei Ausnahmen haben russische Diplomaten Hausverbot. Bundestagspräsident Lammert will sich allerdings nicht anschließen. Moskau spricht von einer "Rückkehr zur Inquisition".
Als Reaktion auf die von Russland verhängten Einreiseverbote für europäische Politiker hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Vergeltungsmaßnahmen angeordnet. Neben den Hausverboten wird unter anderem die Arbeit eines russisch-europäischen Kooperationsausschusses ausgesetzt.
Das Gremium ist je zur Hälfte mit EU-Parlamentariern und russischen Abgeordneten besetzt und trifft sich eigentlich ein bis zweimal pro Jahr. Es soll die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit fördern.
Die Behörden in Moskau hätten bisher keine vernünftige Erklärung dafür geliefert, warum sie 89 Politiker, Beamte und Militärs aus EU-Staaten auf eine "schwarze Liste" gesetzt haben, ließ Schulz erklären. Deswegen sei es nun an der Zeit, mit angemessenen Maßnahmen zu reagieren.
Aus Russland kam prompt Kritik. Dies sei eine "Rückkehr zur Inquisition", kommentierte Maria Sacharowa vom Außenministerium in Moskau. "Die Jagd auf russische Hexen ist eröffnet." Sacharowa verlangte eine Erklärung von der EU.
Ausgenommen von dem Hausverbot für Diplomaten sind lediglich der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow sowie ein Mitarbeiter.
Uiui, und Martin Schulz wird ernsthaft als SPD-Kanzlerkandidat gehandelt.
Hier zeigt er sich von seiner Krabbelgruppen-reifen Seite.
Dümmer und falscher geht es nicht mehr.
Es ist das diametrale Gegenteil erforderlich: Satt aussperren und ausladen ist REDEN REDEN REDEN notwendig.
So wie man es mit den wesentlich problematischeren Regierungschefs von Ägypten (gestern in Berlin), Saudia-Arabien und China auch tut.
Debila Harms, der grüne Trottel Europas begrüßt das Kindergartenniveau sogar noch ausdrücklich:

Ich gehe mir jetzt die Finger in der Autotür klemmen.
Das finde ich wesentlich angenehmer, als mich mit der gegenwärtigen Außenpolitik der EU zu beschäftigen.

Soll jemand anderes das Schlußwort haben.

[…]  Viele Menschen haben gar keine klaren politischen Vorstellungen. Aber sie sagen: Etwas stimmt nicht auf einem Planeten, auf dem alle fünf Sekunden ein Kind verhungert. In einer Welt, in der ein Prozent der Weltbevölkerung so viele Vermögenswerte besitzt wie die restlichen 99 Prozent. Da ist eine Unruhe. Schließlich hat jeder ein Gewissen.
[…]  Natürlich, die Konsequenzen der neoliberalen Wahnidee sind mörderisch. Menschen sterben. Nicht virtuell, sondern tatsächlich. 57 000 pro Tag. Punkt. […] Armageddon, die letzte Schlacht, die steht bevor. Wenn das transatlantische Handelsabkommen TTIP durchkommt, dann ist es vorbei mit der Demokratie. […] Dass Kinder verhungern, das war in den vergangenen Jahrzehnten immer weit weg. Jenseits der Meere. Jetzt sagt Unicef, dass 11,8 Prozent der Kinder unter zehn Jahren in Spanien permanent unterernährt sind. In Spanien! Das ist der Dschungel, und der […] Ach, die G7. Was die tun, ist uninteressant. Von dem, was in Heiligendamm im Jahr 2007 beschlossen wurde, wurde nichts umgesetzt. Die G7, das sind nur die Befehlsempfänger und ihre Befehle bekommen sie von den Konzernen.
[…] Aber in Elmau wird nur ein Marionettentheater aufgeführt. Man muss natürlich aufpassen: Die demokratische Legitimität von Merkel und Obama steht nicht in Frage. Das sind keine Usurpatoren, die wurden gewählt. Das Problem ist die simulative Demokratie. Die baut eine Kulisse auf, die zeigen soll: Hier treffen sich die mächtigsten Staaten. Doch die Macht ist bei den Konzernen.[…]


Mittwoch, 3. Juni 2015

Die spinnen, die Amis.



Wen soll man die wichtigen politischen, gar außenpolitischen Dinge entscheiden lassen?
Offensichtlich haben wir weltweit keine sinnige Methode entwickelt die Entscheider auszusuchen.
Von 80 Millionen Deutschen schicken wir ausgerechnet Merkel zu all den internationalen Gipfeln, um uns zu vertreten?
Die Briten können es auch nicht besser; müßte bei 57 Millionen Menschen auf der Insel nicht ein fähigerer als Cameron aufzutreiben sein?
Berlusconi, Orban, Sarkozy, Rajoy. Schauderhaft.
Wie gelangen ausgerechnet solche Gestalten in die Spitzenämter?

Die gekrönten Häupter, die durch reinen genetischen Zufall in ihren Job gekommen sind, ohne daß ein einziger im Volk gefragt wurde, scheinen mir teilweise sehr viel kompetenter und vertrauenswürdiger zu sein.
Margarethe II und Elisabeth II würde ich eine Regierung richtig gern in die Hand geben.
Die gesamten skandinavischen Thronfolger scheinen allesamt gute Jungs und Mädels zu sein.
Oder Filipe VI. von Spanien. Ein intelligenter, bescheidener vorzeigbarer Mann, der Impulse setzt.
Wenn man schon durch reinen Zufall gute Leute an die Spitze bekommt, müßten dann nicht die extra Gewählten besonders toll sein?
Wieso dann also das Stümpertum in den Regierungszentralen westlicher Demokratien?

Nun, Monarchen müssen nicht die unangenehme Charaktereigenschaft haben sich selbst an die Spitze zu wünschen.

Der demokratische Auswahlprozess krankt nicht nur daran, daß sich nur charakterlich eher unangenehme Ellenbogentypen durchsetzen, sondern auch daran, daß das Wahlvolk nicht qualifiziert und interessiert entscheidet.
Sie sind intellektuell im Grunde nicht in der Lage zu wählen.

Aber wer soll es sonst tun, wenn nicht das Volk?

Für mich stellt sich immer die Henne- und Ei-Frage:
Ist der deutsche Urnenpöbel so desinteressiert, weil Merkel und die seichte Yellowpress ihn systematisch einschläfert und phlegmatisiert?
Oder ist es genau umgekehrt, daß die Menschen in Deutschland so tumb sind, daß sie sich genau diese Politiker extra aussuchen?

Tatsächlich ist es so, daß es einige sehr gute informative und anspruchsvolle Zeitungen und Magazine gibt, die sich auch jeder am Kiosk leisten könnte.
Das machen die meisten aber nicht, sondern greifen zu BILD und BUNTE.

Genauso so ist es im TV: 3Sat, Arte und Phoenix haben homöopathische Einschaltquoten, während der größte Schund von Millionen begierig geguckt wird.

Fernsehen macht Kluge klüger und Dumme dümmer.

Internet macht Kluge klüger und Dumme dümmer.
Die Masse guckt eben lieber Pornos und süße Katzenvideos, statt politische Hintergrundinformationen zu suchen.

Wähler sind vielleicht nicht unbedingt ZU DUMM zum Wählen, aber auf jeden Fall zu lethargisch, um sich dafür ein Mindestmaß an Wissen anzueignen.

Indem sie aber überhaupt wählen und professionelle VolksVERTRETER ins Parlament schicken, werden wenigstens die doofsten und desinteressiertesten vom Entscheiden ausgeschlossen.
Das ist etwas besser als die Diktatur der Inkompetenz, die wir gegenwärtig bei so vielen Volksbefragungen erleben.

Aber der schädliche lange Arm der Doofheit zeigt sich naturgemäß in der Auswahl der Parlamentarier. Sie sind zwar insgesamt für Politik besser qualifiziert als die Masse der Wähler selbst, aber das ist ein Sieg auf sehr niedrigem Niveau. Wir könnten viel schlauere und integrere Volksvertreter haben, wenn sie sinnvoller ausgewählt würden.

Selbst die deutschen Bundestaghanseln sind aber noch Gold gegen das, was der gemeine Amerikaner in den Kongress schickt.
Zwei Kammern mit verteebeutelter GOPer-Mehrheit sind einfach unentschuldbar meine lieben Landsleute!

USAner sind offensichtlich in praktischer Demokratie noch unfähiger als die schon im Kellerniveau agierenden Merkel-Fans zwischen Oder und Rhein.
Ich könnte stundenlang über die Unzulänglichkeiten Obamas referieren und bin rechtschaffend verärgert über ihn.
Aber auf die Idee zu verfallen, George W. Bush sei besser gewesen, kommt man nur nach einer vollständigen Lobotomie.

Bush jr. Ist beliebter als Obama
[….]  Wer hätte das gedacht: So unbeliebt der frühere US-Präsident George W. Bush auch war, sein Nachfolger Barack Obama ist noch unbeliebter. Einer Umfrage des US-Fernsehsenders CNN zufolge zeigen die Zustimmungswerte für den US-Präsidenten weiter in eine Richtung: nach unten.
Bush kommt in der Erhebung auf einen Beliebtheitswert von 52 Prozent - nur 49 Prozent der Befragten gaben dagegen an, ein positives Bild von Obama zu haben. Die Ex-Präsidenten Bill Clinton und George Bush Senior schneiden da schon besser ab: Sie kommen jeweils auf 64 Prozent.
Entweder sind die Amerikaner also ein unzufriedenes Volk, oder sie finden die Arbeit des aktuellen Präsidenten Obama noch schlechter, als die von Bush, dessen Umfragewerte deutlich gestiegen sind. [….]