Dienstag, 2. Juni 2020

Leadership


In einer der Myriaden Trump-kritischen Social-Media-Gruppen las ich heute wieder einmal die verzweifelte Frage wie es bloß angehen konnte, daß der Typ „leader of the free world“ wurde.

Dieses entsetzte Aufheulen ist verständlich, aber die Eingangsfrage ist recht dümmlich. Einerseits kann man den Trumpschen Wahlerfolg sehr gut erklären – Rassismus, rechte Medien, unbeliebte Gegenkandidatin, socialmedia-Manipulationen und GOP-freundliches Wahlrecht – und andererseits ist der anmaßende Sprachgebrauch den US-Präsidenten mit dem Führer der freien Welt gleichzusetzen doch sehr amerikanisch.
Selbst im Westen sehr beliebte amerikanische Präsidenten wie Barack Obama wurden von den Menschen in Europa, Kanada, Japan, Brasilien, Südafrika oder Australien kaum als ihr „Leader“ angesehen. Obama tat im Zweifelsfall das was im rein amerikanischen Interesse war und scherte sich einen Dreck um die Befindlichkeiten der Verbündeten. Da wurde völkerrechtswidrig bin Laden in einem anderen Land hingerichtet, da wurden Menschen nach Guantanamo verschleppt, die Mobiltelefone befreundeter Regierungschefs abgehört, völkerrechtswidrig hunderte Drohnentötungen unternommen und auch fleißig die Todesstrafe vollstreckt.
Bei Donald Trump stellt sich die Frage gar nicht, auch wenn CNN und Co ihn immer noch (mit vorwurfsvollen Unterton) als „leader of the free world“ ansehen.
Außerhalb der USA käme niemand auf die Idee und selbst extrem amerikatreue Atlantiker wie Angela Merkel lassen sich nicht von Trump führen.

 Trumps Präsidentschaft wird aber auch in den USA weitgehend als „failed“  angesehen.
Aus europäischer Sicht liegen die Gründe dafür auf der Hand.
Zumal der Mann offenkundig nicht ganz dicht ist, manisch Öl in die schwersten Krisenherde gießt und wie ein eingeschnapptes garstiges Kleinkind an manchen Tagen über hundert Pöbel-Tweets absetzt.

Aus republikanischer Perspektive sieht es aber etwas anders aus.

Über 100.000 Corona-Tote sind dort ein weit kleineres Problem, wenn es gelingt dafür andere finstere Mächte zu beschuldigen und insbesondere, wenn man weiß, wen es bevorzugt trifft: Ärmere Amerikaner, Working Poor, Unter- und Nichtversicherte, People Of Color, Einwanderer, Schwarze.
Es sterben also weit überproportional diejenigen, die ohnehin demokratisch gewählt hätten und das Elend ist in demokratisch regierten Bundesstaaten derzeit besonders groß, da dort die Metropolen mit sehr hoher Bevölkerungsdichte liegen.

Auch die Unfähigkeit Trumps Empathie zu zeigen, seine hasserfüllten Attacken auf Diejenigen, die empört über den Mord an George Floyd in den amerikanischen Städten protestieren, empören weitüberwiegend diejenigen, die ohnehin demokratisch wählen.
Trumps unverhohlener Rassismus erfreut eher seine traditionelle Wählerbasis; die hassen Schwarze und Latinos nämlich genauso wie ihr cult-leader im Oval Office. Wenn Trump also in seinen absurden Tiraden ankündigt schießen zu lassen, härtere Maßnahmen fordert, von bösartigen Hunden phantasiert, die er auf Demonstranten loslassen will, sich den Weg zur Kirche freischießen lässt, um mit einer Bibel zu posieren, sind Millionen FOX-Viewer begeistert.
Sie können ihrem Sadismus frönen und sich daran erfreuen, wenn Polizisten live auf Facebook auf Schwarze einprügeln.
Trump liegt an einer Eskalation der riots. Je mehr bürgerkriegsähnliche Szenen, desto mehr kann er sich als harter Hund inszenieren.
Umso mehr werden die Weißen die Protestierer hassen und vergessen was die Ursache der Proteste sind – so hoffen die Republikaner wie der Abgeordnete Matt Gaetz, die geradezu fanatisch die Ausschreitungen anheizen.


 Je mehr Ausschreitungen, desto weniger werden besonnene Stimmen wie Margarete Stokowski gehört.

 […..] Im Deutschlandfunk wird berichtet: "In den USA kommt es weiter zu Plünderungen, Krawallen und Gewaltausbrüchen nach dem Tod vom George Floyd." So lautete der erste Satz zur Meldung in der Nachrichtenübersicht am Sonntagabend. Komisch, denn da kommt die Polizei irgendwie nicht vor. Aber es gibt keine Krawalle, weil ein Mann gestorben ist. Es gibt Krawalle, weil er von einem Polizisten getötet wurde und sich dieser Tod in eine lange Tradition rassistischer Polizeigewalt einreiht. […..] Wie friedlich, wie ruhig, wie leise müssten Menschen dagegen protestieren, dass immer wieder schwarze Menschen aus rassistischen Gründen ermordet werden, ohne dass Weiße ihnen erklären, was sie alles falsch machen? […..] Man muss es nicht gut finden, wenn Gegenstände im Zuge von Protesten beschädigt werden, aber die Frage ist, worauf man den Fokus seiner Kritik legt. Arno Frank schreibt in einem SPIEGEL-Kommentar, Plünderungen seien "der Moment, in dem der politische Protest unweigerlich kippt - und seine moralische Berechtigung verliert". Sicher? "Der politische Protest", also der gesamte Protest, verliert seine Berechtigung? Wie soll das gehen? Muss dann auch die Französische Revolution für ungültig erklärt werden, weil da auch dies und das passierte? Noch mal zurück, noch mal gesittet von vorne? […..]

Bis hierhin sehe ich immer noch keine großen Beeinträchtigungen der Chancen Donald Trumps wiedergewählt zu werden.

Etwas anderes könnte aber sehr problematisch werden. Trump und die GOPer dreschen deswegen so auf die Armen, Schwarzen, Protestierer ein, weil das der typischen Sehnsucht der rechtsradikalen Wähler nach einem starken autokratischen Führer entspricht.
Sie wollen tatsächlich einen global leader, der wie ein Diktator handelt und ohne Rücksicht auf Verluste mutig seine rassistische Agenda „Make Amerika White Again“ durchsetzt.
In dieser Hinsicht musste Trump aber einige herbe Tiefschläge einstecken.
Er rief zum G7-Gipfel nach Camp David und Angela Merkel sagte nicht etwa eilfertig „Ja, mein Führer“, sondern „Nö, keinen Bock, ich lass mich von Berlin aus zuschalten!“
Es wird offensichtlicher, daß Trump international nicht sehr geachtet wird.
Daß er eben nicht als Leader angesehen wird.


Noch schlimmer; es sind ausgerechnet seine Brüder im Geiste, Johnson und Bolsonaro, bei denen Covid19 am schlimmsten wütet. Ausgerechnet die selbsternannten starken Führer versagen bei der Führung durch die Corona-Krise.
Viel schlimmer war aber Trumps Abstieg in den White-House-Bunker als in Washington protestiert wurde.


Dadurch wirkte ihr Cult-Leader nicht als strahlender mutiger Held, sondern wie ein Feigling, der sich vor seinem Volk verkriechen muss.
Trump erkannte offenbar die fatale Wirkung dieser Bilder und versuchte gestern mit mehreren drastischen Photo-Ops gegenzusteuern.
 

Nicht nur wedelte er vor der nahegelegenen evangelischen Kirche mit der Bibel, sondern er latschte mit Melania gleich noch zu einem katholischen Schreib, um John-Paul-II zu huldigen.
Blöderweise waren in beiden Fällen die zuständigen Bischöfe stinksauer und äußerten das auch öffentlich.

 [….] Die anglikanische US-Bischöfin Mariann Edgar Budde hat sich von einem Auftritt von Präsident Donald Trump vor der als „Kirche der Präsidenten“ titulierten St.-Johns-Kirche in Washington am Montag distanziert. Sie sei „empört“ über Trumps Verhalten.
„Der Präsident benutzt ausgerechnet eine Bibel, den heiligsten Text der jüdisch-christlichen Tradition, und eine der Kirchen meiner Diözese ohne Erlaubnis als Hintergrund für eine Botschaft, die in Widerspruch zu den Lehren Jesu und allem steht, wofür unsere Kirchen stehen“, sagte die Bischöfin der Episkopalkirche dem Sender CNN (Montag Ortszeit).
Auch sei sie „empört“, dass der Präsident nicht gebetet habe, als er zur Kirche kam. [….]

Anders als halbwegs liberale Christen bin ich der Meinung, daß die Bibel hervorragend zu Trump und seinen Anhängern passt.
Es wird ihm aber schaden, wenn sich ausgerechnet Bischöfe gegen ihn stellen.

[…..] Der Besuch von US-Präsident Donald Trump bei einem Schrein für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. in Washington ist auf scharfe Kritik der katholischen Kirche gestoßen. Der Erzbischof von Washington, Wilton Gregory, teilte am Dienstag mit, er finde es «verwerflich», dass sich eine katholische Einrichtung auf eine Weise missbrauchen und manipulieren lasse, die gegen katholische Prinzipien verstoße. Johannes Paul II. sei ein Verfechter von Menschenrechten gewesen. Seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am Montag vergangener Woche in Minneapolis werden die USA von Unruhen erschüttert.
Donald Trump und First Lady Melania legten am Dienstag einen Kranz am Denkmal des verstorbenen Papstes nieder.  […..]

Noch kann man nicht sagen, ob die Bilder eines sich feige versteckenden Trumps, der von Kirchenvertretern gemaßregelt wird, die Wähler in der FOX-Blase überhaupt erreichen.


Aber enorm große Multiplikatoren wie Kylie Jenner (179 Millionen Instagramfollower), Lady Gaga (81 Millionen Twitterfollower, 42 Millionen auf Instagram), Rihanna, mit 97 Millionen Followern auf Twitter oder Taylor Swift (133 Millionen Instagram-Abonnenten, 86 Millionen auf Twitter), Katy Perry mit 109 Millionen Twitterfans, oder Justin Bieber mit 112 Millionen Twitterjüngern schließen sich dem #BlackoutTuesday an.


Abgesehen davon, daß ich mich schon angesichts dieser Zahlen suizidal fühle und verzweifelt denke Trump wäre gar nicht erst Präsident geworden, wenn auch nur halb so viele Amerikaner seriösen Medien folgten wie den Kardashians, ist die Reichweite so enorm, daß Trump nicht glücklich sein kann.


[…..] Die Stimmung kippt, und Trumps Wiederwahl gerät in Gefahr[…..] .Es ist ein Umfrageschock für Donald Trump. In den großen Schlüsselumfragen zu Akzeptanz, Vertrauen und Kompetenz sackt er regelrecht ab. Im Wahlkampfduell liegt sein Herausforderer Joe Biden im gemittelten Wert aller Umfragen plötzlich mit einem klaren Abstand von 48,2 zu 42,5 Prozent vorne. Der demokratische Herausforderer führt, obwohl er wegen Corona gar keinen Wahlkampf machen kann und im Wesentlichen eine Medienkampagne vom heimischen Keller heraus führen muss, nun auch in allen wichtigen Wechselwahlstaaten. In Wisconsin liegt Biden 2,7 Prozent vorne, in Florida 3,5 Prozent, in Arizona 4 Prozent, in Michigan 5,5 Prozent, in Pennsylvania sogar 6,5 Prozent - und in Minnesota 5 Prozent. […..]
Donald Trump […..] verbarrikadierte sich im Weißen Haus und musste zwischenzeitlich - so berichtet es die "New York Times" - wegen der Straßenschlachten in unmittelbarer Nähe von den Sicherheitsagenten des Secret Service in den unterirdischen Bunker gebracht werden. Normalerweise dient der Bunker als Hochsicherheitstrakt für den Präsidenten im Kriegsfall oder bei schweren Terrorismus-Attacken. […..] Nun "musste" sich Trump vor schwarzen Demonstranten dorthin flüchten. Die symbolische Wirkung dieser Nachricht ist enorm, und sie ist negativ für den Präsidenten. […..] Trump verunsichert selbst treue Gefolgsleute durch irrlichternde Twitter-Nachrichten aus seinem Bunker. Die Bilder von brennenden Straßenbarrikaden und plündernden Mobs passen schon nicht in Trumps Narrativ vom wieder erstarkten Erfolgs-Amerika. Noch weniger passt die Szenerie, dass die Präsidentenkirche St. John's Episcopal Church in unmittelbarer Nähe zum Weißen Haus infolge der Straßenschlachten Feuer fängt, die Außenleuchten des Weißen Hauses abgeschaltet werden müssen, und der Präsident aus dem Atombunker heraus wütende Twitter-Nachrichten verbreitet, "LAW & ORDER!" einzufordern. […..]








Montag, 1. Juni 2020

Impudenz des Monats Mai 2020


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Merkels seit 30 Jahren erfolgreiche Methode – sie wurde 1990 das erste mal als Bundesministerin Teil der deutschen Regierung – sich niemals politisch konkret zu äußern und stets den Kopf einzuziehen, wenn entschieden werden müsste, bescherte ihr eine methusalemsche Amtszeit.
Wie meine Mutter immer zu sagen pflegte: Merkel mag einfach gern Kanzlerin sein. Mehr steckt nicht dahinter.

Die meisten Journalisten sehen Merkels Methode der maximalen Positionslosigkeit als geniale Strategie, erfinden Begriffe wie „asymmetrische Demobilisierung.“
Demzufolge wäre ihr angekündigter Politikabschied zum Herbst 2021 nach drei Dekaden endlich mal die Gelegenheit zu erfahren was Merkel wirklich will. Sie nimmt auf Wahlen keine Rücksicht mehr, kümmert sich nicht mehr um die CDU, agiert mit einem schwachen Koalitionspartner und könnte nun endlich mal ungehemmt das sagen und tun, das sie wirklich für relevant hält.
Seit dem warten wir.
Merkel hält sich weiterhin möglichst bedeckt im Hintergrund, gibt keine Auskünfte, führt nicht an.
Als die Bundesländer zunehmend zappelig wurden und die einheitliche Corona-Linie verließen, duckte sich auch Merkel weg und hatte offiziell keine Meinung zum Lockdown und der gewaltigen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Megakrise.
Wo ist sie eigentlich gerade? Keiner weiß es.

Demoskopisch funktioniert es weiterhin grandios. Der deutsche Urnenpöbel hasst Politiker mit Ecken und Kanten, die klare Meinungen und Konzepte vertreten.
Und so sonnt sich auch das Phantom Merkel, genau wie die CDU in sagenhaften Umfrage-Hochs. Dabei hat Merkel es gar nicht mehr nötig Rücksichten zu nehmen; meine Mutter hatte Recht: Sie mag einfach gern Kanzlerin sein. Es steckt wirklich nichts weiter dahinter.

Bedauerlicherweise gibt es eine partielle Ansteckung im Kabinett.
Die C-Minister sind ohnehin Totalausfälle und die S-Minister tun genau das, was ihr Amt verlangt.
Es gibt aber keine große Linie, keinen moralischen Kompass und keinerlei Anspruch international irgendetwas zu bewegen.
Honkong-Krise? China-USA-Konflikt? WHO-Shutdown? Migration? Waffenexporte? Brexit-Verhandlungen? Demokratiekrise in Osteuropa?
Zu keinem der Groß-Probleme gibt es eine Ansicht aus dem Kanzleramt.


Dabei zeigt sich gerade deutlicher denn je wer deutsche Unterstützung verdient und wer getadelt werden muss.
Wir müssen solidarisch sein mit den gebeutelten südeuropäischen Ländern und wir müssen den Visegrád-Faschisten (Priol) ein klares NEIN entgegenschleudern.

Insbesondere fehlt es aber an klaren Positionierungen gegenüber London, Washington und Brasília.


Es gibt so gut wie keine demokratischen Kernwerte, die nicht von den USA mit Füßen getreten werden.
Da reicht es nicht aus zu sagen, Merkel möchte am Camp-David G7 lieber per Videokonferenz teilnehmen.

Trump zerstört gerade die Gewaltenteilung, zerschlägt die Pressefreiheit und entfesselt einen rassistischen Mob.


 



Es ist bitter nötig, daß wichtige Alliierte wie Deutschland den Amerikanern, die gegen die GOPsche Zerstörung amerikanischer Werte opponieren und auf die Straße gehen, sie deutlich unterstützen.

Berlin ist aufgrund dieses Versagens die Impudenz des Monats Mai.

Merkel und die Bundesregierung sind offenbar nicht in der Lage sich in der Auseinandersetzung zwischen Faschisten und Antifaschisten zu positionieren.
Merkel wagt es nicht sich auf der Weltbühne klar gegen die amerikanische Verletzung so ziemlich aller internationalen Regeln und Abkommen zu äußern.

Die Krönung der Peinlichkeit ist Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, die immer noch so vor Washington kriecht, daß sie für zwölf Milliarden Euro amerikanische Kampfjets ordert.

 (….) Die Bundesparteichefin der CDU zeigt sich ebenfalls von ihrer empathischen Schokoladenseite.
Während Tausende sterben, Hunderttausende Selbstständige um ihre finanzielle Existenz kämpfen, ein gewaltiger Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet wird, Krankenhäuser und Pflegedienste vollkommen überlastet sind und Billionen neue Schulden gemacht werden müssen, weiß Kramp-Karrenbauer was zu tun ist:
Neue Atombomber für Deutschland bestellen.

 Natürlich wie von Trump gefordert beim US-Hersteller Boeing, anderenfalls könnten ja womöglich deutsche Arbeitsplätze bei Airbus entstehen.
AKK beugt sich lieber der amerikanischen Erpressung. Washington hatte nämlich gedroht das Zulassungsverfahren für US-Atombomben bis zum St. Nimmerleinstag zu verschieben, sollte Deutschland es wagen Kampfbomber eines nicht amerikanischen Herstellers anzuschaffen.
Man stelle sich das vor: der Atomkrieg bricht aus, aber nur amerikanische, britische und französische Jets dürfen mit den in deutschen Silos lagernden Atombomben mitspielen! Dabei ist so ein Nuklearkrieg, bei dem die Erde 100 mal zerstört wird doch so eine Riesengaudi für die Vorsitzende der C-Partei. Da will man natürlich nicht ohne mitzumachen im atomaren Fallout verrecken.

[…..] Berlin treibt den milliardenschweren Kauf von Kampfjets und eine Fusion im deutschen Kriegsschiffbau voran.
[…..] Gekauft werden sollen 135 Flugzeuge, darunter 90 Eurofighter sowie 45 US-amerikanische F-18. Der Preis wird auf eine zweistellige Milliardensumme geschätzt. Die F-18 sollen unter anderem im Rahmen der "nuklearen Teilhabe" genutzt werden, die den Transport und den Abwurf der in Büchel (Eifel) gelagerten US-Atombomben durch deutsche Bomber vorsieht. Parallel zu dem milliardenschweren Kauf treibt die Bundesregierung einen Zusammenschluss der drei großen deutschen Kriegsschiffbauer zu einem deutschen Marinegiganten voran; er wird, sofern seine Gründung gelingt, mit einem französisch-italienisch geführten südeuropäischen Konsortium konkurrieren. Um die Aufrüstung zu beschleunigen, ist kürzlich ein Gesetz verabschiedet worden, das EU-weite Ausschreibungen in der Rüstung einschränkt. Verschleppt hat die Bundeswehr hingegen die Beschaffung von Covid-19-Schutzausrüstung.
[…..] In Washington hieß es, falls der Eurofighter für die "nukleare Teilhabe" genutzt werden solle, werde man sich für die Zertifizierung drei bis fünf Jahre Zeit nehmen - mehr, als die Luftwaffe einplanen will. […..] Wie vergangene Woche bekannt wurde, moderiert [die Bundesregierung]  die Schaffung eines Werftenverbundes, dem alle drei großen deutschen Kriegsschiffbauer angehören sollen: die Bremer Lürssen-Werft, ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und German Naval Yards Kiel (GNYK). […..][…..] Während Berlin die Rüstungsbeschaffung für gegenwärtige und künftige Kriege nach Kräften beschleunigt, hapert es immer noch mit der Beschaffung dringend benötigter Schutzausrüstung für den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Erst kürzlich übte die gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Maria Klein-Schmeik, scharfe Kritik an der Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Kauf der Schutzausrüstung dem Beschaffungsamt der Bundeswehr zu übertragen. Die Behörde ist daran gescheitert; sie verantwortet nicht zuletzt das Verschwinden von sechs Millionen Atemschutzmasken in Kenia, mit denen deutsche Krankenhäuser hätten ausgestattet werden sollen. […..]

Man versteht gar nicht was die nörgelige Opposition und die Sozen nun wieder zu meckern haben, nur weil AKK gesetzwidrig am Parlament vorbei für 12 Milliarden Dollar US-Atombomber bestellt und sich weigert die entsprechenden Aufforderungen aus den USA offen zu legen. (…..)

Die armen irren „Atlantiker“, also diejenigen, die immer noch an Washingtons Rockzipfel hängen und wie Spahn oder AKK vor Grenell kriechen, wollen damit die „nukleare Teilhabe“ erhalten.


Eine Verrücktheit! Russland und die USA verfügen gemeinsam über annähernd 3500 Atomsprengköpfe. Viele davon sind unauffindbar auf U-Booten stationiert und können immer und von überall gestartet werden.

[…..] Die NATO aber setzt zur Abschreckung weiter auf Atomwaffen. Und betont, dafür seien auch die US-Bomben auf deutschem Boden entscheidend. Aber stimmt das auch? Allein angesichts der Zahlen ist es kaum vorstellbar. Russland verfügt derzeit über rund 1.600 einsetzbare Atomsprengköpfe, die USA über 1.750. In Deutschland sind im Rahmen der „Nuklearen Teilhabe” nicht mehr als 20 stationiert. Und Experten bezweifeln, dass die deutschen Bomber, die sie tragen sollen, im Einsatz überhaupt an der russischen Luftabwehr vorbeikämen. Von einer glaubwürdigen Abschreckung könne man da kaum sprechen, sagt Hans Kristensen. Der Direktor des „Nucleaer Information Project” gilt als einer der anerkanntesten Experten für Atomwaffen in den USA.

Hans Kristensen, Nuclear Information Project, Federation of American Scientists (Übersetzung Monitor):
„Ich glaube nicht, dass diese Mission für die NATO-Abschreckung unverzichtbar ist. Die Abschreckung insgesamt hängt nicht davon, und auch nicht die Fähigkeit, Russland von Angriffen abzuhalten.” […..]

AKK scheint aber zu glauben, daß die atomare Verteidigung Europas (gegen wen eigentlich) von einem Dutzend Atombomben abhängt, die in der Pfalz vergraben sind.
Noch viel irrer aber ist die Annahme, ausgerechnet Donald Trump, der 1750 Atombomben jederzeit per Knopfdruck starten kann, würde im Kriegsfall erst bei AKK anrufen und sie bitten die Jets aufzutanken, damit die Pfälzer Bomben von deutschen Bundeswehrpiloten nach Moskau geflogen werden, obwohl mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit solche Bomberangriffe ohnehin nie den russischen Luftraum erreichen würden, da die Luftabwehrsystem heute viel zu hoch entwickelt sind, um Flugzeuge durchzulassen.

Das ist einfach gaga.


Und sorry, jeder weiß, ich liebe Heiko Maas, aber die Annahme Washington würde wegen der pfälzischen Bomben bei Abrüstungsverhandlungen auf Deutschland hören, erscheint mir reichlich naiv.
Eine GOP-Regierung ignoriert Berlin sowieso; ich wage zu bezweifeln, daß Trump oder Pence überhaupt die Namen Kramp-Karrenbauer oder Maas kennen.
Aber auch jede Nachfolgeregierung in Washington wird bei existentiellen Fragen keinerlei Rücksicht nehmen.
Auch Obama war es herzlich egal was Merkel davon hielt, wenn es um Fragen der amerikanischen Sicherheit ging.
Unter Obama hörte die NSA auch schon Merkels Diensthandy ab.

Sonntag, 31. Mai 2020

Wunschkinder und Wunsch-Eltern.


In meiner adoleszenten Phase war ich etwas verwirrt davon als sämtliche Altersgenossen nach Beziehungen strebten und sich 24/7 damit beschäftigten beim anderen, bzw manchmal auch beim gleichen Geschlecht zu landen.
Den sexuellen Trieb konnte ich noch am ehesten verstehen, aber wieso dieser zielgerichtete Drang auf exklusive Zweisamkeit?
Insbesondere nachdem ich solche Beziehungen hatte, wußte ich; das ist nichts für mich.
Etwas anderes stand aber ohnehin nie zur Debatte, da gab es keine Verwirrung und kein Ausprobieren: Vater werden wollte ich nie.
Das war für mich schon viele Jahre bevor ich das intellektuell begründen konnte absolut sicher.

(…..) Wie ich kürzlich ganz zart andeutete, bin ich überhaupt gegen das Geboren-Sein.
Man wird nicht vorher gefragt und ist dazu verdammt dem Planeten und der Natur schweren Schaden zuzufügen.
Global betrachtet leiden Flora und Fauna unter nichts anderem auch nur annähernd so sehr wie unter der grässlichen Homo-Sapiens-Infektion.
Die Homo-Sapiens-Masse sollte vernünftigerweise um 90% reduziert werden, um diese Welt nicht mehr zu vergiften und zu zerstören. Um nicht mehr jeden Tag Dutzende andere Tierarten zu verdrängen und auszurotten. Um sich nicht mehr gegenseitig myriadenfach im Kampf um Ressourcen abzumurxen.
Wären wir 0,75 Milliarden Individuen statt 7,5 Milliarden hätten wir immer noch eine Weltgesamtbevölkerung wie um das Jahr 1780, könnten aber in sauberer Umwelt friedlich mit dem Rest der Erdenbewohner coexistieren.

Die Notwendigkeit die menschliche Überbevölkerung drastisch zu reduzieren, ist so evident, daß sie in immer neuen Varianten als Fiktion in Kinofilmen, Dramaserien und Büchern durchdekliniert wird.
Endzeitplots sind extrem populär. The Walking Dead, Mad Max, Jericho, The 100 oder Falling Skys heißen die Produktionen, in denen alle möglichen Ursachen für das weitgehende Aussterben der Menschen erfunden werden. (…..)

Zu den ersten beiden Ebenen, also dem persönlich fehlenden Wunsch Vater zu werden und der intellektuellen Überzeugung die toxische Überbevölkerung nicht zu verschlimmern, kam im Laufe der Jahrzehnte noch ein drittes Element:
Viele Menschen (aber nicht alle!) verändern sich durch ihre Elternschaft extrem zu ihrem Nachteil; sie werden bestenfalls monothematische Langweiler, schlimmstenfalls Berufseltern, die dreist Vorteile und Sonderbehandlungen für sich reklamieren.
Schließlich sind da noch die Kinder an sich, die ich zunehmend als laut und anstrengend empfinde. Es tut mir leid, ich finde kleine Kinder nun mal nicht niedlich und es interessiert mich überhaupt nicht, wann sie einen Rülpser machen, was ihr erstes Wort ist und welche Scheußlichkeiten sie mit ihren ersten Wachsmalstiften zu Papier gebracht haben.
Mit Grausen erinnere ich mich an die Phasen, wenn die Kleinstkinder ihre Faszination für Telefonhörer entwickeln und ihre Monothematik-Mütter daher ihre Zweijährigen auf das Klingeln reagieren lassen und man als Anrufer zehn Minuten sinnfreie Kindergebrabbel anhören muss, nur im Hintergrund eine verzückte Elternhälfte wahrnimmt und verzweifelt hofft, sie möge endlich dem Gör den Hörer aus der Hand nehmen.
Kinder nerven mich ganz furchtbar, aber deswegen hasse ich sie nicht, sondern sie tun mir zu allem Übel auch noch leid, weil ich dauernd beobachte, lese, höre, wie sie misshandelt werden.
Dafür ist Corona ein guter Indikator: Zwangsweise müssen nun viele Eltern den ganzen Tag mit ihren Blagen zusammen sein, sind davon genervt und werden sogleich gewalttätig.

[…..] Vier Frauen und ihre Kinder hat Heide Kruse seit Beginn der Kontaktbeschränkungen im März im Frauenhaus Wolfsburg aufgenommen. Sie sind geflohen vor Beschimpfungen, Misshandlungen und Schlägen durch den Partner oder Ehemann. "Es gab in diesen Beziehungen schon vorher Stress und Gewalt, aber da war es möglich, sich aus dem Weg zu gehen", sagte Heide Kruse, Mitarbeiterin im Frauenhaus Wolfsburg. "Jetzt in Zeiten von Corona ist das nicht möglich, weil die Kinder zu Hause sind, Homeoffice oder Kurzarbeit stattfinden. Und dann sind die Situationen in diesen Fällen eher eskaliert." Die eigenen vier Wände, die derzeit den sichersten Schutz vor dem Virus bieten, sind für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder zugleich ein gefährlicher Ort. [….]

Im Gegensatz zu vielen Eltern und vor allem im Gegensatz zu religiösen Menschen bin ich sehr intolerant gegenüber Gewalt gegen Kinder.
Für mich ist es völlig unverständlich wieso Eltern nach weltweit hunderttausenden sexuellen Missbrauchtaten von Priestern gegen Kindern, wieso nach Millionen gewalttätigen Übergriffen von Kirchenleuten immer noch ihre Leibesfrüchte in christliche Einrichtungen geben.
Zumindest das kann ich sicher sagen: Wäre ich ein Vater, würde ich mein Kind garantiert vor dem Zugriff kirchlicher „Betreuer“ schützen.

Warum werden Kinder gequält und misshandelt?
Weil sie unter nicht kindgerechten Umständen geboren werden, weit überproportional dort geboren werden, wo sie schlechte Chancen haben.

(….) In den Teilen der Welt, die ein sehr geringes Bevölkerungswachstum ausweisen, oder gar wie Deutschland, Japan, Südkorea und die baltischen Länder (Fertilitätsrate bis 1,3) schrumpfen, ist die Kriegsmüdigkeit hingegen recht ausgeprägt.
Verständlich, denn wenn man/frau bloß ein Kind hat, geht es ihm einerseits ökonomisch besser, so daß es weniger wahrscheinlich auf die Idee kommt Soldat zu werden und andererseits sind die Eltern auch protektiver, lassen ihre Kindern weniger gern in den Krieg ziehen.

Länder mit den höchsten Fertilitätsraten – Gaza 4,9 Jemen 5,0 Ruanda 5,3 Kongo 5,8 Uganda 6,1 Somalia 6,3 Ost-Timor 6,3 Afghanistan 6,4 – sind offenbar auch besonders unfriedlich, weil die enorme Kinderzahl die Ressourcen erschöpft, Konkurrenz entsteht und Eltern auch eher mal den Tod eines ihrer Blagen verkraften.

Wir brauchen also weniger Menschen und daher weniger Nachwuchs.
Es ist wohl auch kein Zufall, daß die Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte auch die mit den geringsten Geburtenraten sind. (…..)

Das gilt nicht nur international, sondern auch national. Je prekärer die sozialen Verhältnisse, desto mehr Kinder werden geboren.
Die gut verdienende intelligente Akademikerin mit Haus und Garten hat eher keine Kinder. Die Hartz-Empfängerin mit Drogenproblemen und ohne Schulabschluss schon.

Man muss sich nur einmal eine Folge „Der Jugendknast“ auf RTL-II ansehen.
Nicht nur kommen 99% der jugendlichen Insassen selbst aus sehr prekären Familienverhältnissen, sondern in der Regel hat so ein 20-Jähriger Knasti schon fünf Kinder mit drei Frauen.

Das Problem ist biologisch bedingt: Während man sich Bildung, ein soziales Netz, Umgangsformen und eine Karriere fast immer hart erarbeiten muss, braucht es für den Geschlechtsakt gar keine Mühe; das schafft so ziemlich jeder und wird auch nicht reglementiert.
Für so vieles braucht man eine Genehmigung und ist an viele Bedingungen geknüpft. Es gibt aber keine Kinderführerschein; jeder Depp kann so viele Kinder bekommen wir er möchte und wird dafür auch noch vielfach vom Steuerzahler belohnt.

Auch wenn ich selbst keine Kinder haben möchte, wünsche ich mir, daß alle Kinder glücklich und unter idealen Bedingungen aufwachsen.

Wie man das erreicht? Ganz einfach; indem Wunschkinder geboren werden.
Das ist aber leider oft nicht der Fall, weil Kinder auch aus Versehen gezeugt werden und aus dem Uterus schlüpfen, obwohl mindestens ein Elternteil das überhaupt nicht wollte.
Das ist der Fluch der heterosexuellen Biologie; man muss nur einmal etwas über den Durst trinken und bums wacht man schwanger auf.

Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern haben das Problem nicht. Sie sind statistisch betrachtet fast alle Wunschkinder; sie konnten ihren Eltern nicht gegen ihren Willen im Laufe einer feuchtfröhlichen Nacht entstehen, sondern waren so sehr erwünscht, daß Mama und Mama oder Papa  und Papa erhebliche Umstände auf sich nehmen mußten, um schwanger zu werden. Ihnen geht es statistisch gesehen sogar etwas besser als Kinder aus heterosexuellen Beziehungen – ein in sich logischer und zu erwartender Befund.

[….] Aufgrund der deutlich höheren Anzahl an lesbischen Familien wurden in bisherigen Studien meist Kinder und Jugendliche aus lesbischen Familien mit jenen aus heterosexuellen Familien verglichen. Die Befunde machen deutlich, dass beide Familienformen günstige Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen bieten. Eine Analyse von insgesamt 33 veröffentlichten und unveröffentlichten Studien zwischen 1979 und 2009 belegt, dass Kinder und Jugendliche aus Regenbogenfamilien eine etwas bessere psychische Anpassung haben als Gleichaltrige aus heterosexuellen Familien (Fedewa et al. 2015). Demnach zeigen Kinder und Jugendliche aus gleichgeschlechtlichen Familien weniger Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Probleme als Gleichaltrige aus heterosexuellen Familien.
Ein häufiger Einwand von Kritikern gleichgeschlechtlicher Lebensweisen betrifft die vergleichsweise geringe Anzahl an Studien über Kinder, die bei schwulen Vätern aufwachsen. Tatsächlich besteht hier Forschungsbedarf, allerdings bestätigt eine Analyse von Millers und Kolleginnen (2017) von insgesamt 10 veröffentlichten und unveröffentlichten Studien (ab 2005) den bisherigen Befund. Auch Kinder und Jugendliche von schwulen Vätern schneiden im Vergleich zu Gleichaltrigen aus heterosexuellen Familien hinsichtlich ihrer psychischen Anpassung besser ab (Miller, Kors & Macfie 2017). [….]

Könnte sich ein Baby also aussuchen wo es geboren werden möchte, sollte es dem Klapperstorch bitten es bei homosexuellen Eltern abzusetzen.

[….] Studie: Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern geht es gut
Oft wird über das Wohlergehen von Kindern schwuler und lesbischer Eltern mehr spekuliert als gewusst. [….]  Eine repräsentative Studie unter Leitung des bayerischen Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg räumt mit diesen Vorurteilen auf – und lässt Forschungsergebnisse für sich sprechen: Mehr als 7 000 Kinder in Deutschland wachsen Schätzungen zufolge bei gleichgeschlechtlichen Eltern auf, 2 200 davon leben bei eingetragenen Lebenspartnerschaften, die seit 2001 möglich sind. Die Situation von 1 059 schwulen und lesbischen Eltern mit 852 Kindern haben die Wissenschaftlerinnen in mehr als zweijähriger Arbeit hinterfragt.
[….]  Das Fazit der Erhebung: Sogenannte Regenbogeneltern sind genauso gute Eltern wie heterosexuelle Paare. Das Kindeswohl ist bei ihnen ebenso gewahrt wie in anderen Familien. Im Detail: Die Kinder entwickeln sich positiv, der schulische und berufliche Werdegang ist normal, und es gibt keine erhöhte Neigung zu emotionalen Unsicherheiten. Wenn es Unterschiede in der Entwicklung von Kindern in Regenbogenfamilien zu beobachten gebe, „dann eher in positiver Weise“, heißt es in der Studie.
[….] Die Wissenschaftler stellten fest, dass Heranwachsende in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften über ein höheres Selbstwertgefühl verfügen als Kinder, die in anderen Familienformen aufwachsen. Die sogenannten Regenbogenkinder beschreiben sich zudem selbst als offen und tolerant. [….]

Wieder einmal zeigt sich, daß Homosexualität ein evolutionärer Vorteil für eine Familie ist. In vieler Hinsicht.

Ältere Brüder erhöhen die Wahrscheinlichkeit schwul zu sein; anders ausgedrückt: Je mehr Kinder eine Frau bekommt, desto eher werden sie schwul.
Vermutlich ist es der Benjamin, der homosexuell ist.

[….]  Der "fraternal birth order effect" FBO beschreibt einen Befund, mit dem Anthony Bogaert und Ray Blanchard vor ziemlich genau zehn Jahren in der Fachwelt für einigen Aufruhr sorgten. Die beiden kanadischen Psychologen entdeckten nämlich, dass beim Mann die Wahrscheinlichkeit, schwul zu werden, mit jedem älteren Bruder um fast ein Drittel ansteigt. [….]

Natürlich stellt sich die Frage welchen evolutionären Vorteil es Eltern bringt immer mehr schwule Söhne auf die Welt zu bringen, je mehr sie kopulieren.

Schwule und lesbische Kinder, queere Verwandte sind ein evolutionärer Vorteil für die Familie.

Unglücklicherweise ist ausgerechnet die deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek total verblödet und versteht gar nichts von Forschung und Wissenschaft.

(…..) Was nicht der Bibel entspricht, hat laut der Forschungsministerin nichts in der Forschung zu suchen. Dieses IT- und KI-Zeug sollen doch China oder die USA machen, Deutschland ist ein christliches Land und braucht den neumodischen Kram nicht.

[….] Wir sind nicht in China. Totale Kontrolle durch den Staat werden wir niemals akzeptieren. Wir sind aber auch nicht in den USA. Wir gehen einen anderen, einen eigenen Weg. Wir lassen uns von unserem christlichen Menschenbild leiten. Jeder technologische Fortschritt hat sich dahinter einzureihen. Wir sind überzeugt: Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen. Menschenwürde, Persönlichkeitsrechte und individuelle Freiheit sind die Grundlagen unseres Zusammenlebens. [….]
Immerhin, eins weiß die Bildungsministerin: Schwule sind schlecht. Und deswegen dürfen die keine Kinder haben.

[…..] Bundesbildungsministerin Anja Karliczek will in einer Langzeitstudie klären lassen, welche Auswirkungen es für Kinder hat, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft aufzuwachsen. In der n-tv Sendung "Klamroths Konter" sagte die CDU-Politikerin, es sei "eine spannende Forschungsfrage", dieses Thema "wirklich langfristig zu erörtern".
Auf die Frage von Moderator Louis Klamroth, ob sie im Jahr 2018 wirklich noch Studien brauche, um sich bestätigen zu lassen, dass Kinder von homosexuellen Paaren genauso glücklich und gut erzogen seien, antwortete Karliczek: "Es geht nicht um 'glücklich' und um 'gut erzogen'. Es geht um etwas grundsätzlich anderes. […..] Karliczek hatte im Juni 2017 im Bundestag gegen das "Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts" gestimmt. Bei "Klamroths Konter" sagte sie, es sei ein Fehler gewesen, gesellschaftliche Strukturen "mal eben so im Federstrich" zu verändern. [….]

Diese ostentativ und stolz vorgetragene bornierte Ahnungslosigkeit macht auch Hartgesottene fassungslos. (…..)

Keine Rolle für das Wohlergehen des Nachwuchses spielt die sexuelle Aktivität der Eltern an sich.
Ob und wem sie sexuell verkehren ist irrelevant.
Der evolutionäre Vorteil entsteht durch soziale Faktoren.
Schwule und Lesben sind statistisch besser gebildet und verdienen mehr (weil sie eben nicht ihre Karriere durch ungewollte Schwangerschaften unterbrechen): Das wirkt sich positiv für das Kindeswohl aus, wenn dann diese reichen und gebildeten Menschen doch bewußt ein Kind haben möchten.

Beim Co-Parenting können auch Heterosexuelle diese eigentlich queeren Vorteile für ihre Kinder nutzen.
Sie suchen sich in dem Fall – zum Beispiel über die Berliner Agentur Familyship – den oder die passende Partner/in, um sich ganz im Sine des Kindes und ganz ohne Beziehungs- oder Sexualstress fortzupflanzen.

[….] Willkommen auf deinem Weg zur eigenen Familie
Gründe die Familie, die zu dir passt - mit Familyship.
Du hast einen Kinderwunsch? Bist womöglich Single, lesbisch oder schwul?
Ob Co-Elternschaft, Regenbogenfamilie, Mehrelternschaft oder alleinerziehend: gründe die Familie, die zu dir passt! [….]

[….] Wie bereits gesagt, ist mir aufgefallen, dass bei Co-Partnering häufig bereits im Vorfeld grundlegende Überlegungen getroffen werden und sich die zukünftigen Eltern über ihre „Rollen“ und Aufgaben einigen. Es wäre vor allem für die Kinder wünschenswert, wenn sich auch andere (zukünftige) Eltern hieran ein Beispiel nehmen würden, da leider weder die Ehe noch eine feste Beziehung eine Garantie für ein „ewiges“ Zusammenleben darstellt und bei einer Trennung dann teilweise vieles ausgestritten wird, was bereits im Vorfeld hätte geklärt bzw. abgesprochen werden können.
Auch kann ich jedem Elternteil nur raten, aufgrund der Kindererziehung nicht gänzlich oder zu lange aus dem Berufsleben auszusteigen. Wie bereits erwähnt, ist das Unterhaltsrecht reformiert worden und dem Unterhaltsberechtigten Elternteil damit auferlegt worden, trotz Kindererziehung intensiver und frühzeitiger um eigenes Einkommen zu erzielen. [….]

Die Süddeutsche Zeitung portraitiert in ihrer Pfingstausgabe, also zur „Ausgießung des Heiligen Geistes“ eine besonders glückliche Familie, in der das Kind auf Vermittlung durch Familyship durch eine Pipette in den Uterus der Mutter gegossen wurde.
Vater schwul, Mutter hetero und Single, lernten sich kennen und mögen, ohne den Druck, ob man im Bett zusammenpasst und rund um die Uhr zusammenleben will. Gezeugt wurde in einer Klinik.

[…..] Katja sagte: "Gib alles", als Daniel mit einem Becher in einem Nebenraum der Kinderwunschklinik verschwand. Danach kam Katjas Part. In einer Zentrifuge wurden die Samenzellen aus dem Ejakulat gefiltert. Zu klassischer Musik habe ihr die Ärztin "einen fingerkuppengroßen Tropfen" in den Uterus gespritzt. Katja war heiß und kalt. Ihre Gedanken rasten. 15 Minuten sollte sie mit hochgelagertem Becken liegen bleiben. Zwei Wochen später, das Ergebnis: positiv. Es hatte beim ersten Versuch geklappt. […..]

Der Sohn ist inzwischen anderthalb und hat zwei liebevolle Eltern, die sich rührend um ihn kümmern. Beide sind immer noch Single.

[….] Obwohl Katja ihn beim ersten Treffen "sehr attraktiv" fand, hatte sie keine Angst, sich zu verlieben. Nicht nur, weil sie beide auf Männer stehen. Er ist auch nicht so ihr Typ. [….]  Er ist ruhig und abwägend, sie mitreißend und impulsiv. "Aber als Vater hätte ich keinen Besseren finden können", sagt Katja.
[….] Am Vatertag radelten sie zu dritt mit ihm im Kindersitz in den Treptower Park. Emil konnte das erste Mal nackig im Springbrunnen planschen. Katja und Daniel verbringen gerne Zeit miteinander. Das verbindende Scharnier ist Emil, aber sie sind schon vor seiner Geburt zusammengewachsen. Nach dem ersten Date haben sie ausgemacht, immer ehrlich zueinander zu sein.
[….] Wie es Kindern in einer Familie geht, habe weder mit der sexuellen Orientierung noch der Beziehungsform der Eltern zu tun, sagt Andrea Buschner. Die Bamberger Soziologin hat mit einem Forscherinnenteam die Lebenssituation von Kindern gleichgeschlechtlicher Eltern untersucht. Die Erkenntnisse lassen sich auf Co-Parents übertragen. "Entscheidend ist in erster Linie eine liebevolle Beziehung und stabile Bindung zum Kind", sagt Buschner. Viel wichtiger als romantische Gesten sei eine "zugewandte und konfliktfreie Art" der Eltern, miteinander umzugehen. Risikofaktoren, die bei Kindern zu emotionalem Stress führen können, seien dagegen anhaltender Streit, Trennung und Umzüge.
Katja und Daniel hatten ein pragmatisches Vorhaben, das Familie geworden ist: Es wird gealbert, verhandelt und umarmt. Neue Partner der Eltern sind erwünscht, müssten sich aber unterordnen. "Mein Mittelpunkt ist immer Berlin, da ist Emil", sagt Daniel. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn er sich in einen Kölner verliebt, der nicht wegziehen will. Er weiß, dass Katja genauso denkt. [….]

Eine schöne Pfingstgeschichte.
Wenn ich mir jemals doch ein Kind wünschen sollte, würde ich es auch über so eine Agentur versuchen.
Frau Karliczek, Frau Merkel und Frau Kramp-Karrenbauer schütteln sich derweil vor Entsetzen, verbauen solchen glücklichen Kindern mit aller Macht ihre Chancen, verbünden sich mit der Kinderfickerorganisation RKK und sorgen dafür, daß Leihmutterschaften in Deutschland verboten bleiben.
So sind sie, die Christinnen: Sie schaden gern Kindern.