Sonntag, 27. Mai 2018

Richtiges und Viele.


Mehrheiten sind wichtig in der Demokratie.
Nur mit Mehrheiten kann man sich durchsetzen; in einer pluralistischen Demokratie ist das Organisieren von Mehrheiten das mühsame, aber notwendige Handwerkszeug.

Unglücklicherweise sind Mehrheiten durchaus manipulierbar und generierbar. Man kann ein Volk durch Propaganda und Agitation dazu bringen mehrheitlich bestimmte Dinge zu denken.
Schon vor 80 Jahren brachten es Leni Riefenstahl und Joseph Goebbels in dieser Disziplin zu wahrer Meisterschaft.
Inzwischen sind die Möglichkeiten zur Mehrheiten-Herstellung unermesslich, weil wir alle an unseren Klugtelefonen hängen und Algorithmen dafür sorgen was wir dort sehen.

Es gibt weit verbreitete Überzeugungen, die sich unterschiedlich schnell verändern lassen.
Es dauerte 200 Jahre, um die Menschen in Westeuropa davon zu überzeugen, daß Schwule und Lesben gleichberechtigt sind, daß Frauen eben so viel zu sagen haben wie Männer.
Das Ansehen einzelner Politiker kann damit verglichen im Rekordtempo von Null auf Hundert und auch wieder zurück auf Null gehen.
Es gab Zeiten, da war Karl-Theodor Baron von und Freiherr zu Guttenberg von einer derartigen Welle der Sympathie getragen, genoss 90%ige Unterstützung von ganz links bis ganz rechts, daß er sich fast per Akklamation zum Kanzler und Parteichef aufgeschwungen hätte.
Wie wir alle heute (und wenige schon damals) wissen, resultierte die KTG-Begeisterung auf Massenwahn, Betrug und Manipulation.

Manchmal denkt das deutsche Wahlvolk mit großen Mehrheiten das Richtige, wenn es zum Beispiel den Einfluss der Pharma- und KfZ-Lobby beklagt, sich ein liberales Sterbehilfegesetz wünscht oder Donald Trump den Stinkefinger zeigen will.
Manchmal liegt eine ebenso große Majorität auch irregeleitet und falsch. In den Fällen geht es zum Beispiel um Überfremdungsängste, doppelte Staatsbürgerschaft und die Einschätzungen von Gefahren.
Enorme Mehrheiten sind gegen alles Ausländische und mutmaßen nicht existente Privilegien Nichtdeutscher herbei.
So gut wie kein Deutscher kennt das Staatsbürgerschaftsrecht, aber 70% sind dagegen. Unwissenheit schützt vor Meinung nicht.

Etwas politisch Richtiges zu wollen und zu tun, kann also hart mit der tumben Mehrheitsmeinung kollidieren und für ein abruptes vorzeitiges Ende der Amtszeit sorgen; siehe Helmut Schmidt und Gerd Schröder.

Politisch gar nichts zu wollen und auch bereit zu sein dem Volk schweren Schaden zuzufügen, wenn man sich dafür strikt an Umfragen orientiert, kann hingegen zu endlosen Amtszeiten wie bei Merkel führen.

Es ist natürlich angenehmer große Mehrheiten auf seiner Seite zu wissen, als im Einzelkämpfermodus scheinbar gegen Windmühlen zu kämpfen.
Lieber habe ich wie in der Sterbehilfefrage 80% der Mitbürger hinter mir, als ebenso viele gegen mich, wenn es um Migration geht.

Ich freue mich, wenn wie heute in Berlin geschehen beim lange geplanten dumpfdeutschen xenophoben AfD-Marsch die fünffache Menge von Gegendemonstranten sichtbar wird.

[….] Die AfD ist am Sonntagmittag vom Washingtonplatz zum Brandenburger Tor gezogen.
Ursprünglich waren 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei sprach von rund 5000 Demonstranten.
Mehr als 20.000 Teilnehmer waren für ein Dutzend Aufzüge und Kundgebungen gegen die AfD angekündigt. Die Polizei sprach von insgesamt etwa 25.000 Gegendemonstranten. [….]

[…]  Es ist Politik-Sonntag in der Hauptstadt - wie sollte man sonst diesen etwas eigenwilligen Tag in Berlin nennen, der damit begonnen hat, dass die AfD ihn für sich zu beanspruchen versuchte. Sie hatte in Berlin zur bundesweiten Kundgebung aufgerufen, sie wollte den Sonntag zum Tag der Abrechnung mit Merkels Politik machen, samt Marsch durchs Zentrum und Rede vor dem Brandenburger Tor. Am Sonntag stellt sich die Zahl der zunächst angemeldeten Teilnehmer von 10 000 als etwas großspurig heraus, von 5000 war bald nur noch die Rede. Aber immerhin.
Die AfD mobilisiert - und wenn nicht die eigenen Leute, dann sehr zuverlässig doch deren Gegner. Auch die sind an diesem Sonntag in Berlin auf den Beinen, und zwar so zahlreich, dass bald selbst auf den Wegen im Tiergarten Rechtsverkehr gilt. So verstopft sind die Wege im Park, weil die großen Straßen gesperrt sind und die Polizei im Zickzackkurs durchs Zentrum umleitet. Sie spricht von 25 000 Gegendemonstranten. Ein von der Berliner Clubszene organisierter Umzug von etwa 30 Musikwagen zieht über die Siegessäule zur Straße des 17. Juni, gerade so, als wäre mal wieder Loveparade. Schon lange war der Übergang von der Clubnacht in den Tag nicht mehr so fließend - und so politisch; begleitet vom "Hass ist krass, Liebe ist krasser"-Sticker auf gebräunter Sommerhaut.
"AfD wegbassen" lautet das Motto der Protestkarawane, die sich teils entlang der Strecke der einstigen Berliner Loveparade bewegt. […]  AfD-Vorstandsmitglied Beatrix von Storch sagt: "Die Herrschaft dieses Islam in Deutschland ist nichts anderes als die Herrschaft des Bösen." Über den Fußball-Nationalspieler Mesut Özil sagt sie: Er sei "trotz seines deutschen Passes kein Deutscher".  [….]

Aber was machen schon Mehrheitsverhältnisse in dieser Angelegenheit?
Martialisch und militärisch ejakuliert der islamophobe Hetzer David Berger seine entstellte Sicht der Dinge in die Welt.

 
Für ihn und seine braun-nationalen Epigonen war es ein AfD-Heer, welches den linksgrünversifften Bahnhofsklatschern vielfach überlegen war.
Alle, die etwas anderes sahen – SZ, Tagesschau, Spiegel (im AfD-Srech „Spargel“), Tagesspiegel – gehören ja zur linken, Soros-gesteuerten Systempresse Merkels.


Trump hat es vorgemacht.
Die Realität existiert nicht mehr, die Xenophoben glauben nur noch ihrer eigenen Propaganda.

 
Pipi-Blog 27.05.2018


Tagesschau 27.05.2018

Pipi-Blog 27.05.2018

SPON 27.05.2018

Berger im Pipi-Blog

Kommentare zu Bergers Demoberichterstattung 27.05.2018

Man streitet über Fakten, also über eine gar nicht zu bestreitende Realität.
Werden Fakten nicht von allen anerkannt, erübrigt sich das Gespräch.

Dabei geht es uns allen nur um das wohlige Gefühl mit der Mehrheit zu schwimmen.

Selbst wenn die erneut brutal gegen Dunkelhäutige hetzende Trixi Storch und ihr knitterig-katholischer Kumpan Berger recht hätten und die Zahl der AfD-Marschierer die der Gegner weit überträfe, wären sie trotzdem im Unrecht.

Samstag, 26. Mai 2018

Intrauterin


Wie ich kürzlich ganz zart andeutete, bin ich überhaupt gegen das Geboren-Sein.
Man wird nicht vorher gefragt und ist dazu verdammt dem Planeten und der Natur schweren Schaden zuzufügen.
Global betrachtet leiden Flora und Fauna unter nichts anderem auch nur annähernd so sehr wie unter der grässlichen Homo-Sapiens-Infektion.
Die Homo-Sapiens-Masse sollte vernünftigerweise um 90% reduziert werden, um diese Welt nicht mehr zu vergiften und zu zerstören. Um nicht mehr jeden Tag Dutzende andere Tierarten zu verdrängen und auszurotten. Um sich nicht mehr gegenseitig myriadenfach im Kampf um Ressourcen abzumurxen.
Wären wir 0,75 Milliarden Individuen statt 7,5 Milliarden hätten wir immer noch eine Weltgesamtbevölkerung wie um das Jahr 1780, könnten aber in sauberer Umwelt friedlich mit dem Rest der Erdenbewohner coexistieren.

Die Notwendigkeit die menschliche Überbevölkerung drastisch zu reduzieren, ist so evident, daß sie in immer neuen Varianten als Fiktion in Kinofilmen, Dramaserien und Büchern durchdekliniert wird.
Endzeitplots sind extrem populär. The Walking Dead, Mad Max, Jericho, The 100 oder Falling Skys heißen die Produktionen, in denen alle möglichen Ursachen für das weitgehende Aussterben der Menschen erfunden werden.
Gelegentlich übernimmt auch ein Computer oder einer Künstliche Intelligenz gezielt den Job, um die Menschheit vor sich selbst zu retten.

Das Spannende an solchen Szenarien ist der Fiktions-Charakter, da es unsere Moral, Kultur und Zivilisation, unser „Humanismus“ es selbstverständlich nicht zulässt unsere eigene Art aktiv zu reduzieren. Niemand könnte auswählen welche 6,25 Milliarden Individuen getötet werden müssen, weil das grundsätzlich ungerecht wäre.
Solche Planspiele verbieten sich also.

Wir können nur dafür sorgen das Überbevölkerungsproblem nicht noch zu verschlimmern und selbst da wird es ethisch sehr problematisch.

In Indien und China gibt es staatliche Programme, die Frauen gegen eine Geldprämie sterilisieren.
Ähnliches wird in den USA von „White Supremacists“ durchdacht. 1000 Dollar Prämie für jede „Crackhure“, die sich die Eierstöcke entfernen lässt.

Für solche Prämien sind natürlich nur Arme und Verzweifelte empfänglich. Deswegen begeistern sich auch die weißen Rassisten dafür; sie wissen, daß vor allem schwarze, ungebildete Frauen daran gehindert würden sich zu vermehren.
Kinder zu bekommen würde somit zum Privileg der Reichen und Weißen, also vom Zufall der eigenen Geburt abhängen.
Das ist ethisch absolut nicht zu rechtfertigen.

Kinderverzicht kann nur auf freiwilliger Basis passieren und darf nicht erzwungen werden. Wir können also nur für uns selbst entscheiden, ob uns unserer egoistischer Kinderwunsch oder das Wohl des Planeten wichtiger ist.

Aber auch das funktioniert selbstverständlich nicht, weil Menschen eben nicht rational, sondern triebhaft und egoistisch agieren.
Das ist die Tragik unserer westlichen Gesellschaft:
Diejenigen, die Kindern die besten Starchancen bieten könnten, weil sie gebildet und wohlhabend sind, bekommen deutlich seltener Kinder als diejenigen, deren Kinder mit schwerem Gepäck in diese Gesellschaft starten, weil ihre Eltern „arm und doof“ sind.
Letztere können ja nichts dafür und insofern wäre es wiederum unmoralisch ihnen den Kinderwunsch stärker zu blockieren, als den Schönen und Reichen.
Insbesondere weil es auch ungerecht ist, daß die Starchancen überhaupt so stark vom Papas Portemonnaie, Hautfarbe und dem sozialen Status abhängen.
Man könnte dem zwar politisch entgegenwirken, aber unsere Politik befördert die Ungerechtigkeit sogar noch. Das wiederum liegt ebenfalls in der Apathie und Mangelbildung der Benachteiligten begründet.
Die Hamburger „Gucci-Mütter“ konnten sich mit einem Volksentscheid gegen die gesamte Parteienlandschaft durchsetzen, als das Hamburger Schulsystem gerechter gemacht werden sollte, indem Schüler länger gemeinsam lernen sollten.
Die Chefarzt- und Reeder-Frauen wollten aber nicht, daß ihre verwöhnten Blagen mit gewöhnlichen Arbeiterkindern auf das Gymnasium gehen müssen. Sie erfanden den Begriff des „Bildungsproletariats“ – also jungen Menschen, die zwar Abitur und Studium erfolgreich absolviert haben, aber eben aus dem falschen Stall und den minderen Stadtteilen stammen.
Die Menschen in den ärmeren Stadtteilen beteiligten sich weit unterdurchschnittlich an der Abstimmung, die reichen Papis und Mamis wählten hingegen fast alle.

Die Hamburger sind heute dumm genug gewesen, um das bestehende sehr schlechte Schulsystem vor Verbesserungen zu schützen.

Scheuerl gewann seinen mit extrem unseriösen Methoden geführten Kampf klar mit 58% zu 42%.

39 % der Hamburger (das sind 492.057) beteiligten sich an dem Volksentscheid.

Davon stimmten 276.304 für die Volksverdummungsinitiative.

Über 60% hatten es gar nicht erst für notwendig erachtet sich an der Abstimmung zu beteiligen.
Rund 760.000 Hamburger konnten sich gar nicht erst aufraffen überhaupt eine Entscheidung zu fällen.

So konnten Scheuerl und Co mit gerade mal 22 % der Wahlberechtigten - einem Fünftel der Hanseaten - sämtliche Bürgerschaftsparteien ausbremsen und verhindern, daß die Hamburger Schulen besser werden und womöglich auch diejenigen eine Chance auf gute Bildung bekommen, deren Eltern nicht reiche Villenbesitzer in den Elbvororten sind.

Wieder einmal zeigte sich, daß Mütter und Väter eben nicht das Beste für ihre Kinder tun, sondern aufgrund ihrer Verblödung sogar aktiv das Wohl ihrer eigenen Nachkommen sabotieren.


Kinder können weder etwas für ihre Geburt, noch für ihre Eltern. Sie werden einfach in eine extrem ungerechte Welt gewürfelt.
Papa kann ein Milliardär in einem westlichen Industriestaat sein, so daß Kind nie hungerleiden muss, aus allen Schwierigkeiten herausgepaukt wird und machen kann was es möchte.
Papa kann aber auch ein HIV-infizierter Schwarzafrikaner mit Marasmus sein, oder als Regimegegner im Nordkorea der 1990er leben. In diesem Fall besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit die Pubertät gar nicht zu erreichen, sondern die ganze Kindheit unter Hunger und Krankheit zu leiden.

Es gibt keine Weltgerechtigkeit.
Als ich mir im Februar kompliziert das Bein brach, hielt ich mich durch den puren Zufall meiner Geburt in einer westlichen reichen Stadt auf, so daß ich ohne mir Gedanken um die Finanzierung machen zu müssen schnellstens operiert wurde, die bestmögliche postoperative Behandlung bekam und nun – mit einer Menge Metall im Bein – wieder rumlaufen kann, mein altes Leben also fortsetze.

Wenn einem Mann gleichen Alters der gleiche Bruch aber im Sudan, Eritrea oder Syrien passiert, ist es sehr wahrscheinlich, daß er für den Rest seines Lebens unter üblen Schmerzen als Krüppel am Straßenrand sitzt und bettelt.

Die Welt ist so schlecht, weil wir Menschen zu schlecht und zu viele sind.
Aktive Reduzierung kommt nicht in Frage.
Was bleibt also?

Die einzige Möglichkeit ist meines Erachtens das Zurückdrängen der Religionen, die einerseits die Bildung der Menschen unterlaufen und vollkommen wahnsinnigerweise Homo Demens massiv dazu drängt sich zu vermehren.
Seid fruchtbar und mehret Euch ist der Leitspruch des Christentums.
Das ist ein so abartiger und gefährlicher Satz, daß man gar nicht mehr wissen muss.

Unfassbar, noch im Jahr 2018 predigen Pfaffen und Konservative wider Verhütung und Schwangerschaftsunterbrechungen, wenden ihren gesamten politischen Einfluss auf, um Menschen zu animieren schwanger zu werden und zu gebären.
Und zwar interessanterweise nur dazu.
Kirchen sind nur für die intrauterinen Wesen zuständig. Sobald es nicht mehr um einen Embryo, sondern ein Baby handelt, verlieren sie das Interesse.
Kein Papst gibt seine Milliarden ab, um den 20.000 Kindern, die jeden Tag verhungern zu helfen. Stattdessen protegiert er Kinderficker und fordert dazu auf Kinder zu schlagen.

Das Christentum ist die Wurzel des menschlichen Übels.

Da kann man nur froh sein, wenn ehemals katholische Nationen wie Irland oder Spanien oder Malta sich dem Einfluss der grausamen RKK entziehen, indem sie gleichgeschlechtliche Ehen erlauben und Schwangerschaftsunterbrechungen liberaler handhaben.

[…..] Diesen Ansturm auf die Wahlkabinen, diese Euphorie hatte keiner erwartet. Viele Wählerinnen waren extra von weit her nach Irland eingeflogen, um am Freitag an einer historischen Abstimmung teilzunehmen. Und dann dieses Ergebnis: Nach der Auszählung aller Stimmen ist klar: Die Yes-Kampagne, die für das Recht auf Abtreibung in der Republik Irland geworben hatte, hat einen beeindruckenden Sieg eingefahren. Aller Skepsis, allem Zweckpessimismus zum Trotz: Das Ergebnis ist weitaus eindeutiger ausgefallen, als Umfragen und Experten befürchtet hatten. Es ist kein knappes Ja. Es ist ein Ja! Ja! Ja!
Mit rund 66 Prozent stimmten die Iren laut amtlichem Endergebnis dafür, dass jener Zusatz aus der Verfassung gestrichen wird, der seit 1983 festlegt, dass Fötus und Mutter die gleichen Rechte haben. Das bedeutete bisher, dass Abtreibungen in Irland verboten sind - selbst bei Vergewaltigung, Inzest oder schweren Missbildungen des Fötus. […..]

Abgesehen davon, daß es aus meiner bescheidenen maskulinen Perspektive völlig absurd ist, daß jemand anders als die Besitzerin des Uterus darüber entscheiden sollte, was darin passiert, ist die irische Entscheidung eine sehr gute Nachricht für die Kinder, die nämlich mit größerer Wahrscheinlichkeit zukünftig als Wunschkinder geboren werden.
Das ist schon einmal eine kleine Hilfe beim Start in diese zutiefst ungerechte, überbevölkerte und schreckliche Welt.

Freitag, 25. Mai 2018

Totschweigen?


Trump ist ganz sicher nicht Präsident geworden, weil er der fähigste Kandidat war. Im Gegenteil.
Offensichtlich sind die Vereinigten Staaten eben keine Meritokratie.
Daß er es in dieses Amt schaffte hatte komplexe Ursachen.
Hauptverantwortlich sind meines Erachtens hauptsächlich das Electoral College-System, das es überhaupt ermöglichte jemand zum Sieger zu küren, der in absoluten Stimmen drei Millionen Votes hinten liegt.
Und auf der anderen Seite die amerikanischen Medien insgesamt, die entzückt von ihren eigenen Quoten Tag und Nacht kostenlos Sendezeit zur Verfügung stellten. Sie alle ließen sich willig instrumentalisieren, indem sie den größten Trump-Schwachsinn als immer wieder neue „brechende Neuigkeiten“ übertrugen.

Es treten sehr oft Idioten zu demokratischen Wahlen an. In Deutschland muss jedem ein wenig Sendezeit gewährt werden. So erfährt man dann von den „yogischen Fliegern“ der Naturgesetzpartei, die auch ein paar zwei-minütige Spots vor der Bundestagswahl bekommen.


Da die Herren dieser Partei offensichtlich unzurechnungsfähig sind, werden sie ausgelacht und bekommen schließlich am Wahltag ein paar hundert Stimmen.
Aber was wäre, wenn alle deutschen TV- und Radiosender, alle Zeitungen und Magazine anderthalb Jahr vor der Wahl damit begännen 24/7 nur noch über die Naturgesetzpartei zu berichten?

Nachdem am 08.11.2016 das Unvorstellbare doch passiert war und Trump sich mit dem Namenszusatz „president elect“ schmücken konnte, blieb dem Rest der Welt genau wie den US-Medien nichts anderes übrig, als weiter über Trump zu berichten.
Der Mann am Ruder der stärksten Weltwirtschaft und Alleinbefehlshaber der größten Atomstreitkräfte ist qua Amt relevant – unabhängig davon wie viele Synapsen unter seinem orangen Fusselmopp durchgebrannt sind.

Nun beschäftigen sich wirklich alle mit Trump. Rund um die Uhr.
Seine Borniertheit liegt außerhalb jeder Vorstellungskraft.

Beispiel Nordkorea: Könnte man mit einem Anruf und einem Treffen die koreanische Halbinsel vereinen und befrieden, hätten das sicher schon Präsidenten vor Trump getan.
#45 weiß aber rein gar nichts über die komplizierte Vorgeschichte, nichts über Geopolitik, nichts über Asien, nichts über amerikanische Kriege.
Auch GWB war ungebildet und konnte höchstwahrscheinlich Nordkorea nicht auf der Weltkarte finden. Aber immerhin gab es in seiner Administration besetzte Stellen im State Department; ein Briefingsystem, so daß überhaupt jemand in der Regierung informiert wurde.
Trump ist der Realität komplett entkoppelt, glaubt mal eben einen Friedensnobelpreis einheimsen zu können und wird nun locker von Kim Job Un ausgetrickst.
Der selbsternannte größte Dealmaker der Welt zeigt also wieder einmal was er gar nicht kann: Deals maken.
Ganz offensichtlich ist er völlig unfähig zu verhandeln, weiß noch nicht mal was politische „Deals“ sind. In anderthalb Jahren als Präsident war er lediglich Deal-breaker, kündigte in seinem rassistischen Hass auf den dunkelhäutigen Obama alles auf, was dieser verhandelt hatte.






[….] Is it possible that Trump was watching cable news and freaking out about the negative coverage on the tariffs and especially on Stormy? It certainly seems likely. Imagine him thinking: I need a change of subject here fast! So he stuns his own advisers who were in the Oval Office with the South Korean representative—McMaster, Mattis, and Kelly—by accepting on the spur of the moment this offer from Mr. Chung, the South Korean, for a summit.
In fact, I wouldn’t be surprised if someday we learn that there was no such “offer.” That it was all Trump’s idea from jump street, just trying to make cable TV talk about something else that night.
To that extent, it worked. Wow, talking heads gushed. He’s done what no president before him could do! Improbable as it seems, maybe if anyone can cut this deal, Trump can! Google “Trump Korea Nobel Prize” and your machine will return you 7.55 million depressingly comedic results. “Everyone thinks so,” Trump said of the possibility of being bestowed with such an honor. “But I would never say it.”
There were voices, yes, that warned that maybe doing something like this on the spur of the moment wasn’t the world’s best idea. That something like this takes planning. That maybe there’s a reason a bilateral summit with North Korea just hasn’t magically happened in these last 80 years, and maybe even diplomats—dour, bureaucratic men and women that they are, always seeing the complicated side of things—have a point about treading carefully into these waters.

Bah! Small-minded people! Trump is too great for your small minds to comprehend! You merely describe reality; the great man remakes it! #MAGA #MAGA #MAGA!

Needless to say, nearly everything that had happened since March 8 has been, at best, a misfire and, at worst, a disaster. [….]



Das ist Trump pur, er folgt seinem destruktiven Impuls alles zu zerstören, kackt der Welt auf den Tisch und stellt anschließend in rasenden Tweets klar, daß alle anderen Schuld an dem Desaster sind.
Der Mann, der sich fünfmal mit Hinweisen auf einen schmerzenden Fersensporn um die Vietnam-Dienst drückte übernimmt grundsätzlich nie selbst Verantwortung, hat immer Sündenböcke parat.


Zunehmend reagieren allerdings professionelle Journalisten genervt von den ewigen Lügen des Münchhausens aus dem Oval Office.


[….] “Now, while we await the investigation into this matter by journalists and by the Justice Department inspector general, it’s worth remembering that while we’re sticking to facts and telling you just what we know, President Trump apparently has no such constraints since he simply makes stuff up. He frequently lies and has a long and well-documented career engaging in conspiracy theories about all manner of subjects, with no concrete evidence ever provided,” […..]


[….] “The president of the United States is lying to us over and over and over and over again,” Lemon said.  “We’ve all seen it with our very own eyes and we’ve heard it with our own ears.”
Lemon called Trump’s latest assault against the FBI the “biggest lie of them all.”
On Wednesday, Trump once against claimed without evidence that a “spy” was embedded in his campaign.
This isn’t just another “one-off alternative fact,” Lemon said.
“This is not just an angry president popping off,” Lemon said. “This is a deliberate and coordinated effort to save his presidency, to cast doubt on the Russian investigation by repeating a lie.”
The repetition of the lie is purposeful, the host said.
“Because if you hear him say the same thing over and over and over, it gets into your head. You may even start to wonder if there’s some truth to it. That’s exactly what the president and his allies want,” Lemon said.
Lemon said Trump is assaulting the truth daily. [….]



[….]    We will show you his outlandish claims made on the South Lawn of the White House. But instead of waiting until after you hear those remarks from the president to fact check them, we want to warn you in advance that his meandering comments include lies about the nature of the surveillance of his campaign as well as smears on the former FBI director Jim Comey, also a key witness in the Mueller investigation.
Attacking Comey, we understand, is the Trump legal team’s entire strategy for defending the president in the obstruction of justice investigation, which hinges, at least in part, on Comey’s firing. We also want to tell you his new bumper sticker spygate is also based on a lie. There is no evidence that anyone was spying on the Trump campaign. A counterintelligence investigation was underway.
    And for the president, who still doesn’t seem to know what that means, let’s try this. The good guys, American law enforcement agencies, were closely watching the bad guys, American adversaries like the Russians. The reason Trump’s campaign is in the mix is because they ended up in close enough cahoots with Russians to raise suspicions. With those facts in mind, here’s the president’s performance today. [….]
(Nicolle Wallace, MSNBC, 23.05.2018)

Ganz offensichtlich nützt es ja nichts Trumps weit über 3.000 Lügen zu entlarven, sein katastrophales politisches Versagen zu dokumentieren.
Er bleibt weiter an der Macht und seine Wähler lieben ihn wie eh und je.

Die amerikanische Demokratie ist gescheitert, weil der Souverän sich atypisch und kontraproduktiv verhält.

Auch wenn Trump in verschiedenen Rankings, je nach Definition, Macht eingebüßt hat, weil er politische Reputation der USA zerschlagen hat und nun gelegentlich hinter Xi und Putin geführt wird, ist er als US-Präsident zweifellos eine weltweit sehr bedeutende Figur.

Er muss also Gegenstand der Berichterstattung sein.
Aber es bleibt ein Dilemma; jeder einzelne Artikel, jede Sendesekunde, die Aufmerksamkeit erzeugt, macht Trump stark.
Der Mann ist Aufmerksamkeitsjunkie und die Empörung der etablierten und liberalen Medien, das Entsetzen im Rest der Welt, das Aufheulen der amerikanischen Handelspartner bestätigt die Trumpfans in ihrer Begeisterung für den miesesten Lügner der Welt.

Daher plädiere ich dafür Trump zu bekämpfen, wie man auch ein Feuer bekämpfen würde. Durch Sauerstoffentzug.
Man könnte Amerika in den Medien behandeln wie beispielsweise Albanien.
Der Balkanstaat wird nicht ignoriert. Man berichtet schon, wenn irgendwas Besonderes dort passiert. Aber das ist eben selten.

Wer außerhalb Albaniens kennt überhaupt Staatspräsident Ilir Meta?
Wissen wir irgendetwas über dessen Töchter und Söhne? Über Exfrauen? Oder gar Affären und sexuelle Vorlieben?


Nein.
Und wie schön war es, als wir all das auch nicht über Trump wußten.