Dienstag, 1. November 2016

Impudenz des Monats Oktober 2016


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Früher war alles besser.
In den amerikanischen Wahlkampf übersetzt, bedeutet der Spruch, daß in den seligen 1950er Jahren Papa einen ganz normalen Job hatte und davon eine Familie gut leben konnte. Haus mit Garten, Autos für die Ehefrau und die Söhne, gutes Essen.
Muttern war natürlich Hausfrau; wäre nie in die Verlegenheit gekommen mitarbeiten zu müssen, um die Familie über die Runden zu bringen.
Es war klar, daß es der Familie durch Papas ehrliche Arbeit immer besser gehen würde. Die Kinder würden sich einst ein noch größeres Haus und ein spektakuläreres Auto leisten.

Dagegen sieht der Trump-affine Wähler des Jahres 2016 dieses amerikanische Selbstverständnis ausgehöhlt.
Es wird nicht mehr besser. Das Geld reicht schon jetzt nicht. Man muß sparen, daß es quietscht und für die Blagen sieht es sogar noch düsterer aus. Gewaltige Studienkredite und wenig Aussicht nach dem College, der Uni in einen gut bezahlten sicheren Job zu rutschen. Stattdessen Praktika, mies bezahlte Halbtags- und Zusatzjobs.
Die Trumpets wissen auch, wieso heutzutage alles so schwierig geworden ist:
Das Land wird überschwemmt von Asiaten, Mexikanern, Schwarzen, Schwulen und Atheisten – die machen sich ungeniert überall breit. Konkurrieren um die guten Job, statt sich wie früher versteckt zu halten und/oder sich auch die minderen Billigjobs als Küchenhilfe oder Putzfrau zu konzentrieren.
Diese ganzen lästigen Mitesser am großen amerikanischen Kuchen werden zu allem Übel auch noch von den Demokraten, den „liberal Media“ und er Washingtoner Korruptheit mit Privilegien und Sozialleistungen überschüttet.
Dagegen helfe nur die Wahl Trumps, der die vorlauten Emanzen, Homos und „Neger“ mal zur Raison bringt.

In der echten Realität stimmt es zwar, daß die amerikanische Bilderbuch-Mittelklassefamilie von 1950 finanziell schlecht dasteht, aber Schuld sind natürlich nicht Asiaten, Mexikaner, Schwarze, Schwule und Atheisten, sondern die Wirtschaftspolitik.
In Washington sorgen insbesondere die Republikaner mit der fatalen Trickle-Down- und Steuersenkungspolitik für rasanten Reichtumszuwachs des reichsten Prozents der Amerikaner, ohne daß die Mittelklasse-Amerikaner wie früher die Chance haben selber Millionär zu werden.

Ich zitiere aus einem SPIEGEL-Interview mit Robert Reich.
Diese Erkenntnis ist in diesem Blog nicht neu, daher mache ich es mir einfach und gebe sie diesmal in den Worten eines Berkeley-Profs wider.

(Reich, 70, ist Pro­fes­sor für Po­li­tik­wis­sen­schaf­ten an der Uni­ver­si­ty of Ca­li­for­nia in Ber­ke­ley und zählt zu den ein­fluss­reichs­ten In­tel­lek­tu­el­len der USA. Er war Ar­beits­mi­nis­ter im Ka­bi­nett von Bill Clin­ton und ist mit Hil­la­ry Clin­ton seit Studienta­gen be­freun­det. Reich be­fasst sich seit Jahr­zehn­ten mit dem Bedeutungsver­lust der ame­ri­ka­ni­schen Mit­tel­schicht.)

SPIEGEL: Wir sind auf dem Weg zu­rück in eine Klas­sen­ge­sell­schaft?

Reich: Lei­der be­we­gen wir uns wirk­lich rück­wärts, ja. Die Un­gleich­heit bei Ver­mö­gen wächst stän­dig, aber das noch grö­ße­re Pro­blem ist die Ein­kom­mens­ver­tei­lung.
SPIEGEL: In den USA nimmt das obers­te Pro­zent der Ge­sell­schaft über 20 Pro­zent des jähr­li­chen Ge­samt­ein­kom­mens mit nach Hau­se. Wie konn­te es so weit kom­men? Der Trend zeich­net sich doch seit Jahr­zehn­ten ab.
Reich: Bei den Ver­mö­gen kon­zen­trie­ren sich so­gar über 40 Pro­zent beim obers­ten Pro­zent. Aber bis­lang wur­de nichts ge­gen die­se Ent­wick­lung un­ter­nom­men, weil wir sie ei­ner­seits nicht rich­tig ver­stan­den ha­ben und die Men­schen an­de­rer­seits im­mer neue Wege ge­fun­den ha­ben, sie aus­zu­glei­chen. In den Sieb­zi­ger- und Acht­zi­ger­jah­ren fin­gen die Frau­en an zu ar­bei­ten und brach­ten ein zwei­tes Ein­kom­men, ab den Neun­zi­ger­jah­ren ha­ben die Men­schen im­mer mehr Stun­den pro Wo­che ge­ar­bei­tet und zu­letzt dann ein­fach Schul­den ge­macht.
SPIEGEL: Die Mit­tel­klas­se hat sich also über Jahr­zehn­te selbst be­lo­gen?
Reich: Ge­nau, erst mit der Welt­fi­nanz­kri­se hat die Öffent­lich­keit ge­merkt, was für ein rie­si­ges Pro­blem die Un­gleich­heit ist. Die Ban­ken wur­den ge­ret­tet, aber Mil­lio­nen stan­den ar­beits­los und ohne Re­ser­ven auf der Stra­ße. Plötz­lich dach­ten vie­le: Das Spiel ist ma­ni­pu­liert.
[…..]
SPIEGEL: Die meis­ten Ame­ri­ka­ner scher­ten sich bis­lang we­nig um ih­ren Ein­fluss und die Be­vor­zu­gung der Rei­chen, so­lan­ge sie das Ge­fühl hat­ten, es selbst und aus ei­ge­ner Kraft nach oben schaf­fen zu kön­nen.
Reich: Ja, und das hat sich ge­än­dert. Frü­her sag­ten die Leu­te: Mir ist egal, was die Mil­li­ar­dä­re ma­chen, ich will selbst ei­ner wer­den. Seit der Fi­nanz­kri­se aber fürch­ten vie­le Ame­ri­ka­ner, dass es ih­ren Kin­dern schlech­ter ge­hen wird als ih­nen selbst. Sie glau­ben nicht mehr an die wich­tigs­te ame­ri­ka­ni­sche My­tho­lo­gie: den Auf­stieg vom Tel­ler­wä­scher zum Mil­lio­när.
SPIEGEL: Was ist mit der Grund­re­gel der Leis­tungs­ge­sell­schaft: Wenn ich nur hart ge­nug ar­bei­te, stei­ge ich un­wei­ger­lich auf?
Reich: Die Leis­tungs­ge­sell­schaft ist nur noch ein My­thos. Vie­le Men­schen ar­bei­ten Voll­zeit oder ha­ben so­gar zwei Jobs – und sind trotz­dem arm. Und sie den­ken dann: Ich bin nicht gut ge­nug. Wäh­rend der CEO, der 20 Mil­lio­nen Dol­lar macht, sich für ein Ge­nie hält. Das ist doch Wahn­sinn.
SPIEGEL: Gleich­zei­tig kön­nen vie­le Men­schen gar nicht so viel ar­bei­ten, wie sie wol­len: Sie ste­cken in un­ter­be­zahl­ten Teil­zeit­jobs fest.
Reich: Auch die­ses Pro­blem ist neu. In­zwi­schen be­steht ein Drit­tel des ame­ri­ka­ni­schen Ar­beits­mark­tes aus Teil­zeit­jobs, un­frei­wil­lig Selbst­stän­di­gen und schlecht be­zahl­ten Dau­er­prak­ti­kan­ten, die von Mo­nat zu Mo­nat le­ben. Das führt zu gro­ßer Un­si­cher­heit. Und bald wird der hal­be Ar­beits­markt so aus­se­hen.
(DER SPIEGEL 06.08.2016)

Und nun zur Impudenz des Monats Oktober 2016.

Den Titel bekommen die US-Millennials, die aus Desinteresse an Politik den Durchmarsch der GOPer und Teebeutler erst möglich gemacht haben.

Wie die britischen Altersgenossen beim Brexit sind die Amerikaner dabei sehenden Auges in die Katastrophe zu schlittern, weil sie zu doof und zu faul sind jetzt einmal eine richtige Entscheidung zu treffen.

Felix von der Laden, 22, Youtuber aus Reinbek bei Hamburg hat fast drei Millionen Follower. Das brachte das ZDF auf die Idee ihn einmal quer durch die USA zu jagen, um dort mit seinen Altersgenossen über die Präsidentschaftswahl zu sprechen.

Wenig ärgerlich ist die Erkenntnis, daß die gleich am Anfang besuchten „Farm Boys“ aus Kansas, drei Youtuber, Greg (25), Nathan (22), and Kendal (20) Peterson, die mit ihren Songs berühmt wurden und ansonsten damit beschäftigt sind Kuhscheiße zu schippen, vorhaben Donald Trump zu wählen, weil sie mit ihren landwirtschaftlichen Erträgen hadern.

Wirklich schlimm sind aber die eher linken jungen Amerikaner, die Felix von der Laden besucht.
Kalifornische Alternative beim Burning-Man-Festival, Junge Schwarze in den zerfallenden Randbezirken Detroits und eine Gruppe LGBTIs in Orlando beim „Pulse“: Alle sind angekotzt von Washington.
Aber wenn man den Angaben der jungen Schwulen und Lesben in Florida glaubt, wählen überhaupt nur 20% von ihnen.


Ja sicher ist noch nicht alles gut für LGBTIS, Schwarze und Ökos, für sozial Engagierte und Waffengegner in Amerika.
Aber so zu tun, als gäbe es gar keine Fortschritte ist vollkommen absurd.
Deutschland hängt mittlerweile bei den Homorechten deutlich hinterher.
Und Ihr Schwachköpfe riskiert Trump, der dann die Uhr zurückdreht und das Geld nur noch zu den Milliardären schaufelt, weil Ihr nicht recht Lust habt zu wählen und wie 2010 durch Faulheit die crazy Typen wie Cruz und Bachmann den Kongress übernehmen lassen habt?

So viel Dummheit muß eigentlich betraft werden.

Montag, 31. Oktober 2016

Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Wie kann es angehen, daß die mächtigste Nation der Welt, die USA, in der radikale soziale Ungleichheit grassiert, in der Milliardäre jeden Tag um Millionen Dollar reicher werden, in der gleichzeitig Millionen Menschen obdachlos sind und/oder hungern; daß die Hälfte dieser Nation ausgerechnet einem weißen, christlichen Milliardär, einem Mann, der buchstäblich mit goldenem Löffel im Mund geboren wurde und von Papa Millionen zugesteckt bekam, daß ausgerechnet diesem in jeder Hinsicht extrem bevorzugten und übervorteiltem Egomanen abgenommen wird, das system wäre „rigged“ against him?

Welch nie dagewesenes Hirnzellen-Massensterben muß stattgefunden haben, um dem Paradebeispiel für Ungerechtigkeit, diesem Trump, der noch nicht mal Steuern zahlen muß und dafür in seinen Milliarden schwimmt, der nun wirklich alle erdenklichen Trümpfe in der Hand hält, zu bescheinigen er wäre bei der Präsidentenwahl benachteiligt?

Was für ein überdimensionaler kosmischer Witz ist es nur, wenn ein Mann, der sich niemals im Leben um irgendetwas anderes geschert hat, als sein eigenes Wohlergehen, der nie in irgendeiner Form der Öffentlichkeit diente, der nie spendete, der nie großzügig war, der nicht liest, sich nicht informiert, der es nie für notwendig hielt programmatische Vorbereitungen auf eine Regierungszeit zu treffen; wie absurd ist es, ausgerechnet diese Ikone der Raffgier und Asozialität für ein Amt zu nominieren, das dem Wohle aller dienen soll?

Welches Ausmaß muß der Massenwahn angenommen haben, wenn ausgerechnet derjenige, der wie kein anderer Kandidat vor ihm von den Medien profitiert, der von ihnen mit kostenloser Sendezeit im Wert von über 1,9 Milliarden Dollar beschenkt wurde, den zig Millionen seiner jubelnden Anhänger weismacht, die Medien hätten sich gegen ihn verschworen, wären grundsätzlich auf Clintons Seite?

Ron Nehring, einer der Wahlkampfmanager von Trumps parteiinternem Konkurrenten Ted Cruz, war sich sicher: Obwohl man selbst eine "nahezu perfekte" Kampagne gefahren habe, sei es praktisch unmöglich gewesen, gegen die mediale Omnipräsenz des New Yorker Großmauls anzukommen. Die Zahlen geben Nehring durchaus Recht: Laut "New York Times" vereinte Trump nahezu doppelt so viel unbezahlte Sendezeit auf sich wie alle anderen republikanischen Kandidaten im Vorwahlkampf zusammen. Der umgerechnete Gegenwert dieser unbezahlten Medienpräsenz in bezahlte Werbeminuten betrug demnach fast zwei Milliarden US-Dollar. Der zweitplatzierte Cruz kam nur auf 313 Millionen - gerade einmal rund 16 Prozent der Trump-Summe. […..]

Wie unzurechnungsfähig muß ein großer Teil der Amerikaner sein, wenn es möglich ist, daß der Penis des Ex-Mannes einer Clinton-Beraterin nun ernsthaft noch einmal die Umfragen zu Gunsten Trumps drehen zu scheint.

Ein republikanischer FBI-Direktor im Penis-Wahn geht gegen Anthony Weiner vor, der nicht zu irgendeiner Wahl steht vor, ruiniert damit unter Verletzung des "Hatch Acts" Clintons Wahlchancen mit einer Story, die gar nichts mit ihr persönlich zu tun hat, während die 12 Frauen, die Trump sexuell belästigt hat, keine Rolle spielen?

Aus dem aktuellen Brief Comeys geht nicht hervor, woher die E-Mails stammen. Mittlerweile ist aber klar, dass sie sich auf dem Computer des früheren demokratischen Kongressabgeordneten Anthony Weiner befanden. Das FBI ermittelt gegen ihn wegen Sex-Nachrichten, die er an eine 15-Jährige geschickt hatte. Weiner ist der Ehemann von Clintons enger Vertrauten und rechter Hand Huma Abedin, die sich aber nach einer Reihe von Sex-Skandalen in diesem Jahr von ihm getrennt hatte. [….] Vor einer Woche noch sah es so aus, als hätte Clinton die Wahl bereits sicher gewonnen. Doch die vergangenen Tage liefen alles andere als gut für sie. Und jetzt wird nur noch darüber diskutiert, welch dunklen Geheimnisse die E-Mails zu Tage fördern. Das ist ein Desaster für Clintons Kampagne. Trumps Skandale stehen nicht mehr im Mittelpunkt, er versucht natürlich, die Affäre für sich zu nutzen - und immer mehr moderate Republikaner stellen sich hinter ihn.
In Umfragen schmilzt Clintons Vorsprung deshalb. Eine Erhebung im Auftrag der Washington Post, die am Sonntag veröffentlicht wurde, sah sie mit 46 Prozent landesweit nur noch knapp vor dem Republikaner, der auf 45 Prozent kam. [….]

Pimmelalarm in Washington und in Folge dessen wird der Pussy-Grabscher US-Präsident?

Weiners Wiener knüppelt die Präsidentschaft Clintons nieder?

Bitte, liebe Marsianer, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt mich hochzubeamen.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Die antiquarischen Kamellen



Crazy Horst hat endlich eine Möglichkeit gefunden den zutiefst verhassten Markus Söder zu bremsen, indem er die Maxime ausgab, der CSU-Parteichef müsse zukünftig in Berlin am Kabinettstisch sitzen.
Böse Falle, denn Söder hatte bereits kategorisch ausgeschlossen jemals nach Berlin zu gehen und den CSU-Vorsitz gibt Seehofer womöglich bald ab, so daß ein Dritter zum Zuge kommen muß, der bereit ist mit Merkel zu regieren.
In Frage kommen nun eher Alexander Ich-bin-doof Dobrindt und Joachim Wunderbarer-Neger Herrmann.
Der Mann, der nun womöglich doch deutlich über 2018 hinaus Bayerischer Ministerpräsident bleiben wird erweist sich damit durchaus als geschickter Taktiker. Dobrindt oder Herrmann könnte er locker weiterhin dominieren, auch wenn er formal nicht mehr Parteichef wäre. Söder, der sich im Kampf um dieses Amt stets noch aggressiver gegen Merkel profiliert hatte, säße in der Falle, weil er sich nicht gegen Berlin in Szene setzen könnte, wenn der neue CSU-Chef auch in Berlin wäre.
Zudem beginnt Seehofer offensichtlich die Wiederannäherung an Merkel, will die Unions-Reihen wieder schließen – womit Söder als Merkel-Hasser, umso schriller wirken würde.

Der gegenwärtige bayerische Ministerpräsident denkt an die nächsten Landtagswahlen und seinen Platz im Geschichtsbuch. Da muß ein weiterer überzeugender Sieg gegen die rote Gefahr her.


Das hat man ja beim „rotgrünen Chaos“ von 1998 bis 2005 gesehen: Sofort setzten die irren Grünen den NATO-Austritt, die Zwangshomoehe, das Verbot des Christentums und Kokain-Pflicht im Kindergarten durch.


Sämtliche deutsche Unternehmer flüchteten aus dem Land, weil alle Betriebe erst verstaatlicht und dann ruiniert wurden. Arbeitsscheue und Gammler wurden hingegen mit Geld überschüttet, weil die Sozialausgaben ins Unermessliche stiegen.


 Im Parlament durfte nur noch reden, wer ein schwuler Muselmane war.
Deutschland wurde zum internationalen Paria und gründete den Warschauer Pakt neu, um dem Antiamerikanismus zu frönen. 


Polizisten hatten in selbstgestrickten Pullovern und ohne Waffen ihren Dienst zu versehen; aber das war ja kein Problem, da auch das Strafgesetzbuch geschreddert und die Gefängnisse geöffnet wurden. 


Solche Zustände dürfen nicht wieder einreißen.
Daher muß eine neue linksextremistische Bundesregierung aus SPD, Linken und Grünen (R2G) unbedingt verhindert werden.


[….] Wenige Tage vor dem CSU-Parteitag in München will Horst Seehofer Differenzen mit der CDU durch Angriffe auf Rot-Rot-Grün überdecken. "Wir müssen verhindern, dass eine Linksfront aus SPD, Grünen und Linkspartei nach der Bundestagswahl die Macht übernimmt und Deutschland runterwirtschaftet", heißt es in einem Leitantrag zum CSU-Parteitag, der am kommenden Freitag und Samstag stattfinden soll. "Wir sagen ganz klar: Linksrutsch verhindern, damit Deutschland Deutschland bleibt."
[….] Er stimme mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darin überein, dass "die Bestrebungen für ein Linksbündnis sehr ernsthafter Natur" seien, sagte Seehofer.


Sahra Wagenknecht etwa, die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, schließe nicht mehr aus, Außenminister Frank-Walter Steinmeier als SPD-Kandidat bei der Bundespräsidentenwahl zu unterstützen. [….]  Neben Rot-Rot-Grün sagt die CSU auch dem politischen Islam und seinem "kulturellen Dominanzanspruch" den Kampf an. [….]

Samstag, 29. Oktober 2016

Zwei irre Günthers



Ein echtes Problem der Institution EU ist die merkwürdige Tradition der Mitgliedsstaaten zweit- und drittklassiges Personal nach Brüssel und Straßburg zu schicken.
Manchmal wird geradezu der politische Ausschuss, der in der Heimat seine Unfähigkeit nachhaltig bewiesen hatte „nach Europa“ geschickt.
Marine Le Pen, Markus Pretzell, Janusz Korwin-Mikke, Béla Kovács, Jean-Marie Le Pen, Udo Voigt, Hans-Olaf Henkel, Bernd Lucke, Nigel Farage und Trixi Storch sitzen als gewählte Abgeordnete im Europaparlament.
Da hat es Martin Sonneborn verständlicherweise sehr schwer nicht immer wieder als Hort der Vernunft aufzufallen.

Viel schlimmer sind natürlich dummschwätzende Trottellummen wie Günther Oettinger, den Merkel zunächst als mächtigen Digitalkommissar entsandte, obwohl er keine Fremdsprache spricht (allerdings auch kein Deutsch) und das Internet gar nicht kennt. Legendär seine Unfähigkeit zwischen Speichern eines Bildes in der Cloud und posten eines Bildes auf Facebook zu unterscheiden.
Unser brabbelnder Nazi-affine steigt nun zum noch viel mächtigeren Haushaltskommissar und Stellvertreter Junckers auf.

Wes Geistes Kind er ist, zeigte er vor drei Tagen in Hamburg, als er auf Einladung eines Unternehmerverbandes mehr Porzellan zerschlug als Donald Trump in einer Mädchenumkleide.

Wenn Europa nicht in der Lage ist, Freihandelsabkommen erfolgreich zu verhandeln", soll Oettinger nach Angaben von Marquardt gesagt haben. Wenn man dazu nicht in der Lage sei, werde man sehen müssen, wie "Schlitzaugen und Schlitzohren" die Regeln bestimmen. [….]
Oettinger witzelt wiederum über neun chinesische Minister, die in der vergangenen Woche zu Verhandlungen in die EU gereist waren. "Neun Männer, eine Partei. Keine Demokratie. Keine Frauenquote. Keine Frauen, folgerichtig", sagt Oettinger. Auf der Aufnahme ist Gelächter zu hören. "Alle Haare von links nach rechts, mit schwarzer Schuhcreme gekämmt", fügt er noch hinzu.
[….] "Die deutsche Tagesordnung genügt meiner Erwartung an deutsche Verantwortung in keiner Form", sagt Oettinger. Diese Tagesordnung beschreibt er wie folgt: "Die deutsche Tagesordnung mit Mütterrente, Mindestrente, Rente mit 63, Betreuungsgeld, der komischen Maut, die aber nicht kommen wird. Bald noch mit einer Pflicht-Homoehe, wenn sie eingeführt wird." [….]
(SZ 29.10.16)


Namensvetter Günther Beckstein, auch so ein Schwarzer aus Deutschlands Süden, beeindruckt mich heute mit einem unter Comedy-Aspekten geradezu genialen Satz.

"Wer nicht an Gott glaubt, glaubt ja nicht nichts, sondern er glaubt an alle Formen der Scharlatanerie."
(Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein)

Hier wird Dummheit geradezu perfekt mit Boshaftigkeit und unfreiwilliger Komik kombiniert!

Chapeau, Beckstein!

Im Kontext wird es noch besser. Beckstein kullerten nämlich die Tränen, als er über den Bedeutungsverlust des Christentums fabulierte.

[….] Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat keine Angst vor einer Islamisierung Deutschlands. "Aber ich habe Sorge vor einer Entchristlichung", sagte der überzeugte Protestant der Passauer Neuen Presse. "Leere Kirchen sind mir die größere Sorge als die Moscheen." Er zitierte dazu Meinungsforscher, denen zufolge bis zu 75 Prozent der Muslime sagen, ihnen sei ihr Glaube sehr wichtig, während weniger als 25 Prozent der Christen dies von sich sagten.
Der christliche Glaube ist für Beckstein außerdem "ein wichtiger Faktor für unsere Leitkultur". [….]

Günther Beckstein, der sich auch gleich als Fan des Urvaters der Hetzer und Antisemiten, nämlich Martin Luther, outet, bewies in seiner politischen Laufbahn immer wieder wie sehr er von Christlichen Werten angetrieben wird.

[….] Martin Luther habe sich bewusst von der Obrigkeit in Rom abgewendet und das Laienpriestertum aller Gläubigen proklamiert. "Das ist für mich einer der entscheidenden Schritte in Richtung Neuzeit. Das Individuum rückt in den Mittelpunkt, das Gewissen", betonte der Mittelfranke. Daraus hätten sich auch später die Menschenrechte entwickelt. [….]

Die Menschenrechte mußten von Konfessionslosen und Atheisten gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden!

Als Stoibers Innenminister hatte sich Becksteins stets als Schwarzer Sheriff und Abschiebeminister profiliert, der so hart wie kein anderer gegen Ausländer pöbelte.
Es begann damit, daß er am 14. November 1998 den 14-jährigen Muhlis A. aus Neuperlach wurde Muhlis A. ohne seine Eltern und ohne irgendeine familiäre Bindung in die Türkei abschieben ließ.
Christliche Familienwerte à la Beckstein.
Insbesondere gegen den Bundesinnenminister Otto Schily (1998-2005) profilierte sich Beckstein stets als brutalerer und radikalerer Sheriff.

[….] Christian Ude, SPD über Günther Beckstein: Dieser heize "aus wahltaktischen Gründen Stimmung gegen Migranten an". Beckstein erklärte zur geplanten Moschee in München-Sendling: Wer behaupte, sie füge sich in die Umgebung ein, "dem sage ich, dass er nicht das Empfinden eines halbwegs normalen Menschen hat". Dazu Christian Ude: "Da friert es mich förmlich, wenn ich die Wortwahl des Ministers höre." [….]
(SZ, 4.12.2007, S. 53)

[….] "Bayern hat einen höheren Anteil an Ausländern als der Bundesdurchschnitt. Trotzdem will man zum Beispiel in bayerischen Dörfern nicht, dass neben der Kirche ein Minarett steht, dass der Muezzin mit derselben Lautstärke wie die Glocken ins Dorf ruft." [….]
(SZ 24.4.2001, S.5)

[….] "Wir brauchen weniger Ausländer, die uns ausnützen, und mehr, die uns nützen." [….]
(10. Juni 2000, Focus)

Wie christliche Werte in der Politik funktionieren, erleben wir gerade am Beispiel eines sechsjährigen schwer traumatisierten Jesidischen Jungen, der durch CDU/CSU-Gesetze zwangsweise von seinem Vater getrennt wird.

[….] Es geht um einen heute sechsjährigen Jungen, der Anfang 2015 nach Deutschland kam. Der Junge musste im Irak miterleben, wie seine Mutter getötet wurde. Danach flüchtete er an der Hand einer Tante über das Sindschar-Gebirge - und erreichte später mit ihr gemeinsam Deutschland. Der Vater wurde für tot gehalten, der Rest der Familie ebenso. [….] Der Junge spricht bis heute kein einziges Wort. Daran konnte auch die glückliche Fügung nichts ändern, dass Vertreter des Zentralrats der Jesiden den Vater im Februar 2016 in einem griechischen Flüchtlingslager ausfindig machten. Denn der Moment des Glücks hat sich seither in eine lange Phase des Frusts verwandelt.
Bis heute ist es dem Vater nicht gestattet, seinem Sohn nachzufolgen und nach Deutschland zu reisen. Die deutschen Regeln für den Familiennachzug nach Deutschland sehen selbst in einem so speziellen Fall vor, dass zwar Erwachsene ihre Ehepartner und ihre Kinder nachholen dürfen, nicht aber die Kinder ihre Eltern.
[….] Als Reaktion darauf verließ der Vater das griechische Lager und versuchte, sich über Bulgarien nach Deutschland durchzuschlagen. Das aber führte ihn nicht nach Baden-Württemberg, sondern in ein bulgarisches Gefängnis. [….] So hängt der Fall derzeit fest, mit der Folge, dass bei dem kleinen Jungen bis heute keine Therapie anschlägt. Solange er nicht spreche, so Geisler, "weiß keiner, wie es in dieser Seele aussieht". Dabei gibt es die Chance, den Fall zu lösen. Das räumten am Freitag selbst Experten des Bundesinnenministeriums ein. Dort hieß es, in einem "Härtefall des Härtefalls" gebe es für das Land wie auch den Bund die Möglichkeit von Sondergenehmigungen. Allerdings müsste der Vater dazu in seinem Herkunftsland einen Antrag stellen. Nur: Wer in Bulgarien im Gefängnis sitzt, kann kaum im nordirakischen Erbil ein Schriftstück abgeben. [….]

Ich sage an dieser Stelle DANKE GÜNTHER BECKSTEIN!
Mit solchen Politikern in den obersten Führungsgremien der Kirchen, habe ich große Hoffnungen, daß der Anteil der Kirchenmitglieder, denen „christliche Werte“ wichtig sind, stetig weiter sinken wird.