Samstag, 4. August 2012

Panik macht sich breit.


Journalisten der liberalen Blätter „Tagesspiegel“ und „ZEIT“, sowie prominente grüne Bundestagsabgeordnete ergehen sich in apokalyptischen Warnungen.

Der „aggressive Atheismus“ stehe ante portas!

Man bedient sich Ratzingerischen Wortbildern. 
Hatte doch der Papst höchst selbst über die bösen Kritiker gejammert, die es wagten es nicht für eine gute Idee zu halten, wenn ein Deutscher Papst und früheres Hitler-Jugend-Mitglied einen offen antisemitischen holocaustleugnenden Bischof rehabilitiert und in seine Arme schließt.

«Betrübt hat mich, dass auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich einschlagen zu müssen glaubten», schreibt der Papst in einem Brief an alle Bischöfe, der auf der katholischen Internetseite kath.net veröffentlicht ist.

Scheinbar waren die Dämme gebrochen. 
Neben den usual suspects, also einer winzig kleinen Gruppe notorischer Kirchenkritiker, wagten es nun auch „ganz normale Männer“ den Vatikan zu kritisieren. 
Die übliche „Christentum ist eine wunderbare Sache“-Grundstimmung der Feuilletons kippte von wolkig-rosarot in neutralere Farben um. 
Zwar wußten die, die es wissen wollten, schon lange von dem zigtausend-fachen Missbrauch katholischer Geistlicher an Kindern, aber ab Januar 2010 diffundierten diese Meldungen von ihrem Dreizeiler-Dasein auf den letzten Seiten bis in die Titelstories.

Die Gläubigen staunten nicht schlecht, ob der neuen offenen Kritik an der katholischen Amtskirche. 

Und das alles nur weil sich Bischöfe und Pfarrer Jahrzehnte lang schützend vor die Kinderficker in ihren Reihen gestellt hatten, statt die Kinder vor ihnen zu schützen.

»Jetzt reicht’s!»: In Nürnberg fordern Plakate aus dem Umfeld einer totalitären Sekte zum Kirchenaustritt auf; in England setzt ein in seine eigene Gottlosigkeit verliebter Biologe alle Hebel in Bewegung, um den Papst gleich bei seiner geplanten Landung auf dem Boden des Vereinigten Königreichs verhaften zu lassen; und in Marktl wird das Geburtshaus Benedikts mit Schmierereien verunstaltet, deren Obszönität nicht einmal der Polizeibericht wiedergeben will.
[…] Der von Papst Benedikt schon früher beklagte »sprungbereite Hass» zeigt nun offen sein Gesicht. Und er findet täglich frische Nahrung in Meldungen über »neue» Missbrauchsfälle – wobei tatsächliche sexuelle Übergriffe schon mal mit ein paar Kopfnüssen vermengt werden, wenn es gilt, den Namen eines besonders missliebigen, weil besonders konservativen Bischofs ins Spiel zu bringen.
[…] Wer sich jetzt angeekelt von der »Amtskirche» abwendet, um sein religiöses Privatleben zu pflegen, macht es sich zu einfach.

Was ist da los?

Der Rubikon ist überschritten. 
Mehr und mehr leuchten aufklärerische Lichtstrahlen in all die finsteren Ecken, die kein Kirchenmann je erhellen wollte.

Die vielen kirchlichen Sonderrechte, die teilweise sogar grundgesetzwidrig sind, kennen die wenigen organisierten Konfessionslosen schon lange.

Nun könnte es aber erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik dazu kommen, daß größere Teile der Öffentlichkeit bemerken, wie schamlos sich die Großkirchen finanziell und rechtlich beim Staat bedienen.

In jenen Wochen, da sich in Europa die Zukunft des Geldes entscheidet, der Renten und Löhne, der Preise für Brot und Milch, da diskutieren die Leute ebenso erregt über die männliche Vorhaut. Über die abgeschnittene Vorhaut, genauer gesagt, denn das Kölner Landgericht hat die Beschneidung muslimischer und jüdischer Jungen als Straftat gewertet. Die Leute diskutieren auch, ob ein Satiremagazin dem Papst auf einem Foto gelbliche Flecken in den Schritt montieren darf; dies so sehr, dass der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Religionsbeleidigung schärfer bestraft sehen will. Und im Herbst werden die Leute streiten, ob die Kirchen weiterhin ein eigenes Arbeitsrecht haben sollen, denn dann urteilt das Bundesarbeitsgericht in dieser Angelegenheit. Die Leute mögen Gott vergessen haben. Aber die Religion liefert immer noch Empörungspotenzial.

Täuschen wir uns nicht - noch immer sind die Kirchenlobbyisten tausendfach so gut vernetzt wie Atheisten.
 Bischöfe haben in Parlamenten, in Ethikkommissionen, in Rundfunkräten etc enormen Einfluß.


Eine ähnlich große Majorität der schreibenden Zunft schlug sich mit teilweise abenteuerlicher und kinderfeindlicher Argumentation auf die Seite der Kirchen, Synagogen und Moscheen.

Es grummelte eher in den hinteren Reihen. Auf Facebook, in Leserzuschriften.

Aus den vorderen Reihen des Journalismus vernehme ich leider fast immer nur Religioten-Bekenntnisse.

Die SZ „protokolliert“  heute vier Meinungen zum Thema Beschneidung aus dem einfachen Volk. 

Alle Vier sind knallhart für die Genitalverstümmelung. 

Nicht eine einzige kritische Stimme wird abgedruckt.

Joachim Krätschell, 44 Jahre, Pastor einer Gemeinde in Wilmersdorf:
'Ich finde die ganze Diskussion völlig absurd. Es geht hier um die Ausübung der Religionsfreiheit. Nach Genesis 17 ist die Beschneidung für die Juden das Zeichen des Bundes, also des Bundes jedes einzelnen Juden mit Gott, und nur so ist das zu verstehen. Das wäre so, als würde man uns Christen die Taufe verbieten. Das kann uns aber keiner verbieten, und wir taufen die Kinder. Sie sind auch nicht religionsmündig. Wir als Eltern fällen aber die Entscheidung für unsere Kinder. Täglich entscheiden wir ja für unsere Kinder, weil sie allein noch nicht entscheiden können. Aber wir wollen sie in Gottes unmittelbarer Nähe wissen, durch die Taufe, durch die Beschneidung. […]    Ich frage mich, ob es nicht auch etwas damit zu tun hat, dass die Generation, die den Holocaust, die Nazizeit miterlebt hat, langsam ausstirbt. Vielleicht denken manche heute: So, die Schonfrist ist vorbei. Jetzt können wir die Juden so behandeln, wie wir andere auch behandeln. Das ist so ein leiser Gedanke, der sich bei mir einschleicht, leider. Immer wieder kommen antisemitische Äußerungen. Es ist irgendwie salonfähig, antisemitisch zu sein.
(SZ 04.08.12)

SZ-Kirchenmann Drobinski schafft es zwar gerade noch die Konflikt-Linien zwischen Kirche und Gesetz korrekt nachzuzeichnen, aber er schließt mit Sätzen aus dem tiefsten Religiotenfundus:

Der Glaube ist nicht einfach aus sich heraus gut. Doch ohne ihn würden die kollektiven Erfahrungen und kulturellen Kräfte fehlen, ohne die ein Staat genauso wenig leben kann wie ohne die Menschen, die sich aus religiösen Gründen um Kranke, Alte, Schwache kümmern, ohne die Gegenentwürfe zum Nächstliegenden und Nützlichen. Der Staat braucht die Kraft des Transzendenten, die sich ja in der Erregung übers Beschneiden oder Gotteslästern zeigt. Er braucht sie als Gegenkraft. Damit er sich nicht selber absolut setzt.

In diesem SZ-Fazit steckt so viel Falsches, daß ich gar nicht wüßte wo ich anfangen sollte.

Ohne den Glauben fehlten kulturelle Kräfte?
 Dabei ist es der Glaube, welcher die Kultur am heftigsten behindert, zensiert und zerstört.

Der Staat könnte ohne die parasitären Eigenschaften des Glaubens sogar viel besser leben. 

Und dann das Märchen von der Nächstenliebe gegenüber Kranken, Alten und Schwachen!

Umgekehrt wird ein Schuh draus.

Drobinski käut wider, was schon tausendfach vor ihm geschrieben wurde. Dadurch wird es aber nicht wahrer. Kevin P. Hoffmann argumentierte beispielsweise im Dezember 2009 auf diese Weise.

In den Kirchen wird es klamm. Auch katholische und evangelische Gemeinden leiden unter der Wirtschaftskrise. Doch einige Probleme sind hausgemacht


Dazu ein aufschlussreicher Leserbrief.

Zum Artikel "In den Kirchen wird es klamm" im Tagesspiegel vom 23. Dezember 2009, S. 15:
Sie schreiben: "Tatsache aber ist, daß die Einnahmen der Kirchensteuer in erster Linie in die Betreuung von Kindern, Alten, Kranken und Behinderten fließen. Man muß kein Christ sein, um das zu unterstützen."
Die Behauptung im ersten Satz dieses Zitats ist nachweislich falsch. Ein Blick auf z.B. die Internetpräsenz des Erzbistums Köln (dort: "Verwendung der Kirchensteuer 2009") zeigt, daß für die in Ihrem Artikel genannten karitativen Zwecke gerade einmal 9,7 Prozent des Kirchensteueraufkommens verwendet werden. Demgegenüber werden aber etwa zwei Drittel der Einnahmen der beiden Großkirchen aus der Kirchensteuer für die Bezahlung von Pfarrern und Kirchenpersonal aufgewendet (Quelle: Internetseite des IBKA, dort "Kirche und Geld"). Von einer Verwendung der Kirchensteuer "in erster Linie" für karitative Zwecke kann also beim besten Willen nicht die Rede sein.
Der Artikel zeigt aufs Neue die bereits in der Berichterstattung zum Thema "Pro Reli" Anfang dieses Jahres hervorgetretene massive kirchenfreundliche Haltung Ihres Blattes. Gerade im zeitlichen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest und der traditionell damit verbundenen "christlichen Wohlfühlstimmung" kann die o.g. Behauptung erkennbar nur einen Zweck verfolgen, nämlich Kirchenmitgliedern, die eigentlich nicht religiös sind und möglicherweise über einen Austritt nachdenken, eine Begründung für ihren weiteren Verbleib in Kirche zu geben.
Denn "die Betreuung von Kindern, Alten, Kranken und Behinderten" zu unterstützen kann in der Tat nicht falsch sein. Um dies zu tun ist die Kirchensteuer jedoch wie gezeigt zum weit überwiegenden Teil der falsche Weg. Richtig muß es also heißen:
"Tatsache ist, daß derjenige, der möglichst effektiv Kindern, Alten, Kranken und Behinderten helfen möchte, dies am besten dadurch bewerkstelligt, daß er aus der Kirche austritt und die ersparte Kirchensteuer direkt entsprechenden wohltätigen Organisationen zukommen läßt. Man muß kein Atheist sein, um dies zu erkennen."
(Zitiert nach Tammox 2009)

Freitag, 3. August 2012

Auf dem rechten Auge blöd Teil II.



Immer wieder ungern erinnere ich mich an den Fall Lutz Battke, den NPD-Stadtrat, Fussballtrainer im 3000-Seelen-Städtchen Laucha an der Unstrut. 
Der Rechtsextreme Battke trainiert nicht nur die Kinder der Stadt, sondern ist außerdem Lauchas Schornsteinfeger, so daß jeder ihn kennt.

Im April 2010 geschah das Ungeheuerliche. Ein 17-Jähriger, der ebenfalls beim Lauchaer Fußballklub BSC 99 mitmachen wollte, wurde von Rechtsradikalen mit der Absicht das „Judenschwein platt zumachen“ schwer verletzt.
Angestiftet waren sie offensichtlich von ihrem Hitler-verehrenden Trainer Battke, der den Neuen aus vollem Herzen hasste, da dessen Mutter aus Israel stammt.

Als der Fall Schlagzeilen macht, stellen sich der  Präsident des BSC 99, Klaus Wege und Lauchas Bürgermeister Michael Bilstein nicht etwa vor das Opfer, sondern geben zu bedenken, was denn ein Jude ausgerechnet im Fussballverein zu suchen habe. 
Jeder wisse doch wie aktiv Trainer Battke in der rechtsradikalen Szene sei.
Einen Grund Battke zu entlassen konnten sie nicht erkennen. 
Er sei schließlich beliebt und ein guter Trainer.
Erst massiver Druck der überregionalen Presse sorgte schließlich dafür, daß Verein und Bürgermeister einknickten und Battke Ende August 2010 doch noch als Trainer entließen. 

Nicht allen Lauchanern gefiel das, Hunderte solidarisierten sich mit dem Geschassten.

Ende 2010 geht Battke sogar in das Rennen um das Bürgermeisteramt. Bei den Kommunalwahlen 2009 hatte die NPD in Laucha 13,5 % erreicht. Kandidat Battke konnte das Ergebnis verdoppeln.

Lutz Battke, der in den letzten Wochen für viel Aufsehen gesorgt hatte, wird nicht Bürgermeister der kleinen Gemeinde Laucha in Sachsen-Anhalt werden. Trotzdem wird das Städtchen in den nächsten Wochen wohl kaum zur Ruhe kommen: Fast jede vierte Person gab dem Rechtsextremisten ihre Stimme.
24 Prozent aller wahlberechtigten Personen wollten Lutz Battke als ihren zukünftigen Bürgermeister. Mit 68 Prozent bleibt jedoch Michael Bilstein im Amt.
[…]
In den letzten Wochen berichteten jedoch unzählige überregionale Zeitungen über den Fall – allein dies kann die NPD als Sieg verbuchen. Gerade gestern noch sprach NPD-Chef Udo Voigt auf dem Bundesparteitag im nur wenige Kilometer entfernten Hohenmölsen in höchsten Tönen von Battke. Die 200 NPD-Delegierten applaudieren, er wird gefeiert.
Und heute feiert man weiter bei der NPD. Lutz Battke wird bejubelt als ein Mann, der sich nicht kleinkriegen lässt, als Siegertypen, als Mann des Volkes.
[…]  
Doch wie kam es, dass insgesamt 435 Personen am heutigen Sonntag ihr Kreuz bei Lutz Battke machten, der bekennender Rechtsextremist ist? Durch das große Medieninteresse der letzten Wochen hätten die Bewohner Lauchas das Gefühl, das „mit dem Finger auf sie gezeigt“ würde. Und obwohl viele mit der NPD nichts zu tun hätten, würde man sich so mit dem Neonazi solidarisieren, erklärte Titus Simon, Rechtsextremismus-Experte der Hochschule Magdeburg-Stendal.


Selbst nach großen Skandalen und Straftaten ist man vielerorts nicht bereit sich von Skinheads und Nazis zu distanzieren.

Mit dem „guten Nazi von nebenan“ - sei es der Fahrlehrer, Schornsteinfeger, Uhrmacher oder Sporttrainer - solidarisiert man sich, auch wenn man sich beeilt festzustellen nicht das politisch-extreme Gedankengut zu teilen.

Aber das sei doch kein Grund so einem nicht die Kinderchen zum Fußballtraining zu überlassen. 

Sport ist doch unpolitisch, meinen insbesondere die Politiker, die dementsprechend auch keine Hemmungen haben Meisterschaften an Diktatoren zu vergeben.


Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der ehemalige Grünen-Minister Michael Vesper drücken ebenfalls alle Augen, inklusive Hühneraugen zu, wenn es um Nazis geht.
Es muß immer erst die Presse ran. So wurde nach einer Woche Olympia in London die braune Ruderin Nadja Drygalla nach Hause geschickt.

Der Lebensgefährte der 23-Jährigen, Michael Fischer, ist führendes Mitglied der regionalen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock" und war im vergangenen Jahr Kandidat der NPD für die Landtagswahl.

 Ihr Freund ist schließlich Auslöser der schwarzrotgoldenen Tumulte, die Michael Vesper, Chef de Mission des deutschen Olympia-Teams, am Freitag zu einem medialen Erklärungs-Marathon zwangen. [….]  Kontakte zur rechten Szene, das deutsche Team im Dunstkreis brauner Wirrköpfe?
[…] "In Deutschland gibt es Gott sei Dank den Grundsatz, dass jeder für seine eigenen Taten verantwortlich ist und nicht für die seines Umfeldes", sagte der DOSB-Generaldirektor und warnte ebenso wie der Chef des Deutschen Ruderverbandes (DRV), Siegfried Kaidel, vor einer Vorverurteilung der Athletin.

Die „wir haben von nichts gewusst“-Verteidigung ist mal wieder problematisch, denn Drygallas neonazistische Überzeugungen hatten bereits dafür gesorgt, daß sie aus dem Polizeidienst entlassen wurde. 
Nur der DOSB will nichts mitbekommen haben.

Vor dem Hintergrund der polizeilichen Vorgänge irritiert die in London zur Schau gestellte kollektive Ahnungslosigkeit. […]
Drygalla hatte 2006 und 2007 bei den Junioren-Weltmeisterschaften Bronze und Silber gewonnen. Schon damals ruderte sie mit der Klubkollegin Ulrike Sennewald, im Londoner Achter waren die beiden Rostockerinnen jetzt wieder gemeinsam unterwegs. Sennewalds Vater Hans ist Präsident des Landes-Ruderverbandes, 1992 hatte er Bronze im Deutschland-Achter gewonnen. […]
In DRV-Kreisen heißt es, auch Drygallas rechtslastiger Freund soll früher im Rostocker Spitzensport tätig gewesen. Bei der Junioren-WM 2006 sogar als Schlagmann im - wie der Landessportbund damals stolz mitteilte - "Kleinen Deutschland-Achter".
   (SZ vom 04.08.2012)
"Frau Drygalla wird ein strammer Hang ins Nazi-Millieu nachgesagt. Das ist nicht neu, und das war nicht unbekannt.   Dennoch wurde sie sportlich von Behörden und Organisationen zur Olympia-Reife gefördert und in das deutsche Vorzeige-Team berufen.  Die Geschichte sei nicht unproblematisch, räumt der Chef der Deutschen Mission Vesper höchst zurückhaltend ein.
Von nun an wird es oberfaul."
(Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im NSU-Untersuchungsausschuss, 03.08.2012)

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister und CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier dürfte wissen aus welchem Umfeld Drygalla stammt. 
Dennoch posierte er noch vor drei Wochen offiziell mit ihr bei der Verabschiedung des MV-Olympia-Kaders.

 Zu braun für den Polizeidienst, aber bestens geeignet, um Deutschland in der Welt bei der Olympiade zu vertreten.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wusste das Schweriner Innenministerium seit dem Frühjahr 2011, dass Drygalla mit Michael Fischer liiert sein soll. Er gilt als einer der führenden Neonazi-Köpfe in Mecklenburg-Vorpommern, 2011 kandidierte er für die NPD. Innenminister Caffier spricht etwas verklausuliert von Personen in ihrem Bekanntenkreis, die der "offen agierenden rechtsextremistischen Szene zugehörig sind". Fischer, von Freunden "Fischling" genannt, intensivierte 2011 seine Aktivitäten: Er meldete Demonstrationen an, lud bekannte Neonazis zu Vorträgen ein. Man soll auf Drygalla eingewirkt haben, zum 30. September einen Antrag auf Entlassung zu stellen.
Caffier könnte also um die angeblichen Kontakte gewusst haben, als er Drygalla und die anderen Sportler aus Mecklenburg-Vorpommern verabschiedete. Drygalla saß in London im Achter, das Boot schied im Hoffnungslauf aus, weitere Starts waren nicht vorgesehen.

Donnerstag, 2. August 2012

Gottvertrauen.




Ein religiöser Mensch relativiert nicht, er muß nicht abwägen. 
Seine Welt ist absolut. Sein Gott ist die Inkarnation des Superlativs. Allmächtig und allwissend. Gott kann alles. Er läßt nichts ohne seinen Plan geschehen. Man kann Gott nicht hintergehen, nicht seinem langen Arm entkommen.
Der „Q“ des Universums. 

Einzig die Interessen Gottes sind nicht universal. Er kümmert sich zwar um viele, aber eben nicht um alles.
Wir wissen, daß Gott ein Sportfreak ist. Schießt ein amerikanischer Basketballer aus Boston ein Tor, hat ihm Gott den Fuß geführt. 
Und auch bei den Europameisterschaften im Damen-Brustschwimmen sitzt Gott im Publikum. Sie Siegerin weiß es und dankt Gott anschließend für ihre Goldmedaille.

Medizin ist ein Beispiel für die Dinge, welche Gott nicht interessieren.
 Myriaden Kinder verhungern jeden Tag, leiden an Infektionskrankheiten oder treten auf Antipersonen-Minen. 
Hier griff Gott noch nie ein. Kein einziges mal ließ er einen amputierten Arm, ein abgerissenes Bein oder ausgestochene Augen nachwachsen.
Das wissen die Milliarden Anhänger und beten daher auch nicht dafür. 

Beim Kauf der Fernsehzeitschrift am Freitag das richtige Rubbellos aus der Plexiglaskugel zu klauben. Das ist Gottes Liga. Da lohnt es sich ihn um Hilfe anzuflehen.

Paradoxerweise sind die überzeugtesten Anhänger Gottes, die Hardcore-Gläubigen, die am meisten von Gottes Allmächtigkeit überzeugt sind, gleichzeitig auch die Kleingläubigsten.

Selbst Gottes Stellvertreter auf Erden, Vizegott Ratzinger vertraut so wenig auf seinen Chef, daß er sich den Gläubigen lieber nur hinter Panzerglas zeigt.


Sollte nicht ein allmächtiger Gott in der Lage sein ein Pontifikat auch ohne irdisches Panzerglas vor Attentätern zu schützen?
Und wer sollten diese Attentäter überhaupt sein, wenn nicht auch Gottes Geschöpfe, die seinem Plan folgen?

Oder gibt es auf der Erde auch gottfreie Schöpfung, die Attentäter hervorbringt, welche noch mächtiger als der Allmächtige sind?

Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar
stärkste Misstrauensvotum gegen den lieben Gott.
Karl Kraus, öst. Schriftsteller


„In letzter Zeit war die Leistungsbilanz Gottes, was die Juden anbelangt nicht gerade überwältigend." 
Er könne nicht zugleich allmächtig und gerecht sein - denn wäre er es, hätte er Ausschwitz nicht zugelassen. Doch offensichtlich konnte er es nicht verhindern.

Und was ist wenn es einen Gott gibt, der Ausschwitz verhindern wollte, aber nicht konnte?

Auch dazu hat Bauer eine einfache Antwort: 

„Ein armer Kerl, der Unterstützung braucht, der sich seine Stärke von uns holen muß - einen solchen Gott brauche ich nicht!“

Die Deutschen organisierten Christen halten ihren Gott im Gegensatz zu Atheisten ebenfalls für so klein und schwach, daß sie es nachdem Gott 2000 Jahre lang auch ohne gesetzlichen Schutz auskam, nun plötzlich für absolut notwendig erachten den lieben Gott vor Lästerern zu schützen.
Der Mann wird ja auch nicht jünger.
Der ewige, allmächtige und omnipotente Gott könnte offenbar in Depressionen verfallen, wenn ein Frechdachs wie Tammox ihm sagte „Dich gibt es gar nicht!“

Nach den Attacken der beiden großen Doppel-M-Religioten (Martin Mosebach und Matthias Matussek) und des Christen des Tages Nr. 64, Prof. Robert Spaemann, wird der § 166 wieder heiß diskutiert.

"Es wird das soziale Klima fördern, wenn Blasphemie wieder gefährlich wird", schrieb Mosebach in einem Essay.   Er kritisierte Christen, die sich die Schmähung ihres Glaubens gefallen ließen. "Auch Bischöfe blicken verlegen zur Seite, wenn von Blasphemie die Rede ist, sie wollen sie bloß nicht wahrnehmen, um nicht Stellung beziehen zu müssen", schrieb Mosebach.
"Politisch werden wir es nicht hinkriegen"

Der berüchtigte Gaga-Paragraph, welcher Blasphemie unter Strafe stellt.
 Ein Homunculus unter den Paragraphen, denn er stellt eine abstrakte Sache nur in Abhängigkeit von dem Aufschrei der Religioten unter Strafe.

Das heißt; ein und dasselbe Vergehen ist mal strafbewehrt, mal nicht.

§ 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Sage ich „Gott hat Hühneraugen“ und keiner steht auf, um zu versichern Gott habe wohlgeformte vollkommen Hühneraugen-freie Zehen, komme ich straffrei davon. 

Je mehr Vertreter der Gott-hat-makellose-Füße-Theorie sich aber empören und desto lauter sie dies tun, desto höher die Chance, daß ich in den Knast komme.

Gute Zeiten für Fundis, Irrationale und Krawallmacher - je hysterischer und exzessiver sie reagieren, desto eher bekommen sie ihren Willen.

Hätten Gott, Allah und Jahwe tatsächlich überzeugte Anhänger, wüßten diese, daß Gott nicht weniger allmächtig wird, nur weil ein Atheist dies behauptet.
Indem sie aber Gott zur potentiellen beleidigten Leberwurst herabstufen, demonstrieren sie, wie wenig sie glauben. 
Sie sind alle kleine Ratzingers, die sich lieber hinter Panzerglas verstecken und kleine Pfarrer, die lieber einen Blitzableiter gegen Gottes Blitze auf dem Kirchendach installieren.
Der Bamberger Bischof prescht vor.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick setzt sich für ein Gesetz gegen Blasphemie ein. "Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muss in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden", erklärte Schick am Mittwoch in Bamberg. […] Gegen "heilige Personen, heilige Schriften, Gottesdienste und Gebete sowie heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen" dürfe kein Spott und Hohn zugelassen werden.
Satire über religiöse Einstellungen und Gefühle stelle eine Verletzung der im Grundgesetz garantierten Menschenwürde dar, betonte der Erzbischof. Eine Gesellschaft, die das, was religiösen Menschen hoch und heilig sei, nicht schütze, schade sich selbst. Sie dränge einen Teil ihrer Bürger an den Rand oder sogar in den Untergrund, mahnte Schick. Christen müssten deshalb fordern, dass die "Person Jesu Christi, Gott der Vater, Maria, die Heiligen, die Hostie des Altarsakraments, die sakralen Gegenstände wie Kelche und Monstranzen, auch die Kirchengebäude und Prozessionen von unserem Staat geschützt werden".
Zugleich rief Schick die Gläubigen auf, auch selbst das Heilige heilig zu halten. Christen sollten deutlich machen, dass sie Verunglimpfungen ihrer Überzeugungen und Werte in Medien und öffentlichen Organen nicht hinzunehmen bereit seien.

Lästern verboten. Zurück ins Mittelalter.

Was für eine dreiste Gotteslästerung! Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hält seinen eigenen Gott für einen derartigen Schwächling, dass er nicht einmal imstande sein soll, sich selbst gegen Blasphemie zu wehren. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Erzbistums hervor, derzufolge Schick "Hohn und Spott" gegen "heilige Personen, heilige Schriften, Gottesdienste und Gebete sowie heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen" gesetzlich verbieten lassen will.
Theologen laufen seitdem Sturm gegen die blasphemische Forderung Schicks, der Gott fast schon beiläufig seine Allmacht abspricht, und ihn als verweichlichten Bittsteller karikiert, der auf die Gnade derer angewiesen ist, die er geschaffen hat.
Professor Theobald Kleinst von der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster ist außer sich: "Wenn sich Gott durch eine blasphemische Äußerung gekränkt fühlt, dann stehen ihm mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, sie auf seine Weise zu ahnden", erklärt der Theologe. "Er kann eine Sintflut anzetteln oder direkt einen Blitz auf den Lästerer schleudern oder ihn dazu verdammen, bis an sein Lebensende eine pinke Kappe tragen zu müssen. Oder Gott wartet, bis der Gotteslästerer stirbt, und wirft ihn dann in die Hölle."

Obwohl Theobald Kleinst überzeugend die Fakten darlegt, schmeißen sich die Usual Religioten-Suspects auf Schicks Seite und geben ebenfalls zu Protokoll, Gott für einen mickrigen Loser zu halten.

Unterstützung kam dagegen aus der CSU: "Wer nicht so zu seinem Anstand findet, der braucht ein Gesetz", sagte Thomas Goppel, der Sprecher der Christsozialen Katholiken.
Goppel spielte auf das Satire-Magazin Titanic an, das den Papst vor einigen Wochen mit einem gelben Fleck auf der Soutane gezeigt hatte. […]
Goppel [...]  nahm für Schick Partei: Mit der eigenen Religion werde leichtfertig umgegangenen, während bei Vertretern des Islams größte Zurückhaltung an den Tag gelegt werde. Notwendig sei eine Rückkehr "zu Maßstäben des Umgangs miteinander".
Allerdings beurteilte auch Goppel eine mögliche Verschärfung des Blasphemie-Paragrafen skeptisch: "Politisch werden wir es nicht hinkriegen", sagte Goppel. Zuletzt war Ministerpräsident Edmund Stoiber damit 2006 gescheitert.
 Der islamische Theologe und Imam der Gemeinde Penzberg, Benjamin Idriz, begrüßte den Vorschlag. "Blasphemie ist der Beginn eines Hasses, der zu Kriegen und Auseinandersetzungen führt." Er finde es richtig, wenn religiöse Werte und Symbole vor Spott geschützt würden.

Das Religiotenboot ist mit Goppel, Schick, Stoiber, Matussek, Mosebach, Spaemann und Idriz zwar schon recht voll, aber der braune Abschaum von Hakenkreuznet passt noch mit hinein.

Der Sandkasten für feige Gottesbeschimpfer muß geschlossen werden. Erzbischof Ludwig Schick appelliert an die durch das Pastoralkonzil windelweich gewordenen Neugläubigen.

Amen.

Mittwoch, 1. August 2012

Impudenz des Monats Juli 2012.




Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Der Juli war ein äußerst ergiebiger Monat des Irrsinns.

 Die R-Fraktion drehte am exzessivsten am Rad.
Romney, Rösler, Ratzinger, Rüstungslobby und *Ruckerberg.

Die Polterei des Obama-Herausforderers war schon Gegenstand mehrerer Postings.

In schriller Tonart und mit verbalem Ungeschick hat sich der republikanische Kandidat auf seiner außenpolitischen Jungfernfahrt mehr geschadet als genutzt - und in der nüchternen Substanz hat er wenig Alternativen zum Kurs von Barack Obama zu bieten.  Die amerikanischen Sender widmeten Romneys Reise viel Zeit. Aber sie zeigten einen Aspiranten, der auf der Route von London über Jerusalem nach Danzig und Warschau wiederholt stolperte. Das verheerende Echo auf seine Kritik an Londons 'beunruhigend' miserabler Organisation der Olympischen Spiele schallte laut nach Amerika zurück. […] Und die Häme, mit der die Sun auf ihrer ersten Seite Romneys Geschick auf fremdem Parkett kommentierte, liefert Rohmaterial für künftige Attacken der Obama-Kampagne: 'Mitt the Twit' (Mitt, der Trottel) titelte das Boulevardblatt. Unter derselben Überschrift organisiert sich nun bei Facebook eine Schar satirischer Romney-Gegner.
(Christian Wernicke, SZ, 01.08.12)


Rösler packt aber beständig eine Schippe drauf

Gestern wurde bekannt, daß Röslers Ministerium mit einem dreistelligen Millionenaufwand „Verkaufsseminare“ für Ärzte fördert, damit sie ihren Patienten außer der medizinischen Versorgung noch allerlei anderes andrehen können. 
Ein Triumpf der Mediziner-Lobby.

Dass der Bundeswirtschaftsminister Verkaufsseminare für Ärzte fördert, ist ein Skandal. Legal, aber nicht legitim. Man braucht schon reichlich Chuzpe, wie offensichtlich Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), hier von Wettbewerb unter Ärzten zu sprechen, von "Know-how" für kleine Betriebe - und das Ganze mit Marketing-Seminaren für Gemischtwarenhändler zu vergleichen. Diese Patientenansprache braucht das Gesundheitswesen nicht. Kein seriöser Arzt wäre lieber Verkäufer geworden.

Heute schon der nächste Lobbybeglückungsschlag des FDP-Chefs.

In den Zeiten der knappen Haushalte und Bildungsmisere schenkt Klientel-Knecht Rösler der Schwerindustrie-Lobby gute zwei Milliarden Euro.

Tausende Konzerne zahlen bis zum Jahr 2022 kaum Ökosteuer.
 […] Die deutsche Schwerindustrie erhält auch in Zukunft Ermäßigungen bei der Ökosteuer. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch eine entsprechende Neuregelung. Danach bleiben vor allem besonders energieintensive Unternehmen von einem Großteil der Steuer verschont. […] Laut Subventionsbericht der Bundesregierung handelt es sich um die viertgrößte Steuervergünstigung, in diesem Jahr verzichtet der Bund dafür auf etwa 2,1 Milliarden Euro. […] Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprach von "knallharter Klientelpolitik". Die Ausnahmen setzten falsche Marktsignale und verhinderten so Innovationen, sagte BUND-Chef Hubert Weiger.

Oder die Rüstungslobby.
Die katholischste aller katholischen Ministerinnen, Annette Schavan, findet unterdessen immer noch keine Zeit sich endlich mal um ein sinnigeres Bildungssystem zu kümmern, welches die Fachkräfte hervorbringt, die auch benötigt werden, statt durch Herdprämie für Bildungsferne zu sorgen.
 Fachkräfte werden ob der systematisch gewollten Verblödung der Deutschen nun durch Schavan massiv aus Südeuropa importiert.

Es ist aber nicht so, daß das Schavan’sche Forschungsministerium ganz untätig wäre. 
Nein, Merkels Vize kümmert sich um den einen, den einzigen Aspekt, dem sich die ganze Bundesregierung mit Verve widmet:
Die Welt und ihre Krisengebiete mit deutschen Waffen zu überschwemmen. 
Hunderte Millionen zahlt Schavan an Rüstungskonzerne.

Das Haus unterstützt auch zahlreiche Rüstungskonzerne mit Millionen - das geht aus einem aktuellen Katalog hervor, der laufende und abgeschlossen Förderprojekte beschreibt. Mittel aus dem Haushalt des BMBF haben unter anderem namhafte Branchenvertreter wie Diehl Defence, Thales Defence oder Rheinmetall Defence erhalten. Allein Cassidian, die Rüstungssparte des EADS-Konzerns, bekommt zur Zeit in sieben Projekten rund vier Millionen Euro aus dem Forschungsetat.  […] Annette Schavan hilft nun der hiesigen Rüstungsindustrie, dieses Geschäftsfeld weiter zu erschließen. Im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" hat das Ministerium in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 279 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, Anfang des Jahres wurde das Programm verlängert.

Offensichtlich hat man mich nachts doch in einen Idiocracy-Film gebeamt.

Normal ist das doch alles nicht.

Die meisten Postings habe ich im Juli aber demjenigen gewidmet, der jetzt auch tatsächlich als Impudenz des Monats ausgezeichnet wird:

Volker Beck.

Bei Beck handelt es sich um einen ehemaligen LGBT-Aktivisten, der sich inzwischen mit der Bibel in der Hand an das Rednerpult des Bundestages stellt und aus dem Alten Testament zitiert.

Damit will er eine Folterpraxis, der jährlich tausende Jungs zum Opfer fallen, in Gesetzesform gießen. 
Die Perversion legitimieren.

Infant circumcision causes 100 deaths each year in US.
A new study published yesterday in Thymos: Journal of Boyhood Studies estimates that more than 100 baby boys die from circumcision complications each year, including from anesthesia reaction, stroke, hemorrhage, and infection. Because infant circumcision is elective, all of these deaths are avoidable.
The International Coalition for Genital Integrity applauds that, for the first time, a rational attempt has been made to estimate the scale of the problem, and is simultaneously appalled by how many baby boys needlessly die each year in the United States.

Der Idiot des Monats sieht es so:

Eine Beschneidung […] hat praktisch keine beeinträchtigenden […] Folgen.

Beck, der Vorreiter der Kinderquäler vergreift sich extrem in Ton und wird gegenüber Kritikern im direkten Gespräch unverschämt.

Bei jeder Gelegenheit beklagt er sich über die Stimmen der Vernunft, die es wagen ihm, dem Religionsversteher (und Kinderqual-Förderer) zu widersprechen.

Beck: Viele aus der jüdischen Community haben sich bei mir bedankt. Aber die überwiegende Reaktion im Internet ist massiv ablehnend bis hasserfüllt. Ich erschrecke mich da oft. Es zeigt sich ein tiefes Unverständnis von Religion als Phänomen. Da spürt man oft eine tiefe Verletzung durch Religion. Da wird die Ausübung von Religion immer schon als übergriffig erlebt, als politischer Anspruch, wieder das ganze Leben aller bestimmen zu wollen. Man merkt: Auch die Weltanschauung des Atheismus kann fundamentalistische Züge annehmen.

Beck: Ist es nicht auch im Sinne des Kindeswohls, dass es aufwachsen kann als jüdisches oder muslimisches Kind, weil im jüdischen Glauben ist eben vorgeschrieben als erstes Gebot, das von Gott in der Bibel zitiert ist, der Beschneidungsbefehl, und der begründete damals den Bund Gottes mit Abraham. Darüber kann man als Befund nicht hinweggehen und das muss man auf jeden Fall einbeziehen, wenn man eine Grundrechtsabwägung trifft.

Bei Beck war die Fallhöhe einfach am höchsten.

Von Rösler, Schavan, Romney und Ratzi ist man hingegen schon lange gewohnt, daß sie jeweils das Schlimmste tun.

 NACHTRAG:


*Kaum zu glauben, aber wahr:  
Mein Facebook-Account wurde heute Morgen gelöscht. 
Wegen der besonderen Schwere des Regelverstoßes sogar unverzüglich und ohne Warnung.

Daher habe ich nicht die Möglichkeit meinen Account mit hunderten Kontakten und Dutzenden politischen Gruppen, in denen ich politisch aktiv war, wieder herzustellen. 
Mein ungeheures Verbrechen: Ich benutze für meinen Account keinen Klarnamen und nur mit Klarnamen verdient die Schnüffelorganisation Facebook mit Adressenhandel und Werbung so richtig viel Geld.

Bisher sind es rund eine Milliarde Dollar im Jahr, die Multimilliardär Marc Zuckerberg durch Werbung einnimmt. 
Viel zu wenig also. 
Das muß mehr werden. Mit allen Mitteln.

Die New Yorker Musikplattform Limited Run klagt das soziale Netzwerk an, achtzig Prozent der ihm in Rechnung gestellten Werbeklicks mit Robotern generiert zu haben. Mit sechs verschiedenen Statistikinstrumenten will man beobachtet haben, dass nur ein Fünftel der von Facebook berechneten Klicks auch tatsächlich den Weg auf ihre Homepage fanden. Die restlichen Besucher seien nicht Kunden, sondern Roboter gewesen.

Wie Facebook bemerkt hat, daß ich nicht unter meinem echten Namen bei der Californischen Geldmaschine registriert war, ist nicht sehr rätselhaft.

Mit regelrechten Stasi-Methoden werden im Moment Facebook-User ausgefragt.

"Ist dies der echte Name deines Freundes?", fragt Facebook seit einigen Tagen manche Mitglieder. Das zugehörige Dialogfenster zeigt Name und Bild eines Kontakts. "Deine Antwort bleibt anonym und hat keinen Einfluss auf das Konto deines Freundes", heißt es auf Screenshots, die derzeit kursieren. Als Antwortmöglichkeiten stehen "Ja", "Nein", "Ich kenne diese Person nicht" und "Ich möchte nicht antworten" zur Auswahl.   Auf Anfrage von Süddeutsche.de bestätigt Facebook die Echtheit der Bildschirmfotos und erklärt, es handele sich um einen Test, mit dem Fake-Accounts identifiziert werden sollen. Die Auswertung erfolge anonym und diene einzig dazu, aggregierte Daten für statistische Zwecke zu erhalten.  Das Portal hat in seinen Geschäftsbedingungen festgelegt, nur den echten Namen von Nutzern zu akzeptieren.

Offenbar funktioniert das Denunziantentum. 
Schließlich bin ich aufgeflogen.

Facebook ruft seine Kunden nun zu Spitzeldiensten auf, sie sollen dem US-Konzern melden, welche ihrer Freunde sich verdächtig verhalten, weil sie Pseudonyme nutzen. Das Netzwerk will zum weltweiten Melderegister werden: echte Namen, echte Personen, alles andere ist verboten. Bei Verdacht auf falschen Namen sperrt das Netzwerk Nutzer und schaltet diese erst wieder frei, wenn sie die Kopie eines Ausweises schicken.
Dabei gibt es Menschen, die aus guten Gründen nicht mit ihrem im Pass eingetragenen Namen im Netz unterwegs sein wollen - Stalking, Angst vor Repressionen, Sorge um den Datenschutz (die soll es sogar bei manchen Facebook-Nutzern noch geben). Kritiker eines Klarnamenszwangs wie die Flickr-Gründerin Caterina Fake und die Sozialforscherin Dana Boyd argumentieren, für viele Menschen ermöglichen Pseudonyme im Web erst eine wirklich freie Nutzung.
Facebook begründet seinen Aufruf zur Denunziation so: Man wolle die "Plattform sicherer" machen, Klarnamen seien die "Grundlage" für den Austausch zwischen "echten Menschen". Sind also Stalking-Opfer und politisch Verfolgte ein Sicherheitsrisiko für Facebook?
Facebooks Vorgaben zur Veröffentlichung echter Namen und Porträts schaffen die Grundlage für ein privates Melderegister. Facebook deklariert diese Informationen generell als öffentlich, ohne Widerspruchsmöglichkeit: Name, Profilbild, Geschlecht, Angaben zu Netzwerken (Schule, Arbeitsplatz), Nutzername und Nutzerkennnummer. Diese von Facebook veröffentlichten Informationen lassen sich zum Beispiel so nutzen:
  •     Jemand fotografiert Passanten, Software ordnet jedem Gesicht den echten Namen und das Facebook-Profil zu. Solche Software entwickeln derzeit US-Forscher. In einem ersten Experiment gelang es dank der Facebook-Daten, Hunderte von Nutzern von Flirtseiten per Gesichtserkennung und Facebook-Datenabgleich zu demaskieren.
  •     Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben schon 2009 in einer Studie gezeigt, dass sich die sexuelle Orientierung innerhalb der Plattform auf Basis der Kontakte einer Person vorhersagen lässt.
  •     Kriminelle recherchieren in öffentlich zugänglichen Facebook-Profilen persönliche Informationen über Opfer, die dabei helfen, E-Mail-Konten zu übernehmen.
Diese und diverse andere Risiken existieren, weil Facebook die echten Namen seiner Mitglieder und eine Reihe weiterer Informationen zwangsweise veröffentlicht. Meldet man sich neu bei Facebook an, ist sogar die Freundesliste standardmäßig öffentlich. Facebook liefert also nicht nur allen Interessierten Klarnamen plus Porträt, sondern auch alle privaten und beruflichen Kontakte eines Mitglieds - Facebook differenziert da nicht von sich aus. Kein Wunder, dass das die Auskunftei Schufa bei einem - nach Protesten eingestellten - Analyseverfahren Facebook-Profile auslesen.

Herr Zuckerberg muß in seinem Orwell-Imperium offenbar noch einige Säuberungen durchführen, um mit den Adressen richtig Reibach zu machen.

Bisher gibt es noch zu viel Widerstand in Europa.

Laut einer Forsa-Umfrage nutzen mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Facebook-Mitglieder ihren vollständigen, realen Namen. 18 Prozent verwenden Abkürzungen oder nennen nur einen Teil des Namens, 20 Prozent Spitz- oder Fantasienamen.

Da sind noch Millionen User zu eliminieren!

Dienstag, 31. Juli 2012

Mitt, the twit, weiter on tour.




Nachdem er England erledigt hatte und sich erfolgreich binnen zweier Tage auf der gesamten Insel zur persona non grata gemacht hatte, waren für den Obama-Herausforderer noch zwei Stationen übrig.


Viele Chancen, um sich als weltgrößter Blödmann der Diplomaten zu präsentieren.
Man weiß nicht ob Romney tatsächlich so unterbelichtet ist, wie er sich in Europa gibt, oder ob er sich nur so verblödet stellt, um den verblödeten Wählern in Amerika zu gefallen.


Einem guten Diplomaten gelänge möglicherweise beides:
 Sich bei den Teebeutlern des bible-belts beliebt zu machen und dennoch nicht in Europa nur verbrannte Erde zu hinterlassen.

Mit, the twit, hingegen schafft es nur sich in den Augen der europäischen Presse in die Schublade des hinterwäldlerischen Ignoranten zu setzen.


Romney reist nicht nach England oder Israel, um seinen Horizont zu erweitern, um vor Ort dazuzulernen, sondern fliegt mit Augenklappen und Ohrenstöpseln ein, um seine primitive Gut-versus-Böse-Sicht zu verkünden.

Der Republikaner war sogar idiotisch genug, um ausgerechnet in Israel die rassistische Karte zu ziehen. Offenbar kennt jeder Menschen der Erde das Schicksal der Palästinenser, die de facto in einem Ghetto leben müssen. 
Der Gazastreifen ist das am dichtesten besiedelte Gebiet der Erde. Sie sind von jeder ökonomischer Versorgung abgeschnitten. 

Nur Romney hat noch nichts gemerkt:

Vor einer Gruppe israelischer Geldgeber in Jerusalem sprach Romney über die ökonomischen Unterschiede zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten. Das mehr als doppelt so hohe Pro-Kopf-Einkommen der Israelis lasse einen extremen Unterschied wirtschaftlicher Stärke erkennen. "Wenn ich hierherkomme, über die Stadt schaue und die Errungenschaften dieser Nation betrachte, erkenne ich die Kraft der Kultur und einiger anderer Umstände", sagte Romney.  Palästinenser reagierten empört. Der ranghohe palästinensische Politiker Sajeb Erakat warf Romney Rassismus vor. "Das ist ein rassistisches Statement. Dieser Mann sieht nicht, dass die palästinensische Wirtschaft ihr Potential aufgrund der israelischen Besatzung nicht ausschöpfen kann", sagte Erakat gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Romney mangele es offenbar an Informationen, Wissen, Verständnis und einer Vision für die Region, so Erakat weiter.

Fast unnötig zu erwähnen, daß Romney bei den ökonomischen Zahlen auch noch falsch liegt. 
Der Weltbank zufolge ist Israels Pro-Kopf-Einkommen gut 20 mal so hoch wie das palästinensische und nicht doppelt so viel. 
Romney irrt sich also um einen Faktor zehn. 
Oder anders ausgedrückt: um 1000%.
It’s the economy, stupid?

Nun haben amerikanische Toppolitiker unter den Palästinensern nicht die größten Fans. Es gab aber US-Präsidenten wie Bill Clinton, die immerhin Verständnis zeigten.
Sich in beide Positionen hineindachten und versuchten die Kriegsparteien an den Verhandlungstisch zu bekommen.
Das ist für US-Politiker sehr schwer, da sie bei der leisesten Israelkritik sofort innenpolitischen Ärger bekommen. Niemand wüßte das besser als Barack Obama, der in Jerusalem reichlich unbeliebt ist, nachdem er die Israelische Regierung ein paarmal zur Raison gerufen hatte. 
Dabei hatte der jetzige Präsident keinen seiner Wünsche (Stopp des Siedlungsbaues z.B.) tatsächlich mit Nachdruck vertreten und knickte stets ein, wenn Bibi nicht so wollte, wie er sollte.

Romney aber gießt a priori noch Öl ins Feuer, indem er sich bei der Israelischen Rechten anbiedert.

Fast alles, was der Aspirant in Jerusalem anstellt, schürt den Eindruck, dass er nicht einmal zu begreifen versucht, wie vertrackt die Lage im Nahen Osten ist. Stattdessen malt Romney die Krisenregion in Schwarz-Weiß: Israel ist gut, der Rest - Palästinenser und Mullahs in Iran - soll sich gefälligst fügen.
Dieses einseitige Weltbild ist weniger tumb als kalt kalkuliert. Romney wirbt in Jerusalem um Wahlkampfspenden (Mindestpreis 50000 Dollar für jeweils zwei Plätze beim Frühstück). Und er umgarnt die jüdischen Wähler daheim. Die Republikaner hoffen, dass die Spannungen zwischen Obama und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu diesmal viele von ihnen ins konservative Lager treiben. Also tut Netanjahu, was Romney von ihm erwartet: 'Mitt, da kann ich nur voll und ganz zustimmen', säuselte Bibi, da sein Gast schwadronierte, wie wild entschlossen er sei, Irans Atom-Zentrifugen mit Waffengewalt zu zerschmettern.

Noch nicht einmal die notorisch heikle Frage des Status der heiligen Stadt Jerusalem scheint dem Republikaner bekannt zu sein. 
Das hindert ihn unglücklicherweise aber nicht daran sich um Kopf und Kragen zu reden.

Romney hatte am Sonntag erklärt, Jerusalem sei die Hauptstadt Israels. Zugleich ließ er erkennen, dass er die US-Botschaft nach Jerusalem verlegen würde, wäre er Präsident. Erakat sagte am Montag, Romneys Äußerungen seien beunruhigend und belohnten "Besatzung und Aggression". Zudem widersprächen sie der langjährigen politischen Haltung der USA.
 Damit habe Romney bei dem Friedensprozess geschadet, zitierte die palästinensische Zeitung "Al-Quds" Erakat. Der Ostteil Jerusalems wurde von Israel 1967 erobert und später annektiert. Seither siedeln sich dort mehr als 200.000 jüdische Siedler an. Von der Uno wird die Annexion nicht anerkannt. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem zur Hauptstadt ihres eigenen Staates machen.
Auch das Weiße Haus kritisierte die Äußerungen Romneys. Präsidentschaftssprecher Josh Earnest sagte am Montag, die Verärgerung der Palästinenser sei verständlich. Der Herausforderer von Obama solle sich "ausführlicher dazu äußern, was er habe sagen wollen". Wenn Romney Jerusalem am Sonntag als "Israels Hauptstadt" bezeichnet habe, so entspreche dies nicht der Position der US-Regierung.
Die Hauptstadtfrage müsse in Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern über den Endstatus Jerusalems geklärt werden. Das sei die Haltung auch früherer US-Regierungen gewesen, egal ob diese von den Demokraten oder den Republikanern gestellt worden sei, sagte der Sprecher.



Eins ist jetzt schon klar: Sollte Romney tatsächlich US-Präsident werden, wird der Friede in Nahost in weitere Ferne rücken, da Romney jetzt schon seinen Kredit verspielt hat und als Bibis Büttel dasteht.

In Warschau trieb es den Top-GOPer zu Lech Walesa, den vermutlich einzigen polnischen Namen, den Amerikaner kennen. 
Daß der Ex-Präsident und Papstfreund vorher Gewerkschaftsführer war, schien niemand in Romneys Team zu wissen. 
Der Multimillionär, der so gerne Leute feuert, ahnte scheinbar gar nicht, wie er Mitgliedern der Solidarnosc mit seinem Besuch der berühmten Danziger Werft auf die Füße trat. 
Sie verwahrten sich gegen diese Vereinnahmung.

Denn der Republikaner, so heißt es in einer Erklärung von Solidarnosc, unterstütze "Angriffe auf Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte".

Nach dem Desaster von GB und Jerusalem lagen die Nerven blank.
 Mitt wollte nur noch nach Hause zu den Teebeutlern, wo ihn niemand mit Fakten nervt und die Sinnigkeit seiner Aussagen hinterfragt. 





Also tat „the twit“ das einzig ihm Mögliche, um sich nicht noch tiefer reinzureiten: 
Er kam, sah und schwieg.


Dafür war es dann sein Pressesprecher Rick Gorka, der Romney vollständig blamierte.

Dem Berichten zufolge soll dieser regelrecht die Nerven verloren haben. Der Zwischenfall ereignete sich demnach, als Romney den Pilsudski-Platz in Warschau verließ, um zu seinem Auto zu gelangen. Reporter der US-Pressedelegation versuchten bei der Gelegenheit den republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu seiner Fauxpas-Serie zu befragen.
Romney ignorierte dem Bericht zufolge die Journalisten und stieg in sein Auto ein. Pressesprecher Gorka jedoch nicht. Dem platzte der Kragen. "Leck mich am Arsch", soll er gerufen haben, "das hier ist ein heiliger Platz für das polnische Volk. Zeigen sie etwas Respekt." Einem Reporter von "Politico" soll er dann noch gesagt haben, er solle sich "verpissen".

CNN: "Governor Romney are you concerned about some of the mishaps of your trip? Governor Romney just a few questions sir, you haven't taken but three questions on this trip from the press!
Gorka: "Show some respect"
NYT: "We haven't had another chance to ask a question..."
Gorka: "Kiss my ass. This is a Holy site for the Polish people. Show some respect."
Moments later, Gorka told Jonathan Martin, a reporter for Politico, to "shove it." About a half-hour later, the aide called reporters to apologize.

Schon lustig.
 Wie jeder Politazubi weiß gilt es ohnehin als sehr unhöflich, wenn Politiker auf Auslandsreisen die Innenpolitik ihres Heimatlandes kommentieren. 
Auf Staatsbesuch aber rumzupöbeln und mit Fäkalsprache um sich zu werfen, ist ungefähr so angemessen, wie bei Omas Beerdigung auf das Buffet zu schiffen.

Als Angela Merkel ihren ersten Auslandsbesuch als Kanzlerin tat - 2005 nach London - überschüttete sie SPRINGER-Presse sie mit Lob. 
Was für eine gute Figur sie doch gemacht habe!

 Es oblag Volker Pispers darauf hinzuweisen, daß Merkel bereits acht Jahre als Ministerin Auslandsbesuche absolviert habe. 
Habe man etwa erwartet, daß sie auf den roten Teppich kotze, oder Tony Blair in den Schritt greife, wenn man ob der Tatsache, daß sie es schaffe aus dem Auto zu steigen und dem Premierminister die Hand zu geben schon in Begeisterungstürme verfalle?
 
Bei Romney hingegen ist es offensichtlich angemessen die Erwartungen so niedrig zu hängen. 

Wenn er einem Regierungschef nicht seinen blanken Hintern zeigt, kann man schon von diplomatischem Geschick sprechen.

Fast bedauere ich es, daß Romney keinen Zwischenstopp in Berlin einlegt. 



Vielleicht hätte er ja Merkel in den Hintern gekniffen oder Guido einen „Homoperversen“ genannt.