Donnerstag, 6. August 2026

Weswegen die CDUCSU nichts gegen den Klimawandel tun wird

Das RKI musste seine Zahlen schon wieder nach oben korrigieren.

[….] Das Robert Koch-Institut hat seine Schätzungen zu Hitzetoten angepasst: Während der extremen Hitze Ende Juni sind demnach deutlich mehr Menschen gestorben. Das RKI spricht nun von 9.600 Sterbefällen allein Ende Juni.

Infolge der extrem heißen Woche Ende Juni sind in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich mehr Menschen gestorben als bisher angenommen. Das RKI geht in seinem aktuellen Wochenbericht von 9.600 hitzebedingten Sterbefällen zwischen dem 22. und 28. Juni aus. Zuvor hatte das Institut mehr als 5.000 hitzebedingte Todesfälle geschätzt.

In Deutschland lagen die Temperaturen in diesen Tagen vielerorts um die 40 Grad. Insgesamt erhöht sich die geschätzte Zahl der hitzebedingten Sterbefälle bis zum 26. Juli damit auf 11.900. Das sind mehr Fälle als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016.  Den bisherigen Höchststand verzeichnete das RKI im Jahr 2018 mit fast 9.000 Sterbefällen im gesamten Jahr.  [….]

(Tagesschau, 06.08.2026)

Fritze und seine C-Minister verharren dazu im schmollenden Schweigen und demonstrieren damit, wie vollkommen egal ihnen 12.000 tote Deutsche sind. Dabei kann Merz durchaus auch schnell und spontan reagieren, Forderungen formulieren und Taten ankündigen. Allerdings nur, wenn man, wie bei der CSD-Attacke, irgendwie „den Ausländern“ die Schuld in die Schuhe schieben kann. Selbst im Fall Fernandes-Ulmen, als der Täter ein weißer, in Rheinland-Pfalz geborener Deutscher mit dem Namen „Christian“ war, vermochte es der Sauerländer Simpel im Bundestag, die Ausländer als Schuldige auszumachen.
Die Erderhitzung eignet sich hingegen weniger zu xenophober Hetze. Daher sagt der Kanzler nichts. Das wäre ihm ohnehin unmöglich, weil er dann zugeben müsste, welchen Irrtümern die CDU-Politik unterliegt und daß die Grünen Recht hatten. Das bringt er nicht über die Lippen, egal, ob 10.000, 100.000 oder eine Million Deutsche an der Hitze verrecken.

Moralische Gründe, von seiner „Morgen geht die Welt nicht unter“-Rhetorik runterzukommen, kennt der Windräder-hassende Verbrenner-Fan ohnehin nicht.

Wer im Gegensatz zu mir, noch irgendetwas Positives von Merz erwartet, mag allerdings annehmen, die enormen ökonomischen Schäden, könnten die schwarzen Minister hervorlocken, irrt ebenfalls.
Fast 500 Millionen Euro kostet einen Hitzetag die deutsche Wirtschaft.

Die austrocknenden Flüsse werden vermutlich dieses Jahr das gesamte Wachstum Deutschlands auf Null setzen.

[….] Die niedrigen Pegelstände deutscher Flüsse haben massive Folgen für die Wirtschaft: Bleibt die Binnenschifffahrt auf dem Rhein länger eingeschränkt, könnte das ohnehin kleine Wirtschaftswachstum zunichte gemacht werden, warnt das IW.   0,4 Prozentpunkte weniger Wirtschaftswachstum - so lautet die Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) angesichts des Niedrigwassers in deutschen Flüssen. Damit könnte das Niedrigwasser nach Einschätzung des IW das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr zunichte machen. Immerhin rechneten die meisten Experten schon vor den sinkenden Pegelständen in Flüssen wie Rhein, Donau und Elbe nur mit einem Wachstum von etwa einem halben Prozent.

IW-Ökonom Thilo Schäfer formuliert es in einem Interview mit der Bild wohl auch deshalb so drastisch: Ein "längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das ganz klitzekleine Pflänzchen Wachstum, das wir haben, komplett ersticken."

Und Schäfer ist längst nicht der Einzige, der vor den wirtschaftlichen Folgen der geringen Pegelstände warnt. Auch Stefan Kooths, Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), sagte schon Ende Juli: "Insgesamt könnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt allein im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu dämpfen. Man kann den Wertschöpfungsausfall grob auf ein bis zwei Milliarden Euro im dritten Quartal beziffern." [….] 

(Tagesschau, 04.08.2026)

Weiteren ökonomischen Schaden werden die vertrockneten Felder mit massiven Ernteausfällen für die deutschen Landwirte verursachen.

Bauernhöfen droht ein Massensterben. Zweifellos werden dadurch 2026 auch die Lebensmittelpreise deutlich steigen, was ebenfalls den Verbrauchern schwer zu schaffen machen wird.

Man könnte in der Tat meinen, auch eine Grünen-hassende Klimawandel-Leugner-Partei, die sich selbst als „wirtschaftskompetent“ betrachtet (rätselhafterweise), müsste sich mit diesen katastrophalen Einflüssen auf die deutsche Ökonomie befassen.
Stattdessen urlaubt Merz und schweigt.

Dafür gibt es aber 93 Milliarden gute Gründe.

[….] Saudi Aramco, BP, Shell und Co.: Ölkonzerne erzielen zwischen Irankrieg und Hitzewellen 93 Milliarden Dollar Gewinn[….] Während der Irankrieg tobte und Hitzewellen Menschen und Tieren in Europa und anderswo Probleme bereiteten, haben acht der größten Ölkonzerne zwischen April und Juni Gewinne in Höhe von knapp 93 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das geht aus einem Bericht hervor, für den der britische »Guardian « die Quartalszahlen der Firmen auswertete. Gegenüber den knapp 50 Milliarden Dollar aus dem Vorjahreszeitraum hätten sie ihre Gewinne zusammengerechnet fast verdoppelt, heißt es.

Dem »Guardian« zufolge erzielten die acht Ölkonzerne – Saudi Aramco, BP, Shell, Equinor, TotalEnergies, Eni, Chevron und ExxonMobil – im Frühjahrsquartal jede Minute einen Gewinn von mehr als 700.000 US-Dollar. Ihre Marktbewertungen seien insgesamt um rund 600 Milliarden Dollar auf über drei Billionen Dollar gestiegen. Das Quartal ist das erste vollständige, nachdem die USA und Israel den Irankrieg begonnen hatten, was die weltweiten Ölpreise auf Höchststände von mehr als 126 Dollar pro Barrel steigen ließ. [….] Dabei seien die 14 größten Verursacher von CO₂- und Methanemissionen für 30 Prozent der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich. Dazu zählt das Forscherteam unter anderem Saudi Aramco, Gazprom, ExxonMobil, Chevron, die National Iranian Oil Company, BP und Shell. [….] [….]

(SPIEGEL, 05.08.2026)

Die Klima- und Menschen-zerstörenden Ölkonzerne sind Geldmaschinen, die uns alle nicht nur ins totale Verderben führen, sondern vorher auch noch das Geld aus der Tasche ziehen.

Mit 93 Milliarden Dollar Gewinn, kann man eine gewaltige Lobby-Armee beschäftigen und viele CDUCSUler einkaufen. Die 9.000 in einer Juni-Woche krepierten Deutschen hatten sicher nicht so viel Geld.

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