Dienstag, 8. Dezember 2020

Theologische Ödnis.

Ist es meine chronische Übermüdung? Mangelnde Aufmerksamkeit oder bereits einsetzende Demenz?

Heute las ich versehentlich die dem Hamburger Abendblatt beiliegende Kirchenpostille „Himmel und Elbe“.

[…..] Sie erscheint achtmal im Jahr im Tabloid-Format und entsteht in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche, der Diakonie, der Katholischen Kirche und der Caritas. Herzstück des Heftes ist eine große, üppig bebilderte Reportage. Ein Erzählstück, das ganz nahe an Menschen rangeht - auch in seiner Bildsprache - und von Ängsten und Sehnsüchten, Höhen und Tiefen in ihrem Leben berichtet. […..]

(HH Abla 2011)

Es ist unglaublich absurd, daß ich als Atheist gegen meinen Willen diesen Mist geliefert bekomme. In einem Stadtstaat, einer Stadt, in der 99% der Menschen ohnehin nie in die Kirche gehen.

Es ist ein Meisterstück der des Lobbyeinflusses der steinreichen Klerikalen, daß sie auch in der absoluten Diaspora in der Lage sind Konfessionsfreie und Selbstdenker nicht nur mit ihrer Propaganda zu überziehen, sondern diese auch noch zwingen, selbst dafür zu zahlen.

Allerdings kenne ich keinen Abendblatt-Leser, der diese Beilage nicht sofort in die Altpapiertonne wirft. Denn nur da gehört sie hin.

Wer sich allerdings; anders als ich; heute immer noch fragt wieso denn eigentlich beide großen Kirchen in Deutschland kontinuierlich so dramatisch Mitglieder verlieren, dem sei die „Himmel und Elbe“-Lektüre empfohlen.

Hier kulminieren alle kommunikativen Fehler der Amtskirche.

Es wird eine unendlich öde Sprache praktiziert, die ich mir nur damit erklären kann, daß die Theologiefakultäten systematisch von Atheisten unterwandert wurden, die den zukünftigen Pfaffen einbläuen wie man Reden ohne echte Aussagen so garantiert frei von Klimax und Spannungsbögen hält, daß selbst wohlwollende Zuhörer eingeschläfert werden.

Unter „Homiletik“ versteht man heute offenbar die Kunst Gläubige zu vergraulen.

Neben der unendlichen Langweile, die Theologinnen verbreiten – die EKD-Führung ist heute überwiegend weiblich – ist das zweite große Kennzeichen evangelischer Theologie die völlige Unfähigkeit zu abstrahieren und sich in andere Perspektiven hineinzudenken.

Theologinnen halten sich selbst für den Nabel der Welt und kommen gar nicht auf den Gedanken, es könne auch andersdenkende und andersfühlende Mitbürger geben.

(….) Evangelische Theologie ist heutzutage ziemlich weiblich, aber das ist wahrlich kein Aushängeschild für den Feminismus. Da sich gebildete und intelligente Menschen beiderlei Geschlechts ohnehin von der Kirche abwenden, bleiben offenbar keine durchschnittlichen Frauen der rapide schrumpfenden Kirche als Pfarrerinnen erhalten, sondern es sind die geistig Schlichtesten, die sich zu Geistlichen entwickeln.

(…..) Frappierend ist insbesondere die Unfähigkeit dieser Kategorie der Plapper-Bischöfinnen über ihren eigenen Tellerrand hinauszublicken.

Genau wie Kollegin Käßmann, nimmt auch Breit-Keßler stets sich selbst und ihr eigenes Leben zum Maßstab.

In ihren Texten erzählt sie aus ihrer Familie, ihrem Alltag, beschreibt was ihr gefällt und überträgt das dann flugs auf alle anderen.

Die ganze bischöfliche Theologie ließe sich auf den Kernsatz: „Seid alle so wie ich, dann wird alles gut!“ reduzieren.  Auch in der heutigen Kolumne geht das so. (….)

(Kirchenaustrittswochende 24.03.2016)

Die frömmelnden Frauen im Norden halten sich ebenfalls streng an dieses Muster.

  Den Begriff Schuld kann man auf viele Arten und Weisen betrachten [….] Ich erinnere mich noch gut an eine Situation, in der ich als Kind einen Freund aus Wut beschuldigt habe, etwas getan zu haben, und er dann eine Strafe von seinen Eltern erhielt, die er eigentlich gar nicht verdient hatte. Ich hatte hinterher Scham-und Schuldgefühle, konnte schlecht schlafen. Als mein Kumpel mir vergab, fühlte ich mich wie von einer Last befreit.  [….] Und vielleicht kann auch der Glaube helfen, wenn man sich sicher ist, dass Gott immer zu einem hält, egal was man gemacht hat.   (Sabine Tesche, Himmel & Elbe, Februar 2017)

 „Und wo bleibt das Positive?“, wurde der Schriftsteller Erich Kästner seinerzeit  immer wieder gefragt, wenn er seine zeitkritischen Gedichte und Kolumnen veröffentlichte. [….] Witze, die mitunter gerade aufgrund ihrer Arglosigkeit, in der sie daherkommen, umwerfend wirken, uns erheitern und im selben Moment zum Nachdenken bringen. Zu diesen gehört für mich jener: „Was sagt eine Schnecke, die auf dem Rücken einer Schildkröte sitzt? – Hui!“ Das ist nicht nur einer der besten Schneckenwitze, die ich kenne. Er ist darüber hinaus auch tiefsinniger, als er zunächst klingt. Ich sehe zumindest sofort die Schnecke vor mir, der der Fahrwind die Fühler um die Ohren schlenkert. [….]

(Pröbstin Astrid Kleist)

[….] wenn ich in die Kirche gehe, ist für mich der Segen am Schluss des Gottesdienstes immer ein Höhepunkt. Weil er Kraft gibt, vielleicht   Auch beruhigend ist. Ich habe danach immer das Gefühl, unter Gottes Schutz zu stehen – zumindest für den Tag oder den Anfang der Woche [….] Manche empfinden es als Segen, Freunde oder eine nette Familie zu haben. Und das Schönste ist, jeder kann ihn geben: Die Eltern ihrem heiratswilligem Sohn, die Ehefrau ihrem Mann auf den Arbeitsweg, eine Kollegin einer anderen für eine Reise.[….]

(Sabine Tesche, Himmel und Elbe, 2016)

„Ich musste sofort an die Worte meiner Mutter denken: Auch in brenzligen Situationen ruhigbleiben.“ Entscheidend ist zudem ein festes Wertegerüst, ein Glaube oder eine Hoffnung. Kürzlich erzählte mir eine Freundin, sie stecke in Gedanken jede gute Erfahrung in ihrem Leben in einen imaginären „Mutmachkoffer“. Bei Bedarf schöpfe sie aus diesem Fundus, wenn sie verzagt sei und sich selbst Mut zuspreche. Ganz ähnlich ist es mit unserer christlichen Tradition:  Sie ist ein unerschöpflicher Fundus von Mutmachgeschichten.

(Bischöfin Kirsten Fehrs, Februar 2016)

Ich lese gerade begeistert ein Buch über Hummeln. [….] Nicht nur, dass die pummeligpelzigen Tierchen die Gesetze der Erdanziehung überlisten und darin ein Wunder sind. Wie viele Abermillionen von Tomaten, Gurken und Johannisbeeren werden jährlich durch sie bestäubt! Was für einen riesigen Nutzen wir von diesen putzigen Lebewesen haben, war mir bis dahin nicht bewusst.[….]

(Pröbstin Astrid Kleist, Juni 2016)

Die norddeutschen Top-Theologinnen erstaunen nicht nur mit der sagenhaften Banalität ihrer Gedanken, sondern auch mit einer geradezu unheimlichen Unfähigkeit zur Abstraktion. Sie scheinen allesamt überhaupt nicht über ihren eigenen Horizont hinausblicken zu können und sehen die Gesellschaft als glückliches Abziehbild der 1950er Jahre, als der Mann arbeiten ging, die glückliche Hausfrau ihm auf dem Weg ihren Segen wünschte und alle zufrieden in die Kirche gingen.

Andere Lebensentwürfe, die nicht der Bilderbuchfamilie entsprechen kennen sie gar nicht; echte Probleme wie Drogen, Depressionen oder Gewalt kommen ihnen gar nicht in den Sinn. (….)

(Die kleinen Freuden genießen, 18.03.2017)

Diese Promi-Theologinnen – dazu gehört insbesondere auch die Ethik-Rätin Petra Bahr mit ihrer einmaligen gedanklichen Schlichtheit – projizieren aber ihre eigene simple Gedankenwelt nicht nur auf alle anderen, sondern sie ignorieren auch hartnäckig die Realität.

Die heutige „Himmel und Elbe“-Ausgabe behandelt das Thema „Rituale“.

Schon das ist eine sagenhaft öde Schwerpunktsetzung. Wer hat schon einmal einen Theologen gehört, der nicht irgendwann anfängt das Mantra von der Wichtigkeit der Rituale aufzusagen?

Das ist nur zu verständlich in einer konfessionsfreien Welt, in der niemand mehr auf die Kirche hört, aber dennoch bei Tod, Geburt und Hochzeit einen Pfaff dabei haben wollen. Das sind die entscheidenden Schnittstellen für die Geldmaschine Kirche, um die Menschen dazu zu bringen zu zahlen.

Ausgerechnet im Dezember, kurz vor Weihnachten, die Rituale zu beschwören ist in etwa so einfallsreich wie Socken, Parfum und Krawatten zu verschenken.

Ich stolpere aber auch deswegen über das Thema, weil ich selbst ganz Ritual-frei lebe und es ausgesprochen unsinnig finde zum Geburtstag oder dem Tod der Mutter oder des Vaters ein Ritual zu absolvieren, um Gefühle auszudrücken.

Im Gegenteil, ich halte Rituale eher für Ablenkungen, die das rationale Denken blockieren und zudem oft mit Zwang vollzogen, so daß die Teilnehmer unangenehm berührt werden.

Es ist großer Mist eine Urne in der Hand zu halten, in der sich die Asche der Mutter befindet, aber für mich fühlt es sich wie eine Flucht und große Unehrlichkeit an, wenn ich in so einem Moment ein überkommenes Ritual beginne.

Warum? Ist es nicht besser ohne Gedanken- und Handlungskorsett zu formulieren was man denkt?

Die Hauptartikel der heutigen Beilage sind ein Interview mit unserer Bischöfin Kirsten Fehrs, die von dem Ritual der Verabschiedung von ihrem Mann jeden Morgen erzählt und erklärt, wie sie ihr Wohnzimmer umräumen musste, Kerzen anzündete, um in Corona-Zeiten den TV-Gottesdienst zu genießen.

[…..] Das Wichtigste ist der Segen! [….] Die  ersten  Sonntage  während  des  Lockdowns im Frühjahr habe ich vor dem Fernseher  versucht,  mitzufeiern.  Ich  wusste nicht: Soll ich aufstehen beim Vaterunser, die Kaffeetasse im Wohnzimmer dabei im Blick?   Das   war   gewöhnungsbedürftig. Dann haben mein Mann und ich den Raum verändert, die banalen Dinge zur Seite gestellt,  eine  Kerze  angezündet.  Zugleich haben  wir  gemerkt:  Das  Gemeinschaftserlebnis  im  Gottesdienst  ist  schwer  ersetzbar, es ist elementar in unserem Glauben. [….]

(Bischöfin Fehrs, Himmel und Elbe, 08.12.2020)

Nun ist Fehrs unter den deutschen Bischöfen noch vergleichsweise erträglich und keineswegs derartig verblödet wie ihre Kolleginnen Bischöfin Käßmann oder Bischöfin Breit-Kessler.

Fehrs wirkt geradezu sympathisch, wenn sie davon erzählt wie sie beim virtuellen Gottesdienst fremdelt, aber diese persönlichen Einblicke sind eben auch nur persönlich.

Für die allermeisten Menschen ist dieser Segen offensichtlich völlig unwichtig. Anderenfalls würden mehr als 1% der Hamburger das Bedürfnis verspüren sich im Gottesdienst  segnen zu lassen.

[….] Ich glaube,  dass  es  eine  starke  Segenssehnsucht gibt, gerade in diesen verunsichernden Zeiten. Aber die Menschen wissen schlicht oft nicht, an wen sie sich dafür wenden sollen. […..]

(Bischöfin Fehrs, Himmel und Elbe, 08.12.2020)

Das erklärt wohl den dramatischen Misserfolg der EKD in Hamburg.

Fehrs glaubt offenbar, alle Menschen hätten religiotisch-irrationale Sehnsüchte.

Das ist erstens offensichtlich gerade nicht der Fall und zweitens sollten aufgeklärte und selbstdenkende Menschen sich eben gerade nicht mental vom „Segen“ einer Ideologie mit extrem gewalttätiger, antisemitischer, misogynen, homophoben und sexistischen Lehre abhängig machen.

Der Hauptartikel der Rituale-Beilage stammt von der katholischen Theologin Claudia Kolf-van Medis und ist noch schlechter.

[…..] „Papa, liest du mir noch etwas vor?“ Viele Eltern kennen diese Frage ihrer Kinder nach der gewohnten Geschichte vor dem Einschlafen. Kinder lieben Wiederholungen und die damit verbundenen Rituale und fordern ihre regelmäßige Einhaltung ein. Rituale wie die Geschichte am Abend geben Struktur und vertiefen die Beziehung, sie vermitteln damit Orientierung und Verlässlichkeit. Das spüren und wissen nicht nur Kinder, sondern auch wir Erwachsenen.  Wir alle kennen Rituale. Dazu gehören religiöse Praktiken wie Gebete, Besuche von Gottesdiensten, das Feiern von Festen im Jahreskreis wie Weihnachten und Ostern oder auch Alltagsrituale wie der Kuss zum Abschied, der „Tatort“ am Sonntagabend oder das gemeinsame Frühstück am Wochenende. [……]

(Kolf-van Medis, 08.12.20)

Da ist sie wieder die schöne heile Familienwelt der 1950er Jahre, in der auch die Katholiban lebt.

Hamburg ist die Stadt mit über 50% Singlehaushalten und 82% der Haushalte ganz ohne Kinder.

(….) Das halte ich für vollkommen natürlich, da deutlich über 80% der Haushalte in Hamburg kinderlos sind.

 […..] In 18,0 Prozent aller Hamburger Haushalte lebten Ende 2019 Kinder unter 18 Jahren. Dabei bestanden zwischen den Stadtteilen starke Unterschiede: Die anteilig meisten Haushalte mit Kindern gab es in Billwerder (33,5 Prozent) und Neuallermöhe (31,7 Prozent). Verhältnismäßig wenige Haushalte mit Kindern gab es dagegen in den innerstädtischen Gebieten. So lagen in Kleiner Grasbrook/Steinwerder, St. Georg, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd und Dulsberg die An­teile der Haushalte mit Kindern jeweils bei unter elf Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Melderegisters zum Stichtag 31.12.2019 hervor, die das Statistikamt Nord durchgeführt hat. […..]   (Statistik Nord, 136/2020)

Kinder werden zudem überdurchschnittlich oft in bildungsfernen Haushalten und Gegenden außerhalb der Innenstadt geboren; zwei weitere Faktoren, die gegen Kinder in meiner Lebenswelt sprechen. (…..)

(Kinderwunsch, 04.12.2020)

Hätte Kolf-van Medis in den letzten 20 Jahren nicht fest die Augen vor der Realität verschlossen, wüßte sie, daß der Philologenverband stets beklagt, es werde eben gar nicht mehr gelesen.

Es gab da nämlich dieses Internet und diese Computer.

Als Theologin preist sie, Überraschung, vor allem die religiösen Rituale.

[……] In allen Religionen sind Rituale wichtig und unverzichtbar. Sie drücken den Glauben in Gedanken, Worten und Symbolen aus. Wir kommunizieren mit Ritualen. Sie können auf zweierlei Weisen wirksam werden: Von außen nach innen, wenn wir uns vorgegebene Riten individuell aneignen und diese für uns zu einer eigenen religiösen Erfahrung werden, wie zum Beispiel ein Gebet, das ich als Kind gelernt habe und das sich auch im Erwachsenenalter bewährt. Oder Rituale wirken von innen nach außen, wenn ein eigenes Bedürfnis einen Ausdruck in einem Ritual findet, wie etwa der Gang zum Grab am Todestag eines geliebten Menschen. So kann Glaube sich weiterentwickeln und neue Rituale schaffen.   Rituale sind mehrdeutig und offen für verschiedene Auslegungen. So verbindet wohl jeder Mensch etwas anderes mit einem Ritual, das gern praktiziert wird. So kann die Bedeutung einer entzündeten Kerze unterschiedlich sein, aber selten geht es nur darum, dass es heller wird. Viel wichtiger ist die eigene Deutung des Symbols Kerze, etwa als Zeichen der Hoffnung oder der Erinnerung. [……]

(Kolf-van Medis, 08.12.20)

Upps, fast hätte sich zugegeben, daß Rituale verzichtbar sind, da offensichtlich Religion für viele Menschen verzichtbar ist.

Ähnlich wie Trump, der sich gelegentlich verplappert und doch schon davon spricht das Weiße Haus zu verlassen, während er gerade behauptet die Wahl haushoch gewonnen zu haben.

Dieser ketzerische Gedanke geht allerdings in dem sinnfreien Geschwurbel über Kerzen unter.

Natürlich sind Kerzen seit Jahrtausenden Symbole für alles Mögliche und waren insbesondere vor der Erfindung der Elektrizität unverzichtbar.

Weltweit gibt es eine große Kerzenindustrie, weil sie als Schmuckstücke oder als Geschenke verwendet werden. Seit einigen Jahren sind hochpreisige Duftkerzen groß in Mode; auch als zusätzliches Standbein der Parfümindustrie. Andere Kerzen werden mit speziellen Inhaltsstoffen versehen, um bei lauen Sommerabenden die Insekten zu vertreiben.

Im Kerzenschein versucht man Romanik zu erzeugen, wenn man sich Geschlechtsverkehr erhofft.

Ich mache jeden Abend zwei Kerzen an, weil ich fast immer Tee trinke, der auf einem Stövchen mit einem Teelicht steht. So bleibt der Tee heiß.

Mit Ritualen oder „Zeichen der Hoffnung und Erinnerung“ hat das in den meisten Fällen rein gar nichts zu tun.

Wenn man mich als Ungläubigen bäte eine Sketch über den totalen gesellschaftlichen Realitätsverlust von Theologen zu schreiben, um zu erklären wieso so viele Menschen aus der Kirche austreten, würde ich mir genauso so eine Theologin ausdenken. Da bekommen sie ACHT ZEITUNGSSEITEN in einer großen Tageszeitung zur freien Verfügung, also mehr Propagandaplatz als die gesamte Mehrheit der deutschen Atheisten in 100 Jahren hat, um die Leute zu packen und dann kommt so ein seichtes Geplapper von der Symbolkraft der Kerze und wie schön es doch war, als Papi uns früher vorgelesen hat.

Meine Deutschlehrerin hätte schlicht und ergreifend „Thema verfehlt, Null Punkte“ drunter geschrieben.

Natürlich will nur eine winzige Minderheit der Hamburger mit so einer inhaltlichen Leere konfrontiert werden.

(…. ) Von den 7% Katholiken gingen 8% im Jahr 2017 regelmäßig in den Gottesdienst, das sind etwa 0,5% der Hamburger.    Dabei haben die Mitgliedszahlen noch keine Aussagekraft über die Gläubigkeit der Hamburger. Die meisten Mitglieder sind Karteileichen oder aber gezwungen Mitglied zu sein, weil sie ich einer Einrichtung unter kirchlicher Trägerschaft angestellt sind, Eltern in einem Heim des Diakonischen Werks untergebracht haben oder auf einen evangelischen KITA-Platz angewiesen sind.

Schon vor 20 Jahren stellte der IBKA fest, daß 98% der Hamburger nicht mehr inhaltlich von den beiden großen Kirchen vertreten werden.

[….] Inhaltlich vertreten die beiden Kirchen nur noch 2,1 % der Bevölkerung

Wie gering die Verbundenheit der Kirchenmitglieder mit ihren Kirchen ist, zeigt auch eine Umfrage aus dem Jahre 2002 (vgl. anliegende Nr. 3) nach der sich nur 11 % der Bevölkerung und nur 14 % der Protestanten als "gläubige Kirchennahe" verstehen.

Geht man zusätzlich davon aus:

    dass sich 72 % der evangelischen Kirchenmitglieder überhaupt nicht mehr am Leben ihrer Kirchengemeinde beteiligen2 und

    dass am 1. Fastensonntag Invokavit 2,4 % der Evangelischen in Nordelbien (54.000 von 2.234.000 Kirchenmitgliedern) den Haupt - oder Kindergottesdienst besuchen3, und

    von den Katholiken im Erzbistum Hamburg (405.000) 13,1 % (53.000) als Teilnehmer/-innen am sonntäglichen Gottesdienst gezählt wurden4

und sich in der Kirchgangshäufigkeit eine öffentlich bekundete enge Verbundenheit und innere Übereinstimmung mit den Kirchen ausdrückt, so befinden sich in Hamburg nur noch 13.600 Evangelische und 23.300 Katholiken in innerer und äußerer Verbundenheit mit ihren Kirchen. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung repräsentiert die evangelische Kirche 0,78 % und die katholische Kirche 1,34 % der Bevölkerung in Hamburg.

Diese geringen Größenordnungen - für wie viele Menschen in Hamburg die beiden Kirchen tatsächlich vertretungsberechtigt sind - dürften ein politisch-demokratisches Interesse des Hamburger Staates an einem Vertrag mit diesen Organisationen ausschließen. [….]

(IBKA 2002)

Von den etwa 25% der evangelischen Hamburger (2017), gehen nur 2% regelmäßig in einen Gottesdienst. Das sind noch mal 0,5% aller Hamburger.

2017 ging also maximal 1% der Hamburger sonntags in einen Gottesdienst Jeder 100. Hanseat steht dafür auf, während 99 besseres zu tun haben.

Tendenz weiter stark fallend. (…..)

(Das 99%-Bundesland, 27.11.2020)

Kolf-van Medis leitet das Referat „Religionspädagogik in Kitas“ im Erzbistum Hamburg und muss dementsprechend im finalen Absatz das frömmelnde Fazit hin klatschen, das ich aus all den intellektuell billigen Kolumnen christlicher TV-Zeitschriften kenne. Natürlich mit aktuellem Corona-Bezug.

[…..] Wenn es in unserer Zeit ausdrucksstarke Bilder für den Sinn und die Bedeutung von Ritualen gibt, dann sind es diese: Rituale sind Anker in unruhigen Zeiten. Und sie sind Segel, die in Bewegung bringen, was das Hier und Jetzt überschreitet, Hoffnung gibt und den Blick in die Zukunft weitet. […..]

(Kolf-van Medis, 08.12.20)

 Was will uns die Autorin damit sagen? Sie steht immerhin in Diensten der Organisation, die ohne irgendeine lebensnotwendige Notwendigkeit weiterhin ihre Corona-Spreader-Events abhält.

Ich musste es zweimal lesen. Hat die erzbischöfliche Pädagogin hier etwa etwas Sinnvolles gesagt? Segel, die in Bewegung bringen, was das Hier und Jetzt überschreitet?

Aber nach dem dritten Lesen bin ich mir doch sicher: In ihren Worten verbirgt sich keinerlei sinnvolle Aussage; es ist bloß das übliche Theologinnen-Geschwafel und wird glücklicherweise niemanden dazu bewegen in ihrem Verein mitzumachen.

Montag, 7. Dezember 2020

Das Hunger-Land

Es ist abscheulich; Trump lügt wie gedruckt, seine Administration, seine Partei, seine Medien lügen fast genauso dreist.

Die Quantität macht Trump zum einzigartigen Lügner, aber auch schon frühere US-Administrationen haben dem Rest der Welt ungeheuerliche und gefährliche Lügen aufgetischt.

Inzwischen ist der ehemalige US-Generalstabschef und Außenminister Colin Powell ein hochverehrter elder statesmann der GOP, der sich gegen Trump stellt.

Nach seinem legendären Lügenvortrag am 05.02.2003 vor dem höchsten und edelsten internationalen Gremium, den UN-Sicherheitsrat, fragt man sich allerdings wieso der Mann nicht im Knast sitzt – angesichts der vermutlich über einer halben Million Toten, die seine dreisten Lügen letztlich verursachten.

Der „Tonkin-Zwischenfall“ 1964, die von Irakern an die Wand geworfenen Kuweitischen Brutkasten Babys 1990, oder die von Saddam gehorteten Massenvernichtungswaffen, mit denen er auch Europa ausradieren könne – alles stellte sich als dreiste Lüge der Amis heraus.

Powells Chef George W. Bush, auch er heute in Relation zu Donald Trump geradezu eine moralische Lichtgestalt, war ein schamloser Lügner.

Seine Administration log nicht nur hundertfach, als sie in die Kriege gegen Afghanistan und den Irak zog.

Nein, dem frommen Christen, der ebenso wie Trump dafür sorgte die Superreichen reicher zu machen, log über die Konsequenzen.

Die immer größere Zahl von Soldatenselbstmorden, Veteranen mit PTBS, zunehmenden Obdachlosigkeit und Millionen hungernde US-Amerikaner ließ er ebenfalls weglügen.

Im Jahr 2006 ließ GWB den Begriff „Hunger“ aus den US-Statistiken streichen.

Die bis zu 30 Millionen US-Amerikaner, darunter über zehn Millionen Kinder, die seinerzeit im reichsten Land der Welt hungern mussten, hießen fortan nur noch Menschen mit „food insecurities“. Es gab also nur noch „Nahrungsmittelunsicherheiten“; so fühlten sich die frommen Evangelikalen, die das Rückgrat von Buchs und Trumps Republikanern bilden gleich besser und mussten sich nicht an die unangenehmen Teile aus dem Leben Jesu erinnern, in denen er Armut predigte und Notleidenden half.

Durch Obamas Sozialprogramme konnte das Leid etwas gelindert werden: insbesondere weil die Menschen ohne Krankenversicherung, die jeden Pfennig für lebensrettende Medikamente ausgeben mussten, weniger wurden.

Donald Trump aber schliff mit seiner republikanischen Mehrheit die Transferleistungen und schaufelte drei Trillionen Dollar an die 1% der amerikanischen Superreichen, wie ihn selbst.

Inzwischen sind 35 Millionen US-Amerikaner arbeitslos, 56 Millionen Menschen in Trumpistan sind auf Lebensmittelspenden angewiesen; darunter 17 Millionen Kinder, die mit knurrenden Magen ins Bett gehen müssen und mangelernährt sind.

Während die Republikaner das Geld an Lobbyisten und Militär verteilen, bleibt der massenhafte Hunger Aufgabe von freiwilligen Helfern.

Das Netzwerk „Feeding America“ koordiniert über 200 „Food Banks“, in denen sich zwei Millionen Freiwillige engagieren.

[…..] As Chief Executive Officer, Claire Babineaux-Fontenot oversees the nation’s largest domestic hunger-relief organization and second-largest U.S. charity according to Forbes. Feeding America is a nationwide network of 200 food banks and 60,000 food pantries and meals programs. Together, the Feeding America network provides more than 4 billion meals to more than 46 million people across the United States and supports programs that improve food security for the families we serve. […..]

(Feeding America)

Babineaux-Fontenot, 56, Feeding-America-CEO, wuchs in Louisiana auf und ist Kummer gewohnt, aber was in der Trump-Präsidentschaft an ihre Lebensmittelausgaben heranrollt, sprengt alle Dimensionen.

[…..] Call me a radical lefty if you'd like, but I refuse to accept a system that enables Jeff Bezos to grow his wealth by $66,000,000,000 in 5 months — during a pandemic that's left 40,000,000 Americans on the brink of eviction. […..]

(Robert Reich, 25.11.2020, US-Arbeitsminister 1993-1997)

Es wird nicht nur in den armen ländlichen Gebieten und den Industriebrache des Rust-Belts gehungert; auch in Hollywood, dem Tummelplatz der Superreichen und Superschönen spielen sich apokalyptische Szenen ab, weil Trumps Republikaner eisern jede Corona-Hilfe blockieren. Es ist ihnen völlig egal, wenn Amerikaner krepieren; es geht den frommen Christen nur darum Joe Bidens Administration das Leben möglichst schwer zu machen.

[…..] Maria und ihre Familie hatten mit einem Schlag kein Einkommen mehr. Nur die Mieten sind in diesem Teil Amerikas horrend geblieben. Daran hat COVID-19 nichts geändert.   Zwar verteilte Präsident Donald Trump großzügig Schecks über mehrere tausend Dollar, je nach Anzahl und Alter der Kinder und persönlich unterschrieben. Aber nur an Familien, die eine Steuererklärung eingereicht hatten. Die Rojas hatten in diesem Frühjahr andere Sorgen. Auch gibt es eigentlich Arbeitslosen-Hilfen aus Washington. Aber Maria und ihr Mann haben nicht verstanden, wie die vielen Formulare auszufüllen sind, und es dann einfach aufgegeben, sagt sie.  Sie hat sich ein wenig geschämt, als sie sich an diesem Septembermorgen aufgemacht hat, um auf den Parkplatz des Stadiums zu fahren. "Es ist das erste Mal, dass ich zu einer Essensausgabe fahre." […..] Vier Kisten, insgesamt 80 Pfund schwer, gibt es pro Familie. Mit Käse, Reis, Trockennudeln, Bohnen, Dosen, tiefgefrorenem Fleisch. Die Verteilaktion ist generalstabsmäßig geplant. Hier sind Profis am Werk, die dafür sorgen, dass die Autos zügig vorfahren und die Kofferräume aufgemacht werden. Freiwillige laden die Pakete ein, dann kann das nächste Auto kommen, ohne dass es einen möglicherweise gefährlichen persönlichen Kontakt gibt. […..] "Die Hilferufe, die uns von hungernden Menschen erreichen, haben stark zugenommen", erklärt Michael Flood. […..] Drei Stunden hat es an diesem Tag im September gedauert, um die 9000 Kisten zu verteilen. Essen für knapp zwei Wochen für 2300 Familien, sagen die Organisatoren. Vor der Pandemie versorgte seine Organisation mit Unterstützung anderer Einrichtungen 300.000 Bedürftige im Monat mit Lebensmitteln. Jetzt sind es durchschnittlich 900.000. "Wir gehen davon aus, dass es nicht so schnell besser wird", sagt Flood. "Und wer weiß, vielleicht wird es sogar noch einmal viel schlimmer." Jeder Zweite in Los Angeles sei mittlerweile in finanziellen Nöten, so Flood. Und das in einem Großraum mit über 13 Millionen Menschen. […..]

(Ines Pohl, Deutschlandfunk, 11.09.2020)

Pohls Reportage ist ein Vierteljahr alt. Inzwischen kam der Winter und die rücksichtslose Killerpolitik Trumps löste die dritte große Coronawelle aus.

Anthony Fauci befürchtet, die ganz düstere Zeit stehe im Januar bevor.

Die Armutsquote bei Schwarzen und Latinos hat schwindelerregende 25% erreicht.

[……] Eine beispiellose Hungerkrise erfasst die USA: Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben mehr als 50 Millionen Amerikaner nicht mehr genug zu essen. Doch die Trump-Regierung bleibt tatenlos. [……] Längst sind die Zeichen überall sichtbar. Selbst in wohlhabenden Metropolen wie New York City und Los Angeles sind die Warteschlangen an den überlasteten Suppenküchen inzwischen so lang, dass die Letzten in der Reihe nach Stunden oft nichts mehr bekommen, weil der Tagesvorrat erschöpft ist. [……]

Jeder sechste Amerikaner leidet inzwischen Hunger. [……] Fast ein Viertel aller US-Haushalte klagt über Ernährungsunsicherheit, doppelt so viele wie Ende 2018. [……]   Allein im Oktober lag die Menge an verteilten Lebensmitteln um die Hälfte über dem Vorjahresmonat. 40 Prozent der Hilfssuchenden machen »zum ersten Mal« überhaupt von food banks Gebrauch, trotz des gesellschaftlichen Stigmas. [……]   Schon wird der Nachschub knapp. Die Suppenküchen kaufen die Nahrung en gros, mit Privatspenden und über ein Hilfsprogramm des US-Landwirtschaftsministeriums, das Überschuss von Farmen bereitstellt. Um das begrenzte Angebot an Lebensmitteln konkurrieren die food banks mittlerweile aber auch mit Supermarkt-Handelsketten wie Walmart. [……]

(Marc Pitzke, 06.12.2020)

Wegen der Corona-Arbeitslosigkeit und dem katastrophalen Trump-Missmanagement haben laut einer Studie des Aspen Instituts 40 Millionen Mieter so viele Mietschulden angehäuft, daß sie im Januar obdachlos werden könnten.

Jeder sechste Amerikaner hungert, zig Millionen Obdachlose – ja, das mit dem „MAKE AMERICA GREAT AGAIN“ hat ja wunderbar geklappt. Kein Wunder, daß 74 Millionen Amerikaner und die überwältigende Mehrheit der Christen Donald Trump wiedergewählt haben.

Sonntag, 6. Dezember 2020

Das Lügen-Land.

Lang sind sie vorbei, die Zeiten, als Lügen noch verpackt und angepasst wurden, um zumindest auf einfältige Menschen glaubwürdig zu wirken.

Eine Lüge wird eigentlich sinnlos, wenn man sie als solche erkennt; als „guter Lügner“ gilt derjenige, der gerade nicht wie ein Lügner wirkt und so ehrlich erscheint, daß man ihm glaubt ohne irgendeinen Zweifel zu hegen.

An dieser Stelle möchte ich eine Lanze für das Lügen brechen.

Der große Egon Bahr formulierte als Anspruch an jeden Politiker ‚alles was man sagt, muss wahr sein; aber man muss nicht alles sagen, was wahr ist.‘

Also, ja, es kann legitim und richtig sein bestimmte Sorgen und Details vor der Öffentlichkeit zu verheimlichen.

Im zwischenmenschlichen Bereich sind gute Lügen sogar eine Bedingung der Höflichkeit. Man sagt einer frischgebackenen Mutter natürlich nicht ehrlich wie häßlich man ihr Kind findet, man sagt keine Einladung mit der ehrlichen Begründung ab einfach keine Lust auf den langweiligen Abend zu haben und man schmettert keinem, der sich ehrlich in der Küche bemüht hat ins Gesicht wie ungenießbar sein Essen war.

Man sollte der senilen Nachbarin, die sich wieder eine fürchterliche Topffrisur machen ließ ihren Stolz darauf lassen und ich ihre überzeugend lügend ins Gesicht sagen können, wie begeistert man von ihrer Haarpracht ist.

Schlecht lügen zu können ist ein Handicap; denn es schadet beiden Parteien, wenn eine Ausrede sofort als solche erkannt wird.

So sinnvoll die kleinen Lügen zum Guten sind, so verwerflich sind Lügen, mit denen man anderen schadet oder den eigenen Vorteil sucht.

Lügende Politiker, die sich eben nicht an Bahrs Regel halten, sind noch verwerflicher, weil sie das demokratische System untergraben, das Vertrauen des Volkes ausnutzen.

Daher klage ich auch immer wieder Politiker, die besonders häufig und dreist lügen wie Ursula von der Leyen, Andi Scheuer, Wolfgang Schäuble und Christian Lindner immer wieder an. Das ist kein Kavaliersdelikt.

Und dann ist da noch Donald Trump, der in einer eigenen Liga spielt, weil er einerseits geradezu manisch und willkürlich über alles lügt und andererseits ein fürchterlich schlechter Lügner ist, der sich dauernd selbst widerspricht und derartig hanebüchenen Unsinn von sich gibt, daß es für jeden offensichtlich als Lüge zu erkennen ist.

[…..] Trump vor 5.000 Anhängern in Georgia »Sie wollen eine kommunistische Regierungsform«    Die Menge skandiert »Stoppt den Wahlbetrug«, der Präsident lügt, spricht von Sieg und sieht die USA auf direktem Weg in den Kommunismus! […..]

(Video von Eckhard Klein, 06.12.2020)

Das ist geradezu haarsträubend falsch.
Biden und seine sehr gemäßigte 70+ Ministerriege sind noch weniger kommunistisch als ich religiös bin.

Diese Art tolldreister Monsterlügen; dazu gehört auch die manische Irrsinnsbehauptung, er habe die Wahl gewonnen; sind doppelt schlecht.

Erstens weil sie so offensichtlich falsch sind und zweitens, weil damit die Demokratie zerstört wird.

Wer zweimal lügt, dem glaubt man nicht, sagt der Volksmund. Wenn er aber amerikanischer Präsident, mächtigster Mann der Welt und Stakkato-Twitterer für 80 Millionen Follower ist und den zwei Lügen noch 22.000 weitere folgen lässt, glaubt einem nur die Hälfte des Landes nicht mehr.

Für die andere Hälfte der US-Amerikaner wurde aus diesem „Tsunami der Lügen“ eine irreale Realität erschaffen, in der Trump als ehrliche Haut immer sagt was er denkt und die kommunistischen Dämonokraten einen gewaltigen Pädophilenring betreiben, um Kindern in dunklen Kellern deren Lebenssäfte abzuzapfen.

[……] As President Trump entered the final stretch of the election season, he began making more than 50 false or misleading claims a day. It’s only gotten worse — so much so that the Fact Checker team cannot keep up.  As of Aug. 27, the tally in our database that tracks every errant claim by the president stood at 22,247 claims in 1,316 days.    Note the date. That was when he gave his speech accepting the Republican presidential nomination. We’ve been able to update the database only to that point as of today — so already we are eight weeks behind. (We maintain this database mostly in our spare time, in addition to our day jobs.)   Just in the first 27 days of August, the president made 1,506 false or misleading claims, or 56 a day. Some days were extraordinary: 189 claims (a record) on Aug. 11, 147 claims on Aug. 17, 113 claims on Aug. 20. The previous one-day record was 138 claims — on Nov. 5, 2018, the day before the midterm elections. [….]

(WaPo, Oct. 22, 2020)

Die Hälfte des politischen Systems wurde bereits vom Lügentsunami verschluckt.

Die Mehrheit der US-Gouverneure, weite Teile der Bundesrichter, die Mehrheit der US-Senatoren und fast die Hälfte der House-Abgeordneten, widerspricht gar nicht mehr; sieht schweigend zu, wie das orange Lügenmaul die US-Verfassung mit einem Flammenwerfer traktiert.

Die prominentesten mächtigsten US-Senatoren – Marco Rubio, Ted Cruz, Lindsey Graham, Mitch McConnell – sind alle infiziert und arbeiten nun ebenfalls eifrig daran das Vertrauen der Amerikaner in ihren Staat zu Klump zu schießen.

[……] Georgia secretary of state says Lindsey Graham implied he should try to throw away ballots! […..]

(CNN, November 17, 2020)

Als Trumps neueste Pressesprecherin Kayleigh McEnany im Mai 2020 bei ihrem ersten Auftritt pathetisch schwor das Pressechor niemals anzulügen, log sie bereits im folgenden Satz das Blaue vom Himmel hinunter.

Inzwischen schloss sie zu Trump und Giuliani auf.

Die Nazi-Barbie, die als fromme Christin immer ihr Kreuz um den Hals trägt, lügt inzwischen, wenn sie ihren Mund aufmacht.

Die USA sind nachhaltig ethisch und moralisch zerstört.

Samstag, 5. Dezember 2020

AKK-CDU auf Antisemitismus-Kurs

War das ein Desaster!

Während sich alle anderen Parteien nur noch per Zoom zu virtuellen Parteitagen treffen, zieht die Covidioten-AfD 600 Mitglieder zu einem Superspreader-Präsenzparteitag in Kalkar zusammen, der dann auch noch in einem derartigen Pöbel-Chaos unterging, daß Satiriker nur den Phoenix-Live-Stream zeigen brauchten, um ihr Publikum zum Lachen zu bringen.

Die Alten Faschisten Deutschlands (AFD) schaufeln sich coram publikco ihre Gräber, während auch in den Fraktionen der Landesparlamente eine AfD-Fraktion nach der nächsten in Zank und Chaos aufgelöst wird; wie zuletzt auch in Hamburg.

Möglicherweise könnte es doch mit den Faschisten auf Partei-Ebene langsam zu Ende gehen. Dachte man schon. Aber zu früh gedacht.

Denn wenn du denkst, die AfD gibt es bald nicht mehr, kommt im Osten ein CDU-Innenminister daher.

Erst war es CDU-Innenminister Lorenz Caffier, der in Mecklenburg-Vorpommern, der seine privaten Knarren bei Rechtsextremen kaufte und für seinen Rücktritt die bösen Medien verantwortlich machte.

Gestern war es CDU-Innenminister Holger Stahlknecht von Sachsen-Anhalt, der zurückgetreten wurde, nachdem seiner kontinuierlichen demokratiefeindlichen Anbiederung nach ganz rechts nun ganz offen die Idee folgen ließ, die Kenia-Koalition zu verlassen und zukünftig die CDU, deren Landeschef er ist, von der AfD abhängig zu machen.

Natürlich ging es nicht um 86 Cent Rundfunkgebühr.

Der CDU-Landeschef ist wie so viele seiner Ost-CDU-Kollegen auch als Verfassungsminister nicht verfassungsfest.

Dabei ist Stahlknecht, 56, Oberst der Reserve, wie sein Kollege Höcke gar kein Ostdeutscher, sondern stammt aus Hannover.

Aber die ganz Braunen finden ihre politische Heimat eher in den Ost-Landesverbänden.  

Das braunschwarze CDU-Biotop des Ostens ist deswegen so schockierend, weil es die CDU nicht mehr schockiert und überhaupt solche Typen Karriere machen können.

[…..]  Es geht um mehr als nur eine Erhöhung des Rundfunkbeitrages. Holger Stahlknecht überschreitet Grenzen nach rechts. Schon im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Synagoge in Halle gab es Rücktrittsforderungen, die überhört wurden. […..]  Bereits vor einem Jahr waren die Sicherheitsbehörden des Bundeslandes in die Kritik geraten, weil die Synagoge von Halle am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ungeschützt blieb: Nur hin und wieder fuhr an dem Grundstück ein Streifenwagen vorbei.  Stahlknecht hatte sich nach dem Anschlag, der nur scheiterte, weil die schwere Holztür zum Friedhofsgrundstück mit der Synagoge den Schüssen standhielt, behauptet, die Beamten hätten "gute Arbeit" geleistet. Dem widersprach der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Es sei eine "fatale Fehleinschätzung der Sicherheitslage" gewesen. […..] 

 (Till Bartels, 05.12.20)

Immer wieder wurden aus der Magdeburger CDU-Fraktion ungeheuerliche Vorkommnisse bekannt. Mit Gruseln erinnert man sich an den CDU-Funktionär

und Uniter-Mann Robert Möritz aus Sachsen-Anhalt, der das SS-Symbol der „schwarzen Sonne“ als Tattoo trägt.

[…..] Noch immer liegt im Landtag für Besucher die AfD-Zeitung „Blauer Aufbruch“ von damals aus, darauf Stahlknecht mit einem Foto in Verbrecher-Manier und der Titelüberschrift: „Stahlknecht muss zurücktreten.“   Im November wechselte dann seine bisherige Staatssekretärin ins Bundesverkehrsministerium, Stahlknecht und Haseloff wollten den Polizeigewerkschafter Rainer Wendt, Dauerprovokateur und Aufrüstungsprediger, als Nachfolger holen. Die Entscheidung sollte wohl die Rechtsaußen in der Fraktion besänftigen.  Einer der Anführer dieses Flügels, Fraktionsvize Lars-Jörn Zimmer, hatte bereits da eine Zusammenarbeit mit der AfD ins Spiel gebracht und im Juni 2019 in einem Papier gefordert, das „Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen“. Er hatte es zusammen mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher Uli Thomas geschrieben. Jenem Mann, mit dem Stahlknecht nun sein „Volksstimme“-Interview abgesprochen haben soll.  Doch SPD und Grüne intervenierten damals scharf gegen Wendt, die Koalition drohte zu zerbrechen, selbst in der CDU wollten viele statt des polarisierenden Duisburgers lieber eine ostdeutsche Lösung. Erst eine Intervention des Kanzleramtes beendete angeblich den Konflikt, Stahlknecht überstand ganz knapp eine Vertrauensfrage in der Fraktion. […..]

(Tagesspiegel, 05.12.20)

OST-CDUler wie Stahlknecht oder Mohring mögen Grüne und SPD nicht und fühlen sich habituell bei der AfD wohl. Man hat den gleichen Humor, weitgehend deckungsgleiche Ansichten und will nicht auf Dauer gegen den eigenen Willen mit fremderen Parteien koalieren.

[…..] Ein paar Mal zu oft hatte diese CDU-Fraktion in den vergangenen Monaten öffentlich mit der AfD geflirtet. Mal hatten Abgeordnete das "Soziale mit dem Nationalen" versöhnen wollen. Mal hatten sie, hinter nur halb vorgehaltener Hand, erzählt: Immerhin seien ihnen die AfD-Kollegen lieber als die von den Grünen, die ständig nervten mit ihrer Besserwisserei und Weltverbesserei!   In dieser Gemengelage gab Innenminister Stahlknecht (da war er es noch) ein Interview in der Magdeburger Volksstimme. Es war am Freitagmorgen zu lesen: "Wir lassen uns nicht dadurch von unseren Überzeugungen abbringen, dass jetzt auch die AfD sagt, sie habe an der einen oder anderen Stelle die gleiche Auffassung wie wir", sagte Stahlknecht. SPD und Grüne würden aus taktischen Gründen auf die CDU zeigen und sagen: "Die bereiten den Nazis den Boden." So etwas führe dazu, dass viele Menschen nicht mehr sagten, was sie denken. Dann steigerte sich Stahlknecht zum Finale: "Mittlerweile sind wir doch so weit, dass bei einer geselligen Runde Zitronen ausgegeben werden müssen, damit bei einem politisch verunglückten Witz jeder, der vielleicht geneigt ist zu lachen, vorsorglich in die Zitrone beißt." […..]

(ZEIT, 05.12.20)

Stahlknecht will seine CDU mit der AfD paaren, so führte er in einem Interview mit der Leipziger Volksstimme aus.

Als ob das nicht schon an sich schlimm genug wäre  - dafür wurde er vom CDU-Ministerpräsidenten Haseloff gekündigt – griff der Verfassungsminister gleich auch noch die Pressefreiheit an.

[…..]  Stahlknecht kritisierte in dem Interview, die Rundfunkanstalten berichteten unausgewogen über Ostdeutschland. "Die Öffentlich-Rechtlichen berichten gelegentlich nicht auf Augenhöhe, sondern mit dem erhobenen Zeigefinger der Moralisierung." […..]

(Sueddeutsche Zeitung, 04.12.2020)

16 Ministerpräsidenten und 15 Landesparlamente stimmen der Beitragserhöhung zu. Einmütig fordern auch die TV-Produzenten die Stahlknecht-CDU auf ihre Blockade wegen 86 Cent aufzugeben.

CDU-Ministerpräsident Günther aus Kiel versucht es mit guten Worten.

[…..]SZ: In Sachsen-Anhalt erwägt die CDU-Landtagsfraktion, zusammen mit der AfD die Erhöhung des Rundfunkbeitrags zu blockieren. Wie finden Sie das?

Günther: Das ist eine sehr unerfreuliche Entwicklung. Wir reden über eine Erhöhung von lediglich 86 Cent, und dies, nachdem der Beitrag elf Jahre lang nicht erhöht, zwischenzeitlich sogar gesenkt wurde. 15 Landtagsfraktionen von CDU und CSU tragen dies nach Lage der Dinge mit, und ich wünsche mir, dass auch die 16. dies tut.

SZ: Ist nicht das eigentlich Problematische, dass sich die CDU ausgerechnet bei solch einem Thema ein Zusammenwirken mit der AfD vorstellen kann?

Günther: Das macht das Ganze noch schlimmer.

SZ: Um nochmals auf Friedrich Merz zu sprechen zu kommen - er sagt, es sei vollkommen unwichtig, welche Meinung die AfD in der Frage habe.

Günther: Diese Aussage geht völlig an der Realität vorbei. Sie blendet aus, dass man nur zusammen mit der AfD dafür im Landtag von Sachsen-Anhalt eine Mehrheit hätte. […..]

(Sueddeutsche Zeitung, 05.12.2020)

Armin Laschet, immerhin, versucht wie Kollege Günther seine Parteifreunde im Osten zur Raison zu bringen. Der Rest der CDU-Parteispitze schweigt.

Kramp-Karrenbauer versucht völlig abstruserweise den Schwarzen Peter in das Feld von SPD und Grünen zu schieben; die beiden Kenia-K.O.alitonspartner sollten ebenfalls die 86 Cent-Erhöhung ablehnen; dann könnte Sachsen-Anhalt auch ohne die AfD den KEF-Kompromiss zu Fall bringen.

Daß ihr Parteifreund die ARD für ihm nicht genehme Berichterstattung strafen will, also die Freiheit des Journalismus einschränken will, stört sie hingegen gar nicht. Aber es ist ohnehin CDU-Praxis, CDU-freundliche Berichterstattung einzufordern und unabhängige Journalisten wie den ZDF-Politikchef Brender zu feuern.

Tatsächlich sind die Anchors und Talkshowleute, die sich wie Steffen Seibert, Reinhold Beckmann, Siegmund Gottlieb oder Peter Hahne parteipolitisch ganz klar verordnen lassen (alle vier CDU/CSU) seltener geworden. Noch seltener sind nur noch die SPD-Freunde. Angeblich gehört Maybrit Illner noch dazu. Aber der letzte ZDF-Mann, der links von der CDU stand und über Rückgrat verfügte – Nikolaus Brender – wurde von Roland Koch und Angela Merkel in neopolnischer Manier als „zu unbequem“ aus seinem Job entfernt.

Holger Stahlknecht, flirtet aber nicht nur mit der AfD, er gibt auch immer wieder Anlass für den Zentralrat der Juden aktiv zu werden.

 […..] JA: Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht meint, dass Einsatzstunden an anderer Stelle fehlen, wenn die Polizei jüdische Einrichtungen schützt. Sie haben diese Äußerung als Armutszeugnis bezeichnet. Warum?

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden: Aus zwei Gründen: Zum einen ist mir unverständlich, warum es nicht möglich sein sollte, den Personalbestand so zu sichern, dass dies überhaupt kein Thema ist. Zum anderen gibt es viele Bereiche, in denen Polizeikräfte Dienst tun müssen, beispielsweise bei Fußballspielen, die auch erhebliche Kräfte binden. Und wenn man sich dann aber nur den Schutz jüdischer Einrichtungen in Dessau herauspickt, bedeutet das im Klartext, dass der Innenminister offensichtlich der Meinung ist, der jüdische Bevölkerungsteil würde eine Mitschuld daran tragen, dass Polizeibeamte an anderen Stellen nicht zeitnah zum Einsatz kommen können. Damit kehrt er Ursache und Wirkung um. Grund für den Polizeischutz sind nicht die jüdischen Gemeinden selbst, sondern die Menschen, die deren Dasein bedrohen. Doch laut Herrn Stahlknecht sind die Juden offenbar daran schuld, dass die Polizei zu spät kommt.

JA: Sie haben kritisiert, dass solche Aussagen Antisemitismus fördern. Auch der Antisemitismusbeauftragte des Bundes, Felix Klein, hat sich entsprechend geäußert. Ist ein Innenminister nach einem solchen Vorwurf noch für das Amt geeignet?

Josef Schuster: Ich halte ihn in keiner Weise mehr für das Amt geeignet. Und man muss ja auch mal sagen, dass das Ganze nicht ohne Vorgeschichte ist. Es geht nicht nur um die eine Äußerung, sondern auch um seine Aussagen unmittelbar nach dem Attentat von Halle, mit denen er versucht hatte, jegliche Schuld von den Sicherheitskräften abzuwenden. Schon das war ein Armutszeugnis. Und wenn er jetzt mit dieser Aussage kommt, dann muss ich mich fragen, welche Gedankengänge er eigentlich hat. […..]

(Jüdische Allgemeine, 15.10.2020)

Es gab Zeiten, in denen Antisemitismus von der CDU scharf attackiert wurde.

Heute wird antisemitisch argumentiert und niemanden im Konrad-Adenauer-Haus scheint es zu stören.

Nach Thüringen im Februar 2020 ist es nun wieder ein gesamter Landesverband, der lieber mit Faschisten schmust, als den Antisemitismus zu bekämpfen. Unterstützt wird er dabei vom aussichtsreichen Kandidaten für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz, der perfide so tut, als spiele es keine Rolle, wenn seine Partei inhaltlich dieselben Positionen wie die in den Rechtsextremismus abgeglittene AfD vertrete.

[…..] Im Streit um die Erhöhung der Rundfunkbeiträge im Magdeburger Landtag hat der Zentralrat der Juden die CDU eindringlich vor einer Zusammenarbeit mit der AfD gewarnt. Eine gemeinsame Abstimmung der CDU mit der AfD, die sich derzeit abzeichnet, wäre ein "alarmierendes Signal", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster am Freitag der "Jüdischen Allgemeinen" (Online). "Ein derartiges Vorgehen wäre geeignet, die Glaubwürdigkeit der Gesamtpartei schwer zu beschädigen."   Die CDU müsse zu ihrem Parteitagsbeschluss stehen, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten. "Die demokratischen Parteien sind gefordert, einen Kompromiss zu finden, ohne sich der Stimmen der AfD zu bedienen", sagte Schuster. Seine Vorgängerin beim Zentralrat, Charlotte Knobloch, rief die Parteien auf, sich zu einigen. "Der aktuelle Streit nützt nur den Extremisten", sagte Knobloch dem "Handelsblatt". […..]

(RTL, 04.12.2020)

Freitag, 4. Dezember 2020

Kinderwunsch

Die meisten meiner Freunde sind kinderlos.

Das halte ich für vollkommen natürlich, da deutlich über 80% der Haushalte in Hamburg kinderlos sind.

 […..] In 18,0 Prozent aller Hamburger Haushalte lebten Ende 2019 Kinder unter 18 Jahren. Dabei bestanden zwischen den Stadtteilen starke Unterschiede: Die anteilig meisten Haushalte mit Kindern gab es in Billwerder (33,5 Prozent) und Neuallermöhe (31,7 Prozent). Verhältnismäßig wenige Haushalte mit Kindern gab es dagegen in den innerstädtischen Gebieten. So lagen in Kleiner Grasbrook/Steinwerder, St. Georg, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd und Dulsberg die An­teile der Haushalte mit Kindern jeweils bei unter elf Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Melderegisters zum Stichtag 31.12.2019 hervor, die das Statistikamt Nord durchgeführt hat. […..]

(Statistik Nord, 136/2020)

Kinder werden zudem überdurchschnittlich oft in bildungsfernen Haushalten und Gegenden außerhalb der Innenstadt geboren; zwei weitere Faktoren, die gegen Kinder in meiner Lebenswelt sprechen.

Zudem gibt es eine natürliche Separation zwischen Kinderlosen und Eltern, die durch die extreme Verengung auf Kinderthemen in der Schwangerschaft bedingt ist.

Jeder kennt das aus seinem Freundeskreis; sobald man in das Alter kommt, wenn die ersten Bekannten Kinder bekommen, kapseln sich diese ab, weil sie über ihre Vorbereitungskurse und Hebammen andere Schwangere kennenlernen.

Tun sie das nicht und bleiben in ihrem alten kinderlosen Freundeskreis, fangen sie üblicherweise an die anderen entsetzlich zu nerven, weil sie nur noch über die Darmtätigkeit und Sprachversuche ihrer Leibesfrüchte reden.

Sie werden bald nicht mehr eingeladen, weil die anderen die monothematische Windelwelt nicht ertragen.

Nur einigen wenigen Menschen gelingt es Kinder zu bekommen und dennoch so „normal“ zu bleiben, daß sie weiterhin interessante Gesprächspartner sind und ein Gefühl dafür entwickeln wie uninteressant die Flut von Baby-Bildern für die meisten ist.

 

Dieser Planet ist hoffnungslos durch Menschen überbevölkert. Menschen, die das Klima zerstören, viel zu viele Ressourcen verbrauchen und sich derartig ausbreiten, daß sie ein Massensterben der restlichen Fauna und Flora verursachen. Menschen sind die erste Spezies in 4,6 Milliarden Jahren der Erdgeschichte, die mit dem Anthropozän durch ihre toxische Existenz eine eigene geochronologische Epoche geschaffen haben.

[……] Noch nie wurde eine geochronologischen Epoche durch menschlichen Einfluss eingeläutet. Dies ist jetzt aber offensichtlich der Fall.

Seit etwa zwei Jahrhunderten betreibt der Mensch die Produktion von Treibhausgasen, verändert viel mehr als frühere Sedimentationsprozesse die Landschaft, übersäuert die Ozeane, vernichtet rasend schnell die natürliche Vegetation und erreicht durch Lebensraumvernichtung und Monokulturen ein drastisches Artensterben.

Das radikal destruktive Anthropozän hat das Holozän abgelöst und schreitet auf seinem Weg der generellen Vernichtung allen Lebens immer schneller voran.

   […..]  Der Ausdruck Anthropozän (zu altgriechisch νθρωπος ánthropos, deutsch ‚Mensch‘ und καινός ‚neu‘) ist ein Vorschlag zur Benennung einer neuen geochronologischen Epoche: nämlich des Zeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.   Der Begriff wurde 2000 vom niederländischen Chemiker und Atmosphärenforscher Paul Crutzen gemeinsam mit Eugene Stoermer ins Spiel gebracht: Die beiden Wissenschaftler wollen damit ausdrücken, dass die Menschheit zu einem geologischen Faktor geworden sei. 2002 präzisierte Crutzen in einem Artikel in der renommierten Fachzeitschrift Nature den Begriff als eine „Geologie der Menschheit“. […..]  2008 fand die stratigraphische Kommission der Geological Society of London, der weltweit ältesten geowissenschaftlichen Vereinigung, überzeugende Argumente für die These, dass das als Holozän bezeichnete zwischeneiszeitliche Zeitalter mit stabilen Klimaverhältnissen an sein Ende gelangt und in einen stratigraphischen Abschnitt eingetreten sei, für den „in den letzten Millionen Jahren keine Entsprechung zu finden sei“. […..] 

(Wikipedia)

In einem 200 Jahre währenden Kampf gegen die Umwelt, gegen Fauna und Flora, aber auch gegen sich selbst, scheint es Homo Sapiens endlich geschafft zu haben: Die Ausrottung der Zivilisation ist kaum noch aufzuhalten.

Insbesondere die Chemiker spielten eine unrühmliche Rolle.

Nach der Schaffung von chemischen Giftgasen als Waffen im ersten Weltkrieg, Plutonium für das Manhattan-Projekt, Zyklon B im zweiten Weltkrieg, Agent Orange im Vietnamkrieg, folgten Kunststoffe, Pestizide, Herbizide, Fungizide und immer mehr Toxine für den Planeten.

[…..] Nachdem er seinen Wissenschaftsgeist mobilisiert hat, um seine Feinde zu töten, hat der Mensch gelernt jegliches Leben zu töten. […..]

(Jean-Robert Viallet)

Die Erdzerstörung schreitet immer schneller voran. [……]

(Das Anthropozän, 20.11.2019)

Wer das Bedürfnis spürt ein anderes menschliches Wesen zu lieben, zu umsorgen, zu versorgen, sich zu kümmern, hat dafür alle Möglichkeiten, ohne neue Menschen zu produzieren.

 In dieser dramatisch überbevölkerten Welt gibt es mehr als genug einsame, verlassene, hilflose Menschen, die Paten/Eltern/Kümmerer/Freunde brauchen.

Es ist wie mit Haustieren: Wieso zum Hundezüchter gehen und neue Welpen produzieren lassen, wenn andererseits die Tierheime hoffnungslos überfüllt sind, weil die angeblichen Tierfreunde Millionen Haustriere aussetzen?

Da ist es doch sinnvoller und liebevoller sich eine Katze oder einen Hund aus dem Tierheim zu holen, statt immer mehr heranzuzüchten, während die Tierheime aus Platznot weggeworfene Tiere einschläfern müssen.

Wieso also tatsächlich selbst ein Kind zeugen und neun Monate ausbrüten? Das ist sehr umständlich, risikoreich und überflüssig angesichts all der Kinder, um die sich niemand kümmern will.

Im Laufe der Jahrzehnte habe ich von Freunden und Bekannten die unterschiedlichsten Antworten auf die Frage ‚warum willst du Vater/Mutter werden?‘ bekommen.

Es gibt den „weiblichen“ Begründungskanon; da geht es um Gefühle, die biologische Erfahrung des Mutter-Werdens, das Liebhaben, kümmern, umsorgen, immer jemand zu haben, der für einen da ist.

Die eher „männlichen“ Antworten sind eher dynastisch. Der eigene Name, die Gene, die eigene Person soll in den Kindern weiterleben, man sieht sich als Erzieher und Lehrer, der in das „Gefäß Kind“ alles einbringen will, um einen Menschen so zu formen, wie man ihn gern hätte.

Alle Begründungen, die ich kenne, wirken auf mich egoistisch. Kinder sollen immer irgendeinen Zweck erfüllen, dafür sorgen, daß die Eltern irgendeine Leere kompensieren, dem sozialen Status dienlich sein, einem Lebensplan dienen.

Es geht dabei nie um Altruismus, sondern immer erst in zweiter Linie, um das Kind selbst.

Kinder sollen mal Erben sein, die Firma weiter führen, einen versorgen, wenn man im Altersheim sitzt, den Ehemann an einen binden, die Großeltern zufrieden stellen, soziale Transferleistungen generieren, eine Ehe kitten und in vielen Fällen auch dem trostlosen Leben einen Sinn geben.

Mit „ich bin Mama“ werden überall in der Realität und in den sozialen Medien die existenziellen Fragen beantwortet.

Was machst du beruflich? Was tust du den ganzen Tag? Wie geht es dir? Wozu lebst du eigentlich? – ‚Ich bin Mutter/Ich bin Vater!‘

Das ist das Todschlag-Argument, mit dem jeder Depp seinen Platz in der Welt findet.

Ich bin für diese Egoismen nicht empfänglich und finde darüber hinaus rein zufällig Babys und kleine Kinder keineswegs niedlich. Für mich sabbern, schreien und stinken sie nur. Das Gen, welches Passanten auf der Straße dazu bringt auf Kinderwagen fremder Leute zuzulaufen und unaufgefordert in Pseudo-Babysprache zu bekunden wie süß er/sie/es wäre, fehlt mir offenbar.

Gleichzeitig übertreibe ich meine Fürsorge immer so sehr, daß ich nur staunen kann wie desinteressiert viele Eltern irgendwann an ihren Kindern sind.

Die Spielplatzmütter von gegenüber sehen eben nicht auf ihre umherrasenden Blagen, sondern ausschließlich auf ihre Handys. Kinder werden vor Computern und TVs geparkt, gehen ohne Frühstück in die Schule, verwahrlosen.

Mein Verantwortungsgefühl ließe es gar nicht zu Vater zu sein, weil ich immer befürchten müsste dem Kind nicht gerecht zu werden, ihm zu wenig zu bieten.

Mein theoretisches Kind sollte mit allen Möglichkeiten aufwachsen. Erstklassiger Privatkrankenversicherung, der besten Nahrung, einem riesigen Garten und jede Hilfe und Förderung bekommen, der es möglicherweise bedarf.

Das bedeutet unter anderem Eltern, die sich ganz und gar ihrem Nachwuchs annehmen und zudem physisch, mental und finanziell gar keine eigenen Sorgen haben. Voraussetzungen also, die ich nicht bieten kann.

Ich habe es nie bedauert keine Kinder zu haben und empfinde als Antinatalist sogar eine gewisse Befriedigung bei dem Gedanken, daß mein sehr seltener Familienname mit mir in Deutschland aussterben wird.

Natürlich; ich kenne einige wenige Menschen meines Alters, deren inzwischen erwachsenen Kinder ausgesprochen wohlgeraten sind. Kinder, die zu selbstständig denkenden, interessierten und interessanten Erwachsenen wurden.

Kinder, die ich als Erwachsene auch gern hätte. Unglücklicherweise kann man sie sich aber nicht erst mit 25 ausliefern lassen, sondern muss sich schon ein Vierteljahrhundert ständig um sie gekümmert haben, bis sie so geworden sind.

Und da ist diese Sache mit dem #Neuland. Immer noch fremdele ich mit den Endgeräten, die ich für das Internet brauche und beneide meine Bekannten, die bei einem kaputten Smartphone oder einem zickenden Tablet sagen ‚ach, das macht mein Sohn für mich!‘

Aber wer kann schon sagen, ob man so einen guten Sohn oder eine gute Tochter bekäme?

Nicht nur daß Kinder krank und problematisch sein können, daß sie vielleicht früh sterben. Nein, zu allem Unglück ist noch nicht mal sicher, daß man sich überhaupt ein Leben lang mit ihnen versteht.

Vielleicht suchen sie sich einen grauenvollen Partner oder interessieren sich für nichts, das man selbst für relevant hält.

Immer wieder gibt es Horrorgeschichten von rechtsradikalen gewalttätigen Jugendlichen, deren Eltern fürsorgliche, liebe Menschen sind, denen das eigene Kind aber dennoch irgendwie entglitt, auf die schiefe Bahn geriet, schlechten Umgang hatte.

Was tun mit einem Blag, das sich als Teenager die Rübe rasiert und antisemitisch daher redet? Man kann es ja schlecht wie einen unerwünschten Golden Retriever vor den Sommerferien an der Autobahnraststätte anbinden.

Wenn ich mir ein Kind wünschen dürfte, hätte ich gern eins wie Armin Laschets Junior.

Ich wünschte, ich hätte auch so einen supersympathischen Sohn! Joe Laschet ist der Traum eines jeden Vaters.
Einer, der sich ganz auf das SOHN-SEIN konzentriert, mit seinem Reichtum prahlt, sich in Luxus präsentiert und Beziehungen spielen lässt!

Joe, first son of NRW, zeigt seinen 93.000 Instagram-Followern wie die haute volée lebt.

Der 31-Jährige „Student“ hat zwar keine Ausbildung und übt keinen Erwerbsberuf aus, aber dank Papa verfügt er über so viel Vitamin B, daß er auch nicht wie der gewöhnliche Plebs arbeiten muss. Joe Laschet ist qua Geburt wichtig und damit sollten sich auch mal die pingeligen Sozis abfinden.

Es grenzt doch an Majestätsbeleidigung, daß die SPD dem Sohn des Landesvaters nicht gönnen will einen Millionenauftrag aus Landesmitteln eingefädelt zu haben. Prinz Joe ist immerhin INFLUENCER. Das ist die höchste Form der bürgerlichen Existenz; davor soll man Respekt zeigen und dankbar sein, wenn er am Parlament vorbei für einige zig Millionen NRW-Aufträge an seine van Laack-Partner besorgt.

[….] Joe Laschet trägt gern Trenchcoat, Tweedanzug und Hut, und wenn er auf Fotos besonders lässig rüberkommen will, lehnt er sich gegen eine Fassade oder eine Straßenlaterne, steckt eine Hand in die Hosentasche und blickt in die Ferne. Manchmal hat er ein Glas Whisky in der Hand oder raucht Pfeife. Laschet wirkt, als wäre er aus einem Edgar-Wallace-Krimi herausgeplumpst, Inspector Joe von Scotland Yard.

Joe heißt eigentlich Johannes, er ist auch kein britischer Gentleman, sondern stammt aus Aachen-Burtscheid. [….] Als Influencer erlangte er in den vergangenen Jahren vor allem Bekanntheit, weil sein Vater Armin Laschet (CDU) Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ist. [….] Zum Problem wird nun ein Deal, den Nordrhein-Westfalen mit dem Textilhersteller van Laack geschlossen hat, für den Laschet junior seit zwei Jahren wirbt, der Firma zufolge im Schnitt für 530 Euro pro Monat. Zugleich hat die Regierung seines Vaters van Laack mehrmals Corona-Schutzausrüstungen abgekauft, im April Kittel im Wert von 38,5 Millionen Euro, später orderte die Polizei von NRW Masken für 4 Millionen Euro. Der Mönchengladbacher Hersteller wird seinen Umsatz in diesem Jahr verdoppeln.

Über all das plauderte Van-Laack-Chef Christian von Daniels in einem Interview mit der »Rheinischen Post«, das am vergangenen Wochenende erschien. Nebenbei erwähnte er auch, wer den Kontakt zur Regierung hergestellt hatte: Influencer Joe. Die Randbemerkung wurde rasch zum Politikum. [….] Im nordrhein-westfälischen Landtag hört man jetzt öfter das Wort »Klüngel«. SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty spricht von einem »dilettantischen Vorgehen.« Bei einem Auftragswert in dieser Höhe sollte ein Ministerpräsident »nicht einfach mal beim Auftraggeber seines Sohnes anrufen, um Vergabegespräche zu führen. Da muss er sich selbst fragen: Bin ich da eventuell befangen?«, sagt Kutschaty. [….]

[Armin Laschets] Bruder, Carsten, gehört dem Präsidium des Fußballvereins Alemannia Aachen an. Vor einigen Wochen hat die Landesregierung für die Viertligisten im Sport, die während des Shutdowns unter fehlenden Zuschauereinnahmen leiden, ein 15-Millionen-Euro-Notprogramm geschaffen. Besonders Fußballvereine sollten davon profitieren, auch die Alemannia. Die Opposition witterte einen Interessenkonflikt, die Staatskanzlei äußert sich auf Anfrage nicht dazu. [….]

(Spon, 04.12.20)

So einen Sohn wie Johannes, äh Joe, hätte ich auch gern.
Bei ihm merkt man richtig deutlich das kaiserliche Blut der Laschets, auf das sich der NRW-Ministerpräsident beruft.

Karl, der Große, Armin und Joe - so stelle ich mir auch die göttliche Dreifaltigkeit vor!