Donnerstag, 17. September 2026

Meine alte evangelische Nemesis

Seit Beginn dieses Blogs vor fast 20 Jahren war Margot Käßmann, 68, immer wieder ein Thema, weil sie mich mit ihrer ostentativen Anti-Intellektualität so sehr triggert.

Es gibt kaum eine prominentere Stimme für selbstzufriedene Oberflächlichkeiten, die so wenig in Frage gestellt wird.

Wer ihre Aussagen inhaltlich hinterfragt, wie es beispielsweise Denis Scheck bei der Besprechung ihrer Bücher tut, verzweifelt an Käßmanns geistiger Flachheit.

Der arme Denis Scheck, der all die Käßmann-Bücher tatsächlich gelesen hat, findet aber angemessene Worte.

 Margot Kässmann "In der Mitte des Lebens"
Changierend zwischen Predigtentwürfen und autobiographischen Notizen, geschrieben in jenem anbiedernden theologischen Kauderwelsch, das zum Niedergang der protestantischen Predigt beigetragen hat, ist dieses in seiner Konzeption nicht nachvollziehbare, in seinen Gedankengängen sprunghafte Büchlein eher eine Art Promigucken als wirklich etwas zum Lesen.
Margot Kässmann: "Sehnsucht nach Leben "
In zwölf besinnungsaufsatzähnlichen Texten denkt die Ex-Vorsitzende der EKD über Leben und Liebe, Kraft, Heimat, Stille und ja, auch über Gott nach. Dabei schreibt sie Sätze wie: "Ein Nein ohne jedes Ja – das wurde auf lila Tüchern beim Kirchentag 1983 in Hannover gegen den Willen von Kirchentagsleitung und Evangelischer Kirche in Deutschland zum Symbol." "Ein Nein ohne jedes Ja", auf diesen wirren Nenner könnte man auch meine Meinung zu diesem Mischmasch von einem Buch bringen.

Margot Kässmann: Mehr als Ja und Amen

Gibt es Jämmerlicheres, als wenn Erwachsene beim Besuch im Kindergarten oder in der Grundschule so tun, als wären sie selbst Kindergartenkinder oder Grundschüler? Dieses literarische Leben auf Kredit, diese geborgte Naivität, dieses Sich-blöd-stellen mit großen Stauneaugen ist der basso continuo von Margot Kässmanns publizistischem Oevre. "Für dieses Buch habe ich über viele Monate Zeitungsauschnitte gesammelt und war am Ende fast erschlagen von der Vielfalt der Probleme, der Stimmen, der Ansätze", schreibt sie. Ein unnötiges Buch, von der Konzeption her Kraut und Rüben, in der Ausführung lieblos hingerotzt, ein Buch, dessen Leser sich wie zu Unrecht ans Kreuz geschlagen fühlen müssen.

(Denis Scheck 06.05.13)

Margot Käßmann: "Sehnsucht nach Leben"

Zwölf Aufsätzlein der Ex-EKD-Vorsitzenden zu Themen wie Mut, Trost, Liebe und Geborgenheit versammelt dieses leider illustrierte Büchlein. "Ich denke, jeder Mensch muss für sich selbst herausfinden, wo die eigenen Kraftquellen liegen", schreibt Margot Käßmann darin. Aus dem Mund einer FDP-Vorsitzenden klänge das akzeptabel, für eine protestantische Theologin aber ist das bis zur Selbstaufgabe lasch und opportunistisch: ein Offenbarungseid.

(Denis Scheck 25.09.11)

Margot Kässmann: "In der Mitte des Lebens"

Aus groupiehafter Sehnsucht nach der medialen Wiederaufstehung einer wegen Trunkenheit am Steuer zurückgetretenen Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland ein grauenhaftes Mischmasch aus Sermon, Erbauungsliteratur und moralisierenden Textautomatenbausteinen über Monate an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten zu jubeln – für solch merkwürdige Heiligenverehrung kennt man meines Wissens im Norddeutschen das schöne Wort "katholisch!"

(Denis Scheck, 30.01.11)

(Tammox 29.04.12)

Sie ist schon so lange als Liebling der Yellow Press und der Plapper-Talkshowhosts prominent in den Medien vertreten, daß man schon vergessen hat, wieso sie eigentlich bekannt wurde:

Pfarrerin seit 1985, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages ab 1994, Bischöfin von Hannover ab 1999, manischer Aufmerksamkeitsjunkie, die mit jeder noch so privaten Sache (Eheprobleme, Krebserkrankung, Scheidung) sofort zur BILD-Zeitung rennt, um das publizistisch auszuschlachten. 2009 EKD-Ratsvorsitzende, 2010 Rücktritt weil sie betrunken am Steuer erwischt wurde, Herausgeberin des evangelischen Monatsmagazins Chrismon, von Sigmar Gabriel als Bundespräsidentinkandidatin vorgeschlagen, Botschafterin des Hasspredigers und eines der größten Antisemiten der Menschheitsgeschichte Martin Luther, neun Jahre Kolumnistin für das rechtsradikale Lügenblatt BILD am Sonntag, Mehrfachopfer des Streisandeffektes, Präsidentin der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft (EAK) zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland, Schirmherrin der bundesweiten Kampagne gegen Rüstungsexporte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, 2013 neben AfD-Chrupalla Erstunterzeichnerin des von Hardcore TERF Schwarzer und Putinella Wagenknecht initiierten „Manifests für Frieden“.

Ihre manische Kamerasucht verleitet sie immer wieder mit entwaffnender Doofheit, sagenhaft dämliche und nicht durchdachte Dinge von sich zu geben. Sie vertritt eine absolut perverse Form des Pazifismus, indem sie sogar die Befreiung Europas von Hitler, den Krieg zur Beendigung des Holocausts, als „ungerecht“ verdammt.

[…] Entgegen der Auffassung US-Präsident Barack Obamas gebe es für evangelische Christen keinen gerechten Krieg, sondern nur einen gerechten Frieden. Sie selbst könne allenfalls bejahen, dass die Uno mit Polizeikräften ausgestattet werde, um internationale Verbrechen zu verfolgen. Krieg sei jedoch für sie „nicht legitimiert, weil durch ihn am Ende immer die Zivilbevölkerung leidet.“ Auch hinsichtlich des Zweiten Weltkriegs frage sie sich, warum die Alliierten die innerdeutsche Opposition gegen die Nationalsozialisten vor 1939 nicht gestärkt und im Kriegsverlauf die Bahngleise nach Auschwitz nicht bombardiert hätten. [….]

(Wikipedia)

Die Waffenlieferungen an die Ukraine lehnt sie ebenso entschieden ab, wie den Afghanistan-Einsatz.

[…] „Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. […] Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.“ [.…]

(Käßmann, Bischöfliche Weihnachtspredigt 2009)

Wie es ohne Krieg in Afghanistan, also ganz nach Käßmanns Idealvorstellung läuft, erleben 22 Millionen Frauen gerade: Völlige Entrechtung, Prügel, Schulverbot, Folter, Mord.

Man kann noch so pazifistisch sein, aber es gibt immer wieder Situationen, in denen es ohne militärische Gewalt nicht geht. Nur so konnte man Hitler stoppen, nur so den Völkermord in Bosnien-Herzegowina beenden, nur so die vom IS als Sexsklavinnen verschleppten Jesidinnen befreien.

Frappiernd an Käßmann ist ihre geradezu FriedrichMerzsche Erkenntnisresistenz. Natürlich wird sie seit 20 Jahren immer wieder gefragt, wie man denn ohne Kriegswaffen Genozide und blutige Diktatoren stoppen soll. Darauf hat sie, außer ärgerlichen Floskeln – „zunächst einmal würde ich mit den Taliban beten!“- bis heute keine Antworten. Diese grausame Taubheit gegenüber den Schreien der Opfer in Kombination mit ihrem hehren Anspruch als Friedens-Frau, macht Käßmann so unerträglich. Da spricht eine überprivilegierte, reiche weiße Christin, der man fast wünschen würde, doch mal mit ihrer modischen Kurzhaarfrisur, Hosen und der Bibel in der Hand durch Kandahar zu gehen, um da mit den Taliban zu beten. Ihr wird dort sicher nichts passieren, denn wie die überprivilegierte und untergebildete Dame ebenfalls immer betont, kann man nie tiefer Fallen, als in Gottes Arme. Daher fühle sie sich immer geborgen.

Zum Glück taucht Käßmann nach ihrer offiziellen Pensionierung etwas weniger in den Medien auf. Da fällt es leichter, sie zu ignorieren.

Gestern saß sie allerdings bei Maischberger, die zwar teilweise die richtigen Fragen stellte, aber nicht ein einziges mal nachhakte, obwohl die grenzdebile Bischöfin keine der Fragen beantwortete, sondern sich mit wolkigen Klagen herauswand.

Die „Altparteien“ könne sie nicht mehr wählen, weil die allesamt Waffenlieferungen in die Ukraine befürworteten, erklärte Käßmann. Maischberger entgegnete korrekt, nur AfD und BSW ergriffen Partei gegen die Ukraine, indem sie alle Waffenexporte nach Kiew verbieten wollten. Falls Käßmann nicht Wagenknecht oder Weidel wähle, wenn denn sonst?

Käßmann beantwortete dies nicht, Maischberger fragte nicht nach.

Teilweise geriet Käßmann regelrecht auf eine grenzdebile Bahn, ohne von der maximal desinteressierten Interviewerin angezählt zu werden.

So wurde ein Auszug aus einem Käßmann-Auftritt der Maischberger-Sendung vom 01.09.2015 gezeigt, um ihre damalige Position zu den nach Deutschland kommenden Flüchtlingen zu verifizieren.

[….] Käßmann: Wir haben immer gesagt, die DDR ist ein Unrechtsstaat, weil es keine Reisefreiheit gab. Vor 16 Jahren haben wir uns gefreut, dass Ungarn die Grenzen aufgemacht hat, weil wir gesagt haben, Freiheit, Reisefreiheit gehört dazu.  [……]

(Maischberger, 2015, ab Minute 12:50)

Natürlich war damals die Öffnung der ungarischen Grenze nicht 16, sondern 26 Jahre her! Nun könnte man sagen, gut, da hat sie sich um zehn Jahre vertan; für Theologen ist das ja kein Zeitraum.

Aber es ist ein Muster, wenn Käßmann sich politisch oder historisch äußert: Sie hat nicht die geringste Ahnung von der Materie, über die sie spricht.

Selbst Martin Luther, für den sie sich als langjährige „Luther-Botschafterin“ als Expertin ansieht, kennt sie offenkundig gar nicht, sondern reitet nur auf ihrem naiven Zerrbild des wahren Luthers herum. Historiker, die Luther erforschen, raufen sich die Haare angesichts des Unsinns, den Käßmann plappert.

[….] Der Göttinger Historiker Hartmut Lehmann übt Kritik an der evangelischen Theologin Margot Käßmann. In ihrer Eigenschaft als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 zeichne Käßmann ein falsches Bild von Reformator Martin Luther, schreibt Lehmann in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" (Donnerstag).

Diese Darstellung könne sich auch negativ auf das Verhältnis zur katholischen Kirche auswirken. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen nennt als Beispiel die Spezialausgabe des Magazins "chrismon" vom 31. Oktober.

Das Titelbild zeigt in Anlehnung an den historisch nicht verbürgten Thesenanschlag von 1517 die Umrisse Luthers, der einen Hammer schwingt, darunter die Textzeile: "Er kann nicht anders: Martin Luther. Vielen Dank für ein Stück Freiheit." Käßmanns Editorial beginnt mit dem Luther zugeschriebenen Zitat "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen."

"Einem Historiker wie mir fällt auf, dass beide Episoden, der Thesenanschlag wie der angebliche Satz auf dem Wormser Reichstag, aus dem Arsenal der Lutherlegenden stammen", so Lehmann. Wer 2012 die Darstellung des Thesenanschlag undifferenziert übernehme, "vergibt die Chance, das Gespräch mit der katholischen Kirche über eine weitere Annäherung zu intensivieren."   [….]

(Katholisch, 2013)

Was erwartet die Maischberger-Redaktion von einer Märchentante, die zum Ukraine-Krieg derartig hanebüchene Zahlen von sich gibt?

[….] Käßmann: Also, wir müssen doch irgendwie zu einem Waffenstillstand kommen, weil das, wenn gesagt wird, wir sind naiv als Pazifistin und Pazifisten nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg und geschätzt mehr als 500 Millionen Toten muss doch da irgendwie ein Ende in Sicht kommen. Und ich bin keine Journalistin, ich bin keine Politikerin, ich bin Theologin und sehe die Menschen, die da ermordet werden und für die Ukraine wird es ja auch nicht besser.

Maischberger: 500 Millionen weiß ich nicht,….

Käßmann: Das sind schon vorsichtige Schätzungen!  [……]

(Maischberger, 17.09.2026, ab Minute 4)

Käßmann passt wirklich gut zu BSW-Putinella und den Russland-Fans in Ossi-Schwurbelstan.

Mittwoch, 16. September 2026

Nur nicht das Richtige tun!

Merz im Panik-Modus vor den Landtagswahlen in Berlin und MeckPomm; nur so lässt sich sein Hüftschuss gegen die hohen Benzinpreise erklären.

Nun sind aufgrund internationaler Krisen rasant steigende Öl- und damit auch Benzinpreise, seit den autofreien Sonntagen in den 1970ern bekannt.

Es gab also über 50 Jahre Zeit, den Instrumentenkasten zu bestücken, mit dem der Staat darauf reagieren kann, um die verzweifelten Bürger an den Tankstellen zu entlasten.

Fast unnötig zu erwähnen, daß der Fritzekanzler das halbe Jahrhundert verschlafen hat und daher jetzt nicht fähig ist, den Kurs vorzugeben.

Wie soll es denn konkret gemacht werden?

Es gibt nämlich klare Zielkonflikte, deren Lösung eine fundamental politische Entscheidung ist:

1.   Aus ökologischer und Klimaschutz-Sicht ist ein sehr hoher Benzinpreis wünschenswert. Nur so entsteht genügend Druck, daß wir endlich von dem Verbrenner-Wahnsinn abrücken. Die gerechteste Verteilung der Umweltschäden durch Fossilkraftstoffverbrennung ist ein hoher Spritpreis.
Dann profitieren alle, die sich vernünftig verhalten, indem sie keine Benziner/Diesel-PKWs fahren, ihre Öl/-Gasheizungen durch Wärmepumpen ersetzt haben, die aus erneuerbaren Quellen generierten Strom verbrauchen, idealerweise eine eigene Photovoltaikanlage besitzen.

2.   Aus sozialer Sicht und der Perspektive der Gerechtigkeit ist ein sehr hoher Benzinpreis nicht wünschenswert, weil es für urbane Innenstadtmenschen wesentlich leichter ist, sich ohne privates Auto zu bewegen, als für die Landbevölkerung. Vermögende Villenbesitzer können einfacher in Fossil-unabhängige Strom- und Wärmeerzeugung investieren, mehr von staatlichen Förderungen profitieren, währen niedrig verdienende Mieter fast keinen Einfluss auf die Art der Heizung ihrer Wohnungen haben.

3.   Aus ökonomischer Sicht ist ein sehr hoher Benzinpreis nicht wünschenswert, weil damit in der deutschen fossillastigen Industrie und Stromerzeugung die Produktionspreise steigen, „alles teurer wird“ und daher die Preise auf dem Weltmarkt weniger konkurrenzfähig werden.

4.   Aus Fossillobbyisten-Sicht ist ein sehr hoher Benzinpreis wünschenswert, denn die Konzerne und Versorgungsunternehmen, greifen enorme „Übergewinne“ ab, profitieren am allermeisten von staatlichen Leistungen zur Senkung des Spritpreises und zwar mehrfach: Sie geben Steuersenkungen nicht (vollständig) an die Verbraucher weiter und verdienen durch den mit billigeren Endpreisen steigenden Absatz.

Ein richtlinienkompetenter Kanzler würde nun vorgeben, wie man diese vier Perspektiven gewichtet.

Ein politisch erfahrener Kanzler wüßte, welche Methode kurzfristig zu welchen Kosten durchsetzbar ist: Preisdeckel, belgisches Modell, 12 Uhr-Regel, Direktzahlungen an die bedürftigsten Verbraucher, Übergewinnsteuer, Mehrwertsteuersenkung, erhöhte Pendlerpauschale, Neun-Euro-Ticket (bereits empört von den C-Parteien abgelehnt), Energiesteuersenkung?

Die Methoden haben alle Vor- und Nachteile. 

[….] Eine Tankfüllung ist astronomisch teuer, Politiker kündigen Maßnahmen an. Besser wäre es, sie würden sagen: Angesichts der weltpolitischen Lage können wir im Moment wenig Sinnvolles tun. [….] Es gibt jedoch gleich drei Probleme. Erstens: Solange es auf den Weltmärkten an Rohöl mangelt, weil Raffinerien beschossen und Handelsrouten blockiert werden, werden die Preise eher weiter steigen als sinken. Gegen diese Gesetzmäßigkeit kann keine Regierung dauerhaft ansubventionieren.

Zweitens: Staatshilfen fallen nicht vom Himmel, sie müssen von den Steuerzahlern – den heutigen oder den künftigen – finanziert werden. Anders gesagt: Will der Autofahrer Müller Unterstützung, muss der Steuerzahler Müller dafür aufkommen. Und drittens: Das eine Instrument, das Bürger und Betriebe gezielt entlastet, ohne zugleich Unsummen zu kosten, Anreize zum Energiesparen zu beseitigen und eine riesige Bürokratielawine auszulösen, gibt es nicht. Alle Konzepte kommen vielmehr mit großen Risiken und Nebenwirkungen daher.

Das hat etwa der sogenannte Tankrabatt, also die Senkung der Energiesteuer, im Mai und Juni gezeigt. Er konnte die Preise nicht nachhaltig senken, kostete die Staatskasse aber dennoch sage und schreibe 1,6 Milliarden Euro – in zwei Monaten. Stattdessen ist nun von Direktzahlungen des Bundes an die Menschen die Rede, womöglich noch sozial gestaffelt. Das zuständige Bundeszentralamt für Steuern hat jedoch von mehr als 80 Prozent der Bundesbürger gar keine Kontonummer, zudem fehlt der Überblick über die individuellen Einkommensverhältnisse.

Eine Erhöhung der Pendlerpauschale wiederum wirkt erst mit Verspätung und nur bei Menschen, die überhaupt entsprechend Steuern zahlen, also nicht bei Geringverdienern.    […]

(Claus Hulverscheidt, 16.09.2026)

Ein vorbereiteter und strategisch planender Kanzler, hätte das alle bereits durchdacht oder durchdenken lassen, weil nichts davon neu ist und die Desaster von Hormus und Bab al-Mandab lange absehbarwaren.

Unglücklicherweise haben wir nicht so einen Kanzler, sondern bloß Merz und eine Wirtschaftsministerin, die ausschließlich Punkt 4 verpflichtet ist.

Die einzige Lösung, sich aus dem Öl/Gas-Preis-Clusterfuck zu befreien, ist selbstverständlich, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern massiv zu verringern. Andere Nationen machen das erfolgreich vor, indem sie wie Norwegen bereits auf erneuerbare Energieerzeugung umgestellt haben, wie in Skandinavien schon lange verpflichtend auf Wärmepumpen setzen oder de facto nur noch E-Autos zulassen.

Der deutsche Urnenpöbel setzt allerdings mehrheitlich auf die  Fossillobbyistenparteien AfD, FDP, FW, BSW, CDU und CSU. Daher marschieren wir energiepolitisch in eine tödliche Sackgasse, vergrößern unsere Abhängigkeit von fossilen Energien, versagen bei der Produktion von E-Autos, verölen das Ampel-Heizungsgesetz, bremsen in der EU beim Klimaschutz, stoppen CO2-Abgaben, wettern wider das Verbrennerverbot. Das ist alles grundlegend FALSCH.

Ich tendiere daher, auch im Gegensatz zu meiner SPD, sehr stark zu Position 1.

Es darf bei diesen Benzinpreisen auf keinen Fall zusätzliches Steuergeld in die Taschen der Energiekonzerne geleitet werden, es soll nicht der Verbrauch von klimakillenden Energieformen durch billigere Preise gefördert werden.

Ich bin nicht überzeugt von den sozialen Argumenten gegen E-Autos, nach denen sich doch nur der „reiche Tesla-Tobias“ leisten könne auf Benziner zu verzichten.

Auf keinen Fall darf Geld einseitig zu den Benzin-Käufern fließen, während diejenigen, die aus Vernunft oder Armut auf ÖPNV/Fahrrad/E-Auto/Pedelec setzen, leer ausgehen.

(….) Und die armen Pendler, die auf ihr Auto angewiesen sind? Bin ich ihnen gegenüber zu arrogant?

 [….] Mir ist der Krieg gegen Iran keineswegs egal, seine Auswirkungen auf die Energiepreise aber schon. Öl und Gas spielen bei meinen Haushaltskosten keine Rolle. Das klingt privilegiert, doch auch Sie können etwas tun.   [….] Ich finde es angenehm, dass zu unserem Haus keine Leitung führt, die ein flüchtiges, extrem brennbares Gift enthält, an dem man ersticken kann. Mir ist völlig klar, dass das überwiegend irrational ist, denn Gasunfälle sind in Deutschland recht selten. Aber mal ehrlich: Haben Sie schon mal von einer Wärmepumpenexplosion gehört? Oder davon, dass eine ganze Familie nachts  wegen einer kaputten Wärmepumpe erstickt ist? Ich auch nicht.  [….]  Meine Familie und ich leben, energetisch betrachtet, in der Zukunft: Wenn die menschliche Zivilisation die Klimakrise überleben soll, dann werden bald alle so leben müssen wie wir. Vollständig elektrifiziert, versorgt mit Energie von der Sonne.  [….] Knapp 44 Prozent der Deutschen lebten 2022 in selbstgenutztem Wohneigentum . All diese Menschen treffen permanent private Investitionsentscheidungen. [….] Noch 2022 wurden in 28 Prozent  der neu gebauten Wohneinheiten Gasheizungen als primäre Wärmequellen verbaut. Seit 2022, seit Russlands Angriff auf Kyjiw also, wurden in Deutschland weitere zwei Millionen Gasheizungen verbaut . [….] Deutsche Autokäufer zahlten 2025 durchschnittlich über 44.000 Euro für einen Neuwagen. Dieselfahrzeuge sind im Schnitt sogar teurer als Elektroautos. Und trotzdem waren nur 19 Prozent der in Deutschland 2025 verkauften Wagen rein batterielektrisch. Die Leute entscheiden sich sehenden Auges für das Falsche, Giftige, Teure, Gefährliche, geopolitisch Problematische. Kommen Sie mir also bitte nicht mit der armen Krankenschwester auf dem Land. Bei sehr vielen Deutschen liegt es keineswegs am Geld. [….]

(Prof. Christian Stöcker, 08.03.2026)

Eine Woche vor der Landtagswahl im Baden Württemberg, erschien im SPIEGEL eine Reportage über die Stimmung unter den vielen Angehörigen der Autobau- und Zulieferer-Industrie. Wieso wählen diese seit Jahrzehnten vom Erfolg verwöhnten und gut verdienenden Menschen rechts?

Schon vor Trumps Irankrieg schimpften die Reichen Schwaben über die Benzinpreise

[….] Die Automobilbranche in Deutschland ist vom Erfolgskurs abgekommen, sie schlingert und verliert an Tempo, wo sie beschleunigen müsste. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als am Geburtsort des modernen Automobils. In Baden-Württemberg hängen direkt und indirekt knapp eine halbe Million Arbeitsplätze am Auto.  [….]

(Christine Keck, 28.02.2026, DER SPIEGEL 10/2026)

Wäre es nicht gerade an den wohlhabenden Cleverles, sich rechtzeitig zu Stromern umzuorientieren?

Technisch sind wir so weit. Viele Deutsche sind auch reich genug, sich aus den Krallen der Fossillobby zu lösen.

Aber die Propaganda der rechten Medien und der toxischen CDUCSUAfD-Politik ist so stark, daß sich die Verbraucher von Ideologie und Unwissenheit treiben lassen. (….)

(Merkwürdige Ansichten, 20.03.2026)

Meine Solidarität mit pendelnden Landeiern, deren Arbeitswege an der Zapfsäule immer teurer werden, ist begrenzt, weil sie traditionell von klimaschädigender Pendlerpauschale und Dienstwagenprivilegien profitieren und zudem die niedrigeren Lebenshaltungskosten/Mieten außerhalb der Metropolen genießen.

Mieter, die keinen Einfluss auf die Heizungsanlagen haben, müssen eher entlastet werden.

Dienstag, 15. September 2026

Von der Zukunft in den Arsch gebissen

Der klügste und größte und beste US-Präsident aller Zeiten, der mächtigste Mann der Welt, weiß was es mit der Extinction by AI-Gefahr auf sich hat.

[…] Debatte über KI-Risiken »Das ist alles ein Hoax«, sagt Trump über den Handylautsprecher

Viele warnen vor KI-Schreckensszenarien, Donald Trump gibt sich in einem Telefonat mit dem Nvidia-Chef vor Konferenzpublikum ganz entspannt. Alles, was es brauche, sei ein starker und kluger Präsident. […]

(SPON, 15.09.2026)

“This is even wilder than the RUSSIA, RUSSIA, RUSSIA HOAX, or the Global Warming Scam”; soweit der US-Präsident am 14.09.2026. Man kann also beruhigt sein, den nobody knows more about science als Donald Trump

Mit seinem überwältigenden wissenschaftlichen Verständnis konnte er schließlich schon die angeblichen Klimaerwärmung bei seiner Rede vor der UN im September 2025 als „Hoax“ entlarven: „Donald Trump has declared victory in his ‚War on the Climate Change Hoax"

[…] Some countries' leaders are watching rising seas threaten to swallow their homes. Others are watching their citizens die in floods, hurricanes and heat waves, all exacerbated by climate change.

But the world U.S. President Donald Trump described in his speech at the United Nations General Assembly on Tuesday didn't match the one many world leaders in the audience are contending with. Nor did it align with what scientists have long been observing. "This 'climate change,' it's the greatest con job ever perpetrated on the world, in my opinion," Trump said. "All of these predictions made by the United Nations and many others, often for bad reasons, were wrong. They were made by stupid people that have cost their countries fortunes and given those same countries no chance for success. If you don't get away from this green scam, your country is going to fail."  [….]

(AP, 25.09.25)

Da kann die Menschheit aber froh sein, einen so weisen Anführer zu haben, der entsprechend durchgreift.

[….] Die US-Umweltbehörde EPA hebt Vorschriften zur Begrenzung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen von Kohle- und Gaskraftwerken auf. Der Großteil der Treibhausgasvorschriften für US-Kraftwerke, die unter der demokratischen Regierung des vorherigen Präsidenten Joe Biden eingeführt wurden, werde zurückgenommen, teilte EPA-Chef Lee Zeldin bei einem G20-Ministertreffen in Houston im US-Bundesstaat Texas mit.

„Mehr als 15 Jahre lang haben die Regierungen unter (Barack) Obama und Biden einen Krieg gegen die Kohle geführt, um zuverlässige und erschwingliche Energie zu zerstören“, wurde Zeldin in einer Mitteilung seiner Behörde zitiert. Die Regierung von Präsident Donald Trump sei angetreten, um das zu ändern. Die Kohleverbrennung zur Stromerzeugung werde wohl um mehr als das Zehnfache steigen, heißt es in der EPA-Mitteilung. [….] Im Februar hatte die Umweltbehörde der Linie Trumps folgend Treibhausgase für unproblematisch erklärt und damit die zentrale rechtliche Grundlage für Gesetze zum Schutze des Klimas gekippt. [….]

(dpa, 15.09.2026)

Da hat man gleich ein gutes Gefühl, wenn man die Regulierung der AI in den Händen zweier so seriöser und ehrlicher Männer, wie Xi und Trumpweiß.

Das ist das Schöne an der Demokratie: Die Schwarmintelligenz des Souveräns sorgt dafür, wissenschaftliche Vordenker wie Trump, Merz, Putin oder Erdoğan zu den mächtigsten Figuren der Erde aufsteigen, um die verrückte schrille linksgrünversiffte „Klima-RAF“ zu stoppen, Windräder abschalten „weil sie hässlich sind und weil sie nicht in die Landschaft passen“, der „Klimaschutz überbetont“ war und windmills auch noch „krebserregend“ sind:

So setzten Merz, Reiche, Trump, Zeldin wieder voll auf die Abhängigkeit von der Fossillobby und machen Schluss mit der elenden E-Mobilität. Zum Glück sind Erdöl und damit auch das Benzin so schön billig.

Diese Genies werden sicherlich auch alle Gefahren durch künstliche Superintelligenzen viel besser, als die dummen Experten beurteilen können.

[….]  Concerning AI, when, in the History of Business, did anyone see the Leaders of an Industry call for Regulation that, if strongly implemented, will drive them into oblivion and bankruptcy? AI taking over the World, destroying Humanity, and all other things bad, is a HOAX, no different from RUSSIA, RUSSIA, RUSSIA — UKRAINE, UKRAINE, UKRAINE — IMPEACHMENT HOAX #1 — IMPEACHMENT HOAX #2 — and all of the other HOAXES and SCAMS that America was forced to endure through the Destructionists’ and Deviants’ foul play and illegal conduct. President Xi, of China, just announced that China will be doing absolutely nothing to stand in the way of AI, or its future. Google has recently stated that they want to build a massive Plant in Finland, all because they are finding permitting too difficult in the United States. I am not happy about this, and want them to change their thinking. AI, and Data Centers, will be the Greatest Economic Development Engine in History ­­— Bigger than Oil, Gold, Diamonds, or even the Internet. It will not be stopped by brilliantly run Destructive Forces during the Term of President DONALD J. TRUMP! [….]

 (Trump, 14.09.2026)

Abseits der Regierungs-Genies Trump und Merz, gibt es natürlich auch Leute in den Chefsesseln, die nicht auf den Kopf gefallen sind und ihre Karten perfekt ausspielen.

 [….] Dass die jemenitischen Huthi jetzt das „Tor der Tränen“ in den Griff nehmen, ist kein Zufall. Trump und Netanjahu haben die halbe Welt in einen Konflikt hineingezogen, in dem noch viele Tränen fließen werden. [….] Wer verstehen will, wie Geopolitik funktioniert, sollte an die Tankstelle fahren. Der Liter Super bei 2,31 Euro, der Liter Diesel bei 2,38; die Albtraummarke von drei Euro für den Liter Diesel kommt bereits in Sichtweite. Dank bei der Gelegenheit also an Donald Trump und Benjamin Netanjahu. [….] Die Iraner spielen ihre Karten perfekt, überfordern ihren Gegner. Dass die jemenitischen Huthi das „Tor der Tränen“ mit ihren Truppen in den Griff nehmen und den Export von Öl aus Saudi-Arabien jetzt vollends strangulieren wollen, ist kein Zufall. Iranische Revolutionsgardisten haben die Offensive geplant, die Huthi bewaffnet, den Schachzug im richtigen Moment ausgeführt. [….] Trump kann den Konflikt derzeit weder militärisch noch politisch in seinem Sinne lösen. Er kann allenfalls einer Friedenslösung iranischer Handschrift zustimmen. Dies würde die jahrzehntealte geopolitische Grundkonstellation am Golf – und damit die Kontrolle über einen Teil der globalen Öl- und Gasreserven – schrittweise auf den Kopf stellen. [….]

(Tomas Avenarius, 14.09.2026)

Wie schaffen es die von der stärksten Militärmacht aller Zeiten attackierten Iranischen Mullahs und die jemenitischen Huthi, sich gegen die superreichen und übermächtigen Saudis, Israelis und Amis durchzusetzen?

Indem sie beispielsweise US-amerikanische AIs nutzen, um Trump auf Social Media lächerlich zu machen und mit „CLAUDE“ gegen die Hightech-Marine der USA vorzugehen.

[….]  Huthi-Rebellen entwickelten Raketensoftware mithilfe Künstlicher Intelligenz: Mit Claude Code wurden Steuerungsprogramme geschrieben. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden ausgehebelt

Wie das US-Unternehmen Anthropic in einem Bedrohungsbericht („Intelligence Threat Report“) öffentlich machte, hat eine Akteursgruppe im Norden des Jemen versucht, das KI-Modell Claude direkt zur Entwicklung militärischer Steuerungssoftware für Raketensysteme einzusetzen.

Zwar nennt Anthropic die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die weite Teile des Nordjemen kontrollieren, im Bericht nicht explizit beim Namen, das Profil der Akteure und der geografische Raum deuten nach übereinstimmenden Analysen jedoch klar auf diese Miliz hin.

Laut einem nun veröffentlichten Bericht über den Missbrauch von KI versuchten die Milizionäre mithilfe des Programmier-Agenten Claude Code faktisch, menschliche Softwareentwickler im Bereich der Luftfahrt zu ersetzen. Ziel war die Entwicklung sogenannter GNC-Systeme (Guidance, Navigation, and Control), die für die Kurskorrektur, Lenkung und Flugstabilisierung von Flugkörpern verantwortlich sind.

Professionell organisiert: Dabei organisierten die Akteure die KI-Anwendung fast schon so, wie das "echte" Softwareentwickler machen. Es wurden mehrere Claude-Instanzen parallel betrieben. Eine Instanz verfasste den Quellcode, eine zweite betrieb Recherche, während eine dritte als "Code-Reviewer" fungierte und die Arbeit der ersten Instanz gegenprüfte. [….]

(Peter Zellinger, 13. September 2026)

Kaum zu glauben; sollte es tatsächlich böse Buben auf dieser Welt geben, die NOCH schlauer als Trump sind?

[…..] Kämpfer in Badelatschen, antike Gewehre, die stimulierende Droge Kath scheint auch immer mit dabei zu sein: Im 40-minütigen Videomaterial , das die jemenitischen Huthi-Milizen von ihrem Vormarsch auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab veröffentlichten, präsentieren sie sich nicht gerade als Hightech-Armee. Dabei leisten sie Luftangriffen Saudi-Arabiens und der USA schon seit elf Jahren erbitterten Widerstand. Nun liefern sie sich mit der Armee der international anerkannten Regierung im Südwesten des Landes schwere Kämpfe. Ihr Vorstoß ans Meer ist geopolitisch verheerend.

 

Die Huthis hatten schon vorher die Schifffahrt im Roten Meer terrorisiert, jetzt ist ihre Position noch besser. Und das schlimmste: Sie sind mit Iran verbündet, Teheran kontrolliert nun de facto die zwei wichtigsten Meerengen im Nahen Osten, die Straße von Hormus und Bab al-Mandab. Dieses Nadelöhr ist wichtig für den Ölhandel nach Asien, die Weltmarktpreise  für den Rohstoff steigen. [….] Die Huthis setzen auch auf ballistische Raketen und nahmen bereits die Ost-West-Pipeline der Saudis ins Visier, die ans Rote Meer führt. Auch hier dürfte KI im Spiel gewesen sein. Laut dem jüngsten Gefahrenbericht von Anthropic  nutzen die Huthis offenbar Claude, um die Zielsuche ihrer Waffen zu verbessern. »In Zukunft dürften es solchen Akteuren dank KI leichter fallen ihre Waffen zu verbessern«, erklärt Fabian Hinz. [….]

(Oliver Imhof, 15.09.2026)