Sonntag, 18. September 2016

Typisch Berlin.



Einer der Unterschiede zwischen SPD und CDU ist, daß erstere eine Menge Persönlichkeiten hervorgebracht haben, auf die man als Parteimitglied wirklich stolz sein kann.
Unglücklicherweise sind in letzter Zeit viele von den Guten gestorben. Egon Bahr, Helmut Schmidt, Jutta Limbach und Henning Voscherau.
Das sind Namen, bei denen ich tatsächlich ein Wort auspacke, welches ich so gut wie nie verwende: Vorbilder.
Haltung, Intellekt, Persönlichkeit.

Als Henning Voscherau 1997 zu meinem größten Bedauern zugunsten des weit schwächeren und langweiligeren Ortwin Rundes zurücktrat, tat er das aufgrund des schwachen SPD-Wahlergebnisses von 36,2% und verkündete kurz und knapp, damit sei seine persönliche Schmerzgrenze unterschritten.
Bei unter 40% konnte man aus seiner Sicht nicht mehr von einem Vertrauensbeweis für den Bürgermeister sprechen.

Wer hätte damals auch geahnt, daß bei der nächsten Wahl im Jahr 2001 CDU-Mann von Beust mit 26,2% Bürgermeister wurde, weil er ungeniert den rechten Spinner Schill ins Boot holte.

Heute nun errang die SPD bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl nach gegenwärtigem Auszählungsstand erbärmliche 21,6%, für die sich Bürgermeister Müller feiern lässt. „Stärkste Partei, klarer Regierungsauftrag, Wahlziel erreicht“ – so tönt es heute von SPD-Spitzenpolitikern.
Beinahe 80% der Wähler konnten sich nicht dazu durchringen den amtierenden Bürgermeister zu wählen. Bei einer Wahlbeteiligung von gut 66% entsprechen die Stimmen für Michael Müller kaum mehr als 14% aller Wahlberechtigten.
Da braucht es eine Menge Suggestionskraft sich das als „Sieg“ schönzureden.
Zum Glück für die SPD schnitt die CDU noch miserabler ab; kommt nur auf etwa 17,5% in der Hauptstadt (~11,5% aller Wahlberechtigten).
Die Umfragedaten von ARD und ZDF legen nahe, daß es in diesem Fall tatsächlich nicht an Merkel liegt. Merkel ist für CDU-Anhänger immer noch ein sehr großer Antrieb die Partei zu wählen – im Gegensatz zu Sigmar Gabriel, der potentielle SPD-Freunde eher abschreckt.
Merkels Problem in Berlin ist ein ganz Altes: Die Hauptstadt-CDU ist traditionell einer der unfähigsten Haufen aller 15 Landesverbände.
 Klaus-Rüdiger Landowsky, Christoph Stölzl, Friedbert Pflüger, Ingo Schmitt und Frank Steffel sind allesamt pures Urnengift.
Intrigant, provinziell und blöd verkörpern sie eine zutiefst korrupte alte Westberliner CDU, die habituell so gar nicht zu einer modernen Großstadt passen will.

[….] Die Berliner CDU bräuchte Persönlichkeiten an der Spitze wie die Kulturstaatsministerin im Bundeskanzleramt, Monika Grütters, Mitglied der Berliner CDU. Aber diese besonders großstädtische Frau haben die Reinecken- und Zehlendorfer der Partei immer wieder ausgebremst. Für den Altherrenclub Berliner CDU wäre das zu viel Veränderung. Wie weit die CDU mit der Haltung kommt, hat sich jetzt gezeigt. [….]

Dazu habe ich ohnehin noch eine Frage an die Berliner:
Was habt Ihr eigentlich für eigenartige Moderatoren beim RBB? Für die ARD führte Sascha Hingst durch die Wahlsendung. Er kennt aber die Spitzenpolitiker gar nicht, redet sie mit falschen Namen an oder ordnet sie falschen Partien zu und im RBB floskelte der ultragegelte Ingo Hoppe ständig von dem „ungeheuer spannenden Wahlabend“, obwohl es nun alles andere als spannend war. Es traten genau die prognostizierten Ergebnisse ein. Könnte man nicht zum Befragen der Politiker irgendwo in Berlin einen Journalisten ausgraben, der auch so ganz grob ein bißchen was von Politik versteht???

Heute muß ich von meinem üblichen Wählerbashing ein wenig abrücken und zum Politikerbashing übergehen.

Rückblick: Ende der 1990er/Anfang der 2000er Jahre hatten die CDU-Strippenzieher Diepgen und Landowski durch Dauermauscheleien den sogenannten „Berliner Bankenskandal“ ausgelöst, der den Berliner Landeshaushalt für sehr lange Zeit ruinieren sollte.
Milliarden wurden verzockt.
Das Land Berlin mußte anschließend für 21,6 Milliarden Euro Immobilienrisiken auf sich nehmen und mehre Milliarden Kapital an die Landesbanken zuschießen.
Der neue Bürgermeister Klaus Wowereit wurde also durch die reinen CDU-Altlasten dazu gezwungen „zu sparen bis es quietscht“. In den rot-roten Jahren mit dem inzwischen leider wahnsinnig gewordenen Finanzsenator Sarrazin konnte der Haushalt aber tatsächlich einigermaßen ins Lot gebracht werden.
In den letzten Jahren boomt Berlin. Zehntausende ziehen dorthin, es gibt eine Gründerszene, Touristenansturm und sogar sinkende Arbeitslosigkeit, während der Senat Haushalte mit dreistelligen Millionenüberschüssen produziert.

Die Stadt ist attraktiv, sie wächst und Geld ist offenbar auch da.
Man könnte nun also eine politische Führung gebrauchen, die tatsächlich politisch tickt und die Stadt irgendwie gestalten will.
In Hamburg kennen wir das von unserem ehemaligen Bürgermeister Henning Voscherau, der mehrere hundert Millionen DM lockermachte, um prophylaktisch die gesamte Hamburger Kanalisation zu sanieren und Europas größtes Bauprojekt, die Hamburger Hafencity, ersann.
Hamburg sollte auf Jahrzehnte für die Zukunft gerüstet sein.
Die Berliner Landespolitiker scheinen mir eher als Gemeinderatsmitglieder in kleinen Dörfern zu taugen.
Ich kann nicht erkennen wofür Müller oder Henkel eigentlich stehen sollten.
Die FDP taucht gar als Einthemenpartei wieder auf, indem sie sich für die Weiterführung des uralten Provinzflughafens Tegel engagiert. Ein Flughafen, auf dem ich einmal 1992 landete und ihn damals schon als hoffnungslos provinziell und veraltet ansah.
Müßte man nicht als Hauptstadtpartei irgendwelche Kandidaten finden, denen es nicht ausreicht mit gerade mal etwas mehr als 20% mangels Alternative irgendwie weiterregieren zu können?
Vertreter der Linken sagten heute, die Stadt müsse endlich nicht mehr bloß verwaltet, sondern auch regiert werden. Schön wäre es, wenn sie wenigstens gut verwaltet worden wäre.
Aber LAGESO und Ämterchaos haben gezeigt, daß die Landes-GroKo schon mit der Verwaltung völlig überfordert ist.
Mario Czaja, CDU-Sozialsenator und vermutlich größter Versager Berlins, vermehrt sich nun aber quasi auch noch, indem sein jüngerer Bruder Sebastian Czaja als Berliner FDP-Chef nun ebenfalls ins Parlament einzieht.

Berlin versinkt planlos im Boom
Die Hauptstadt erlebt einen faszinierenden Aufschwung. Doch genau daran scheitert die Berliner Politik, denn einen Zukunftsplan für die Stadt gibt es nicht.
[….] Die vielen Gäste sind dabei nur der kleinere Teil der Herausforderung. Zehntausende ziehen Jahr für Jahr nach Berlin. Es geht auf die Vier-Millionen-Einwohner-Grenze zu. Wo einst billige Wohnungen leicht zu finden waren, sind heute selbst die teuren Mangelware. Dieser Anstieg wäre schon für eine organisch gewachsene Stadt schwer zu organisieren. Berlin aber lebt mit einer verfallenen Infrastruktur.
Zu so einem Wochenende von Berliner Art gehört auch, dass Eltern Klassenräume in einen zumutbaren Zustand versetzten. Die maroden Schulen stehen genauso für die andere Seite Berlins wie die notorisch überforderten Bürgerämter. Berlin boomt und kommt sich selbst dabei nicht mehr hinterher. Reflexhaft wird die Stadt deshalb von Spöttern zum verwaltungstechnischen Katastrophengebiet erklärt. [….] Im Vordergrund stehen Ängste und Sorgen - und das Bemühen der Regierenden, die Leute zu beruhigen, dass alles nicht so schlimm werde, wenn man sie nur wieder wählt. Symptomatisch ist der Wahlkampf von Regierungschef Michael Müller, dem es nur noch darum zu gehen scheint, das Rote Rathaus nach 27 Jahren im Senat für die SPD zu halten. Im Wahlkampf beginnt jeder seiner Slogans mit dem Versprechen: "Berlin bleibt . . .". Das ist grotesk in einer Stadt, die sich dramatisch verändert und verändern muss. [….]

Bei solch verzagten provinziellen Berliner Spitzenpolitikern, fällt es xenophoben Hetzern wie Andreas Scheuer, der wieder einmal als AfD-Wahlhelfer Stimmung macht, leicht die Ängste der muffigen Spießbürger Berlins weiter anzufachen.

[….] CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat mit einer abschätzigen Bemerkung über abgelehnte Asylbewerber aus Afrika Kirchen- und Oppositionsvertreter gegen sich aufgebracht.
Beim Regensburger Presseclub am Donnerstag sprach Scheuer zum Thema Flüchtlinge in Deutschland. Zuerst echauffierte sich der CSU-Sprecher über angebliche "Asylurlauber". Er meinte anerkannte Flüchtlinge, die von Deutschland aus in ihre alte Heimat reisen, aus der sie zuvor geflohen waren. Sie sollten "gleich dort bleiben, wo sie hergekommen sind".
Eine Recherche der "Welt am Sonntag" hatte ergeben, dass es vereinzelt solche Fälle gibt, Zahlen liegen nicht vor. Scheuer sagte dennoch, es werde "von ganzen Gruppen berichtet, die herumreisen".
Im weiteren Verlauf folgte der Satz, der nun für viel Empörung sorgt: "Das Schlimmste", sagte Scheuer, "ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier - als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los." […..]

Ich nehme an, die CSU hat inzwischen die Dankesschreiben der Berliner AfD-Vorsitzenden Beatrix Schießbefehl von Storch erhalten.

Klar, ich hätte in Berlin auch Michael Müller gewählt.
Aber wirklich nur, weil er das kleinste Übel ist.

PS:
Daß die Piraten mit 1,x% aus dem Parlament flogen, kann man nach der sinnlosen Null-Performance der letzten fünf Jahre nur als folgerichtig bezeichnen.
2017 werden die Deppen auch aus den verbliebenen Landtagen getilgt.

Samstag, 17. September 2016

Wir sind alle verloren!



Das mit dem christlichen Monotheismus ist nicht ganz richtig. Es gibt eben nicht nur den einen Gott, sondern auch seinen Sohn und den HeiGei, die alle auch Götter sind; geht ja gar nicht anders, weil sie ja auch Er sind.


Daneben gibt es als Co-Götter noch jede Menge Heilige und Maria, die vom HeiGei durch das Ohr penetriert Gottes Sohn, also per Definition auch Gottvater gebar.

(…..) Während Jesus noch die Menschen nach ihrem bedingungslosen Gehorsam bewertete, verlangte, daß sie nur ihm allein folgen dürften, wurde diese Maxime in den nächsten 1000 Jahren ziemlich aufgeweicht.
Wie Pilze schossen Heilige aus dem Boden. Inzwischen gibt es tausende Heilige, Selige und Schutzheilige, so daß sich jeder Christ einen raussuchen kann, dem er huldigen will.
Der Monotheismus ist im Christentum polytheistisch.
Auch der ursprüngliche „eine“ Gott hat sich mittlerweile vervierfacht.

Im Christentum steckt eine Reihe von seltsamen Phänomenen. Das Christentum bildet sich ein, eine monotheistische Religion zu sein, ist es aber gar nicht. Jesus Christus ist viel wichtiger als der liebe Gott. Und außerdem gibt es noch einen Heiligen Geist – den hat Jesus Christus nicht erfunden, den hat ein Konzil erfunden. Und neben dieser heiligen Dreieinigkeit gibt es noch die Gottesmutter Maria, die in Polen viel wichtiger ist als Jesus und als der liebe Gott. Der Monotheismus ist eine Selbsttäuschung. Das glaubt der Ratzinger, aber der auch nicht ganz. Es ist auch eine Selbsttäuschung der Protestanten. Die alten Griechen waren da viel ehrlicher, die haben gleich viele Götter erfunden. Und nicht bloß vier.

Die vier christlichen Gottheiten konkurrieren untereinander. (……)

Diese vielen Götter werden auch dringend gebraucht.
Schon der Fairness halber.
Denn im ewigen Kampf mit dem Teufel sind auch jede Menge Luzifers am Werk.
Zum katholischen Polytheismus gehört untrennbar verbunden auch der Polysatanismus.

Luzifer und seine Dämonenarmee sind so allgegenwärtig, daß jede katholische Diözese einen ausgebildeten und hochqualifizierten Exorzisten aufbietet, die zwar gelegentlich auch den Patienten umbringen, aber wenigstens dadurch auch den Teufel vertreiben.

(….) Don Massimiliano Pusceddu, Exorzist und Kaplan der italienischen Staatspolizei, ist ebenfalls ein Mann nach Bergoglios Zuschnitt. Als ehemaliger Italienischer Boxchampion ist er es wirklich nicht gewöhnt die andere Wange hinzuhalten, sondern teilt ordentlich mit den Fäusten aus.
So ein kampferprobter Geistlicher eignet sich natürlich am besten dazu, auch in vorderster Front den Kampf gegen Satan und seine Dämonen aufzunehmen.

 Der Teufel lauert immer und überall. Da muß man sich zu helfen wissen.
Massimiliano Pusceddu:

"Es muss erst einmal eines klar gestellt werden: wenn man mit dem Teufel zu tun hat, gibt es nichts zu scherzen. Deshalb hat die Aufmerksamkeit der Kirche dem Bösen gegenüber nie nachgelassen.“
[…] Seit einiger Zeit werden innerhalb der katholischen Kirche wieder mehr Exorzisten ausgebildet und eingestellt. Das gilt vor allem für italienische Diözesen. Erst kürzlich wurden in der Diözese Neapel drei neue Exorzisten ernannt. In Mailand waren es sogar sechs neue Teufelsaustreiber auf einmal. Ähnliche Zahlen kommen auch aus zahlreichen anderen italienischen Diözesen. Insgesamt sind in ihnen mehr als 250 ausgebildete Exorzisten im Einsatz. Vor einigen Jahren war es nur die Hälfte.
Gabriele Amorth weiß, warum das so ist. Der 88-jährige Priester, der heute in einem römischen Altersheim lebt, gilt immer noch als Doyen der katholischen Exorzisten. 1990 gründete Amorth, der nach eigenem Bekunden rund 50.000 Teufelsaustreibungen vorgenommen hat, die Internationale Exorzistenvereinigung:
"Es gibt ja auch Parawissenschaften und die Kirche hat diesen Aspekt viel zu lange ausgeklammert. Es gab eine Zeit, die gar nicht mal so lange zurückliegt, da hat die katholische Kirche alles, was mit Exorzismen zu tun hatte, ins Abseits stellen wollen. Das hat sich radikal geändert. Vor allem unter Benedikt XVI. hat sich die Idee eines quasi wissenschaftlichen Umgangs mit Teufelsaustreibungen in der Kirche durchgesetzt. Es ist eine - sagen wir - moderne Vorstellung von Exorzismus."
[…] "Heute findet sich der Teufelskult an immer mehr Orten in der Gesellschaft. Sogar im Kirchenstaat. […]  Italien weist mit über 500 Satanssekten eine besonders hohe Anzahl solcher Gruppierungen in Europa auf. […]

Und wie kommt der Teufel zu den Menschen?
Durch das Weib! Weil es schwach um Glauben ist!
Das hat schon Heinrich Kramer im Malleus Maleficarum (Hexenhammer) bewiesen. (…..)

Wenn man bedenkt wie viele Milliarden Frauen es auch der Welt gibt, ist es kein Wunder, daß uns Myriaden Dämonen überrennen.

Die letzte Verteidigungslinie, Padre Gabriele Amorth, wurde gestern von der heiligen Viereinigkeit in den Himmel abberufen.
Dies teilte seine Facebookseite direkt aus dem Paradies mit.

Ufficiale. Padre Amorth ha reso l'anima a Dio. Preghiamo per lui perché possa essere accolto al più presto al suo cospetto! Tutti facciano almeno una preghiera in suo suffragio. Grazie.


Offensichtlich muß endlich auch mal der Himmel entdämonisiert werden, oder Jesus liebt uns alle nicht mehr, weil er uns den besten Satanbasher wegnimmt.

Ich bin entsetzt, verzweifelt und deprimiert – wer soll uns nun wirksam vor so dämonischen Dingen, wie Harry Potter, Homosexuellen und Yoga schützen??
Jetzt sehe ich für die guten Christenmenschen schwarz – und zwar dunkelschwarz!

[….] Pater Gabriele Amorth, der langjährige Exorzist des Bistums Rom, ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 91 Jahren in einem Krankenhaus in der italienischen Hauptstadt an einem Lungenleiden.
Der in Modena geborene Priester wurde 1986 von Papst Johannes Paul II. zum Exorzisten berufen. Er hat nach eigenen Angaben über 70.000 Teufelsaustreibungen für die katholische Kirche vorgenommen. [….]  Derzeit gibt es Hunderte praktizierende Exorzisten in katholisch geprägten Ländern, unter anderem in Polen und Italien.
[….]  Auch im Vatikan treibe der Antichrist sein Unwesen, erklärte Amorth 2010 dem britischen Telegraph. Er selbst unterhalte sich jeden Tag mit dem Teufel, gab er um die Jahrtausendwende in einem Interview zu Protokoll. Er spreche dann Latein, der Satan antworte auf Italienisch.

Freitag, 16. September 2016

Was für die Wahl der AfD spricht.



Obwohl ich nicht an die Vernunft des Wählers glaube und üble Wahlergebnisse oft auf die mangelnde Information des Wahlvolks zurückführe, mag es doch sein, daß der ein oder andere bewußt und überlegt die AfD wählt.
Ein Grund, der mich nicht überzeugt, kann aus der Perspektive eines anderen dennoch ein echter Grund sein.


Eine ganze Nation zu hassen finde ich zwar genauso unsinnig wie eine ganze Nation zu lieben, aber sofern jemand tatsächlich durch und durch deutschenfeindlich sein sollte, wäre es folgerichtig die AfD zu wählen.
Mit einer derart obstruktiven Kraft in den Parlamenten wird gutes Regieren erheblich erschwert, notwendige politische Prozesse werden lahm gelegt und die Aufmerksamkeit für die AfD ruiniert das Ansehen Deutschlands in der Welt. Investoren und Touristen schreckt man so nachhaltig ab.
Ganz konkret läßt das Erstarken der AfD offensichtlich auch Hemmschwellen sinken, so daß nicht nur Deutschlands Standing in der Welt leidet, sondern tatsächlich Menschen auf der Straße verletzt und getötet werden. Es entstehen Sachschäden und Hotspots ohne geltendes Recht.
Rechtsextremen wird in Ostdeutschland widerstandslos das Feld überlassen, ganze Orte sterben.
Um seiner eigenen Deutschenfeindlichkeit zu frönen ist das Ankreuzen der AfD also ein probates Mittel.

Ganz anders dürften verklemmte SM-Liebhaber an die Sache herangehen.
Offenbar träumen einige von der strengen Herrin Frauke Petry und leben mit ihr
bizarre sexuelle Phantasien aus.
Nicht, daß ich das nachvollziehen könnte, aber es gibt selbstverständlich eine Vielzahl von sexuellen Spielarten, die für die meisten von uns sehr „unsexy“ erscheinen.
Dr. David Berger, aka „der Urinduscher“ verkündete bekanntlich der staunenden katholischen Welt seine Vorliebe für Fäkalspiele via Internet.
Inzwischen ist der kleinköpfige Möchtegernsektenführer zu einem festen Bestandteil des rechten AfD-Flügels geworden.
Wenn er an Parteidomina Petry denkt, bekommt er sofort ein feuchtes Höschen.
Wagt es jemand sein kotbraunes Idol zu kritisieren, kläfft der konservative Katholik pawlowsch los.
Sofort greift er in die Tasten und zieht in seinem Penis-Blog wider die Lügenpresse zu Felde, um seine heißgeliebte AfD zu verteidigen.
Auch David Berger hat also seine echten Gründe AfD zu wählen. Es erregt ihn gar sehr und produziert diese braunen Ejakulationen auf seinem Blog.

Frauke Petry, die strenge Pfarrersfrau und Unternehmerin, die ihr Unternehmen direkt in den Konkurs steuerte und sich dann von ihrem Pfarrer scheiden ließ, um mit dem noch strengeren Markus Pretzell in wilder Ehe zu leben, taugt außerdem als Ikone für alle Menschen, denen die allgemeine Wahrheitsliebe schon lange ein Dorn im Auge ist.
Wer also der Diktatur der Wahrheit etwas entgegen setzen will, wählt mit der Partei Frauke Münchhausens genau das Richtige.

Schließlich ist die sächsische AfD-Ikone eine wichtige Quelle der Inspiration für Satiriker in ganz Deutschland.


Auch das deutsche Liedgut erfährt einen Aufmerksamkeitsschub durch die vielen AfD-Wahlstimmen.
Wer mehr davon hören möchte, weil er gerne herzlich lacht, hat auch einen Grund die AfD zu wählen.


Viele Leute haben auch ein Herz für wirre Geronten wie den senilen Horst Seehofer.
Mit seinen Umfragewerten geht es bergab und daher mag es Bavariaphile geben, die mit einer Stimme für die AfD schon mal Crazy Horsts Zweitkarriere als bester AfD-Wahlhelfer befördern wollen.

Es gibt also viele Gründe sich für ein Kreuz bei der AfD zu entscheiden.
Man darf nur nicht politisch denken.
Sobald ihre Jungs in ein Parlament eingezogen sind, zerlegen sie sich gleich selbst wie in BW oder aber sie praktizieren totale Arbeitsverweigerung wie in Hamburg.

AfDler, die Sitzungen schwänzen und einfach nicht mitarbeiten, sind dabei schon das best-case-Szenario.
Schlimmer ist es, wenn sie aktiv dafür arbeiten sich zu blamieren, indem sie tatsächlich im Parlament auftauchen.

[….] AfD-Abgeordnete bringen wenig zustande
[….]  „Sie nutzen den Landtag nur als Showbühne, haben aber kein Interesse an ernst zu nehmender parlamentarischer Arbeit“, sagt [die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen]. Ginge es etwa um akribische Arbeit in den Ausschüssen, trügen die AfD-Abgeordneten oft wenig bei, fügt Rothe-Beinlich hinzu. [….] Wer sich etwa in Sachsen die parlamentarischen Initiativen von Anträgen bis hin zu kleinen Anfragen anschaut, sieht, dass die AfD als Oppositionsfraktion hier schon rein zahlenmäßig weniger zustande bringt als die Grünen. Und das, obwohl die AfD 14 Abgeordnete hat, die Grünen nur acht. Dabei sagt die Zahl der Initiativen natürlich noch nichts über ihre Qualität aus. Abgeordnete aus anderen Fraktionen beklagen, die AfD-Vertreter in den Landtagen wüssten offenbar gar nicht so genau, für was eigentlich das Land zuständig ist und für was die Kommunen.
Was die inhaltliche Arbeit erschwert, ist die Zerstrittenheit einiger AfD-Fraktionen – bis hin zu Auflösungserscheinungen. So ist der AfD von ihren einstmals vier Abgeordneten in der Bremer Bürgerschaft nur einer geblieben. Die anderen drei sind in die neue Partei Alfa gewechselt, die AfD-Gründer Bernd Lucke gestartet hat. Auch Hamburgs Fraktionschef Jörn Kruse will seitdem die AfD nur noch bedingt unterstützen. „Alles, was da über Familie und Kinder drinsteht, finde ich unsäglich, vorgestrig und frauenfeindlich“, sagte er über das Parteiprogramm. Fraktionschef in Hamburg blieb er trotzdem.
In Baden-Württemberg kam es zur Spaltung, Bundesparteichef Meuthen und seine Unterstützer verließen die Fraktion, weil sich keine Zweidrittelmehrheit dafür fand, den Verfasser antisemitischer Schriften, Wolfgang Gedeon, auszuschließen[….] Der Einzug der AfD in die Landtage [….] hat [….] zu einer Verrohung in den Plenardebatten geführt. In Thüringen hagelt es Ordnungsrufe. [….]  Der in Sachsen-Anhalt gewählte Landtags-Vizepräsident der AfD, Daniel Rausch, gab sein Amt nach der ersten Sitzung ab. [….]