Sonntag, 29. Mai 2016

Empörungsmaschinerie



Heribert Prantl besuchte für zwei Tage Sebastian Edathy im Exil und schilderte eindrücklich wie vollständig dessen Leben in finanzieller, politischer, beruflicher und psychologischer Hinsicht zerstört ist.
Daß der Mann nicht vorbestraft ist, eben gerade kein strafrechtlich relevantes Material ansah, spielt keine Rolle.
Bilder nackter Jungs anzusehen führt zu gesellschaftlich maximaler Ächtung.
„Der Pädophile“ wird ewig an Edathy kleben, obwohl der Begriff in seinem Fall ganz falsch ist.

Pädophilie ist aber das sexuelle Interesse an vorpubertären Kindern - unabhängig vom Geschlecht. Es gibt homo-, hetero- und bisexuelle Pädophile; letztere sind aber deutlich seltener als die ersten beiden.
Bezieht sich der Sexualtrieb auf vorpubertäre Jungs spricht man von Androphilie; sind Mädchen vor der Geschlechtsreife Objekt der Begierde, handelt es sich um Gynäkophilie.

Tatsächlich sind übergriffige Sexpastoren aber meistens ephebophil - also sexuell an männlichen Pubertierenden und Heranwachsenden interessiert.
Seltener kommt bei Priestern Parthenophilie vor, also sexuelles Interesse an weiblichen Jugendlichen.

Der Begriff pädophil wird sehr häufig falsch verwendet und ist zudem den Opfern gegenüber beleidigend, da das Wort „Philos“, also Liebe, den falschen Eindruck einer positiven, gegenseitigen Angelegenheit erweckt.
Der angebrachtere Oberbegriff lautet also „Pädosexualität“.

Pädosexualität ist in der Regel nicht der ausschließliche Aspekt der Sexualität eines Mannes. In mehreren phallometrischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass ein hoher Prozentsatz erwachsener Männer durch präpubertäre Stimuli sexuell erregt wurde. So kam Wolfgang Berner in entsprechenden Studien auf einen Anteil von 25 %.
Im Unterschied zu Pädophilen jedoch interessieren sie sich sexuell in erster Linie für Erwachsene. Ebenso sind Pädophile teils auch durch Erwachsene stimulierbar, interessieren sich aber in erster Linie für Kinder.
(Wolfgang Berner: Pedophilic Sexual Orientation: A Fuzzy Expression. Archivies of Sexual Behavior, 31)

Männliche Homosexualität ist also etwas ganz anderes als Androphilie (vulgo: Pädophilie) und auch etwas anderes als Ephebophilie - allerdings schließen sich diese Veranlagungen nicht gegenseitig aus.

Das gilt genau entsprechend bei Heterosexualität, die etwas anderes als Gynäkophilie und etwas anderes als Parthenophilie ist. Einige Heterosexuelle haben aber zusätzlich auch gynäkophile und/oder parenthophile Neigungen.  (……………………….)

Ein bißchen wundere ich mich schon, wie extrem im Fall Edathy der Hass auch noch über zwei Jahre später ausgekübelt wird.
Klar wird er Gegenstand von Witzen bei Jan Böhmermann; das ist für einen bekannten Politiker das klassische Berufsrisiko, aber das Ausmaß des Nachtretens verwundert.

Solange er aber zu einer ehrlichen Aufarbeitung der Affäre nicht bereit ist, fällt es schwer, Mitleid zu haben.

Das ist eine sehr persönliche, gefühlige Sichtweise des Spiegel-Autors, die aber mit Fakten nichts zu tun hat.
Mitleid ist auch ein „Gefühl“, das also von einem anderen gewährt wird und nicht an Bedingungen geknüpft ist. Mitleid „verdient“ man sich nicht, es ist eine unabhängig von dem zu Bemitleideten empfundene Regung.

Mitleid oder Mitleidlosigkeit ist eine Angelegenheit des Betrachters. Als vor 100 Jahren die Hamburger zur „Völkerschau“ in den Hamburger Tierpark gingen, um sich eingepferchte Menschen aus Afrika anzusehen empfanden sie kein Mitleid für aus heutiger Sicht bemitleidenswerte Menschen.
Noch heute empfindet die große Mehrheit der Deutschen offensichtlich kein Mitleid mit den 20.000 jeden Tag verhungernden Kindern auf der Welt, oder den 60 Millionen geschredderten Küken, oder den Obdachlosen auf der Straße.
Einige wenige empfinden hingegen so starkes Mitleid, daß sie ihr Verhalten radikal ändern.

Um es klar zu sagen: Mir tut Edathy leid, so wie mir auch Saddam im Erdloch leid tat, als er dann bei der Hinrichtung gefoltert wurde, obwohl er es „nicht verdient“ hatte.
 Ich kann aber an meinen Empfindungen nichts ändern. Menschen/Tiere in schlimmen Situationen tun mir Leid.
Andere empfinden für anderes Mitleid. Völlig OK.

Auch wenn man mich dafür hassen und der gefährlichen Relativierung schelten wird, so kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, daß andere bekannte Menschen sehr viel Schlimmeres als Edathy taten.
Die Causa Ratzinger halte ich für erheblich dramatischer.
Hier ging es nicht um das Betrachten von Bildern, die mutmaßlich „nur“ Nacktheit und keine sexuellen Handlungen zeigten, sondern es ging um hundertfachen oder tausendfachen sexuellen Missbrauch seiner Priester.
Ratzinger sorgte als Glaubenspräfekt aktiv dafür, daß Menschen, die Jungs gequält, geprügelt, vergewaltigt, penetriert hatten, nicht polizeilich verfolgt wurden, sondern weiter machen konnten, daß ihnen sogar von der Kirchenleitung aktiv neue Opfer zugeführt wurden.
Warum sitzen Ratzinger und sein cholerisch prügelnder Bruder nicht verarmt und anonym in einer schäbigen arabischen Exilwohnung und bedauern ihr Schicksal?

Ratzinger machte einen gewissen Bischof Müller, der selbst dafür sorgte, daß ein Sexualstraftäter erneut Jungs vergewaltigen konnte und darüber hinaus auch noch die Opferfamilie bedrohte, demonstrativ zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation.
Müller, inzwischen von Franzl zum Kardinal erhoben, ist nun derjenige, der dafür sorgt, daß Ratzis Bruder für seine Jahrzehnte andauernden gewalttätigen Übergriffe und seine mutmaßliche Mitwisserschaft an sexuellen Übergriffen bei den Regensburger Domspatzen, straflos bleibt.

Nein, natürlich macht das Edathy nicht sympathischer, aber wieso konzentriert sich das journalistische Hassfeuer nach wie vor so auf ihn, während allgemein wohlwollend über den Katholikentag in Leipzig geschrieben wird?
Bundespräsidenten geben sich dort die Klinke in die Hand und niemand fühlt sich bemüßigt die Verbrechen der RKK-Führung überhaupt zu erwähnen.

Samstag, 28. Mai 2016

Der Depp der Woche – Teil II



Mein Leben ist so schwer.
Da beschäftige ich mich gerade vor ein paar Tagen noch einmal ausführlich mit der ehemaligen EKD-Vorsitzenden Margot Käßmann und komme zu dem Schluß, daß sie sogar noch dämlicher ist, als ich immer dachte.
Aber so viel habe ich immerhin bei meiner Dekaden währenden Beobachtung des politischen und religiösen Geschehens gelernt: Man hüte sich vor morialogischen Superlativen.
Schlimmer geht immer.

So komme ich zum leidigen Thema des aktuellen EKD-Chefs Bischof Bedford-Strohm. Der Bayer beeindruckte schon mit so sagenhaft infantilen Falschaussagen, daß man ihm durchaus auch eine BILD-Kolumne zwischen Käßmann und Franz-Josef Wagner zutraut.

Bedford-Strohm erkannte nun angesichts der weltweiten islamistischen Gewalt, daß es an deutschen Schulen mehr Islamunterricht brauche.

"Flächendeckender Islamunterricht" sei die beste Möglichkeit, "junge Muslime immun zu machen gegen die Versuchungen von Fundamentalisten", sagt Heinrich Bedford-Strohm in der „Heilbronner Stimme“. An Schulen könnten Muslime sich mit der Tradition ihrer Religion auseinandersetzen und "zugleich Neues lernen über den Islam - und das auf dem Boden des Grundgesetzes", so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, der zugleich bayerischer Landesbischof ist.
Als Vorbild nennt Bedford-Strohm den evangelischen und den katholischen Religionsunterricht. Er wird von den Kirchen verantwortet, der Staat bezahlt lediglich. Bedingung dafür wäre laut Bedford-Strohm, "dass die Muslime in Deutschland sich so aufstellen, dass es klare Ansprechpartner für den Staat gibt".

Mit einiger Mühe erkennt man sogar, daß der Bischof es irgendwie gut meint.
Die „bösen“ Muslime sollen von staatlich bezahlten Islamlehrern auf die „gute“  Seite gezogen werden.

Selbst wenn man diesen naiven Denkansatz folgte, kommt man allerdings nicht weiter als bis zu Nasenspitze, denn Bedford-Strohm wurde offensichtlich bisher noch nicht mitgeteilt, daß es „den Islam“ gar nicht gibt.
Es gibt keinen Muslimischen Papst oder einen Sunnitischen Zentralratsvorsitzenden, der für den Islam spräche.
96% der Muslime in Deutschlands gehören überhaupt keinem Verband an, der Staat hat eben keinen adäquaten Ansprechpartner.
Es gibt an die vier Millionen Muslime in Deutschland und die größten Verbände sind der Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD) mit rund 10.000 Mitgliedern und die aus Ankara gesteuerte Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DİTİB), die wiederum rund 900 selbstständige Mosche-Vereine locker betreut.

Der EKD-Chef fordert hier also eine Abmachung mit einem nicht existenten Vertragspartner, die dazu führen soll, daß ebenfalls nicht existente deutsche islamische Theologen flächendeckend in Schulen eingesetzt werden.
So weit, so doof.

Schlimmer ist aber, daß Bedford-Strohm eine falsche und grundgesetzwidrige religiotische Regelung auch noch ausbauen will.
Jede Religion fördert eine „wir sind besser als die“-Ideologie, stellt die Anhänger des eigenen Kults über andere und pachtet somit die Wahrheit für sich.
Religionen sind also der Kern des Problems und nicht etwa die Lösung.
Wir brauchen nicht etwa mehr Religion an den Schulen, sondern weniger.

Es sollte in den Schulen nicht für eine Religion geworben werden, sondern neutral über die verschiedenen Religionen aufgeklärt werden.
Glaube ist Privatsache. Nach dem Unterricht kann selbstverständlich jeder Schüler so viel seiner Religion nachgehen wie er will, aber in der Schule hat das nichts zu suchen, schon gar nicht sollten dafür einseitige Theologen eingesetzt werden und diese sollten wiederum schon mal überhaupt nicht staatlich bezahlt werden.

Was Bedford-Strom hier fordert ist nichts weiter als die vollkommen irrsinnige Berliner „Pro-Reli“-Forderung, die zu Recht scheiterte.
Damals wollten Religioten aller Konfessionen Schüler auseinanderreißen und daran hindern gemeinsam unterrichtet zu werden.
Unsere bekannten staatlichen Top-Religioten – Günter Jauch, Andrea Nahles, Wolfgang Thierse, Angela Merkel und Co – machten sich alle für diese frühzeitige Spaltung der Kinder stark.

Die Initiative „Pro Reli“ erzwingt in Berlin einen Volksentscheid. Dabei geht es den Verantwortlichen - anders als von ihnen behauptet - eben nicht um Wahlfreiheit. Die gibt es nämlich nur, wenn man neutral über alle Religionen informiert wird, wie im Ethik-Unterricht. Genau den bekämft aber „Pro Reli“.
„Pro Reli“ will, dass Religion ordentliches Lehrfach an Berlins Schulen wird. Was die Religiösen aller Konfessionen nicht wollen ist das Fach Ethik, weil dort über alle Religionen neutral aufgeklärt wird. Stattdessen wollen Katholiken, Protestanten und Muslime den Kindern lieber jeder für sich sagen, warum jede andere Religion schlecht ist, dass der Mensch als Adam und Eva erschaffen wurde und nicht vom Affen abstammt, dass außerehelicher Sex Sünde, Abtreibung Mord, Homosexualität ein Verbrechen ist und so weiter und so fort....
„Pro Reli“ argumentiert, man sei für die „Wahlfreiheit“ zwischen Religion und Ethik. Die Kirchen als Vorkämpfer der Freiheit? Das wäre neu. Und was heißt denn Wahlfreiheit? Wie kann man wählen zwischen Religionen, wenn man nur von einer einzigen indoktriniert und über die anderen gar nicht informiert wird? Genau das aber will „Pro Reli“ mit dem einseitigen, konfessionellen Religionsunterricht. Deshalb bekämpfen sie ja das Fach Ethik so verbissen. Das würde nämlich umfassende Information über alle Religionen und damit erst wirkliche Wahlfreiheit ermöglichen.


Daß Bedford-Strohm acht Jahre später dieses Fass noch einmal aufmacht, zeugt von einer selbst für bischöfliche Verhältnisse sagenhaften Ignoranz.

Das Gegenteil seiner Forderungen ist richtig.
Der christliche Religionsunterricht gehört aus staatlichen Schulen verbannt und flächendeckend durch Ethikunterricht ersetzt, der über die Entstehung der verschiedenen Religionen, ihre extrem blutige Geschichte und ihre nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbarenden Grundsätze (beispielsweise Sippenhaft und Religionszwang in den christlichen „zehn Geboten“) aufklärt und dem entgegen stellt wie unsere Verfassung die Würde des Menschen schützt und Diskriminierung verbietet.


Religiöse „Grundwerte“ der drei abrahamitischen Lehren haben sich den staatlichen Regeln unterzuordnen.
Die Minderwertigkeit von Frauen, die Verdammung von Homosexualität, das Preisen von Sklaverei und Prügeln, die Körperstrafen, die Speisenverbote, die Verächtlichmachung von Tieren und Natur, die man in Koran, Bibel und Thora findet sollte natürlich nicht noch stärker auf Kinder einwirken, wie Bedford-Strohm meint, sondern möglichst ferngehalten werden.

Als eine gefährliche Illusion und die Verschleuderung von Steuergeld haben die Evolutionären Humanisten Freiburg (EHF) die Absicht des Kultusministeriums bezeichnet, den islamischen Religionsunterricht auszubauen.
“Wer der Verdummung und Fanatisierung der Menschen durch religiöse Fanatiker begegnen will, braucht nicht mehr Religion, sondern eine qualifizierte Aufklärung darüber”, sagte der Sprecher der EHF, Arno Ehret. Islamisten durch den Ausbau von Islamunterricht zu bekämpfen, sei in etwa so sinnvoll wie die Einführung eines Faches “Gesunder Patriotismus”, um Neonazis das Wasser abzugraben.
Eine kritische Befassung mit Ethik und Religion sei nicht nur für Muslime wichtig, sondern wohin die Unwissenheit führe, sehe man auch an den fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen. Die Humanisten verlangen, in den Schulen das Fach Ethik als Pflichtfach für alle einzuführen. Der staatlich finanzierte Religionsunterricht könne hingegen getrost abgeschafft werden, denn Religion sei Privatsache. [….]

Freitag, 27. Mai 2016

Wie es hier so läuft, Teil X



Bürgermeister Olaf Scholz macht seine Sache immer noch sehr gut.

Umso peinlicher fällt die Opposition auf.
Von der wirren AfD gibt es etwas Neues; ihr Fraktionsvorsitzender Jörn Kruse kehrte inzwischen aus seinem Vierteljährigen Exil in Kalifornien zurück in die schnöde Hamburger Landespolitik.
Das gefällt allerdings nicht jedem; ganz besonders nicht seiner eigenen Partei, die ihm sofort einen Maulkorb verpasste und ihm verbot sich öffentlich zu äußern, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen.

Kruse musste sich dafür bereits die massive Kritik von rund 70 AfD-Mitgliedern anhören. Fraktionsvize Dirk Nockemann bezeichnete Kruse als "Parteichef auf Bewährung" [….]
Künftig muss Kruse seine Interviews von Parteifreunden gegenlesen lassen, bevor sie freigegeben werden. Ob Kruse bei der Neuwahl des Fraktionschefs im August wiedergewählt werden wird, ist momentan wohl offen.

In Hamburg braucht es allerdings keine rechte AfD, um wider Minderheiten und Flüchtlinge zu hetzen. Das übernimmt auch die CDU.

Wenn schon die Hamburger AfD komplett eingeschlafen ist und sich die doofen Bürger immer noch hilfsbereit für Kriegsflüchtlinge engagieren, muß ja einer gegen Ausländer hetzten.

Den Part übernimmt nun die Hamburger CDU, die schon zuvor durch dreiste Lügen bei der Sicherheitspolitik Schlagzeilen gemacht hatte.
Wenigstens gerüchteweise müßte man doch diesen Flüchtlingen kriminelle Energie anhängen können. Es sind ja schließlich Ausländer!
Jede zehnte Straftat, mindestens, wird doch hier von einem Flüchtling begangen – so tönt die CDU.

Karin Prien, berüchtigte CDU-Abgeordnete und Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Blankenese, schlägt wieder zu.

Ausgerechnet in zwei der allerreichsten Stadtteile zeigt sich der xenophobe häßliche Deutsche.
In widerlicher Art versucht die auf 15% heruntergedemütigte CDU daraus Kapital zu schlagen, hetzt gegen den Senat, verlangt immer hysterischer nach „Massen-Abschiebungen“ und mehr Polizei.

Die CDU hat in der Bürgerschaft für "Massenabschiebungen" plädiert, um Menschen vom Balkan von einer Einreise nach Hamburg abzuhalten. "Dazu gehört auch, dass man als Regierung in Hamburg mal symbolisch bereit ist zu sagen, wir machen dann eben mal eine Massenabschiebung von Menschen, die aus dem Kosovo oder Albanien kommen", sagte die CDU-Abgeordnete Karin Prien wörtlich bei der Debatte über einen CDU-Antrag zur Flüchtlingspolitik mit dem Titel "Missbrauch des Asylrechts und falsche Migrationsanreize verhindern – Hilfe in Not und wirksame Integration vorantreiben".

Merkels Partei ist einfach nur widerlich – das zeigte sich auch gestern wieder sehr häßlich, als Wolfgang Schäubles Schwiegersohn, CDU-Bundesvize Strobl in die TV-Kameras blaffte „Der Grieche hat jetzt lang genug genervt!

Prien, geboren, aufgewachsen und studiert in Amsterdam, will es nun irgendwie schaffen zu suggerieren, daß Ausländer kriminell sind und stellte dazu eine Parlamentarischen Anfrage an den Senat.

(………..) Wie viele minderjährige unbegleitete Flüchtlinge aus welchen Herkunftsländern gab es mit Stand Ende März 2016 in Hamburg? Wo und in welcher  Form  werden  sie  jeweils  betreut?  Wurden  im  März  2016  Ermittlungsverfahren gegen minderjährige unbegleitete Flüchtlinge eingeleitet? (………..)
Wie  viele  Asylsachen  gingen  im  März  2016  beim  Verwaltungsgericht ein?  Bitte  nach  Klagen  und  Rechtsschutzverfahren  unterscheiden.  Wie viele Verfahren wurden im März 2016 jeweils erledigt? (………..)

Aus den Antworten schloss unter anderem der CDU-Abgeordnete Dennis Gladiator, es sei erschreckend, daß viel mehr Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen wären als es ihrem Bevölkerungsanteil entspräche.

CDU-Interpretation: Flüchtlinge sind schlechtere Menschen.

Die Polizei mag sich allerdings dieser Sichtweise nicht anschließen.

Polizei warnt vor voreiligen Schlüssen [….]
Die Parlamentarische Anfrage der CDU zum Thema „Kriminelle Flüchtlinge“ sorgt für Aufregung. Eine Statistik aus den ersten drei Monaten des Jahres scheint zu belegen, dass jeder zehnte Straftäter in Hamburg ein Flüchtling ist. Die CDU spricht von erschreckenden Zahlen. Was steckt wirklich dahinter? [….]  „Statistiken, die eine Zeitspanne von weniger als einem Jahr umfassen, sind nur bedingt aussagefähig“, betont Polizeisprecher Jörg Schröder. Zudem dürften es unterm Strich weniger als 2.252 tatverdächtige Flüchtlinge sein, weil ein Asylsuchender mehrere Delikte verübt haben kann. Und: Die erfassten Flüchtlinge müssen nicht unbedingt aus Hamburg kommen. Beispiel dafür: die Silvesterübergriffe. Schröder: „Da gab es Tatverdächtige, die nicht in Hamburg wohnen.“
[….]  [….] „Wir müssen vorsichtig mit der Interpretation der Zahlen sein“, warnt Schröder. Aber: „Wir haben die Entwicklung der Fallzahlen natürlich im Blick und werden darauf reagieren.“ Schneider geht mit dem CDU-Kollegen hart ins Gericht: „Zu sagen, dass jeder zehnte Straftäter ein Flüchtling ist, geht zu weit. Das führt zu einer Stigmatisierung. Herr Gladiator sollte aufpassen, dass er das Straf- und das Asylrecht nicht durcheinanderbekommt.“

Inzwischen gibt es neue offizielle Zahlen zur Kriminalitätsstatistik.

Der Trend ist klar:
Wenig Kriminalität DURCH Flüchtlinge, aber exorbitant steigende Gewalt GEGEN Flüchtlinge.

Entgegen weit verbreiteter Befürchtungen in der Bevölkerung hat der große Zustrom an Flüchtlingen nicht zu einem Anstieg der Kriminalität in Bayern geführt. Das geht aus den Zahlen des Innenministeriums in München hervor. Zieht man die vielen Ermittlungsverfahren wegen unerlaubter Einreise ab, ist die Gesamtkriminalität in Bayern 2015 sogar gesunken - und zwar sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch im langjährigen Trend.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte rasant gestiegen. Die Täter werden häufig nicht ermittelt.
Jeden dritten Tag brennt in Deutschland eine Flüchtlingsunterkunft.
528 Übergriffe auf Unterkünfte im Jahr 2015 – das ist die traurige Bilanz der Chronik, die die Amadeu Antonio-Stiftung und PRO ASYL führen. In 126 Fällen handelte es sich dabei um Brandanschläge: Im Durchschnitt brennt also in Deutschland jeden dritten Tag eine Flüchtlingsunterkunft – viele davon waren bereits bewohnt. Und auch außerhalb der Unterkünfte kommt es vermehrt zu Attacken: In der Chronik sind 141 tätliche Angriffe auf Flüchtlinge vermerkt, dabei kam es zu insgesamt 205 Körperverletzungen durch rechte Gewalttäter.
BKA: Zahl der Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte hat sich mehr als vervierfacht.
Das Bundeskriminalamt zählte sogar insgesamt 924 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte – mehr als viermal so viele wie die 199 erfassten Straftaten in 2014, bis dato in diesem Jahrtausend das Jahr mit den meisten fremdenfeindlichen Angriffen in Deutschland. Statistisch ergibt sich ein Anstieg der Anschläge von insgesamt 364 Prozent. […]

Angesichts der dramatisch ansteigenden rechten Gewalt gegen Heimatvertriebene, fühlt sich die Hamburger Junge Union, JU, (Motto ihrer FB-Seite: #Ja zu TTIP!) zum Handeln ermutigt.

Sie produziert ein Imagefilmchen, um diejenigen anzuprangern, die Deutschland gefährden.
Und das sind natürlich die LINKEN Aktivisten rund um die Rote Flora, die noch nie einen Angehörigen einer Minderheit tätlich angegriffen haben, das Flora-Gebäude soeben liebevoll renoviert haben und in ihrem Stadtteil friedlich mit ihren Nachbarn koexistieren.
Schlimme Typen also.
Antonia Niecke, stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union, wandert in dem nun produzierten Video durch die Straßen rund um die Rote Flora, deutet auf das Gebäude, hält einen Ziegelstein in die Kamera und bekundet: „Jeder Extremist ist Mist!“
Ja, die JU weiß eben wo der Feind steht.

Eine junge Frau läuft durch die Susannenstraße, dann aufs Schulterblatt, schaut sich die Rote Flora an. "Meine Stadt lebt von Vielfalt und einem friedlichen Miteinander", sagt sie in die Kamera. Kurz darauf steht sie mit einem Ytong-Stein vor der Flora und sagt "Jeder Extremist ist Mist". [….]  St.-Pauli-Blogger Erik Hauth kritisiert erst das Video und dann Niecke selbst: "Antonia N. lässt auf ihrer Facebook Page wirklich keinen Zweifel, daran, dass sie alle 'Extremisten doof findet'. Das hört sich dann bspw. so an: 'Man kann gegen die AfD sagen, was man will, aber ...'", schreibt er. [….]

Leider kann ich das wunderbare Video nicht einbetten, aber man findet es in dem MoPo-Artikel oder auf Facebook.

Ach ja, die JU – man muß sie einfach lieben.

Wann immer die CDU-Jugendorganisation ein Video produziert, wird das ein komödiantischer Kracher.







Das Drama meines Lebens, daß ich das Maximalalter für eine JU-Mitgliedschaft bereits überschritten habe…