Donnerstag, 4. Februar 2016

Auf den größten Haufen scheißen Teil III



Gerade hatten wir noch gelernt, daß selbst Dobrindt, der doofste Minister Deutschlands, der Minister ohne Geschäftsbereich, richtig Schaden anrichten kann, indem er den Verbrauchern massiv schadet und sich den Interessen der Großkonzerne unterordnet.

Es gibt in diesem Land zweifellos Schwache, die der besonderen Fürsorge des Staates bedürfen.

Und ganz zweifellos gibt es auch besonders Starke und Schwerreiche, die wunderbar allein zurechtkommen und nicht zusätzlich von der Regierung finanzielle Unterstützung benötigen.

Wer zum Beispiel bei einem dreistelligen Milliardenumsatz einen zweistelligen Milliardengewinn erzielt, der wiederrum einer der reichsten Familien Europas, den Piëch-Porsches (das geschätzte Vermögen des Clans: Mehr als 41 Milliarden Euro) zu Gute kommt, muß eigentlich nicht bei der Bundesregierung betteln gehen.

Es sind Zahlen, die für sich sprechen. VW verdiente 2014 mehr als elf Milliarden Euro, Daimler über sieben Milliarden, BMW machte unterm Strich fast sechs Milliarden Euro Gewinn.

Alle deutschen Automobilkonzerne haben überquellende Geldspeicher.
Sie könnten also durchaus in die Technologien investieren, die wir in Zukunft brauchen: Autos, die weniger Energie/Strom/Kraftstoff verbrauchen und umweltfreundlicher funktionieren.

Tatsächlich aber halten sich die Autokonzerne den Superlobbyisten Matthias Wissmann, CDU, ehemaliger Minister und Kabinettskollege Merkels, der dafür sorgt, daß auch bei den Autokonzerne stets die Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.


Selbst Merkel, die sich eigentlich niemals in die Angelegenheiten der Politik einmischt, wird ganz aktiv, um auf internationaler Ebene zum Schaden der Umwelt und zu Ungunsten der Verbraucher, den Auto-Konzernen zu helfen.

Bei willfährigen Regierungen wie der jetzigen bleiben politische Vorgaben für Wirtschaft und Industrie aus.
Ideal ist das nicht, denn ohne politischen Zwang haben deutsche Konzerne beispielsweise die Entwicklung eines Rußpartikelfilters oder eines Hybridantriebes lange Zeit verschlafen.
Das betrifft vor Allem aber die fehlenden gesetzlichen Regelungen für weniger Benzinverbrauch („Dreiliterauto“) und Abgasreduzierung.
Nun stehen die deutschen Hersteller mit dem größten CO2-Flottenausstoß da.
Merkel bewahrt die Hersteller vor unmittelbaren Folgen auf den Märkten.

Auf direkte Intervention der Kanzlerin nahm die EU eine CO2-Abgabe zurück, um BMW und Daimler zu schützen und nach dem VW-Abgas-Betrug sorgt sie dafür, daß höhere Emissionen erlaubt werden, während ihr Verkehrsminister Dobrindt garantiert, daß keine VW-kritischen Menschen mit der Aufklärung des Skandals befasst werden. Die deutschen Behörden schützen VW.

"Politik und Verwaltung sind wirklich in einer Zwickmühle. Seit acht Jahren werden sie nicht nur von uns damit konfrontiert, dass die Automobilindustrie lügt und betrügt. Man hat trotzdem nicht gemessen. Je mehr man jetzt natürlich feststellt, dass das alles stimmt, umso größer das politische Desaster."


Auffällig schweigsam zu alldem ist die Bundeskanzlerin. Also die Frau, die sich vor vielen Jahren einmal ernsthaft um Eisberge und Eisbären kümmerte. Zum Abgas-Skandal hört man wenig von ihr. Aber in Brüssel hat sie angeblich ihren Einfluss geltend gemacht.
Dort hat die EU-Kommission als Reaktion auf den VW-Betrug endlich die Einführung neuer, realistischer Abgastests beschlossen – auf der Straße, mit solchen Messgeräten. Vorgesehen waren strenge Grenzwerte für die giftigen Stickoxide. Die aber wurden in letzter Sekunde mal wieder aufgeweicht.
Vom Brüsseler Verkehrs- und Umweltexperten Greg Archer erfahren wir, dass Angela Merkel die Tests verwässert hat.

"Die deutsche Regierung ist eingeschritten. Kanzlerin Merkel hat in Großbritannien und Frankreich angerufen, um Unterstützung zu erhalten für laschere Grenzwerte. Ich halte das für eine Schande. Statt sich um die Gesundheit ihrer Bürger zu kümmern, hat die deutsche Regierung leider erneut zugunsten seiner Autoindustrie eingegriffen."
(O-Ton Greg Archer, Verkehrsexperte, Transport & Environment)


Inzwischen will die Bundesregierung wieder auf den größten Haufen scheißen und die Versäumnisse der PKW-Hersteller mit Steuergeldern zukleistern.
Die zu teuren Elektroautos könnten eine Kaufprämie von € 5.000 erhalten.

Wohlgemerkt – es handelte sich um Zuschüsse an Konzerne, die ohnehin superreich sind und sich die Prämien locker selbst leisten könnten.

VW verdiente 2014 mehr als elf Milliarden Euro, Daimler über sieben Milliarden, BMW machte unterm Strich fast sechs Milliarden Euro Gewinn.

Was würde so eine erneute Pamperung des größten Konzerns in Deutschland der Umwelt nützen?
Vermutlich kaum etwas – aber die VW-Manager könnten sich die Taschen füllen.
Soweit die Erfahrungen in anderen EU-Ländern.

[….] Wenn die Bundesregierung wissen möchte, ob und wie Prämien für den Kauf von Elektroautos wirken, könnte sie in Spanien nachfragen. Dort wird der Erwerb mit 5000 Euro gefördert. Gebracht hat das: herzlich wenig.
[….] Dass die spanische Regierung immer noch eine Hilfe von über 5000 Euro zahlt, wenn jemand ein reines Elektroauto kauft, hat bei den Zulassungszahlen nicht viel geholfen. [….] Und der Plan war ehrgeizig: Bis zum Jahr 2011 sollten die Zulassungszahlen, ob rein elektrisch oder hybrid mit Batterie, auf 20.000 Autos steigen, bis 2012 auf 50.000. Bis 2014 sollten gar 250.000 Elektroautos in Spanien fahren.
Doch die Zulassungszahlen liefen schon damals eher unter "fast nichts", wie ein Vertreter der Automobilindustrie 2010 einräumte: "Die Dinger sind doch überhaupt nicht verbreitet, vergangenes Jahr ist in ganz Spanien gerade mal ein Elektroauto verkauft worden." [….]

Also, von wegen! Von wegen, die GroKo wurschtele nur rum und tue nichts!
Nein, sie schaufelt aktiv das Steuerzahlergeld zum Schaden der Allgemeinheit und der Verbraucher zu den Multimilliardären dieser Republik!

Konzerne müssen zahlen
Prämien für Käufer sollten nicht nur vom Staat kommen.
[….] Die Konzerne [….] müssen ihre Benziner immer sparsamer machen, gleichzeitig Milliardensummen in die Elektroautos von morgen investieren, die heute aber noch keiner kauft. Das liegt an den hohen Preisen der Batterien, aber nicht nur. Wer kauft schon ein E-Auto, wenn er nicht weiß, ob und wo er sein Fahrzeug das nächste Mal aufladen kann, und Benzin gleichzeitig von Tag zu Tag immer billiger wird?
[….] Die Industrie sollte einen Teil der Hilfen selbst mitstemmen - die Gewinne bleiben am Ende ja auch bei ihr.



Nachtrag

Gerade entdecke ich noch diesen Kommentar:

[……..] Ist das also die politische Antwort auf den VW-Skandal? Autos werden zwar künftig auf der Straße getestet, dürfen aber mehr als doppelt so viele Abgase ausstoßen wie bislang erlaubt. Die EU-Staaten haben diese erstaunlich laxen Grenzwerte durchgesetzt - weitaus laxer, als es die Europäische Kommission gerne gehabt hätte. Die Regierungen haben aus der Dieselaffäre praktisch nichts gelernt, sie handeln weiter als Lobby der Autokonzerne. [……..]

Mittwoch, 3. Februar 2016

Groko-Politik



Afghanistan, Syrien, Irak – das sind doch ganz schöne Länder, in die man Menschen zurück schicken kann.


Und schon gar nicht braucht man sie pauschal als Flüchtlinge anerkennen.
Daher hat Merkels Minusminister de Maizière auch das BAMF angewiesen individuell zu prüfen, ob Fluchtgründe vorliegen.
Viele simulieren doch vermutlich nur.

De Maizière unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen im sicheren Afghanistan.
Bundesinnenminister de Maizière hält an seinem Plan fest, abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan zurückzuschicken. Das Land sei in Teilen sicher. Sich selbst ließ der Minister in Afghanistan dennoch unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen eskortieren. Kurze Zeit später explodierte eine Bombe, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen.


Die Bundesregierung verschärft sukzessive ihre Signale und ihre Tonlage gegenüber Flüchtlingen. Am Montag kündigte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in Berlin an, dass sie die scharfen Regeln für Hartz-IV-Empfänger künftig auch auf Asylbewerber und das Asylbewerberleistungsgesetz übertragen möchte. Gleichzeitig machte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei einem Besuch in Afghanistans Hauptstadt Kabul klar, dass er einen Großteil der Flüchtlinge aus diesem Land lieber früher als später wieder zurückschicken würde.
Damit setzt sich ein Trend fort, den die Bundeskanzlerin und ihr Kanzleramtsminister zuletzt schon vorgegeben haben. Merkel hatte erklärt, dass die meisten der knapp eine Million Flüchtlinge, die 2015 in Deutschland Schutz gesucht hätten, nach Ende der Bürgerkriege in ihre Heimat zurückkehren müssten. […]

Sieht doch schon wieder ganz schön aus in Syrien.
Da gibt es nun wirklich keinen Grund dafür, daß Kinder und Frauen nicht dableiben könnten!


Nach wochenlangem Koalitionsstreit sind die Gesetze nun auf dem Weg: Das Bundeskabinett hat das umstrittene Asylpaket II beschlossen. Der Familiennachzug soll damit eingeschränkt, Asylverfahren und Abschiebungen beschleunigt werden.
[…]   Flüchtlinge mit eingeschränktem - im Fachjargon: subsidiärem - Schutz dürfen ihre Familie nicht nach Deutschland holen, zwei Jahre lang soll der Nachzug ausgesetzt werden. Das ist einer der Punkte, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vize Sigmar Gabriel und CSU-Chef Horst Seehofer schon im November verabredet hatten. Es geht hier um jene Hilfesuchenden, die sich nicht auf das Grundrecht auf Asyl berufen können und auch keinen Schutzstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention genießen, aber dennoch nicht heimgeschickt werden, weil ihnen dort zum Beispiel Folter oder Todesstrafe drohen. […]

Man versteht gar nicht wieso aus dem Daesh-Gebiet geflohenen Männer ihre Familien nun auch noch nach Deutschland holen wollen!
Das haben sie ab sofort gefälligst zu unterlassen!
Die Gören und Weiber bleiben wo sie sind – das beschlossen Gabriel, Seehofer und Merkel. CDU, CSU und SPD sind zufrieden.
Denn dies ist ein guter Platz, um Kinder großwerden zu lassen:


Versteh einer diese Syrer – nun steigen aus Verzweiflung mehr und mehr Kinder und Frauen in seeuntaugliche Boote, um in der Ägäis zu krepieren – was bleibt ihnen anderes übrig – Merkel, Seehofer und Gabriel, sowieso die Rest-EU zwingen sie dazu.

CDU-Chefin Merkel sprach von einem guten Tag und betonte die Handlungsfähigkeit der Koalition. "Ich finde, dass wir sehr viel auf den Weg bringen." CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte: "Der Beschluss trägt dazu bei, unser Ziel zu erreichen: die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber spürbar zu reduzieren."
(Spon 29.01.2016)

Hunderte Tote allein im Januar 2016 durch die EU-Abschottung.
Ein genialer Plan, denn die Blagen werden ja an den griechischen und türkischen Küsten angespült. An der deutschen Nordseeküste stranden hingegen nur Pottwale.

Mehr als ein Drittel der Flüchtlinge, die von der Türkei nach Griechenland aufbrechen, sind mittlerweile Kinder. Das teilte Unicef mit. Die EU-Kommission übt indes schwere Kritik am griechischen Grenzschutz.
"36 von 100 Flüchtlingen, die derzeit die gefährliche Seereise von der Türkei nach Griechenland wagen, sind Kinder", teilte das Uno-Kinderhilfswerk Unicef mit. An der griechisch-mazedonischen Grenze liege der Anteil von Frauen und Kindern inzwischen bei 60 Prozent. Damit seien die Männer erstmals in der Minderheit, sagte Unicef-Sprecherin Sarah Crowe.
Der gestiegene Anteil von Frauen und Kindern hat demnach weitreichende Folgen: Sie seien bei der Durchquerung der Ägäis noch größeren Gefahren ausgesetzt, insbesondere im Winter. Zudem müssten an jeder Landetappe die Sanitäranlagen und Schlafplätze angepasst werden.

Ja, so geht die Politik des zu 100% aus Christen bestehenden Bundeskabinetts.
Mehr Leichensäcke in Südost-Europa sind allemal besser, als sich hier mutig der rechtsradikalen AfD-Pest entgegen zu stellen.
Eine prima Sache, daß Deutschland Kindern die Wahl zwischen IS und Mittelmeer beläßt.

Bei CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt klang das ähnlich: "Die Aussetzung des Familiennachzugs ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die Zahl der Flüchtlinge spürbar zu reduzieren." Die CSU habe immer gefordert, den Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutz für zwei Jahre auszusetzen. "Es ist gut, dass sich die SPD in diesem Punkt bewegt hat." CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte: "Hartnäckigkeit zahlt sich aus." Und CSU-Chef Seehofer ließ wissen: "Ich bin hoch zufrieden."
(Spon 29.01.2016)

Wieso wollen diese Leute überhaupt weg vom Kalifat? Bayern bleiben doch auch in Bayern.


CDU, CSU und SPD haben beschlossen, daß Familien eben nicht mehr aus solchen Gebieten hierher geholt werden dürfen.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte die Beschlüsse scharf. "Das sind ganz bittere Entscheidungen", sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. "Das ist ein gravierender Eingriff in das Grundrecht auf das Zusammenleben als Familie." Den Betroffenen bleibe damit nur, illegale Wege zu gehen. "Das wird das Geschäft der Schleuser und Schlepper beleben", warnte Burkhardt.

Sollen die mal schön dableiben. Wir lassen sie nicht legal in die EU. Selbst schuld, wenn die sich illegal auf den Weg machen.

Laut einer Statistik der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren 60 von 272 Flüchtlingen, die im Januar zwischen der Türkei und Griechenland im Mittelmeer ums Leben kamen, Kinder. Erst am Dienstag waren die Leichen von neun Flüchtlingen von der türkischen Küstenwache geborgen worden. Unter den Toten waren zwei Babys.

Ja, die GroKo hat tolle Arbeit geleistet.
Integration von Flüchtlingen wird behindert und ausgesetzt und die Kleinsten werden indirekt zum Tod verurteilt.

Danke Oppermann und Gabriel.
OK, mit den SPD-Parteitagsbeschlüssen kann man so ein Vorgehen wohl nicht in Einklang bringen – aber was zählt das schon, wenn man in Umfragen im Kellergeschoss festsitzt und die Hosen viel zu voll hat, um Merkel und Seehofer entgegen zu treten.

[…] Die Beschlüsse zur Einschränkung des Familiennachzugs seien "unmenschlich", sagte Juso-Chefin Johanna Uekermann der Welt. Dadurch werde die Integration bereits in Deutschland angekommener Menschen erschwert und weiteren Forderungen der "Integrationsverweigerer" von der CSU der Boden bereitet, beklagte die Vorsitzende der Jungsozialisten.
Der SPD-Migrantenvertreter Aziz Bozkurt nannte den Inhalt des neuen Asylpakets in der Zeitung "offensichtlich vom Stammtisch getrieben". Der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration sprach von einem "bitteren Tauschhandel", bei dem eine Steuerbarkeit der Fluchtbewegungen vorgespielt werde. Die Einheit der Familie sei durch die Verfassung geschützt, werde aber nun als "Beruhigungspille für eine verunsicherte Bevölkerung" geopfert.
Hilde Mattheis vom Forum Demokratische Linke in der SPD kritisierte das Asylpaket II als potenzielles "Integrationsverhinderungspaket". […] Möglicherweise hat die SPD-Spitze mit dem Kompromiss einen Beschluss der Parteibasis vom Dezember übergangen, den führende Genossen zur roten Linie erklärt hatten. Auf ihrem Parteitag in Berlin hatte die SPD festgelegt, dass es bei einem betroffenen Personenkreis von etwa 1.800 Flüchtlingen (mit subsidiärem Schutz) bleiben müsse. "Beim Familiennachzug ist das Kleingedruckte wichtig. […] Im SPD-Parteitagsbeschluss heißt es wörtlich: "Um das Tempo des Zuzugs zu verringern, wird der Familiennachzug bei den heute subsidiär Schutzberechtigten (ca. 1.800 Personen) erst nach zwei Jahren ermöglicht." Familiennachzug und Integration hingen stark zusammen. "Deshalb muss das Recht auf Familiennachzug für alle gelten, die eine Bleibeperspektive in Deutschland haben", entschieden seinerzeit die SPD-Funktionäre.

Dienstag, 2. Februar 2016

Die Kirche im Kopf.



Eins der wichtigen Bücher aus der „atheistischen Szene“ ist das vor neun Jahren erschienene 

Die Kirche im Kopf. Von „Ach Herrje!“ bis „zum Teufel!“ 

von Michael Schmidt-Salomon und  Carsten Frerk.
Dabei geht es um die vielen biblischen Assoziationen und Metaphern, die man verwendet, ohne sich darüber bewußt zu sein.

erhältlich bei Alibri


[…] Das Christentum hat neben dem Judenhass zahlreiche andere fortpflanzungspotente Meme in die Welt gesetzt. Einige davon sind bereits auf den ersten Blick grauenerregend, andere erscheinen bloß skurril, dumm und lächerlich. Viele von ihnen (beispielsweise der christliche Schuld- und Sühnegedanke) wirken auch in säkularen Köpfen unverändert fort. Aufgabe des vorliegenden Buches soll es sein, diese Meme aufzuspüren und auf unterhaltsame Weise zu entlarven. Wie ein Computer-Virenschutzprogramm fahndet es nach Überresten religiöser Viren in unseren Köpfen und hilft dem versierten User, unerwünschte Einträge aus der mentalen Matrix zu löschen.
Das von uns vorgeschlagene Hirnwaschprogramm arbeitet in zwei Stufen. In der ersten Stufe („Vorwäsche“) werden einfache Wörter, Flüche, Redewendungen analysiert, die häufig erst auf den zweiten Blick ihre religiöse Herkunft verraten. Hier erfährt man u.a. warum im christlichen Kulturkreis angeblich „alles Gute von oben kommt“, warum insbesondere süddeutsche Artgenossen im Ärger zur „Kreuzigung der Türken“ aufrufen („Kruzitürken!“) und weshalb „Gott immer bei den stärksten Bataillonen ist“ („Heiliges Kanonenrohr!“).
Nach diesen eher leichten Vorübungen geht es in der zweiten Stufe ans Eingemachte („Hauptwaschgang“), um komplexe Begriffe wie Schuld, Sexualität, Willensfreiheit usw. Diese Begriffe sind selbst in säkular sich dünkenden Köpfen von religiösen Konzepten überlagert. Es ist Aufgabe dieses Teils, die religiösen Denkmuster zu identifizieren und sie in pointierter Form einer wissenschaftlichen und humanistischen Denkungsart gegenüberzustellen. […]

Tatsächlich bemühe ich mich seit vielen Jahren diese Art der Werbung für das Christentum zu unterlassen, indem ich Floskeln wie „Gott sei Dank“ oder „Oh Je!“ strikt vermeide.

Es ist gar nicht so einfach den über Jahrhunderte eingeimpften Konnotationen zu entgehen, bei denen „gottlose Taten“ oder „unchristliche Zeiten“ schlecht sind, während „fromm“ oder „gottesfürchtig“ positive Gefühle auslösen.
Mit größter Selbstverständlichkeit werden in Talkshows Pfaffen mit „Hochwürden“, Bischöfe als „Exzellenzen“ und Kardinäle als „Eminenzen“ angeredet.
Warum?
Haben die Kinderfickervertuscher etwa eine a priori höhere Würde als wir normale Menschen?
Ich erinnere mich noch mit einem lachenden Auge an eine „Hart, aber fair“-Sendung zum kirchlichen Kindesmissbrauch mit dem omnipräsenten Weihbischof Jaschke, der natürlich auch von allen untertänig als Exzellenz, oder Herr Bischof angesprochen wurde und Bascha Mika konsequent die Anrede „Herr Jaschke“ verwendete. Das gefiel dem Kirchenadeligen sichtlich überhaupt gar nicht.

Als CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf in Baden-Württemberg gegen Flüchtlinge hetzte, attestierte ihm die SZ „Unchristlichkeit.“

In bizarrer Verkennung des Wortes „christlich“ welches SZ-Autor Thorsten Denkler offenbar rein positiv konnotiert, bescheinigt er dem CDU-Spitzenmann maximale Menschenfeindlichkeit.

[….] Der CDU-Spitzenkandidat für Baden-Württemberg, Guido Wolf, will Flüchtlingen kein Geld mehr auszahlen. Und damit die Zuwanderung verringern. Ihm fehlt offenbar jedes Gefühl für christliche Mitmenschlichkeit.[….] [….] [….]

Die Kirche muß endlich raus aus den Köpfen.

Gerade exponierte sich meine besondere Grüne Freundin Katharina Fegebank, Bürgermeisterin von Hamburg, mit einem Christenspruch.


Frau Fegebank ist entweder geschichtsblind, ungebildet oder einfach blöd - offenbar weiß sie nicht was die Kirche für eine Organisation ist.
Daß 99% der Nazis Christen waren. Daß in den Kirchen für Hitler gebetet wurde, daß Kirchen Waffen segnen, daß Militärbischöfe noch heute Soldaten auf den Krieg einstimmen, daß Luther der Stammvater aller protestantischen Antisemiten ist, daß sich gerade die "C"-Parteien immer mit ausländerfeindlichen Parolen ins Gespräch bringen, daß christlich erzogene Jugendliche mehr Vorurteile haben und weniger teilen, daß Christen weit überdurchschnittlich Prügelstrafe, Folter und Militäreinsätze befürworten, daß alle gesellschaftlichen Liberalisierungen wie Frauenwahlrecht oder das Verbot von Vergewaltigung in der Ehe gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden mußten, daß Kirchen die eifrigsten Unterstützer von faschistischen Mörderregimen in Südamerika waren, daß die katholische Kirche bis 1975 fest an der Seite der Franco-Diktatur stand, daß es die Kirchen sind, die massiv in Osteuropa und Russland gegen Schwule und Lesben hetzen, daß in christlichen Kinderheimen Hundertausende Kinder verprügelt, ausgebeutet und missbraucht wurden, daß deutsche Bistümer noch heute an den Börsen Geld mit Waffenproduzenten verdienen, daß Kardinal Woelki und Bischof Bohl als erstes von Ausweisungen sprachen, daß die evangelische Kirche in Sachsen Pegida in Schutz nimmt, daß Petrys Ehemann Pfarrer ist. Daß Beatrix von Storch bibeltreue Christin ist. Daß Christen vier Kontinente kolonialisiert und ausgebeutet haben, daß Christen den Tod von 100 Millionen indigenen Menschen in Nord- und Südamerika anzettelten, daß die Päpste das bis heute als „glückliche Schuld“ schönreden, daß Kirchen die Welt mit Konfessionskriegen, Inquisition und Kreuzzügen überzogen haben, daß Religionen die Hautursache für Gewalt in der Geschichte der Menschheit sind.
Daß die katholische Kirche nach 1945 die KZ-Schlächter vor der alliierten Justiz in Sicherheit brachte, daß sich die Kirchen in Argentinien bemüßigt fühlte Adolf Eichmann zu beschützen, daß Papst Pius XII pauschal alle Angehörigen der Arme, die Auschwitz BEFREITE exkommunizierte, aber hingegen für Hitler nach seinem Tod noch ein Requiem veranstaltete, ihn bis heute nicht exkommunizierte.
Daß der Vatikan bis heute die UN-Menschenrechtskonvention nicht akzeptiert, daß Kirchen in Afrika für die Todesstrafe auf Homosexualität kämpfen, daß Kirchen den sexuellen Missbrauch von Kindern in der ganzen Welt vertuschten.

Frau Fegebank und sie wundern sich, daß der fromme Christ Seehofer, der gerade zum anderen frommen Christen Putin aufgebrochen ist, Politik gegen Familien, gegen Menschen in Not macht?