Sonntag, 3. Januar 2016

Hüte dich vor der Erfüllung deiner Wünsche.



Warum tun die Araber eigentlich nichts?
Diese Frage zog sich durch die Republikanischen Präsidentschaftsdebatten in den USA.
Und viele der GOPischen Möchtegern-Außenpolitiker versprachen ihrem Publikum, amerikanische „boots on the ground“ wären nicht nötig, weil sie diesmal die reichen Golfstaaten dazu brächten das Kämpfen zu übernehmen.
Aus Sicht konservativer Amerikaner ist es in der Tat irgendwie unbefriedigend gelaufen bisher: Fast alle der WTC-Attentäter waren saudische Staatsbürger und als es anschließend ans Aufräumen in Afghanistan und dem Irak ging, hielt sich Riad vornehm zurück.
Auch wenn das eine sehr vereinfachte Darstellung ist, so hat sich doch bei westlichen Bellizismus-Diskussionen eingebürgert die Armeen der Golfmonarchien gar nicht erst einzuplanen.
Über richtiges Militär scheinen nur Israel und der Iran zu verfügen und beide sind denkbar unbeliebt bei ihren Nachbarn.
Es ist schon bequem für die sunnitischen Nationen unter dem Radar zu operieren.

Wenn man sich in deutschen Talkshows über die fürchterlichen Zustände in Gaza echauffiert, weil Israel den Gaza-Streifen so abriegelt, daß weder Medikamente noch Nahrungsmittel hineinkommen und Michel Friedmann zufällig dabei sitzt, um daraufhin zuweisen, daß Gaza auch eine Grenze zu Ägypten habe, die Ägypten aber genau hermetisch abriegele, dafür von Deutschen aber nie kritisiert werde, glotzt man ihn ungläubig an und vergisst den Einwand sofort wieder.

Vergessen wird auch, daß der kleine gebeutelte Libanon und das arme Jordanien, sowie die Türkei und Pakistan mit Abstand die allermeisten Flüchtlinge aufnehmen, obwohl man sie schwerlich für die Zustände im Irak oder Syrien verantwortlich machen kann.
Nur 5% der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten gelangen überhaupt bis nach Europa.

In Folge der weiter ansteigenden Flüchtlingszahlen wird auch der Druck auf die Aufnahmeländer immer größer. In absoluten Zahlen nahm die Türkei bis 30. Juni 2015 mit 1,84 Millionen die meisten Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat auf (Palästinenser fallen unter das Mandat der Schwesterorganisation UNRWA). Im Verhältnis der Flüchtlingszahl zur einheimischen Bevölkerung hat der Libanon mit 209 Flüchtlingen pro 1.000 Einwohnern die meisten Menschen aufgenommen. Mit 469 Flüchtlingen pro Dollar des Bruttoinlandsprodukts trägt Äthiopien in Relation zu seiner Wirtschaftskraft die größte Last.
Den Großteil der Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen tragen weiterhin jene Länder, die unmittelbar an die Konfliktzonen angrenzen; viele von ihnen sind Entwicklungsländer.

Die sechs größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen
(Zahlen bis Ende 2014)
Türkei - 1,59 Millionen
Pakistan - 1,51 Millionen
Libanon - 1,15 Millionen
Iran - 982.400
Äthiopien - 659.500
Jordanien -  654.100

Länder mit den meisten Binnenvertriebenen
Syrien - 7,6 Millionen
Kolumbien - 6 Millionen
Irak - 3,6 Millionen
Demokratische Republik Kongo - 2,8 Millionen
Sudan - 2,1 Millionen
Südsudan - 1,5 Millionen
Somalia - 1,1 Millionen

Viele muslimische Länder sind also durchaus sehr engagiert bei der Flüchtlingsaufnahme – deutlich mehr als Deutschland, das auch 2015 „nur“ 2,5 Asylanträge pro 1000 Einwohner verzeichnet (Libanon: 209).

In der Tat, das steinreiche Saudi-Arabien nimmt nicht in so einem Umfang Flüchtlinge auf.

Leider stimmt es aber auch nicht, daß Saudia-Arabien sich ganz zurückhält.

Die mit deutschen Panzern und deutscher Logistik hochgerüstete wahabitische Monarchie mischt militärisch mit.
Und stiftet Unheil.

Im März 2011 rückten Saudische Truppen mit deutschen Panzern in Bahrain ein, um dort die Demokratiebewegung niederzuschlagen.
In den nächsten Jahren forcierte Waffen-Prinzessin Merkel noch mal die militärischen Exporte nach Saudi Arabien.

Täglich treffen sich in dem Königreich Bahrain mit Einbruch der Dunkelheit meist junge Demonstranten, fordern Demokratie und liefern sich Schlachten mit Polizei und Militär. Das hat WDR-Autor Marc Thörner bei seiner Recherche im abgeschotteten Bahrain erfahren. Die Königsfamilie unterdrückt jeglichen Protest brutal und ist sich seit Beginn der "Arabellion" im März 2011 des Beistands Saudi-Arabiens sicher.
Vor diesem Hintergrund legt der Autor die Brisanz der von der Bundesregierung beschlossenen Panzerlieferungen an Saudi Arabien und Katar offen. Mit den Panzer-Exporten, so Thörner, schlägt sich Deutschland eindeutig auf die Seite reformfeindlicher und erzkonservativer Golfmonarchien, vor allem um den vermeintlich wachsenden Einfluss Irans in der Region zurückzudrängen. Ein Spiel mit dem Feuer, wie der Autor aufzeigt.
Das ARD radiofeature "Panzer für das Kalifat" schildert erschütternde Geschichten von Menschenrechtsverletzungen in Bahrain. So berichtet Rula Safar, die Leiterin einer Krankenpflegeschule, dass Prinzessin Nura al Khalifa, eine Angehörige der sunnitischen Herrscherfamilie, sie persönlich geschlagen und mit Elektroschocks bis zur Bewusstlosigkeit gefoltert habe, weil sie verletzte Aufständische behandelte. [….]

Nach dem blutigen Eingreifen in Bahrain agierte Riad sogar sukzessive noch aggressiver und brutaler.

Saudi-Arabien bombt den Jemen ins Elend
 […] Seit vier Monaten führt Saudi-Arabien mit Unterstützung arabischer Staaten Krieg gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. Die Huthis sind Zaiditen, Anhänger einer Strömung im schiitischen Islam. Ihr gehören etwa ein Drittel der Jemeniten an. […] Seit Beginn der Luftangriffe auf den Jemen sind dort nach Zählung der Uno knapp 4000 Menschen getötet und fast 20.000 weitere verletzt worden. Jeder zweite Tote war Zivilist.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft Saudi-Arabien Kriegsverbrechen im Jemen vor. Am vergangenen Freitag soll die Luftwaffe ein Wohnviertel in der Stadt Mokka bombardiert haben. Dabei seien 65 Menschen getötet worden, unter ihnen zehn Kinder.
[…]  Die USA unterstützen die Militärkampagne Saudi-Arabiens - und machen sich damit mitschuldig am Tod Unbeteiligter. Einerseits sieht Washington einen Jemen, der von den proiranischen Huthis regiert wird, mit Sorge. Wichtiger aber noch ist, dass US-Präsident Obama die Unterstützung der Saudis im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) braucht. Deshalb lässt er König Salman im Jemen weitgehend freie Hand.
Leidtragende dieses Kriegs sind die Zivilisten im Jemen. Nach Schätzungen der britischen Hilfsorganisation Oxfam hungern derzeit 13 Millionen Jemeniten, also etwa die Hälfte der Bevölkerung. Seit der saudi-arabischen Intervention sei die Zahl der Hungernden täglich um rund 25.000 gestiegen. […]

Sich ein militärisches Eingreifen der reichen Golf-Monarchien zu wünschen, ist überflüssig, weil das längst passiert ist und die allgemeine Lage nur noch mal extrem verschlimmert hat.
Der schiitische Bahrain und auch die schiitischen Zaiditengruppe der Huthi gelten als Assoziierte der großen schiitischen Schutzmacht Iran.

Und hier wird es kompliziert.
Der Iran sollte eigentlich ein natürlicher Verbündeter „des Westens“ sein, weil er im Gegensatz zu den steinzeitlichen Golfmonarchien so etwas wie Demokratie praktiziert, Wahlen abhält und eine sehr modern eingestellte Jugend hat.
Zudem ist der Iran die einzige Macht, die den zerfasernden Irak stabilisiert und der womöglich effektivste Gegner des Daesh und Al Kaidas. Iran ist auch die Großmacht, die das größte Interesse daran hat den alten Verbündeten Syrien zu erhalten und den Bürgerkrieg zu beenden.

Aber leider misst man im Westen mit zweierlei Maß.
Der Iran ist mit Russland verbündet und bekanntlich ist Putin gerade „bähbäh“ und noch schlimmer: Er ist der große Gegenspieler Saudi Arabien, das zwar noch wesentlich brutaler die Menschenrechte mit Füßen tritt als der Iran, aber andererseits auch sehr sehr sehr reich ist. Und wer so viele Milliarden in den Umlauf bringt, wird vom Westen natürlich protegiert.


Man stelle sich vor Putin würde auch nur 15 Menschen köpfen lassen. Dann wäre aber was los.
Noch mehr Menschen als in Saudi Arabien werden lediglich in den USA und China hingerichtet – aber mit Blick auf die ökonomische Potenz der beiden Riesenstaaten verbietet sich natürlich jede Kritik.

Gut möglich allerdings, daß es der Killer-König Salman nun doch etwas übertrieben hat. Nach der klar anti-schiitischen Politik in Bahrain und dem Jemen, provozierte er am Wochenende erneut den Iran so heftig, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es nicht mehr bei Stellvertreterauseinandersetzungen bleibt, sondern der ganze Nahe Osten in Flammen gesetzt wird.
47 Oppositionelle ließ Salman auf einen Schlag köpfen.
Offensichtlich will er unter allen Umständen Härte und Entschlossenheit zeigen.

Das saudische Königshaus hat Angst, dass es ihm so ergehen könnte, wie es Hosni Mubarak in Ägypten erging oder Baschar al-Assad in Syrien. Es hat Angst vor einem Machtverlust, der vor zehn Jahren noch unvorstellbar schien. Die Folge: Das Königshaus schlägt um sich.

Diesmal hat er sich aber nicht irgendwelche harmlose Schwule oder atheistische Blogger ausgesucht, nach denen kein Hahn kräht, sondern mit Nimr Baqir al-Nimr einen berühmten Ayatollah abgemurxt. Er war ein betont friedlicher Mann und um die Perfidie perfekt zu machen wurde dessen 17-Jähriger Neffe Ali Mohammed Baqir al-Nimr ebenfalls verhaftet und zum Tode verurteilt.

Das Schicksal des Predigers droht auch drei weiteren Dissidenten, darunter dem Neffen Al-Nimrs. Die jungen Männer hatten gegen die Unterdrückung der schiitischen Minderheit durch die Regierung demonstriert und waren dafür 2012 festgenommen worden. Zu diesem Zeitpunkt waren sie allesamt jünger als 18 Jahre. Ein Scharia-Gericht verurteilte Ali al-Nimr dennoch zum Tode. Er soll enthauptet und seine Leiche anschließend auf einem Kreuz öffentlich zur Schau gestellt werden. Da ein Einspruch vor Kurzem zurückgewiesen wurde, kann das Urteil jederzeit vollstreckt werden.

Aber zunächst einmal versetzte der Tod al-Nimrs Schiiten weltweit in Rage.
Und womit?
Mit Recht.

Politisch brisant ist vor allem die Exekution des schiitischen Geistlichen und Oppositionellen Nimr Baqir al-Nimr. Der 56-jährige Ayatollah führte die Proteste der schiitischen Minderheit im Jahr der arabischen Revolutionen 2011 an. Dabei sprach sich al-Nimr, dessen Name "der Tiger" bedeutet, wiederholt gegen gewalttätige Proteste aus. Der BBC sagte er, er ziehe "das Brüllen des Wortes gegen die Obrigkeit den Waffen vor". "Die Waffe des Worts" sei "stärker als Kugeln." Nun ist das Brüllen des Tigers verstummt.

Man fragt sich schon, was im Kopf des greisen Salman, der gerade aufgrund des Ölpreisverfalls ein gigantisches 100-Milliarden-Dollar-Haushaltsloch zu verkraften hat, vorgeht, daß er mit allen Mitteln einen Konflikt mit dem Iran vom Zaun brechen will.
Vermutlich hofft er, der seinen Staat eher mit dem Vatikan als mit anderen Ländern vergleicht, weil er sich als Hüter der heiligen Stätten Mekka und Medina vorkommt, daß sich die 85% der Muslime, die Sunniten sind, im Zweifelsfall auf seine Seite schlagen, wenn es zum Krieg mit der schiitischen Macht Iran kommt.
Aber die Strategie ist äußerst gewagt, denn vorher könnte der gesamte Nahe Osten in Trümmer gelegt werden und selbst wenn Saudi Arabien über den Iran siegte, ist nicht unbedingt sicher, daß in dem Chaos Salmans Dynastie nicht gleich mit entsorgt wird.

Die 15% schiitischen Bürger Saudi Arabien leben ausgerechnet konzentriert in den wichtigsten Ölförder-Regionen.
Ob die Riader Gerontokratie gut beraten ist, diese Leute jetzt bis aufs Blut zu reizen?

Die Schiiten sehen sich in einer Position der Stärke. Sie haben das Sagen in Iran, im Irak und im Libanon, teilweise in Syrien und im Jemen. Warum nicht auch in Saudi-Arabien, durch eine Loslösung der Ölregion, als eigener Schiitenstaat?
Hingegen die Saudi-Herrscher, diese beinharten Sunniten. Für sie läuft es schlecht. Der König vergreist sehr, sehr öffentlich, während sein Sohn und mögliche Nachfolger hitzköpfig und unerfahren schattenregieren. Die sozialen Spannungen in dem früher märchenhaft reichen Land steigen parallel zum Schwinden der Öleinnahmen. Sunnitische Al-Qaida- und IS-Extremisten verüben Bombenterror. Außenpolitisch ist die Bilanz ebenso miserabel, den Saudis gehen die Freunde aus. […] Schließlich die horrende Zahl an Menschenrechtverletzungen und Hinrichtungen, seien es Kriminelle oder Oppositionelle: Saudi-Arabien wird wahrgenommen als ein Nordkorea mit Wüste, aber ohne Atombombe.
Die Angst vor dem Erstarken der Schiiten-Vormacht Iran mag das brutale Vorgehen des Saudis gegen die schiitische Opposition erklären; töricht bleibt die Exekution des Scheichs dennoch. Dass die saudische Botschaft in Teheran wenige Stunden nach den Hinrichtungen in Brand gesteckt wurde, spricht für sich: Iran will das Schicksal des saudischen Schiiten-Führers politisch ausschlachten und Punkte gegen Riad machen.

Ich weiß auch kein Patentrezept, wie man die Irren von Riad zur Raison bringen kann. Aber wenn man betrachtet, wie die EU Russland sanktioniert und daß die USA auch schon wieder den Iran wegen eines Raketentests sanktionieren, hat Saudi-Arabien schon lange einen Wirtschaftsboykott verdient.
Ja, das Königshaus ist steinreich und ein wichtiger Importeur. Aber ohne daß Öl und Gas abgekauft werden, bekommt das Land auch keinen Dollar in die Kasse.

So ein Boykott würde sicher in der Praxis nicht funktionieren, da sie Haupt-Ölabnehmer mittlerweile in Asien sitzen und China wird sich kaum nach Lage der Menschenrechte richten.

Aber man muß auch nicht ganz so devot wie Merkel und Obama gegenüber dem König in Riad auftreten und ihn auch noch nach Kräften aufrüsten.

Samstag, 2. Januar 2016

Fluchtursachen bekämpfen à la Deutschland.



Mali ist dieser große westafrikanische Binnenstaat mit der charakteristischen Form. Im Nordosten hat das Land, das fast viermal so groß wie Deutschland ist, im rechten Winkel noch ein Sahel-Dreieck angesetzt.


Da ist aber wirklich Wüste und insgesamt leben im dem Riesenstaat weniger als 15 Millionen Menschen. Das sind gerade mal 12 Einwohner pro km². Obwohl Deutschland ja auch diesen extrem dünn besiedelten Nordosten hat, in dem niemand freiwillig leben will, bringt es Merkelland auf 227 Einwohner pro km².

Passionierte Afrika-Touristen lieben Timbuktu, die "Perle der Wüste", wegen ihrer sagenhaften Lehm-Moscheen und Mausoleen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören.

Moschee in Djenna

Gute 50 Jahre nach der Unabhängigkeit von Frankreich schien das bitterarme und multiethnische Land endgültig verloren, als 2012 Islamisten aus Libyen zusammen mit Tuareg-Stämmen den gesamten Norden Malis überrannten und für den Azawad die Unabhängigkeit ausriefen.

Für Europa ist Elend in Afrika generell eher uninteressant. So richtig mag sich niemand um die millionenfachen Morde im Kongo, Burundi, Uganda oder die failed States Ostafrikas – Südsudan, Somalia und Eritrea kümmern.

Mali erregt viel mehr Aufmerksamkeit, weil es traditionell eine Transitfunktion nach Nordafrika und die Mittelmeerküste bildet. Aus Zentral- und Südafrika kommend reisen Migranten via Agadez (Niger) nach Mali, um dann die Sahara zu durchqueren.

Afrikaner will die EU allerdings unter gar keinen Umständen bei sich aufnehmen und schließt daher mit den miesesten Despoten Geschäfte, die man nur als eine Form von Menschenhandel betrachten kann.
Sie bekommen Geld aus EU-Töpfen, wenn sie die Menschen einsperren und/oder versklaven; Hauptsache, sie kommen nicht mehr bis zum Mittelmeer.
Mit den Sonntagsreden Merkels, Gaucks und Steinmeiers, die angeblich etwas dafür tun wollen, daß die Menschen gar nicht erst aus ihren Heimatländern fliehen müssen, hat das so gar nichts zu tun

Es ist ein ganz absurder Vorgang, dass die EU, die ja wirklich auf den Menschenrechten aufgebaut ist, sich mit Staaten an einen Tisch setzt, die für Menschenrechtsverletzungen in höchster Weise verantwortlich sind.“
Zum Beispiel Eritrea. Der Menschenrechtsbericht der Bundesregierung spricht von einem „diktatorischen“ Regime, von einem Machthaber, der die eigene Bevölkerung massiv unterdrückt. Vor wenigen Wochen veröffentlichen die Vereinten Nationen einen Bericht über die Situation dort. Von einem repressiven System ist die Rede. Menschen würden dort willkürlich verhaftet, gefoltert, verschwänden spurlos und würden ohne Gerichtsurteil hingerichtet. Scharfe Kritik am Regime in Eritrea, auch von den Abgeordneten der Regierungskoalition.
„Folter, jahrelange Zwangsarbeit …“ „Es gibt keine Parteien, keine freien Medien, schon erst recht keine internationalen. Keine Gewerkschaften.“ „Hinrichtung und unsägliche Haftbedingungen.“ „Frauen und Mädchen werden innerhalb der Armee, innerhalb dieses Dienstes als Sexsklaven gehalten.“

 „Das Ziel der europäischen Politik ist es, Flüchtlinge fernzuhalten. Koste es, was es wolle. Und es gibt keine Schamgrenze mehr in der Kooperation. Mit einer Militärdiktatur, wie zum Beispiel Eritrea darf man nicht kooperieren, mit dem Ziel Flüchtlinge fernzuhalten. Die Opfer dieser Diktatur sollen in der Diktatur bleiben. Das ist das Ziel der europäischen Regierungen.“
Und es geht nicht nur um Eritrea. Auch die Nachbarstaaten sind offenbar enge Kooperationspartner der EU. Zum Beispiel der Sudan. Hier soll laut Verhandlungsunterlagen sogar ein regionales „Trainingszentrum“ etabliert werden, um Menschenhandel zu bekämpfen. Und das, obwohl der sudanesische Diktator seit Jahren wegen Völkermords und Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht wird. Oder Südsudan. Wo Hunderttausende Menschen vor Massenvergewaltigungen und Massenerschießungen fliehen, die auch von den Regierungstruppen des südsudanesischen Präsidenten begangen werden sollen. Ausgerechnet hier will Europa das „Grenzmanagement“ verbessern.

Es bleibt aber nicht nur dabei, daß Deutschland und die EU mit den Diktatoren kooperieren, vor denen die Menschen fliehen, so daß die Horrorregime sogar noch gestärkt werden.

Die EU und insbesondere Deutschland gießen auch noch begeistert Öl in die Bürgerkriegsgebiete, indem sie genau dorthin Waffen exportieren.
Der IS schießt inzwischen mit Heckler & Koch. Merkel hat es im Bundessicherheitsrat genehmigt.

Zurück zu Mali.
Den von islamistischen Tuareg gehaltenen Azawad wollte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich nicht akzeptieren. 400.000 Malier versuchten als Binnenflüchtlinge den Islamisten zu entkommen.
Damit nicht noch mehr arme Menschen nach Europa ziehen, griff Frankreich im Januar 2013 nach einer UN-Resolution militärisch ein („Operation Serval“) und jagte die Rebellen aus dem Land.

Es kam, wie es so oft kommt, wenn „der Westen“ in Bürgerkriege eingreift; letztendlich führte es zu Chaos, weil es keine Strategie gab, was anschließend passieren sollte.
Inzwischen sind auch einige Hundert von Frau von der Leyens Jungs in Mali und wollen Polizei und Armee ausbilden. Der deutsche Brigadegeneral Franz Xaver Pfrengle kommandiert knapp 600 Militärausbilder aus 24 europäischen Nationen.
Ein relativ hoffnungsloses Unterfangen.
Ähnlich wie in Afghanistan sind die einheimischen Kräfte noch Lichtjahre davon entfernt das eigene Land gegen islamistische Gruppen verteidigen zu können.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, ermitteln sie jetzt erst mal, wie viele Soldaten überhaupt bei der Armee im Sold stehen. "Keiner weiß das so genau", sagt er. "Manche sagen, 22 000 Mann, andere, 30 000."  Pfrengle berichtet von museumsreifen Flugabwehrraketen, für die der Kommandant alljährlich Wartungsgebühren in Rechnung stellt. Er erzählt von Soldatensocken aus China, abgerechnet mit einem Einkaufspreis von 30 Euro. Viele Malier im Offizierslehrgang scheitern schon am Nato-Alphabet, weil sie nicht schreiben können. Sie sind nicht in der Lage, die Flugbahn einer Rakete zu berechnen, weil ihnen Grundkenntnisse der Mathematik fehlen. Es sind Männer, für die der Offiziersrang keine Verpflichtung ist, sondern ein durch Beziehungen erkauftes Privileg.
(Der Spiegel 48/2015 s.103.)

Aber wieso ist die wirtschaftliche Lage Malis eigentlich so miserabel?
Wieso kann sich das Land nicht selbst ernähren, obwohl Hunderte NGOs dort engagiert sind und der Staatshaushalt schon zu 20% aus Entwicklungshilfe besteht?

Ein Grund liegt auf der Hand:
Auch Mali ist eine Kleptokratie. Hunderte Millionen Euro bleiben in den Taschen einer kleinen herrschenden Schicht hängen. Diese haben inzwischen Milliarden zurück nach Europa auf ihre privaten Bankkonten in der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und London geschafft.

Wesentlich verheerender ist aber die Agrarpolitik des Westens.
Merkels EU und die USA subventionieren ihre Bauern so extrem, daß die landwirtschaftlichen Erzeugnisse in solchen Massen und so billig auf den Weltmarkt geschwemmt werden, daß die gesamte Agrarwirtschaft des afrikanischen Kontinents abgewürgt wird.
Hochsubventionierte Hühnerteile aus der EU landen in jeden Tag Tonnenweise in Zentralafrika. Kein afrikanischer Züchter kann sich noch leisten ein einziges Huhn zu halten.

Die EU-Regierungschefs wie Angela Merkel sind also direkt dafür verantwortlich, daß Millionen Afrikanern aus blanker wirtschaftlicher Not nur noch die Flucht bleibt.
Merkel ist Miterzeugerin des Migrationsdruckes.
Hauptübeltäter in Deutschland sind das CSU-geführte Agrarministerium und das Bundesland Bayern, das traditionell den Bauern verbunden ist. Niemand kämpft so hart für Flüchtlingsstrom-generierende Agrarsubventionen wie die CSU.
Daß also ausgerechnet Horst Seehofer sich als Vorkämpfer wider die Einwanderung nach Deutschland präsentiert, ist an Heuchelei nicht mehr zu überbieten.

IWF und EU machen Mali systematisch kaputt und wundern sich dann, wenn die Leute da abhauen wollen

"Ist nicht immer leicht", sagt [der GIZ*-Chef in Mali Jürgen] Koch, als er am Abend in nachdenklicher Stimmung auf einer Hotelterrasse sitzt. Die Erlebnisse des Tages arbeiten in ihm. Er hat gehört, dass das Schulsystem in Mali einst als eines der besten in Westafrika galt. Der Niedergang habe eingesetzt, als die internationale Gemeinschaft in den Achtzigerjahren damit begann, dem Land umfassende Strukturreformen zu verordnen.
Wie viele andere hoch verschuldete Länder wurde auch Mali dazu gedrängt, seine Staatsausgaben drastisch zu senken. Unter Aufsicht von Weltbank und IWF privatisierte die Regierung Dutzende Staatsbetriebe, Tausende Lehrer wurden entlassen. Das Erbe ist ein kaputter Staat, der kaum noch seinen Verpflichtungen nachkommt. Heute erscheinen die Lehrer oft nicht zum Unterricht, weil ihre mageren Gehälter sie zwingen, Privatstunden zu geben. Oder sie vergeben gute Noten gegen Geld. Vielleicht könnte sich Deutschland die Soldaten sparen, wenn es mehr Lehrer gäbe.
Der Niedergang des Schulsystems ist nur ein Beispiel. Als der [deutsche] Bewässerungsexperte [Matthias] Kliewe zum ersten Mal auf einem Markt Importzucker aus Guatemala sah, fand er es so absurd, dass er ein Foto machte. Genauso gut hätte er Hühnerfüße knipsen können oder Milchpulver, Abfallprodukte aus hoch subventionierten deutschen Großbetrieben, die in Bamako zu Preisen angeboten werden, mit denen kein einheimischer Bauer konkurrieren kann. Die Baumwolle kommt oft aus den USA, wo die Regierung ihre Farmer jedes Jahr mit rund zwei Milliarden Dollar unterstützt.
Es ist diese Doppelzüngigkeit, die viele beklagen. Politiker, die von Entwicklung oder fairem Handel reden, aber denen letztlich nur daran gelegen ist, neue Absatzmärkte zu erschließen. "Was fehlt", sagt Kliewe, "ist Kohärenz." Und solange sich daran nichts ändert, bleibt sein Kampf ein Kampf gegen Windmühlen, egal wie gut die Excel-Tabellen aussehen. Am Ende all dessen steht ein Verdacht: Könnte es sein, dass auch die Rede von der Bekämpfung der Fluchtursachen nur eine Erzählung ist, die in die Irre leitet? Dass das Interesse, das dahintersteht, eigentlich ein ganz anderes ist?
(Der Spiegel 48/2015 s.103.)

*GIZ = Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit.

NACHTRAG:

Siehe auch hier.

Freitag, 1. Januar 2016

Impudenz des Jahres 2015


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender einen „1.1.“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Jahres zu küren.

Gewonnen hat „die Angst des weißen Mannes“.
Es gibt zu beiden Seiten des Atlantiks eine Kaste der bildungsbürgerlich arg zurückgebliebenen Christen, die sich aus Angst vor dem Rest der Welt, auf dessen Kosten sie die letzten 400 Jahre gelebt haben, nun rund um die Uhr einnässen.

Hilfe, die Moslems kommen, schallt es aus Dresden – der Stadt mit dem geringsten Muslimanteil Deutschlands.
Mauer aufbauen, grölen die US-Republikaner, wenn sie an das Chaos denken, daß sie hauptsächlich selbst im Nahen Osten angerichtet haben.
Muslime nach Nordafrika deportieren, schreit der Front National in Frankreich.

Der "weiße Mann" befürchtet seinen Niedergang, ihm dämmert, daß seine Vorherrschaft bald vorbei sein könnte.

Peter Scholl-Latour diagnostizierte das schon vor sechs Jahren.

In seinem aktuellen Buch „Die Angst des weißen Mannes“ wird Scholl-Latour erneut prophetisch und zeichnet ein Untergangsszenario der Welt, wie wir sie kennen. Der Titel ist eine Anspielung auf das Gedicht „The White Man’s Burden“ Rudyard Kiplings, zu Deutsch „Die Last des weißen Mannes“. In diesem Gedicht schrieb der Autor des „Dschungelbuchs“ im ausgehenden 19. Jahrhundert über die schwierige Pflicht des Europäers, den Menschen in den Kolonien die Zivilisation nahezubringen. Der Abenteurer Scholl-Latour stellt in seinem 450-seitigen Werk die These auf, dass die Tage des „weißen Mannes“, der sich vor rund 500 Jahren von Europa aus anschickte, die Welt zu erobern und mit seiner Vorstellung von Religion, Kultur und politisch-wirtschaftlicher Ordnung die übrigen Kontinente zu überziehen, am Beginn des 21. Jahrhunderts gezählt sind.
In seinem „Abgesang“ in zehn Kapiteln, die er nach verschiedenen Stationen seiner jüngsten Reisen in Südost- und Zentralasien benannt hat, versucht er zu beweisen, dass dem „weißen Mann“ heute nicht nur das „Monopol industrieller und militärischer Überlegenheit abhandengekommen“ ist.

Wenn man sich die Welt ansieht, wie sie unter der „weißen Vorherrschaft“ geworden ist – rücksichtslos ausgebeutet, verdreckt, Klima-geschädigt, kriegslüstern, überbevölkert und hochgradig ungerecht – dann gibt es wenig Grund dieser Ära nachzutrauern.
Es dürfte unwahrscheinlich sein, daß die neue große Macht, nämlich die Asiaten, auch nur annähernd so grausam vorgehen werden, wie es die Weißen bei ihren Kolonialisierungs-Zügen taten.

Es stimmt wohl; der Einfluss Europas geht zurück.
Die Zeiten, daß Europäische Mächte nach Gutdünken Grenzen festlegen, wie im Nahen Osten nach dem Ersten Weltkrieg, die Besetzung der UN-Vetomächte unter sich ausklüngeln oder die Welt in eine portugiesische und eine Spanische Hälfte einteilen - nach einer willkürlichen Entscheidung eine hochkriminellen Soziopathen in Rom (Vertrag von Tordesillas, 1494 durch Borgia-Papst Alexander VI.), sind vorbei.
Zum Glück.

Offensichtlich funktioniert die Globalisierung nicht auf Dauer einseitig, daß Macht und Wohlstand immer nur von der dritten in die erste Welt abfließen.
So ist es zwar jetzt noch, aber wir bekommen zunehmend Konkurrenz.
Das ist natürlich schlecht für dumme, geistig unbewegliche und faule Menschen, die für immer in ihrem eigenen Saft schmoren wollen und auf Kosten anderer zu leben hoffen.

Globalisierung und mehr internationaler Einfluss ist ein Segen, WENN man geistig mithalten kann. Dann wird man kulturell befruchtet.

Die Doofen haben das Nachsehen.
Ihnen bleibt dann nur GOP, FN oder AfD zu wählen. Das ändert zwar nichts an ihrer Situation, aber erzeugt das wohlige Gefühl sich mit anderen zusammen der eigenen Doofheit hinzugeben.

[…] There are all types of statistics that could lead one to believe that liberals are smarter than conservatives. These include the fact that “Blue States” [= von den Demokraten dominierte Bundestaaten –T.] have higher graduation rates than “Red States” [= von den Republikanern dominierte Bundesstaaten –T.] and the fact that most people who seek higher education have liberal ideologies.
[…] Bright Minds and Dark Attitudes” is a study performed by researchers at Brock University, and it caused quite the commotion when its results were released. The researchers found that having lower general intelligence in childhood could predict conservative and racist ideas as an adult. That’s right: having a low IQ score makes you more likely to vote conservative… and be a racist.
[…] Even though being conservative doesn’t make you stupid, there’s no doubt that being stupid makes you more likely to be conservative.
[…] It’s not like we really needed a study to tell us this, but the survey “What You Know Depends on What You Watch,” undertaken by Fairleigh Dickinson University, found that watching Fox News results in knowing less about the world. […] Five questions were asked, and those who watch Fox News exclusively got 1.04 correct, on average. Individuals watching MSNBC, on the other hand, got 1.26. NPR listeners? They got an impressive 1.51. The Daily Show? Surely a “fake news” program couldn’t make you more informed than “the most watched cable news channel in America.”  Yep, as it turns out, The Daily Show viewers scored 1.42 on average. The best thing about this study, though? It asked questions to people who watch no news at all, and those individuals scored 1.22 on average. That’s right: Fox News makes you less informed than watching no news at all.
[…] Researchers over at the University of Arkansas released their study [link opens PDF] “Low-Effort Thought Promotes Political Conservatism,” and things started to make sense. […] A researcher out of Kent State University undertook a study he would eventually title “Abstract Reasoning as a Predictor of Attitudes Toward Gay Men.” What he found was no big surprise. Those who have lower abstract reasoning skills experience higher levels of anti-gay prejudice.
When they looked at other predictors of anti-gay prejudice, they found that right-wing authoritarian ideas were most strongly related to this prejudice. So lacking abstract reasoning and being a right-wing nut job increases your prejudice against gays. Like we couldn’t have figured that out on our own.
[…] Some of the aforementioned studies show us that being dumb makes you more likely to be conservative, and unfortunately, watching conservative channels like Fox News can make you even more dumb. Of course, conservatives will likely attack these studies and say that they’re biased.
[…] Conservatives are dumb… it’s a scientific fact.

Das sieht man ja an dem Pegida-Mob: Durchweg ungebildete Typen, die keinen Satz ohne Rechtschreibfehler fertigbringen.

So etwas kann man natürlich schlecht integrieren - egal welcher Religion die anhängen.

Für Idioten, die um ihre Privilegien fürchten und nicht ganz zu Unrecht ahnen, daß sie intellektuell nicht in der Lage sind mit anderen mitzuhalten, bleibt dann nur eine Form des debilen „Wohlstandsfaschismus“.

Gewiss gibt es für den Aufstieg und den Erfolg dieser rechtspopulistischen Parteien national höchst unterschiedliche Gründe, zugleich aber auch nicht zu übersehende Gemeinsamkeiten vor allem in ihren Grundpositionen: All diesen Parteien ist gemein, dass sie gegen das "System", gegen die "politische Klasse" und gegen Europa kämpfen. Sie sind alle nicht nur fremdenfeindlich (vor allem auch islamfeindlich!) und extrem nationalistisch ausgerichtet, sondern sie greifen auch mehr oder weniger unverhohlen auf eine ethnisch-völkische Begründung (eine Nation wird nicht durch die Gemeinschaft ihrer Staatsbürger und der Verpflichtung auf eine gemeinsame Verfassungs- und Rechtsordnung definiert, sondern durch die gemeinsame Abstammung und Religion) ihrer Politik zurück, wie man es in Europa seit den Dreißigerjahren nicht mehr kannte.
[…]  Apropos Dreißigerjahre. Damals wurden als Begründung für den Aufstieg des Faschismus und extrem nationalistischer Parteien der verlorene Erste Weltkrieg mit seinen Millionen Toten und seiner Militarisierung der Köpfe sowie die Weltwirtschaftskrise mit ihrer Massenarbeitslosigkeit angeführt.
Der Faschismus wurde aus der massenhaften Not, aus Armut und Elend erklärt, der die Menschen für die großen Verführer empfänglich gemacht habe. Nichts Vergleichbares gilt heute für die Staaten des Westens, weder in den USA noch in Europa. Was macht diese Mischung aus völkischem Nationalismus, Rassismus und Religionskrieg dann gerade heute, in diesen reichen Ländern, so attraktiv, dass man fast von einem neuen "Wohlstandsfaschismus" sprechen muss?
[…]  Aber auch innenpolitisch finden in den westlichen Gesellschaften große Veränderungen zu Lasten des "weißen Mannes" statt: Europa, Zuwanderung, Globalisierung der Arbeitsmärkte, Frauengleichstellung, die Emanzipation sexueller Minderheiten, die über Jahrhunderte hinweg diskriminiert und verfolgt worden waren. Kurzum, eine fundamentale Erschütterung traditioneller Rollenbilder und Verhaltensmuster.
Der "weiße" Westen hat eine durchaus realistische Selbstwahrnehmung: Er sieht sich selbst als reich, alt und schwach - und das macht Angst, sehr viel Angst offenbar! […]