Dienstag, 2. Juli 2013

Hartz IV – Teil II


Rätsel Hartz.
Es gibt keinen besseren verbalen Trigger als den Satz „Hartz IV finde ich gut“, um einen Linken auf die Palme zu jagen.
Noch immer gilt „Agendapolitiker“ als das schlimmste Schimpfwort, das man über einen Sozialdemokraten sagen kann. Peer Steinbrück ist verdächtig ein „Agendapolitiker“ zu sein und damit für Millionen Hardcore-Linke unwählbar.
Daß ein Politiker dazulernen kann und nicht unbedingt dem Klischee entsprechen muß, welches von ihm in den Zeitungen gezeichnet wird, ist für die fanatischen Hartz-Hasser unvorstellbar.
Übrigens hat Gerhard Schröder selbst schon im Jahr 2006 und später noch mal auf dem legendären Parteitag in Hamburg (Oktober 2007) klargestellt, daß die Hartzgesetze nicht die Bibel sind. Natürlich dürfe und solle man daran etwas ändern, das sich als untauglich herausgestellt hätte.
Das nenne ich übrigens vorbildliche rationale Politik. Bei so einem Mammutwerk wie den Hartz-Gesetzen, welches natürlich nicht „aus einem Guss“ entstand, sondern stets den Änderungswünschen der zustimmungspflichtigen Merkel-CDU unterworfen war, ist es absolut normal und erwartbar, daß sich einiges in der Praxis nicht so entwickelt, wie es geplant war. Daher gibt es ja die „Evaluierungsphasen“.
Gesetze nachzubessern ist nicht immer ein Zeichen von mieser Planung, sondern kann auch sehr vernünftig sein. 
Sozialpolitik ist nicht vollständig planbar. Genau wie die Ökonomie ist sie keine exakte Wissenschaft.

Meine Kernthesen sind seit 2009, als ich schon einmal Hartz lobte, dieselben geblieben:

Ja, es war richtig das Ämterhopping abzuschaffen und alle Sozialleistungen an einer Stelle auszugeben, statt die Empfänger von Wohnungsamt zu Sozialamt und Arbeitsamt zu hetzen.

Ja, es war richtig den Unsinn abzuschaffen, daß viele Millionen Empfänger jede erdenkliche SACH-Leistung einzeln beantragten, um dann einen Bettbezug oder einen Turnschuh extra zu bekommen.
Stattdessen gibt es nun GELD-Leistungen, die ein wenig mehr selbstständiges Denken von den Empfängern erfordert.

Ja, es war richtig, daß die Sozialleistungen insgesamt massiv angestiegen sind. Vor Hartz-IV wurde für Sozialhilfe viel weniger ausgegeben.

Noch immer schleudere ich den Hartz-Kritikern, die immer nur die „Abschaffung“ verlangen, entgegen, daß sie eine Alternative nennen sollten. 
Wenn sie viel mehr Geld für die Empfänger fordern, dann wüßte ich gerne mal eine Zahl. 
Und womit das bezahlt werden soll.

Ungeachtet dieser Grundbetrachtungen, steht es natürlich außer Zweifel, daß Hunderte Einzelregelungen der Hartz-Gesetze schwachsinnig und ungerecht sind.
In den letzten Jahren habe ich genügend hanebüchene Beispiele präsentiert bekommen.
Natürlich leben einige Menschen recht komfortabel von Hartz. Eine Hartz-Familie mit vier Kindern bekommt insgesamt klar mehr Geld, als ein Haushalt mit vier Kindern, in dem der Ernährer als Handwerkergeselle schafft und die Frau Hausfrau ist.
Gerade bei Alleinerziehenden oder bei alleinstehenden Rentnerinnen sieht es schon ganz anders aus. Da gibt es brutale Härten.
Und natürlich gibt es keine Rechtfertigung für den fehlenden Mindestlohn, so daß Millionen Menschen mit einen regulären Job noch unter dem Hartz-Satz verdienen und am Ende des Monats „zum Amt aufstocken gehen.“
Das ist eine indiskutable Arbeitgebersubvention, die Lohndumping belohnt.
Es gibt überhaupt keinen Grund das nicht einfach zu ändern, indem ein allgemeiner Mindestlohn eingeführt wird. 
Selbstverständlich kann man auch die Höhe des Hartz-Satzes leicht verändern.

Daß das nicht geschieht, liegt nicht daran, daß die Hartzgesetze schlecht sind, sondern daran, daß der Urnenpöbel dies offensichtlich nicht wünscht.
Martin Lindner, prominenter FDP-Wirtschaftspolitiker hat vor der 2009er Wahl gefordert den Hartz-Satz generell um 30% zu senken und die FDP bekam daraufhin ein Rekordergebnis von fast 15%.
Wer schwarzgelb und diese Kanzlerin wählt – Merkels neueste Zustimmungsrate ist diese Woche bei Emnid um fünf Prozentpunkte auf 72% gestiegen – sagt klar, daß er keine Verbesserungen für die Hartz-Empfänger wünscht.

Es ist aber nicht ganz irrelevant zu erwähnen, daß HartzIV, ganz wie von Gerd Schröder versprochen, „gewirkt hat“.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) (das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit) läßt keinen Zweifel an dem Erfolg.
 Nach den Hartz-Reformen hat sich der deutsche Arbeitsmarkt über den Konjunkturzyklus hinweg ausgesprochen positiv entwickelt. [….]

 Die Hartz-Reformen waren umfassend und tiefgreifend. In vier Gesetzen zu drei Zeitpunkten umgesetzt, bestanden sie aus einer Vielzahl von Komponenten.
[….] Zwischen 1992 und 2005 nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (SVB) um 10 Prozent oder 3 Mio. Personen ab. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen sank um fast 10 Prozentpunkte auf 67,1 Prozent. Nach den Reformen, als auch ein kräftiger Wirtschaftsaufschwung eingesetzt hatte, wurde der Abwärtstrend durchbrochen. Bei etwa gleichem Wachstum stieg die SVB steiler als in dem Aufschwung zuvor. Dabei nahm insbesondere die Vollzeitbeschäftigung wieder zu – obgleich oft auch in Leiharbeit –, sodass das Arbeitsvolumen kräftiger wuchs als um die Jahrtausendwende. Und erstmals profitierte auch der ostdeutsche Arbeitsmarkt von einem Wirtschaftsaufschwung.
Die Große Rezession Ende 2008/Anfang 2009 verursachte einen Dämpfer in der trendmäßig steil aufwärts gerichteten Beschäftigungsentwicklung, mehr aber nicht. Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit und tarifliche Bündnisse waren geeignete Instrumente, die Kernbelegschaften in den Betrieben zu halten. Dass sich die Arbeitgeber für diese Strategie entschieden – und dafür empfindliche Produktivitätseinbußen hinnahmen – zeugt von der gestiegenen Arbeitsnachfrage. Mit der kräftigen Erholung ab Mitte 2009 setzte sich der Beschäftigungszuwachs ungemindert fort.

Für die notorischen Hartzkritiker sei noch erwähnt, daß ein wirklich großer Teil derjenigen, die ein Recht auf soziale Unterstützung hätten, diese gar nicht erst beantragen.
Ist die Not also gar nicht so groß?
Ist es nur Unwissenheit? 
Rätsel „verdeckte Armut“.



Nach Berechnungen für das Arbeitsministerium beantragen bis zu 4,9 Millionen Menschen kein Hartz IV, obwohl sie Anspruch darauf hätten. Für die Höhe der Regelsätze könnten diese Zahlen Konsequenzen haben.

In Deutschland leben 3,1 bis 4,9 Millionen Menschen in verdeckter Armut. Das heißt, dass sie kein Hartz IV beantragen, obwohl sie wegen geringen Einkommens oder Vermögens Anspruch darauf hätten. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in aktuellen Simulationsrechnungen für das Arbeitsministerium. Umgerechnet verzichten zwischen 34 und 44 Prozent der Berechtigten auf staatliche Unterstützung, mehr als jeder dritte. Als mögliche Gründe, warum kein Leistungsantrag gestellt wird, nennen die IAB-Forscher in der 247-seitigen Studie Unwissenheit, Scham oder eine nur sehr geringe zu erwartende Leistungshöhe oder –dauer.
[….]   Linken-Chefin Katja Kipping forderte eine bedarfsdeckende Mindestsicherung ohne Sanktionen statt Hartz IV. „Angesichts der entwürdigenden Prozeduren auf den Jobcentern ist es kein Wunder, dass Millionen auf Leistungen verzichten. Die Abschreckung durch Diskriminierung spart dem Staat pro Jahr mindestens 20 Milliarden Euro.“

Und ja, auch ich bin ein Fan des bedingungslosen Grundeinkommens.
Das würde sich rechnen.
Aber das muß hier nicht diskutiert werden, weil es in absehbarer Zeit nie die Mehrheiten für einen solche Gesetzesänderung geben wird.
 


Montag, 1. Juli 2013

Impudenz des Monats Juni 2013




Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Heute war es schwer eine Entscheidung zu treffen. 
Angesichts des im Vatikan aufgeflogenen Kinderprostitutionsringes, der den Prälaten und Priestern minderjährige osteuropäische Jungs zum Poppen zuführte, Papst Franzens vizegöttlicher Bestätigung der Schwulen-Seilschaften und den verhafteten Vatikanischen Bankern, die im ganz großen Stil Schwarzgeld verschoben haben, wäre es eigentlich angebracht den Impudenzpreis gen Rom zu vergeben.

Aber spätestens die Meldung, daß sich die Familienministerin nun noch mal mit Verve in die ministerliche Riege der Großlügner einreihte, bewog mich doch eher nach Berlin zu blicken.
Wieso, verdammt noch mal, ist es eigentlich so ruhig?

Zur Impudenz des Monats küre ich hiermit die innenpolitische Journaille insgesamt!

Was für ein Armutszeugnis!

Wir werden von Leuten regiert, die nahezu durchgängig als Lügner und massive Faktenverdreher enttarnt sind.

Und was fällt den großen Zeitungen dazu ein?
Nichts.

 Statt endlich mal mit massiven Protesten und Abwahlaufrufen zu titeln, weil man sich diese Schande nicht mehr bieten lassen kann, spielen die Jungs und Mädels der großen überregionalen Periodika weiter Verstecken.
War was?
Nö.
Lieber wird auf den am Boden Liegenden herum getreten.
Wäre doch gelacht, wenn man bei Steinbrück nicht noch irgendeine möglicherweise ungeschickte Formulierung findet.
Und wenn die Sozen nur richtige und vernünftige Dinge von sich geben, wird eben wortreich beschrieben wie „schmallippig“ der SPD-Kanzlerkandidat sei.
Seine nach unten zeigenden Mundwinkel („Haifischlachen“) sind allemal eine Meldung wert.
Zum Glück sind Merkels Mundwinkel ja immer delphinartig lachend. 

Unfassbar war heute ein dpa-Artikel. 
Eine der vielen blutleeren nüchternen Beschreibungen, die inzwischen von allen redaktionell geschrumpften Zeitungen eingekauft werden und dann in Dutzenden verschiedenen Blättern wortgleich erscheinen.

An Meinungsjournalismus traut sich ja ohnehin niemand mehr ran. 
Man könnte ja einen der letzten drei Leser vergraulen. Da zensuriert man sich lieber selbst. 

Unter der Überschrift „Licht und Schatten in schwarz-gelber Bilanz“ erschien unter anderem im Hamburger Abendblatt heute eine Betrachtung der Projekte, die sich die Merkel-Westerwelle-Regierung im Herbst 2009 vollmundig und laut tönend vorgenommen hatte.

Nichts weniger als „die geistig-politische Wende“ wurde damals vom Vizekanzler ausgerufen.
Nicht gerade originell die Regierung an ihren eigenen Worten zu messen.
Aber notwendig.
Der neutrale dpa-Text, der so in jeder Zeitung von taz bis FAZ erscheinen könnte, ist ein
Dokument des Totalversagens von CDU/CSU und FDP.

Licht und Schatten in schwarz-gelber Bilanz
Der Koalitionsvertrag von Union und FDP enthält viele Großprojekte, die nicht realisiert wurden. […]
Steuern: Die angekündigte Steuerentlastung um bis zu 24 Milliarden Euro im Jahr blieb aus. Eine Minireform, durch den Umbau des Einkommensteuersystems die "kalte Progression" zu mindern, scheiterte am Widerstand der Länder. Vom Tisch ist ein Stufentarif. Gescheitert sind eine Reform der Gewerbesteuer und eine Neuregelung der Kommunalfinanzen. Die Reform des Mehrwertsteuersystems wurde verfehlt. Das Steuerabkommen mit der Schweiz trat wegen des Länderwiderstands ebenfalls nicht in Kraft. Pläne zur breiten Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung wurden aus Kostengründen aufgegeben. […]
Banken: Die Neuordnung der Bankenaufsicht wurde nicht so umgesetzt wie geplant. […]
Energie: Zunächst hatte die Regierung 2010 eine deutliche Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschlossen. Dann sorgte sie 2011 nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima mit einer 180-Grad-Wende für den Atomausstieg bis 2022. […] Eine Kostenreform scheiterte an der Uneinigkeit zwischen Bund und Ländern. […]
Justiz: Das Dauerstreitthema Vorratsdatenspeicherung wird wohl bis zum Ende der Legislaturperiode ungelöst bleiben. […]
Rente: Das gegen Altersarmut vereinbarte Konzept einer Lebensleistungsrente wurde auf die Zeit nach der Wahl verschoben. […]. Auch die Besserstellung älterer Mütter bei der Rente muss noch warten. Nicht umgesetzt wurde die im Koalitionsvertrag versprochene Rentenangleichung in Ost- und Westdeutschland.
Gesundheit: Das seit Jahren geplante Gesetz zur Gesundheitsvorsorge ist in der letzten Sitzungswoche von der Koalition im Bundestag beschlossen worden. Angesichts der ablehnenden Haltung von SPD und Grünen ist aber sehr fraglich, ob das Gesetz noch durch den Bundesrat kommt. […]
Pflege: "Wir wollen eine neue, differenziertere Definition der Pflegebedürftigkeit", verabredeten Union und FDP 2009. Die Demenzkranken sollen verstärkt in die Pflegeversicherung eingruppiert werden. Noch Ende Juni legte ein Expertenbeirat Vorschläge vor – eine entsprechende Reform in dieser Wahlperiode ist aber nicht mehr möglich. […]
Verteidigung: Hier haben Union und FDP gegen ihren Vertrag verstoßen. Sie wollten den Wehrdienst von neun auf sechs Monate verkürzen, aber die Wehrpflicht erhalten. […]



Wo, zum Teufel, wurde hier denn überhaupt mal „Licht“ gesehen?

Ich finde das durchgehend schattig. 
Ich sehe da nur schwarz, und zwar dunkelschwarz!

Das dürften auch konservative Journalisten ruhig so nennen.
Schließlich handelt es sich dabei um Tatsachen.

Diese Lobbyisten-Erfüllungstruppe hat kein moralisches Recht wiedergewählt zu werden.

Und das ist das Mindeste, das ich von den Hauptstadtschreiberlingen erwarte.

Sonntag, 30. Juni 2013

Herzlichen Glückwunsch Teil IV


Unglaubliche sechs Jahre ist es her, daß ich Postings über deutsche Rekorde schrieb. Thank you for having reminded me, Jake.

Deutschland hat das schlechteste Bildungssystem, Deutsche trinken am meisten Alkohol, sind die fettesten Europäer, haben das undurchlässigste Gesellschaftssystem, die größten Ungerechtigkeiten zwischen arm und reich, baut die klimaschädlichsten Autos, brilliert mit dem rasantesten Anstieg der Kinderarmut und schwang sich zu Europas größten Waffenexporteur auf.

Merkels Land beeindruckt mit der schnellsten Auseinanderdriften der sozialen Schere und Deutschland brilliert mit dem streitlustigsten Volk und den meisten Nachbarschaftsprozessen.

Deutschland hat die niedrigste Studierendenquote Europas, den größten Fachkräftemangel. den Rekord bezüglich der engsten Korrelation von Bildung und Portemonnaie der Eltern hält ebenfalls Deutschland! Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, Organisation for Economic Co-operation and Development) hat in einer großen in allen 30 Mitgliedsländern durchgeführten Studie „Mehr Ungleichheit trotz Wachstum“ gravierende Abstürze Deutschlands analysiert. In Deutschland haben die Einkommensunterschiede und der Anteil der armen Menschen an der Bevölkerung in den vergangen Jahren deutlich schneller zugenommen als in den meisten anderen OECD-Ländern.
VON ALLEN 30 OECD-Ländern hat Deutschland den höchsten Anteil Menschen, die überhaupt gar kein Einkommen haben und komplett auf soziale Transfers angewiesen sind.

Zwischen 1995 und 2005 sei der Anteil der Menschen, die in Haushalten ohne jedes Erwerbseinkommen leben, auf 19,4 Prozent gestiegen.

Es gibt also weder in Australien, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südkorea, Tschechien, Türkei, Ungarn noch in den USA einen höheren Anteil Menschen, die komplett vom Berufsleben abgekoppelt sind.

Inzwischen wehren sich sogar die Reichen aktiv dagegen, daß Arbeiterkinder studieren!
 Weil sie die Konkurrenz für ihre eigene Brut fürchten, wehren sie sich gegen ein „akademisches Proletariat.“

Es ist durchaus beeindruckend mit welcher Schilda-Energie die seit nunmehr acht Jahren amtierende Kanzlerin daran arbeitet diese grotesken Fehlentwicklungen zu zementieren.
Die Herdprämie ist nur eine von insgesamt „156 familienpolitischen Leistungen“, die gegenteilige Effekte erzielen, aber vor allem den Reichsten zu Gute kommen und frühkindliche Bildung verhindern. Die sogenannte Familienministerin verteidigt diesen Blödsinn und ist so sehr von ihrem Wirken überzeugt, daß sie schon angekündigt hat nach der Wahl keinesfalls
noch einmal den Job machen zu wollen.

Es gibt nicht weniger als 156 verschiedene Leistungen. Eltern-, Kinder- und Mutterschaftsgeld, beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenkasse, Bafög, Familienzuschläge, Jugendhilfe, Kinderfreibeträge und vieles mehr entlasten die Eltern. […] Deutschland gibt mehr als andere Länder für familienpolitische Leistungen aus. Trotzdem sind die Ergebnisse oft unterdurchschnittlich. Das gilt nicht nur für die Geburtenrate. Die liegt trotz des teuren Elterngelds immer noch am Ende der europäischen Skala. […]  Es ist zwar richtig, dass der häufigste Grund für ungewollte Kinderlosigkeit immer noch ein fehlender Partner ist; daran kann der Staat nichts ändern. Unstrittig ist aber auch, dass ein passendes Umfeld die Entscheidung für Kinder erleichtert. In Frankreich gibt es ein großes Angebot an Dienstleistungen für Eltern. Skandinavien glänzt mit Arbeitszeitmodellen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Beides stünde Deutschland auch gut an. Doch hierzulande müssen sich Eltern immer noch um Betreuungsplätze balgen. Und in den Unternehmen herrscht eine anachronistische Präsenzkultur.
Deutschland versucht noch immer zu viel mit Geld und zu wenig mit Infrastruktur zu lösen. Experten beklagen das seit Langem - ohne Erfolg. Die Union hat jetzt sogar angekündigt, das Kindergeld und die Freibeträge noch weiter zu erhöhen. Und bald gibt es auch noch das Betreuungsgeld. Gleichzeitig leiden die Kitas an allem: Es gibt zu wenig Personal. Die Bezahlung der Angestellten ist unwürdig schlecht, ihre Qualifikation deshalb nicht immer die Beste. Die Gruppen sind für die kleinen Kinder zu groß - und die Ausstattung vieler Krippen ist erbärmlich.
Daß Schröder über die Ergebnisse der Evaluierung lügt, ist angesichts des Merkel’schen Lügenkabinetts nur natürlich. Schwarzgelb und Ehrlichkeit stoßen sich ab wie zwei gleichgepolte Magnete.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder muss sich Kritik aus der FDP und der Wissenschaft erwehren. Die CDU-Politikerin hatte in der vergangenen Woche die "Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen" präsentiert. Diese war noch von der großen Koalition in Auftrag gegeben worden. Durch die Studie sollte die Effizienz der 156 Leistungen untersucht werden, die es für Familien und Ehen in Deutschland gibt. Schröder sagte bei der Präsentation, das Ergebnis der Evaluation sei, dass keine der vielen Leistungen gestrichen werden müsse. In der Familienpolitik sei kein Kurswechsel nötig. Einige an der Studie beteiligte Wissenschaftler fühlen sich durch diese Einschätzung nun falsch wiedergegeben.
"Es gibt offensichtlich Schlussfolgerungen, die die Politik nicht sehen will", sagte Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg-Essen dem Spiegel. Die Untersuchung habe ergeben, dass einige Leistungen abgeschafft werden könnten. Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagte, die Studie habe ergeben, dass die Leistungen für die verschiedenen Familientypen unterschiedlich wirksam seien - man könne deshalb nicht pauschal vom Erfolg der Familienpolitik sprechen.
Auch Helmut Rainer vom Ifo-Institut kann die Einschätzung Schröders mit seinen Forschungsergebnissen "überhaupt nicht in Einklang bringen". Die familienbezogenen Leistungen seien nicht aufeinander abgestimmt, sagte er.

Der Endeffekt ist, daß Deutschland im Vergleich mit den anderen EU-Staaten eine besonders geringe Gebildetenquote aufweist. 
Und es werden sogar immer weniger Akademiker – dank Merkels systematischer Verdummungspolitik.
Deutschland liegt beim Anteil der Akademiker in der Bevölkerung im internationalen Vergleich nach wie vor hinten. Nur 28 Prozent der Bürger zwischen 25 und 34 Jahren haben einen Hochschulabschluss, während es im Durchschnitt der Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) knapp 40 Prozent sind. Dies geht aus dem OECD-Bericht 'Bildung auf einen Blick' vom Dienstag hervor.
Die Vorteile einer besonders hohen Doofenquote in Deutschland sind offensichtlich:
Nur mit richtig blöden Wählern schafft es Angela Merkel immer wiedergewählt zu werden und auf Rekordzustimmungen zu kommen.
Angela Merkel so stark wie seit 2005 nicht mehr.
Die Bundeskanzlerin punktet in den jüngsten Umfragen, während ihr Herausforderer Peer Steinbrück weiter abfällt und auf den schlechtesten Wert seit Jahren abrutscht.
Merkels neueste Ministerin, die erzkonservative Schavan-Nachfolgerin Wanka, baut schon mal für die nächsten Wahlen vor.
Wanka kürzt fast jeden zweiten Bildungstitel.
Zeitenwende in der Bildungs- und Forschungspolitik: Nach den Plänen von 
Schwarz-Gelb kommt es erstmals zu deutlichen Kürzungen und Einschnitten in 
diesem Bereich, die der Regierungsentwurf 2014 jetzt ausweist. Alle 
Projektpartner und Träger müssen zum Teil drastische Einschränkungen 
hinnehmen, sofern Mittel nicht vertraglich gesichert sind. Nur das 
Ministerium selbst bleibt verschont.
Wie ein roter Faden zieht sich der Abbau der Bildungs- und Forschungsmittel 
durch den Regierungsentwurf 2014 – von Auslandsstipendien für Studierende 
über die Berufsorientierung von Schülern und die Forschung an 
Fachhochschulen bis hin zu dem gesamten Bereich der Projektförderung, ob bei 
IT und Software oder der Gesundheitsforschung. Rund die Hälfte aller 
Haushaltstitel wird gekürzt. Frau Wanka verteilt damit Zumutungen.
Und das dicke Ende kommt erst noch: Über 410 Millionen Euro an Einschnitten 
hat diese Koalition in einen eigenen Haushaltstitel gepackt. Wo genau nach 
der Wahl weiter zusammengestrichen werden soll, sagt Schwarz-Gelb dabei aber 
lieber nicht. […]
Der letzte Haushaltsentwurf dieser Koalition und die Finanzplanung von 
Schwarz-Gelb für die kommende Wahlperiode dokumentiert in aller Klarheit 
auch die fehlende Perspektive dieser Koalition. Im Finanzplan genießen 
Bildung und Forschung keine Priorität mehr. Mit einem schrumpfenden 
Bildungs- und Forschungsetat ab 2015 lassen sich die ambitionierten Ziele 
einer „Bildungsrepublik“ nicht verwirklichen. […]