Freitag, 20. Dezember 2019

Dieser verdammte Landesverband Hamburg!

Bevor mir wieder vorgeworfen wird missgünstig zu sein, halte ich fest:
Ich mag die Grünen! Seit ihrer Gründung habe ich sie wohlwollend beobachtet und die Grünen schon in meiner Schulzeit während der Nachrüstungsdebatte vehement gegen die Ronald Reagan-Fans aus der JU verteidigt.
Ich stritt für rotgrüne Bündnisse, als sich die allermeisten Sozis das wegen der angeblichen Unzuverlässigkeit der „grünen Chaoten“ noch ins Hemd machten, bejubelte im Dezember 1985 Joschka Fischers Vereidigung als Hessischer Umwelt- und Energieminister, während  ¾ der Deutschen wegen seiner Turnschuhe Schnappatmung und Ausschlag bekamen.
1990, 1994 und 1998 kämpfte ich mit Feuer und Flamme für Rotgrün im Bund.
Inzwischen ist weitgehend vergessen, daß damals noch herrschende Meinung bei der überwältigenden Mehrheit der schreibenden Zunft war, daß eine Regierungsbeteiligung der Grünen im Bund wegen ihrer Haltung zur NATO und zur Gewalt völlig ausgeschlossen wäre.
Bis heute hat sich nichts geändert, auch im Jahr 2019 ist Rotgrün meine präferierte Farbenkombination für die Bundesregierung. Natürlich deutet die demoskopische Realität eher auf ein Dreierbündnis mit den Linken und sehr starken Grünen hin – also GR2 mit einem Bundeskanzler Habeck.
Auch das wäre mir selbstverständlich Tausend mal lieber als die gegenwärtige Groko unter CDU-Führung mit irrlichternden Ministern à la Klöckner, Spahn, Scheuer und Seehofer.
Mich stört die neue Beliebigkeit der Grünen, die Nonchalance, mit der strittige Fragen einfach unter den Teppich gekehrt und konkrete Zahlen vermieden werden.
Gaga-Positionen zur Homöopathie werden unter der Führung Habecks und Baerbocks lieber nicht geklärt. Fahrverbote, drastische Verteuerung von Flugtickets, Tempolimits werden nicht konkretisiert. Kein Wähler soll erschreckt werden. Statt harter Debatten auf Parteitagen, gibt es nun blumig inszenierte Harmonie. Statt politischer Workshops sind Baerbock und Habeck nun deutsche Talkshow-Könige in den braven Laberformaten auf ARD und ZDF. Häufigster Gast im Jahr 2019: Annalena Baerbock. Da fehlt es zwar ein bißchen an Sachkenntnis – Baerbock weiß nicht den Unterschied zwischen Kobalt und Kobold, Habeck irrlichtert sinnfrei bei Entfernungspauschalen und Kilometergeld – aber dafür gibt es ja Fachpolitiker. Es menschelt eben, wenn Habeck ausplaudert wie seine gemeinsame Bahnfahrt mit der Hamburger Obergrünen Fegebank im Vollsuff endete – „so betrunken bin ich nie wieder aus einem Zug gestiegen“.
Es ist auch wichtig in Talkshows Sympathien zu sammeln und die Partei positiv konnotiert im Gespräch zu halten.
Eine offensichtlich erfolgreiche Strategie des neuen Führungsduos. Denn die Grünen Umfragewerte liegen konstant deutlich über 20%

Die SPD versucht es mit der umgekehrten Methode. Da werden gerade die schwierigen und kritischen Positionen endlos ausdiskutiert, jeder Plan akribisch immer wieder mit spitzem Bleistift durchgerechnet.
Olaf Scholz ist ein klassischer Aktenfresser und ein politisches Universalgenie. Ihm würde niemals so ein Lapsus wie Habeck oder Baerbock passieren; Scholz weiß haargenau wovon er redet. Und ganz bestimmt würde er niemals so über die Stränge schlagen, daß er hackedicht mit Fegebank aus dem ICE fällt.

Aber wir wissen ja, was politische Seriosität beim Wähler einbringt: Gar nichts!
Die SPD liegt demoskopisch am Boden, während die Union mit einem lügenden tricksenden Deppen Scheuer, der gerade nur aufgrund seiner eigenen Dämlichkeit dem Steuerzahler 560 Millionen Euro Kosten aufgebrummt hat, demoskopisch doppelt so gut dasteht.
Man muss die parteipolitischen Entscheidungsmethoden so hinnehmen wie sie sind. Die Grünen machen da viel richtig und bringen sich mit ihrem soften Wohlfühlimage immer weiter nach vorn. Wer hätte nach dem 8-Komma-Desaster von 2017 schon gedacht, daß sie zwei Jahre später als ernsthafte Kanzleraspiranten dastehen?
Ich sage es ohne Häme: Ich gönne den Ökopaxen von einst ihren Erfolg; mögen sie bald die Gelegenheit bekommen ins Kanzleramt einzuziehen.
Selbstverständlich gibt es in ihren Reihen echte Spinner, die von Homöopathie und Erdstrahlen faseln oder wie Kathrin Göring-Kirchentag schwere Religioten sind.
Aber wer bin ich, das zu verallgemeinern? Schließlich bietet auch die SPD an herausgehobener Stelle Hardcore-Religioten wie Thierse, Nahles und Griese.
Saskia Esken ist wenigstens kein Mitglied der Kirche, aber gegenüber der Religion noch viel zu wohlwollend.

That said, muss ich heute leider erneut betonen, daß es sich beim Grünen Landesverband Hamburg um einen Sonderfall handelt.
Eine nicht nur zutiefst unsympathische und heuchlerische Partei, die in ihren Reihen die Vielflieger-Königin Eva Gümbel, die Baumfäll-Senatoren und Braunkohle-Megakraftwerkgenehmiger haben, sondern auch noch so offensichtlich von Sehnsucht nach ihrem Traumpartner CDU zerfressen sind, daß sie alles tun, um den sozial denkenden Partner SPD abzuschütteln, um erneut mit den schwarzen Banker- und Privatisierungslobbyisten koalisieren zu können.
Die Grünen in Hamburg sind nicht nur eine Partei der Reichen und Mächtigen, nein, sie vertreten auch geradezu mit Lust antigrüne Positionen.
Sie setzen sich für Abholzungen ein, gaben der CDU 2008 ihr Plazet zu brutalsten Abschiebungen und Brechmitteleinsatz (mit Todesfolge!), genehmigten das größte Kohlekraftwerk Deutschlands Moorburg, das pro Tag (sic!) 12.000 Tonnen Steinkohle verfeuert und jährlich 8,7 Mio. Tonnen CO2 ausstößt.
2012 ließ die grüne Umweltsenatorin allein 2.000 Bäume für das Gartenschau-Desaster abholzen. Unter grüner Ägide wurde die IGS zum ökologischen Katastrophe. Für den Neubau ihres eigenen Dienstsitzes, der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, fielen unter der grünen Senatorin weitere Hunderte Bäume. Als Stadtentwicklungssenatorin schaffte sie es dafür den Wohnungsbau komplett zum Erliegen zu bringen, bis 2010 keine einzige Sozialwohnung mehr gebaut wurde – die Hauptursache für den heutigen Mietenwahn. Danke Schwarz-Grün.
Die grüne Wissenschaftssenatorin und zweite Bürgermeisterin Fegebank ist heute dafür verantwortlich, daß im Universitätskrankenhaus Eppendorf jährlich 65.000 Tiere für Forschungszwecke massakriert werden.
Die Hamburger Wähler finden es geil; eine ganz aktuelle Infratest-dimap-Umfrage ergab 26% für die Grünen.
Problematisch sind aber nicht nur die inhaltlichen Positionen der Hamburger Olivgrünen, sondern die sagenhafte taktische Unfähigkeit. Ja, sie wollen gerne mit der CDU, stolpern aber wie politische Anfänger. Spalten dabei mal eben ihre eigene Fraktion, bringen sechs grüne Abgeordnete dazu in die SPD einzutreten.

(….) Die Hamburger Grünen sind so eine Art Political Action Committee (PAC) der CDU.

Die Fegebank-Grünen verbinden aber nicht nur inhaltliche Übereinstimmungen und Abneigung gegen Sozialpolitik mit der CDU; nein, sie übernehmen auch den Habitus der Schwarzen, indem sie Posten und Privilegien über politische Inhalte stellen.

Unglaublich, aber wahr, die Grünen haben soeben im linkesten Hamburger Bezirk Eimsbüttel die rotgrüne Koalition aufgekündigt und springen mitten in der Amtsperiode des SPD-Bezirksamtsleiters Kay Gätgens in das Bett der CDU.
Darüber hinaus ignorieren sie auch noch demokratische Regeln und setzten eine der ihren ohne Ausschreibung per order die mufti auf den Posten. Katja Husen, Geschäftsführerin des Zentrums für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde am Universitätsklinikum Eppendorf hat keine Verwaltungserfahrung, ist keine aktive Politikerin, aber Regierungskompetenz schadet ohnehin nur beim Projekt Grün-Schwarz.

[…..] Die SPD Eimsbüttel ist verstimmt. „Der künftigen Koalition geht es einzig um den Austausch der Bezirksamtsleitung und nicht um die allseits anerkannte fachliche Kompetenz, die Kay Gätgens mitbringt", sagt Gabor Gottlieb, Fraktionsvorsitzender der SPD. Und weiter: „In der Vergangenheit war es Konsens aller Fraktionen, die Bezirksamtsleitung öffentlich auszuschreiben. Dass die neue Koalition dieses transparente Verfahren gleich zu Beginn aufgibt, zeigt einen neuen politischen Stil.“
Der grüne Fraktionschef Ali Mir Agha kontert, dass eine öffentliche Ausschreibung rechtlich gar nicht möglich sei, da die Amtszeit von Kay Gätgens noch läuft. So bliebe nur die Möglichkeit eines konstruktiven Misstrauensvotums, um die Bezirksamtsleitung auszutauschen. […..]

Das Zeichen an den wahlkämpfenden Bürgermeister Tschentscher und die Wähler ist wenige Monate vor der Bürgerschaftswahl überdeutlich:
 Wir wollen Oliv-Grün! Unser Herz hängt an der CDU. (….)

Geklappt hat dieser Coup nicht.
Ende November legten die Eimsbüttler Grünen eine spektakuläre Bauchlandung hin.

(….) Steffen, Fegebank und Gallina erleiden allerdings trotz der sensationellen Umfrageergebnisse immer wieder Schiffbruch mit ihrem CDU-Kuschelkurs.
Heute lehnten sie das Klimaschutzpaket im Bundesrat ab.
Hamburger Grüne gegen Klimaschutz.
Und auf Bezirksebene läuft es noch viel schlechter.

1.)

Obwohl die Grünen eigentlich stärkste Fraktion im Bezirk Hamburg-Mitte wurden – Grüne 29,3%, SPD 27 % - haben es Gallina und ihr Stellvertreter Martin Bill geschafft so viele Mandatsträger in die SPD zu treiben, daß die SPD-Fraktion mit 20 Mitgliedern nun genau doppelt so stark ist wie die zehnköpfige Grüne Restfraktion.
Die Grünen sind nun Opposition und Bezirksamtsleiter bleibt der Sozi Falko Droßmann.

2.)

Der ganz große Coup sollte heute im linken Hamburger Bezirk-Eimsbüttel gelandet werden.
Gallina und Fegebank wollten den SPD-Bezirksamtschef rauswerfen und ohne Ausschreibung mit der CDU ihre Kandidatin durchdrücken.
Aber wie in Hamburg Mitte landeten sich voll auf dem Bauch, weil es offensichtlich genügend Grüne Abgeordnete gibt, die nicht so moralisch verdorben und rechtslastig sind.

[…..] Überraschung im Hamburger Bezirk Eimsbüttel: Die neue grün-schwarze Mehrheit ist am Donnerstagabend mit ihrem Versuch gescheitert, Katja Husen (Grüne) als neue Bezirksamtsleiterin zu wählen. Stattdessen ergab die Abstimmung in der Bezirksversammlung, dass Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD) im Amt bestätigt wurde - zumindest vorläufig.
Husen erhielt nicht die notwendigen 26 Stimmen, sondern eine weniger. Eigentlich kommt Grün-Schwarz auf 28 Abgeordnete, die alle anwesend waren. Drei Abgeordnete von CDU und Grünen hatten Husen also die Stimme verwehrt. Dass ein Misstrauensvotum gegen einen Bezirksamtsleiter scheitert, ist einmalig. "Das ist unglaublich", sagte Gätgens. "Ich habe nicht damit gerechnet und bin zutiefst gerührt." Vor der Abstimmung hatte er sich noch mal zu Wort gemeldet und eine emotionale Rede gehalten. In den drei Jahren habe er Eimsbüttel als einzigem Bezirk ein Leitbild gegeben - für bezahlbares Wohnen, neue Mobilität und mehr sozialen Zusammenhalt - und dies umgesetzt. "Mir war es wichtig, noch einen Redebeitrag zu halten, um deutlich zu machen, mit wieviel Leidenschaft und Engagement ich meine Rolle als Bezirksamtsleiter ich in den letzten drei Jahren wahrgenommen habe. Offenbar hat diese Rede auch ein bisschen gefruchtet", sagte er NDR 90,3.
Lange Gesichter gab es bei den Grünen und der CDU. Der Co-Fraktionschef der Grünen, Ali Mir Agha, sagte: "Das ist für Grün-Schwarz ein herber Rückschlag." […..]

Offenbar waren es nicht Schwarze, sondern tatsächlich drei Grüne Abgeordnete, die das schäbige Spiel ihrer eigenen Partei nicht mitmachen wollten und lieber den Sozi wählten. (….)

Und was tun die Hamburger Grünen nachdem sie einmal mit voller Wucht gegen die Wand gerast und wieder abgeprallt sind?
Sie unternehmen denselben Versuch mit denselben Voraussetzungen noch einmal, hoffen auf ein angenehmeres Ergebnis.
Das Motto bei Grün-Schwarz lautet: ‚Das Medikament wirkt nicht und wir wissen nicht, warum es nicht wirkt. Deshalb verabreichen wir es nochmal‘“
(FDP-Fraktionschef Michael Kruse.)

Gestern, am 19.12.2019 trat die Grüne Katja Husen erneut an, um mit den 19 Grünen und 9 Schwarzen (=28) in der Bezirksversammlung neue Bezirksamtsleiterin zu werden. Nötig sind dazu 26 Stimmen; sie erhielt wieder 25 und war erneut blamiert. Bezirksamtschef bleibt also der SPD-Mann Gätgens.
Der Grüne Kreisvorsitzende Steffen, seines Zeichens schon Justizsenator unter der CDU-Regierung, setzt dessen ungeachtet auf seine geliebte CDU.

[….] Der Vorsitzende des Kreisverbandes Eimsbüttel, Justizsenator Till Steffen, kündigte an, dass die Koalition keinen weiteren Anlauf unternehmen werde. "Dass Katja Husen nicht gewählt wurde, ist sehr schade für Eimsbüttel", sagte der 46-Jährige. "Aber klar ist auch, dass es keinen weiteren Versuch in Sachen Bezirksamtsleitung geben wird und jetzt andere Wege gefunden werden müssen, um grün-schwarze Politik in Zusammenarbeit mit einem SPD-Bezirksamtsleiter umzusetzen." [….]

Ist die Hamburger Grünen-Führung vollkommen unbelehrbar? Ist es Doofheit? Oder welche Kräfte spornen sie noch an, derartig verbissen gegen den offensichtlichen Willen ihrer eigenen Abgeordneten und gegen eine rotgrüne Mehrheit (Die SPD hat 12 Sitze, zusammen mit den Grünen macht das 31 Sitze, also fünf über der absoluten Mehrheit) immer wieder ins CDU-Bett springen?

[….] Die Mega-Pleite der Grünen. Der Eklat ist perfekt! Auch im zweiten Anlauf hat es die neue grün-schwarze Koalition in Eimsbüttel nicht geschafft, Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD) durch Katja Husen (Grüne) abzulösen. Ein Versagen, das auch auf Landesebene nun Folgen haben könnte.
Auf den Grünen liegt derzeit kein Segen. Erst der Extremismus-Skandal im Bezirk-Mitte – und jetzt das Wahl-Chaos in Eimsbüttel. [….]

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Das große Geschrei.



Was der großen amerikanischen orangen Hass-Made sein Impeachmentverfahren, ist der kleinen deutschen braunen Hass-Made seine vom Spiegel erwirkte richterliche Unterlassungserklärung.

Donald Trump droht die Amtsenthebung und David Berger 250.000 Euro Strafe – alternativ als sechsmonatige Haft zu verbüßen.

Die beiden egomanen Psycho-Nazis haben nun gleichermaßen juristische Probleme; beide gleichermaßen hochverdient.

[…..] Nun hat er ihn, den Stempel der Schande, den kein Präsident will. Nach all den Spekulationen, Ermittlungen und Anhörungen, nach all den Brandreden und Wutbriefen ist es jetzt offiziell: Donald Trump ist der erst dritte Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, gegen den ein Impeachment erfolgt ist. Die beiden Anklagepunkte - Machtmissbrauch und Behinderung des Kongresses - werden für immer mit seinem Namen verbunden sein. Und ganz egal, was der Rest seiner Präsidentschaft noch bringt: Das Impeachment ist für Trump eine Schmach. Die Anklage zur Amtsenthebung ist die schwerste Strafe, die das Repräsentantenhaus gegen einen Präsidenten verhängen kann. Trump hat sie verdient. […..] Verloren haben aber auch die Demokraten. Ihnen ist es nicht gelungen, eine Unterstützung für das Impeachment zu bewirken, die über die Parteigrenzen hinausgeht. Für viele von Trumps Anhängern ist die Ukraine-Affäre bloß ein weiteres Kapitel einer Kampagne gegen den Präsidenten, die schon an seinem ersten Tag im Amt begann. […..]

Donald und David sind außerdem gleichermaßen unfähig rational und besonnen mit der Situation umzugehen und beginnen coram publico ein hysterisches Geschrei, bei dem sie wüste Lügen und Verschwörungstheorien fabrizieren.

[…..] US-Präsident Donald Trump hat die Zahl seiner falschen oder irreführenden Aussagen seit seinem Amtsantritt nach einer Statistik der "Washington Post" in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf ihre eigene Faktencheck-Statistik, im Jahr 2017 habe Trump 1999 falsche oder irreführende Aussagen von sich gegeben. Im Folgejahr seien es weitere 5689 gewesen - zusammengenommen sind das 7688 falsche oder irreführende Aussagen. Bis zum 10. Dezember habe sich diese Zahl auf insgesamt 15.413 gesteigert - also auf mehr als das Doppelte. [….]

So wie natürlich auch beide die menschengemachte Klimaveränderung als linksgrünes Hirngespinst ansehen. Beide kriegen vor Hass Schaum vorm Mund, wenn sie über „Klima-Gretel“ sprechen; kübeln kiloweise Dreck über die 16-Jähirge Aspergerin aus.

[….] Auch in der Familie Seibt treffen sich Klimawandel-Leugnung und Rechtspopulismus. Bloggerin Naomi Seibt widmete ihre vom Hayek-Institut ausgezeichnete Arbeit ihrer "mutigen Mutter", Karoline Seibt. Die Rechtsanwältin rief 2017 auf der rechten Website "Philosophia Perennis" zur Wahl der AfD auf. […..]

Beide können gar nicht anders, als sich selbst als den einzigen weltweit beachteten Fixpunkt zu halten.
Wenn irgendeiner Kritik wagt, drehen sie durch und mutmaßen Galaxie-umspannende Verschwörungskräfte.

Trump droht, wütet und haut nun weit über hundert Hass-Postings pro Nacht über Twitter in die Nacht hinaus.

[….] Als dritter amerikanischer Präsident wird Donald Trump in einem Amtsenthebungsvefahren angeklagt.  Dass er seinen Job wahrscheinlich trotzdem nicht verlieren wird, belegt den Verfall der politischen Kultur.
[….] Wer den aktuellen Gemütszustand des amerikanischen Präsidenten erkunden will, der muss auf Twitter gehen. Donald Trumps Kurznachrichtenkonto funktioniert wie ein Pulsmesser: Schießt die Frequenz in die Höhe, rast offenkundig die Pumpe des Patienten. Zehn oder zwanzig Tweets am Tag sind unbedenklich. Steigt die Zahl auf mehr als hundert wie am vergangenen Wochenende, muss man sich auf einen Notfall einstellen.
[….] Als nüchterner Betrachter indes fragt man sich eher, weshalb ein Politiker, der Sex-Affären mit Schweigegeldzahlungen vertuscht, mafiöse oder kriminelle Berater um sich schart und rechtsstaatliche Ermittlungen offen behindert, nicht schon längst aus dem Weißen Haus gejagt wurde. Die erpresserische Nötigung des ukrainischen Präsidenten zu einer Schmutzkampagne gegen Trumps unbescholtenen Rivalen Joe Biden, die nun im Zentrum des Impeachments steht, ist ja nur das letzte Glied einer langen Kette skandalöser Tabubrüche. [….]

Auch der faschistoide Ego-Theologe versinkt ob seiner juristischen Probleme in Größenwahn und Selbstmitleid gleichermaßen.

[…..] Der „Spiegel“ hat es tatsächlich erreicht, dass ein Berliner Gericht dem PP-Macher eine Strafe von 250.000 Euro bzw. 6 Monate Haftstrafe androht, wenn er eine Passage aus einem JouWatch-Artikel (2017) erneut zitieren sollte, in der es um die AfD-Kritikerin Melanie Aman geht. Eine Anhörung fand wegen angeblicher Dringlichkeit nicht statt und die bereits angefallenen Kosten hat alle PP zu tragen.
Kennen Sie diese Situation noch aus der Schulzeit? Eine Gruppe von vier pubertierenden Halbstarken aus der 7. Klasse fällt über einen Erstklässler her, sie bedrohen und schlagen ihn – und fühlen sich dabei als die großen Helden, weil sie es geschafft haben, den Kleinen so richtig fertig zu machen. Zuletzt setzen sie ihn so unter Druck, dass er den Eltern nicht einmal genau erzählen kann, was passiert ist.
So ähnlich wie der kleine Erstklässler fühlen sich derzeit die Macher von „Philosophia Perennis“. Der trotz einbrechender Leserzahlen und diverser Relotius-Skandale dem kleinen PP-Blog finanziell und personell um ein tausendfaches überlegene „Spiegel“, hat gleich zwei Anwälte auf uns angesetzt. […..]. Würde ich jetzt hier die Passage wiedergeben, die den „Spiegel“ bzw. seine Mitarbeiterin so echauffierte, müsste ich 250.000 Euro an diesen zahlen. Ein Betrag, den ich natürlich nicht habe. Das Gericht droht, in diesem Fall wohlweislich ersatzweise mit einer Ordnungshaft von sechs Monaten.
In einem Berliner Gefängnis: alleine unter … (na, Sie wissen schon, liebe Leser). Das heißt nicht nur sechs Monate kein „Philosophia Perennis“ und das erfolgreiche Erreichen des Ziels: „Bestrafe einen, erziehe viele!“ Das heißt auch in Richtung freier Medienschaffender: Du bist danach so fertig, dass Du nie mehr eine Zeile gegen das System oder gar gegen sein Sturmgeschütz, den „Spiegel“, schreiben wirst! […..]

Selbstmitleid, Egozentrierung, Wahnvorstellungen.



“Is it just me, or does it seem like Trump went through all the stages of grief in one tweet? It was like denial (‘I can’t believe I’m getting impeached’), anger (‘I did nothing wrong’), depression (‘This is a terrible thing’), acceptance (‘I guess we can only pray’).”
— TREVOR NOAH

Unglücklicherweise werden beide politischen Tiefschläge von heute letzten Endes nichts ausrichten.
Beide Psychopathen werden nicht niedergestreckt werden, beide werden noch mehr von ihren eigenen Anhängern bejubelt werden.
Beide werden die Gräben des Hasses in ihrer Nation noch viel tiefer ausheben.

[…..] Die Republikaner, bezeichneten die Demokraten als größte Gefahr: Sie planten einen Staatsstreich, wollten den Willen von 63 Millionen Trump-Wählern annulieren. Einer verglich das Impeachment mit dem Angriff auf Pearl Harbor, ein anderer sogar mit der Kreuzigung: "Pontius Pilatus gab Jesus mehr Rechte."
[…..] Doch wer das bisherige Verfahren verfolgt hat, weiß natürlich: Klar ist vielmehr der Unterschied zwischen den Fakten der Demokraten, die sich auf akribische Beweisführung stützen, und den "Fakten" der Republikaner, die politischer Spin sind. […..] Auch weil die Verwirrung und die Abscheu, die das Impeachment bei vielen auslöst, kaum schwindet. Das nützt Trump: In der aktuellsten Gallup-Meinungsumfrage ist seine Popularität sogar noch mal leicht angestiegen - vor allem bei unabhängigen Wählern, die sich von dem Hickhack abgestoßen fühlen. […..]

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Was ist los bloß mit den Leuten?


Da ich mitten in der Stadt wohne, ist eine der wenigen Annehmlichkeiten, die mir wichtig sind, mein Tiefgaragenplatz.
Es verschafft mir immer noch tiefe Befriedigung mit meiner Karre da hinein zu gleiten, während andere ewig nach einem Parkplatz suchend um den Block fahren. Daß mein Auto sicher das Schrottigste und Wertloseste in der Garage ist, könnte mir nicht egaler sein. Hauptsache, er hat es warm und trocken.
Heute Morgen musste ich zu einem Nachsorgetermins wegen meines Flunkens.
Ich kam aber nicht raus, weil ein Lieferwagen quer in der Einfahrt der Garage stand.
Das ist a) ärgerlich, wenn man es eilig hat und b) noch ärgerlicher, weil die Einfahrt so breit ist, daß man sich da draufstellen kann, ohne die dort Parkenden komplett zu blockieren.

Einige Menschen hupen in so einer Situation einfach so lange, bis der Fahrer des im Weg Stehenden genervt angetrabt kommt.
Ich tat das natürlich nicht, weil ich 1.) die Huperei unglaublich proletig finde, 2.) mich schon oft die Pest geärgert habe, wenn ich aus dem Schlaf gerissen wurde, weil irgendein Depp vor meinem Schlafzimmer die ganze Straße wach-hupt und 3.) handelte es sich um einen rumpeligen DPD-Van. Jeder weiß, daß von allen schlecht bezahlten Paketboten die Jungs von DPD am miesesten dran sind. An ihrem Elend sind wir idiotischen Verbraucher schuld, die keine zwei Meter mehr in den nächsten Laden gehen und selbst eine Rolle Klopapier oder einen Apfel bei Amazon bestellen. Natürlich ist die Nachbarschaft dadurch mit Paketlieferwagen vollgestopft.
Es gehört sich nicht seine schlechte Laune und schlechte Planung mit asozialer Huperei an den Schwächsten – den Lieferboten – auszulassen.
Nach fünf Minuten kam der arme Junge mit immer noch einem Berg Päckchen, die er nicht losgeworden war, auf dem Arm zurück und fuhr seine Karre aus dem Weg, so daß ich los konnte.

Hinter dem Ärztehaus, in das ich musste, befindet sich ein riesiger Parkplatz, der allerdings bis auf den letzten Zentimeter vollgestopft war.
Ich stopfte den Chip zurück in den Parkautomaten, fuhr wieder weg und entdeckte glücklicherweise gleich vor dem Haus eine Möglichkeit mein Auto abzustellen. OK; nicht gerade ganz legal, das gebe ich zu. Ein Ticket riskiere ich schon mal. Aber ich stelle mich niemals so hin, daß ich ein anderes Auto oder eine Einfahrt blockiere.
 So auch diesmal. Ich war zwar etwas sehr an eine Hauswand gepresst, aber mein fahrbarer Untersatz passte zentimetergenau so dahin, daß Fußgänger, Radfahrer und andere Autos ungehindert vorbei konnten.
Das ist nicht nur aus grundsätzlichen Erwägungen wichtig, weil ich kein rücksichtsloses Arschloch sein will, sondern weil Radfahrer ob ihres politischen Rückenwinds unfassbar aggressiv sind, sofort rumpöbeln, Stinkefinger zeigen oder auch handgreiflich gegen das Auto werden. Ich habe davon schon diverse Kratzer über eine ganze Autoseite abbekommen. Vor wenigen Wochen bekam ich mal fast einen Herzinfarkt, als ich an einer roten Ampel stand und plötzlich ein Radfahrer, der wegen der engen Straße nicht rechts an mir vorbei rollen konnte, anfing wie ein Irrer auf mein Wagendach zu trommeln.
Ein fürchterliches Klischee, Autofahrer vs Radfahrer, ich weiß, aber ich habe nun seit vielen Jahrzehnten einen Führerschein und schwöre, es ist eine ganz neue Qualität der Rad-Aggressoren, die man seit zwei, drei Jahren erlebt.

Da ich derzeit wirklich sehr gehbehindert bin, kaum lange Strecken zurücklegen kann und auch noch in ein Ärztehaus musste, dessen legale Parkplätze zugestopft waren, machte ich mir keine Gewissensbisse ob meiner kreativen Parkerei.
Als ich zurückkam hatte ich aber doch den obligatorischen Liebesbrief am Scheibenwischer.
Nicht das übliche Parkticket. Über die ärgere ich mich nicht; die Park-Hiwi-Polizisten tun auch nur ihren Job und die Bußgelder kommen der Allgemeinheit zu Gute.
Nein, diesmal war es wieder mal eine dieser anonymen Anwohner-Drohungen, die auch immer häufiger werden.

 
74 Jahre nach dem Ende der Gestapo und 30 Jahre nach der Auflösung der Stasi, kriechen wieder die Hobby-Denunzianten aus ihren Löchern.
Was ist eigentlich los mit solchen Menschen?

Offensichtlich handelt es sich dabei nicht nur um eine subjektive Beobachtung in meiner Umgebung. Nein, ich lese seit einiger Zeit von immer mehr Nachbarschaftsspitzeln, die mit gezückter App nur darauf warten die Polizei zu rufen.

[….] Es ist die vermeintliche Jagd nach dreisten Falschparkern - immer mehr Privatpersonen beteiligen sich daran, spielen Sheriff in den Städten. [….]  Die Zahl der Privatpersonen, die Falschparker melden, nimmt offenbar massiv zu. Laut dem WDR hat sich die Zahl der Meldungen in Aachen innerhalb eines Jahres verdreifacht, auch in Düsseldorf stieg sie von unter 7000 auf fast 12.000 innerhalb eines Jahres. [….]

Kleine miesen Petzen sind das, die mich besser verstehen lassen, wie es in den 1930er Jahren funktionierte, daß die Gestapo mit Myriaden anonymen Meldungen über angebliche Juden in der Nachbarschaft und deren Besitztümer überflutet wurden.
Das obrigkeitshörige, uniformgeile Denunzianten-Gen steckt offenbar unausrottbar in den Deutschen.
Kann man sich das aus Italien oder Spanien vorstellen, daß Anwohner mit dem Zollstock ausmessen, ob ein Auto womöglich drei cm auf dem Radweg steht und dann gierig die Polizei anrufen?
Was ist denn mit „mind your own business!” geworden?

Ich spreche wohlgemerkt nicht von rücksichtslosen Parkern, die andere blockieren, Durchfahrten versperren, oder – was ich besonders hasse – mit einem Auto zwei Parkplätze besetzen.
Nein, ich meine die Aggressivität wider die Rücksichtsvollen, die ihre Karre zwar nicht ganz legal, aber doch so hinpressen, daß niemand gestört wird.

[…..] Anwohner, Fußgänger und andere Autofahrer […..] greifen deshalb zur Selbstjustiz, wie der SWR am Beispiel der Großstadt Stuttgart berichtet. Demnach komme es immer häufiger vor, dass Privatpersonen Autofahrern selbstgebastelte Knöllchen an die Windschutzscheibe stecken. Auf diesen falschen Strafzetteln steht dann beispielsweise „Scheiße geparkt!“ oder ähnlich lapidare Sprüche. Der Kreativität scheinen da keine Grenzen gesetzt zu sein. Der SWR berichtet zudem von einem Fall, bei dem eine Falschparkerin einen Zettel bekommen hat, auf dem vermerkt war, dass man ein Foto von dem Fahrzeug gemacht und einen Zeugen parat habe, um die Falschparkerin anzuzeigen. […..]

Wir sprechen hier über eine Nation, in der unzählige Versuche gezeigt haben, wie alle Passanten penibel wegsehen, wenn jemand sexuell belästigt, xenophob bepöbelt wird oder medizinische Hilfe braucht.

[….] Eine 25 Jahre alte Frau ist auf einem S-Bahnhof bei München von einem Mann attackiert und misshandelt worden. Zahlreiche Passanten hätten dies beobachtet, seien der Frau aber nicht zu Hilfe geeilt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der mutmaßliche Täter wurde gefasst, ermittelt wird auch gegen einen unbekannten Mann wegen unterlassener Hilfeleistung. [….]

Aber bei Ordnungswidrigkeiten, die man aus der Anonymität maßregeln kann, werden einige Deutsche ganz eifrig.

[….] In einer kleinen Straße im Münchner Norden herrscht Zwietracht: Ein Mann aus dem Landkreis Freising zeigt regelmäßig Falschparker an und hält damit Polizei wie Anwohner auf Trab.
[….]  "Das war hier mal eine langweilige Anwohnerstraße", sagt Thomas Nindl. Er meint das positiv, im Sinne von: unaufgeregt, ordentlich, ruhig. Seit einigen Monaten ist das anders. Anwohner brüllen sich auf offener Straße an oder klemmen auf Zettel geschriebene Beschimpfungen an Windschutzscheiben. "Du blöde Amsel kannst nicht Auto fahren, hat einer meine Frau durch die Windschutzscheibe angeschrien", berichtet Nindl, 55-jähriger Ingenieur.
Seit einigen Monaten herrscht Unfrieden in dieser gut 450 Meter langen Wohnstraße in Freimann, an deren Südende sich das bekannte Metropol-Theater befindet. Auslöser dafür ist ein einziger Mann, der noch nicht einmal dort wohnt. "Gesehen hat den noch niemand. Aber der fährt hier durch und macht Fotos von den Nummernschildern", sagt Nindl. Und die schickt er per Mail an die Polizei. [….]

Überall in der Bundesrepublik poppen diese Möchtegern-Petzen aus ihren Löchern und halten die Polizei auf Trab.

[….]  Weit über 500 gestellte Anzeigen, drei Dienstaufsichtsbeschwerden, zwei Polizeieinsätze – und das alles in rund zwei Jahren: In diesen Zahlen lässt sich der Knöllchen-Streit an der Schulstraße zusammenfassen. Anwohner Thomas Hausmann steht dazu: Er fotografiert aus seiner Sicht falsch abgestellte Fahrzeuge auf der schmalen Straße und schickt die Fotos direkt an die Stadt. Sein Ziel: Er will eine freie Zufahrt zu seiner Auffahrt – ohne groß rangieren zu müssen. [….]

Zivilcourage mangelhaft, aber das Erbe von zwei totalitären Überwachungsstaaten und einem Heer williger anonymer Helfer und Tippgeber ist offenbar fest in der Teutonen-DNA verankert.

Internet, soziale Medien und Klugtelefone haben uns zu einer eierlosen Gaffergesellschaft gemacht. Helfen will keiner. Aber zugucken und natürlich petzen und anonyme Hinweise an die Polizei geben, wenn man anderen schaden kann.