Hahahahaha, die deutschen Katholiban sind so lustig.
Weltweit als Kinderfic**rsekte bekannt, die raffgierig
Spenden einsammelt und für sich behält, die sich mit menschlich so abstoßenden
Bischöfen präsentiert, daß selbst die engagiertesten Gläubigen verzweifelt
wegrennen, die sich in Windeseile zur Minderheit in Deutschland entwickelt, die
ihren Vergewaltigungsopfern den Stinkefinger zeigt, die Millionen zur Pamperung
der Kindervergewaltiger in ihren Reihen ausgibt, die ein so katastrophales
Image hat, daß niemand mehr Priester werden will!
Haha, der oberste deutsche Bischof Bätzing, Vorsitzender
der katholischen Bischofskonferenz, der tumb um die Forderungen seiner
Schäfchen laviert und weiterhin darauf beharrt, nur Menschen mit Penis wären
edel genug, um geistliche Ämter zu übernehmen.
Hahahahahaha, der TVE-Nachfolger, der inzwischen sogar
die Kirchengemeinden schließen muss, in denen noch Gläubige zum Gottesdienst
kommen, weil er noch nicht mal eine Grundversorgung von Priestern aufrecht
erhalten kann.
Hahaha, Bätzing, der so froh darüber ist, in seinen
Reihen mal einen Priester zu haben, der keine kleinen Jungs vergewaltigt,
sondern „nur“ Frauen sexuell misshandelt, daß er den Vergewaltiger sogleich zum Bezirksdekan befördert.
[…] Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und
Limburger Bischof Georg Bätzing hat in seinem Bistum trotz
Belästigungsvorwürfen einen Priester in eine Führungsposition befördert. […]
Bätzing habe den von ihm selbst wegen der
Belästigung von zwei Frauen ermahnten Mann demnach zum Bezirksdekan berufen.
Das Bistum bestätigte sowohl die Vorwürfe gegen den Mann als auch dessen
Beförderung. Dem Bericht zufolge soll der Priester im Jahr 2000 eine evangelische
Pfarrerin in Ausbildung verbal und körperlich sexuell belästigt haben. Dies
habe die Frau dem Medium geschildert, das Bistum halte die Vorwürfe für
glaubwürdig. Eine katholische Gemeindereferentin in Ausbildung soll derselbe
Pfarrer zwischen 2006 und 2007 belästigt haben. Auch sie habe ihren Fall der
»Zeit« geschildert. […] Bätzing habe
beide Frauen angehört und dem Pfarrer »einen förmlichen Tadel« ausgesprochen. […]
Der Geistliche sei dennoch zu einem von elf
Bezirksdekanen ernannt worden. Damit ist der Pfarrer regionaler Vertreter des
Bischofs.[….]
Ja, so geht vorbildliche Aufklärungen bei sexuell
übergriffigen Priestern im Jahr 12 nach Canisius.
Grandios, die Katholiken haben es geschafft, daß jeder
Mensch auf der Welt spontan „Kinderficken“ mit der Kirche konnotiert.
Das ist schon so selbstverständlich, daß einer, der seine
Soutane für Frauen lüpft, schon als derartig vorbildlich gilt, um auf der
Stelle eine Leitungsposition zu bekommen.
Die Bischofsbruderschaft um Woelki, Heße und Marx kann
sich immerhin mit einem passenden vorbildlichen Vorsitzenden schmücken.
Im Mittelalter (und in einigen Kulturen bis heute) nannte
man es „Schänden“, weil aufgrund der religiösen Amoral das Vergewaltigungsopfer
anschließend die Schande zu ertragen hat und nicht etwa der Täter.
Die Opfer wurden nicht nur durch Sex und Gewalt
gedemütigt, sondern wurden noch zusätzlich durch die soziale Ächtung in ihrer
eigenen Familie/Gesellschaft psychisch schwer verletzt.
Es ist eigentlich kaum zu fassen, daß Vergewaltigung als
Kriegswaffe erst in den 1990er Jahren auf dem Balkan das erste mal systematisch
erfasst wurde und tatsächlich erst im 21. Jahrhundert als „Kriegswaffe“
betrachtet wird. Auf dem Balkan gab es neben dem gewalttätigen Effekt, also
der möglichst umfassenden Zerstörung und Demütigung des unterlegenen Volkes, zusätzlich
noch um den „ethnischen Effekt“. Die muslimischen Bosniaken sollten durch
christliche Serben geschwängert werden, um so „die Gene Serbiens“ zu verbreiten
und die muslimischen Kinder zu verdrängen.
[….]In
einer Diktatur werden Personen, die politisch anderer Meinung als die
Herrschenden sind, oft verfolgt. Der Staat will von diesen Menschen keine
Kritik hören, will sich von ihnen nicht stören lassen. Deswegen heißt es in
Diktaturen immer wieder, dass der Staat von diesen Kritikern
"gesäubert" wird. Dieser Begriff der „Säuberung“ ist besonders
niederträchtig. Denn damit soll der Eindruck erweckt werden, dass diese
Menschen einen Staat beschmutzen oder dass sie selbst Schmutz wären. Solche
politischen "Säuberungen" fanden im 20. Jahrhundert in großem Ausmaß
statt. [….]dieser menschenverachtenden Politik ist auch die sogenannte
"ethnische Säuberung". "Ethnie" ist ein griechisches Wort
und bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die die gleiche Kultur oder Abstammung
verbindet. Wenn eine solche Gruppe verfolgt und vertrieben wird, spricht man
von „ethnischer Säuberung“. In den 1990er Jahren gab es brutale Verfolgungen in
Bosnien-Herzegowina oder auch im afrikanischen Staat Ruanda, wo bis zu einer
Million Menschen starben. [….]Dieses
hässliche, menschenverachtende Wort wurde in die Liste der hundert „Unwörter“
des 20. Jahrhunderts aufgenommen. […]
Ob es sich bei der Vergewaltigung als Kriegswaffe
überhaupt um Sexualität, oder nicht weitgehend um Gewalt handelt, ist eine
weitere Frage, die ich in letztem Sinne beantworten würde.
(…) Aber eine Vergewaltigung
als Machtdemonstration verwundert schon, wenn man die biologischen
Voraussetzungen bedenkt. Das Opfer will offenbar nicht, es gibt kein Gleitgel
von Beate Uhse und der eigentlich heterosexuelle Vergewaltiger muss
offensichtlich blitzartig eine sehr stabile Erektion generieren. Für die
meisten Menschen sollte aber doch eine derart gewalttätige Situation, voller
Angst und Schmerzen, gerade eben nicht sexuell erregend sein. Also, wie klappte
das, über 2.000 Jahre vor der Erfindung des Viagras?
Tatsächlich beruht diese Frage
aber auf einem Denkfehler, der Erektion und Analverkehr automatisch mit Sex
assoziiert. Darum geht es in diesem Fall
aber gar nicht, sondern um Gewalt.(…)
Joshua Beer und Christoph Koopmann, die beiden
Korrespondenten der Süddeutschen Zeitung in Kiew, berichten ausführlich über
die Massenvergewaltigungen durch russische Soldaten in der Ukraine. Opfer sind
neben Frauen und Mädchen, auch Jungs und Männer.
Offenkundig gibt es hier weniger einen ethnischen oder
religiösen Hintergrund – schließlich sind Täter, wie Opfer slawische orthodoxe
Christen. Die SZ-Autoren beleuchten aber den sexuellen Aspekt.
[…] "Die Vergewaltigung ist häufig - für Täter wie auch Opfer - die
erste sexuelle Erfahrung", so Skjelsbæk. Mit furchtbaren Folgen, die vorrangig
die Vergewaltigten tragen. Viele Fälle werden gar nicht erst gemeldet, aus Angst vor dem sozialen
Stigma, das einer solchen Tat anhaftet. In manchen tief religiösen Kreisen etwa
- und nicht nur dort - gelten Vergewaltigte heute noch als mit einem Makel
behaftet, als gebrandmarkt. Es liegt an der Gesellschaft, ein solches Stigma
nicht zuzulassen. […]
Aus den schon genannten Gründen, halte
ich die Darstellung von Inger Skjelsbæk, Professorin am
Friedensforschungsinstitut Oslo (Prio), für fragwürdig. Oder zumindest für
erklärungsbedürftig. Die geschilderten Kriegsverbrechen sind nicht in erster
Linie eine „sexuelle Erfahrung“,
sondern eine Erfahrung brutaler Gewalt.
Aber Joshua Beer und Christoph Koopmann weisen auf einen
anderen Aspekt der „Kriegswaffe Vergewaltigung“ hin, den ich bisher nicht so
klar beschrieben hatte.
Es geht nicht nur darum, den Feind zu strafen, zu quälen, zu „schänden“ und damit zu
schwächen oder zu vernichten, sondern es macht auch etwas mit den Angreifern,
das für die Kriegsherren wünschenswert ist.
[…] Dass Soldaten im Krieg vergewaltigen, hat vielfältige Gründe. Der wohl
offenkundigste ist die Auswirkung der Gewalt, mit der sie im Kampf immer wieder
zu tun haben. Je mehr sie diese erleben, erfahren und selbst verüben, desto
stärker sinkt in dieser "Gewaltspirale" die Hemmschwelle zur
Grausamkeit - so beschreiben es Forschende. Damit fällt auch das Tabu von
Folter und Vergewaltigung. Hinzu kommt die praktische Straffreiheit, die die Täter bislang häufig
genossen. "Vergewaltigung wirkte legal, weil sie keine Konsequenzen nach
sich zog", sagt Inger Skjelsbæk. […] Vergewaltigung erfüllt im Krieg aber noch einen viel pragmatischeren
Zweck als das Herabsetzen des Gegners. Auf der Täterseite, sagt
Friedensforscherin Skjelsbæk, "schafft sexuelle Gewalt sozialen
Zusammenhalt", das Tabuverbrechen schweiße die Soldaten zusammen. Ein
Effekt, den die russische Armee in der Ukraine besonders nötig hätte. Vieles deutet
auf eine niedrige Kampfmoral hin, bekanntlich kämpfen vor allem junge,
womöglich verunsicherte Männer. [….]
So abartig es klingt, so einleuchtend erscheint es mir:
Die jungen russischen Soldaten, tausende Kilometer fern der Heimat, die gar
keinen Drang verspüren Ukrainer zu töten und dementsprechend demotiviert Krieg
führen, werden als Massenvergewaltigungstäter enthusiastischer für das Morden
und Krieg führen im Allgemeinen.
Wenn man den Kapitalismus frei agieren lässt, konzentriert
sich das Vermögen immer mehr bei den Superreichen. Was Karl Marx schon wußte, bestätigt sich weltweit jeden
Tag.
Der SPIEGEL titelte gestern: „Die feudalistische Welt der Superreichen.“ Weltweit sind in den letzten 20 Jahren die Spitzensteuersätze
drastisch gesunken. Nominale Steuersätze sind aber eine theoretische Größe.
Durch intensiven Lobbyismus und gezielte Parteispenden, wurden die Steuersysteme
so perfekt auf Milliardäre zugeschnitten, daß keiner von ihnen auch nur
annähernd so einen hohen Steuersatz wie ein Durchschnittsverdiener befürchten
muss.
Warren Buffett besitzt 109,8 Milliarden Dollar, also rund
110.000 Millionen Dollar. Sein Steuersatz, die »true tax rate«: 0,01%.
Davon können die sprichwörtliche Krankenschwester oder
der Malermeister nur träumen.
[…] Während US-Normalverdiener 2021 zwischen 22 und 37 Prozent
Einkommensteuer zahlten, kamen die 25 reichsten Amerikaner, unter
Berücksichtigung ihrer aufgeblasenen Verlustrechnungen, mit im Schnitt nur 3,4
Prozent davon – obwohl sie laut »Forbes« von 2014 bis 2018 insgesamt 401
Milliarden Dollar dazuverdient hatten. Erst so können sie sich auch ihren
luxuriösen Lifestyle finanzieren, mit Anwesen, Jachten und Privatjets auf Pump.
Was die Reichen an den Fiskus abführten, entsprach bei Weitem nicht ihrer
wirtschaftlichen Potenz.
Setzt man die ProPublica-Berechnung an, betrug Elon Musks errechneter
Einkommensteuersatz von 2014 bis 2018 lediglich 3,3 Prozent. Michael Bloomberg
führte 1,3 Prozent ans Finanzamt ab und Jeff Bezos ein Prozent. 2011 schaffte
er es als einer der reichsten Männer der Welt sogar, eine Sozialleistung zu
ergattern: 4000 Dollar Kinderbonus.
Als am trickreichsten entpuppte sich ausgerechnet jener
Multimilliardär, der sich oft als »guter« Reicher verklären lässt: Warren
Buffett vermehrte sein Vermögen von 2014 bis 2018 um 24,3 Milliarden Dollar.
Und zahlte nur 23,7 Millionen Dollar Steuern – umgerechnet 0,1 Prozent. […]
Da Multimilliardäre automatisch Globalisten sind, können
sie nationale Regierungen gegeneinander ausspielen. Bezos, Musk und Co werden erst dann eine Mindeststeuer
bezahlen, wenn sich die Staaten international einigen und dazu muss es in den
einzelnen Parlamenten Mehrheiten für globale Mindeststeuern geben.
Die bekommt man aber fast nie, weil die Deutschen
mehrheitlich CDU/CSU/FDP wählen, die Briten Johnsons Konservativen eine
absolute Mehrheit gaben und die US-Amerikaner den Kongress mit Republikanern
fluten. So kann Joe Bidens im März vorgestellte “Billionaire
Minimum Income Tax (BMIT) that would require the wealthiest Americans to pay at
least 20% on all income” mit heftiger Gegenwehr im Kongress rechnen. Amazon-Chef Bezos, 133 Milliarden Dollar schwer und mit
einer Mini-»true tax rate« von 0,9% gesegnet, ist empört.
[….] Das hält Bezos nicht davon ab, weiter gegen jede Art von Umverteilung
zu schießen. Diese Woche attackierte er öffentlich die bereits gescheiterten
Pläne von US-Präsident Joe Biden, die Steuern für multinationale Konzerne und
Reiche zu erhöhen, um damit neue Programme für Schulbildung und gegen den
Klimawandel zu finanzieren. Mehr staatliche Ausgaben würden lediglich die
Inflation treiben, tönte Bezos. Deswegen sei es gut, wenn die Pläne des
Präsidenten scheiterten. [….]
0,9% Steuern für ihn, 30% für den
Durchschnittsamerikaner, der bei ihm einkauft. So gefällt das Space-Jeff.
Die Wähler sind es also selbst, die es ermöglichen, von
Bezos und Co ausgelacht zu werden. Auch weil sie tumb aus Bequemlichkeit alle bei
Amazon bestellen, statt auf steuerlich in Deutschland beheimatete Firmen zu
setzen.
[….] Wer im modernen Kapitalismus mit seinen riesigen Finanzmärkten und
globalen Investmentmöglichkeiten erst einmal richtig reich ist, wird fast
zwangsweise immer reicher, »mit extremen Zuwachsraten«.[….]
Den nationalen Regierungen fehlt die Kraft sich gegen die
immer gefräßigeren Multimilliardäre zur Wehr zu setzen. Sie unterhalten dafür
keine Unterstützung vom Volk. Gerade die Jugendlichen, die „Gen Z“, verehren
ihre sie auspressenden Milliardäre Kylie, Jenner, Musk, Buffett und Zuckerberg.
Sie kaufen bei ihnen, folgen ihnen in den sozialen Medien, liken ihre Prass-Orgien
und sie wählten bei der Bundestagswahl 2021 lieber Lindners Millionärs-affine
FDP, als Olaf Scholz, der für die SPD etwas erreicht hatte, das Lindner gar
nicht leiden kann: Globale Mindeststeuern.
[…]Jahrzehntelang
haben Politiker*innen darüber debattiert, Olaf Scholz schafft jetzt endlich
Tatsachen: Er sorgt für weltweite Steuergerechtigkeit. Die globale
Mindeststeuer in Höhe von 15 Prozent und eine neue Verteilung der
Besteuerungsrechte unter den Staaten soll 2023 in Kraft treten. Bis Oktober
dieses Jahres sollen die letzten Fragen geklärt werden, anschließend sollen die
Staatsoberhäupter der G20-Staaten zustimmen.Die Steuerrevolution ist ein Jahrhundertprojekt, das Olaf Scholz dank
seiner exzellenten internationalen Vernetzung und großen Regierungserfahrung
verwirklicht. In Venedig sprach er von einem „großen geschichtlichen Moment“.
„Die G20-Staaten haben sich jetzt hier darauf verständigt, dass sie eine neue
Ordnung der internationalen Besteuerung miteinander vereinbaren wollen“, sagte
er. Am Ende der Minister-Debatte sei Szenenapplaus ausgebrochen. [….]
Die Wähler hätten es in der Hand gehabt, Deutschlands
Superreichen einen höheren Steuersatz aufzuzwingen – Grüne, Linke und SPD
hatten das im Programm. Aber der Urnenpöbel verhinderte es, sorgte dafür, daß
es keine Regierung ohne FDP geben kann.
Die Fehlanreize setzte die Ampel-Regierung auf Druck des
FDP-Finanzministers Lindner und des FDP-Verkehrsministers Wissing weiter:
Keine Steuererhöhungen für Milliardäre, keine Vermögenssteuer, keine höhere
Erbschaftssteuer, kein Tempolimit.
Im aktuellen Entlastungspaket der Bundesregierung,
bekommt der Porschefahrer beim Tanken ordentlich was dazu – das hilft den
Superreichen und schadet der Umwelt. Ein Rentner mit Grundsicherung, der sich ohnehin kein
Autos leisten kann und somit klimaverträglicher lebt, geht leer aus.
Lindner geht gießkannig-kontraproduktiv vor, wie wir es
beispielsweise vom Kindergeld kennen, das auch Milliardäre als Beihilfe
erhalten, statt bei denen zu laden, die es brauchen. Die FDP-Handschrift sorgt
aber zusätzlich dafür, daß die Bedürftigsten, gar nicht entlastet werden.
[…] Die Energiepauschale sei "extrem unausgewogen und ungerecht",
kritisiert Verena Bentele, die Präsidentin den größten Sozialverbands VDK, der
mehr als 2,1 Millionen Mitglieder berät. Zwei Bevölkerungsgruppen gehen nämlich
leer aus: Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner. "Ich gebe Ihnen ein
Beispiel", sagt Bentele, "Herr Lindner als Finanzminister kriegt die
300 Euro, nach Abzug von Steuern bleiben ihm 180 übrig. Eine Rentnerin oder
Rentner mit geringer Rente kriegt nichts und muss halt schauen, wie er oder sie
die Nebenkosten-Nachzahlung bewältigt. Und da beschweren sich unsere Mitglieder
zurecht bei uns, dass das extrem unfair ist."Geht es nach dem Sozialverband, dann wäre es
fair, wenn ausnahmslos alle Menschen die Energiepauschale bekämen. Auch jene,
die Grundsicherung beziehen oder Hartz IV. Je nach Steuerklasse würde der
Nettoertrag dann schrumpfen - so wie im Beispiel mit Finanzminister Lindner.
"Auch eine Einkommensdeckelung wäre denkbar", sagt Bentele,
"damit nicht Leute, die in gut isolierten Wohnungen wohnen oder in
Ballungsräumen, dann am Ende auch noch am meisten profitieren."[….]
Man könnte meinen, die Ukraine-Katastrophe, die enorme
Verteuerung der Energieträger, könnte für mehr Regierungsmut sorgen, um
unabhängiger von Erdgas und Erdöl zu werden. Wir brauchen kleinere, umweltfreundlichere Autos, die
weniger Benzin schlucken. Es passiert das Gegenteil.
[….] Immer mehr SUVs auf den Straßen.Die veränderten Vorlieben der Deutschen beim Autokauf machen sich immer
stärker im Fahrzeugbestand bemerkbar. Inzwischen ist fast jeder zehnte
zugelassene Pkw ein SUV, wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA)
hervorgeht. Viele klassische Segmente schrumpfen dagegen.
Stand 1.Januar waren laut KBA 4,82 Mio. SUVs zugelassen. Das waren 9,9
% des Gesamtbestands und 12,2 % mehr als 2020. Noch stärker gewachsen ist der Bestand
an Wohnmobilen (+ 13,7 %). Der Bestand an Geländewagen wuchs um 5 %; der der Kompaktklasse
sank um 1,5 %(Kleinwagen
-0,7/Mittelklasse -2,4). [….]
Es wäre schön, in so einer Lage, den jubilierenden
Multimilliardären, die steuerfrei immer schneller immer reicher werden,
wenigstens eine Links-Partei entgegen zu setzen, die im Bundestag entsprechend
Druck macht und eine so seriöse Opposition abgibt, daß sie als Regierungspartei
in Frage kommt.
Leider haben wir an dieser Stelle nur eine auf
Schwurbel-Abwege geratene 1%-Partei, die sich noch nicht mal von ihrem
Putin-affinen Covidioten-Covergirl Sahra Sarrazin lösen kann.
Es ist beeindruckend, wie geräuschlos die AfD ihre
Kernthemen komplett austauschen konnte.
Man hat es schon fast vergessen; Gender-screaming
Brülläffin von Storch war einst als Retterin der D-Mark angetreten.
(….) Natürlich erfordert es
auch eine gewisse Flexibilität, um immer wieder neue vulnerable Minderheiten zu
finden, gegen die man hetzt. (….) Aber auch die AfD zeigte bisher echtes
Geschick darin Hass erst ordentlich anzufachen, dann auf der Welle zu reiten
und schließlich das Pferd zu wechseln, wenn die Wählerschaft nicht mehr
genügend Missfallen und Sadismus wider des zu demütigenden Subjekts empfindet.
Zunächst wetterten die
AfD-Größen Lucke, Henkel und Co gegen den Euro, die EU-Mitgliedschaft, die
angeblich arbeitsscheuen Südeuropäer.
Als aber irgendwann selbst den
blödesten Nationalisten dämmerte, daß eine Rückkehr zur D-Mark zu viele
Nachteile hätte und Deutschland ohne seine EU-Mitgliedschaft auch seinen
dominierenden Einfluss auf Europa verlöre, sattelten die AfD-Führer geschwind
um.
Alle ökonomischen Ansätze
wurden flugs unter den Teppich gekehrt und stattdessen zog nationalistisches
Gedankengut ein.
Völkisch statt
Volkswirtschaft.Es ging nun gegen
Flüchtlinge, gegen den Islam und schließlich immer deutlicher um puren
Rassismus.
Jede News-Meldung, in der auch
nur im entferntesten Sinne Dunkelhäutige vorkamen – und wenn auch nur als
mögliche Involvierte – wurde begeistert hochgepuscht. (….) Völkische
Sprachbilder, arische Ideologie ließen sich vortrefflich insbesondere in
Ostdeutschland inszenieren. AfDler griffen immer ungenierter zu Hitler-Symbolik
mit Fackelzügen und Brandanschlägen.
Aber auch die schönste
Themenzeit der politisch Braunen ging langsam zu Ende, als einerseits immer
weniger Flüchtlinge kamen und andererseits all die düsteren Prognosen nicht nur
nicht eingetroffen waren, sondern Deutschland gerade weil es so viele Flüchtlinge
aufgenommen hatte, ökonomisch besser dastand als die Nachbarn. Die
Integrationsmaßnahmen waren echte Konjunkturpakete und die
Wirtschaftsunternehmen lechzen geradezu nach Nachwuchs.
Ganze Branchen –
Handwerksbetriebe, Serviceberufe, der medizinische Bereich – wären ohne
Migranten sofort pleite.Das Thema ebbte
ab, die AfD sank in den Umfragen.
Aber da kam Corona und wieder
einmal sprang die Alternative für Doofe in alter Skrupellosigkeit auf das neue
Thema.
Zu Beginn der Pandemie malten
die AfD-Parlamentarier das Thema dunkelschwarz, hielten der Regierung empört
Untätigkeit vor, forderten drastische Maßnahmen gegen die Seuche aus Asien. Es
passte auch zu schön in die vorherigen Forderungskataloge der
Kalbitz-Weidel-Bande: Ausländer raus, Grenzschließungen, Abschottung
Deutschlands.
Der Lockdown kam, Corona
dominierte die Politik der Welt, fast jeder musste sein Alltagsleben ändern. Amoralisch hochflexibel focht
die AfD nun für das diametrale Gegenteil ihrer ersten Forderungen. Nun bestritt
sie die Gefährlichkeit des Sars-CoV2, lehnte social distancing, Maskenpflicht
und Ladenschließungen ab.
Es entwickelte sich die nun so
bekannte Covidioten-Szene, die sofort heftig von der AfD umgarnt wurde.Nun stehen die Rechtsaußen für den Alu-Hut.
Ihnen ist keine noch so abstruse Verschwörungstheorie zu dämlich. Querdenker,
Impfgegner, Anti-Maskers, Attila Hildmann, AfD, Xavier Naidoo sind zu einem
einzigen hirnfreien Alu-Amalgam geworden. (….)
Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei, aber da nun der Ukraine-Krieg
die öffentliche Diskussion bestimmt, schwangen sich die AfD-Brüllaffen flugs
auf den nächsten Baum und geben nun die Putin-Trolle.
[….] Steffen Kotré [….] Abgeordneter
der AfD, [….] Kotré lässt sich es sich nicht nehmen,
grundsätzlicher zu werden. Man müsse, wenn man über das Leid rede, das durch
den russischen Angriffskrieg entstanden sei, immer auch die Mitschuld des
Westens betrachten, sagt er. Die Ukraine bezeichnet Kotré als Aufmarschgebiet der USA, um Russland
zu destabilisieren, und er fügt hinzu: "Und wenn wir darüber reden, dann
müssen wir auch über die Biowaffen-Labore reden, die gegen Russland gerichtet
sind." Er spricht damit einen Dauerbrenner aus dem Reich der russischen Desinformationim
Bundestag aus, eine der Lügen Putins, um seinen Angriff zu rechtfertigen. Verbindungen nach Moskau. Überraschend kommen die Aussagen Kotrés
nicht. Schon länger pflegt er enge Verbindungen nach Moskauund
tritt auch regelmäßig in russischen Staatsmedien auf. [….]
[….]Chrupalla
steht emblematisch für die Nähe der AfD zu Putins Russland. Wie wohl kaum ein
anderer AfD-Politiker pflegte er noch in jüngerer Vergangenheit demonstrativ
Kontakte zum Kreml. Im Dezember 2020 weilte der Parteichef mit einer kleinen
AfD-Delegation rund drei Stunden zu einem Arbeitsessen beim russischen
Außenminister Sergej Lawrow, im Juni 2021 war Chrupalla erneut in Moskau,
diesmal im russischen Verteidigungsministerium. Dazwischen besuchte auch seine
Fraktionskollegin Alice Weidel Moskau – im März 2021 führte sie Gespräche im
Außenministerium und mit der russischen Zentralbank.
In den vergangenen Jahren waren AfD-Politiker, ob aus Ost oder West,
immer wieder gern gesehene Interviewpartner beim Propaganda-Staatskanal »Russia
Today«. Oder sie weilten wie der damalige sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete
Ulrich Oehme sogar auf Kosten des Auswärtigen Ausschusses der Duma im März 2018
auf der von Russland annektierten Krim.
Oehmes Besuch war kein Einzelfall, zuvor hielten sich auch acht
AfD-Landtagsabgeordnete auf der Halbinsel auf, »privat«, wie sie indes
betonten. Auch sorgten Besuche des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier
auf der Krim und in den von russischen Separatisten besetzten Gebieten im Osten
der Ukraine in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen.[….]
Wenig überraschend; auch Deutschlands vielleicht perfidester
Hetzer David Berger; pöbelt gegen die Ukraine, macht sich die Kreml-Propaganda
zu Eigen.
Für den Fall, daß die Sympathien für Putin weiter
schwinden, bereiten die rechten Hetzer schon mal eine neue Sau, die sie durchs
Dorf treiben wollen.
Die Affenpest-Panik!
Ein Thema, wie gemacht für Verschwörungstheoretische
Nazis. Darin gibt es dubiose Ängste, für Laien schwer verständliche medizinische
Zusammenhänge, dreckige zoophile sexuelle Andeutungen, man kann mit
Affenvergleichen nach Herzenslust gegen Migranten hetzen und es bietet sich
mustergültig an, um an die schwachsinnigen Corona-Verschwörungen anzuknüpfen.
Berger hat schon den Urheber und Profiteur der neuen Pest
ausgemacht: Karl Lauterbach.
[….] Lauterbach hoffnungsvoll: Das neue Corona könnte Leoparden- oder
Affenpocken heißen. [….] Lauterbach hat offensichtlich inzwischen als einer der Letzten bemerkt,
dass sich mit Corona kein Blumentopf mehr gewinnen lässt. Deshalb bereitet er
jetzt mit seinen Kollegen eine neue Epidemie vor. Jetzt ist nur noch die Frage
offen: werden es die Affen- oder Leopardenpocken? [….] Dabei soll es diesmal gar nicht erst mit Kleinklein anfangen, sondern
das soll das ganz große Ding für alle Biohazard-Fetischisten werden:
[….] Was die Leopardenpocken mit den Affenpocken, vor deren rascher
Ausbreitung in Europa heute morgen der WHO-Chef gewarnt und zu neuen
Lockdwonmaßnahmen geraten hat, zu tun haben, scheint noch nicht so ganz klar.
Auch ob die Leopardenpocken sich ein – wie vermutlich die Affenpocken – v.a.
unter Männern verbreiten, die mit Männern Sex haben, ist noch nicht klar.
Ob die nun von Lauterbach für 830 Millionen Euro bestellten
zusätzlichen Impfdosen genauso zuverlässig und wirkungsfrei wie sie gegen eine
Covid-Infektion wirken auch gegen die Leopardenbisspocken eingesetzt werden
können, wurde noch nicht bekannt gegeben. Auch ob es sich bei diesem Erreger um
den von Bill Gates bereits im Februar für den kommenden Herbst hoffnungsvoll
angekündigten neuen Pandemieauslöser handeln wird, ist ebenfalls in Fachkreisen
noch umstritten.[….]
(Die braune Pest Berger, 21.05.2022)
Eigentlich erstaunlich, woran wir zukünftig noch leiden
werden, wenn man bedenkt, daß laut Berger und AfD bereits die Euro-Einführung
2020 und die Migrantenkrise 2015 Deutschlands Untergang besiegelten.
Die Deutschen spenden gegenwärtig mehr als üblich.
[…] Die Deutschen haben Im Kalenderjahr [2021] rund 5,8 Milliarden Euro gespendet. Das ist das beste Ergebnis seit
Beginn der Erhebung im Jahr 2005. Im Vergleich zum bereits sehr guten Vorjahr
stieg das Spendenniveau erneut um deutliche 7%. Damit wurde die realistisch
optimis-tische Prognose für das Gesamtjahr 2021 (+8%) fast erreicht. Das sind
Ergebnisse der GfK-Studie „Bilanz des Helfens“, die jährlich im Auftrag des
Deutschen Spendenrats durchgeführt wird. […] Rund 20 Millionen Menschen haben im Kalenderjahr 2021 Geld an
gemeinnützige Organisationen oder Kirchen gespendet, was 30,1% der Bevölkerung
entspricht. [….]
Ob nun 5,8 Milliarden viel oder wenig sind, ist relativ, wenn
man bedenkt, daß wir neben dem normalen Verteidigungsetat von 50 Milliarden
Euro noch mal 100 Milliarden Bundeswehr-Sondervermögen drauflegen können.
5,8 Milliarden Euro sind mehr als sonst, aber eben auch
weniger als die Hälfte dessen, was sich die deutschen Kirchenmitglieder klaglos
jedes Jahr an Mitgliedsbeiträgen abzwacken lassen.
[…] Im Jahr 2020 nahm die Katholische Kirche rund 6,45 Milliarden Euro und
die Evangelische Kirche etwa 5,63 Milliarden Euro durch die Kirchensteuer ein.[….]
Einen noch mal deutlich höheren Betrag schenkt der Staat
der globalen Kidnerfi**erorganisation dazu, indem er sie als gemeinnützig
anerkennt und damit von allen Steuern befreit.Weitere 602 Millionen Euro überweisen die Bundesländer im Jahr 2022 im
Zuge der dubiosen anachronistischen Staatsleistungen.
Die inzwischen mehrheitlich konfessionsfreien Bundesbürger zahlen aber auch
Bischofsgehälter oder Priesterausbildungen. Und selbstredend bezahlt der Staat
auch den Unterhalt der kirchlichen Schulen, Kitas, Altenheime und
Krankenhäuser. Die Kirche klebt sich nur das Image des sozialen Wohltäters auf,
lässt aber Atheisten für ihre guten Werke zahlen, während sie sich auf dem
gewaltigen eigenen Vermögen ausruht.
Aber zurück zu den Spenden. Wenn Katastrophen oder Kriege
zu Medienereignissen werden, spenden die Deutschen noch mehr.
Ahrtal-Flut und Ukraine-Krieg öffneten nochmal das
Portemonnaie.
[…] Im Kriegsmonat März 2022 steigt das private Gesamtspendenvolumen
gegenüber dem Vorjahresmonat um enorme 163% (565 Millionen Euro). Dies ist ein
Teilergebnis der von GfK im Auftrag des Deutschen Spendenrates durchgeführten
Erhebung zur „Bilanz des Helfens“. Insgesamt wurden allein im ersten vollständigen Kriegsmonat März 912
Millionen Euro von 8,75 Millionen Spenderinnen und Spendern aufgebracht. Gegenüber
dem durch die Coronapandemie hinsichtlich der Spendenentwicklung stark positiv
geprägten Vorjahresmonaten war dies eine deutliche Steigerung. So wurden im
März 2020 352 Millionen Euro und im März 2021 347 Millionen Euro gespendet. Die
912 Millionen Euro aus dem März 2022 entsprechen einer Steigerung um ganze 163%
gegenüber der Summe aus dem März 2021. Das durchschnittliche Volumen eines
Spendenaktes betrug 61 Euro (Vorjahresmonat 36 Euro) und das durchschnittliche
Spendenvolumen pro Spenderinnen und Spender 104 Euro (Vorjahresmonat 65
Euro).Besonders beachtenswert ist auch,
dass die im März 2022 gespendete Summe durch 8,75 Millionen Spenderinnen und
Spender aufgebracht wurden. [….]
Mal abgesehen von wirklich armen Leuten, die gar kein
Geld übrig haben, sollte jeder spenden. Es geht uns in Deutschland
unvergleichlich gut und insbesondere in der Frage des Hungers fehlt es den
Hilfsorganisationen immer noch an Mitteln.
Kaum zu glauben, aber wahr: Viele der Flüchtlinge aus
Nahost und Afrika fliehen aus Flüchtlingslagern, weil dort die elementare
Versorgung so prekär ist, daß man dort nicht bleiben kann, wenn man überleben
will. Das gilt beschämenderweise auch für Lager auf europäischen Boden – Lesbos,
Moria, Lampedusa.
Wer überhaupt spendet, wird schnell von
Spendeneintreibern bemerkt und sieht sich einer Flut von Spendengesuchen
ausgesetzt. Das ist keineswegs verwerflich, denn es gibt tatsächlich eine Flut
von Opfern, die dringend finanzielle Hilfe benötigen. Hilfsorganisationen sollen
andererseits nicht unnötig viel Geld für die Selbstverwaltung und Spendenakquise
ausgeben, also schreiben sie nicht wahllos jeden an, sondern konzentrieren sich
richtigerweise auf die Menschen, die schon als bereitwillige Spender bekannt
sind.
Ich spende an Vereine, in denen ich Fördermitglied bin,
die ich daher gut kenne. Ich spende an konkrete Projekte und ich spende im
Zweifelsfall an professionelle Organisationen wie das 1951 entstandene UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR (Friedensnobelpreis
1981) oder die 1971 in Frankreich geründeten Médecins Sans Frontières (MSF), Ärzte ohne
Grenzen. Die weltweit größte private medizinische Hilfsorganisation erhielt
1999 den Friedensnobelpreis.
Bei den beiden Adressen ist man im Zweifelsfall richtig.
Natürlich gibt es unter den Spendensammlern auch viele
schwarze Schafe, globale Enkeltrickbetrüger gewissermaßen.
Bevor man also eine Überweisung tätigt, immer erst mal beim
Spenden-TÜVprüfen, wer wirklich hinter einem Spendengesuch
steht.
Aber wenn man sich die Recherche sparen will, reichen
zwei einfache Grundregeln:
1.Eine Organisation, die schon mal einen
Nobelpreis bekam, ist gut.
2.Spende
nie an christliche Organisationen.
Christliche Kirchen sind notorische Geld-an-sich-Raffer,
behalten die Spenden lieber selbst.
Das sieht man schon von außen, Stichwort
Tebartz-van-Elst-Residenz oder das Kardinal Marx Palazzo Prozzo in Rom.
Luxusresidenzen für zweistellige Millionenbeträge kann
man sich nicht anschaffen, wenn man bescheiden und altruistisch die Spendeneinnahmen
tatsächlich an die Bedürftigen weiterreicht.
[…]Schummelverdacht
beim katholischen Hilfswerk Missio - was geschieht mit den Spenden? […] 51,2 Millionen Euro hat das päpstliche
Missionswerk 2020 eingenommen, und wer vorn im Bericht an den großen Bildern
kleben bleibt, der muss glauben: Das Allermeiste davon landet in armen Ländern.
Bei Pfarrern und Nonnen, die Gutes tun, bei der kirchlichen Nothilfe in den
Jammertälern der Erde.
Schön wär’s.
Tatsächlich bleibt ein großer Batzen dort hängen, wo die Not am
kleinsten ist: in Deutschland und in der tipptopp renovierten Missio-Zentrale. Jenseits der schönen Fotos kann man weiter hinten im Jahresbericht
sogar die Zahlen finden, die in dieses Bild zu passen scheinen. Sortiert nach
Weltgegenden, steht dort, wie viel Geld Missio für Projekte im Ausland
bewilligt hat – 28,7 Millionen Euro. Bleiben demnach 22,5 Millionen übrig, die
offenbar in Deutschland geblieben sind. Mehr als 40 Prozent. Noch trüber sieht die Sache aus, wenn man sich die Einnahmen genauer
anschaut. Knapp 14 Millionen Euro bekommt Missio aus der Kirchensteuer. Die
sind strikt zweckgebunden, landen fast komplett auf der Südhalbkugel. Was aber
umgekehrt bedeuten würde: Von den restlichen 37 Millionen Euro, darunter all
die Spenden barmherziger Christen, sollte anscheinend nicht mal jeder zweite
ins Ausland gehen. […]
[Die Lektion des kalten
Krieges] ist die Lektion des Wahnsinns,
die damals treffend mit den drei Buchstaben MAD zusammengefasst wurde: »mutual
assured destruction« – gegenseitig zugesicherte Zerstörung. Oder, wie ein
grotesker Vergleich lautete, der leider nicht so grotesk war wie die
Wirklichkeit: Wir sind wie siamesische Zwillinge, von denen keiner den anderen
erwürgen kann, ohne Selbstmord zu begehen.
Prof. Allison
Der MoPo-Kolumnist
Christian Burmeisterist einer jener glücklichen Menschen,
die vor dem 24.02.2022 nicht ein einziges mal erwähnten, daß die Bundeswehr
drastisch aufrüsten müsste, daß das 2%-Ziel der Nato eingehalten werden sollte,
daß Russland die Ukraine angreifen werde, daß Gespräche mit Putin keinen Sinn
hätten.
Aber nach dem 24.02.2022 wußte er all das schon immer,
beschimpft die handelnden Politiker, die es nicht so klar sahen und vor allem
kennt er Putin ganz genau kann daher sicher beurteilen, unter welchem Umständen
der Kreml-Herrscher, wie reagieren wird. Glückliche Mopo-Autoren, die wissen
das, was kein Geheimdienst und kein Fachpolitiker vorher erkannte.
Ach ja, Geostratege und Militärexperte ist Herr
Burmeister ebenfalls über Nacht geworden und erklärt:
[…] Durch die westliche Waffenhilfe ist die ukrainische Armee in der Lage,
der russischen Armee im offenen Feld entgegenzutreten. Ohne schwere Waffen
würden sich die Kämpfe noch stärker in die Städte verlagern- Der Blutzoll unter
Zivilisten wäre noch höher. Denn die Ukrainer werden sicher nicht einfach
aufhören zu kämpfen. So besteht die Hoffnung, dass Putin die Aussichtslosigkeit
seines Krieges irgendwann begreift und verhandeln will. Dann ist der Zeitpunkt
gekommen, zu dem der Westen sein politisches Gewicht in Moskau und Kiew in die
Waagschale werfen muss. [….]
(Christian Burmeister, Mopo,
13.05.2022)
Wenn doch nur NATO-Generalsekretär Stoltenberg auch nur
annähernd so gesicherte Informationen über die russischen Reserven und die
strategische Planung Wladimir Putins hätte.
Und was für ein Glück für die Menschen in Butscha, in Borodjanka,
in Tschupachiwka, in Mariupol und dem Asow-Stahlwerk, daß der Blutzoll nicht so
hoch ist.
Danke auch für die geniale Erkenntnis, daß die Ukrainer „nicht
einfach aufhören zu kämpfen“. Normalerweise ist es ja so, daß die Angreifer in
einem Krieg Blumen und Pralinen überreichen, weil die Verteidiger einfach so aufhören.
Wichtig auch, der Burmeisterische Blick in die
Kreml-Kristallkugel, so daß wir nun wissen, wie Putin eines Tages nüchtern
seine Lage analysiert, erkennt „huch, das ist ja aussichtslos“ und daraufhin
zum Hörer greift, Uschi von der Leyen anruft und ihr sagt, „jetzt bin ich
wieder lieb, lass‘ mal was aushandeln“.
Die offene Feldschlacht, bei der keine Zivilisten
umkommen, ist in Wahrheit wohl eher ein Hirngespinst Burmeisters.
Zu Anfang des Krieges stellte sich die Frage, ob es auch
dann Myriaden zivile Opfer gegeben hätte, wenn die Ukrainer sich nicht so verzweifelt
gewehrt hätten, wenn sie eben nicht so viele Waffen aus dem Westen bekommen
hätten.
Ich vermute, dann würden heute noch sehr viel mehr Menschen
leben und es wäre viel Leid erspart geblieben. Sicher kann ich das aber
selbstverständlich nicht wissen, weil ich anders als Burmeister keine
Kristallkugel habe. Andere mutmaßen, Putin könnte noch mehr Menschen umgebracht
haben, wenn er schnell die volle Kontrolle über das Ukrainische Gebiet bekommen
hätte.
Hinzu kommt, daß es sich verbietet von außen Ratschläge
zur Kapitulation zu geben; das kann nur die ukrainische Regierung entscheiden.
Drittens sind solche Diskussionen inzwischen müßig, weil
nun beide Seiten derartige Verluste erlitten haben, daß sie freiwillig
natürlich nicht aufgeben können, ohne total ihr Gesicht zu verlieren.
Aufgabe und Kapitulation wird es für Russen oder Ukrainer
erst geben, wenn sie mit militärischer Gewalt dazu gezwungen werden, oder wenn
alle tot sind.
Prognosen sind immer schwierig, insbesondere wenn sie die
Zukunft betreffen.
Die Kreml-Astrologen haben in den letzten Jahren
besonders eklatant versagt, konnten nie die Handlungen Putins vorher sagen. Die
Militärexperten sagten die Kriegsverläufe und die Truppenstärke Putins nie
korrekt voraus.
(….) Ist Putin so hitzköpfig, daß er militärisch in die Enge getrieben und von
einem entschlossenen Westen aufgehalten, neroesk mit seinem Untergang alles
mitreißt und Atombomben abschießen lässt?
Ist Putin so eiskalt, daß er
kleine Atombomben oder andere Massenvernichtungsmittel gegen die Ukraine/Moldau
einsetzt, wenn er eben nicht von einem entschlossenen Westen militärisch
aufgehalten wird?
Die Argumentationslinien sind
kompliziert in so einer Gemengelage. Es ist einfacher, die Ungereimtheiten in
den Argumenten der Gegner herauszustellen, als stringent die eigenen Argumente
vorzulegen.
Müssen wir jetzt dringend,
ganz schnell, viele Deutsche Panzer in die Ostukraine schicken, weil nur so
Putins gewaltige Militärmaschine daran gehindert werden kann auch in Polen
einzumarschieren?
Oder handelt es sich bei
Putins Wunderwaffen eher um Potemkinsche Truppen, die von ukrainischen
Zivilisten mit Traktoren vernichtet werden können?
Kommt die russische Armee eher
nach Berlin, wenn sie sich gerade im Zuge der Feierlichkeiten des Sieges über
Hitlerdeutschland über westliche Demütigungen und Nato-Engagement ärgert?
Oder hatte die russische Armee
das nie vor, macht es aber, weil die NATO so viel Rücksicht nimmt, sich in der
Ukraine zurückhält und das in Moskau als Schwäche gedeutet wird? (…)
Ich kann nur staunen, daß Burmeister und Co immer noch so
selbstbewußt Prognosen anstellen.
Anders als Burmeister, ist Harvard-Politologe Graham
Allison immerhin vom Fach und stellt seine Szenarien mit deutlich mehr
Expertise auf. Er sagt etwas ganz anderes:
[…] Putin ist rational im Sinne einer Person, die zweckbestimmt ist und
davon ausgeht, dass sie ein erreichbares Ziel anstrebt. Er hat sich grob
verrechnet […] Dass Putin einen
fatalen Fehler beging, halte ich nicht für den Beweis eines Mangels an
Rationalität – auch George W. Bushs Angriff auf den Irak war nicht irrational.
Er war dumm. Es war ein großer strategischer Fehler. Aber das ist etwas
anderes. […] Das russische
Verteidigungsministerium mag sich die Invasion der Ukraine […] wie ein Kinderspiel vorgestellt haben,
ähnlich wie manche in der Bush-Regierung den Feldzug im Irak. Auch die russischen
Nachrichtendienste scheinen sich sehr getäuscht zu haben. […] Die
führenden Leute im Pentagon und im Weißen Haus denken vor allem über eine Frage
nach: Kann Putin diesen Krieg verlieren, und wenn die Niederlage unzweideutig
ist: Kann er das überleben? Ich weiß nicht, was deren Antwort ist. Meine
lautet: nein. Ich glaube, er geht zu Recht davon aus, dass er im Fall einer
eindeutigen Niederlage die Macht und wahrscheinlich auch sein Leben verlieren
wird – ähnlich wie Zar Nikolaus II. im Jahr 1918. Putin würde als der Mann in
die russische Geschichte eingehen, der die Ukraine verloren und womöglich sogar
den Westen wiederbelebt hat. Das ist keine gute Perspektive für ihn – und
zugleich der analytische Kernpunkt dieser Frage: Wenn er gezwungen ist,
zwischen dieser Niederlage und einer Eskalation der Gewalt und Zerstörung zu
wählen, dann wird er sich, meiner Einschätzung nach, als rationaler Akteur für
Letzteres entscheiden. […]
Was stimmt denn nun? Burmeisters oder Allisons Szenario?
Wenn Putin tatsächlich eher stirbt, als den Krieg zu
verlieren, ist das unter dem Gesichtspunkt der russischen Atomwaffen
außerordentlich suboptimal für das Überleben der Menschheit. Dann wäre es sehr
kontraproduktiv, die Ukraine weiter zu bewaffnen und auf eine totale russische
Niederlage zu setzen.
Es ist abscheulich Vergewaltigungen, antisemitische
Vorfälle oder homophobe Attacken zu erfinden, weil das all die wahren Opfer
mit-diskreditiert, Herr Smollett und Herr Ofarim!
Für meinen Geschmack, sind diejenigen, die sich in den
sozialen Medien als Opfer psychischer Krankheiten beweinen lassen, oft genauso
verwerflich.
In Psycho-, Depressionen- oder Angst-Gruppen auf Facebook
und Twitter blasen sie Miniprobleme zu unlösbaren tragischen Geschehen auf, so
daß man sie kaum erst nehmen kann. Dabei geraten die tatsächlich zunehmenden
psychischen Erkrankungen in Misskredit.
Um das noch mal klar festzuhalten: Depressionen sind eine
sehr ernste Erkrankung mit einer höheren Mortalität als manche Krebsart.
[….] Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2019 deutschlandweit
699 Menschen infolge einer depressiven Episode (ICD-10: F32). Insgesamt starben
in diesem Jahr bundesweit 57.839 Personen infolge von psychischen und
Verhaltensstörungen. [….]
Die Dunkelziffer ist natürlich enorm; bei vielen Suiziden
wird die medizinische Ursache gar nicht erkannt.
Insbesondere bei sehr alten Menschen werden solche
Krankheiten kaum diagnostiziert, weil die Symptome vielen anderen
Alterserscheinungen ähneln. Bei professioneller Behandlung könnte man viel Leid
ersparen.
In den Facebook-Jammergruppen heulen sich aber zu viele
sozial inkompetente Spinner aus, die sich als Opfer betrachten, weil ihr Freund
den Jahrestag vergessen hat oder die Mutter nicht zum Geburtstag angerufen hat.
Wer das beobachtet, neigt umso eher dazu, bei nächster Gelegenheit einem
Menschen, der wirklich an Depressionen, schweren Phobien oder Burnout leidet, zuzurufen,
er solle sich einfach mal zusammenreißen. Damit verschärft sich der Leidensdruck
für die wahrhaft Betroffenen und es wird noch schwerer für sie, sich Hilfe zu
suchen.
Viele angebliche psychische
Erkrankungen im Internet stellen sich als reine Beziehungsprobleme heraus,
die aber nicht auf erwachsene Weise gelöst werden können, weil durch die
elenden sozialen Medien jede kleine Verstimmung im Bett oder am Frühstückstisch,
sofort online breitgetreten wird und mit Wein-Emojis bedacht wird.
Instagram, TikTok, Twitter und Co sorgen immer mehr für
eine idealisierte Scheinwelt, in der alle Menschen (durch Filter) perfekt
gestylt sind, makellose Haut haben und romantische Ideal-Beziehungen führen, in
denen der Partner wie in einer Heile-Welt-Vorabendserie Valentinstags-Überraschungen
zelebriert, nie mit seinen Kumpels saufen geht und überhaupt immer gute Laune
hat.
Die virtuell vorgegaukelte Beziehungswelt bei Tinder,
Grindr, Parship, Badoo, Elitepartner oder Lovescout24, bedingt den gewaltigen
Nebeneffekt, daß jeder, der sich nicht in einer Bilderbuchbeziehung befindet,
glaubt mit einem Makel zu leben. Denn der Freund, die Freundin, der Ehemann,
die Ehefrau ist längst nicht mehr die/derjenige, den/die man liebt, sondern
auch ein social-media-Statussymbol.
Der Beziehungsstatus wird jedem mitgeteilt. Kopulationen und
sinnlose Vermehrungen werden öffentlich gefeiert, Trennungen bedauert und als
Scheitern betrachtet. Mit Beziehungen und Kindern prahlt man auf
Klassentreffen, 20, 30 oder 40 Jahre nach dem Abitur.
Wer dann „immer noch Single“ ist, muss eine Menge Getuschel
über sich ergehen lassen.
Ich behaupte, daß eine geschiedene Ehe, eine getrennte
Beziehung keineswegs ein Ausweis des Scheiterns ist.
Eine glückliche, erfüllende Beziehung wird nicht dadurch entwertet,
daß sich die Partner nach 5, 10 oder 20 Jahren umorientieren.
Und eine nie geschiedene Ehe kann gewaltig scheitern,
wenn sie aus Routine besteht, äußeren Zwängen gehorcht oder die Partner an der
Entwicklung hindert.
Tatsächlich sind Beziehungen oft eine Frage der
finanziellen Möglichkeiten.
Es ist billiger, sich zu zweit, zu dritt, zu viert eine
Wohnung zu teilen. Geschlechtsverkehr ist bequemer zu bekommen, wenn man
sich „Paar“ nennt und an so etwas wie Hauskauf oder Fortpflanzung kann man nur
in Ausnahmefällen ganz allein denken. Dazu gehört viel Selbstbewußtsein und
auch Geld.
Je elender die Zeiten, je niedriger das Einkommen, desto
stärker der Zwang zur Beziehung. Zudem sind feste Partnerschaften und eigene
Ableger nach wie vor eine (trügerische) Absicherung für das eigene Alter.
Wir fallen in der Regel nicht mehr zeitgleich mit der
Verrentung tot um, sondern haben ob der enormen medizinischen Fortschritte noch
weitere 30 Jahre vor uns, in denen wir zunehmend unselbstständig werden,
versorgt werden müssen, ein Hilfsnetz zu etablieren haben.
Nimmt man aber die Zwänge zur Beziehung weg, weil die
Menschen in einer reichen Stadt wie Hamburg genug verdienen, um sich allein
eine Wohnung leisten zu können oder als Single ein funktionierenden
Freundeskreis zu schaffen, der oft verlässlicher als Familienbande sind
(Verwandte kann man sich nämlich nicht aussuchen!), passiert etwas
Erstaunliches:
Der kultivierte Homo Sapiens strebt nach Autarkie, möchte gar nicht Bett und
Tisch mit festen Regeln teilen, sondern seinen eigenen Haushalt haben, in dem
er/sie/es frei den Alltag gestaltet.
[…] Single-Haushalte machen in Hamburg mehr als 50 Prozent aus […] Rund 1,04 Millionen Haushalte gab es im vergangenen Jahr in der
Hansestadt. Davon waren knapp 570.000 Haushalte - also 54,4 Prozent -
Einpersonenhaushalte. […] Guckt man
in die Stadtteile, fällt auf, dass der Anteil der Single-Haushalte in den
zentral gelegenen und dicht besiedelten Gebieten besonders hoch ist. Unter
anderem in Dulsberg, Barmbek-Nord und -Süd, St. Pauli, Billbrook und Neustadt
traf dies 2021 auf mehr als zwei Drittel aller Haushalte zu. Prozentual am
wenigsten Single-Haushalte gibt es unter anderem in Lemsahl-Mellingstedt,
Wohldorf-Ohlstedt und Duvenstedt. […] In
fast jedem fünften Hamburger Haushalt - bei 18,1 Prozent liegt der Anteil -
leben Kinder. […] In Borgfelde, St. Georg, Dulsberg,
Barmbek-Nord und -Süd und in Neustadt lag der Anteil bei jeweils unter zwölf
Prozent. […]
Klar, wer es sich partout nicht anders leisten kann, muss
in einer wie auch immer gearteten Wohngemeinschaft leben.
Sobald es finanziell aber möglich ist, überwiegen die
Vorteile allein zu leben.
Gerade weil man in den eigenen vier Wänden nicht dauernd
gezwungen ist Kompromisse zu machen, sich nicht über offene Zahnpasta-Tuben im
Bad, Haare im Ausguss oder angeschnittene Fingernägel im Bett ärgern muss; weil
man keine ekeligen Dinge im Kühlschrank haben muss, die der andere aber so gern
isst, weil man nie gräßliche Musik oder uninteressante Sportsendungen gucken
muss, bleibt einem viel mehr Energie und Zeit, die man in Freundschaften
investieren kann.
Ich behaupte, Singles sind sozialer und hilfsbereiter,
spendabler und kommunikativer als in Beziehungen verhaftete Menschen.
Das war was, als Spaßparteichef Guido Westerwelle im Jahr
2009 den erst 30-Jährigen Christian Lindner zum Bundesgeneralsekretär machte.
Immerhin hatte die FDP gerade erst fast 15% bei der Bundestagswahl geholt,
stellte fünf Minister in der schwarzgelben Koalition und war nun
Regierungspartei der viertgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. Klein Lindi schien
zwar eben erst dem geliehenen Mercedes und der Kuh-Krawatte entwachsen, war
aber schon als 16-Jähriger der Partei der
Besserverdienenden beigetreten, von 1996 bis 1998 Landesvorsitzender der Liberalen Schüler NRW, ab 2001
Landtagsabgeordneter in NRW, sowie ab 2004, 25-Jährig,
FDP-Landesgeneralsekretär.
Mit 18 Jahren arbeitete
der Schrecken der Schwiegermütter als selbsternannter „Unternehmensberater“,
kaufte mit 19 Jahren seinen ersten Porsche, stieg in den privaten Stromhandel
ein und gründete die Internetfirma Moomax GmbH.
Unternehmerisch gab er den Trump ohne reichen Papi. Alles
was er anfasste, ging Pleite, es fehlte nur der Milliardär-Papi, der ihn
raushaute.
Daher das zweite Standbein Politik, in der er das
Großsprechertum der Guidomobil-Ikone Westerwelle schon als Teenager perfekt
adaptiert hatte: „Probleme sind nur dornige Chancen“ und er wolle im Gespräch
überzeugen „durch Kompetenz, die nicht akademisch domestiziert ist“.
Welcher gestandene Unternehmer würde nicht liebend gerne seine Firma in die
Hände eines Schülers in Leih-Limousine mit solchen Sprüchen legen? Absolut
eigenartig, daß Lindi nicht zum zweiten Roland Berger aufstieg.
Solche Typen kommen natürlich an, in der Partei der hepatitisgelben
Besserverdiener. Akademische Bildung ist dort ohnehin nicht notwendig, da es
nur um Populismus und Rudimente von Wirtschaftspolitik geht.
Der Markt regelt alles, Steuern senken, Transferleistungen
abschaffen, freies Unternehmertum, Trickle Down und das tun, was die 100
reichsten Männer der Republik von einem wünschen. Sozial- oder Klimapolitik ist
nur was für Memmen.
Lindner musste sich nie ändern. Als Teenager mit Kuhkrawatte,
als Generalsekretär-Twen und als über 40-Jähriger Bundesparteichef setzte er
konstant auf die Westwellesche Voodoo-economics: Steuern senken, Verschuldung
senken und gleichzeitig den Etat sanieren.
Der kleine Schönheitsfehler ist nur: In der echten
Realität funktioniert es nicht, mehr wegzugeben und gleichzeitig mehr übrig zu
behalten.
Die oppositionelle Politik der Forderungen und
Versprechen, ohne zu erklären, wo das Geld herkommen soll, funktioniert in der
Regierungsverantwortung natürlich nicht.Da gibt es immer brutale Kollisionen mit der Wirklichkeit.
Aber für den Fall entwickelte Lindner die Strategie des Schnell-Wegrennens.
So wie er sich aus dem Staub machte, als seine Firmen pleitegingen, macht er
sich auch stets aus dem Staub, wenn die FDP regierte oder kurz vorm Regieren
stand. Offenbar ist er klug genug, um zu verstehen, daß die FDP-Voodoonomics für
den Wahlkampf taugen, aber in der praktischen Politik nutzlos und
kontraproduktiv sind.
(….) Lindner wollte die Sondierungen [2017 zu
Jamaika] von vorn herein gegen die Wand fahren lassen; suchte nur nach einem
Vorwand.
[….] So wirkte
es in der Tat. Christian Lindner hatte ein vorgeschriebenes Statement parat, es
gab Sharetags im Internet, die quasi zeitgleich mit dem Abbruch der Gespräche
verbreitet wurden. Aber es ist jetzt auch egal, ob die FDP am Sonntagabend oder
schon vor drei Wochen entschieden hat, Jamaika scheitern zu lassen. [….]
32% der Bundesbürger geben laut ARD-Umfrage
Christian Lindner die Schuld. Noch mehr sind es laut SPON-Umfrage. Mehrheit sieht FDP-Entscheidung kritisch.
Eine eigentümliche Koalition aus CSU, Grünen und CDU, die mit wütend bebenden
Fingern auf die FDP zeigt. Das sei eine gut
vorbereitete Spontanität, mit der die FDP sich vom Acker gemacht habe,
merkte CDU-Vizin Klöckner an. Linders Flucht vor der Verantwortung wächst sich
zu seinem Hauptcharaktermerkmal aus. Schon im Jahr 2000 nach seiner Moomax-Pleite lief Lindner weg und stand nicht
für sein finanzielles Desaster gerade.
[….] Unter dem Motto „Leistung muss sich
wieder lohnen“ hatte der blutjunge Lindner nach seinem Landtagseinzug 2000 mit
seinem Bekannten Hartmut Knüppel am 29.Mai 2000 die Internet-Firma „Moomax“
gegründet. Das Internet boomte und der schlaue Lindner wollte
ein großes Stück vom Kuchen. Er brachte 30.000 Euro Eigenkapital auf und holte
sich weitere 1,2 Millionen Euro von der staatlichen Kreditanstalt für
Wiederaufbau. Der Erfolg war rekordverdächtig. In nur 18 Monaten hatte Lindi das gesamte Kapital
verbrannt.
[….] Das ganz dolle Team "von Informatikern,
Drehbuchautoren, Psychologen, Linguisten, Journalisten und Betriebswirten"
wird sich jetzt wohl was anderes suchen müssen, weil der Markt für Avatare,
offen gesagt, ziemlich tot ist. [….]
Knüppel und Lindner wurden gefeuert. Der Staat
blieb auf den 1,2 Millionen Linder-Miesen sitzen, für seine Eselei blecht nun
der Steuerzahler und Lindner machte Karriere in der Marktwirtschaftspartei
FDP. [….] Lindner gründete noch die zunächst als knüppel
lindner communications gmbh firmierende Unternehmensberatung Königsmacher
GmbH, die er auch sofort in den Sand setzte.
[….] Was Parteichef Andreas Pinkwart als
"Achterbahnfahrt der New Economy" beschrieb, ist für Lindner
peinlich. Seine Internet-Firma Moomax GmbH ging nach 17 Monaten mit dem Neuen
Markt unter. Dabei verflüchtigten sich weit über eine Million Euro öffentlicher
Fördergelder. Andere Lindner-Firmen, wie die Unternehmensberatung "die
Königsmacher GmbH", kamen erst gar nicht gut genug in Gang, um so viel
Geld verbrennen zu können.
2011, als die schwarzgelbe Bundesregierung
strauchelte, die er 2009 mitorganisiert hatte, lief er weg, warf sein Generalsekretäramt hin.
Als die FDP bei der Nordrheinwestfälischen
Landtagswahl am 14.05.2017 in Lindners Heimatbundesland sagenhafte 12,6% errang
und sich zur allgemeinen Überraschung eine komplette Ablösung von RotGrün
ergab, lief Lindner wieder weg, wollte
als Landtagsfraktionsvorsitzender keinesfalls ein Ministeramt übernehmen oder
der Regierung angehören.
Landtagswahl in Niedersachsen am 15.10.17, die SPD
schneidet überraschend gut ab, aber ganz knapp reicht es nicht für Rotgrün. Um
die verhasste Groko zu vermeiden, möchte die amtierende rotgrüne
Minderheitsregierung eine Ampel mit der FDP bilden. Lindners Jungs laufen wieder weg, entziehen sich der Verantwortung,
wollen um keinen Preis in eine Regierung eintreten.
Und nun, am 19.11.17 kurz vor Mitternacht, man hatte
sich fast mit Union und Grünen geeignet, steht
Lindner wortlos auf und läuft weg. Der Hepatitisgelben mutieren von der Partei der
Besserverdienenden über den Status der Null-Themenpartei zur
Eskapismuspartei.
Lindner
geht es um - Lindner
FDP-Chef
Christian Lindner hat sich aus der Verantwortung gestohlen und leichtfertig mit
Grundsätzen deutscher Politik gebrochen. […..]
Weglaufen macht Sinn, wenn man nicht regieren kann. Es
ist wenig überraschend, daß einer konzeptlosen Altherren-Klientelpartei, deren
Beitrag zu den Koalitionsverhandlungen eine einzige Njet-Orgie war (kein
Tempolimit, kein Bürgergeld, keine Maskenpflicht, keine Impfpflicht, kein Ende
der Privatversicherungsprivilegien, keine Vermögenssteuer, keine höhere
Erbschaftssteuer, kein höherer Spitzensteuersatz), das Regieren nicht bekommt.
Saarland 2009: FDP gewinnt 9,2%, geht ein Jamaika-Bündnis ein,
scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß CDU-MP
Kramp-Karrenbauer, die Koalition vor dem nächsten Wahltermin aufkündigt. Bei
den Neuwahlen 2012 pulverisiert sich die FDP auf 1,2%.
Bund 2009: FDP gewinnt 14,6%, geht ein schwarzgelbes Bündnis ein,
scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß Chef Westerwelle abtritt,
General Linder hinwirft. Bei den nächsten Wahlen 2013 pulverisiert sich die FDP
auf 4,8%.
Schleswig-Holstein 2017: FDP gewinnt starke 11,5%, geht ein Jamaika-Bündnis
ein, scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß sie bei den
nächsten Landtagswahlen 2022 pulverisiert bei nur noch 6,4% aufschlägt und nicht
mehr gebraucht wird.
NRW 2017: FDP gewinnt starke 12,6%, geht ein schwarzgelbes Bündnis
ein, scheitert in der Regierungsarbeit so katastrophal, daß sie bei den
nächsten Landtagswahlen 2022 pulverisiert bei nur noch 5,9% aufschlägt und die
alte Koalition Geschichte ist.
Es ist deutlich ein Muster: Die FDP hat außer lauten
Sprüchen nichts zu bieten. Für die Opposition und Wahlsiege reicht das. Wenn
sie sich aber in praktischer Politik als Regierungspartei beweisen soll, geht
es ganz schnell drastisch hinab, weil der Urnenpöbel nun doch bemerkt, was für
windige Hallodris die Hepatitisgelben sind. Christian Lindner war daher auch
kein Fand der Ampel. Er ahnte; wenn erst einmal der Focus der Öffentlichkeit
auf dem Handeln ihrer Minister liegt, geht es bei den nächsten Wahlen wieder
drastisch bergab. Regieren bekommt der FDP ganz und gar nicht.
[…] Am Montagmittag, nach der Wahl, meldet sich Johannes Vogel. Auf die
Frage, wie es so geht, sagt der FDP-Parteivize am Telefon: "Politisch
gab's geilere Tage." Dass seine Partei 100 000 Wähler an die Grünen
verloren hat, beschäftigt ihn, genau wie die Frage, warum die FDP zuletzt so
schlecht abschnitt, egal in welcher Regierungskonstellation.[…]
Viele Beobachter, auch ich, wunderten sich, als die FDP
2021 bei der Bundestagswahl zweitstärkste Kraft bei den Erstwählern wurde. Was finden
18-Jährige an Lindner und seinen Seifenblasensprüchen, die so offensichtlich
substanzlos sind?
Die Antwort ist, daß die ganz Jungen mangels Erfahrung
alle Parteien für gleich glaubwürdig halten. Sie wissen noch nicht, daß Lindner
nur ein politisches Soufflee ist, welches sich in der Hitze des Wahlkampfs
fürchterlich aufbläst, dem aber sofort alle Luft einweicht, wenn man einmal
anpikst.
Lindner kennt das Dramaschon aus der Bundesregierungszeit von 2009 bis 2013. Mal sehen, wann er
wieder die Beine in die Hand nimmt und sich aus dem Staub macht.
[….] Die Beteiligung an der Bundesregierung, so argumentierten Parteistrategen,
werde den Liberalen genug öffentliche Aufmerksamkeit bescheren. Und Wählerinnen
wie Wähler würden solide Regierungsarbeit honorieren - in der Finanzpolitik,
vor allem aber bei der gesellschaftspolitischen Modernisierung des Landes.So lautete der Plan, von dem sich Parteichef
Christian Lindner auch bei der Wahl der Ressorts in Berlin leiten ließ. Drei
Landtagswahlen später aber ist die FDP krachend in einer Realität
aufgeschlagen, in der sie wieder gefährlich nahe an der Fünf-Prozent-Hürde
liegt (Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen) oder nicht mal ins Parlament
einzieht (Saarland). [….]