Mittwoch, 10. Juli 2013

Merkel, nun hauen Sie verdammt noch mal auf den Tisch!



Die im Stasi-Staat aufgewachsene Merkel ist eben keine Bürgerrechtlerin geworden, die aus eigener Erfahrung klug geworden wäre.

Den Bürgern aus ideologischen Gründen Rechte vorzuenthalten, findet sie offenbar richtig.

In ihrer gesamten Post-DDR-Karriere stand sie immer auf der falschen Seite, wenn es um bürgerliche Freiheiten ging.
Sie befürwortet die Gängelung von Frauen, wenn es um Entscheidungen ihren eigenen Uterus betreffend geht.
Merkel positioniert sich für Vorratsdatenspeicherung, engmaschige Videoüberwachung, Bundestrojaner und großen Lauschangriff.
Merkel kämpfte auf Parteitagen gegen die gleichen Rechte für Homosexuelle.
Sie spricht sich deutlich für die religiös begründete Einschränkung bei der Stammzellenforschung aus und will den Menschen verbieten sich per PID über die Gesundheit ihres eigenen Nachwuchses zu informieren.
Die CDU-Chefin missbilligt Transparenz bei den Waffenexportentscheidungen des Bundessicherheitsrates, blockiert das Verbot von Abgeordnetenbestechung und weigert sich auch hartnäckig alle Nebenjobs von Bundestagsabgeordneten offenlegen zu lassen.
Die Kanzlerin verweigert den Bürgern außerdem äußert persönliche und intime Rechte der Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper: Sie ist gegen weit gefasstere Patientenverfügungen, lehnt Sterbehilfe scharf ab und würde nie den assistierten Suizid erlauben. Noch nicht einmal das Beschneiden des eigenen Genitals will Merkel den betroffenen Bürgern selbst überlassen.
Natürlich ist Merkel auch gegen erweiterte Rechte für Ausländer; mit ihr gibt es keine doppelte Staatsbürgerschaft und in Deutschland lebende Flüchtlinge müssen im Merkel-Land mit jahrzehntelangem Arbeitsverbot leben.
And the list goes on and on. 

 
Kurzum, Merkel ist der absolute Albtraum für eine liberale Partei und könnte nie mit einer für Bürgerrechte eintretenden Partei koalieren.
Zu ihrem Glück, gibt es eine solche Partei auch nicht in der Koalition aus CDU. FDP und CDU.

Verschiedene Kommentatoren wünschen sich mal wieder Gerd Schröder zurück, der 2002/2003 bewies, daß er ein Rückgrat hat, indem er sich klar und deutlich gegen die US-Kriegspläne stellte und einen frontalen diplomatischen Konflikt mit der Supermacht riskierte.
Wir erinnern uns mit Schaudern daran, wie Merkel als damalige Oppositionsführerin schleimspurziehend auf Knien nach Washington rutschte, um dort der eigenen Bundesregierung in den Rücken zu fallen, indem sie in einem Aufsatz in der Washington Post klarstellte, daß Deutschland unter ihrer Führung an der Seite George W. Bushs in den Irak marschieren würde.

Merkel, die Politamöbe, hat selbstverständlich nicht das Format mal den Kollegen Obama anzurufen, um ihm zu sagen, daß Deutschland die sofortige Beendigung der Massenbespitzelung deutscher Bürger fordere.

Selbstverständlich ist sie auch viel zu feige dazu dem armen Edward Snowden in Deutschland aufzunehmen.

Was aber noch viel schlimmer ist: Nicht nur ihre Rückgratlosigkeit verhindert es sich gegen Amerika aufzulehnen; nein, sie unterstützt das kriminelle Ausspähen sogar!
Den Bruch des Völkerrechts und den Millionenfachen Rechtsbruch in Deutschland nimmt diese Kanzlerin desinteressiert hin.

 […]  Unsere verantwortlichen Politiker zucken mit den Achseln und geben dabei mit ihrer eigenen Souveränität unsere Rechte ab. Ihre medialen Büchsenspanner applaudieren. Wenn die Deutschen sich das gefallen lassen, haben sie aus zwei Diktaturen nichts gelernt.   Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen will endlich klare Worte von Angela Merkel hören: Laut ARD-Deutschlandtrend finden 78 Prozent, dass die Kanzlerin deutlicher gegenüber den USA und Großbritannien protestieren soll. Aber die Bundesregierung lässt die Deutschen in der angelsächsischen Kälte stehen. […] Aber vier Wochen nach der Enthüllung des bisher größten Überwachungsskandals hat die Kanzlerin selbst noch immer nichts zu sagen - außer dem denkwürdigen Satz, das Internet sei "Neuland für uns alle".   Noch sonderbarer ist das Schauspiel der konservativen Publizisten, die sich schützend vor eine versagende Regierung stellen: Die Überwachung durch Amerikaner und Briten sei erstens nicht neu, zweitens nicht schlimm, diene, drittens, unserem Schutz und viertens lasse man auf die amerikanischen Freunde nichts kommen.   Beispiele sind Springers "Welt" und "Welt am Sonntag", wo Edward Snowden ein "Verräter" ist und alle Kritiker der US-Politik endlich "wieder einmal dem plumpen Antiamerikanismus freien Lauf" lassen wollen. Und die "Bild am Sonntag", die ein Gespräch zwischen Außenminister Guido Westerwelle und dem scheidenden US-Botschafter Philip Murphy veröffentlicht, das durch seine vernebelnde Belanglosigkeit beeindruckt.

[…] Wollen sich die Deutschen dem Joch dieser Macht mit stiller Lust beugen, wie Heinrich Manns "Untertan" sie empfand? "Die Macht, die über uns hingeht und deren Hufe wir küssen! ... Gegen die wir nichts können, weil wir alle sie lieben! Die wir im Blut haben, weil wir die Unterwerfung darin haben!"

Oder wollen sie dieser Macht eine Gegenmacht entgegensetzen? […] Deutschland könnte sich für ein Europa einsetzen, in dem bürgerliche Freiheiten nicht verhandelbar sind - auch gegenüber einem angelsächsischen Verständnis von Freiheit, das sich von seinen Wurzeln weit entfernt hat. Das wäre eine sinnvolle Lehre aus Nazi-Terror und Stasi-Regime.

Ich kann dem deutschen Urnenpöbel nicht verzeihen, daß er gegenüber der Kappung von Bürgerrechten und dieser Kanzlerin so nachgiebig ist, ihr sogar die höchsten Zustimmungswerter ihrer gesamten Karriere zubilligt.
Merkel verteidigt nun sogar die Datenvergewaltigung ihrer Untertanen.

In der Diskussion um die Spähaffäre des US-Geheimdiensts NSA meldet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Wort. Der Einsatz von Nachrichtendiensten stehe für sie nicht in Frage, sagte sie in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Sie verteidigte den deutschen Geheimdienst und generell das Abhören von Telekommunikation.   Den Schutz vor terroristischen Anschlägen bestmöglich zu gewährleisten, sei "ohne die Möglichkeit einer Telekommunikationskontrolle" nicht möglich. "Die Arbeit von Nachrichtendiensten in demokratischen Staaten war für die Sicherheit der Bürger immer unerlässlich und wird es auch in Zukunft sein", sagte die Kanzlerin. Ein Land ohne nachrichtendienstliche Arbeit wäre zu verletzlich.

Merkel ergänzte: Freiheit und Sicherheit müssten immer in der Balance gehalten werden. Deshalb müsse alles dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gehorchen.

Bei der Aufklärung der Vorwürfe gegen die NSA mahnte die Regierungschefin Sachlichkeit im Umgang mit den USA an. Die anstehenden Gespräche müssten in einem Geist geführt werden, "der bei allen mehr als berechtigten Fragen nie vergisst, dass Amerika unser treuester Verbündeter in all den Jahrzehnten war und ist". [….]

Gabriel warf der Kanzlerin Untätigkeit in der NSA-Affäre vor: "Ich finde es unerhört, dass die Kanzlerin achselzuckend hinnimmt, dass offenbar die Grundrechte von Millionen Deutschen durch amerikanische und britische Geheimdienste verletzt wurden."

Bisher hat die NSA-Spähaffäre der schwarz-gelben Bundesregierung aber nicht geschadet. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage liegen SPD und Grüne weiter deutlich hinter Union und Liberalen zurück.

Noch dämlicher als der Deutsche Wähler sind nur zwei andere Gruppen.

1.)  Die Piraten, die aus dieser unglaublichen Wahlkampfvorlage, die sie locker wieder in den hohen zweitstelligen Demoskopiebereich schießen sollte, nichts machen. Dann machte die Kanzlerin ihnen sogar noch das Geschenk, das Internet als „Neuland“ zu bezeichnen. Wenn eine Netz-affine Partei so eine politische Großwetterlage nicht nutzen kann, um massiv an Zustimmung zu gewinnen, haben sie auch nicht verdient in den Bundestag zu kommen.
2.)  Die gutgläubigen Internetuser, die angesichts der NSA-Aktivitäten schulterzuckend denken, sie hätten ja auch nichts zu verbergen.

Darzulegen was für eine unglaubliche Fehleinschätzung das ist, überlasse ich heute Sascha Lobo.


Wer lesen kann, kann auch schreiben!
Die Phalanx der Abwiegler, Herunterspieler und Ungerührten formiert sich. Ist doch nicht schlimm, wenn die Geheimdienste uns überwachen, sagen sie. Dabei verkennen sie die Dimension dessen, was uns droht: Wer Daten abzweigt, kann sie auch manipulieren. […]
 



Dienstag, 9. Juli 2013

Perversion Mensch



 Zu den vielen megaskandalösen Zuständen in Deutschland, die von Merkels Arbeitsverweigerungs-Combo hartnäckig ignoriert werden, gehören auch die menschenverachtenden Verhältnisse, in denen wir unsere 2,45 Millionen Alten dahin vegetieren lassen.
Trotz vollmundiger Versprechen, haben die zuständigen Minister Rösler, Bahr und von der Leyen die gesamte Legislaturperiode verstreichen lassen, ohne einen Finger zu rühren.
Daß viele Familien, der puren Not gehorchend, ihre Mütter, Väter, Onkel und Tanten nach Mazedonien, Polen und Tschechien abschieben, weil sie sich eine menschenwürdige Pflege in Deutschland nicht leisten können, nimmt die „AM CHRISTLICHEN MENSCHENBILD ORIENTIERTE“ Bundesregierung achselzuckend hin.

Man macht es ihr auch leicht. Denn nichts wird kollektiv so systematisch verdrängt wie die eigene Endlichkeit.
Erstaunlich wenig ist allgemein darüber bekannt, wie das Sterben in den meisten Fällen abläuft. 
Die Assoziationen sind der Realität ziemlich weit entrückt.
Viele wissen natürlich, daß Krebs eine der häufigsten Todesursachen ist. Viele fürchten sich vor Krebs. Das liegt daran, daß man sich Krebs „vorstellen“ kann. Tumor, Bestrahlung und Chemotherapie sind bekannte Begriffe.

Die häufigste Todesursache sind aber Herz/Lungen-Erkrankungen und das bedeutet in den wenigsten Fällen das Glück zu haben unerwartet von einem Herzinfarkt hingerafft zu werden.
Sehr viel wahrscheinlicher ist es, daß man aufgrund einer der vielen Herzerkrankungen letztendlich keine Luft mehr bekommt und erstickt.
Dabei läuft der Körper wegen der schwachen Pumpleistung auch noch voll Wasser, welches sich literweise in der Pleura ablagert, bis die Lunge so zusammengepresst ist, daß man schon deswegen nicht mehr atmen kann.
Man ertrinkt innerlich.
Die Hauptaufgabe in der geriatrischen Medizin besteht daher auch in der Kontrolle des Flüssigkeitshaushalts. Alte Menschen, die oft kein ausreichendes Durstgefühl mehr haben, müssen unbedingt genug Flüssigkeit zugeführt bekommen, damit die Nieren weiterarbeiten und das Hirn funktioniert.
Gleichzeitig darf man es aber auch nicht übertreiben, damit sich keine Wasser-Ödeme bilden, die es dem schwachen Herz noch schwerer machen die Flüssigkeitsmenge im Körper umher zu wälzen.
Hier ist ein hoher pflegerischer Zeitaufwand gefordert.

Es kann sonst sehr schnell gehen, daß ein alter Mensch verdurstet.

Gerade wird der Fall einer 83-Jährigen Frau beschrieben, die als voll bewegliche Person nach einem Sturz für eine Kurzzeitpflege in einem Pro Seniore-Heim im Landkreis Dachau strandete und wenige Wochen später durch Vernachlässigung gestorben war.
Ihre Schweigertochter und ihr Enkel hatten vergeblich versucht sie wieder nach Hause zu holen, aber der herbei gerufene Krankenwagenfahrer weigerte sich die alte Dame zu transportieren, weil sie zu schwach wirkte.
Nachdem die Frau qualvoll versurstet war, weil sich das Pflegepersonal trotz der deutlich sichtbaren Zeichen (eingefallene Wangen, Verwirrtheit, faltige Haut,..) nicht veranlasst sah der Dame Wasser zu geben, wurde Anklage erhoben. Die Pflegeleiterin kam mit einer Geldstrafe von 5.400 Euro davon; die zuständigen Pflegerinnen wurden gar nicht erst vorgeladen. 
Viel ist so ein Seniorenleben also wirklich nicht wert in Deutschland.
Das ganze Ausmaß des dramatischen Falls zeigt sich, als der Enkel in den Zeugenstand tritt. Bei seinem ersten Besuch im Pflegeheim Pro Seniore ist seine Großmutter noch wie immer gewesen. "Lebensfroh wie eh und je", beschreibt der Enkel ihren Zustand. Seine demente Großmutter hat fit gewirkt und einen eineinhalbstündigen Spaziergang mit ihrem Rollator gemacht.

Eine Woche später, als der junge Mann sie wieder besucht, bietet sich ihm ein "schockierender und dramatischer Anblick". Mit halb geöffneten Augen liegt die 83-Jährige apathisch im Bett, stark röchelnd und nach Luft schnappend, ihr Gesicht völlig eingefallen. Der Enkel erkennt seine Großmutter kaum wieder, "sie war dem Tode näher als dem Leben". Zwei weitere Tage später ist sie tot. Verdurstet. […]  Begangen haben soll diese [Unterlassungen] die 51-jährige Pflegedienstleiterin des Heims. Sie muss sich am Montag - stellvertretend für ihr Pflegepersonal - der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung verantworten. Der Grund: "Sie hat weder die Ernährungsprotokolle täglich kontrolliert, noch ihr Personal", legt die Staatsanwaltschaft ihr zur Last. […]

Die Angeklagte selbst weist alle Vorwürfe von sich: "Ich habe vom schlechten Zustand der Frau weder gewusst, noch sind die Angehörigen oder mein Personal an mich herangetreten." Dass sie sich keiner Schuld bewusst ist, wird auch daran deutlich, dass sie ohne Anwalt vor Gericht erscheint.

[…]  Wir wollen nichts beschönigen, der Fall ist mit Sicherheit nicht optimal gelaufen. Wir wissen nur, dass unsere Angestellte eine herausragende Pflegekraft mit viel Empathie ist", so [Pro-Seniore-Anwalt] Müller weiter.

[Den Ernährungsprotokollen] zufolge hat die Verstorbene täglich zwischen 300 und 1000 Milliliter getrunken. "Werte, die jeden Pfleger sofort alarmieren müssten. Unter 1000 Millilitern muss ein Arzt verständigt werden. Das ist absolutes Grundwissen", sagt eine Gutachterin aus der Rechtsmedizin.

Sie wundert sich, dass bei Stations- und Schichtleitung nicht weiter ermittelt worden sei. Denn primär liege die Schuld bei dem behandelnden Personal - und nicht bei der Angeklagten, die nicht informiert gewesen sei.

Einen Arzt zu rufen, genau das forderte übrigens auch der besorgte Enkel. Die Reaktion des Pflegepersonals: "Lächerlich, bei so einer Lappalie würde uns jeder Arzt auslachen." […] Ursprünglich sollte die 83-jährige Frau nur für wenige Wochen in das Pflegeheim, um sich von einem Sturz zu erholen. "Zu Tode hätte ich sie auch pflegen können", sagt die aufgebrachte Schwiegertochter.
Das ist die schnöde Realität in Deutschland.
Eine Realität, die die Kanzlerin nicht im Geringsten zum Handeln animiert.
Alte Menschen, die ans Bett gefesselt oder mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden. Die zu wenig Essen und Trinken bekommen. Die wegen nächtlicher Pflegemaßnahmen unter Schlafentzug leiden – in vielen deutschen Pflegeheimen sind die Tatbestände der Folter erfüllt, so die Pflegeexperten Claus Fussek und Gottlob Schober.

Rund 50.000 Zuschriften und Telefonanrufe – meist von verzweifelten und überforderten Pflegern – haben die Autoren („Es ist genug!“, Knaur Taschenbuch) ausgewertet.

Erschreckendes Ergebnis: „Wenn wir die Kriterien von Amnesty International zugrunde legen, dann müssen wir bei vielen Missständen in Pflegeheimen von Folter sprechen“, sagt Fussek.

Und Schober fügt hinzu: „Tausende Fixierungen finden in Pflegeheimen täglich statt, ohne richterliche Genehmigung. Würde das in einem Gefängnis passieren, müsste der zuständige Minister zurücktreten. Bei alten Menschen interessiert es niemanden.“

Schlafentzug gelte „in jedem Gefangenenlager als Folter. In vielen Pflegeheimen werden Bewohner regelmäßig nachts geweckt und gewaschen, damit es im Frühdienst ruhiger ist“, so Fussek.
Die ganze Abartigkeit dieser Zustände wird noch dadurch getoppt, daß dies alles seit vielen Jahren bekannt ist. Herr Fussek hat darüber viele Bücher geschrieben, trat oft in Talkshows auf und das Thema wird immer wieder von den relevanten Periodika und TV-Magazinen aufgegriffen.
Aber ¾ der Deutschen sind begeistert von der Kanzlerin, die dieses Millionenfache Foltersystem in Deutschland geschehen läßt.
Claus Fussek und der Gottlob Schober sprechen in der AZ über menschenunwürdige Bedingungen in der Altenpflege – und einen Skandal, der keinen interessiert, bis er selbst betroffen ist

AZ: Herr Fussek, Herr Schober, vor fünf Jahren haben sie schon einmal ein Buch über den Zustand der Pflege in Deutschland geschrieben: „Im Netz der Pflegemafia“. Was hat sich seitdem geändert?

GOTTLOB SCHOBER: Wir dachten eigentlich, wir hätten alles aufgedeckt. Fünf Jahre später müssen wir feststellen: Es hat sich nichts überhaupt geändert. Es kann doch nicht sein, dass sich bei diesen Missständen gar nichts tut.

CLAUS FUSSEK: Völlig zu Recht haben die Flüchtlinge am Rindermarkt so viel Aufmerksamkeit bekommen. Aber ich würde mir die gleiche Aufmerksamkeit wünschen für unsere alten Menschen, die täglich nichts zu essen und zu trinken bekommen. Die nie an die frische Luft kommen.

S: Bilder von gefesselten Alten – das weckt in den Leuten keine Empörung mehr.

F: Die Politik hat sich daran gewöhnt, die Medien auch. Für pflegebedürftige Menschen bedeutet das gesellschaftliche Desinteresse menschenunwürdige Bedingungen.

S: Wenn Sie sich die Kriterien von Folter anschauen – Fixierung, Freiheitsberaubung etwa – für uns ist das Folter, und der einzige legitime Bereich dafür sind die Pflegeheime.

F: Alle wissen Bescheid, von der Putzfrau bis zum Bestatter. Das ist eine Allianz des Schweigens. Und wie das funktionieren kann in unserer Gesellschaft, ist mir schleierhaft.

Diese Solidarisierung mit den Hochwasser-Opfern – so etwas brauchen wir für die pflegebedürftigen Menschen. […]   Es gibt so viel Unvorstellbares. Das glaubt man nicht, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Die Menschen kommen tagelang nicht aus dem Bett, werden mit Psychopharmaka ruhig gestellt, dämmern nur vor sich hin. Bekommen aus Zeitmangel nichts zu essen und zu trinken. Sie kommen nicht zum Klo und müssen ihre Notdurft in Windeln verrichten. […]

S: Ich war schon in Heimen, da hat nie ein Angehöriger vorbeigeschaut. Sie müssen sich kümmern. Ihre Anwesenheit erzeugt Druck. […] Was wir fordern ist kein Luxus, sondern absolute Mindeststandards. Grundrechte. Menschen müssen zu Essen und zu Trinken bekommen. Auf die Toilette dürfen. Selbst im Knast haben die Insassen Hofgang. Das ist doch absurd, dass man das überhaupt einfordern muss.

Montag, 8. Juli 2013

Die Regelbestätigung



Sollte ich die rechte politische Gruppe nennen, die mir an unsympathischsten ist, schwanke ich zwischen Vertriebenenverbänden und Burschenschaftlern.

Die gleiche Frage bezüglich der religiösen Gruppen würde ich wohl mit „Missionare“ beantworten. Dicht gefolgt von Inquisitoren und Exorzisten.

Aber in der „Mission“ liegt das Grundübel des Christentums. Der Glaube des Alleinseligmachenden. Die Überzeugung eine überlegene Moral zu vertreten und daraus nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht abzuleiten dem Rest der Welt auch diese Religion überzustülpen.

Christen missionierten weitüberwiegend – bis weit ins 20. Jahrhundert hinein – auf gewalttätige Weise. 
Wer kein Christ werden wollte, wurde abgeschlachtet.
 Das war im 10. Jahrhundert bei den Kreuzzügen genauso wie im 16. Jahrhundert in Amerika und im 19. Jahrhundert in Afrika.
Der soeben vom Einlunger Franzi zur Heiligsprechung vorgesehene Kinderfickerschützer Johannes Paul II. verstieg sich gar zu der Aussage, der Tod von 100 Millionen „Indianern“ in Nord- und Südamerika durch christliche Conquistadores sei eine „glückliche Schuld“!
Na schön, man habe da den größten Massenmord aller Zeiten angestellt und locker noch Hitler in den Schatten gestellt, aber die Südamerikaner sollten mal nicht so zimperlich sein; schließlich wurden sie dafür zu Christen gemacht.
Diese Aussage des bald Heiligen ist an Zynismus und Sadismus und Überheblichkeit und Geringschätzung anderer Kulturen wohl kaum noch zu überbieten.
Eine angemessene Reaktion wäre es, seine Leiche zu exhumieren und ihm auf den Kopf zu koten!
Franzi spricht ihn lieber heilig.

Auch wenn heutige Missionare nicht mehr jeden umbringen, der kein Christ werden will und erfreulicherweise gelegentlich selbst mit Macheten zerhackt werden, ist die unerträgliche Anmaßung dieselbe geblieben. 

Missionare haben eine generelle Intoleranz gegenüber anderen Kulturen und gehen so selbstverständlich davon aus über die Superior-Kultur zu verfügen, daß sie diese jedem anderen überstülpen möchten.

In diesem Zusammenhang noch mal ein Lob an die Juden – sie stellen die einzige abrahamitische Religion, die nicht missioniert.

Missionare sind oft so fanatisch, daß sie ihre ganze Familie mit in den kulturzerstörenden Feldzug zerren. 

Die kleine Christina Krüsi erlebte das als Tochter von Wycliffe-Missionaren in Bolivien.
Im Alter zwischen vier und elf Jahren mußte sie zusammen mit anderen christlichen Irren in einem Dschungellager leben.
Wycliffe ist eine 1934 gegründete evangelikale Organisation, die mit „missionarischem Eifer“ Bibeln in alle erdenkliche Sprachen übersetzt und dann „Gottes Wort“ in die entlegensten Punkte der Erde bringt, damit buchstäblich auch im Busch die Menschen zu Christen werden.
Auf der Erde werden beinahe 6'900 Sprachen gesprochen. In etlichen davon gibt es brauchbare Bibelübersetzungen, und zwar:

    Ganze Bibeln in 518 Sprachen,

    Neue Testamente in 1275 Sprachen,

    wenigstens ein Buch der Bibel in 1005 Sprachen.

830 Bibeln und Neue Testamente konnten mit Hilfe von Wycliffe bereits veröffentlicht werden.

Zurzeit wird von verschiedenen Missionen, Bibelgesellschaften und Kirchen weltweit an rund 2000 Übersetzungsprojekten gearbeitet. An 1537 dieser Übersetzungsprojekte sind Wycliffe-Mitarbeiter beteiligt. Es handelt sich um Sprachen aller Erdteile.

Über 7'000 Mitarbeiter aus 60 Ländern sind im Einsatz. 118 von ihnen sind Schweizer.

Zurzeit rechnet man damit, dass noch 1967 Sprachen eine Bibelübersetzung brauchen. Diese 1967 Sprachen werden von rund 209 Millionen Menschen gesprochen.
Wie alle Missionare, glauben auch die Wycliffe-Eiferer, daß Hungernde in Elendsgebieten nur auf Gottes Wort gewartet hätten.
Guten Tag!

Diese Freude hätten Sie sehen sollen! Eine Frau aus Westafrika, die seit Jahren zu einer christlichen Gemeinde in ihrem Dorf gehört: Plötzlich versteht sie, was aus der Bibel vorgelesen wird. Sie hört es in der Sprache, in der sie auch träumt. Und sie begreift und wird von der frohen Botschaft selber ergriffen!

Auch diese Freude in einer Bergregion Asiens hätten Sie miterleben sollen! In der Hand seine Lesefibel, tasten die Augen und Finger des Knaben den Buchstaben in seiner Lesefibel entlang, und es geht ihm ein Licht auf: Dieses Papier erzählt ja eine Geschichte, genauso wie es sein Grossvater tut.

Gibt es etwas Schöneres, als Menschen zu erfreuen? Dazu noch mit etwas Sinnvollem und etwas Beständigem?
Frau Krüsi, geb. 1968, fand ihre Kindheit in einem Wycliffe-Basislager allerdings nicht so toll.
«In der Sonntagsschule vergewaltigten sie mich»

Ihre Eltern lebten als Missionare in Bolivien. Für Christina Krüsi erwiesen sich die Bibelmänner als Teufel.

Sie ist sechs Jahre alt, als ihr die Kindheit geraubt wird. Christina Krüsi geht fünf Jahre lang durch die Hölle – als Sexsklavin von Missionaren im bolivianischen Urwald. Die Schweizerin ist heute 45, schrieb ein Buch über ihr Martyrium: «Mein Paradies war die Hölle».

Es begann an Halloween: Mit vier Schulkameraden tappt Christina im Wald in eine Falle. Mehrere Männer lauern ihnen auf, vergewaltigen sie. Christina erinnert sich: «Ein unbeschreiblicher Schmerz fuhr mir zwischen die Beine, und etwas drohte mich innerlich zu zerreissen. Mir wurde schwarz vor den Augen.»

Die Vergewaltiger markieren ihre Opfer mit Schnitten an beiden Knien. «Wir wurden so als Freiwild deklariert. Ich war ihre Sexsklavin.» Immer wieder vergehen sich die pädophilen Missionare an Christina und 16 weiteren Kindern: vor der Klavierstunde, auf dem Heimweg, nach der Schule. «Selbst während der Sonntagsschule vergewaltigten sie mich. Es gab kein Entkommen. Egal wie ich ihnen auswich – sie fanden mich.»

Christina Krüsi kam zwar in der Schweiz zur Welt, aber ihre Eltern lebten für die christliche Missionarsgesellschaft Wycliffe in Bolivien. Für die Chiquitano-Indianer übersetzten die beiden Sprachforscher die Bibel. Sie wollen ihnen die «Verheissungen der Bibel» näherbringen. Aber ­einige der bibelfesten Männer erwiesen sich als Teufel!

Nach fünf Jahren Marty­rium kehrt Christina mit ihrer Familie in die Schweiz zurück – Schock und Erleichterung zugleich. […]

 Die Fähigkeit zu riechen hat Christina schon im Urwald verloren – zu oft vergingen sich Männer in den stinkenden öffentlichen Toiletten des Missionarsdorfs an ihr und betäubten sie mit Äther. […]
Wycliffe läßt sich unterdessen für die Großzügigkeit feiern, nicht versucht zu haben Frau Krüsis Buch zu verbieten!
Wir haben Christina Krüsi auch unser tiefstes Bedauern ausgedrückt.   Dann war es bei uns lange Zeit still um diese Angelegenheit, bis wir anfangs Jahr von einem Freund hörten, dass Christina Krüsi dabei ist, dieses Buch zu schreiben. Ich meldete mich umgehend bei ihr und sagte, dass dieses Buch auch uns betrifft und ich froh wäre, wenn wir miteinander reden könnten. Wir trafen uns bald darauf. Ich sagte von Anfang an: «Ich will an der Öffentlichkeit nicht über den Inhalt des Buches diskutieren.» Mir war wichtig auszudrücken, dass wir beim Kinderschutz auf der gleichen Seite des Problems stehen. Und sie betonte, dass sie mit diesem Buch nicht Wycliffe schaden wolle.  [….] Wir erhielten tatsächlich von jemandem den Rat – nicht von einem Mitarbeiter –, das Buch zu verhindern. Das war für uns aber zu keiner Zeit ein Thema! Hätten wir das versucht, hätten alle nur verloren.
Erstaunlich nur, daß Christen kleine Mädchen vergewaltigen.
Vielleicht waren da keine kleinen Jungs im Basislager.
Naja, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Außerdem waren es in diesem Fall Evangelikale und die sind im Gegensatz zu Katholiken nicht alle schwul.