Dienstag, 23. November 2021

Geduld am Ende.

Das stimmt schon, so schlecht wie Angela Merkel war noch kein Bundeskanzler, wenn es um Personalentscheidungen ging. Jung, Köhler, Wulff, Klöckner, Scheuer, Spahn, Glos, Kristina Schröder.

Merkel steht auch für Endlos-Verhandlungen, die mit windelweichen Formulierungen ausklingen, aus denen jeder alles und nichts lesen kann. Ihre Jamaika-Verhandlungsführung Ende 2017 war ebenso katastrophal, wie die Tatsache, daß sie überhaupt sechs Monate bis zur Bildung einer nächsten Regierung im März 2018 brauchte.

Verglichen mit dem halben Jahr Merkel-Gewürge 2017/2018, funktioniert die Ampel-Regierungsbildung geradezu blitzartig.

Leider lässt sich die Situation so gar nicht vergleichen, weil damals die alte auch die neue Kanzlerin sein würde. Es gab kein Macht-Vakuum; die alte Koalition war auch die neue Koalition. Im November 2021 befindet sich Merkel schon halbwegs im Ruhestand. Wir werden nicht nur einen neuen Kanzler bekommen, sondern die nächste Regierung wird mit 99%iger Wahrscheinlichkeit von anderen Parteien getragen.

Neben den vielen Großkrisen wie Klima, Belarus und EU-Chaos, tobt in Deutschland eine tödliche Pandemie. Die Lage entgleitet, weil seit Monaten keine adäquaten Entscheidungen mehr getroffen werden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt am heutigen 23.11.2021 bei 399,8.

Im Bundesland Sachsen beträgt die Inzidenz 970!

Die Intensivstationen sind voll, die Krankenhäuser beginnen mit der Triage, müssen also Menschen zum Sterben verurteilen, die sie mit vollen Kapazitäten retten könnten.

Insgesamt starben in Deutschland bisher 99.433 Menschen an Covid 19, davon 309 Personen innerhalb der letzten 24 Stunden.

Alle 4,6 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Infektionskrankheit, gegen die es a) einen Impfstopf gibt, der b) auch noch leicht und und kostenlos zur Verfügung steht.

Was für ein gewaltiges Politversagen des zuständigen Gesundheitsministers.

Schon allein die sofortige Ablösung Spahns ist Grund genug, um die Ampelregierung sofort antreten zu lassen. Zwei volle Monate nach der Bundestagswahl herrscht aber nichts als Stillstand.

Aber nicht nur bewegen sich die Herren und Damen nicht, lassen sich nicht in die Karten gucken – nein, es ist offensichtlich auch die große Hasenfüßgkeit ausgebrochen. Alle wollen Bella Figura machen und nicht mit den unangenehmen dringenden Aufgaben betreut werden. Der einzige Kandidat, der kann und möchte, Karl Lauterbach, wird aus Quoten- und Proporz-Gründen wohl nicht zum Zug kommen. Alle anderen machen sich in die Hose, weil man in dem Job schlechte Presse bekommen könnte.

[….]  Die Verhandlungen über die Ampelkoalition sind kurz vor dem Abschluss, noch wird wohl auch darüber gefeilscht, welche Partei und dann welcher Politiker oder welche Politikerin dieses Ressort übernehmen wird. Aber eines kann man nach Wochen der Gespräche sagen: Keine Partei will das Gesundheitsministerium.  Währenddessen rollt die vierte Coronawelle, die Welt steckt mitten in einer Pandemie, die Schätzungen zufolge womöglich bald 20 Millionen Menschen getötet haben wird, allein 100.000 in Deutschland. [….] Keine Partei beansprucht den Posten, der mindestens in der ersten Hälfte dieser Legislaturperiode mit großen Herausforderungen verbunden ist, der aber auch so viele Möglichkeiten bietet, Einfluss zu nehmen, wie keine andere. [….] In der FDP weckt das Gesundheitsressort schlechte Erinnerungen an die schwarz-gelbe Koalition von 2009 bis 2013 – an deren Ende die Partei erstmals aus dem Bundestag flog. [….] So sehr die Liberalen also die Ampeldebatte über das neue Infektionsschutzgesetz dominieren und so sehr sie sich mit ihrem Widerstand gegen Corona-Schutzmaßnahmen profiliert haben: Die Pandemie möchten sie lieber nicht selbst managen müssen. Viel besser gefällt ihnen die Vorstellung, aus dem Bundesjustizministerium vor Einschränkungen von Freiheitsrechten zu warnen. [….] Die Grünen würden sich ebenfalls lieber vor der Aufgabe drücken. Von sich aus spielt das Gesundheitsministerium in ihren Planspielen keine Rolle, und dass es ihnen die Umstände am Ende aufzwingen könnten, das versuchen sie noch zu verhindern. Dabei können sie in Gesprächen bitter klagen über die Haltung der FDP in der Pandemie, und sie bekommen ordentlich Druck aus den eigenen Reihen, sich nicht von den Liberalen treiben zu lassen – und doch lassen die Grünen es darauf ankommen, dass der künftige Koalitionspartner bald die Gesundheitspolitik prägen könnten. [….]  Karl Lauterbach würde gern Minister werden, nur die SPD will nicht, dass Lauterbach Minister wird. Er gilt in den eigenen Reihen als Einzelkämpfer, mit dem Absprachen schwer möglich seien. [….]

(SPON, 23.11.2021)

Unterdessen erscheinen schon Vermissten-Anzeigen.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, sagt Hermann Hesse. Im Falle der Ampel ist das offensichtlich leider sehr unangenehme schwarze Magie.

Montag, 22. November 2021

Wenigstens hat er ausgesorgt.

Bekämen wir mit der Ampel einen anderen Gesundheitsminister als Karl Lauterbach, wäre das eine Riesenenttäuschung und zeigte wieder einmal, daß Deutschland eben keine Meritokratie ist, in der die am besten Qualifizierten die schwierigen Jobs machen. Lauterbach scheint immer leer auszugehen.

Andererseits reicht meine Phantasie nicht aus, um mir einen noch schlechteren Minister als Jens Spahn vorzustellen. Der Mann ist in jeder Hinsicht ein so katastrophaler Versager, daß ein x-beliebiger FDP-Hinterbänkler besser sein sollte.

Der erzkonservative 1980 in Ahaus geborene Raffgierige, der immer die Hand aufhält, wollte bis vor wenigen Wochen noch CDU-Bundesvorsitzender werden, träumte letztes Jahr von der Kanzlerschaft. Inzwischen mehren sich die Hinweise auf ein endgültiges Polit-Aus. Eigentlich hatte er sich damit abgefunden, ein bißchen als stellvertretender CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender im oppositionellen Abklingbecken zu sitzen, um bei den Bundestagswahlen 2025 oder 2029; da wäre er immer noch unter 50 Jahre alt; Regierungschef zu werden.

Die Wähler vergessen schnell und die Partei kann bei den nächsten Bundestagswahlen schließlich nicht nur auf +70er wie Merz setzen.

Aber Spahns Abstieg verläuft 2021 zu rasant. Geradezu jämmerlich, wie er am letzten Donnerstag bei der Corona-Debatte des Bundestags von der letzten Hinterbank aus beklagte „die Dynamik der letzten Wochen haben nur wenige vorausgesagt“. Funkes „Abendblatt“ nennt es „Tiefpunkt seiner Karriere“ und „Abstieg des Jens Spahn“. Das ebenso konservative „Handelsblatt“ senkt ebenso entschieden die Daumen.

[….] Zu egoistisch, zu erfolglos, zu wenig loyal – Der Abstieg des Jens Spahn in der CDU. [….] Spahn verliert nicht nur im Amt des Gesundheitsministers an Bedeutung. Auch in seiner eigenen Partei erleidet der 41-Jährige dieser Tage einen schmerzlichen Machtverlust. Bis vor wenigen Wochen galt er noch als potenzieller Nachfolger des scheidenden CDU-Chefs Armin Laschet. Und es ist kein Jahr her, dass Spahn seine Chancen für eine Kanzlerkandidatur sondierte.  All diese Ambitionen wirken wie aus einer anderen Zeit. [....] Als Merz am Dienstag skizzierte, wie er als möglicher CDU-Chef die Parteispitze aufstellen will, handelte er die Personalie Spahn in wenigen Sekunden ab. Er danke Spahn, dass er nicht für den Vorsitz kandidiere, sagte Merz und fügte hinzu: Stattdessen könne er ja künftig in der Unionsfraktion zusätzliche Aufgaben übernehmen, „etwa in der Funktion eines stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden“. In der CDU muss Spahn aus der ersten Reihe in die dritte wechseln. Bisher war er einer von fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden. Doch zumindest unter Merz ist dort für den Gesundheitsminister kein Platz mehr. [….]  Spahn habe sich immer wieder illoyal verhalten, betonen viele in der Partei. Und das sei ein Hauptgrund, warum die drei Bewerber um den Parteivorsitz wenig Lust hätten, ihn in ihrem Team zu haben. So wird darauf verwiesen, dass Spahn im vergangenen Jahr auch an der Seite von Armin Laschet stand und dessen Kandidatur um den CDU-Chefposten unterstützte. Trotzdem gab es im Winter Gerüchte, Spahn sondiere in der Partei seine Chancen für eine Kanzlerkandidatur – hinter Laschets Rücken. [….] Doch mit der Zeit kamen einigen Förderern und Verbündeten Zweifel, Spahn wirkte zu egozentrisch auf sie. Lange waren die Junge Union (JU) und die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ein verlässliches Unterstützerlager. Aber auch das hat sich geändert.  JU-Chef Tilman Kuban hilft nun Merz. Der Wirtschaftsflügel hält zum bisherigen Vorsitzenden Linnemann, der jetzt im Team Merz spielt. [….] 

(Handelsblatt, 18.11.2021)

In seinen letzten Ministertagen zeigt der junge Millionär drastisch wie nie, daß er nicht nur ein instinktloser Politiker ist, sondern zudem auch noch mit besonderer Unfähigkeit glänzt.

Neben konservativen Journalisten, schäumen auch seine Parteifreunde vor Wut. Söder poltert heute, Gesundheitsminister Spahn betreibe eine desaströse Kommunikation. Der Mann ist ein hoffnungsloser Fall.

[….] Jens Spahn lernt es einfach nicht [….] Wenn auf eine Sache Verlass ist in dieser Pandemie, dann darauf, dass Aussagen von Jens Spahn oft nur eine relativ kurze Halbwertszeit haben. In fast schon verblüffender Regelmäßigkeit hat der Bundesgesundheitsminister Ankündigungen gemacht, die er wenig später relativieren oder gar zurücknehmen musste. Sofern sie nicht längst von jemand anderem zerpflückt worden waren. Das war bei der vorschnellen Ankündigung von kostenlosen Schnelltests im Frühjahr nicht anders als bei der überstürzten Ankündigung im Oktober, die epidemische Notlage sei nicht mehr notwendig. Und auch das ist leider wahr: Jens Spahn scheint offenbar nicht dazuzulernen. Er wird sich in den letzten Tagen seiner Ministerzeit wohl nicht mehr bessern. Denn auch am Montag war es mal wieder Zeit für eine Kehrtwende. Schließlich hatte Spahns Ministerium in der vergangenen Woche zur Überraschung aller plötzlich verkündet, die Auslieferung des in der Bevölkerung besonders beliebten Biontech-Impfstoffs ab sofort deckeln zu wollen.  [….]

(Sebastian Späth, T-online, 22.11.21)

Die CDU-Fans von der FAZ konstatieren; es sei Spahn, der die katastrophalen deutschen Impfquoten zu verantworten habe.

Obwohl er ohnehin nur noch „geschäftsführend im Amt“ und das mutmaßlich nur noch wenige Wochen, gibt es Stimmen, ihn sofort endgültig zu entlassen. Der Mann richtet einfach zu viel Schaden an.

[….] Fade im Abgang  [….] Jens Spahn muss zurücktreten. Das mal vorweg. Nein, nicht wegen seiner aktuellen Impfstoffposse. Die legt eigentlich nur noch eine Schippe drauf, auf den Haufen Mist, den der CDU-Politiker in den Pandemiejahren zusammengekarrt hat.  Aber spätestens mit seinem erst Mitte Oktober völlig ohne Not vorgebrachten Vorstoß, die epidemische Lage von nationaler Tragweite in Deutschland am 25. November auslaufen zu lassen, hat er bewiesen, dass er dem Titel nach vielleicht noch Gesundheitsminister, vor allem aber ein Meister der Fehleinschätzung ist. Dass ihm die kommenden Ampelmännchen dabei auch noch in all ihrer stupiden Liberalität gefolgt sind, macht es keinen Deut besser. Wer bei einem Blick auf die aktuellen Coronazahlen nicht erkennen mag, dass das Land sich in einer epidemischen Notlage von nationaler Tragweite befindet, sollte sich besser nach einem neuen Job umsehen. Nur aber bitte nicht in der Gesundheitspolitik.  Spahns Spitzenidee, in so einer Notlage überhaupt nur daran zu denken, die Ausgabe eines Impfstoffs zu bremsen, lässt einen nur noch ratlos den Kopf schütteln. [….]

(Gereon Asmuth, 22.11.2021)

Ob Spahn überhaupt noch etwas von seiner Karriere retten kann, wird immer mehr bezweifelt.

Die beliebtesten rechten Sonnyboys Karl-Theodor von und zu Guttenberg und Norbert Röttgen erholten sich nie von dem Verlust ihres Ministeramtes. Bei Spahn sammelte sich aber viel mehr Wut an.

[…..] Der Absteiger: Die katastrophalen Wochen des Noch-Gesundheitsministers Spahn. [….] In Deutschland aber stürzen sich die Menschen jetzt, da die Drittimpfungen anstehen, auf das hierzulande entwickelte Produkt von Biontech – und lassen Moderna links liegen. Das veranlasste Spahn vergangene Woche zu einem Manöver, das ihm jede Menge Ärger einbrachte. Per Brief unterrichtete er die Länder von seinem Plan: Künftig dürften Praxen nur noch 30 Dosen Biontech pro Woche bestellen. [….] Die Botschaft, die bei vielen Menschen ankam, lautete wohl eher: Der Moderna-Ladenhüter soll der Bevölkerung jetzt aufgezwungen werden. Fataler kann man wohl kaum kommunizieren in einer Phase, in der die Pandemie in Deutschland heftig wütet; in der es dringend angesagt ist, die Menschen schnellstmöglich mit ihrer Boosterimpfung zu versorgen – und vor allem: die viel zu große Masse an Zweiflern zu überzeugen.  Das Echo war verheerend, vor allem Ärzte reagierten frustriert. [….] Spahn und seine Leute haben sich vom selbst herbeigerufenen Impfboom in diesen Wochen überrumpeln lassen und nicht ausreichend Biontech-Impfstoff vorgehalten. [….] »Mit der Delta-Variante kommen wir sicher durch Herbst und Winter, wenn sich viele impfen lassen und wir das 3G-Prinzip im Innenraum haben«, sagte Spahn Ende August. Da hatte das Robert Koch-Institut schon Wochen zuvor den Beginn der vierten Coronawelle festgestellt. [….] Nun stolpert die Politik anscheinend planlos durch die nächste Krise. Hektisch werden Impfzentren wieder geöffnet, Praxen kämpfen gegen die Überlastung. Eine lange vorbereitete, echte und durchschlagende Impfkampagne? Fehlanzeige.Für Spahn bedeutet all das eine Vollbremsung in seiner Karriere. [….]

(Veit Medick, SPON, 22.11.2021)

Langjährige Beobachter staunen über so viel Doofheit.

[….] Hat der Gesundheitsminister auf Abruf eigentlich Berater? Und überlegt er sich vorher, was er sagt? Der CDU-Politiker schafft es erneut, ohne Not die Menschen zu verunsichern und die Ärzte zu verärgern. [….]

(Werner Bartens, SZ, 22.11.2021)

Wenn er klug wäre, würde Jens Spahn sich in seine 5-Millionen-Euro-Villa nach Dahlem zurückziehen und seinen Reichtum genießen. Aus seiner Sicht haben sich die vier Jahre als Minister ausgezahlt. Nicht politisch, nicht für die Karriere, aber im Wortsinne finanziell.

Stets war Spahn daran bedacht über Beteiligungen, durch Gefälligkeiten und Quasi-Bestechungen sein Regierungsamt auszunutzen, um sein Portemonnaie zu füllen. Und so war der Jung-CDUler aus einfachen Verhältnissen schon mit Ende 30 Millionär.

Kaum Gesundheitsminister geworden, kaufte er eine seiner schicken Berliner Luxuswohnungen zum Spottpreis von 980.000,- von Leyck Dieken; um sie kurz danach selbst für 1,6 Mio anzubieten. Dieken war vorher Pharmalobbyist u.a. bei Ratiopharm und wurde von Spahn als Chef der Gematik im Bundesgesundheitsministerium zum doppelten Gehalt des Vorgängers eingesetzt.

Spahn war stets korrupt, benutzt seinen Job, um sich persönlich zu bereichern. Sein Ministerium kaufte direkt von Burda-Manager Daniel Funke, Spahns Ehemann, auf direktem Wege Masken, während hunderte günstigere Hersteller heute noch auf die Bezahlung warten oder nie einen Auftrag bekommen haben.

In Spahns Welt dürfte die Kürze seiner Ministerkarriere ihn a posteriori darin bestätigen wie richtig es war, sich von Anfang an alles versilbern zu lassen.

Sonntag, 21. November 2021

Wie Gurkentruppig wird es?

Irgendjemand muss den Elefanten im Raum ja ansprechen.

Seit 24 Stunden geistert eine Ampel-Ministerliste durch die Presse, die sogar noch schlimmer aussieht, als die üblen Befürchtungen der letzten beiden Wochen: Voodoo-Ökonom Lindner Finanzminister, fünf SPD-, fünf Grüne und vier FDP-Minister. Das Kabinett wird 100% weiß und hetero, kein Migrant, kein Karl Lauterbach. Ein FDP-Schwurbler als Gesundheitsminister. Mindestens die Hälfte sind gravierende Fehlbesetzungen ohne irgendeine Qualifikation für ihre Ämter. Der Spiegel betont die Unsicherheit der Liste; nichts sei endgültig entschieden, aber die Freude über den Abgang der korrupten Versagerminister Spahn, Scheuer, Seehofer, Karliczek, AKK, Braun, Müller, Klöckner und Altmaier wird erheblich eingetrübt.

Im Moment klammere ich mich nur noch an die vage Hoffnung, daß Olaf Scholz noch Einfluss nehmen kann, um die Kabinettsliste zu verbessern. Aber, abgesehen von dem eindeutig größten Kuchen, also dem Kanzleramt, wird die SPD kaum einen Hebel haben.

Bei etwa 15 Ministern und drei ungefähr gleich starken Parteien (die SPD minus Kanzler hat in etwa das Gewicht von Grünen und FDP) wird jede etwa fünf Posten besetzen. Wie in einer Koalitionsregierung üblich, werden die Parteien selbstständig über die Personalien ihrer Ressorts bestimmen. SPD-Kanzler Scholz hat also auf zwei Drittel seiner Ministerköpfe keinen Einfluss.

Von den fünf Sozis-Ministerien sind zwei schon gesetzt: Kanzleramtsminister Schmidt und Sozialminister Heil. Das sind inklusive des Regierungschefs schon drei Männer, so daß Scholz aufgrund seiner Verpflichtung zur Geschlechterparität nur noch drei Frauen ins Kabinett holen kann. Das ist wohl schon das „Aus“ für Lauterbach und das „Go“ für mindestens eine der schwachen Ministerinnen Schulze (NRW) oder Lambrecht (BW).

Für „Gedöns“ auf SPD-Seite werden außerdem Klara Geywitz (Ossi), Yasmin Fahimi (Niedersachsen, links) oder Bärbel Kofler (Bayern) genannt. Das sind nun wirklich alles keine Namen, mit denen man große Hoffnungen verbindet. Erst Recht nicht, wenn das Gerücht wahr werden sollte, daß Scholz seine gute alte Freundin Nahles aus der tiefsten Vulkaneifel zurück in die Regierung holt.

Es ist schlimm.

Schlimmer sind aber alle Alternativen. Es ginge nur

1.)

Jamaika mit denselben Grünen und FDPlern, aber dazu noch Kanzler Laschet und fünf C-Minister der Kategorie Masken-Raffke.

2.)

Groko mit Kanzler Scholz, aber sogar sechs bis sieben Scheuer-Spahn-Klöckners.

3.)

Neuwahl. Aber das ist einerseits extrem unwahrscheinlich, weil die quasi-regierungslose Zeit jetzt schon unerträglich lange ist. Andererseits würde der Urnenpöbel in seiner sagenhaften Verblödung die FDP nach allen gegenwärtigen Umfragen sogar noch stärker machen.

Uns blüht also nichts Gutes. Sowohl Baerbock, als auch Habeck sind so unzufrieden, daß sie beide schon damit drohten, die Verhandlungen ganz platzen zu lassen.

[…..] Wir hatten die Nase auch mal richtig voll! [….]

(Annalena Baerbock, 20.11.2021)

Abgesehen von Schnatterinchens gruseliger kindlicher Wortwahl, scheinen aber alle Ampelaner immerhin in einem Punkt übereinzustimmen.

Nachdem nun schon zwei Dutzend Landkreise mit einer vierstelligen Inzidenz auffallen und die Lage in den Freistaaten vollständig außer Kontrolle gerät, weil es keine handlungsfähige Regierung gibt, fällt die Option „längere Ampelverhandlungen“ weg.

Bei mehreren hundert Toten pro Tag, kollabierenden Krankenhäusern, dramatischen Not-Lockdowns und einem ganz offensichtlich wahnsinnigen amtierenden Gesundheitsminister – Spahn hält gegenwärtig die BioNTech-Impfstoff künstlich zurück – muss die Scholz-Regierung so schnell wie nur irgend möglich antreten.

Nachverhandeln und abwarten sind in dieser katastrophalen Lage so unverantwortlich, daß sich alle drei Ampelparteien damit total disqualifizieren würden.  Es muss also schnell gehen und es muss mit diesen an der rechtspopulistischen Schwurbellinie agierenden regierungsunfähigen FDPlern gehen.

Allerdings ist Scholz noch keineswegs gewählt und wurde vom Souverän dazu verdammt, mit der FDP eine de facto regierungsunfähige Partei ins Boot zu holen, die nicht nur abstrusen Voodoo-Ökonomie-Ansichten anhängt, sondern auch bezüglich der Pandemiebekämpfung hanebüchenen Unsinn schwurbelt.

[…..] „Der Begriff Lockdown macht vielen Menschen Angst“ – @MarcoBuschmann (FDP) spricht sich gegen die Maßnahmen erster Bundesländer aus, die jetzt einen „Lockdown light“ für Ungeimpfte gegen die vierte Welle einführen.   [….]

(MM, 03.11.2021)

[…] Wir haben Maßnahmen wie Lockdowns, pauschale Schul- und Betriebsschließungen oder Ausgangssperren aus dem Gesetz gestrichen. Diese können nicht mehr angewendet werden. TB [….]

(@MarcoBuschmann, 17.11.2021)

[….] „Die FDP läuft rum und verkauft es als Freiheit, dass man den Leuten möglichst viele Möglichkeiten gibt, sich anzustecken“, kritisierte [Weltärztepräsident Frank Ulrich] Montgomery die Liberalen scharf. „Für mich ist das ein völlig falscher Freiheitsbegriff. Das ist die Freiheit zum Krankwerden und zum Sterben. Aber nicht die Freiheit zum Leben, die wir eigentlich doch wollen.“ [….]

(RND, 12.11.2021) (….)

(Corona-Parteipolitik, 19.11.2021)

Besonders der stellvertretende FDP-Vorsitzende und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki hat ganz offensichtlich vollkommen seinen Verstand verloren.

(….) Ebenso hanebüchen argumentiert der FDP-Vizebundestagspräsident Kubicki angesichts 1000er-Inzidenzen in mehreren Landkreisen, eines Covid-Toten jede fünf Minuten in Deutschland, hoffnungslos überlasteten Pflegepersonals und Triage auf den Intensivstationen.

[….] SPIEGEL: Herr Kubicki, die Zahl der Coronainfektionen und Todesfälle steigt rapide. [….] Wie kann man angesichts der Zahlen zu dem Schluss kommen, es gebe keine epidemische Notlage von nationaler Tragweite mehr?

Kubicki: [….] die sogenannte epidemische Notlage von nationaler Tragweite ist ein Rechtskonstrukt, das die vorige Bundesregierung dazu benutzt hat, um Bund und Länder zu sehr weitreichenden Verordnungen zu ermächtigen. [….]

SPIEGEL: Ihre Partei hat schon im Sommer 2020 dafür plädiert, die epidemische Notlage aufzuheben. Hat sich die FDP in dieser Frage ideologisch verrannt und nimmt sich in einer künftigen Regierung die Flexibilität, auf die Coronalage angemessen zu reagieren?

Kubicki: Die Frage verstehe ich nicht. [….]

SPIEGEL: Eine allgemeine Impfpflicht schließen Sie aus, eine Impfpflicht für Bedienstete im Gesundheit- und Pflegebereich ebenfalls. [….]

Kubicki: Es bringt nichts, Druck auf Ungeimpfte auszuüben. [….]

SPIEGEL: Was spricht dagegen, Ungeimpfte auszuschließen, das könnte Menschen dazu bringen, doch noch über eine Impfung nachzudenken?

Kubicki: [….] Wenn auch von Geimpften ein Infektionsrisiko ausgeht, dürfen Sie Ungeimpfte nicht schlechter stellen. [….][….]

SPIEGEL: Warum sind Sie eigentlich gegen die Maskenpflicht an Schulen?

Kubicki: Weil dort ohnehin schon regelmäßig getestet wird. [….]

(SPON, 13.11.2021)

Offensichtlich ist von den drei Ampelparteien nur die SPD wirklich regierungsfähig. Die Grünen haben Potenzial, die FDP ist wie schon 2009-2013 ein hoffnungsloser Fall. Sie besteht ausschließlich aus inkompetenten Lobbyisten der Superreichen. (….)

(Das Elend der nächsten Regierung, 13.11.2021)

Kubicki ist aber nicht nur frappierend schlecht informiert und/oder lügt wie gedruckt, sondern er ist auch offensichtlich von niemanden einzunorden und beschädigt die künftige Regierung jeden Tag mehr.

Heute leistete er sich zwei weitere Klopfer, die jeder für sich ausreichen sollten, ihn für immer aus der Politik zu verabschieden.

Söders schärferen Pandemiekurs, der gestern viel, viel, viel, viel zu spät, aber wenigstens überhaupt kam, attackierte der Kieler Seuchenfreund wie folgt.

[….]  Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki hat das Corona-Management in Teilen Süddeutschlands und insbesondere Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) scharf kritisiert. Söder stelle eigene Karriereambitionen vor den Schutz der Bevölkerung, sagte Kubicki am Sonntag auf einem FDP-Landesparteitag im schleswig-holsteinischen Neumünster. „Das ist charakterlos und menschlich erbärmlich.” [….]

(MoPo, 21.11.2021)

Vollkommen irre, wahrlich „charakterlos und menschlich erbärmlich” bepöbelte der Bundestagsvizepräsident den Weltärztepräsidenten Frank-Ulrich Montgomery, der vor zwei Wochen den wahren Satz von der „Tyrannei der Ungeimpften“ sprach.

[….] Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki hat den Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, scharf angegriffen. Kubicki bezeichnete Montgomery auf einem FDP-Landesparteitag im schleswig-holsteinischen Neumünster wegen dessen Kritik am Verhalten der FDP in der Corona-Pandemie als „Saddam Hussein der Ärzteschaft“. [….]

(Tagesspiegel, 21.11.2021)

Wenn die Männer in den Weißen Kitteln den frei drehenden Bundestagsvize nicht bald abholen, bleibt Olaf Scholz in dieser Lage nur eins übrig: Er muss den Merkelschen Elendsweg von 2009 bis 2013 wiederholen; die FDP in der Regierung mitschleppen und abwarten, wie sich diese irrationalen Wahnsinnigen im Scheinwerferlicht der Hauptstadtpresse in der Regierung so dermaßen blamieren, daß sie bei der Bundestagswahl 2025 erneut unter die 5%-Hürde rutschen, so daß die darauf folgende Regierung ohne die gelben Spinner gebildet werden kann.

Samstag, 20. November 2021

Avifauna im Notwehrmodus

Die destruktivste Tierart aller Zeiten, der Homo Sapiens, leistet ganze Arbeit dabei, als Teil der Fauna den Rest der Fauna, aber natürlich auch die Flora auszurotten.

In den letzten Jahren starben so unterschiedliche Tierarten wie der der prächtige Giftfrosch, der Baiji-Delfin, die Pinta-Riesenschildkröte, das Westliche Spitzmaulnashorn, der Delacour-Zwergtaucher, der Pyrenäen-Steinbock oder der asiatische Gepard aus.

 [….] Das Artensterben sei neben der Klimakrise die größte Bedrohung weltweit, erklärte der WWF Deutschland. Eine Million Arten könnte demnach in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Der WWF warnt vor dem größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier-Zeit. Das Artensterben sei neben der Klimakrise die größte Bedrohung weltweit, erklärte der WWF Deutschland am Montag zum Tag des Artenschutzes am 3. März. Rund eine Million Arten könnten in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Das zeigten auch die Zahlen der sogenannten Roten Liste: Von mehr als 112.000 untersuchten Arten würden mehr als 30.000 als gefährdet geführt. Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) verschwinden pro Tag etwa 150 Arten für immer vom Planeten. Das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten schreite fast 1.000 mal schneller voran als die Entstehung neuer Arten, sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger.  [….]

(FAZ, 02.03.2021)

Warnungen vom WWF und anderen Schutzorganisationen verhallen weitgehend ungehört. Nur weil Homo Demens jeden Tag 150 Arten ausrottet, ändert er doch nicht sein Konsumverhalten, verzichtet auf einen SUV oder seinen Mallorca-Trip. Die ganze Idiotie des Menschen zeigt sich darin, daß er einerseits aus Geiz und Gier entsetzliches Elend über Abermillionen Tiere der Lebensmittelindustrie bringt, weil er ständig billigstes Fleisch fressen will und nicht bereit ist auch nur wenige Cents mehr zu zahlen, um beispielsweise zu verhindern, daß 50 Millionen Küken in Deutschland jedes Jahr lebend geschreddert werden.

Andererseits betreibt er aber einen aberwitzigen Aufwand, wenn ein einzelnes Kätzchen sich auf einen Baum verirrt und gibt über fünf Milliarden Euro jährlich allein für Hunde- und Katzenfutter aus.

Ich behaupte, ein Vegetarier, der sich kein Haustier hält und die durchschnittlichen Futterausgaben von rund 40 Euro jährlich, einer Artenschutzorganisation spendet, die beispielsweise Regenwaldflächen aufkauft, um sie vor der Rodung zu bewahren, ist ein viel größerer Tierfreund als der Hundehalter.

Für 99,9% der Tier- und Pflanzenarten, die wegen uns Menschen jedes Jahr aussterben, interessieren wir uns nicht die Bohne. Einige wenige haben aber das Glück in der eindimensional menschlichen Perspektive als besonders schützenswert erachtet zu werden. Das betrifft zum Beispiel die noch in den 1980er und 1990ern im großen Stil todgeknüppelten weißen Robbenbabys, weil sie mit ihren schwarzen Knopfaugen und dem runden Gesicht perfekt unser Kindchenschema erfüllen.

In unseren Augen häßliche Tiere sind uns egal.

(….) Als in den 1980er Jahren weltweit die Empörung über das Totprügeln (das Fell sollte keine Einschusslöcher haben) von Robbenbabys hochkochte, konnte diese Form der Robbenjagd deswegen gestoppt werden, weil die niedlichen runden Babys mit dem weißen Fell und den Knopfaugen über das perfekte Kindchenschema verfügten. Vorher-Nachher-Bilder mit den blutigen abgezogenen Robbenkörpern waren ein so krasser Gegensatz, daß kaum ein Auge trocken blieb.

Gleichzeitig wurden viel mehr Haie brutal abschlachtet – 100 Millionen Exemplaren jährlich werden bei lebendigen Leib die Flossen abgeschnitten, um sie dann immer noch lebendig zum elenden Verrecken zurück in den Ozean zu werfen. Haifleisch schmeckt nicht besonders gut. Im Gegensatz zu Robben verfügen sie auch nicht über kuscheliges Fell. Haie haben ein Mundwinkelproblem. Die Mundwinkel sind nach unten gerichtet, so daß sie für den Homo Sapiens grimmig aussehen, während Delphine mit ihren nach oben gebogenen Mundwinkeln immer zu lächeln scheinen und uns gleich sympathisch sind.

Dabei sind Delphine als Warmblüter gefährlichere Jäger als Haie, sie verbrauchen wesentlich mehr Nahrung pro Kg Eigengewicht. Thunfische, höchst beeindruckende Jäger haben sogar eine noch viel schlechtere PR-Abteilung. Niemand stört es, wenn sie in riesigen Netzen umkommen, obwohl sie in vielen Meeren bereits vom Aussterben bedroht sind. Aber wehe, es befindet sich ein Delphin als „Beifang“ unter ihnen. Da drehen die Tierschützer durch. (….)

(Viecher und Ideologie, 04.01.2017)

Glück im Unglück haben auch sehr große Greifvögel, weil sie in der Mythologie fast aller Kulturen eine große Rolle spielen. Sie werden als majestätisch empfunden und daher von jedem dritten Staat als Wappenvogel verwendet. Wir rotten sie natürlich trotzdem durch die Zerstörung ihres Lebensraums oder die Vergiftung ihrer Nahrung aus, aber kurz bevor es sie gar nicht mehr gibt, tut es uns ganz furchtbar Leid. Dann lassen wir uns Arterhaltungsprogramme einiges kosten.

Andenkondor (Vultur gryphus) und Kalifornischer Kondor (Gymnogyps californianus) sind die beiden größten Vogelarten der beiden Amerikas und werden von den Einwohnern sehr verehrt.

Der kalifornische Kondor hat eine Flügelspannweite bis zu drei Metern, wiegt bis zu 14 Kilo; der nicht verwandte Andenkondor ist sogar noch etwas schwerer. Einst in ganz Südamerika verehrt, mussten nur die Christen in Form der Conquistadores kommen, die ihn intensiv bejagten und nah an die Ausrottung brachten.

In den USA war es vor allem die durch DDT und Blei vergiftete Nahrung, die den schwarzen Riesenvogel um ein Haar von der Erde tilgte. In den 1980ern und 1990ern gab es keine frei fliegenden Exemplare mehr.

[….] Though no definitive causes of the condors’ decline during the early 1900s have been established, it was likely the result of high mortality rates due to direct persecution, collection of specimens, and secondary poisoning from varmint control efforts and 1,1,1-trichloro-2,2-bis(p-chloro-phenylethane (DDT) (Snyder and Snyder 2005, D’Elia 2013).  Lead poisoning may have been a contributing factor, but was not recognized as such until after 1980.  Speculation that human nest disturbance and food scarcity were factors in the decline has been largely discounted (Snyder and Snyder 2005).  Active conservation efforts began in the 1930s, largely focused on habitat preservation.  Despite these efforts, the wild population of the California condor continued to decline.  A captive breeding program began in 1982 using eggs and chicks removed from the wild and a single captured adult condor, leaving an estimated 21 individuals in the wild.  No additional juvenile or adult condors were captured until 1986.  In the winter of 1984–1985, a population crash claimed six condors (40 percent of the wild population at that time), leaving only a single breeding pair in the wild (Snyder and Snyder 2000).  During 1986 and early 1987, after much controversy, all nine remaining adult and juvenile wild birds were captured in order to ensure their safety and preserve the species’ genetic diversity.  Along with the 13 wild eggs and four chicks from wild nests captured previously, plus Topa Topa (a California condor removed from the wild as a fledgling in 1967), a captive breeding stock consisting of 27 birds became the nucleus of the captive breeding program. California condors were absent from the wild until 1992 when the first eight captive-reared birds were released in southern California.  The reintroduction of birds continued in Arizona in 1996, central coastal California in 1997, northern Baja California, Mexico, in 2002, and Pinnacles National Monument, California, in 2003.  At the end of December 2012, there were 404 condors in the world; 235 of these were free-flying wild birds distributed among the five release sites.  The remaining 169 birds are used for captive breeding, inappropriate for release, or undergoing medical treatment. [….]

(U.S. Fish and Wildlife Service Pacific Southwest Region, June 2013)

Heute leben ganze 518 Tiere, davon 337 frei. Sie werden aufwändig überwacht und geschützt. Aus Federn, Kot und Eierschalen nehmen die Orinthologen Proben, um ein Genprofil jedes Individuums zu erhalten.

Dabei stellten sie Erstaunliches fest. Zur Not kann Frau Kondorin auch ohne Herrn Kondor einen kleinen Kondor bekommen.

[….] Er gilt als der teuerste Vogel der Welt: Dutzende Millionen Dollar haben die südwestlichen US-Bundesstaaten seit den 1980er-Jahren ausgegeben, um den Kalifornischen Kondor zu retten. [….] Am Himmel über Kalifornien und einigen Nachbarstaaten kreisen 30 Jahre nach ihrer Fast-Ausrottung wieder rund 500 Kondore aus einem Nachzuchtprogramm. Das teure und ausgeklügelte Unternehmen hat aber nicht nur eine seit Jahrtausenden auch von indigenen Völkern verehrte Vogelart zurück an den Himmel über Kalifornien gebracht: Es sorgt derzeit auch unter Wissenschaftlern für Furore. Denn die im Rahmen des Nachzuchtprogramms seit fast 35 Jahren laufenden genetischen Analysen praktisch aller in diesem Zeitraum lebenden Kondore verhalfen den Geierschützern der San Diego Zoo Wildlife Alliance zu einer Entdeckung, die nicht nur ihnen eine "Gänsehaut über den Körper" laufen ließ, wie sich Oliver Ryder erinnert. Der Leiter des auch in den USA noch recht jungen Bereichs der Naturschutzgenetik am Zoo von San Diego und seine Kollegen entdeckten, dass gleich zwei der Kondor-Küken aus dem Nachzuchtprogramm biologisch vaterlos zur Welt gekommen sind - per Parthenogenese oder "Jungferngeburt".[….]  Bei den Analysen der Proben zweier Küken zeigten sich aber sehr ungewöhnliche Ergebnisse, wie Ryder berichtet. "Keines der beiden Küken wies irgendeinen genetischen Beitrag eines männlichen Vogels auf, sie waren biologisch vaterlos", erzählt er. Das Erbgut beider Vögel, die in unterschiedlichen Jahren von verschiedenen Müttern gezeugt worden waren, war homozygot, also genetisch uniform, beide besaßen männliche Geschlechtschromosomen, aber alle Marker wurden nur von ihren Müttern vererbt. Der Gänsehaut-Moment kam, als Ryder diese Details zusammenzählte, die nur einen Schluss zuließen: "Sie waren eindeutig Parthenoten." Als Parthenoten werden Nachkommen bezeichnet, die natürlicherweise aus einer eingeschlechtlichen Fortpflanzung entstehen, bei der sich ein Embryo, der nicht von einem Spermium befruchtet wurde, weiterentwickelt und nur das genetische Material der Mutter enthält. [….] Noch spannender ist die Tatsache, dass die Mütter beider Vögel langjährige Partnerschaften mit Kondormännchen in ihren Zuchtkäfigen unterhielten und auf diese Weise auch zahlreiche Nachkommen auf sexuelle Weise zeugten. [….] Auch wenn die Kondorweibchen in San Diego nicht unbedingt auf die eingeschlechtliche Fortpflanzung angewiesen waren, so gehören sie doch zu den seltensten Vögeln der Erde. Wirkt hier vielleicht schon eine evolutionäre Überlebensstrategie? [….]

(Thomas Krumenacker, 17.11.2021)

Daß diese Parthenoten existieren und selbst keineswegs unfruchtbar sind, überrascht uns so sehr, weil noch nie eine ganze Art genetisch derart untersucht wurde.
Menschen sind offensichtlich immer noch zu primitiv, um nicht immer von sich auf andere zu schließen.

Wer weiß, wie viele Tierdamen es noch gibt, die im Zweifelsfall auch ohne den nervigen Gatten Kinder bekommen?

Freitag, 19. November 2021

Corona-Parteipolitik

Es ist verdammt schwer, den Nachrichten zu folgen, ohne wie zum Beispiel Samira El Ouassil, eine meiner Lieblings Spiegel-Kolumnistinnen, Schreikrämpfe zu bekommen.

Seit Monaten prophezeien Virologen, Mathematiker, Ärztevertreter unisono, was für ein Desaster wir im Winter erleben werden, wenn die Impfquote nicht drastisch erhöht wird, aber sie werden kollektiv von der politischen Klasse ignoriert. Nachdem nun exakt das eintritt, was alle vorausgesagt haben, erklären die Regierenden; damit habe nun wirklich niemand rechnen können.

  [….] Reihenweise geben sich Politiker jetzt »überrascht von der Dynamik« der Coronazahlen. Wie kann das sein? [….] Das RKI lag bei dem nun eingetretenen, mit der aktuellen, niedrigen Impfquote berechneten Szenario etwa ein bis zwei Wochen daneben, die gegenwärtige Kurve wurde jedoch exakt vorgezeichnet. Die echte oder gekonnt gespielte Überraschtheit auf politischer Ebene ist dementsprechend von fast imponierender Dreistigkeit, »überrascht von der Dynamik« wurde hierbei zu meiner persönlichen Hassformulierung, die von verschiedenen Akteuren nahezu wortgleich übernommen wurde.  Wie kann man bei berechneten Kurven von einer »Dynamik« »überrascht« werden? Der Witz an einer exponentiellen Kurve zum Beispiel ist, dass sie an jeder Stelle exponentiell ist und nicht erst »plötzlich« ganz am Ende. Es gibt wenig Vohersagbareres als exponentielle Kurven (klar: das Amen in der Kirche). Dementsprechend ist es auch eine semantische Albernheit, von explodierenden Zahlen zu sprechen, als seien die Ziffern aus dem Hinterhalt geworfene Blendgranaten. Und rein praktisch: Wie kann man bei exakt derselben Anordnung wie im vorherigen Jahr, bei einer saisonalen Wiederholung mit loseren Kontrollumständen, von einer »Wucht« »überrascht« werden? Auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek performt ohne Not die Überraschtheit einer Person, die in den Wald läuft und dort aufgrund der unerwartet vielen Bäume überfordert ist: »Ich glaube, dass wir eine Dynamik momentan erleben, die wirklich nicht vorhersehbar war.« [….] 14. November 2021. Katrin Göring-Eckardt twittert: »Es bleibt tragisch, dass so wenig vorbereitet war für diese Situation.« Eine Kolumnistin in München wirft ihren Laptop schreiend aus dem Fenster. [….]

(Samita El Ouassil, 18.11.2021)

Ich gebe zu, von dem Ausmaß des Versagens der künftigen Regierung überrascht zu sein. Ich hatte mehr Rationalität und Durchsetzungsvermögen von Olaf Scholz erwartet.

Allerdings ist er noch keineswegs gewählt und wurde vom Souverän dazu verdammt, mit der FDP eine de facto regierungsunfähige Partei ins Boot zu holen, die nicht nur abstrusen Voodoo-Ökonomie-Ansichten anhängt, sondern auch bezüglich der Pandemiebekämpfung hanebüchenen Unsinn schwurbelt.

[…..] „Der Begriff Lockdown macht vielen Menschen Angst“ – @MarcoBuschmann (FDP) spricht sich gegen die Maßnahmen erster Bundesländer aus, die jetzt einen „Lockdown light“ für Ungeimpfte gegen die vierte Welle einführen.   [….]

(MM, 03.11.2021)

[…] Wir haben Maßnahmen wie Lockdowns, pauschale Schul- und Betriebsschließungen oder Ausgangssperren aus dem Gesetz gestrichen. Diese können nicht mehr angewendet werden. TB [….]

(@MarcoBuschmann, 17.11.2021)

[….] „Die FDP läuft rum und verkauft es als Freiheit, dass man den Leuten möglichst viele Möglichkeiten gibt, sich anzustecken“, kritisierte [Weltärztepräsident Frank Ulrich] Montgomery die Liberalen scharf. „Für mich ist das ein völlig falscher Freiheitsbegriff. Das ist die Freiheit zum Krankwerden und zum Sterben. Aber nicht die Freiheit zum Leben, die wir eigentlich doch wollen.“ [….]

(RND, 12.11.2021)

Wenn Olaf Scholz der irrlichternden FDP zu sehr in die Parade fährt, bevor der Koalitionsvertrag geschrieben ist, könnte die Ampel platzen; zumal die Grünen sich kaum durchsetzen können und Habeck sogar schon öffentlich mit dem Abbruch der Verhandlungen drohte. Damit könnte es zu Jamaika und einem Bundeskanzler Laschet kommen. Das hätte insbesondere für die Grünen den Reiz, daß die am Boden liegende CDUCSU nahezu jedes Zugeständnis machen würde.

Dagegen spricht aber die Bundestagsdebatte dieser Woche, die einerseits ein neuer Tiefpunkt der Corona-Politik war, aber andererseits auch von heftigen Beschimpfungen zwischen FDP und Grünen auf der einen, und CDUCSU auf der anderen Seite, geprägt war. Es herrschte so böses Blut, daß man sich kaum vorstellen kann, wie jetzt noch jamaikanisiert werden könnte.

[….] Die Corona-Lage ist frustrierend, gleich in doppelter Hinsicht. Da sind zum einen die desaströsen Infektionszahlen, die keinen Zweifel daran lassen, dass sich die Lage in den Krankenhäusern in den kommenden Wochen noch verschlimmern wird. Und da ist, zweitens, die Bundestagsdebatte am Donnerstag, die zweifeln lässt, ob der Ernst der Lage wirklich von allen verstanden wurde. Wer die Diskussion der Parteien zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes verfolgte, erlebte ein banales politisches Hickhack: Parteien, die sich gegenseitig die Schuld zuschieben wollten, nichtssagende Floskeln. Argumentationsmuster: Wir sind die Guten, ihr seid die Bösen, danke, Applaus. Dieses politische Blabla-Ritual ist schon in normalen Zeiten ermüdend, nun aber ist es eine Frechheit. [….]

(Angelika Slavik, 19.11.2021)

Demnach spricht also alles für einen zukünftigen Bundeskanzler Olaf Scholz, der leider mit mauligen Grünen startet, die ihm Schwierigkeiten machen werden, weil sie so schlecht verhandelt haben und dementsprechend unter Druck stehen, sich in der Regierung zu profilieren.

Andererseits bekommt er es mit drastischen Corona-Peeks zu tun, die er nicht richtig bekämpfen kann, weil ihm Lindners Schwurbler die entsprechenden Instrumente schon vorher aus der Hand schlugen und dann auch noch jede vernünftige Finanz- und Wirtschaftspolitik verhindern möchten.  Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Olaf Scholz also im Jahr 2022 in sehr schweres Fahrwasser kommen.

Als Oppositionsführer wird es wohl Friedrich Merz sein, der ihm mit maximalem Speichelfluss, laut kläffend in die Waden beißt. Geht es nach dem SPIEGEL-Redakteur Veit Medick, könnte Merz der perfekte Mann für diese Situation und für die CDU sein.

  [….]  Analysiert man die Lage der CDU nüchtern und lässt bestimmte Klischees außen vor, spricht manches dafür, dass Merz nicht der falsche, sondern vielmehr der richtige Mann sein könnte, um die Partei in der Krise zu übernehmen und womöglich sogar wiederzubeleben. Dafür gibt es zunächst naheliegende Gründe, sein Hintergrund und sein politischer Stil zählen dazu. Merz, 66, war schon einmal Oppositionspolitiker. Er sucht Bühnen, kann reden, und, ja: Er polarisiert, mitunter auch hart am Rande der Seriosität. Gerade deshalb ist Merz einer der ganz wenigen in der Union mit einer Breitenwirkung, die der CDU garantieren dürfte, in den kommenden Jahren erkennbar zu bleiben. Dies ist jenseits der Regierung keine Selbstverständlichkeit, aber in einer Mediendemokratie eben eine notwendige Bedingung, um politisch zu überleben. Wenn Merz auf einen Kanzler Olaf Scholz antwortet, dürfte das jedenfalls mehr Menschen erreichen, als wenn – sagen wir – Helge Braun das tut, von dem viele Deutsche nicht einmal wissen dürften, dass er Politiker ist, geschweige denn, dass er als Kanzleramtschef arbeitet. [….]

(Veit Medick, DER SPIEGEL No 46/2021, 12.11.2021)

Na wenn sich Medick da nicht irrt.

Merz polarisiert zwar wirklich und generiert mehr Aufmerksamkeit als Laschet oder Braun. Aber sein von seiner absurd übertriebenen Selbstbegeisterung angetriebenes forsches Vorpreschen, lässt seine Fans immer wieder vergessen, daß er nicht nur charakterlich verdorben ist, sondern auch intellektuell schwer angeschlagen ist. Immer wieder platzen abstruse rückwärtsgewandte Altmänner-Vorurteile über Frauen oder Schwule aus ihm heraus. Zudem ist Merz moralisch als Politiker ungeeignet, weil er so viel lügt.

[….] Der ruchlose Herr Merz

Friedrich Merz verzerrt grüne Forderungen und verbreitet Lügen über die Partei. [….]

(Ulrich Schulte, taz, 08.08.2021)

Der Private Equity-Lobbyist ist bekannt für seine diametral falschen ökonomischen Prognosen und fällt in Talkshows mit sagenhaftem Nicht-Wissen auf.

(….)  In Wahrheit ist der Jurist ökonomisch so ahnungslos, daß er von richtigen Experten kontinuierlich ausgelacht wird. Grüne, Linke und Sozis führen ihn immer wieder in Talkshows vor, wenn er etwas besonders Idiotisches von sich gibt und seine eklatanten ökonomischen Wissenslücken offenbart.

 […] Doch dann rauscht ein Shitstorm durchs Netz. Wirtschaftspolitiker, Ökonomen und Vertreter des Wahlvolkes sind entsetzt von mangelndem Sachverstand oder einfach empört. Er biete Merz "ein kurzes Briefing in Sachen Geldsystem und Staatsfinanzen" an, "sollte nicht länger als ein Jahr dauern, bis wir Sie so fit haben, dass Sie wieder mitreden können", twittert der Ökonom Maurice Höfgen, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag arbeitet. "Ist schon fast lustig, dass der 'Wirtschaftsexperte Merz' keine Ahnung von wirklich grundlegender Ökonomie zu haben scheint", ein anderer. "Die alte Nummer, den Menschen große Angst vor angeblichen Schulden machen", ärgert sich ein Nutzer.  "Ohgottohgott, dieser Mann tritt in meinem Wahlkreis an. @FriedrichMerz, kommen Sie doch mal rüber in die Altstadt, ich leih' Ihnen meinen Bofinger", bietet jemand an. Auf die "Grundzüge der Volkswirtschaftslehre" von Peter Bofinger verweist auch der Linken-Fraktionsvize Fabio De Masi, er twittert ein Bild des Lehrbuchs. "Ist das die neue Wirtschaftskompetenz?", fragt er. Und, an Merz gerichtet: "Wissen Sie eigentlich, was eine Liquiditätsfalle ist? Sie scheinen da was verwechselt zu haben." - "Oh Lord Keynes!" […..]

(SZ, 26.04.2021)

Die einstigen Wirtschaftsparteien der Union, die so tief gesunken sind, daß sie einen lügenden Blender (Guttenberg), einen hoffnungslos Überforderten, der wegen Lustlosigkeit zurücktrat (Glos) und nun sogar Altmaier zum Wirtschaftsminister machten, sind ökonomisch so verblödet, daß sie noch nicht mal mehr merken wie hanebüchen ihre Aussagen sind und sich selbst für brillant halten. Der klassische Dunning-Kruger-Effekt.

[…..] Genüsslich schiebt die Süddeutsche noch nach, dass Merz schon öfter mit wirtschaftswissenschaftlich zweifelhaften Ratschlägen aufgefallen sei, vor einem Jahr z.B. mit dem Hinweis, man dürfe Fleisch nicht zu teuer machen, weil Lebensmittel eine geringe Preiselastizität haben. Da hätte er nun wirklich einmal überlegen sollen, was er sagt. Wirtschaftspolitiker/innen, die keine Ahnung haben, aber glauben, sie zu haben, haben möglicherweise noch etwas anderes: ein erhöhtes Risiko, dem Dunning-Kruger-Effekt zum Opfer zu fallen. Die anderen lassen sich vielleicht doch eher von Expert/innen beraten. [….]

(Science Blog, 27.04.2021)

(Unternehmerisches Versagen, 09.10.2021)

Merz ist das Idol der Parteijugend; Kuban und Amthor liegen ihm zu Füßen. Aber er ist eben nicht nur ein parteipolitischer Serienverlierer, sondern auch etwas doof.

Wenn der Flugzeug-Besitzer etwas prognostiziert, kann man schon mal sicher sein, daß es sicher nicht so kommt.

[….] „#Corona darf nicht mehr unser ganzes Leben diktieren. Ein sehr großer Teil der Bevölkerung ist geimpft, #Inzidenz und Hospitalisierung liegen deutlich unter den Horror-Szenarien von z.B. Herrn #Lauterbach. Wir müssen so schnell wie möglich zum normalen Leben zurückkehren.“ [….]

(Friedrich Merz, 24.10.2021)

[….] Ich wusste, dass @_FriedrichMerz  hier falsch liegen würde. Aber mir wäre es auch hier lieber gewesen, wenn ich mich geirrt hätte und es würden jetzt weniger Menschen sterben. […..]

(Karl Lauterbach, 17.11.2021)

Ja, Olaf Scholz wird es schwer haben.

Aber ob ausgerechnet Friedrich Merz intellektuell in der Lage sein wird, ihn parteitaktisch auszumanövrieren, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Donnerstag, 18. November 2021

Söder im Pech

Mit einer wirklich frommen Person über Gott zu diskutieren, ist sinnlos. Je schlichter sie gebildet ist, desto sinnloser. Wer glückselig davon spricht, Jesus in sich zu spüren, wird dieses Gefühl nicht durch rationale atheistische Argumente abstellen.

Es ist so ähnlich wie mit Impfgegnern. Ihnen kann man Stunden, Tage, Wochen detailliert erklären weswegen sie falsch liegen, ohne auf einen Funken Einsicht zu stoßen.

Ergiebiger ist es, sich mit Theologen, Menschen in kirchlichen Funktionen oder gar Geistlichen zu streiten. Ihnen kann man die Amoralität der christlichen Lehre, die Grausamkeiten, die Blutigkeit, die Verbrechen, die Historie, die Widersprüche, die Lügen ihres Vereins vorwerfen. Oder man kann sie in die grundsätzlichen Theodizee-Fragen treiben – wieso ließ Gott den Holocaust zu?

Die dritte Streitlinie mit Profi-Gläubigen bildet ihre Geldgierigkeit, also die mannigfachen aberwitzigen Verstrickungen von Kirche und Staat, die einen steten Milliardenfluss aus dem allgemeinen Steuertopf in die Kirchenkassen bewirken.

Es ist aber eine dritte Gruppe, die mich am meisten ärgert. Das sind die indolenten, desinteressierten, Schwach- oder Ungläubigen, die zwar keinen spirituellen Zugang zur Religion haben, aber dennoch hartnäckig der Ansicht sind, Kirchen wären etwas Gutes, täten so viel Gutes. Das Extrembeispiel für diesen Typ Religiot ist Annalena Baerbock, die offen erklärt, selbst nicht an Gott zu glauben, aber so begeistert von den Taten der Organisation Kirche zu sein, daß sie deswegen ganz bewußt zahlendes Kirchenmitglied sei.

Das ist äußerst unangenehm, weil sie a) keine metaphysischen Anwandlungen als Entschuldigung dafür hat, den hunderttausenden Opfern brutaler kirchlicher Gewalttaten in den Rücken zu fallen und sie b) auch noch grotesk schlecht informiert ist, wenn sie nicht weiß, daß die vielen angeblichen sozialen Wohltaten der Kirchen, eben gerade nicht aus der Kirchensteuer finanziert werden, sondern vom Staat. Von Muslimen, Hindus und Atheisten wie mir.

Die Gleichgültigen, die ungläubigen Kirchenfreunde und sonstigen religionspolitischen Tagträumer, haben leider keine Ahnung, wie die beiden großen Krakenkirchen den Staat aussaugen. Wir, der säkulare Staat, zahlen die Bischofsgehälter, die Pensionen der Kardinäle, die Theologenausbildung, die Kircheninstandsetzungen. Wir unterhalten zu mehr als 95% Kitas, Heime, Schulen und Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft. Kirchen beharren auf absurdeste Privilegien, so daß auch in vollständig ungläubigen Gegenden niemand an einem Karfreitag tanzen darf. Sie unterhalten Verbindungsbüros in Landtagen und Bundestag, haben exklusiven Zugang zur Gesetzgebung. Kirchliche Vertreter werden ohne jegliche Eignung in Ethikkommissionen und Rundfunkräte geschickt, mit den absurden Folgen, daß jemand wie Kardinal Marx um Expertise zum Atomausstieg gefragt wird.

Unglaublich aber wahr, Bundeskanzlerin Merkel berief Marx 2011 in die Ethikkommission „Sichere Energieversorgung.“ Hatten denn Lothar Matthäus oder der Wendler keine Zeit, um die Energiewende zu planen? Aber auf diese Weise bilden die Regierenden und die Kirchenfürsten ein Amalgam aus gegenseitigen Gefälligkeiten und Abhängigkeiten.

Was ein katholischer Top-Prälat, dessen Lehre noch nicht mal Frauen als vollwertige Menschen ansieht, sie deswegen als zu unwürdig für geistige Jobs erachtet, der für die systematische Vertuschung von sexuellem Kindesmissbrauch und Homophobie steht, überhaupt in einer ETHIK-Kommission zu suchen hat, weiß vermutlich wirklich nur der liebe Gott, der nicht existiert.

Markus Söder, der innerhalb von drei Monaten vom deutschen Hoffnungsträger, Primus der Beliebtheitsrankings, Kanzlerkandidaten des Herzens, Großmeister der Corona-Strategien und gefühltem Merkel-Nachfolger zum depressiven Provinzler ohne Fortüne und Corona-Großversager abstürzte, hält sich natürlich einen eigenen bayerischen Ethikrat.

Darin versammelte er CSU-freundliche Altvordere und ganz besondere Blitzbirnen, wie die erschreckend unterbelichtete Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler.

(….) Breit-Kessler ist aufgrund ihrer außerordentlichen religiotischen Qualitäten und reduzierten intellektuellen Möglichkeiten eine alte Blog-Bekannte.

In ihren Kolumnen verbreitet die 67-Jährige Oberbayerin hanebüchenen Unsinn, der einen staunend zurück lässt. Man kann ihr aber nicht wirklich böse sein, weil sie offensichtlich nicht klug ist. Ich lasse Milde walten, weil die arme Frau es offenbar wirklich nicht besser weiß. Religiotie befriedet die Gesellschaft, indem sie die Unterprivilegierten beruhigt, ihnen damit hilft sich mit Ungerechtigkeiten abzufinden. Je mehr Religioten, desto einfacher lassen sich rechtliche und soziale Unterschiede aufrechterhalten, Der Glaube hält die Armen dumm und still.

[….] Religiosität macht arme Menschen glücklicher.  In einer neuen Studie untersucht ein internationales Forschungsteam den Zusammenhang zwischen sozialer Klasse, psychischem Wohlbefinden und Religiosität. Das Ergebnis: Religiosität kann durch Armut verursachte psychische Belastungen abfedern oder gar wettmachen. Die Studie legt außerdem nahe, dass mit fortschreitender Säkularisierung ein niedriges Einkommen immer gravierendere Effekte auf das Wohlbefinden haben wird.  […..]

(Uni Mannheim, 23.09.2021)

Als atheistischer Sozialdemokrat und Staatsbürger möchte ich aber nicht, daß sich „die Unterschicht“ klaglos damit abfindet, wenn kontinuierlich von unten nach oben  umverteilt wird.  Ich plädiere für Fairness, sozialen Ausgleich und Chancen-Gleichheit.  Daher halte ich es für unproblematisch, wenn das schlichte Gemüt Breit-Keßler in TV-Zeitschriften ihren Unsinn verbreitet.

Markus Söder machte diese (mindestens) Partial-Debile aber zur Vorsitzenden des Bayerischen Ethikrates. (….)

(Spinner-Quote, 02.10.2021)

Tja, in so einer Pandemie kann etwas Ethik vermutlich nicht schaden, wenn man an führender Stelle politisch aktiv ist und leider zu doof ist, sich an Wissenschaft und Fakten zu halten.

[….] Der Bayerische Ethikrat berät Ministerpräsident Dr. Markus Söder und die gesamte Staatsregierung in den entscheidenden Zukunftsfragen unserer Gesellschaft. Das Gremium wurde vom Ministerrat am 1. Oktober 2020 eingesetzt und beschäftigt sich mit der gesamten Bandbreite ethischer Fragen. [….]

(Bayerische Staatskanzlei)

Zu den Mitgliedern gehören Prof. Dr. Reiner Anselm (Lehrstuhl für Systematische Theologie und Ethik an der LMU München), Susanne Breit-Keßler (Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates, ehemalige Regionalbischöfin), Prof. Johanna Haberer (Abteilung Christliche Publizistik an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Rabbiner Steven E. Langnas (Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik im Religionsunterricht der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München),  Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger (Bischofsvikar für Bioethik und Sozialpolitik, Dompropst am Bistum Augsburg), Prof. Dr. Armin Nassehi (extrem rechter Hardcore-Religiot) und Prof. Dr. Traugott Roser (Professor für Praktische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster).

Die Besetzung ist natürlich ein Skandal, der nur dadurch übertroffen wird, daß niemand daran Anstoß nimmt und kaum einer sie als Skandal empfindet.

Bei so viel Top-Frömmigkeit sollte Markus Söder, der Mann, der in allen bayerischen Amtsstuben einen Kruzifix-Zwang einführte, wohlgelitten sein. Aber, mit Armin Laschets Griff zur Kanzlerkandidatur, verließ Sudel-Markus offensichtlich endgültig das Glück. Seine Reputation ist dahin, sein Selbstbewusstsein angeknackt, in Berlin hat die CSU keinen Einfluß mehr und die Pandemie ist in Bayern außer Kontrolle.

Die Inzidenz in Bayern liegt heute, am 18.11.2021 bei unfassbaren 610 Neuninfektionen/100.000. Ein Wert, der nur noch von Sachsen überboten wird. Gleich sechs bayerische Landkreise bringen es gar auf vierstellige Werte.

Und als i-Tüpfelchen nun noch das: Der fromme Ethikrat fällt dem Chef-Bayern in den Rücken!

[….] Ethikrat wirft Söder schwere Versäumnisse vor

[….] Der bayerische Ethikrat hat die Corona-Politik der Staatsregierung scharf kritisiert. Vor ein paar Wochen habe man noch so getan, "als sei die Sache vorbei", sagte Armin Nassehi der Süddeutschen Zeitung. Der Münchner Soziologe ist stellvertretender Leiter des Gremiums, das die Regierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) berät. Nassehi warf der Staatsregierung vor, sie habe in den Sommermonaten nicht konsequent genug gehandelt. Durch die Trödelei sei man in eine Situation geraten, in der man womöglich einen Lockdown brauchen würde, den die Politik aber ausgeschlossen habe. Nassehi verwies auf eine Stellungnahme des Ethikrats vom 10. Juni an die Staatsregierung. Darin wird dringend zur Vorbereitung einer weiteren Impfwelle geraten, "weil ein Teil der Geimpften ihren Schutz womöglich zu der Jahreszeit verlieren wird, in der aus saisonalen Gründen die Wahrscheinlichkeit der Verbreitung des Virus wieder steigt". Hier stünden Entscheidungen unmittelbar bevor, die nicht erst in einigen Monaten getroffen werden könnten. Weiter heißt es in den Papier: "Ziel aller Planungen muss sein, im kommenden Herbst und Winter ohne radikale Kontaktbeschränkungen und ohne Lockdowns auszukommen. Das ist aber nur möglich, wenn nicht gewartet wird, bis sich radikale Maßnahmen überhaupt nicht mehr vermeiden lassen." In genau diese Lage könnte sich die Staatsregierung um Ministerpräsident Söder nun manövriert haben - trotz der frühzeitigen Warnungen aus dem eigenen Beraterkreis. [….]

(SZ, 18.11.2021)

Mittwoch, 17. November 2021

Keinen Bock mehr – Teil II

Während CDU (will im Bundesrat die Ampel-Corona-Pläne blockieren) und CSU (Söder attackiert Scholz) weiterhin Parteipolitik betreiben, kollabiert das Gesundheitssystem in den ersten Landkreisen.

[….] Wir haben es geschafft! Der erste Kreis in Deutschland hebt die weiße Fahne, nichts geht mehr. Durch politische Versagen, ständiges Zuhören bei Covidioten, nicht Durchgreifen und kompletter Ignoranz durch die Covidioten und deren Helfer in der Politik AfD und FDP. Das Ergebnis der so gepriesenen Eigenverantwortung.

ZDF Bayern: Bilder des bayerischen Kollaps: Via Instagram berichten die Rottal Inn-Kliniken von der Verlegung von 23 Patienten nach Nordbayern, darunter 4 Intensivpatienten. Wegen der hohen Inzidenzen sind die Kliniken des Landkreises an ihren Kapazitätsgrenzen gestoßen.

Das ist nicht Bergamo, Delhi oder Bratislava. Das ist #RottalInn in #Bayern, in einem Land mit einem der besten Gesundheitssysteme der Welt. Per Instagram-Aufruf (!) werden verzweifelt Ärzte und Pflegekräfte zur akuten Unterstützung gesucht, 23 Patienten verlegt. [….]

(Frank Stollberg, 17.11.2021)

Das kommt davon, wenn in den großen täglichen Talkshows mit Millionenpublikum immer wieder die Schwurbler neue Impfgegner schöpfen können.

Plasberg, Lanz und Will haben große Schuld auf sich geladen, indem sie die gefährlichen Faseler wie Sahra Wagenknecht, Alexander Kissler, Svenja Flaßpöhler, Wolfgang Kubicki einladen.

Die noch extremistischeren Hildmann, Naidoo und Berger treiben zwar auch ihr Unwesen, bleiben aber weitgehend in ihren jeweiligen braunen Telegram-Blasen, in die eine durchschnittliche Familie nicht ganz so leicht nach dem Abendessen hineinstolpert.

Daher ist Sahra Sarrazin mit ihrem enormen Bekanntheitsgrad, ihrer gebildeten Ausstrahlung und der Spagat-Fanbase von ganz links bis ganz rechts, viel gefährlicher als die weitgehend geistesgestörten Sonderlinge, die in verschwörungstheoretischen Blogs wie PP wider Gates, „Impf-Apartheid“ und Adenochrom-Spritzen wettern.

Das breite Publikum mit Kisslers pervertierten Freiheits-Aufrufen (für Ungeimpfte) zu verwirren, entfaltet zwei Jahre nach den ersten Corona-Toten in der so viel ansteckenderen Delta-Zeit eine perfide Wirkung.

Werner Bartens, der Gesundheitsexperte der SZ, spricht von „Corona-Alzheimer“; wir hätten verlernt, was wir vor anderthalb Jahren über Sars-CoV2 wußten. Die Inzidenz von heute, ist die Intensivbelegung in drei Wochen. 50.000 Neuinfektionen an einem Tage bedeuteten 3.000 Krankenhauseinweisungen und 200 Menschen, die in drei Wochen tot sein werden. Flatten the Curve und die Verzögerung der Todesraten wären offensichtlich vergessen.

  Es wird also schlimmer!

Sicher wissen wir immerhin eins: Die demokratisch wünschenswerte Einsicht und Vernunft der Bürger, die kompetent die Fakten abwägen, sich überzeugen lassen und dann verantwortungsbewusst handeln, indem sie sich impfen lassen, trifft auf ein Drittel der Menschen nicht zu. Sie sind nicht erreichbar durch Argumente.

Porno-Expertin Svenja Flaßpöhler, neue Heldin von Bergers Pipi-Blog, richtet Schaden an, wenn sie ihren Unsinn bei Plasberg einem Millionenpublikum unterbreitet.

[….]  Die Philosophin Svenja Flaßpöhler setzt den unerfreulichen Fakten jede Menge gefühlte Wahrheiten entgegen, gewissermaßen eine große Portion "Heiteitei" für die Impfverweigerer. Sie finde es "falsch und fatal", Ungeimpfte "zu kriminalisieren". Es werde jetzt das politische Versagen auf die Menschen übertragen, die sich nicht impfen lassen wollten und dafür eben ganz unterschiedliche Motive hätten. [….]  Die Fehler verortet Flaßpöhler in Politik und Medien. "Die Politik der Bevormundung führt dazu, dass die Leute verlernen, sich vernünftig zu verhalten." Dass es womöglich genau umgekehrt ist, dass nämlich die Politik den Leuten Vorschriften machen muss, weil diese sich nicht vernünftig verhalten, kommt ihr nicht in den Sinn. [….]

(Peter Fahrenholz, 17.11.2021)

So wie man nicht mit Pegidioten sprechen kann, sind auch Covidioten für den Diskurs verloren.

Das Personal in den Krankenhäusern ist am Ende der Kräfte. Die Dresdner Intensivpflegerin Michaela Strätz berichtet.

[….] Der Sommer und die damit verbundene Erholung sei schnell vergessen, berichtet Strätz. Dazu käme die psychische Belastung, weil wieder täglich Patienten versterben. "Wir sind Intensivpflegekräfte. Wir sind immer mit dem Tod konfrontiert, aber nicht in dieser Hülle und Fülle."  Auf der Dresdner Corona-Intensivstation liegen derzeit 19 Patienten, von denen 18 ungeimpft sind. Für das Team ist das eine mentale Herausforderung. Immer wieder haben sie mit Patienten zu tun, die Corona immer noch nicht ernst nehmen. Angehörige würden manchmal anrufen und fragen, ob ihr Angehöriger wirklich Corona habe, obwohl es im Labor nachgewiesen wurde. Intensivpflegerin Strätz hat dafür wenig Verständnis. [….]

(Tagesschau, 17.11.2021)

Geboosterte Menschen, die sich halbwegs sicher vor Covid19 fühlen, können aber auch jederzeit einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen schweren Unfall haben, der sie auf die Intensivstation zwingt. Intensivmedizin, die womöglich aber nicht mehr zu leisten ist. Die womöglich viel zu langsam ist – bei Infarkten und Schlaganfällen kommt es auf Minuten an. Das kann ganz böse enden, wenn man nicht in zehn Minuten in der nächsten Klinik ist, sondern wie jetzt schon in Bayern und Sachsen möglicherweise ins Ausland geflogen werden muss.

Bartens berichtet von bayerischen Rettungshubschraubern, die so gerade eben noch lebende schwerverletzte Verkehrsunfallopfer aufnahmen und anschließend 30 Minuten am Boden bleiben mussten, weil die Leitstelle nicht in der Lage war, ihnen ein Krankenhaus in der Nähe zu finden, das den Patienten aufnehmen konnte.

Diese Dinge sind real. Die Zeit, in der man voller Hoffnung auf Vernunft der Bürger setzten konnte, ist vorbei.

Nun hilft nur noch staatlicher Zwang.

[…] Sehenden Auges gegen die Wand. „Nur damit Sie sich das vorstellen können“, sagte der Abgesandte der Berliner Charité zu Journalisten: „Wenn wir heute an einem Tag in Deutschland 50.000 identifizierte Erkrankte haben und nach derzeitigem Stand etwa 0,8 Prozent davon nach drei Wochen auf der Intensivstation landen, erwarten uns an einem Tag Anfang Dezember 350 bis 400 neue Intensivpatienten.“ Und dies sei unumkehrbar.  Diese Leute werden kommen, egal welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden, denn die greifen für die Kliniken mit der gleichen zeitlichen Verzögerung. Jeder Tag mit hohen Infektionszahlen lässt also die auf die Kliniken anbrandende Flut der Covid-Patienten anwachsen. Überschlägt man das grob, wird klar, dass wir Anfang Dezember den bisherigen Höchststand aus dem Januar übertroffen haben werden. […] Diese Weihnachtzeit wird für viele alles andere als besinnlich werden. Und das ist empörend. Weil wir wieder zu spät zu wenig machen, wieder hinterherhecheln. Wo zum Beispiel bleibt die massive Booster-Offensive? […]

(Maik Koltermann, MoPo, 17.11.2021)