Dienstag, 24. November 2015

Angst vorm Mob



Der fromme Christ Ministerpräsident Haseloff von Sachsen-Anhalt erklärte eine Flüchtlingsobergrenze von 12.000 für sein gesamtes Bundesland (allein die Stadt Hamburg hat dieses Jahr schon über 50.000 Menschen aufgenommen); mehr ginge nicht.

Genauso sehen es CSU und beispielsweise der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der ebenfalls Obergrenzen für Flüchtlinge einführen will.

Ein guter Witz, daß ausgerechnet der Verfassungsminister de Maizière auch ein Feind der Verfassung ist.

Sehr geehrter Thomas de Maizière,
es ist schon mehr als befremdlich, wie Sie als Verfassungsminister das Grundgesetz auslegen. Dabei müssten doch gerade Sie es wissen: Das Grundrecht auf Asyl (Artikel 16a) gilt für ALLE politisch Verfolgten und die Menschenwürde (Artikel 1) für ALLE Menschen im Geltungsbereich des Grundgesetzes. Wenn Sie also Obergrenzen für Asylbewerber schaffen wollen und Flüchtlinge quasi aushungern lassen, wäre dies nichts anderes als ein doppelter Bruch unserer Verfassung. Sie sind als Innenminister von Amts wegen dazu berufen, diese Verfassung zu schützen. Wenn Sie sich dazu offensichtlich nicht in der Lage sehen, dann sollten Sie die Konsequenzen ziehen - und zurücktreten.
(Georg Restle, MONITOR, 20.09.15)

Auffällig in dieser Debatte ist, daß es gerade die besonders Religionsaffinen sind, die sich gegen Menschenrechte und Verfassung entscheiden.

Man kann rechtlich keine Obergrenze von beispielsweise einer Million Menschen pro Jahr setzen und dann dem Einemillionundeinsten sagen, er hätte leider Pech gehabt und ihn dann zum Geköpft-werden nach Syrien zurückschicken.

Frau Merkel hat es schon vor über einem Monat klar gesagt: Das Asylrecht ist ein Grundrecht in unserer Verfassung  - Artikel 16a - und somit kann es gar keine „Obergrenze“ geben. Was auch immer man von Frau Merkel halten mag, aber hier ist sie im Recht!

Grundrechte werden in Deutschland in der Bundesverfassung und in einigen Landesverfassungen gewährleistet. Im Grundgesetz sind die Grundrechte im gleichnamigen I. Abschnitt (Artikel 1 bis 19) verbürgt. Sie sind subjektive öffentliche Rechte mit Verfassungsrang, die alle Staatsgewalten binden.
(Wikipedia)

Es kommen aber weitere Argumente hinzu.

1.   hat Deutschland eine bekannte Geschichte als Haupt-Fluchtverursacher und Genozid-Staat.
2.   sind wir auch heute für viele Fluchtursachen direkt verantwortlich und
3.   sind die Flüchtlinge eben kein „Verlustgeschäft“, sondern ein Segen für Deutschland.

Natürlich ist es unter rein ökonomischen Aspekten unbedingt erforderlich den hier Ankommenden so schnell wie möglich Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewähren und Sprachkurse anzubieten.

Es sind gerade Christen und Konservative die nun versuchen auch den Grundgesetzartikel 6 zu schleifen.

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
(GG Art 6)

Also ausgerechnet jene Gruppen, die beim Thema Homorechte immer auf den unverbrüchlichen Schutz der Familie des Grundgesetzes pochen, sind beim Thema Familiennachzug der Flüchtlinge die ersten, die auf Artikel 6 pfeifen.

Wenn es nach dem Willen von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) geht, sollen Syrer nicht mehr darauf hoffen dürfen, pauschal wie bisher als Flüchtlinge anerkannt zu werden und also ihre Familienangehörigen nachholen zu können.
Vorerst ist de Maizière von Kanzleramt und Koalitionspartner SPD gestoppt worden - doch in CDU und CSU wächst der Rückhalt für seine Forderung.

Diese menschenrechtsantagonistischen Forderungen sind nicht nur grundgesetzwidrig und moralisch völlig verkommen.
Sie sind darüber hinaus auch noch reine Nebelkerzen, die praktisch gar nicht umsetzbar sind.

Bayerischer Irrsinn
Obergrenzen fürs Asylrecht, Grenzzäune rund um Deutschland, womöglich gleich mit Schießbefehl.
Die bayerische Variante der Flüchtlingspolitik kennt nur noch ein Ziel: Abschottung. Und selbst wenn es Bayerns Ministerpräsident so offen nicht formulieren würde, die Logik seiner Politik läuft genau darauf hinaus. Es wäre das Ende eines Europas der freien Grenzen, ein Ende der europäischen Idee, in dem Deutschland sich einreiht in die nationalstaatlichen Egoismen derer, die auch die CSU heute noch kritisiert.
Was die bayerischen Provinzpolitiker dabei verschweigen: Niemandem wäre damit geholfen; den Flüchtlingen sowieso nicht, aber auch nicht der deutschen Bevölkerung. Abgesehen vom immensen finanziellen Aufwand eines bewehrten Schutzwalls rund um die Republik, würde sich das Gros der Flüchtenden davon kaum aufhalten lassen. Wen das Meer nicht schreckt, den hält auch kein Stacheldraht ab. Die Mühseligen und Beladenen, sie werden immer wieder kommen, solange dieses Land bietet, was sie nicht haben. Wer dieser Wahrheit nicht ins Gesicht schaut, wird das Problem nur verschieben, immer wieder neue Kosten und neues Leid verursachen.
 (Georg Restle, MONITOR, via Facebook, 30.10.2015)

Warum aber fordern braunschwarze Politpappnasen diese unsinnigen Dinge?

Die Antwort ist einfach. Sie alle haben die Hosen voll vor dem braunen Mob auf der Straße und reagieren darauf mit größtmöglicher Erbärmlichkeit.

Aber wir müssen die Ängste und Sorgen der Bürger doch ernstnehmen.
So ein Blödsinn!
Wir müssen den Bürgern die Ängste nehmen und ihre Sorgen zerstreuen.“
(Wilfried Schmickler 12.11.2015)


Es gibt in dieser Situation riesige Angriffsflächen der C-Parteien. Die SPD könnte die Chance nutzen sich zu profilieren. Gabriel und Co könnten CDU und CSU stellen, deren Heuchelei aufzeigen, für Alternativen werben.
Unglücklicherweise hat auch Gabriel die Hosen voll und tut statt des Richtigen, das was die braune Basis gerne hätte.
Wenig verwunderlich, daß von so einer Performance nur die Originale profitieren: AfD, Pegida und NPD.
Thomas Oppermann will nun auch Kontingente.
Gabriel ist ein Stimmungs-Politiker, der den Muffigen und Motzenden voller Verständnis entgegen eilt.

Verständnis? Wofür?
Verständnis aufbringen für die Ängste und Sorgen der Bürger in Deutschland. Keine Talkshow mehr ohne diesen Satz, keine Diskussion am Stammtisch und keine Debatte im Bundestag. Verständnis VON oder Verständnis FÜR? Es ist der kleine semantische Unterschied, der den Analysten vom Aktivisten unterscheidet. Den, der Stimmungen deutet von dem, der Stimmung macht. Ja, auch ich verstehe, dass es Ängste vor Flüchtlingen gibt und woher diese Ängste kommen. Nur, mit Verlaub, ich habe kein Verständnis dafür.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass Menschen Angst haben vor einer "Islamisierung des Abendlandes", wo der Anteil der Muslime im europäischen „Abendland“ gerade mal 4 % ausmacht, und auch dann nur auf 5 % anwachsen würde, wenn sämtliche syrischen Flüchtlinge auf einmal nach Europa kämen.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass Menschen in diesem Land davor Angst haben, dass 2, 3 oder 5 Millionen Flüchtlinge uns unserer Lebensgrundlage berauben. In einem Land, das gerade Milliarden Überschüsse erwirtschaftet und dabei von der Armut der Länder profitiert, aus denen viele Flüchtlinge zu uns kommen.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass besorgte Bürger Angst davor haben, dass unsere Verfassungswerte in Gefahr geraten, wo doch die Gleichen, die das befürchten, sofort dazu bereit sind, Artikel 1 des Grundgesetzes zu opfern, wenn es um eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen in diesem Land geht.
Nein, ich habe keinerlei Verständnis für diese Ängste – und schon gar nicht dafür, dass Politiker Verständnis für solche Ängste heucheln und dabei nichts anderes tun, als diese Ängste jeden Tag aufs Neue anzufachen.
(Georg Restle, Monitor, 06.10.2015)

Ganz schön peinlich für die SPD, daß es das konservative FUNKE-Abendblatt ist, welches sich über die Mob-freundliche Passivität der Sozis wundert.

[….] Während die Kanzlerin angesichts der Verbalausfälle des Bajuwaren auf eine uckermärkische Sturheit schaltet, lehnt sich die SPD zurück. Lasst sie doch streiten, lautet das Motto der Partei. Und hält sich mit Lösungsansätzen eher vornehm zurück. Das mag taktisch klug sein, für die Demokratie ist es ein Desaster. Aktuellen Umfragen zufolge zweifeln 57 Prozent der Deutschen am Kurs der Kanzlerin, im Bundestag aber haben diese Menschen kaum eine Stimme. Der Normalfall der Demokratie – das Aufeinandertreffen verschiedener Positionen – ist in der Flüchtlingsfrage ausgesetzt. Warum aber reagiert die SPD nicht? [….]  Sigmar Gabriel, der noch Anfang September auf Distanz zur Kanzlerin ging, steht wieder fest an der Seite der CDU-Politikerin. Ihm fehlt die Kraft oder der Mut, der Kanzlerin zu widersprechen. Das ist verständlich. Und doch bleibt es strategisch unklug und demokratietheoretisch fatal. [….] Hier zeigt sich, wie sehr sich die stolze Sozialdemokratie von einer Volks- zu einer Funktionärspartei gewandelt hat. Viele in der SPD sind den Ängsten der Bevölkerung wie der Genossen vor Ort entrückt, sehen nicht die Sorgen der "kleinen Leute" oder die Probleme in den Kommunen, sondern vor allem ihr Parteiprogramm. [….]

Daß es CDU und CSU nicht schaffen dem Rechtspopulismus zu widerstehen ist schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn sich Sozis  - bis auch wenige tapfere Ausnahmen wie Heiko Maas – gar nicht erst bemüßigt fühlen sich gegen die pegidistische Pest zu äußern.

Man beklagt sich über die „vielen jungen Männer“ in den Flüchtlingsheimen, tut aber alles dafür, daß sie dauerhaft von ihren Familien ferngehalten werden. Daß sie ihrer sozialen Strukturen beraubt bleiben.
Die Bundesregierung, die auch von der SPD getragen wird, sorgt durch die Einschränkungen beim Familiennachzug dafür, daß nun immer mehr Kinder und Frauen auch die lebensgefährlichen Todes-Kähne auf dem Mittelmeer gezwungen werden.
Statt Fluchtursachen und das Schlepperwesen zu bekämpfen, schaffen sie nun ein Konjunkturprogramm für skrupellose Schlepperbanden.

Wenn man den Familiennachzug stoppt, bedeutet das:

„Unsere barmherzigen Christen betreiben jetzt das, was sie neulich im Bundestag noch abgelehnt hatten: Geschäftsmäßige Sterbehilfe!“
(Urban Priol 12.11.2015)

Montag, 23. November 2015

Klerikale Notversorgung.



Oh Mann, da konnte sich Kardinal Marx aber mal richtig drüber aufregen.
Seine Schäfchen engagieren sich für die Flüchtlinge in Not, geben ihnen Unterkunft, sammeln Kleiderspenden und dann nörgeln die bösen linken Atheisten auch noch rum.
Nur weil sich die bayerische katholische Kirche die Flüchtlingsunterkünfte von den kommunalen Behörden bezahlen lässt.
Umsonst ist nur der Tod. In der Kirche zahlt man für Trauungen und Beerdigungen. Wer seinen Mitgliedsbeitrag nicht überweisen will, wird automatisch mit der härtesten denkbaren Kirchenstrafe – dem Ausschluss – gemaßregelt.

Auf die Flüchtlings-freundlichen Sonntagsreden-Appelle Bergoglios reagiert die deutsche katholische Kirche wie sie es immer tut: Sie versucht sich auf Kosten der Allgemeinheit weiter zu bereichern.
Kardinal Marx, der mächtige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und noch mächtigere Papst-Berater gibt den Takt vor: Sein Bistum läßt sich fürstlich entlohnen für jedes Engagement.

[….] Die bayerischen Bistümer lassen sich die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen in kirchlichen Einrichtungen erstatten. Die Mietkosten für Wohnungen und Häuser zahle in der Regel der Landkreis, bestätigte eine Sprecherin des Erzbistums München und Freising unserer Zeitung. „Bei Häusern und Wohnungen, die man sonst auch vermietet hätte, ist das der Regelfall“, sagte die Sprecherin weiter.
[….] Eine kostenfreie Unterbringung sei indes rechtlich schwierig, „weil die Wohnungen meist kirchlichen Stiftungen gehören“. Papst Franziskus hatte Anfang September alle Pfarreien aufgerufen, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen. Die Unterbringung von Flüchtlingen sei aber in erster Linie eine staatliche Aufgabe, sagte die Bistumssprecherin. „Wir sehen uns in der Verantwortung, dabei zu helfen. Aber zu den üblichen Konditionen.“ [….]


Kardinal Marx, der wegen seines ultraprächtigen Bischofsitzes, dem Rokoko-Palais Holnstein ohnehin schon eine 12 auf der Tebartz-Skala ist, braucht als ranghöchster Bischof in Deutschland eben einen gewissen Standard.

Für Luxus-Marx, der offenbar auf einem gewaltigen Geldspeicher sitzt und die Millionen nur so um sich wirft, kommt ein FIAT Panda jedenfalls nicht in Frage.

Just zum Rücktritt Ratzingers hatte der Münchner Erzbischof noch demonstriert, wie wichtig ihm sein persönliches Wohl ist.

Die Lage ist erstklassig, der Preis auch: Für 9,7 Millionen Euro hat das Erzbistum München-Freising in Rom ein neues Gästehaus gekauft. Böse Zungen haben der Immobilien auch schon einen Spitznamen verpasst: „Palazzo Marx“.  [….] Nach vier Jahren im „Schwabinger Asyl“ kehrt Erzbischof Reinhard Marx in dieser Woche wieder in sein traditionelles Quartier im Palais Holnstein in der Kardinal-Faulhaber-Straße im Stadtzentrum zurück. Das Gebäude, das 1733 bis 1737 im Auftrag des Kurfürsten Karl Albrecht als Rokoko-Adelspalais erbaut wurde, war seit Oktober 2008 vom Staatlichen Bauamt saniert worden. Marx war deshalb vorübergehend ins Schloss Suresnes in Alt-Schwabing gezogen.
[….]  Die Sanierung des Palais kostete 8,1 Millionen Euro, davon trägt die Kirche 1,56 Millionen.

Würden die Bischöfe Franzis bescheidenheits-Demonstrationen ernst nehmen, könnten sie sich nicht für Marx als Vorsitzenden entscheiden.
Daß sie es heute dennoch taten, hat einen Grund:
Sie wissen, daß der Papst Marx toll findet, weil er schon mit neuen Ehrungen und Ämtern aus Rom überhäuft wurde.
 [….]

Ich finde es völlig verständlich, daß Reinhard Kardinal Marx mit seinem mageren fünfstelligen Monatsgehalt (Besoldungsgruppe: B10 = €12.004,68 + mietfrei wohnen, Personal, Versicherungen, …) wenigstens eine Wohnung gestellt bekommen muß.
Wie sollte er sich ein Dach über Kopf leisten, wenn er das auch noch selbst bezahlen müßte?
Als Bischof wohnt man mietfrei. Mietzahlungen sind was für Arme.
Das verlangt die bayerische katholische Kirche von Flüchtlingen.
Äußerst gemein, wenn man das kritisiert, empört sich Kardinal Marx.

Bayerns Bischöfe wehren sich gegen Kritik am Umgang mit Flüchtlingen
[….] Einzelne Medien [hatten] in der vergangenen Woche berichtet, die Kirche verlange für ihre Flüchtlingsunterkünfte Mieten von den zuständigen Landratsämtern. Der kaum verhohlene Vorwurf: Die Kirche verdiene Geld an der Not der Menschen. Markus Söder (CSU), der für Flüchtlingsfragen an sich gar nicht zuständige bayerische Finanzminister, hatte sich am Mittwoch mit dem Satz zitieren lassen: "Barmherzigkeit braucht keine Miete." Die Kirche solle mehr in Hilfe und Unterbringung investieren.
Marx ärgern all diese Vorwürfe. [….]  "Barmherzigkeit braucht keine Miete - da weiß ich gar nicht, was ich davon halten soll. Die Miete dient ja der Barmherzigkeit!", ruft der Kardinal, und schon ist er in Fahrt. Die Mieteinnahmen kämen doch auch der Flüchtlingshilfe zugute, sagt er. Die 60 Immobilien im Erzbistum München und Freising, in denen derzeit etwa 1000 Flüchtlinge leben würden, seien außerdem meistens in Stiftungsbesitz, und Stiftungen müssten sich erhalten. "Man kann doch nicht sagen: Die Kirche hat's ja, und deshalb den Stiftungszweck vernachlässigen!" [….] Er verstehe sowieso nicht, sagt Reinhard Marx weiter, warum man versuche, jene Institutionen, die etwas für Flüchtlinge tun, in ein schlechtes Licht zu rücken: "Dann heißt es, es sei doch unvernünftig, alle willkommen zu heißen. Man müsse doch die Folgen abschätzen. Ja, natürlich! Aber doch nicht nur die Folgen für mich, sondern auch die für die anderen! Was wird denn aus denen, wenn wir ihnen nicht helfen?"

Genau! Bayerns Bischöfe sind verpflichtet auf ihre Einnahmen zu achten.
Die meisten Bistümer haben schließlich nicht mehr als ein einstelliges Milliardenvermögen mit wenigen Immobilien.
In seinem eigenen Bistum München und Freising verfügt der arme Kardinal Marx gerade mal über 7.000 Gebäude und 5.000 Hektar Land, die der Kirche gehören.

Sie dürfen gar nichts umsonst hergeben, denn schließlich müssen sie mit ihrem Geld auch noch die elementarsten Dinge der armen Bedürftigen finanzieren.

Einer dieser Hungerhaken ist Konrad Z., wohnhaft ins Augsburg.
Der bescheidene Mann, der gerade eben noch voller Empörung die unwürdigen Flüchtlingsunterkünfte kritisiert hatte, lebt privat so gut wie bedürfnislos.
Nur einen ganz kleinen Altar gönnte er sich.
Aber das war ein echtes Schnäppchen. Und der alte Altar, aus massiver Bronze, stammte immerhin schon aus dem Jahr 1995. Ein so altes Ding ist doch für Konrad Z. nun wirklich nicht mehr zumutbar. Immerhin ist er ja bayerischer Bischof und für so einen sind 20-Jährige generell zu alt, um noch attraktiv zu wirken.

[….] Die zwei Gebäude könnten unterschiedlicher nicht sein. Hier der Dom mit seinen zwei stattlichen Türmen, die Augsburgs Altstadt überragen. Dort die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an einer Ausfallstraße, roter Backsteinbau, eine ehemalige Kaserne, sie gilt als schlimmstes Asylheim Deutschlands und sollte längst zugesperrt ein. [….]
100 Männer aus 20 Nationen hausen hier, die Farbe blättert von den Wänden, kaputte Fensterscheiben sind notdürftig durch Bretter ersetzt. Die Zustände sind menschenunwürdig. Augsburgs Bischof Konrad Zdarsa hat die Unterkunft besucht. Immerhin. Danach sagte er: "Ich bin einigermaßen entsetzt, solche Zustände wie hier vorzufinden." Ein katholischer Geistlicher geht auf die Außenseiter der Gesellschaft zu und steht ihnen verbal bei. [….] Doch auf den zweiten Blick muss man leider von halbherziger Barmherzigkeit sprechen. Denn wenige Tage nach seinem Schock-Besuch ließ Zdarsa gut gelaunt verkünden, im Dom werde nun ein neuer Altar für 300 000 Euro errichtet. [….] 300 000 Euro für repräsentative Zwecke, mit diesem Geld hätte man in der maroden Flüchtlingsunterkunft viele Dinge verbessern können. Es wäre ein vorbildliches Signal gewesen, ein echter Akt der Barmherzigkeit. [….] In seiner ganzen Pracht beweist der Luxus-Altar, dass die viel zitierte "Belastungsgrenze" mancherorts noch lange nicht erreicht ist.

Sonntag, 22. November 2015

Polytheistisches Christentum.



Es liegt in der Natur des von Pharao Echnaton (1353–1336 v. Chr.) ersonnenen Monotheismus, daß er intoleranter als Vielgötterei ist.
Wenn nur ein Gott der Richtige ist, dann sind die Anderen falsch.
Damit ist die Saat der Intoleranz geschaffen. Monotheismus führt zu metaphysischem Konkurrenzverhalten, welches sich in den tausenden Religionskriegen manifestiert, die wir seit seiner Erfindung erlebt haben.

Wenn man als einziger in einer Religionskonkurrenz Recht haben will, dies aber prinzipiell nicht beweisen kann, weil es um Dinge nach dem Tod geht, muß es irrational und potentiell gefährlich zugehen.

Es sind nicht «Gottlose», die Flugzeuge in Hochhäuser fliegen oder Menschen in die Luft sprengen, weil sie meinen, im Jenseits für ihre Taten belohnt zu werden. Wer nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, kann auch nicht mit der Aussicht auf postmortalen Koitus dazu verführt werden, sämtliche Grenzen der Menschlichkeit nieder zu reißen.

Einfacher zu ertragen wäre der monotheistische Gottesglaube allerdings, wenn er nicht ganz so heuchlerisch wäre und sich das Fußvolk auch an die eigenen Regeln hielte, statt die Beachtung der Gebote immer nur öffentlich von anderen zu fordern.
Während Jesus noch die Menschen nach ihrem bedingungslosen Gehorsam bewertete, verlangte, daß sie nur ihm allein folgen dürften, wurde diese Maxime in den nächsten 1000 Jahren ziemlich aufgeweicht.
Wie Pilze schossen Heilige aus dem Boden. Inzwischen gibt es tausende Heilige, Selige und Schutzheilige, so daß sich jeder Christ einen raussuchen kann, dem er huldigen will.
Der Monotheismus ist im Christentum polytheistisch.
Auch der ursprüngliche „eine“ Gott hat sich mittlerweile vervierfacht.

Im Christentum steckt eine Reihe von seltsamen Phänomenen. Das Christentum bildet sich ein, eine monotheistische Religion zu sein, ist es aber gar nicht. Jesus Christus ist viel wichtiger als der liebe Gott. Und außerdem gibt es noch einen Heiligen Geist – den hat Jesus Christus nicht erfunden, den hat ein Konzil erfunden. Und neben dieser heiligen Dreieinigkeit gibt es noch die Gottesmutter Maria, die in Polen viel wichtiger ist als Jesus und als der liebe Gott. Der Monotheismus ist eine Selbsttäuschung. Das glaubt der Ratzinger, aber der auch nicht ganz. Es ist auch eine Selbsttäuschung der Protestanten. Die alten Griechen waren da viel ehrlicher, die haben gleich viele Götter erfunden. Und nicht bloß vier.

Die vier christlichen Gottheiten konkurrieren untereinander.
Jesus, mittlerweile zum „Lord“ geadelt, findet seine Anhänger in Nordamerika.

Der HeiGei ist der Snob im Führungsquartett. Er steht nicht so auf das einfache Volk und läßt sich vorzugsweise in den allerhöchsten klerikalen Kreisen blicken.
So guckt er beispielsweise im Konklave vorbei, wenn nur Kardinäle in ihren allerteuersten Purpur-Ballkleidern anwesend sind.

Gott, der Seniorchef zieht sich offensichtlich schon längere Zeit aus dem Geschäft zurück. Ich glaube, er sitzt in der Himmelsgeriatrie und chillt. Um eine Festigung der Kundenbindung müht er sich kein bißchen mehr.

Last, but not least: Mutter Maria. Die Frau, die ohne Erbsünde geboren wurde, ihrem Ehemann den Koitus verweigerte, schließlich vom HeiGei durch ihr Ohr penetriert wurde, Jesus entband und dieses Kunststück durch ein intaktes Hymen fertigbrachte, ist die Durchstarterin des Himmels.
Sie gewann durch ihre fleißige Reisetätigkeit viele Fans in Ost- und Südeuropa.

Da könnte sich Gott mal eine Scheibe abschneiden.
Maria kommt weiter rum als Angela Merkel mit ihrem Konrad-Adenauer-Airbus.

Über 2.500 Dienstreisen Marias wurden inzwischen registriert.

The earliest known claim was from St. James the Greater who saw the Virgin Mary while he was in preaching on the banks of the Ebro River in Saragossa, Spain in 40 A.D. Today, apparition reports occur more frequently. Some scholars estimate the total number of apparition claims throughout history to be approximately 2,500 (with about 500 of those coming in the 20th century alone). According to the Dictionary of Apparitions of the Virgin Mary, throughout history 308 apparitions are attributed to Saints or Blesseds. They are generally unofficially recognized by Church authorities (or at least the orders and congregations that they have founded or belonged to). Only 7 Popes throughout history have witnessed Marian apparitions.

Scheu und bescheiden, wie Maria nun mal ist, reist sie aber nur in Landstriche, die ohnehin katholisch oder christlich sind. Und natürlich zeigt sie sich nicht mehr, seit Fotoapparate erfunden wurden.

Seeing Mary - Starting in the 16th century, the Roman Catholic Church instituted a strict vetting process for miracles like the 2,000 sightings of the Virgin Mary claimed since A.D. 40. To be worthy of belief and church support, apparitions must be deemed miraculous with a high degree of certainty and in line with church doctrine, and found to have had a positive impact.

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